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der in Baiern
| einheimifehen und zahmen Thiere
von /
FRANZ von PAVLA SCHRANK
der Theologie und Philofophie Doctor , kurpfalzbaierfchem wirklichen geiltlichen Rathe.
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Erfter Band: Te Abtrheylung-
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Nürnberg, . r, in der Stein’ {[chen Buchhandlung
1798.
En plurimis me errare pofse fateor, nec erroribus indul- gebo; quis totam diem jaculans femper collineet ? Multa funt in bis ftudiis, ut inquit ille, cineri fappofta doloio.
CAMDEN #raef. in Britan.
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1
o.et.Qe,
u ährend ich noch an meiner Flora von Bai- em arbeitete , fieng ich bereits an, auf die Aus- arbeitung einer Fauna zu denken, dazu ich, feit ich meinem Vaterlande, aus welchem mich die Schickfale meines Vaters in meiner frühe- ften Kindheit entfernet hatten, wieder gegeben ward „einen beträchtlichen Vorrath, allerdings damals in keiner andern ‚Abficht, als die Natur um mich herum kennen zu lernen .„ gelammelt hatte. Aber die Natur kennen heifst nach mei- nem Sprachgebrauche nicht blofs die vorgeleg- ten Körper zu nennen wiflsen nach dem Namen, den ihnen Andere gegeben haben, oder allen- falls im Stande feyn, ihnen felbft einen zu ge- ben;- diefs ift allerdings ein wefentlicher Theil der Naturgefchichte, aber doch nur die Gram- matik davon. Der "Naturforfcher, wie ich ihn mir vorftelle, mufs die Verbindungen diefer Körper, ihre einzelne, oder, weil das kaum möglich ift, ihre allgemeine Gefchichte, nicht. aus Büchern, die er nur als brauchbare Hilfs- mittel zu betrachten hat, fondern von der Na- tur felbft erlernen; er föll fich beftreben, im- mer die gefammte Natur unter feinen Au gen zu haben, und, weit entfernet, fich mit der Kennt-
u D | nils
4
IV Vorrede.
nifs der einzelnen, und gleichfam ifolirten, Kör- per, wie fie etwa in einer Naturalienfammlung vorkommen mögen, zu begnügen, fich wenig. ftens bey ganzen Gattungen, ‚bey ganzen Clal- fen allgemeine Ueberblicke über das weite Ge- biet der Natur erlauben; kurz: mein Naturfor- {cher foll weniger Sammler als Beobachter, we- niger Befchreiber als Philofoph feyn. Das war wenigftens immer die Methode, nach welcher. ich mich gewöhnet habe, die Natur zu ftudi- FOitg und ich habe ihr viele glückliche Tage, und manche, ich möchte fagen, himmlifche, Augenblicke zu verdanken.
Ich mufs es bekennen, dafs ich mir diefe Art die Naturgefchichte zu ftudiren eben nicht zum Verdienfte anrechnen dürfe; fie war mehr Folge meines Bedürfnifses, als meiner Wahl. ‚Bey einem Körperbauc, der befser zum Beob-
achten als zu den Anftrengungen, die .beym Sammeln unausweichlich find, gemacht it, mufs es ganz natürlich feyn, dafs ich jenes diefem vörziehe. Wäre vor mir eine etwas vollftän- dige Flora und Fauna von Baiern da geweien: ich würde gewifs keine zweyte go chrieben, fon- dern mich lediglich auf die genauere Beobach- tung einzelner Natur] Körper oder Gattungen, Je- doch immer mit Hinficht auf‘das Ganze, ein- gelchränket haben. _
Aber wäre auch mein Körper und ‚meine Gefundheit färker, als fie es nicht find, fo würde mich doch mein Gefchmack hindern, alle meine Mufßse damit hinzubringen, um eine zahl- lofe. Menge Naturalien, ir meinem Cabinette auf zuhäufen. Keiner derjenigen Wiisenfchaften,
die
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die ich jemal kennen gelernet habe , ungetreu,.
‚würde ich die Zeit dazu nicht finden; undnoch ”
1
habe ich nicht Urfäche gehabt, diefe Art zu
ftudiren, die fich mit meinen Kräften weit befser
verträgt, als die Einfchränkung auf einzelne Wifsenfchaften, zu verändern. Die Wifsenfchaf- ten find alle untereinander viel zu enge: viel zu fchwefterlich verbunden, als dafs es nicht jeder Vortheil bringen follte, von ihren Gefpie- linnen unteritüzet zu werden.
Und hätte ich auch diefe zu ma- chen nicht Gelegenheit gehabt, fo hätte ich doch, nie Urfache haben können mit sro einer Wif- fenfchaft zum Beften einer andern zu brechen: wenn Reichthum an Kenntnifsen eine Art von Glückfeligkeit verfchaffet, ift es nicht wefigftens sleichviel, ob dicfe Kenntnifse alle von einer- ey Art feyen, ob’fie, in der Sprache der Me- thodiften zu reden, alle zu-einerley Clafse ge-
- hören, oder ob fie von verfchiedener Natur, aus
verichiedenen Clafsen feyen? Und was kann uns fonit, als der Trieb zu diefer Art von Glück-
- Teliekeit, vermögen, die Bequemlichkeiten und
ernidern Ve ergnüscn des Lebens unferer
"Wifsbegierde -zum Opfer zu bringen ?
Ich mufs mir demnach jene Zufchriften fehr verbitten, in welchen man entweder Dupletten oder Mufter der befchriebenen oder angeführ-
ten Thiere von mir verlangen, oder alltägliche,
mich nichts Ichrende „ Sammlungen zur- nähern
Beftimmung mir zufenden dürfte. Beyde Unbe- ‚ quemlichkeiten hat mir meine Flora zugezogen, - und einige kleine Menfchen haben fogar von
meinen Gefälligkeit en einen nicderträchtigen 7.2 Mifs-
ı)
+
“
WE. | Vorrede. v4 s
Mifsbrauch gemacht. Ich erkläre zum Voraus, . dafs ich auf keinen diefer Briefe antworten wer- de.lch habe überall jeden Naturkörper fo kennt-
dieh zu machen geiücht, als es mir möglich war;
und wo es mir etwa nicht gelungen hat, da ma- che man es, wie ich. es mit den Schriftftellern, meinen Vorgängern, ‚gemacht habe: man fche die Stelle als nicht vorhanden an.
Aus N Bekenntniße, das ich über meine Art zu ftudiren abgeleget habe, fieht man aber auch, was man fich von meiner Fauna zu ver- fprechen habe; nichts weniger als ein dürres Tüierverzei chnifs, das man bequem bey feinen Spaziergängen zu fich ftecken kann. .. Mögen zu diefem Endzwecke aus meinem Werke Andere einen Auszug machen, wie .es mit meiner Flora BOICDEHSR ft, wie könnte ich das hindern, wann das Werk einmal in den Händen der Welt ift? aber ich finde keinen Gefchmack an folchen ma- ‚gern Verzeichnifsen, die fehon anderwärts vor-
seführte Naturalien noch einmal anführen, ohne
uns klüger zu machen, Ich will keine Natura- lienfammler, fondern Naturforfcher bilden; das zu feyn, mufs man freylich auf die Erfcheinun- ‚gen im-Freyen lagd machen, aber ftudiren mufs . man fie erft in der Ruhe feines. eh. die Feder, und manchmal den Pinfel, zuweilen fo- gar den Zirkel und das Lineal in der Hand. Die- jerügen demnach, welche meiner Flora zum Ver- brechen gemacht haben, dals fie vier Alphabete ‚.ftark fey, mögen meine Fauna gleich Anfangs ungekauft laisen: fie wird noch flärker ausfal- len; aber ich wollte,auch ein Buch zum Lefen, kein Wörterbuch zum bloisen Nachfchlagen, fchreiben.
Die
+
Vorrede VII
Die geographifche Ausdehnung, welche ich meiner Fauna. gscbe, ıft eben dielelbe, die ich ‚der Flora gegeben habe. : Aber ich kann für ‚die Baierfche "Fauna keine Litterar gefchichte lie- fern. ‘Schäffer ift der einzige, welcher fich bis- her in Baiern um die Zoologie durch Schriften
Verdienfte erworben hat. ” Aber feine Vögel
und feine Infecten darf man nicht unbedingt für inländifch annehmen. Er hat fehr felten gefagt, woher ihm das Thier, welches er abmalt, ge- kommen fey. Ich führe daher weder Vogel noch Infect aus ihm an, wenn ich nicht von feinem Dafeyn in Baiern entweder durch fein ausdrück- liches Wort, oder aus Hrn. Harrers Commen- tar über feine Icones, oder auf andern Wegen
verlichert bin.
x
Wichtiger find die Beyträge, die ich von lebenden oder erft kürzlich veritorbenen Per-
fonen erhalten habe. Hr. von Orfini, kurfürft- licher geiftlicher Rath, hätte feine zahlreiche
Vögelfamml: ung, ‚die aus lauter Neuburgifchen Vögeln befteht, der Univerfität fchon.vor vie- len iahren gefchenket; und der fel. -Profefsor Roufseau hat fie von Zeit‘zu Zeit mit neuen
- Stücken: vermehrt. ' Hr. Schreiner, kurfürftli-
u
cher Oberförfter zu Heg im Herzosthume Neu- -
burg, hat fich eine’ ganz artige Sammlung von Vögeln gemacht, die er oder feine Söhne felbft
5 gefchofsen hatten. Hr. Regierungsrath Hufa-
sel hat aus den Gegenden um. Niüinchen und Burghaufen eine anfehnliche Menge von Schmet- terlingen, und Hr. P. Profper Dallinger, aus
dem Orden des heil. Auguftins, | keine geringere
von den übrigen Infecten zulan nmengebracht.
"Als die Hrrn. Doctoren Zeder und Frölich an
— 4 | der
DIMEL. Vorrede
+
der Univerfität zu Insolftadt ftudirten, fäilteten fie mir bey Auffuchung der Eingeweidewürmer fehr. thätige Hilfe, und der leztere brachte mir von feinen verfchiedenen Reifen durch einige Gegenden von Baiern Infecten oder andere T hie- rei, wenigftens in guten Befchreibungen, mit, die zur Erweiterung meiner Fauna fehr brauch-
. bar waren. Kleinere Gefälligkeiten, die.nur in
einzelnen Stücken beftanden, habe ich im Ver- laufe. meines Werkes überall an den gehörigen Stellen dankbar anerkannt,
Ich felbft befchäftigte Me nun bereits feit
zwanzis Jahren mit der Sammlung der hieher-
gehörigen Thier:, oder zuverläfsiger Nachrich-
‚ten von innen, ben üzte alle meine er öfsern und
kleinern Reifen, davon ich in der Flora Nach- richt. gegeben, habe, dazu,: und fügte feit der
‚Ausgabe dieles Werkes neue hinzu. Ohne Zwei-
fel würde. das Verzeichnifs noch weit beträcht- licher geworden feyn, wenn ich diefe Reifen im Frühlinge und Sommer in fehr von einander abweichende Gegenden, und in verfchiedenen lahrgängen hätte vornehmen können, und viel- leicht hätte mir die einzige Waldrevier im Rent-
amte Straubing, hätte ich fie in den leztern Herbitferien bereifen können, wie mein Plan war, reichliche Beyträge verfchafft; allein er-
ftere wurden mir durch meine Bedienung un-
möglich. gemacht, und leztere ward durch die bis an die Iar und Naab vordringenden Schre- cken des Krieges: verhindert.
Kin Vorwurf, den man meiner Flora ge- macht‘ hat, dafs fie nicht populär genug ge- fchrieben fey, legt mir ‘noch die Nothwendig-
keit d
Vorrede. IX
%
keit auf, mich über das Publicum , das ich bey "Schriften diefer Art vor Augen habe, zu er- klären. Diefes Publicum ift gar nicht der grof- fe Haufe des gemeinen Landmanns und des ge-
Tingern Bürgers. Diefe Clafse von Menfchen, durch ihre Glücksumftände, ihre Wahl, und meiftentheils durch die Befchränktheit der Ent- wickelung ihrer Geifteskräfte an die Rutine ge- fefselt, hat fehr felten den Willen oder die Mufse fich in Büchern umzufehen. Zerbrechen auch einige Wenige diefe Banden, fo wird mei- ftentheils Gefchichte der Vorzeit die Befchäfti- gung ihrer Feyerftunden, oder fällt ihr Ge- -Jchmack auch auf. die Lefung folcher Bücher, die mit dem Gegenftande ihrer Beichäftigungen i in näherer Verbind ung find, fo trifft ihre, wirk- lich gerechte, Wahl vorzüglich diejenigen Bü- cher, die diefe Gegenftände oder Theile derfel- ‚ben geflilsentlich abhandeln, nie Verzeichnifse, darinn Bemerkungen, wie fie verlangen, nur zeritreut vorkommen, oder daraus fie nur mit vieler Ueberlegung abgezogen werden können. “ Floren und Faunen können daher Leuten von dieiem Schlage, in welche Form, fie auch ge- kleidet feyn mögen, niemal Unmittelbar zur Belehrung dienen, und Naturalienfammler zu feyn,: dazu haben fie weder Mufse , noch. Veer- mögen, noch Willen.
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Ich weis es wohl; man kann die Gefchich- te der Natur in einem Style {chreiben, der we- nigftens eben fo reizend und unterhaltend, als ‚jener der befsten bürgerlichen Geft -hichtfeh er ber if. Abef eine Flora oder Fauna ift: keine | Gefchichte, fie wird niemal für mehr als eir.e
Urkundenfammlung können gehalten werden; ihre
we ae ihre Mabillone mögen fich wohl die Freyheic‘ nehmen, eine folche Sammlung mit Anmerkun- gen zu bereichern, aber diefe Anmerkungen können abermal nichts weiter als Bruchftücke feyn; fie mögen ihren Arbeiten allerdings eine scfchichtliche Form geben, aber diefe Gefchich- te wird ihrer Natur nach niemal populär wer-: den können, fie wird immer für die kleinere Anzahl der Gelehrten eine reichhaltige Quelle ihrer fcharfünnigen Bemerkungen feyn, „ aber nie die Unterhaltung derjenigen Menfchenclafse wer- den können, deren Loos körperliche Arbeiten find.
2 Man verbindet in unfern Tagen einen fehr unrichtigen Begriff mit dem Worte Aufklä- rung Man Möchte gern jede Wifsenfchaft populär machen, damit fie der Handwerker und Bauer in feinen müisigen Stunden eben fo gut fich eigen machen könne , als der Gelehrte, der fie in fchlaßofen Nächten und mit Verluft feiner Gefundheit erringt. Sieht man wohl ein, was man verlange? Bemerkt man wohl die, Ungereimtheit feines Wunfches ? Ich bin weit entfernt, dafs ich der arbeiterklen Menfchen- claße das Licht nicht gönnen follte, defsen- fie ähig ift; aber diefes Licht darf nicht der un- mittelbare Sonnenftral feyn, der fie blenden würde. Kläret die obern Stände in allen Zwei- gen der Wiisenfchaften auf, indem ihr ihnen liefelben in einem gefälligen _Gewande vortra- get, ohne ihnen eleich wohl das Ernithafte, das. Tieffinnige, das Umfafsende zu nehmen, ohne welches fie Wifsenfchaften zu feyn aufhören, und zum Kinderfpiel herabfinken würden; habt ihr einmal mit einer Menge folcher Ka ‘initer-
Vorrvede Fi XI
erierliteen aufgehellet , fo werden die fchwi-
chern Augen in dieiem gemäfsigten und zurück-
| geworfenen Lichte fehr deutlich fehen, die in
!
dem unmittelbaren erblinden würden.
Die 'höhern Mönfehenclafsen nun, vom Kaufmann bis zum Fürften, find aufer den eigentlichen Gelehrten das Publicum,, das ich bey/meiner Flora vor Augen hatte, und bey gegsnwärtiger Fauna vor Augen habe Weni- ger’ Sammler als Beobachter, mehr Vernünft-
jer as trockner Verfafser eines leeren Verzeich- - ‚nifses gehe ich einen Weg, der mir eigen ift,
den die Gelehrten bereits gebilliget, den felbft Perfonen vom höchften Range mit ihrem Bey- falle beehret haben, und der den Lefer für die unvermeidliche Trockenheit eines bloisen Re- gilters fchadlos hält. ”
Meine Schrift, die als ein trocknes Ver- zeichnifs etwa cin Alphabet betragen hätte,
wird dadurch allerdings fehr 'anfehnlich erwei- tert; aber ich habe gar nicht die Abficht, dafs
fie ein Tafchenbuch feyn follte. Ich habe mich überall der Kürze Basen: fo viel es die Deut- lichkeit erlaubte, und einige Rückficht auf den Styl, den man auch in folchen Schriften nicht vernachläfsigen follte, zuliefs. Das bandreich- fte Werk ift nicht zu grofs, wenn es nichts überflüfsiges enthält. Ob diefe Eigenfchaft der gegenwärtig en Fauna zukomme, darüber fteht
' das Urtheil mir nicht zu. Glaubt man, eine “Fauna dürfe fich alle die vielen kleinen Abhand-
lungen, die ich allenthalben eingewebt habe, nicht erlauben, fo hat mein Buch weiter kei- nen Fehler, als im Titel, und dann würde ich E / Urfa-
XH Vorreda
Urfache. haben, darauf Rolz zu eyBs dafs der Titel zu befcheiden ift.
Das Werk ift übrigens bis zur lezten Syl- be vollendet und ins Reine gefchrieben, auch hat die Verlagshandlung dafür geforgt, dafs un- abläfsig daran fortgedruckt werde; ich kann . ‚alio keine derjenigen Erinnerungen benüzen, die man mir über feine zufällige Einrichtung etwa geben dürfte; dafür darf man aber ‚ieh ficher feyn, dafs man das Werk, welches nun meiner nicht mehr bedarf, vollkommen -erhal- ten werde. |
Ingolitadt den 20. lulius 1797.
Betrach-
Ein Haupttitel mir Kupfer wird bey der zweyten Abtheilung diefes Bandes nachgeliefert.
Betrachtungen. über das
eefammte Thierreich
wu
Opera Ejus, qui animalia fabricarıs et, non lau» dibus modo, fed etiam hymnis funt majora,
GALEN. de u/u parts
a5
I | s it eine eben fo finnreiche als wahre Bemerkung des Herrn Prof, Zimmermanns a), dafs die Sum- me der otganifirten Arten der Körperwelt wächfe, wie die Grade der Empfindung und des Lebens zunehmen. Gegenwärtige Fauna, mit meiner Flora verglichen, kann mitunter zu einem Beweife diefes Gefezes dienen. Er- Rere ift mehr als um ein Drittel flärker als diefe;, gleich- wohl findet der Boranift ohne‘ Vergleich weniger Schwie-
tigkeit, die Pilanzen eines gegebenen Landftriches zu Sammeln , als der Zoologe, der eine Thierfammlung ver: anftalten will. An den Boden gehefter, aus dem fie ent. Iproffen ist, harret die Pflanze Tage, Wochen, Mona te, Jahre lang“der Hand entgegen, die fie dereinf pfli- cken wird. © Aber die Thiere, an keinen Ort gebunden, entnimmt uns ein pfeilichneller Lauf, eder ein leichter TaR2) | Fite #). Geogr, Gefch, III, 348. A
2 000 Betrachtungen
Fittig entträgt fie bis an die-Wolken hinan, oder eine ela- -Rtifche Floffe fchnellt fie von Woge zu Woge fort. An- dere verbirgt ihre Kleinheit, und andere, mehr als die übrigen an ihre Scholle gebunden, entzieht eben diefe Scholle dem Auge, |
Aber noch weit einleuchtender wird die gröffere Summe der Thiere als der Pflanzen, wenn man die Sa- che aus einem andern Gefichtspuncte betrachtet, der frei- lich fchon viele Bekanntfchaft mit dem Thierreiche vor- ausfezt. Nirgends als auf todter Materie oder auf an- dern Pflanzen, wachfen die Pfanzen: da hingegen die Thiere allenthalben verbreitet find; fie decken die Ober- fläche der Erde, und durchwühlen fie, beleben die Ge- wäffer und ihren Schlamm, nägen ar den Blättern, den Blüthen und Früchten der Pflanzen, und graben fich in ihr Mark ein. Von Indiens Palme bis zum Staub- “ moofe, das die Wände fchwärzt, ernährt jede Pflanze eine Infektenart, die ihr hefonders zugetheilt ift; und bey einer grofsen Anzahl von Pfianzensfind der zugetheil- ten Arten viele. Eine zahllofe Menge von Thieren lebt nur von der Mezelung anderer Thiere, die von Pfan- . zen leben; andere, weniger graufam als diefe, leben an der Haut, oder in den Eingeweiden diefer Mörder und ihrer Schlachtopfer; und eine mehr durch die Menge der Individuen als durch die der Arten völlig unzählbare Claffe von Thieren lebt von den Zerfezungen und Auf- löfungen organifcher Körper.
|
Es ift demnach gar keine Uebertreibung, wenn man
mit Bonnet 5b) annimmt, dafs die anbetenswärdigfte un- ermel- b) Werk. der Nat. Gefch, II. 23.
über das gefammte Thierreich. s ermeffene Güte überall fo viel empfindfanıe Wefen her- vorgebracht habe, als nur möglich war, und dem fchö- nen Plane des Ganzen nicht widerfprach; und ohne mit Robiner das Feuer für ein Gewimmel von Infekten zu
halten, dürfen wir es mit Lambert c) nicht unwahr-:-
fcheinlich finden, dafs auch diefes Element feine uns un- fichtbaren Bewohner habe, Wenigfiens kann uns diefes nicht feltiamer vorkommen, wie diefer liebenswürdige Philofoph wohl anmeikt, als die Bewohnbarkeit des Waf- ‚fers Menfchen, die noch gar kein Weafferthier gefehen haben. So wenig wir für die Fifche beforgt find, "dafs fie nicht ertrinken, fo wenig dürfen wir für die Py- rauften fürchten, dafs fie etwa vom frefienden Elemente verzehret werden. Aber gefezt auch, diefe Idee wäre mehr fchön als wahr, weil der gebundene Zuftand des Feuers der gewöhnliche: und die Flamme nur vorüber- ‚gehende Erfcheinung ift: fo ift doch eine andere Aeufle- zung dieles grofsen Mannes unbedingt wahr, und mir, und jedem andern Naturforfcher, der fich viel mit mi- krofkopifchen Unterfuchungen befchäftiget , fcheint fie beynahe zu wenig ftark ausgedrückt; ‚auf jedem Staube, fast er d), lebt eine Welt, und in jedem Tropfen ein Meer von Creaturen. | |
| Es ift überhaupt für den Philofophen ein hinreiffen- des Schaufpiel (und ich weide mich fehr gerne daran), (wenn er die ftufenweife wachfende Menge der Wefen überfchaut. Da die todte Materie der Grund der ibri-
‚ Ir gen
6) Cofmel. Brief. VI, 64.
d) Daf, IV: S: 44. j
I
\ ;
=
“. | Betrachtungen Bi
gen körperlichen Wefen ift, und alle aus ihr geimache find, fo muiste fie wohl in der allergröfsten Menge da
feyn, aber fie ift fo wenig vermanchfachet, dafs unfere
beiten Mineralogien den Verzeichniffen unferer Blumiflen
und Obftgärtner gleich fehen, die eine handvoll Pfan-
zenarten unter taufenderley Namen führen, blos weil die
Farbe jezt roth, jezt weis, blau, gelb, oder bunt ift,
weil die Blume völler oder weniger voll ift, die Blu-
‚menblätter mehr oder weniger fpizig find, die Frucht
diefen oder jenen Gefchmack, diele oder jene Haltbar-
keit, diefe oder jene zufällige Gefalt hat. Wollten - wir unfere Mineralogien genau nach den Gefezen fchrei-
ben, nach welchen wir unfere botanifchen Verzeichniffe ‘und die Verzeichniffe der Thiere wirklich fchreiben, fo
würden wir die Gattungen der Mineralien und ihre un- terftelligen Arten leicht an den Fingern herzählen kön-
nen. Metali wilrde unter diefem Gefichtspuncte eine ein-
zige Gattung: Gold, Silber, Kupfer, Eifen, u. [. w;
würden feine Arten: aber Sumpferz, Blutftein, Glaskopft,
Magnet, u. f. w. Abarten des Eifens feyn. So müßste
man mit den Salzen, den Erden, und den aus dieien ge=' bildeten Steinen verfahren. Aber wie erfiaunlich erwei-
tert fich der Umfang wahrer Arten, fobald wir zur Bo-
tanik hinauf kommen! In der vierzehnten Ausgabe des
- Linnäifchen Pflanzenfyftens, worinn doch bey weiten
nicht alles hinlänglich bekannte aufgenommen wurde,
find nicht weniger als 1456 Gattungen enthalten; nch-
men wir -nun für die Arten jeder Gattung, eine in die andere gerechnet, nur die fehr mäfige Zahl 20 an, fo
kommen 29120 gänzlich verfchiedene Arten heraus.
“
Und
u über das gefammte Thierreich, N.
Und nun die Thiere! Herr Schiff ermüller hat faft blos aus der Wienergegend (nur äufferft wenige find an- derwärtig her erhalten) 1136 Schmetterlinge befchrieben; ‚ich hatte aus dem einzigen Oecfterreich, ohne je daran zu denken, dafs ich einftens davon Gebrauch machen wollte, und lediglicl! im Vorbeygehen , 1127 andere In- fecten gefammelt; das wären alfo blos für Ober - und Niederöfterreich allein 2253 Infecten, no: h gar keine Säug- thiere, Vögel, Amphibien, Fifche, Würmer, Gleich- % wohl ift mein öfterreichifches Infectenverzeichnis aus eben der angeführten Urlache fehr unvollfiändig, was man: “fchon daraus ermeflen kann ‚„ dals Herr Frölich die An- zahl jener Käferarten,, die unter die heutige Gattung Sa- perda gehören, aus der einzigen Wienergegend um mehr als die Hälfte e) vermehren konnte, und die- mir gar ‚nicht unwahr(cheinliche Behauptung wagen durfte, es ‚fehle nicht viel, dafs nicht die Anzahl der blos um Wien theils von ihm felbit, theils von andern gefammelten Kä- fer allein der Anzahl der fämmtlichen in meinem Verzeich- niffe enthaltenen Infekten gleich komme,
Diefe grofse Manchfaltigkeit kommt nicht etwa da- her, weil die Pllanzen zulammengefezter als die Mine- raliep s die Thiere’zulammengefezter als die Pflanzen find, und Anhäufungen aus mehrern ungleichartigen Dingen eine manchfachere Verbindung geftatten, als die Anhäu- fungen aus wenigern dergleichen Dingen: denn vielleicht ift diefe Art von Manchfaltigkeit gerade in der todten “ Materie, gerade bey den Mineralien, wo keine Verbin- dung denkbar it, die nicht auch ausgeführet wäre, am
A3 Ä gröfs- e) Naturf, KRVIL. 123. ne
“
6 | Betrachtungen
gröfsten; und das ifts eben, was unfere Mineralienfamm- lungen fo reich, und unfere Mineralogien fo fchwer macht. In der That, es kann wohl nicht geläugnet wer- den, dafs jedes Körpertheilchen mit einem jeden andern in Verbindung kommen könne, da die Wege diefes zu bewirken alle Rechnung weit überftcigen, und ihre An- zahl für uns Menfchen wirklich als unendlich angefezt werden darf. Diefe Verbindung wird entweder innig feyn, wo chemifche Wahlanziehungen wirken, oder blos mechanifch, mit oder ohne. Zwifchenmittel. Im zufam- mengelezten Körper felbft liegt keine beftimmende Ur- fache, kein Zweck, wodurch die eine Verbindung vor
‘jeder andern erheifchet würde. Jede noch fo ieltfame " Verbindung der Elemente giebt ein Mineral, und das
ift genug. Aber nicht jede Verbindung giebt einen or-
sanifchen Körper, in welchem. nothwendig Ordnung, Verhältnife, Harmonie der einzelnen Theile unter fich
und zum Ganzen heırfchen müffen.
AIo gerade fo viele organifche Zufammenfezungen waren möglich, als fich bey der gegenwärtigen Lage der Dinge fonderheitliche Zwecke denken lieffen; und in ei-
ner wohlgeordneten Einrichtung find melrere fonderheit- ‚liche Zwecke fchlechterdings nicht denkbar, als fich ei-
nerfeits unter einander vertragen, und als anderfeits mit der weilen Sparfamkeit, die jeden zwecklofen Ueberflufs verbietet, vereinbar find. Natürlich mufsten bey Weien, die fich nicht blos leidend verbalten, fondern felbf in Handlung treten follten (bey Thieren), mehrere Zwecke möglich feyn , als bey-folchen (den Pflanzen), die, auf- fer in ihrem Innern und auf fich felbft, gar keine Wirk-
fam«
=
über das ge/ammte Thierreich. Bi
famkeit haben follten. Alfo wars natürlich, dafs meh- rere Thierformen als Pannachfanmen möglich waren, und fich mit dem ganzen Weltbaue vertrugen.
Und fobald diefe mehrern Thierformen nach den bereits vorausgefchickten Begriffen möglich waren, mufs- ten fie auch da feyn. Da die Pflanzen keine äuffere Wirk- famkeit haben follten, fo konnten fie unter fich das ge- rechte Verhältnifs nicht beobachten. Sie konnten der ‚ üppigen Vermehrung einzelner Arten, die den übrigen die Nahrung, oder den wohlthätigen Einflufs des Lichts rauben, nicht Einhalt thun, und es war nicht 'möglich, „dies durch eine gröffere Menge fchmarozender Arten zu bewirken: dadurch wäre die Schwierigkeit nur Weiter gefchoben, aber nicht gehoben worden. Es mufste Thie- re geben, welche vorzüglich nach gewiffen Pflanzen, oder nach einzelnen Theilen derfelben lüftern wären, welche fich willkührlich von Stelle zu Stelle bewegen, jene Or- te, wo fie nur kärgliche Nahrung fänden, verlaffen, und fogar vergeflen: dafür aber andere aufluchen konnten, ‚wo fie diefe Nahrung vollauf fänden. Dadurch wurde der zu sroffen Vermehrung einzelner Pflanzen, wie ih- rer zu groffen Aufreibung, kräftig vorgebaut.,
Der Vermehrung war allerdings gefteuert; aber die Aufreibung konnte zu weit gehen, mufste es am Ende fogar. Es waren alfo andere Thiere nothwendig, die auf diefe Pllanzenzerftör er Jagd machen , und wieder an- dere, die der zu groffen Vermehrung diefer Raubthiere ' Einhalt thun follten, Aber der Gradbogen , den wir bis- her zu meflen verfuchten, gehört zu einem gröfsten Krei-
fe des Weltalls, den es unmöglich ift, zu verfolgen. Aq4 I Wir
k } n x “ Ä
E\ 0 Betrachtungen |
L
Wir fezen nur noch hinzu „ dafs weder die Pfianzenzer- ftörer , noch ihre Feinde, noch die Feinde der Thiere- . vertilger fich gera de durch anfehnliche Gröfsen, und durch vorzügliche Stärke unterfcheiden müffen; wenn das ge. frafige Krokodill Fifche und Landthiere verfchlingt, fo lebt zwar das Nilpferd mit ihnı in einer ewigen Fehde, allein diefes Ungeheuer durfte felbft nicht zählreich ge- nug feyn r um nicht ganze Länder zu Wüften zu ma- chen ; eiie unbeträchtliche Ratze‘, felbft eine Beute gröf- ferer. Tbiere, und felbft öfters des Krokodills, richtet mehr aus, weil fie häufiger feyn konnte: fie fucht die Eyer diefer Riefeneydechfe auf, und verzehrt fie. Dem Laci®, der auf jede, fchwächere Fifchart unerbittliche Jagd mac ht, faugen nichtige Würmer, die an den Kie» men fizen, Blut und Leben aus, ' Eben dicfelbe srofse Vervicifältigung der Thierar- ten ward. noch aus einem andern Geüchtspuncte nöthig. Die Welt follte immer ihre jugendliche Schönheit hehal- ten, wie die Kräfte des Jugendalters. Jede Runzel folk te in demfelben Augenblicke verlöfchen, in welchem fie fich an ihrem Antlize ziehen würde, Da der Organis- mus der Wefen, die damit begabet fird, feine Zerfiö- rung felbft herbeyführt, fo folt diefe Zerflörung mit mög- lichfter Gefchwindigkeit vor fich gehen, und während al- le Tage Millionen organiicher Wefien fterben, fellten doch der Leichen fo wenig, als möglich, feyn. Endlich follten auch die unreinen Auswürfe der zahlreichen Thie- re ‚felbt, von. denen die Oberfläche der Erde befudelt wird, frühzeitig hinweg gefchafft werden. Eine Menge von Thierarten mufste daher den Auftrag erhalten, alle v diefe
uhr
über das sefammte Thierreich. % N | diefe Abfichten zu erfüllen. Jeder Art konnten unmög-
lich alle Grade der Verwefung, und alle Arten verwe- fender Körper angemeflen feyn: es mufsten alo auch die Arten diefer Thiere eben fo manchfaltig an äufferm Körperbaue, an innerer Befchaffenheit, und an Gefchma- cke gefchaffen werden, als es die Arten und die Grade der Verwefungen: als es die Arten und die Eigenfchaf- ten der verwefenden Körper feibft find. ‘ Nothwendig mufsten diefe von der Verwefung lebenden Thiere fehr zahlreich, alfo fehr. fruchtbar feyn, wenn fie ihre Auf- träge gehöri erfüllen follten; aber diefe Fruchtbarkeit, deren Folgen fich nicht anders als durch die Ordinaten einer Spirallinie ausdrücken laffen, davon die Individuen die Abfciffen find, während fich die Verwefungen un- möglich anders, als gerade wie eben diefe Abfciffen, verhalten können; diefe Fruchtbarkeit felbft, fare ich, würde gar bald die Zerftörung ganzer Arten herbeyfüh- ren &, gäbe es nicht wieder andere Thiere, welche dem UDebermaafe der Fruchtbarkeit der erftern: - und wieder andere, welche dem gleichen Uebermaafe diefer zwey- ten Einhalt thäten, Wir haben hier abermal einen Theil des unermelfslichen Kreifes, davon wir nur einen Bogen von wenigen Minuten zu meffen vermögen. Seine. gan- ze Ueberficht ift uns wahrfcheinlich für jene ewige Zei- ten aufbehalten, die uns jenfeits des Grabes erwarten,
- Alfo mitten unter den manchfaltisften Zerförungen ift Erhaltung das Augenmerk der ganzen Natur. Wäh- rend Individuen zu Taufenden dahinfterben, wird gerade
dadurch das Ganze nach allen feinen Theilen in der voll- ‚kommenften Jugendkraft erhalten, und felbft der Tod ift | AZ | aus
E) Mr Y 10 Betrachtungen
nur der Uebergang zu taufendfachen Leben. Diefer Us- berblick in der, organifchen Natur , der uns Ordnung und Harmonie und Leben und Weisheit mitten unter den an- fcheinenden Greueln der manchfaltigften Ruinen zeigt, föhnt uns mit den Begebenheiten der moralifchen Welt aus, und lehrt uns das Loos, das uns treffen mag, mit Geduld und Ergebung ertragen, nachdem wir von der Religion und der Vernunft belehret find, dafs eben die Hand, welche der organifchen Natur ihr Dafeyn gege- ben hat,. die Begebenheiten der moralifehen Welt lenke, und aus den Vergleichungen der Wege, wigiche die Vor- fehung in der Körperwelt und in der moralifchen Welt | einfchlägt,, wahrzunehmen it, dafs es derfelbige fey.
II. Man kann von dem Verfaffer, weicher ein blof- fes Verzeichniis ER Pflanzen oder von Thieren irgend einer Gegend oder eines Landes liefert, nicht verlangen, dafs er feine Gedanken über die Natur der Eee oder der Pflanzen eröffne. Es. mag dem Lefer genügen, wenn der Schrittiteller die Sache als bekannt vorausfezet, und nur die Arten aufzählt. Aber von einem Schriftiteller, der ein durchgedachtes Verzeichnifs verfpricht, der die- fes Verzeichnifs in der That allenthalben . mit gröffern und kleinern Abhandlungen aller Art durchwebt, fodert man vielleicht mit einigem Rechte, dafs er fich auch über diefen Punkt erkläre,
Necdham hat Recht, wenn er behauptet f), alle organifchen Körper vom zufammengefezteften bis zum einfachften werden durch ein pflanzenähnliches Wachs-
| thum
£) Nouvel, obferv, p. 200, Note,
über das ge/ammte Thierreich. N
thum gebildet; nur giebt er diefem Begriffe zu viele Aus- dehnung , wenn er. daraus, und aus zweydeutigen Beob»+ achtungen folgert-g), dafs bey jeder Zeugung ein Ue- bergang von der Pflanze zum Thiere gefchehe. Das ift eine Behauptung, die fich gar nicht durch Beobachtun- gen rechtfertigen läfst': denn die Thiernatur ilt kein un- mittelbarer Gegenftand der Beobachtung. Allerdings darf man, wenn blos von Körpern die Rede ift, die Behaup- tung wagen, dafs es nur zwo grofse Claffen gebe, näm- lich Körper , die lediglich durch blofse Anhäufung gleich. artiger und ungleichartiger Theilchen zufammengefezet ‘find, und andere, die durch innere Kraft wachfen, oder | mit, andern Worten: Mineralien im weitläuftigften Ver- ftande, und organifche Körper, oder noch anders: tod- te Materie und Pflanzen., Wirklich finde ich keinen we- fentlichen Unterfchied zwifchen dem Körper eines Thie- res und einer Pflanze. Diefes Geftändnifs kann nur dann etwas fonderbar fcheinen, wenn man einen Pferdekörper mit einer Eiche ohne Mittel zufammen halten wollte; allein man komme nur auf die lezten Stufen beyder fo- genannten organifchen Reiche herab: hier fteht gar oft der Botanift und der Zoologe fill, und keiner wagt es, den organifchen Körper, den er vor fich hat, in fein Gebiet aufzunehmen, weil er nicht ungerecht feyn will.
Aber der Philofoph, welchem um die Beftimmtheit und Deutlichkeit feiner Begriffe zu thun ift, wartet mit feinen Zweifeln nicht erft bis auf jene unterften Claffen, die fich wechfelsweife in “ihre Halbfchatten verlieren ; er fragt fchon beym Pferde und bey der Eiche, warum
| | er jenes g) Ibid. p. ı77
ER
12 | Betrachtungen.
jenes nicht Pflanze und diefe nicht Thier heiffen könne.
Man hat frühzeitig verfucht, diefe Frage zu beantworten,
und man kam fogar frühzeitig überein , der Unterfchied i beftehe in einer Seele, die da empfinde und wolle, nur hat man diefen fehr richtigen Begriff nicht allemal auf einerley Weife ausgedrückt. Man hat bald von einer em- pfindenden Seele. geredet, und fie der blos vegetirenden der Pflanzen entgegen geftellt, bald vom Vermögen fich aus einem gegebenen Plaze fortzubewegen. Die leztere diefer Eigenfchaften bezeichnet offenbar eine Subftanz, die da will: denn Fortbewegung aus innerer Kraft kommt weder der todten Materie noch einer Pflanze zu. Allein neuere Naturforfcher haben geglaubt, dafs es auch Thie- ve gebe, denen eine Fortbewegung fo wenig als den Pflanzen zukonme; dergleichen Thiere glaubten fie in den Auftern und Korallen zu finden, und unter den Thie= | sen unferer Fauna fcheint der Blumenpolype, das Düten- thierchen, und der Federbufchpolype dahin zu gehören. Zwar kommen diefen Thieren noch immer einige Bewe- gungen ZU, die fie an der Stelle, ‚an der fie befefliget find, machen: nur fortfchreiten können fie nicht. Allein auch bey den Pflanzen kommen ähnliche Bewegungen vor; wem find die Sonnenwenden, wem ift heut zu Ta- ge der Pflanzenfchlaf unbekannt ? Sogar fortfchreiten fcheinen fie zu können; wenigftens rücken die kriechen- den und rankenden Pflanzen offenbar feuchten Stellen nä- her, und es giebt eine Wafferfeide, die nirgends ange- wachfen, nirgends befeftiget ift, und das Vermögen be- fizt, die vorige Stelle zu verlaffen, und ein neues Räum- | chen zu füllen,
Diefe
E über das gefammte Thierreich. | 13
Diefe Betrachtungen vermochten einige der ange- fehenften Naturforfcher, den Character der Thiere ledig- lich in das Empfindungsvermögen zu fezen. Linne ge- ‚hört unter ihre-Zahl, Aber einige Botaniften fezten ih- nen die Sinapflanze, die fliegenfangende Dionaea, den Sonnenthau, die Averhoa Carambola, und am Ende faft alle Pflanzen entgegen. Man gieng fo weit, dafs man den Pflanzen fogar Selbftgefühl, Bewufstfeyn, Glückfelig- keit 4) andichtete, Es hilft nichts, wenn man ihre Be- hauptungen Träumereyen ‚oder Paralogismen fchilt: denn fo viel ilt doch allemal richtig, dais fich fremde Em- pfindung nicht allezeit wahrnehmen laffe, und manche Eifcheinungen eine vorhergegangene Empfindung zu lü- gen yermögen. | |
Diefe theils wahren, theils angeblichen Schwierig- keiten vermochten auf einige Naturforfcher fo viel, dafs fie die Metaphyfik gänzlich verliefsen, und einen phyfi- fchen- Charakter äuffuchten,, weicher die Thiere von den Pflanzen unterfcheiden könnte. Da fich der Geftank ver- brannter thierifcher Körper fehr deutlich von dem un«= terfcheidet , den verbrannte Pflanzen von fich geben: und da die Chemiften bey ihren Arbeiten das flüchtige Al- cali in thierifchen Körpern in vorzüglicher Menge, hin- gegen.bey den Pflanzen vorwiegende Säure und feuerbe- Rländiges Alkali gefunden haben, fo hat man geglaubt, eben diefe Eigenfchaäften für die Kennzeichen der beyden Reiche annehmen zu dürfen. Man hat aber vergeffen, dals die Beweile, welche fich auf eine unvollkommene
| Auf-
h) Percival in Samml. zur Ph, u. NG, II, 6. p. 666 — 675, — Alfo hätten die Pflanzen, ki $
14 : Dei ANBFRRER |
Aufzählung gründen , in einer guten Vernunfeianhe nicht gültig feyen, dafs es nicht angehe, aus wenigen bekann- ten und einzelnen Erfcheinungen allgemeine Schlüfe her- zuleiten, und dafs man bey dergleichen Antahmen häu- fig in den Fail gerathe, gerade dasjenige vorauszufezen, was zu beweilen wäre, Die Seefchwämme haben Lin- nd und Pallas den Thieren beygezählt. _ Ich frage :» mit Recht ? Ja, fagt man; denn gebrannt finken fie wie gebranntes Horn, und geben bey ihrer Zerfezung viel Nlüchtiges Alcali. Man glaubt etwa, meine Frage. fey genugthuend beantwortet; aber ich weifs noch nichts, Ich zweifle zuerft am Grundiaze, wovon man mit fo vieler Zuverficht ausgeht, und wenn ich auch diefen da= hin geftelit feyn laffe, fo ift er noch auszumachen, ob diefer Geftank, und diefes Alcali vom Schwamme felbit, oder von dem vielen anklebenden, gewifs fremden, Thier- fchleime, womit er zum Theile durchdrungen, und wo- von er fchlechterdings nicht zu reinigen ift, herrühre, '
Ganz eigen ift die Characterbeftimmung der Thie- re und Pflanzen, die Herr Hedwig einzuführen gefucht hat: Organifche Körper mit bleibenden Gefchlechtsthei- len für mehrere Zeugungen 'heifsen Tbiere; organiiche Körper mit Gefchlechtstheilen, die nach jeder Zeugung abfallen, und für eine folgende neu gebildet werden müf fen, heifsen Pflanzen. i) Ich habe in verfchiedenen mei- ner Schriften diefe Characterbeflimmung beftritten; ich will hier nur kurz die wefentlichften Gegengründe an- führen. | |
ı, Wenn
ı) Leipz. Magar. 1784, II, ars.
über das gefammie Thierreich. N I. Wenn etwas gefchickt feyn follte durch feine
BA
Eigenfchaften ein unterfcheidendes Ken ‚zeichen abzuge-
ben, fo muis es in allen den Dingen, die dadurch be= zeichnet werden follen, zugegen feyn, oder man mufs
eben feinen Mangel mit unter die unterfcheidenden Kenn-
zeichen aufnehmen. Leztes thut Herr Hedwig nicht, N
und kann es nach feinen Grundfäzen nicht thun; gleich- wohl giebt es Thiere, die keine eigentlichen Gefchlechts= theile haben: das Kugelquadrat, die Bufenthierchen, die Blumenpolypen , die Glockenpolypen, die Federbufch- | polypen, die Kugelthiere, und mehrere andere gehören hieher. |
2. Die Pflanzen follen das Eigene haben, dafs ih- re Zeugungstheile entweder vor: oder wenigftens mit der Frucht abfallen, und für jede neue Zeugung wieder neu hervorgebracht werden müffen. Das gefchieht aber auch bey jenem Dintenfifche, den Needham beobachtet hat £), und gefchieht, wenn Werners Beobachtungen richtig find /), auch beym Bandwurme. Das Weibchen der Fe- dermotte wird, wie die Blüthe der Rofe, ganz Eyerfäck, und das Weibchen der Schildlaus löfs’t fich gänzlich in ‚feine Eyer auf, dafs nichts, als die Häute, zurückbleibt, wie bey den Kapfeln der Moofe. Die angebliche Eigen- fchaft der Pflanzen käme alfo auch einigen Thieren zu. Ein unterfcheidendes Merkmaal ,mufs aber nicht nur al- len den Dingen, die es bezeichnen foll, fondern auch lediglich nur ihnen allein zukommen.
3. Je
&k) Nouvel, decouv, 3) Verm, inteß, Fre
16 Beirachlungen
„ger ) 3 | 3. je weiter umfaflend, ‘je allgemeiner die fyfte-- matilchen Abthei ungen find , defto deutlicher, defto be- eiihanee follen die Kennzeichen feyn. Wer wird aber den Hedwigifchen Unterfcheidungszeichen unbedingte Deut-
lichkeit und leichte Bemerkbarkeit zugeftehen, da von an- dern ihre Natur, von andern gar ihr Dafeyn geläugnet wird, und da fich unter den einen wie unter den andern. diefer Läugnenden Leute befinden, die fich gerade mit diefen Gegenftänden fehr eifrig befchäftigten, und am Mikrofköpe grau geworden find? | 4. .Hinfälligkeit oder Beftändigkeit der Gefchlechts- theile gehört gewifs eben fo wenig zur innern Weienheit der Pflanze oder des Tbieres, als vorwaltendes ftändi- ses oder flülhtiges Laugenfalz. Jedermann erkennt das Pferd oder den Elephanten filr ein Thier, die Eiche oder die Brenneflel für eine Pflanze, Aber kein Menich in als ler Welt’ dachte je dabey an die Gefchlechtstheile; bey vielen weils der Ungeiehrte nicht. einmal etwas davony 2 Bi bey den Infecten und Würmern unter den Thieren, und bey allen Pflanzen. Es giebt alfo ein augenfälliges Kennzeichen, das jedermann kennt, wodurch fich Thier und ‚Pflanze unterfcheiden. Das liegt aber nicht in Ge- ftalt, Aufferer Form, und Aehnlichkeit mit unss ‚denn was kann von den gewöhnlichen Geftalten mehr abwei= chen, als eine Schnecke? Sogar die erfte $Sackuhr , wel= che Ricci nach China brachte, konnten aufgeklärte Chi- nefer für ein Thier halten. Thierheit liegt alfo in ei- nem ‘Dinge, das auch die Sackuhr für den Unerfahrnen zu haben fcheint, Es kann uns nicht fchwer fallen, diefes Ding aus- zufpüren: es ift die durch ihre Wirkungen geoffenbarte | | Sea.
über das ge/ammte Thierreich. v7 Ban Diele Wirkungen können nicht die des Vorftel-
LH
Koh MR yh id
lungsvermögens feyn, wohin man die ER ndungen wie Ne
alle andere Vorftellungen rechnen muß: hn das Vor-
ftellungsvermögen für fich allein genommen, kann für ein fremdes Wefen keine Erfcheinung feyn. Nur von mir weis ichs unmittelbar, dafs ich denke: von andern > Welen aufser mir weis ich es nicht; un fie mir durch eine ganz andere Kraft Zeichen geben , ‚aus welchen ich auf, ein Voritellungsvermögen folgere. Voritellungsver- mögen allo , und Empfindungsvermögen können wohl et- wa wefentliche Eigenfchaften des Thieres feyn; aber für uns, die wir diefe Vermögen zu fehen fchlechter- dings nicht im Stande find, können fie keine Kennzei- chen der Thierheit feyn.
Aufser diefen beyden Vermögen bemerken wir-in unferer Seele ein anderes Vermögen, das wir den Wil- len nennen , und für eine wefentliche Eigenfchaft der See- le erkennen, Wir find uns bewufst, dafs nur dieies Ver- mögen feine Handlungen für fremde, uns gleiche oder
‚ähnliche, Weien zu Erfcheinungen machen könne, in- dem es uniern innern oder äufsern-Gliedern Bewegungen mittheilt, die nichts weniger als mafchinenmätsig entite- hen, ob fie gleich nach den Gefezen der Mechanik aus- geführt werden. Wir find uns bewufst, dafs zweyerley Handlungen ihren Grund im Willen haben, Die einen werden von ihm erft nach vorausgegangener , mehr oder weniger reifen, Ueberlegung , . mit mehr oder weniger Vorbedacht, und mit Bewufstfeyn anbefohlen; wir nen-
‘nen diefe Handlungen freye Handlungen,- und den Wil- ien, fo weit er die Grundurfache derfelben ift, freyen
B | Willen
€
18 . Betrachtungen N
Willen. Alle eigentlich menfchlichen Handlungen gehö- ren dahin. Aber aufser diefen giebt es andere Handlun- gen, die wir ohne alle Ueberlegung und ohne alles Be- wufstfeyn ausüben, und unterlaffen , ohne gleichwohl da- zu genöthiget zu werden. Die verfchiedenen Lagen, die wir im Bette währendes Schlafes annehmen, find von diefer Art. Da unfer Wille dabey aus zwo oder meh- rern Möglichkeiten eine erküöhrt, und zwar ohne Be- wufstfeyn, was zur eigentlichen Wahl gehört, fo heifst er in diefer Rückficht Willkühr, und die Handlung eine willkührliche Handlung, : |
Wir fehen die Thiere eine Menge Handlungen ver- sichten , die ganz das Gepräge theils unferer freien, theils unferer willkührlichen Handlungen haben, und -fchlechterdings nicht mafchinenmäfsig find. Wir haben alfo ein Recht, wir find fogar gezwungen, zu urtheilen, dafs diefe Handlungen entweder frey oder willkührlich ‚feyen. Aber die Freyheit einer Handlung kann keine un- mittelbare Erfcheinung feyn, da fie fich auf eine vorge- gangene Wahl des Verftandes, auf Bewufstfeyn, und Ue- berlegung. gründet, und diefe innern Handlungen nicht unmittelbar in die Sinne fallen können; wir können al- fo bey den Thieren mit voller Zuverficht nicht mehr als Willkühr annehmen, wodurch ihre Freywilligkeit noch nicht geläugnet, fondern nur dahingeftellt gelafsen wird: denn jede freye Handlung ift willkührlich, das ift, zwang- los, aber nicht jede zwanglofe Handlung ift frey. |
Ich habe alfo m) die Pflanzen mit Recht organi- fche Körper genannt, denen Willkührlichkeit mangelt, und
m) Anfangsgr, der Bot $, 6. |
\ -
über das ge/ammte Thierreich. R
und n) das Kennzeichen der‘ Willkühr in die Bewegun- gen aller Art geleget, die von einer innern, den beweg- ten Körper bewohnenden, das heifst, nicht mechani- fchen, Urfache hervorgebracht werden. Alfo: Organi- [che Körper mit Willkühr begabet,, hei/sen Thiere.
IM. Willkühr ift eine felbftfländige Kraft, die den _hinreichenden Grund ihrer Thätigkeit in fich felbft hat. So, wie fie uns erfcheint, bringt fie Bewegungen hervor in Körpern, die bisher geruhet hatten, und ohne ihre Dazwifchenkunft in Ewigkeit würden geruhet haben; fie ändert diefe Bewegungen in ihrer Richtung, in ihrer Stärke, in ihrer Dauer verfchiedentlich ab, ohne dafs Körper im Spiele wären, aufser denjenigen , die fie zweck- mäfsig felbft fpielen läfst. Eine folche felbfiftändige Kraft, die den vollen Grund ihrer Thätigkeit in fich felbft hat, ift nicht das Eigenthum der Materie. Man fage‘ nicht, dafs wir die Körperwelt nicht hinlänglich kennen. Den Körpern können Kräfte nicht eigen feyn, welche der Materie fehlen; und die Materie befizt fchlechterdings keine Kraft, welche fie in Bewegung fezete, wann fie ruht, und in Ruhe brächte, wann fie in Bewegung ift, Es ilt ein Grundgefez der Phyfik , dafs die Materie für Bewegung und Ruhe vollkommen sleichgiltig fey, dafs. ein Körper ewig in Ruhe bleibe, wann er nicht durch ‚einen fremden Stofs in Bewegung gefezet wird, und fei- ‚ne Bewegung ewig mit einerley Gefchwindigkeit, und nach einerley Richtung fortfeze, wenn er nicht durch eine Kraft aufser ihm davon abgebrächt wird. Auf die- Sem Grundgefeze beruht die ganze Phyfik, und alle Na-
h =. tur N) Flor, Salılb, 18: |
20 a ‚Betrachtungen
‚ wurerfcheinungen bekräftigen es, und die Folgerungen, die man davon abgeleitet hat.
Das Wefen alfo, in welchem Willkühr liegt, if.
nicht Körper, nicht Materie, Wir haben in uns felbft
ein Wefen kennen gelernt, weiches da wählt, welches
will, von dem alle Handlungen ausgehen; wir nennen
es Seele. Da nun willkithrliche Handlungen von freywil-
ligen Handlungen nur darinn unterfchieden find, dafs je- ne erftern keine prüfende Vernunft vorausfezen, aber die einen wie die andern von‘ einem Vorftellungsvermögen . zuerft veranlafset werden: fo folgen wir den Regeln der ftrengften Logik, wenn wir auch den Thieren eine Seele zufchreiben. Das Thier ift demnach von der Pflanze durch ein Wefen höherer Art verfchieden, das einen er-
gänzenden Theil defselben ausmacht, und der Pflanze
gänzlich fehlt, Allein diefes Wefen ift für fich keine Er- fcheinung , ift für unfere Sinne nicht anfchaulich,, äufsert fich aber unferer Vernunft meiftens fo deutlich, als dem Auge das Licht. Es folgt darinn dem allgemeinen Na- turgefeze : dafs gleichartige Welten einander am flärkften anziehen; und während wir fein Dafeyn im Thiere auf ‘dem Papiere nur mittels einer langen Reihe von Folge- rungen darthun können, fühlt es jeder Menfch auf den erften Anblick in der Natur, gerade wie man die Helle des Tags leichter fieht als beweilt,
Dafs aber”diefe Scele geiftig fey, ift, wenn man nicht im Namen chicaniren will, völlig zuverläfsig. Die
>d
Thiere haben Willkühr, wie wir gefehen haben; und
diefe Willkühr beweift fchon für fich die Geiftigkeit ih-
zer Seele, da die Materie fich felbft zu bewegen unfä- |
hig
über das gefammte Thierreich. ° 2r
hig if. Sie haben auch ein Vorftellungsvermögen , das fähig ift zwo oder mehrere Ideen, wo nicht zu verbin- den, doch gewifs gleichzeitig nebeneinander zu ftellen. Ich bin mit einem Hunde auf die gewöhnliche Weife : übereingekommen , dafs er den Namen Hannibal oder Meloe, oder den eines andern Länderzerftörers führen folle. Ich fpreche jezt mit einem Freunde über Gegen- ftände der Gefchichte, während mein Hund an der Seite fchläft ; zufällig wird der Name Hannibal ausgefprochen, und augenblicklich erwacht mein Hund, und fieht oder geht nach demjenigen hin, von dem er fich genannt glaubt. Ich habe eben diefen Hund Künfte gelehrt, und er übt fie nach meinen Jeifeften Befehlen aus; aber jezt ertheile ich ihm diefe Befehle in einer andern Sprache, fogar mit Anftrengung der Stimme, doch ohne Erfolg: ‚der Hund thut nichts von alle dem, was befohlen war; offenbar darum, weil er mit den unbekannten Wörtern keine Vorftellungen, als die des Schalles erhält. Nun . möchte ich den Denker kennen, der mir diefe Erfchei- nungen aus Bofcovichs Theoria virium oder aus Mac- _ Laurins Expofitio Philofophiae Newtonianae heraus ver- nünfteln könnte. Unmöglich kann der fehr gleichgültige Schall die wirkende Urfache der darauf folgenden Be- wegungen im Hunde feyn; offenbar verbindet der Hund die Vorftellung der guten Bifsen, die er jedesmal huf den Wortfchall Hannibal erhielt, mit der Wahrnehmung defselben. Aber ganz unmöglich ift es, dafs zwo Vor- ‚ ftellungen, das ift, zwo Modificationen von einerley Gat- tung in einem materiellen Wefen gleichzeitig zugegen feyen: ein Körper kann unmöglich zugleich Kugel und Würfel feyn.. |
ng B3 Wir
22 - Betrachtungen
Wir haben bisher in der Thierfeele die zwo Haupt- eigenfchaften eines Geiftes, das Vorftellungsvermögen und den Willen erwiefen. Dafs diefes Wefen auch ein- fach fey, erhellet eben aus diefen beyden Vermögen, weil Vorftellungen „und noch dazu zufammengefezte Vor- ‚ ftellungen ungleichartiger Dinge, Begierde, Abfcheu, mit einenr Wefen, das zufammengefezet it, im Widerfpru- che find, wie diefs bereits die meiften Pfychologien gut erwiefen haben,
— Natürlich foleet aus alle dem, dafs auch die mei- ften abgeleiteten Eigenfchaften der Geifter in der Thier- feele liegen können. Ift ihre Seele einfach, fo ift fie auch untheilbar, fo if fie auch unfterblich; weil Tod nur Zerlegung zufammengefezter Wefen ift. Aber fie ift darum nicht unvertilgbar, Ob fie es fey oder nicht, dafür oder dawider hat die blofse Philofophie keine Gründe, da es lediglich von der Hand, welche fie den _ Thieren gab, abhieng, ihre Dauer zu beftimmen. Aber da kein Keim wahrer Verediung in der Thierieele liegt, fo wird es fchon der fich allein überlafsenen Vernunft wahrfcheihlich, dafs fie über die Ruinen des Körpers, den fie bewohnt hatte, nicht hinausdaure,
Dafs den Thieren ein Vermögen beywohne, fich einmal gehabter Vorftellungen wieder zu erinnern, be- weit, wenn man noch Beweife nöthig haben follte, das oben angeführte Beyfpiel des Hundes. Auf diefem Vermögen beruhen nicht nur die phantaftifchen Bilder , die dem Thiere im Schlafe und im Wachen oft vor- fchweben, nicht nur jene Wundergefchichten ;„ die man. uns von dem Gedächtnifse einiger Thiere vorerzählt hat,
{on-
über das gefammte Thierreich. 23
fondern auch eine Menge von jenen thierifchen Handlun- gen, die oft fo vernunftähnlich find, dafs man in Ver- fuchung geräth, den Thieren um ihrentwillen eine Ver- nunft beyzulegen.,. Aber diefes Vermögen ift gewiis gar fehr unter dem unfrigen, «das ihm ähnlich ift. Ariftote- les hat daher o) den Thieren allerdings ein Gedächtnifs | eingeräumt, aber das Avzwuvgyaenedui, das Vermögen, eine vergefsene Vorftellung wieder zu erwecken, ohne von einem, ehemals mit ihrem Urbilde verbundenen, Gegenftande dazu verleitet zu werden, abgefprochen.
Allerdings wahrfcheinlich ift es, dafs es fo vieler- ley Arten von Thierfeelen. gebe, als es Thierarten giebt: denn wozu follen Fähigkeiten und Seelenvermögen (und nur durch diefe und ihre Grade können Geifter vonein- ander unterfchieden feyn), die nie in Ausübung gebracht werden können ? Ueberall und unter allen denkbaren Umftänden wären der Elephantenfeele in der Aufter ihre Fähigkeiten und Kräfte unnüz und zwecklos; und follte die Allmacht in der Geifterwelt zwecklofe Wefen gefchaf- fen haben? Sie, die in ‚der Körperwelt überall Zwecke aufgefteckt, und keine Fähigkeit ohne mögliche Ausü- bung gelafsen hat? Sie, die in der Körperwelt, fogar verhinderten Kräften einen Ausweg ihrer Thätigkeit vor- behalten hat? Aber auch Sie, die in der Körperwelt nirgends eine Kraft hingelegt, wo keine vonnöthen war, nirgends eine gröfsere angebracht hat, wo eine kleine-
l
re hinreichte ?
Wären uns die Fähigkeiten und, Geiftesvermögen . diefer Thierfeelen befser bekannt, als fie es nicht find,
B4 | | | {0 o) Hift, anim, I, capı 2.
Be Betrachtungen ' |
fo würden wir fie wahrfcheinlich nach denfelben eben fo gut, und gewifs philofophifcher , clafsificiren können, als wir es bisher nach verfchiedenen Theilen ihres Kör- pers thum kohnten. ' Ich weis.nicht, welches Thier die Reihe fchliefsen dürfte; aber das weis ich, dafs fich diefe Reihe mit dem ungelehrigen, dummen, boshaften Affen nicht anfangen würde. Sie würde vermuthlich mit dem Hunde oder Elephanten beginnen; der Bieber, der | Fuchs, das Pferd, der Haafe, der Hirfch , der Rehbock, und eine gute Anzahl anderer warmblütiger Thiere wür- den etwa zunächft folgen, und erft weit hinter ihnen der Alle. | n
IV. Aber nie würde ein philofophifcher Syftemati- ker feine Aufzählung der Thierarten mit dem Menfchen . beginnen. Der Unterfchied zwifchen dem Menfchen und dem Thbiere ift weit gröfser, als zwifchen der tedten Materie und der Pflanze. Diefe ift weiter nichts als tod- te Materie, auf eine befondere Weife zu Röhren und Gefäfsen gebaut, für die Eindrücke der Atmosphäre em- pfänglich gemacht, und auf die chemifchen Anverwandt- fchaften der Säfte, die fich in ihren Gefäfsen bewegen follen, berechnet. Alfo blofs Modification der todten Materie ift die Pflanze,
| Vergleicht man hingegen die Menfchen und Thiere gegeneinander, fo haben wir bey den leztern eine Seele, die in ihrem Willen äufserft befchränkt, blofs mit einer beftimmten,, jeder Art eigenen, und unvertilgbaren De- termination zu befondern, gerade ihrem Baue angemel- fenen Handlungen verfehen p), mit keinem höhern, über
| ae die p) Reimar. allgem. Betr. $. 168,
\
v-
über das gefammte Thierreich. 25°
die Sinnlichkeit fich hebenden Vermögen begabet ift; fie ift nicht nur vernunftlos: fie hat nicht einmal eine deut- liche Vorftellung der Dinge, die fie begehrt, verab- fcheuet, oder hervorbrirgt. Der Bicber. baut Däimme, die unfere gefchickteften Wafserhauverftändigen mit Be- wunderung betrachten; die Kraft des Wafsers, feine mög- liche Höhe, das Maximum des Widerftandes, die fchick- lichften Mittel die Mafse der andringenden Laft zu ver- mindern, alles ift auf das genauelte berechnet. Gleich- wohl hat diefer Archimedes von Zahlen keinen Begriff, kennt das Lineal und den Zirkel nicht, ift fo dumm als der Damm, den er gebaut hat, und rechnet fo wenig, als der Strom „ auf welchem er wohnt. Alle feine Kunft- fertigkeiten find nicht gelernt, nicht erworben, fondern nebft der nächftmöglichen Beftimmung zu ihrer Ausü- bung von Demjenigen in ihn gelegt, der ihn und die - Archimeden unter den Menfchen gemacht hat, | |
Die Archimeden unter den Menfchen hingegen wif- fen nicht blofs Dämme zu bauen; alles, wäs fich mef- fen, wägen, oder zählen läfst, berechnen fie, mefsen, wägen fie, richten es, wenn fie fich alle die Kräfte ver- fchaffen können, die fie dazu brauchen, ins Werk, und finden ohne Unterlafs neue Weifen, die Geringfügigkeit ihrer Kräfte durch Naturkräfte zu erfezen. Nicht ge- mug: fie werfen ibre Rechnungen und ihre Zirkel von fich, ergreifen den Meifsel oder Pinfel, und ftellen jezt den donnernden Jupiter, jezt die Schlachten Alexanders “vor, oder werden in einem Volke, das biliende Künfte verachtet, geringe Handwerker, oder Jäger und Riicher, und naht ich ein Feind, auch muthige Kriegen Eben
B35 | der
26 | Betrachtungen
\-
der Kopf, der die Bahne\ des Uranus befimmt, Jieft im Moder verwefender Pergamene die Thaten der Vor- zeit, oder ftellt in alten Schriftftellern die befsere Lesart
her, oder ftudirt die Republic der Bienen, oder entwirft
Regeln für die befste Verwaltung der Staaten; alles nach
feinem Belieben, und diefes Belieben hat die vollkom-
menfte Freyheit, ift durch nichts als das Gute und Böfe besränzt, wie der erhabene Verftand diefes Wefens bey-
nahe keine andere Gränzen als die Gränzen der Endlich-
keit hat, und fich gewifsermafsen noch auf das Unendli- che erftreckt. Cardan wird alfo mit Unrecht zurechtge- wielen g), dafs er den Menfchen von den Thieren ge-
trennet hät.
Nein! Diefes erhabene Wefen darf nicht die Reihe
der Thiere beginnen. Es macht ganz allein ein eignes Reich aus, und ob es gleich in diefem Reiche nur eine . einzige Clafse, Gattung, Art ausmacht, fo befchäftiget
es doch mehrere Wiffenfchaften, deren einziger Gegen- ftänd es ift. Dieies vollendete Gefchöpf, diefes erhabe- ne Mittelwefen zwifchen dem vollkommenften Thiere und dem niedrigiten Engel ift gewifsermafsen fchon aufser der
Ei s - \ körperlichen Natur, obgleich enge mit derfelben verbun-
den; verbunden, aber nicht, wie die Thiere r), in Ma- terie
q,) Cellar. de viv. fpont, nafc, $. 16.
x) Monboddo von der Sprache I. 69, — Er fagt zwar eben diefs auch von uns in den erften Tagen unfers Lebens; man kann diefs nicht läugnen; doch ift auch dann fchon die Fähigkeit da, die fich in der Folge entwickeln wird,
die erhaltenen Vorftellungen zu theilen und zu verbinden,
Ideen zu bilden und zu zergliedern, die dem Thiere be- fündig fehlt,
\
N
über das ge/ainmte Thierreich. .. 27
förie verfenkt. Das erfte der verftändigen Wefen in auf- fteigender Ordnung, fängt es die Stufenleiter an, die bis zum oberften Seraph .hinaufreicht, der am Throne des Ailfchöpfers fteht. In diefem herrlichen Reiche der Engel nimmt es durch feinen befsern Theil Rang, und fteht es gteich etwa fo weit unter dem Seraph, als das Kugelthier unter dem Elephanten: fo ift es gewifs durch feinen welfentlichften Vorzug, die Vernunft, fo genau mit diefem oberften Engel verbunden, als das Kugelthier durch feine Sinnlichkeit mit dem fcharffinnigften der un-
vernünftigen Wefen zufammenbhängt. |
Naturforfcher ! Philofophen ! Suchet nicht weiter die untericheidenden Merkmaale diefes erhabenen Wefens in ‘der unbedeutenden Zahl und Bildung der Zähne, nicht im Baue feiner Gliedmafsen auf!, Es kann zu einigen feiner Verrichtungen hienieden eben die Werkzeuge von- nöthen haben, die der verworfenfte Affe zu den feini- gen braucht; aber ift es denn nicht. fchon lange unter } euch zur ausgemachten Regel geworden, man dürfe den Mann nicht nach dem Kleide beurtheilen?
| | Möge zwifchen einem Huron und einem Leibniz def anfcheinende Abftand immerhin noch gröfser feyn als er ift; fo kann doch beym philofophifchen Naturforfcher niemal vom blofsen Anfcheine die Rede feyn. Leibniz Schreibt keine Theodicee im Schlafe, und Kepler gab- die Gefeze der Sphären im Schlafe nicht an. Der Hu- ron und der Feuerländer find blos fchlafende Kepler und Leibnize: wecket fie auf, und fie werden Wunder thun.
. Und fie lafsen fich wecken. Lefet Cäfars Nachrich- ten von den Sitten der Deutfchen: ihr werdet glauben, | die
er 0, Betrachtungen -
die Gefchichte der Hirokefen: oder im Tacitus, die der Abiponen zu lefen. Gleichwohl ifts aus ihrem Blu- te, dafs unfere grofsen Männer abftammen,
Dies ift die Urfache, warum ich mein Verzeichnifs nicht, nach Linn€'s Beyfpiele, vom Menfchen begann. Der Naturforfcher ift nicht das erfte Stück feines Cabi- nettes, fondern der Herr davon. Damit will ich nicht fagen, dafs der Menfch nicht auch Gegenftand der Na-
turgefchichte fey. Alles, was erfchaffen if, ift Gegen- ftand diefer Wifsenfchaft, auch die reinen Geifter wür- den es {eyn, kännten wir fie befser; und nun, da wir hienieden kein Mittel haben in ihrer Kenntnifs Fortfchrit- M,te zu machen, ift der Menfch der vorzüglichfte. Aber eben darum fodert er eine eigene Wifsenfchaft für fich: die Menichenkunde (Anthropologie), die lückweife wirk- lich fehr gut bearbeitet ift, aber es fehlt noch viel, dafs wir fie in einem folchen Zufammenhange, und in der Geftalt einer vollendeten Wifsenfchaft befizen follten, wie die. drey andern Theile der Naturgefchichte. \ Vielleicht macht man mirs zum Vorwurfe, dafs ich in einer naturhiftorifchen Schrift zu viel von Gei- ftern geredet habe. Meine Erklärung darüber hat man zum Theile bereits gelefen. Es ift überhaupt diefes mei- ne Art, dafs ich gerne jede Sache in ihrem ganzen Um- fange auffalse. Warum follen wir aus der Naturgefchich- B te der Thiere das Wefen weglafsen, welches gerade_der befste Theil davon ift, die Seele? Monboddo geht noch | weiter , als ich; er nennt $) eine Philofophie , welche die Seele vom Syfteme der Natur ausfchliefst, und nichts | ane s) Von der Sprache I. ı2t.
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über das: gefammte Thierreich. 29
annimmt ‚„ als Materie und Bewegung, die vom blinden Zufalle regieret wird, eine unfinnige Philofophie. |
V. Wann von Thieren die Rede fich fortwälzt, ift es fa nicht möglich, dafs man nicht von ihren Trie- ben fpräche,, die entweder Naturtriebe oder Kunfttriebe
heifsen, je nachdem die Bewunderung von einem Grade
it, die uns diefe Triebe,‘ die man auch Inftinkte nennt, abzuzwingen fcheinen. Aber ich bewundere die Weber- kunft der Spinnen und Seidenraupen, die Geometrie der Bienen und des Ameifenlöwens, die meteorologifchen
Kenntniffe der Schwalbe und des Gewittervogels, wie
die Schwimmkunft der Aente oder des Schwans, und die Aeroftatik des Adlers, gleichviel und gleichwehig. Of- fenbär hat die Aente kein Verdienft dabey, dafs ihr Kör- per ein fehr vollkommener Kalın ift, dafs ihre Füfse vol- lendete Ruder, und am fchicklichfien Orte zur Treibung
| des Körpers angebracht find, kein Verdienft dabey, dafs
der Schlammgeruch, der uns mit Eckel und Uebelkeiten erfüllt, für fie, das ift, für die Stimmung ihrer Geruchs- nerven Wohlgeruch if; fie zieht ihm nach, weil fie Be- hagen dabey findet, fühlt fich im Waffer, wohin fie ihm
gefolget it, erleichtert, weil eben der Fufsbau, der zum
Schwimmen fo vortrefllich if, defto unbehilflicher zum Gehen-itt. Wiederholte Uebung gewähret ihr bald Fer- tigkeiten,, und fie hat an ihrer Schwimmkunft kaum ei- nen gröfsern Antheil,, als ein Schiff, das von feinen Se- geln getrieben wird. Freylich läfst fich bey Kunfttrieben
. die Natur fo leicht nicht verfolgen; aber man ficht gleich-
wohl bald ein, dafs ihr Gang im Grunde derfelbe if. Der Bieber benagt die Rinde, das Holz: der Stamm fällt, wie
!
30 | Betrachtungen
wie natürlich if}; mehrere Bieber kommen herz (woher TR als aus dem Wafler,, Ihrem liebften Aufenthalte ?) fie zerren am Stamme, und er folgt. Hier ift nicht ver- abredeter Plan, fondern blofs vereinte Kraft, aber be- wirkt durch lauter egoiftifiche Willen, die gar nicht ge- finnet find, das gemeinfchaftliche Werk zu unternehmen, während fie es wirklich bauen. So klärten die Türken Europa auf, das fie nur verheeren wollten: denn nicht- immer ift die endliche Wirkung von demjenigen Willen vorhergefehen, der die veranlafsende Urfache davon it.
Ich folge dem bauenden Bieber nicht, und könnte es nicht ich müfste ihn felbft beobachten können. Doch ift der Neftbau der Vögel, fogar der Bau der gemein- fchaftlichen Wohnung gewifser Infecten, oder das Auf- hängen der feidenen Hülle, in welcher fie ihre Larven- geftalt ablegen follen, noch verwickelter , noch unerklär- licher. Allein immer verräth /ihr ewiges Einerley bey ih- rem Verfahren, die beybehaltene Weife der Vorfahren, wovon fie noch keine Mufter gefehen, keine Vorfchrift erhalten haben, das Unvermögen zu fehlen, aufser wann ihre Sinne hintergangen werden, und der allemal richtig eintretende Fehler, wenn diefe Täufchung noch fo grob und handgreidich ift, alles diefes verräth unwiderfprech- lich, dafs ihr Wille ganz und defpotifch von ihren Sin- nen beherrfchet werde, und dafs die Sinne der nämlichen Thierart nach einerley Modele gebaut feyen, wornach es denn kein Wunder ift, wenn fie immer diefelbigen Triebe veranlafsen.
Aber Nichtübung ftumpfer eben fo fehr die Ner- ven ab, als Gewohnheit ihr Gefühl bezähmt. Ein Auge, das
über das ge/ammte Thierreich. zı
| das lange keinen Lichtftral gefehen hat, verträgt ihn nun nicht mehr, und wir Menfchen haben am bittern Caf- fee; und am eckelhaften Tobak ein Behagen gefunden, das man Mühe hat zu erklären. If es dann feltfam, wenn gezähmte Thiere, die ihrer Kunfttriebe nicht mehr. bedürfen, die Fertigkeiten dazu verlieren? If es felt- fam, wenn fogar Naturtfiebe allmählig verlöfchen oder eigentlich nur unkenntlich werden, weil fie das Thier in vielen nacheinander folgenden Zeugungen nie ausüben konnte? Wenn der muthige Mufmon zum furchtfamen Widder herabfinkt, fo kam diefs wohl fchlechterdings “daher, weil er unter der Obhut der Hunde und des Men- fchen den Kampf, wozu ihm die Natur die Hörner ge-
‚geben hatte, verlernet hat,
- Aber diefe Nichtübung, oder gar unnatürliche Ue- bung gewifler Sinnwerkzeuge , und der von ihnen in Be- wegung zu fezenden Muskeln mufs eine fcehwächere oder falfche Ausbildung derfelben bey den einzelnen Thieren: mufs folglich eine gröfsere oder kleinere Veränderung im Körperbaue der Art, oder des Stammes, hervorbringen, fobald diefe Unthätigkeit oder falfche Richtung der Thä- tigkeit durch viele Zeugungen forigefezet wird; es mufs
ein erblicher Schlag entftehen, wie fich Herr Blumen- bach ausdrückt, das ift, nicht gehörig, oder unnatür- lich, mit einem Worte, fehlerhaft gebildete Organe der Aeltern werden die natürliche Bildung der gleichnamigen Organe wenigftens gewifs nicht bewirken: denn wie foll- ten fie geben, was fie felbft nicht haben? Ich mey- ne, nach diefer Betrachtung dürften wir uns nimmer fo
fehr wundern,- wenn wir unter unfern Hausthieren, die "wir
92 IR Betrachtungen
wir faft völlig der Natur entzogen "haben ; die Natur, nicht mehr finden: dürften uns nicht, wundern, wenn nach taufendfältig abgeänderten Erziehungsweifen diefer | Thiere, davon immer eine unnatürlicher ift, als. die an« dere, die Spielarten der Thiere felbft fo zahlreich wur- den. }
= 2 £ | Ueberficht des. Thierreiches
D: Thiere unterfcheiden fich von den Pflanzen da- durch, dafs zu ihrem organifchen Baue noch. ein -geifti- ges Wefen kömmt, welches empfindet und will. Ü)
Da fich die Empfindung nicht bey allen Thieren fo leicht wahrnehmen läfst, fo bleiben uns nur die Aeufse- rungen des Willens übrig, welche in Bewegungen befte-
hen, die keiner mechanifchen Erklärung fähig find, folg- _ lich von eimem thätigen, mehr oder weniger u ae, |
_ Wefen herrühren. w) \
Die eigentlichen Thiere (unter welche nämlich der A Menfch, der nur zum Theile Thier ift, nicht gehört w), | haben keine vollkommene Wahlfreyheit, fondern blofs Willkühr, die fich aber für die Sinne des Beobachters faft auf eben die Art Aufsert wie Freywilligkeit. x)
Da t) Betracht. $. II, | u) Dafelbtt. w) Betracht, $. IV, x) Betracht. $$, II. II.
| äber das gefammte Thierreich. 33
Da wir von dem geiftigen Theile, obgleich dem edel- ften, keine Kennzeichen für die Unterabtheilungen der Thiere hernehmen können %), fo bleibt uns blofs der Or- ganifmus ihres Körpers übrig.- Nach diefem,, und feinen Folgen, lafsen fich demnach fäfnmtliche Thiere des Erd- bodens in fechs Clafsen bringen. Nämlich
|
L Säugthiere. Sie haben ein AZerz mit vier Kammern, nämlich zwo Kammern von ungleicher Gröf- fe, in welche der eigentliche Herzraum mittels einer
_ Scheidewand getheilt it, und zwey hohlen Anhängfeln an feinem Grunde, welche von den Zergliederern Herz- ohren genannt werden. Aus diefer Lebensquelle fliefst das Blut nach allen Theilen des Körpers, und kehrt in diefelbige zurück. Aber es mufs, um L.ebensnahrung zu feyn, mit der reinen Luft in Berührung gebracht wer- den, was in den Zungen gefchieht, in welche die Luft durch die Luftröhre kommt, nachdem fie durch die Na- fe oder den Mund eingedrungen ift. Weil das Blut die- fer Tbiere warm it, das ift, einen beträchtlich höhern ‚Wärmegrad hat, als die fie umgebende atmosphärifche Luft, und fogar als unfere Hände auf ihrer Oberfläche haben, fo glaubten einige Phyfioloeen von Anfehen, dafs es in den Lungen aus der reinen Luft Wärmeftoff auf- nehme; €ine Meynung, zu deren Würdigung hier der Ort nicht ift. |
Die Weibchen diefer Thiere bringen lebendige, ih-
‚ ren Aeltern vollkommen ähnliche, jungen zur Welt, die aber in den erften Zeiten noch nicht im Stande find, i die
23) Betracht, $, III,
24 Betrachtungen a
die der Art zugetheilte rohe Nahrung zu fich zu nch- men; derowegen fondert fich in den Weibchen ein eige. ner Saft von weifser Farbe (die Milch) aus dem Blute in eigens dazu beftimmten, nahe an der Oberfläche lie- genden Organen (den Eutern) ab, der aus gewifsen an- dern, mit kleinen Löchern verfehenen-, ganz oberflächli- chen Organen (Zizen) von den Jungen durch Saugen aus- geprelst, und zu ihrer erftien Nahrungverwendet wird. Diefe Eigenfchaft hat ihnen den allgemeinen Namen der Säugthiere, oder auch der Mammalien, verfchafft.
Ihre Lebensart ift fehr verfchieden. Die meiften le- ben auf der Erde, Einige tauchen unter Wafser, kom- men aber wieder ans Land. Andere bleiben beftändig im Waiser, müfsen fich aber von Zeit zu Zeit an die Ober- fläche herauf begeben, Einige wenige erheben fich in die Luft mittels gewifser Häute, die fie an verfchiedenen Theilen ihres Körpers ausfpannen können. Alle haben diefes gemeinfchaftlich, dafs fie nicht lange aufser der freyen Luft aushalten können, fondern von Zeit zu Zeit an diefelbe zurückkommen müfsen, um zu atmen, Alle kommen noch ferner darinn überein, dafs in ihren Rumpf vier lange, verfchiedentlich gegliederte Glieder - (Extre- mitäten ) eingelenket find, die entweder Arme \mit Hän- den find, wie bey den Affen, oder Füfse, wie bey den allermeiften übrigen Thieren;' bey einigen wenigen find entweder alle viere, oder doch zwey davon zu einer Flofsengeftalt -gebildet. y |
Do
Diefe Thierclafse gränzet am. nächften durch ihren Körperbau und durch ihre Lebensverrichtungen an den Menfchen.
N | Il. Vö-
über das gefammte Thierreich. 35
I. Vögel. Herz und Zunge find wie bey den Säugthieren gebaut, und ihr Blut ift eben fo warm als bey diefen , von welchen fie fich wefentlich durch die Bigenfchaft unterfcheiden ,. dafs ihre Weibchen fämmtlich eyerlegend find, und die Jungen er aus diefen Eyern durch eine Wärme von ungefähr 32 Graden nach dem " Reaumürifchen Wärmemefser entwickelt (ausgebrüter) wer- den, was gewöhnlich von den Aeltern felbft bewirket wird, aber auch durch die Kunit bewirkt werden kann, Der Straufs am Senegal läfst feine Eyer, die er im San- de vericharrt, von der Sonne bebrüten, aber am Kape bebrütet er fie felbt. Da diefe Jungen bald nach ihrem Auskommen' aus den Eyern im Stande find, leichtere ro- he Nahrung zu fich zu nehmen, fo fondern die Weib- chen keine Milch ab, auch fehlen ihnen die Organe da- ‘zu; aber die allermeiften Vögel bringen ihnen doch die fchicklichfte Nahrung ins Neft, und ftopfen fie ihnen wohl gar in den Mund, | i Alle haben einen hornartigen zweyklappigen Schna- bel ohne eigentliche Zähne, fondern daher auch keinen wahren Speichel ab; dafür haben fie aber eine Art von Vormagen (Kropf), welches eine Erweiterung des Schlun- des it, worinn fie die niedergefchluckten Speifen aufwei- chen, die dann erft nach und nach in den Magen fort- gehen.
Ihr Körper ift allenthalben mit Federn bedeckt, von welchen die längften am Steifse ‘und in den Flügeln fte- cken, und ihnen dazu dienen, fie theils in die Luft zu ‚erheben, theils in derfelben fchwebend zu erhalten, theils dem. Fluge eine Richtung zu geben. Das übrige Gefie- c2 der
RZ \
36 ‚ Betrachtungen |
der giebt dem Vogel einen fehr beträchtlichen körperli- chen Inbegriff, und vermehret, da die Federn zum Thei- le hohl, zum Theile nur mit einer lockern Subftanz aus- gefüllet find, und fehr locker übereinander liegen, die Maffe nur wenig, die bey den Vögeln ohnediefs weit gc- zinger ift, als man felbt nach dem entfiederten Körper
urtheilen follte. | ;
| Um diefe Federn gefchmeidig zu erhalten, haben fie über dem ;After einen eigenen fleifchigen Fortfaz (-Bür- zel), in welchem eine Drüfe fteckt, die ein öliges We- fen abfondert, das fie mit dem Schnabel ausdrücken, und damit ihre Federn Ölen können. Einigen wenigen ‚fehlt diefer Theil. '
‘ Auch fie haben vier Extremitäten, davon ihnen aber nur zwo zum Gehen dienen, da die beyden übrigen zum Gerüfte der Flügel dienen. Nicht gar alle Vögel fliegen, und viele fliegen weder hoch, noch in beträchtliche Wei- ten; aber allen dient ihr leichter Bau vollkommen zu ih- ren Verrichtungen, indem er den einen (den Schwimm- vögeln) das Schwimmen, den andern (den Straufsen) das Laufen, einigen (den Spechten) das Klettern erleich-
telt,
III. Amphibien. Sie haben ein Herz, das durch keine Zwifciienwand getheilt it, und nur Ein Herz- ohr hat. Auch ift ihr Blut. kalt, das it, es hat einen geringern Wärmegrad, als wir felbft auf der Oberfläche unferer äufsern Theile haben. Sie athmen übrigens eben fowohl als die Vögel und Säugthiere mittels wahrer Zun- gen, die aber fchon von einem viel lofern Baue find, die atmofphärifche Luft ein, haben aber dazu bey wei-
Ä / tem
/
über das gefammte Thierrech. 37
tem das dringende Bedürfnifs nicht, wie jene, es eben fo oft zu thun.
Auch fie legen Eyer, brüten fie aber niemal Telbft aus, fondern überlafsen die Entwickelung der in denfel- ben enthaltenen Jungen lediglich der Wärme des leblo- fen Körpers, in welchem fie fie ablegen, ohne fogar für ihre Erhaltung zu wachen. Die ausgekommenen Jungen, die nicht allemal gleich anfänglich die Geftalt ihrer Ael- tern haben, find gleich im Stande rohe Nahrung einzu» ar znthiche und fich diefelbe zu verfchaffen.
"Die sanze Clafse befteht aus lauter Raubthieren,’ davon fich die kleinern zwar nur mit Infecten, Gewür- me, und Fifchbrut begnügen müfsen, die gröfsern aber oft Sehr anfehnliche Thiere verfchlingen. Alle verfchlu- cken ihren Raub ganz, wenn er ‚auch viel gröfser ift als ihre Mundöffnung , die fich fehr ausdehnen läfst. Zähne haben zwar die meiften, und manche fogar fehr viele; . das find aber lauter Hackenzähne, die hinterwärts gebo- sen find, und blofs dazu dienen, dem Raube das Zu- rücktreten zu verbieten,
N
Waffen haben fie eigentlich gar nicht, und viele nicht einmal Extremitäten; aber fie find alle gute Schwim- mer, viele fpringen gut und -ficher nach dem abgefehe- nen Puncte hin, und andere fchleudern fich mit Behen- digkeit von der Stelle weg, an welcher fie fich befinden. selbft die fufslofen Thiere diefer Clafse entfliehen blofs durch ein gefchlängeltes Fortwälzen der Gefahr, die ih- nen droht, mit vieler Gefchwindigkeit. Eine beträchtli- che Anzahl hat in den Kiefern Bläslein, mit flüfsigem Gifte gefüllt, das während des unbedeutendften Bifses
| . Mt 3 | aus»
Be. Betrachtungen
ausgedrückt wird, bald genug tödtet, aber, doch kaum \
den Zweck eigentlicher Waffen hat, weil die gebifsenen
Thiere noch weit genug entfliehen können, ehe fie fter-
ben, und dem Amphibium zur Beute werden, Aber ei-
nige betäuben die ihnen nahen Thiere durch ihre Aus- dünftung, dafs fie ihnen gleichfiam felbft in den Aachen kommen, Ä
IV. Fifche. Der Bau des Herzens kommt im Wefentlichen mit dem der Amphibien überein; auch ha- ben fie kaltes Blut, wie diefe. Aber ein wefentlicher Unterfchied liegt in den Werkzeugen des Athmens; die
Fifche haben keine Lungen, fondern Alemen, das ıift,
verfchiedene knorpelige Bogen am Hinterkopfe oder in feiner Nähe, die mit Franzen von Lungenfubftanz befezt find, mittels welcher fe nicht unmittelbar atmofphärifche Luft einathmen, fondern Walser, aber aus diefem die Luft abfondern, und die verderbte in dafselbe zurückge- ben. Diefe Kiemen find bey den einen mit eigenen be- weslichen Deckeln verfehen , die man unrichtig Fifchoh-
ren nennt, bey andern liegen fie unter verfchiedenen Och
nungen an den Seiten des Vorderleibes,, welche das Thier nach Wiilkühr fchliefsen und öffnen kann.
Die meiften Fifche legen Eyer, einige gebähren le. bendige Jungen, keiner brütet, oder fäugt, oder fergt für die Jungen, nachdem fie ausgekommen find. Aber diefe find auch gleich im Stande fich Nahrung zu ver- fchaffen, und finden fie gewöhnlich an den Stellen, an
welchen die Mütter fie oder den Rogen (die Eyer) ab-
gefezet haben, vollauf,
Die
f
n über das ge/ammte Thierveich, '39
Die Fifche unterfcheiden fich fehr auffallend durch ihre Schwimmwerkzeuge (die Flo/sen). Das find wahre Glieder ; fie find Sammlungen von langen, in einer Rei- he aneinander liegenden, Beinchen, die mit einer Haut verbunden find, mit ihrem’andern Ende frey im Fleifche ftecken, hier mit verfchiedenen Mufkeln in Verbindung find, und durch fie nach dem Cutbefinden des Thieres, ‘wie ein Fächer, bald zufammengelegt, bald ausgefpannt | werden können, in welchem leztern Falle fie- eigentlich
in Handlung find. |
| Sie leben lediglich im Walser, und können höch-
ftens nur kurze Zeit aufser demfelben ausdauern. Viel- leicht find fie alle wirkliche Raubthiere , aber man giebt . diefen Namen vorzüglich nur denjenigen Gattungen, wel- che auf andere Fifche Jagd machen. Einige haben Waf- fen zu ihrer Vertheidigung. |
V. Infecten. Kein eigentliches Jerz, fondern ein langer darmförmiger Schlauch, welcher den kalten Lebensfaft (das Blut, welches aber fehr felten roth ift) aus dem ganzen Körper fammelt, und wieder vertheilt. Keine Lungen oder Kiemen, fondern blofse Zufllöcher, die an den Seiten und an verfchiedenen andern Theilen des Körpers angebracht find, und die Luft, welche al- len Infecten nöthig ift, zwar einnehmen, aber:nicht wie- der abgeben: fie fcheint unmerklich durch die ganze Ober- fläche des Körpers zu entwifchen. |
: Sie legen Eyer, oder fezen lebendige Jungen ohne zu brüten; diefe Jungen fehen, faft niemal ihren Aeltern ‚ ähnlich. Da diefes keine völlig allgemeine Eigenichaft it, fo hat hingegen diefe andere gar keine Ausnahme:
Ch - Die
\
40 0000 Betrachtungen
Sie wach/en, indem fie fich von Zeit zw Zeit-häuten. Die Haut der Infecten ift keiner fehr anfehnlichen Aus- dehnung fähig; während alfo die innern Theile wachfen, wird die Haut (nicht. blofs das Oberhäutchen , wie bey den Schlangen, Mölchen, und Eidechfen) gedrückt, ver-
liert ihren innern Organifmus, flirbt ab, und vertrock-
net. Unterdefsen hat fich eine innere neue Haut gebil- ‚» det, und wann diefe erftarket ift, ftrengt fich das Thier
‚an, die alte zu zerfprengen, was nach wiederholten Stöf- ‘fen endlich gelingt , und nun kriecht das verjüngte Thier aus der Spalte hervor; hat es dann eine beträchtlich ver- fchiedene Gefalt von der vorigen, fo nennt man diefs
eine Verwandlung, welche wirklich bey den allermeiften.
‚Infecten Plaz hat, '
f \
Alle haben mehrere äufsere Glieder. Ohne von den Mundwerkzeusen zu reden, die fchr verfchieden, und nicht von einerley Anzahl find, fizen am Kopfe nahe an den Augen zween hornförmige bewegliche Körper, die oft aus zablreichen Gelenken beftehen, zuweilen ei- ne blofse Borfte find, die aber gleichwohl durch ein or- dentliches Gelenk in eine unbewegliche Grundwarze ein- gefüger ift; weil man glaubet, dafs die Infecten damit die Körper durch eine Art von Gefühl unterfuchen, 10 hat man fie Fühlhörner genannt, Sie haben über diefs
noch mehrere Fü/se. Man hat gefagt, kein Infect habe
weniger als fechs Füfse; aber diefe Füfse haben beym nämlichen Thiere nicht alle gerade einerley Bau oder ei- nerley Endzweck, Doch kenne ich ein Infect, das nur vier Rüfse hat, es ift aber fo klein, dafs gar wohl das
dritte Paar, das etwa ohne diefs bereits in Rückficht d
auf
über das ge/ammte T hierreich. 4
‚auf das Thier felbft eine vorzügliche Kleinheit hat, felbft unter dem befsten Mikrofkope unfichtbar bleiben konnte.
Ueber fechs geht die Anzahl manchmal auf hundert und noch darüber. Dazu kommen bey einigen noch zween bis vier Flügel, geftielte bewegliche Kölbchen unter den Flügeln, verfchiedene Anhängfel am Alter, u. dgl.
Ihr übriger äufserer Körperbau, der im Ehingen bey allen derfelbige , aber vorzüglich bey den egrölsern und glatten Arten felhır bemerklich ift, hat ihnen den Namen im Griechifchen (Eyroxoy) und Lateinifchen (Infectum) verfchaffet, welchen leztern wir Deutfche angenommen haben, weil es uns an einem fchicklichen fehlte, und das lateinifche deutfch gemachte Wort wohl eben fo gut ift, als ein ganz neues. Es fcheint nämlich ihr Körper, oder wenigftens der Hintertheil defselben aus lauter in- einander gefchobenen Ringen zu beftehen, Allerdings ift diefes nur fcheinbar, indem die Haut in Falten gefchla-
gen ift, wie bey den Bruftfchilden der Schlange. Diefe | Eigenfchaft kommt zwar allen Infecten zu, auch den ‚weichen, aber fie ift keine unterfcheidende Eigenfchaft
- der Infecten: denn cs giebt auch Würmer, in denen fie
f
vorkommt.
Noch hat eine andere, noch bemerklichere, Eigen- fchaft Anlafs zu diefem ‚Namen gegeben: verfchiedene Theile des Körpers hangen mittels eines dünnen, oft fehr dünnen, Halfes zufammen, und die Haut diefes Halfes ft nicht etwa eine Fortfezung der äufsern Bedeckung des
Kopfes oder Bruftftückes oder Bauchftückes, fondern tritt
durch ein Loch des erftern Theiles hervor, und fenkt
| lich in ein Loch: des leztefn ein. Diefe Eigenfchaft un-
C5 | ‚ter-
42 Betrachtungen
terfcheidet ein Infect auf den erften Anblick, und kommt keinem Wurme zu; aber fie ift nicht bey allen Infecten
deutlich genug, 2. B. bey einigen Läufen und Milben,
zuweilen wirklich nicht vorhanden, wie bey den Rau- pen, Maden, Taufendfüfsen ; fie kann alfo als keine un- terfcheidende Eigenfchaft angegeben werden.
VI. Würmer. Ich geftehe, dafs es mir fauer wird allgemeine Eigenfchaften diefer Thierclafse anzuge-
ben, und das gerade deswegen, weil ich fie zu gut ken- ne, Man hat ihnen’ ein Herz mit einer einzigen Herz- kammer ohne Herzohr zugefchrieben,, wie den Infecten; . oline mich dabey aufzuhalten, ob der Ausdruck: Herz,
Herzkammer, in diefen beyden lezten Clafsen füglich könne gebraucht werden, bemerke ich nur, dafs es Wür- mer gebe, die höchit wahrfcheinlich fo wenig cin Herz haben als die Pflanzen.
Da fie fich nebft den Infecten durch diefes ohrlofe einkammerige Herz von den übrigen Thieren unterfchei-
den follen, fo hat man das fie von den Infecten unter-
fcheidende Merkmaal in den Fühlfäden gefucht. So nennt man gewifse, meiftens fadenförmige, Fortfäze am Vor- dertheile der Würmer, dergleichen bey den Schnecken die fogenannten Hörner find, und man verbindet mit die- fem Worte den Begriff eines ungegliederten hornähnlichen oder armförmigen mufkelartigen Fortfazes. Allein: 1. diefe Fühlfäden fehlen vielen Würmern, dem Regenwur-
me z. B., den Rundwürmern,. den Doppellöchern , den
Plattwürmern, vielen Aufgufsthieren, . f. w. 2. Hat O. F. Miller eine Nereide, einen wahren Wurm, gefun- den, der gegliederte Fühlfäden hatte. |
Eigent-
I
j
über das ge/ammie T. hierreich, | 43 N
Eigentlich follte wohl diefe Claße in zwo oder drey andefe zerfället werden. Aber die Naturgefchichte aller hieher gehörenden Gattungen ift noch nicht. aufgehellet genug, dafs wir die Gattungen den neuen Clafsen mit Sicherheit und Beftimmtheit zutheilen könnten. ° Wir fe- hen wohl, dafs wir in einem andern Lande feyen, wann wir die fogenannten Pflanzentbiere ftudiren, als wir, wa- ren, da wir. uns mit den TORRIERIBEEN unterhielten; aber wo ift die Gränze ? 5
Ich weis demnach nichts’ anderes, als folgendes all- gem ein anzugeben: Das die Stelle des Herzens vertre- tende Eingeweide it von einem höchfl einfachen Baue oder fehlt ganz; einige Gattungen haben wahre Luft- ‚werkzeuge, aber nur an einzelnen Stellen, die andern völlig zu fehlen fcheinen ; .die Art fich fortzupflanzen ift nach den untern Clafsen (Abtheilungen), fogar nach den ‚Gattungen, und manchmal nach den Arten verfchieden; aber alle kommen darinn überein, dafs ihr Lebensfaft i (Blut) kalt ieh, dafs fie fich'nie hüuten, nie verwandeln, und dafs fie feuchte Stellen oder wirkliche Flüfsigkeiten lieben, und fogar zu ihrem Leben nöthig haben.
Aus diefer Ueberficht lafsen fich nun folgende Cha- ractere für die Clafsen angeben (die Charactere der Un- terabtheilungen follen bey den Clafsen, und die der Gat- tungen bey den Unterabtheilungen folgen).:
ir Herz mit zwo Kammern, zwey Ohren. h Blut warm. N I. Aihmen mittels wahrer Lungen. ° Säugthiere. Weibchen wit Milchorganen; gebähren |
lebendige Jungen, J
>
44 Betrachtungen y Il.
Herz mit zwo Kammern, N Ohren.
Blut warm. | Athmen mittels wahrer Lungen.
Weibchen eyerlegend, brüten, aber fäu-
gen nicht. Körper befiedert.
/
III, Herz mit einer Kammer, einem Ohre, Blut kalt. Athmen mittels wahrer Lungen.
RR Herz mit einer Kammer, einem Ohre, Blut kalt. | Aihmen mittels der Kiemen.
i V Herz ein einfacher langer Schlauch. Blut kalt.
Luft wird angefogen durch Luftlöcher.
Hiäuten fich, während fie wachfen, Fühlhörner am Kopfe.
Bde
Herz höchft einfach oder fehlt.
Blut kalt. Häuten fich nie.
\
> OO: 875
ir
IL Amphibien.
V, Infecten.
u. in
I. Cla/- |
)
RT N f
über das gefammte Thierreich. 45
‘2 Ctial/lse Pıuec:hrer«e
ih ich in dem gegenwärtigen Verzeichnifse nur die Baierfchen Thiere vorführe, fo kann ich fo viele Unter- abtheilungen nicht machen, als die Naturgefchichte wirk- lich foderte.
1. Abtheilung. Naubtpiere Vorderzithne: oben fechs, fpizig. Eckezühne: einzeln, fpizig. _ Fü/se: gefingert, mit Krallen,
\
IL, Abtheilung. | Nachträuber. Vorderzähne: unbeftimmt. | Eckezähne: mehr als einer in jeder Ecke, Füj/se: gefingert.
IL Abtheiluns.
N a 8er. Vorderzühne: oben und unten zwey (oder vier), fehr fcharf , ftark, lang, fchneidend.
Eckezähne:: fehlen,
Oberlippe; mit einer Haafenfcharte. Fü/se: gefingert.
IV. Ab-
46 | Betrachtungen | | IV. Abtheilung. Wisderkauen Vorderzähne: oben: fehlen.
unten: fechs oder acht. Fü/se: mit gefpaltenem Hufe.
‚ V. Abthleilung 8 Haues;
Vorderzühne: oben und unten. Eckezähne: oben zween an jeder Ecke.
unten einer, flark, lang, vorragend. Fäfse: mit gefpaltenem Hufe.
VI. Abtheilune.
\ Vorderzähne: oben und unten ftumpf. Fü/se: mit ganzem Hufe.
u
über das gejammte Thierreich. 47
Hund.
Canis,
Wiefel.
Muftela.
Baubthiere
1. Vorderzühne: oben fechs: die mittlern lap- pig, die äufsern entfernt, unten fechs: die äufsern lap- pig. . Eckezähne : gebogen. Buackenzähne: fechs und noch mehrere,
2. Vorderzähne: die mittlern gleich, Backenzähne: drey auf jeder Seite. Zunge: mit hinterwärts geneigten Stacheln. Klauen: einziehbar. | Oberlippe: zweylappig.
3. Vorderzähne: oben: gerade, etwas entfernt. unten ? gedrängt : die mittel- fien weiter zurück. Zunge: glatt. Klauen: unverrückbar.
Bär. 4 Porderzähne: unten die äufserften länger und
Urfus.
lappig; die vorlezten weiter zurück. Zunge: glatt. Nafe: in einen Rüfsel vorgezogen, Gang: auf dem ganzen Fufse.
Hund
/
48 Betrachtungen N
H-wn:d
gemeiner Jund. 1. Der Schwanz aufwärts eingebogen.
Canis familiaris. Lin. faun. fuec. n. 5.
Der Hund. . Unterhalt. a. d. Naturg..I. 13. Tab.
BE | we
Wohnort: bekanntlich wohnt unfer Hund jezt nir- gends wild, obgleich in einigen Ländern verwilderte Wahrfcheinlich ilt es, daß er vielleicht gar keine wahre Art, fondern nur ein Gemifche von Blendlingen ift, die von den- andern mit ihm verwandten Ar- ten abftammen,
Anm. Ein Beyfpiel der Treue und Aufmerkfam- keit, welches ein Hund in der Nachbarichaft,von Burg- haufen gab, während ich, in diefer Stadt wohnte, darf ich. hier wohl erzählen. Ein Reifender, welcher die Strafse von Oetting nach Braunau hielt, war etwas auf die Seite geritten, um ein Bedürfnifs der Natur zu be- friedigen. Er hatte bey diefer Gelegenheit feinen mit Geld gefüllten Bavchgürtel gelöfet, und neben fich hin- gelegt. Nun fchwang er fich wieder zu Pferde, und ritt weiter, hatte aber den Gürtel vergefsen. Sein Hund fiel jezt ohne Unterlafs das Pferd von vorne an, und fuch- te es aufzuhalten. Der Reiter, fein Herr, halt ihn für wüthend,, drückt eine Piitole auf ihn ab, und reitet wei- ter. Der tödtlich verwundete Hund zieht fich nach dem verlafsenen Gürtel zurück, den er bewacht, und fein Herr findet ihn über diefem Gürtel im Sterben, nach- dem er den Mangel diefes Gürtels wahrgenomnien hatte, und zurück geritten war, ihn aufzufüchen.
Diefes
[4
"Diefes‘ Beyipiel edehlienigen volikommeli ähnlich,
wel: 'hes Herr Klüber z) aus Montfaucon erzählt. Ein gewiiser Maccaire hatte einen Aubry von Montdidier, ‘der: eben allein und nur von feinem Jagdhunde begleitet in einem Walde Ipazieren gieng, ermordet, und allo- gleich tief verfchairt. Der Hund blieb über dem Grabe
fizeı, und heulte, bis ihn der Hunger nöthigte , Futter .
‚ zu fuchen. ‚Dazu lief er ‚nach Paris zu Aubry’s Freun- den, und lief dann wieder nach dem Grabe in den Waid,
wo.er wieder zu heulen und zu bellen anfieng. _ Diets
wiederholte er oft, bis man ihm einftens nachfehickte, an der Stelle nachgrub, und Aubry’s Leichnam fand, den man, vom Hunde immer begleitet, nach Paris brachte. Hier bellte der Hund, fo oft er den Mörder ieines Herrn erblickte, und bifs nach ihm. Maccaire kam darüber in Verdacht, und die Sache kam fo weit, dafs endlich der - König, Karl V., einen Zwerkampf zwifchen Maccaire . der nur mit einem Prügel bewaffnet feyn durfte, und dein Hunde verordnete. Diefer war Sieger, Maccaire wurde zu Boden geworfen und niedergehalten, bekannte fein Verbrechen, und wurde auf der Stelle hingerichtet,
‚KRoihfuchs. 2. Der Schwanz gerade, zottig: die Spize DEN AWEITS. Canis Vulpes. Lin. faun. fuec. n. 5. Der Birkfuchs. Schreber Süugth. IIT. 354. Tab. .90. — Unterhalt. a. d. Nat. Il, 123. Tab. 16. fig. 31.
Le Renard. Buffon. hifi nat, gen. VII. 73. Tab. | 4 —6,
bi
| Wohn- 2) Ste Palaye Ritterw. III, 225.
D
über das gefammte Thierreich. 49
? “ ® 4°
Wolf. 4. Der Schwanz unterwärts eingebogen.
so | Betrachtungen
Wohnort? in Höhlen ( Geliegern), .die mehrere \
Zugänge (Röhren) haben.
Anm, Die Füchfinn heifst bey den Baierifchen ja |
Fuchs) bey Willeram a) kömmt.
Bun 3. Der Schwanz gerade, en die
Spize fchwarz. "Canis Alopex. Lin. S. N. TI. 59. n. 5. Der Brandfuchs. Schreber Süugth. III. 358. Tab. 91. — Unterhalt. a. d. Nat. II. Tab. 16. fg. 32
Wohnort: im Köfchinger Forfte,
“gern eine Fee, davon vielleicht das Wort Veho (ein
Anm. Ich bin von feinem Dafeyn durch das Zeug- /
nifs mehrerer Jäger, und den Augenfchein Herrn P. Dal- ER . .
lingers aus dem Eremitenorden des heil. Auguftinus ver- fichert. | |
Die Bruft ift fchwärzlicht, der Bauch ganz fchwarz;
überhaupt hat er viel Schwarz in der Mifchung: feiner
Farbe. Der Schwanz (die Ruthe) länger als bey der ge»
meinen Art.
Buffon kannte den Brandfuchs nicht: denn fein Re- nard Charbonnier b) ift nur eine Abart des Rothfuchtes : er fagt ausdrücklich, die Spize der Ruthe fey weiß,
Canis Lupus, Müller prodr. n. 5. | | | Der.
a) Krüniz Eneycl. voce: Fuchs,
b) Hift, nat, VII. 82. n
Der Wolf. Schreber Säugth. III. 346. Tab. 88. = Unterhalt: a. d. Nat. II. 133. Tab,
17. iS. 33. 'Le Loup. Buffon hifl. nat. VII. 39.- Tab. 1 —3. - Wohnort: — — Er ilt nicht mehr inländifch, kommt aber zuweilen (doch fehr feltien )
aus Tyrol und Böhmen an die Gränze her-
über. Ich habe nur einen einzigen im Le- ben geliehen, im Hellebrunn bey’ Salzburg.
Seine Farbe war weifsgrau, und die Höhe
wie von einem grofsen Fleifcherhunde, -
K-a206,
Luchs. 5. Der Schwanz kurz: an der Spize fchwarz;
die Ohren mit Haarpinfeln ; der Körper un« gefleckt. Felis Lynx, Müller prodr. n. 9. Der Luchs. ' Schreber Säugth. II. 408. Tab. 109. — Unterh..a. d. Nat.II. 110. Tab. 14. fig: 27: Er Le Loup - Ceivief, EN Wohnort: im Hohenfchwangauer Gebirge, | Anm. Er ift oben bräunlichtgelb, unten weite,
Sein Fleifch kann gegefsen werden, und fell gut fchme- cken; wenigftens als die Univerfität einen folchen Luchs
von der Gnade des Fürfibifchofs von Freyfingen aus
Berchtesgaden für’s Naturaliencabinett erhielt, ünd der fel, Prof. Roufseau ilm ausftopfen liefs, fanden fich meh- tere Leute, die nichts weniger als arm waren, die fich
ein Stück von dem Fleifche, von dem fie hörten, dafs
wir es wegwerfen wollten, ausbathen ; und fehr dafür
dankten,
über das gefammie Thierreich. 5t \
Dis” Zuchs-
. R HR A m) Ya ar MEN
ar I
\
62 N ©. „Betrachtungen | E Luchskaze. 6. Weils mit fchwarzen oder braunen N Flecken; dıe Ohren mit Haarpinfeln. | “
Felis Kattlo, a Lynx cauda truncata, corpore albo,, maculato. N,
Lin. faun. fuec. n. 11. u i
Tournef. Reife II. S. 270. | N
Fr. Lei Chat - Cervier. | | ' Wohnort: in Böhmen; aber er kommt alle Winter A
in die Waldungen des Landgerichts Zwie- \
{el herüber. | i
ö Anm. Das Weibchen, wie mir Herr Ien. von Po- fchinger fchreibt , \unterfcheidet fich vom Männchen dar- N inn, dafs der weifse Grund ds Pelzes ins Graue fällt, a und die Flecke, flatt {chwarz , braun find. a
Gemeine Kaze. 7. Der Schwanz lang, fchattenbraun ”
‘ geringelt; die Ohren üngepinfelt, Felis Catus. Lin: faun. fuec. n. 9. e
Die Kaze. Schreber Süusth. III. 397. Tab. 107. % A. B. =: Unterh. a. d. Nat. II. 73.9
Tab 10). 0% y Wohnort: in den Waldungen an der Böhmifchen
| Gränze weniger‘ felten; doch leben. noch Leute, die diefes Thier in der Nachbar-
{chaft von Ingolftadt fchofsen. — Die zah-
| N Ä me Raise als Hausthier allenthalben, 4
/ d )
. W: ie, tie ıl \
Ä d.
Otter. $. Die Zehen der Hinterfüfse mit einer Schwimm- haut verbunden; der Schwanz um die Hälf-
te kürzer als der Körper. Mi
Mufte-
f )
|
;
über das gefammte Thierreich. N
' Muftela Lutra. Lin. S. N. I. 66. n.% Viverra Lutra. Lin. faun. fuec. n. 12. ' Der Fifchotter. ‚Schreber Süugth. III 457. Tab. 126. 4. Die Fifchotter, Unter. a. d. Naturg, II. 203. | Tab. 26. Fig. ‘a, | La Loutrc. Bufon hifl. nat. VI. 134 Tab. | 11 — 17. Wohnort: Flüfse, Seen; aber fparfam.
Hausmarder. 9. Die Kehle weifs, der Körper braun-
fchwärzlicht. | Ku
Muftela Foyna. Zimmermann geogr. II. p. 302.
Martes Faina. ofonfl. quadr. 156.
Der Steinmarder. Schreber Süäugih. EL, 473. Tab. 129.
La Fouine. Buffon hift. nat. gen. VII. 161. 7 Tab. 18 — 21.
Wohnort :, in alten Gebäuden.
SPORE der, 10. Die Kehle goldgelb; der Körper | braun. | ‘Muftela Martes. Zimmerm. geogr. II. 303. Muttela fylveftris. Jonfl. quadr. 156. Der Baummarder. Schreber Süug. III. 476. T. ab. 130. | | La Marte. Buffon hifi. nat. gen, VII. 186. Tab. 22, Der Feldmarder. Wohnort: Waldungen,, Vorhölzer.
-Ilti s. 12. Die Füfse gefpalten; der Körper {chwärz= lichtgelb : die Schnauze und die Ohren weißs, D 3 . .. Multe-
)
54 ‚Betrachtungen u | Muftela Putorius. Miller ‚prod, n. 13. | Der Iktis. Gen. Lhserb, 15%; — Schreb. Scugth LIT. 485. Tab. 131. Das Iltis. Unterh. a. d. Nat. Süug. 219. Tab. 27. Fi a | Le Putois. Buffon. hifl. nat. VII. 109. Tab. 23.24. Wolinort: Waldungen; er kommt aber ‚häufig in | die Häufer, &
Gemeines Wiefel. 12. Oben rothbrann, unten weifs,
Muftela vulgaris... Sonfl quadr. p. 152. Tab. 64. Die grofse Wiefel. Schreber Säugth. ZII. 496.
ab. 137 SA La Belette. Buffon hifi. nat, VII Tab. 29, Ag
Wohnort: allenthalben auf dem Lande. Es fängt '
Mäufe, Nattern, Vögel, und faugt die Eyer aus, a,
Anm. Büfon behauptet, jedes in Freyheit. leben- de Wiefel erwarte die einbrechende Nacht, bevor es auf
Beute ausgeht, » Das ift nicht richtig. Ich falı. es felbit öfter über ruhige Wi cfen am hellen Tage ziehen, und fpielte einft in meinem Knabenalter mit dem Thierchen, das ich nicht kannte, am hellen Mittage, und ohne Scha- den zu nehmen, obgleich der Landmann allenthalben dem ' Blafen des Thiers eine giftige‘ Eigenfchaft beylest.
Die Schwanzfpize wird niemal fchwarz. :
' j
Hermelin, 13. Die Schwanzfpize fchwarz; die Pfo= ten unten weifs.
Mufela erminea. Lin. _[yfl. nat. 68. n. 10,
Muticla Ermineum, Brifson quadr. p. 176.
-
Die _
Ss
über das ge/ammte Thierreich. 55 Die kleine Wiefel. Schreber Säugth. III. 496. Tab.
138. Das Hermelin. Unterh..a. d. Nat. I. 216. Tab. 27“. fig. 53. 0%
L’Hermine, Buff: hifl. nat. VII. Tab. 29. fig: 2 Wohnort: in Wäldern; doch ward auch eines zu Ingolftadt angetroffen ,„ das fich in.den Fe- ftungswerken aufgehalten hat ‚„ und felbft im Sommer weifs war, f
Bar Grasbär. 14. Die Farbe fchwarz ; der Schwanz fehr vkurz. Urfus niger. Schreb. Süug. II. Tab. 140. Grasbär oder Ameifenbär. . Yon Salis in A für die Naturk. Z]. 134. Wohnort: in der Waldrevier an der Röhrnifchen Gränze, | |
/
.Honigbär. ı5. Die Farbe braun; der Schwanz fehr kurz, | Urfus badius. Pferdebär. Yon Salis in Mag. f. d. Naturk. Ir. N 4194. Ne Der braune Bär. Unterh. a. d.. Nat. 11. ı. Tab. Led, 0, Y, Urfus fufeus. Schreber Säugth. III. Tab. 139. Wohnort: in den Wäldern an der Böhmifchen Gränze,
Anm.. Weber diefe beyden Bären fchreibt mir Hr. von Pofchinger Folgendes: „In eben diefen Wäldern (des Landgerichts Zwiefel) giebt es fowohl: fchwarze
D4 ae Re
4 \ h » * I Saum 80 ; 56 0 Betrachtungen als braune Bären,. von verfchiedener Gröfse und Neigung zum Rauben, je nachdem fie von ungefähr, oder aus “ U Noth gedrungen (wie man bey uns fagt), Fleifch zu ko- ften bekommen. In diefem Falle richten fowohl die brau-
nen als die fchwarzen Bären unter den Heerden srofsen Schaden an. Wirklich find fchon öfters folche Viehräu-
ber von brauner und fchwarzer Farbe erlegt worden,
die oft fo kühn waren, dafs fie, befonders im obern
Walde, wo man die Viehftälle draufsen auf den Bergen hat, in die Ställe zur Nachtszeit einbrachen, und Ziegen und anderes Vieh daraus raubten. „ Ordentlich fucht der Bär mit Ameifenhaufen,. mit Himbeeren, Brombeeren, und den Früchten .der Büche, mit Haber,..wo er AR fin- det, WR Leinen Hunger zu flillen, Der Bär wird grofs und ‚fchwer; man hat bey uns (in der Hofmark Frauenau), jedoch felten, Stücke zu 4 Centnern erlegt,
So lange keinSchree fällt, und'er Pflianzennährung £in-
det, ftreift er immer in den Wäldern herum, lagert fich
aber alle Nächte in feiner Höhle, die er fich zeitlich zum Winterquartier Zubereitet, und darinn fein Bett mit Moos weich und warm macht. Bey Mangel der Nahrung und
eintretendem Schnee bezieht er diefe Höhle ununterbro-
chen, hält fie aber fehr rein, indem er bis zur völligen |
Reinigung, und bis zum darauf fotgenden- Winterfchlum- mer feinen Auswurf in 'einer Entfernung von der Höhle in gro/sen Haufen ‚niederlegt. Nah hat mehrere Bären in cinet einzigen Föhle überwinternd gefunden. Zu die- fer Zeit ift der Bär am fetteften. , Das Weibchen führt feine Jungen, fo bald es im Frühlinge die Höhle ver-
läfst; 'es it aber doch ungewifsy, ob es fie in der Höhle,
oder bald’ nach. dem 'Austritte -aus derfelben feze. Es
läfst
r
les
über das gefammte Thierreich. 57
‚läfst die Jungen bis in den fpäten Herbft mit fich gehen (fo fah ich felbft einmal drey Jungen mit ihrer Mutter im October), und nimmt fie vielleicht den erften Winter in die Höhle mit. Da der Bär cinfiedlerifch lebt , man aber bald nach Verlafsung. der Höhle mehrere Bären bey- fammen fiebt, fo darf. man richtig ichliefsen, dafs zur ‚ felben Zeit die Begattung gefchehe,“ j
Diefe Angaben mögen Anlafs geben, einige Dinge in ‘der Natütgef fchichte des Bären zu berichtigen, in wel- cher es noch nicht fo ‚helle'ift , 'als'man denkt, da fie fich gröfstentheils auf Jägernachrichten ‚sründet."-
Eine Fabel ift es, dafs die jungen Bären ungeftalte- te Thiere feyen. Ich habe zween ausgeftopfte im Natu- raliencabinette des Stifts Beycrberg gefehen: fie find fehr artige kurzhaarige Thierchen, und haben gute Verkältnifse,
‚Herr Zinımermann hält c) beyde Arten für blofse Varietäten, wie er diefs auch von den.verfchiedenen Fuchsarten „. die über. den Erdboden verbreitet find, zu glauben geneigt ift. Ich bin anderer Meynung. Varie- täten, Abartungen, Ausartungen müfsen eine‘ Urfache ha- ben; diefe kann individuelle oder allgcmeine Urfache feyn. It fie das erfte, fo müfsen die abgearteten Thiere (ich rede blofs von wilden Thieren) felten feyn,, z. B. weif- fe Raben, ganz weifse Schwalben , fchwarze Stieglize, nt 2. terheralifenein ; {6 mufs fie alle, ‘oder faft. alle‘ Individuen (nämlich nur die flärkften- ausgenommen) eben- derfelben Art und ebendefselben Landftriches treffen. Was die Schnauze des einen Bären verlängert, 'mufs auch die | | eg | des
c) Geogr. Gefch” I, 370; |
53 Betrachtungen |
des andern verlängern, der mit-ihm wohnt, und alle Um- ftände theilt. Was die Verhältnifse des grauen Berghaa- fen verändert, mufs fie auch beym gemeinen Haafen ver- ändern, der mit ihm diefelben Berge häufig bewohnt.
Dachs. 16. Grau, unten fchwarz ; ein fchwarzer Streif
beyderfeits längs der Schnauze durch das_ Auge und Ohr fortgeführt, | Urfus Meles. Müller prod. n. 17. ‚Der Dachs.. Schreber Süugth. ILI..516.. Tab. 142. rare Unterhisas .d.:. Nat. 11I.. 196.- Tab..25. : Le Blaireau. Buffon hifl. nat, VII, 104. 7: ab. 7-% Fr. Le Blaireau; Le Fafson. ; "Wohnort: zerfireut ‚auf Bergen, in unterirdifchen Höhlen (Geliegern), i |
Nachträuber.
Igel. 5. Yorderzähne: oben zween, entfernet. Erinaceus. unten zween, genähert. Eckezäühne: oben überall fünf. unten überall drey. Backenzühnex überall vier. Körper : oben mit Stacheln bedeckt,
Maulwurf. 6. Vorderzähne: oben fechs. Talpa. | | unten acht. | Eckezähne:: überall einer: die obern gröfser. | “ Backen-
Be en
|
}
über das gefammte Thierreich, er
Backenzälhne: oben fieben. unten fechs. Vorderpfoten: handförmig.
Spizmaus. s 7. Vorderzähne: oben zween i länger,
Sorex;‘ ! { . unten zween oder vier: N, . ; und dann die mittlern Be 7 kürzer, +
Eckezühne : überall mehrere. Backenzähne: fpizig. Körper: mit Sammethaaren bedeckt,
Fledermaus. 8. Zähne: verfchieden. !
Vefpertilio. Vorderfüfse: die Finger fehr lang, eine am Arme und Rumpfe herab- laufende Haut ausfpannend.
Dortank gemeiner Igel. 17. Die Ohren gerundet, die Nafe mit einem aufgeworfenen Kamme. Erinaceus europaeus. Mäller prodr. n. 20. ‚Der gemeine Igel. Schreber Süugth. III. 580. Tab. 162: —. Unterhalt. a.. d. Nat, 2, 155. TaB.:.10, 2002, le L’Herifson. Bufon hifl. nat, VIII. 28. Tab. 6. Wohnort: Wiefen, Anm. Man ifst ihn auch, und ich habe felbft da- von gegefsen. Er it fehr fett, aber fein SR | Fleifch hat einen unangenehmen füfslichten Gefchmack. |
! a
460 | Beirachiungen Maulwurf.
gemeiner Maulwurf. 18. Gefchwänzt, fchwarz;
die Füfse fünffiingeris® Talpa europaea, Müller prod. n. 18. Der gemeine Maulwurf. Schreber Süugth. TEL, 558. | ' Tab. 156. = ÜUnterh. a. d. Naturg. II. ‚165. Tab. 20. Fig. 40. La Taupe. Buffon höfl. nat. gen, VIII.$ı. Tab. 12.
ß. wei/ser Maulwurf. De la Faille Maulw. 13. Er it gewiis nur eine fchwächliche Ausartung,, ein Kakerlake unter den Maulwürfen, was auch De la Faille dagegen Sagt. Wohnort: auf Wiefen.
DPLZMEUS, gemeine Spizmaus. 19. Oben rothbraun, unten weißlicht; der Rüfsel fehr in die Länge BEZügen, \ T. Sorex Araneus. Gmelin S. N. L..I. 114. n. 5. Mus Arancus. cjonfl. quadr. Tab. 66. Die gemeine Spizmaus. Schreber Säug. III. 573. Tab. 60.
Mufaraigne. Buffon hifl. nat. VIII. 57. Tab. ı0.
Wohnort: in Waldungen; fie kommt auch in die Häufer, wie man mich verfichert. Ich kenne fie nicht.
Wa/ser Spizmaus. 20. Schattenbraun, unten afchen-
I
sgrauz; der Schwanz faft körperlang, vier-
kantig, nebft den Zehen gefranzt. Sorex fodiens. Gmelin $. N. Li Ip. 113. ». 7. Ä La
[ih
\ ’ ‚ Aber das gefammte T hierreich. 61
Pu
La 'Mufaraigne d’ean, Daubenton mem. de l’ Acad.
| de Par. 1750. D2L2NIN Buffon hifl. nat. gen. VIII 64. Tab. 1.
Die Wafserfpizmaus, Bujfon Säugth. Berl. IF. 267.
Tab. 75. — Schreber Süugth. III! 37;
Tab. 161. Tale Sorex tetragonurus. Schreber Süugth. III. Tab, Du 159. 3. verfchieden ? | Wohnort: Vlerr Schreiner fand fie Be Heg nächft
i
Reichartshofen „ und bey Ingoliladt.
Anm. Fünf Zehen an den vordern Fülsen,, fünf an den hintern: überall die drey mittlern die längften. Die ‚Fufsfoblen find unten länglicht ausgehöhler, was dem Thie- re das Schwimmen erleichtert. Vorderzähne I de
se 2 (unten), länger als die übrigen: die ubern gegeneinander gebogen, feitwärts ‚mit einer zahnförmigen Abtheilung, unten aus- gehöhlt; die untern länger, in die Höhlungen der obern einsreifend. Eekösahne » , ungleich: die gröfsern einem gleichfeitigen Dreyecke ähnlich. Backenzähre #, kegel- förmig mit Hacken: die hinterften im obern Kiefer mit
fpizigen Fortfäzen. In allem 42 — 28 Zähne,
Am .deutlichften untericheidet fich diefe Spizmaus durch ihre, Ohren. Hier ift eine auf die Länge des Kop- fes feigere Spalte angebracht, und die Haut ift dort muf- kelartig und Mrfe, wie bey unfern Augenliederu. Die Ohren ftehen ohne Mufchel unter diefer beweglichen Haut offen, und können vor dem eindringenden Wafser durch die genaue Aneinanderdrückung der Hautränder feft ver- ‚Tchlofsen werden. Gleichwohl ift an diefem Ohrliede,
wenn
&,
N
62 Betrachtungen
wenn ich fo faren darf, eine Iänieire Mufchel mit ver- fchiedenen Lappen angebracht, dicht über der Stelle, an
weich ‚er das ia liegt. Eli... NS
Daubenton hat diefe Befonderheit nicht angem nerkt, durfte es vielleicht nicht, weil fie-gar zu deutlich auf
die Endurfachen hinführt , und die Weisheit des Uhrma-_
ehers verräth, welcher die Uhr fo zweckmäfsig angefer-
tiget hat.
Bey derjenigen Spizmaus, die ich gemefsen habe, war der. Körper von der Spize der Schnauze bis zum An- fang des Schwanzes = 3’, die Länge des Schwanzes — ıl st, was von der Daubentonifchen Ausmeisung
“abweicht, die die erftere Länge = 3“ sl, die zweyte
— za zo! angiebt..
; Neredermaus
gemeine Fledermaus. 21. Oben afchenfarben, un- ten weifslicht; der Schwanz völlig in die
Flügelhaut verwachfen; die Ohren fo grofs als der Kopf, gerundet.
Vefpertilio murinus. - Zin. faun. fuer. n. 2
‚Die gemeine Fledermaus. BDüffon vierf. Tbier. Berl. Ws 2a pr = Schreber Süugth. ]. 163. Tab. 51. Uhterh. a. d. Naturg. IT, a. Tab. 6. Be 7g. II,
La Chauve-Souris. Daubenton mem. de PZcad. de Par. 1759. p. 379. Tab. IP EN Buffon. hifl. nat. VIIL 23. Tab. 16.
Wohnort; in Thürmen.
“Anmerk. Vorderzähne #,
Speck-
über das gefammte Thierreich. Ko.
Speckmaus. 22. Rothbraun; die Ohren viel kürzer als der Kopf, gerundet; der Schwanz völ- ee lig in die Flügelhaut verwachfen ; die Schnu- ze fumpf, an der Spize fchwärzlicht, ‚ Vefpertilio Nodtula. --Gmelin S. N. L. I.48. n. 10, Die nächtliche Fledermaus. Bäffon vierf. Th. Berl. | 7 SL Die Speckmaus. ‚Schreber Süusth. I. 166. T. 52, La Nodäule.‘ Daubenton mem. de P’Äcad. de Par. f 1759. 9. 38. Tab. 15. Fi&. 1, = Buffon hifl. nat. gen. VIII. 128. Tab. 18. Fig. ı.
Wohnort: um Falkenfels. er
Anmerk. Vorderzähne: L,
Zurrs Fledermaus. 23. Gefchwänzt; die Ohren kopflang, gerundet; die Lippe aufgewor- fen, die Stirne Zottig, gewölbt.
Vefpertilio Pipiftrellus. Gmelin S. N. L.1. 48. n. 12.
Zwergiiedermaus. Büfon vierf. Th. Berl. V. 83. — Schreber Säugth. I. 167. Tab.-54.
La Pipiftrelle. Daubenion mem. de P’ Acad. de Par. 1759. 381. ab. 14. Fig. 3. = Buffon
hifl. nat. VIII. 129. Tab. 19.
Wohnort: in hohlen Büchen bey Bettbrunn hat fie Herr P. Profper Dallinger gefunden. |
Herr Bechftein fagt, fie lebe von den verfchiedenen
Arten der Holzkäfer.
Vorderzähne ; &, Das ganze Thier dunkelbraun mit.
einem blaulichten Scheine, etwa von der „Gröfse einer Wallnufs.
Huf-
64 00 Beirachiungen
Hufteifen Fledermaus. 24. Gefchwänzt; auf der.
Naic ein huieilenförmiges , Bar häuti- Des Blatt, W; i | Verpertilio Hippocrepis. | Veipercilig Ferrum equinum. "Gmelin:S, N, L. I. p. 50. n. 20. | Die Hufeifennafe, - Schreber Säugth. I. 174. Tab. 62. ‚Das Bufeiten. Unter a. d. Nat. II. 46. Tab. 6,
© Le'fer-A-cheval. Daübenton mem. de P’ Acad. de Par.. 1739. p-. 382: Tab. 135. Fig. 4
Wohnort: Herr Schreiner hat fie um Heg: Herr P.
Dallinger bey Bettbrunn nächit Ingolftadt:
und Herr Mendel von Steinfels im Schu-
berloche bey Kehlheim entdecket.
.. oO Anm. »Vorderzäline: 7
Allgemeine Anmerkung.
Spallanzani hat zu erweiten gefucht, .da’s die. Fle- dermäufe einen eigenen Sinn hätten, der sewilsermafsen die Stelle der Augen vertrete, und auch da ann noch wir- ke, wann-fie geblendet, oder gar zerftöret find. d) Aber
er fcheint nicht gewufst zu haben, dafs die Augen nicht
gerade dazu taugen, um Entfernungen zu meisen, zu welchem Gebrauche wir fie freylich häufig anwenden, indem wir ihnen durch Urtheile zu Hilfe kommen, was bey Thieren, derer Vervollkommnungsfähigkeit fehr ge- ing, und faft null ift, nicht möglich if. Der unbe- kannte Sinn, den Spallanzani entdeckt zu haben glaubt,
Sn ift
d) Med, chir, Zeit, 1794. 1II. 328,
über das ge/ammte Thierreich, 65
l
ift [chon zu Anfang der lezten Hälfte diefes Jahrhunderts von Bowles e) gut genug erwielen worden: es ift der Geruchfinn , in einer grofsen Vollkommenbeit. ° Zögen die Thiere ihr Gelicht zu Rathe, fo würde die Fleifch=« ‚fliege ihre Jungen nicht auf die flinkende Blüthe der $ta- pelie abfezen, wo fie verderben müfsen:: fo würde der Scharrkäfer , der auf dem Boden eines Beträchtlich ent- fernten Gebüfches ruhig einher kriecht, fich nicht in die Luft erheben, um in gerader Richtung auf einen frifchen Külekoth hinzufliegen, den er nicht fehen konnte: To würde der Spürhund kein Gewild finden, das fchon vor
mehrern Stunden weit von der Stelle weggezogen ift, an welcher er. die erften Anzeigen giebt: fo würde der Specht die Maden nicht finden, die eine dicke, ihm un- geniefsbare, Baumrinde bedeckt. Man darf. ficher darauf rechnen, dafs alle die berufenen Scharffichtigkeiten der Thiere unter die Fabeln gehören, von denen fich die Naturgefchichte noch zu reinigen hat. Der Geruchfinn it dem bloßs finnlichen Thiere weit angemefsener als der ‚Sinn des Gefichtes,. der weiter nichts zeigt, 'als Licht und Farben und Umrifse. Die grofsen Entdeckungen, die alle Menfchen durch diefen Sinn machen, find keines- wegs blotse Empfindungen, derer das Thier allein fähig ift, fondern die Refultate fehr feiner und fcharffinniger Urtheile unfers Verftandes.
Dadurch wird aber diefer Sinn den 'Thieren ‚nicht unnüz; fchon durch das blofse Gefühl des Lichtes lernen fie die Zeiten unterfcheiden , in denen fie ihren Befchäf- tigungen nachzugehen haben; die erfcheinenden feindfe-
ligen e) Hift, nar, de l’Efpagne 317, &c.,
E
66 Kö | Betrachtungen
lien Geftalten, geben ihnen die Richtung an, nach wel- cher fie ihnen ausweichen follen; und überhaupt, wenn
das Auge bey den Thieren nicht, wie bey uns, der vor-
züglichfte Sinn ift, fo leiftet er doch den übrigen anfehn-
liche Hilfe, und bringt mehr Deutlichkeit in die immer
)
noch verworrenen Empfindungen der Thiere.
EEE TE De u mn m m De oz u
TE EEE
N ER
Haafe. 9. Yorderzähne: oben zween: hinter jedem
Lepus. N ein kleinerer. “erh, Kart | unten zween: einfach, Backenzähne: oben fechs. \ | unten fünf N Ohren: &tofs und lang.
Savie. ‘10. Vorderzühne: oben zween. Cavia. | "unten zween oder vier, | Backenzähne : oben und unten vier. Fü/se: fehr kurz: die vordern vierfingerig mit einem unvollkommenen Dau- men. | N e die hintern dreyfingerig. Bieber. ı1. Yorderzähne: oben und unten zween, Caltors Backenzähne: "oben und unten ‘vier, Schwanz: plattgedrückt und Tchüppig. Kleinöhr. 12. Yorderzähne: oben zween : klein. Microtus, N unten zween: breit- | fchneidig, |
Backen-
\
über das’ sefammte Thierreich. 67
Backenzühne: oben und unten drey. Fü/se: die vordern vierfingerig mit ei- . | nem Daumnagel. | die®intern fünffingerig. M Maus. 13, Vorderzähne: oben zween, klein. Mus. ' unten zween, zugefpizt. | Backenzühne: oben und unten drey. Fü/se: die vordern vierfingerig. | die hintern fünffingerig. Schlafratte. 14. Vorderzähne: oben zween. Myoxus. | EN unten zween: breit. fehneidig. Backenzähne; oben und unten vier. Füj/se: die vordern vierfingerig. r die hintern fünffingerig. Ä Schwanz : lang, und langhaarig. Kopf: zund. | Ohren: faft nackt. | Kichhornchen. ı5. Yorderzähne: oben und unten Sciurus, , zween. | ge Backenzähne : oben und: unten vier. | Fü/se: die vordern vierfingerig. die hintern fünffingerig. Schwanz: lang, und langhaarig, Kopf: ftumpf dreyeckig. in: Ohren: behaart. | Muüurmelthier. 16, V orderzähne: oben zween:: gerade, Ardomys. unten zween: krumm, | Backenzähne: oben.und unten vier. E 2 | Fü/se:
68 en Betrachtungen h \
Fü/se: die vordern vierfingerig. die hintern dreyfingerig.
Schwanz: fehr kurz, fehr behaart.
Haafe
Feldhaafe. 25. Die Ohren (Löffel) und der Schwanz länger als der Kopf: erftere gegen die Spi-
ze, und der Schwanz oben fchwarz. Lepus timidus. Müller prodr. n. 23. Feldhaafe. Merrem Abh. 19. Der gemeine Hafe. Schreber Säugth. IV. 865. Tab, 233. 4. —. Unterhalt. a. d. Nat. I 28, Tub..4. Fig. 7. 8. LeLievre. Buffon hifl. nat. VI. 246. Tab. 38 — 49. Fr. d Le Lievre; $. la Hafe; das junge Levraut.
Wohnort: allenthalben in Wäldern, auf Wiefen, in
Acckern.
Anm. 1. Die Hinterbeine gerade von 78 halben “
Lane des ganzen Körpers. Anm. 2. Man hat mit diefem ünferm europätichen Haafen den nordamerikanifchen für einerley Art gehal-
ten, und der Erinnerungen des Herrn Schöpfs, welcher
unfern Haafen dem ganzen Amerika abfpricht , | ungeach- tet fortgefahren zu fagen, unfer Haafe wohne auch in Nordamerika. Herr Schöpf hat uns f) die Ausmefsun- gen des nordamerikanifchen Tbieres gegeben; ich habe
die des unfrigen damit verglichen. Hier find die Reful-
tate. Ich nenne des kürzern Ausdrucks wegen den nord- ameri- £) Naturf, XX, 33.
!
A#
über das gefammte Thierreich. 69
“
| amerikanifchen Haafen A, den europäifchen E, die gan- zen Vorderfüfse mit Schulterblatt und Zehen Arme, die ganzen Hinterfüfse Züsfe.
A, Kopflänge; Ohrlänge = 29 : 32. fat Z 30 : 32 Bee. el Kai E. 2 739: 56. fat z go: 56
As Arme & Läufe 76 9.277. 120 53 199.858, E —— 27-— ZI 105:170. Z 21:34.
A. Oberlippe : Unterlippe Z 3:17 9:3 E. ua a ee il A. Oberlippe : Kopf = 15 : 58.
E. u \
Aus diefen Verhältnifsen ift es klar, dafs der nord- amerikanifche Haafe keine Spielart des unfrigen fey. Vom Kaninchen’ unterfcheiden ihn feine Sitten hinlänglich, da er nicht gräbt. Ob er aber von unferm Berghaafen ver- fchieden fey, kann ich nicht beflimmen, da ich die Aus- mefsungen fo genau nicht vergleichen kann.
Berghaajfe. 26. Die Löffel und der Schwanz kürzer als der Kopf: erftere an der Spize fchmal fchwarzgerandet; das Fell im Winter weifs, 5 im Sommer grau. T Ro Lepus variabilis. Gmelin $S. N, 2. IL 161. n. ©. Berghaafe. Merrem Abh. 20.. Lievre de Montagne. Am - Stein mem. de Lau/an. II. 266. Tab. 6. Der veränderliche Hafe. Schreber Süugth. IV. 883. dab. 235. B. Wohnort: in der füdlichen Gebirgskette. ES Anm
70 Betrachtungen
Anm. Ich bin nicht sanz gewifs von dem Dafeyn
diefer Haafenart in Baiern. Man fagte mir blofs, als ich
unfere füdliche Gebirgskette bereifete, dafs es’ ’auf der- felben Haafen gebe, die im Winter: weifs werden ; ’aber man wufste mir fonft kein unterfcheidendes Merkmal an- zugeben, und felbft fah ich keinen.
Kaninchen. 27.1:Der Schwanz fehr kurz; die Löffel RN | faft nackt, an der Spize fchwarz ; die Hin- terbeine kürzer als der halbe Leib. Lepus Cuniculus: Müller pred. n. 24. ‚Kaninchen. Merrem Abh. 20. = Schreber Säugth. IV. 971. Tab. 236. A.B.C.— Unhter- halt. a. d. Nat. I. 35. Tab.-53.- Fig. 9. 10.
Le Lapin. Bufon hifl. nai. VI. 303. Tab. 50-57.
Wohnort: vielleicht nirgends; blofs zur Luft wird | es hier und da gcheget. Doch ift es auf einigen Infeln der Alze jezt wild, ‚ ß. Seidenhaafe. Die Haare fehr fein, fleckweife ausfallend. |
Anm., Er wird hier und da ordentlich gcheget, - und zu gewifsen Zeiten fachte gerupfet, ift aber fehr zärtlich, verträgt keine Kälte, fchwillt auf, bekommt den Durchfall, und Rirbt.
IIgemeine Anmerkung.
Im Naturaliencabinette der ökonomifchen Gefell- Schaft zu Burghaufen verwahrt man zwey Haafergeweihe
auf, die noch ‚auf dem: Stirnknochen fizen. Aber diefe °
Knochen find nicht sanz, fordern wie geflifsentlich ver- kleinert, und die Geweihe felbft könnten dem Rehgehör- ne
A
über das gefammte Thierreich. 7
ne nicht vollkommner gleichen , als fie es wirklich thun, Aber ift es mit den Haafengehörnen aller übrigen Cabi- netter, und den darnach genommenen Abbildungen an- ders? Hat ein glaubwürdiger Mann einen lebendigen Haafen mit einem Gehörne gefehen , ‘oder ein Anatomie ker einen ungezweifelten Haafenfchedel mit dem auffizen- den Gehörne mittels der Säge unterfucht 2, Ich meines Theils will eben fo gerne an den Norwegifchen Kracken glauben als an wahre Geweihe von Haafen,
Siamvitce.
Meer/chweinchen. 28. Schwanzlos; zween Schnei- dezähne in jedem Kiefer ; die Ohren rund, grofs.
Cavia Cobaja. Pallas Spicil. II. p. 17. = Gme-
| Bu 8. Nu Zi ErI22 mi,
Mus Porcellus. ‘Lin. /yfl. nat. 79. n. I. -
Meerferkel. Merrem dbh. 23.
Das Meerfchwein. Schreber Säugth. IV. 617. Tab. 173. | ß
Das Meerfchweinchen. Unterh. a, d. Naturg. II.
"2358. Zu. 19, Flo. 38. Cochon d’Inde. Buffon hifl. nat. VIII. ı. Tab. 1. Wohnort: nirgends in Baiern, es wird aber hier und
da geheget, BieDe%
gemeiner Bieber. 29. Der Schwanz flach, eyför- mig; die Finger der Hinterfüfse verbunden. Caftor Fiber. Müller prod. n. 25.
Gemeiner Bieber. Merrem Abh. 18. E4 | Der
72 AR. Betrachtungen \
Der Bieber. Schreber Süug. ‚IV. 623: Tab. 175,
SEITDEM a. d. Nat. II. 203. T: ab. 26,
Fig. 52. |
Le Caftor.n Bufon hif. nat. VIII. 288, Tab. 36.
Caftor; Bievre. Bri/son.
Wohnort: Schr fparfanm an Flüfsen in den einfanern Gegendeit,, um Stein bey Trofburg, an der Salza, in der Waldrevier an der Böhmi- fchen Gränze.
K Leano”h nr Feldmaus. 30. Der Schwanz kurz; der Kopf dick; | die Ohren fehr kurz; das Fell oben [chwärz- lichtgrau, unten erdgrau, Microtus terreftris. Mus terreftris. Lin. faun. fuec. n. 3x. Erdzeit. Merrem Abh. 28. |
Wohnort: unter der Erde auf Acckern, Wiefen, in. Wäldern.
\
Wa/sermaus. 31. Der Schwanz lang, dünnhaarig ; die Ohren verfteckt; das Fell oben Schwarz, unten afchengrau.
Microtus amphibius.
Mus amphibius. Lin. faun. fuec. n. 22, }
- Die Wafsermaus. Schreber Süugth, IV. 668. Tab.
186. ; |
Wafserzeift. Merrem Abh. 27.
Le Rat d’Eau. Buffon hifl. nat. VII. 348. Tab. 43.
Wohnort: unter den Wurzeln der Weiden und Er- lengebüfche an Bächen.
Reut- -
über das gefammte Thierreich. 72
Reutmaus. 32. Der Schwanz kurz, ‚behaart; der
aber
Körper braungrau, F
Microtus gregarius. | F
Mus gregarius. Lin. [yf. nat. I. 84. n. 16.
Die kleine Feldmaus. Schreber Süugih. IV. 680, ‚Tab. 191. | |
| Campagnol. Büffon vierf.' Thier. Berl. IV. 256,
= Buffon hifl.mat. gen. VII. 372. Tab. 47. Wohnort: bey Bettbrunn. Herr P. Dallinger.
Anm, Sie hat viel Achnlichkeit mit der Feldmaus;
die Feldmaus ift gröfser als die Hausmaus : ihre Ohren find kaum länger als die Haare. die Reutmaus ift kleiner als die Hausmaus ; ihre Ohren find länger als die Haare,
Maus.
%
Hausmanus. 33. Der Schwanz etwas länger als der
Körper, nackt; dasFell oben fchwärzlicht, unten weifslicht. | Mus Mufeulus. Mäller prod. n. 28. Mus Sorex. Bri/son quadr. p. 119. | Hausmaus. Merrem Abh. 43. Tab.ı. — Schre- ber Süäugth. IV. 654. Tab. 81. = Un terh. a. d. Nat. II. 21. Tab. 3. Fig. 6.
La Souris. Buffon hift. nat. gen. VII. 309. Tab.
39.
Wohnort: in den Häufern, Scheunen , Kornböden
gemein. \
E35 Anm.
| Y/
"Anm. Den Daumen der Vorderfüfse giebt Lin- ne g), und nach ihm Herr Gmelin h) nagellos an, was auch Herr Merrem thut' 2). Aber der Nagel ift häufig fehr deutlich zugegen.
Ihre ‚Fruchtbarkeit ift ganz aufserordentlich. Herr Merrem hat berechnet, dafs von Einem Paare jährlich 3480 Junge kommen können k), und doch ift das nur ‚die mittlere Zähl. Aber ihre Feinde find zahlreich „gar. viel gröfser, und fehr gefährlich.
Scaliger fah zahmgemachte Mäufe und Wiefel, die dem Rufe gehorchten,, die vorgewiefene'Speife aus der Hand und aus dem Munde nahmen, fich in die Rockär- mel oder am Bufen verbargen. /)
Raze. 34. Der Schwanz viel länger als der Leib, mit kleinen Schuppen geringelt; die Vorderfüß fe mit einer Überzähligen Klaue.
Mus Rattus, Lin. faun. Juee. n. 33.
Die Hausratte. Schreber Säugth. IV. 649. Tab.
179. |
Die Ratte. Unterhalt. a. d. Naturg. II. 17. Tab,
3. fig. a.
Le Rat. Buffon hifl. nat. VII. 278. Tab. 36.
Wohnort: in den Bräukäufern, Schlachthäufern ,
heimlichen Gemächern, auf Kornböden.
.Waldmaus. 35. Oben braungelb, unten weifslicht;
der Schwanz mittelmäßig.
4 0 Betrachtungen
Mus g) Faun. fuec. n. 34° BATBSHN. LT: U 720 n. 16. h i) Abhandl. gr. k) Abhandl. sr. 1) Ad Ariftor, hift, anim. I. «2
über das gefammte Thierreich, 73.
‘Mus fylvaticus. Lin. faun. Jwec. n. 36. Feldmaus. Merrem Abh. 31. | Die wo Feldmaus. Schreber Säugth. II. 651. End Tab. 180. Mulot. Buffon hifl. nat. gen. VII. 325. Tab. 41. Wohnort: Waldungen.
Anm. Der Schwanz oben (chnsir liche unten weifs, Brandmaus. 36. Der Schwanz lang, geringelt be- \ | haart; der Körper rothbraun: ein fchwar-
zer. Streif längs des Rückens.
Mus agrarius. ‘Pallas Reif. I. app. 2. m. 3.
Die Brandmaus, Schreber Säugth. IT. 6538. Tab, 2‘,
Wohnort: Herr P. Dallinger hat fie bey Bettbrunn in jungen Baumfchlägen gefehen,
Ann. Sie ift kleiner als die Hausmaus. Die Oh- ren find kurz, gerundet.
eilatruene
Hajelmaus. 37. Oben lichtgelbbraun, unten gelblicht- weifs; der Schwanz länger als der Leib; der Daumen der Flinterfüfse nagellos.
Myoxus avellanarius. ;
Myoxus Mufcardinus. Gmelin S. N. L. 156. n. 4
Mus avellanarius. Lin. /yfl. nat. 93. 0. 14. |
Hafelraze. Merrem Abhand.. 34.- |
Der Hafelfchläfer, Schreber Süugth. 17. 835. Tab. 227.
Le Mufcardin. Buffon hifl.nat. VIII, 193. Tab. 26.
Fr. Le Croquenoix.
Wohnort: in Wäldern, Gärten,
’
Billich.
76 ul Betrachtungen
Bunt ch. 38. Oben dunkel afchengrau, unten weifslichtz
der Schwanz fehr Zr kürzer als 2“ Leib,
Myoxus Glis. Gmelin S. N. L. LIE. at.
Sciurus Glis, Lin. /yfl. nat. 87. n. 8.
Der Billich. Schreber Säugth. IV. 825. Tab. 225.
Schlafraze. Merrem Abh. 35.
Der Siebenfchläfer. Unterh. a. d. Naturg. Ir. 29, Tab. 4. Fig. 5.
Le Tode, Buffon hift. nat. VIII. 158. Tab. 24.
Wohnort: um Heg nächft Reichertshofen, wo ihn Herr Schreiner gefunden hat; aber das Ie;3 ift fehr felten.
E chhörnchen
gemeines Eichhörnchen. 39. Die Ohren an der
Spize mit einem Haarbüfchel ; der Schwanz
von der Länge des Leibes. s
Sciurus vulgaris. Lin. faun. fuec. n. 37.
Das gemeine Eichhorn. Schreber Süugth. IV, 757. Tab.. 212. ! |
Das Eichhorn. Unterh. a. d. Nat. II. 9. Tab. 8. Fig. a.
L’Ecureuil, Buffon hifi. nat. VII.253. Tab. 32-35.
Wohnort: in den Wäldern allenthalben.
Anm. Meiftens braunroth, am Bauche weifs, die Barthaare fchwarz. Seltner fchwarz, und dann zuwei- len mit weifsen Barthaaren, dergleichen ich eines in Ober- öfterreich auf einer Jagd gefehen habe.
Mur-
0
über das gefammte Thierreic., 79
-Murmelthier.
Alpen Murmelthier. 40. Mit Ohrmufcheln; der
‚Schwanz zottig, ein Drittel fo lang als der Körper; der Daumen der Vorderpfoten na- umgellos, El } | R Ar&omys Marmotta. Gmelin S. N. L. 141. n. 1. Das Alpenmurmelthier. Schreber Säugth. IV. 722.
Tab. 207.
_ Murmelthier. Unterh. a. d. Nat. II. 161. Tab,
\ 20. Ko, 39..— , Merrem “Z0h. ai, — Ge/ner Thierb. 61. aver/. N
La Marmotte. Buffon hifl. not. VIII.219. Tab. 28,
Wohnort: auf den Bergen der Graffchaft Werdenfeis.
In diefe Gattung gehört auch der Hamfter (Mus Cri-
cetus L.). Ich habe ihn nicht vergefsen, aber weder
felbft gefehen, noch, ob ich mir gleich Mühe gab, ihn
_ erfragen können. In Unteröfterreich ift er da, aber fehr
fparfam : ich fah einen einzigen, ausgeftopft, und als eine Seltenheit aufbewahrt, RR
Een nun nennt. an
Bm nenn neumaneeremrumn mn. |
Wiederkävue nr}.
N
Hirfch. 17. Hörner (Geweihe): dicht, in Zacken ver- Cervus. Ä äftiget. |
m
Vorderzähne : unten acht.
Gazel-
73 0 Betrachtungen
Gazelle. 18. Zörner: hohl, einfach, rund, fpizig, | Antelope. kmotiggeringelt. | Vorderzühne: unten acht, ur ‚Kinn : bartlos. rer
Bock. ı9. Zürner: ‚hohl, einfach, zufäammengedrückt, Trabus.. NR) ER URCHENS ee | Porderzähne: unten acht. Kinn: gebarter. ne
‚Widder. „20. Hörner: hohl, einfach , etwas zufam-
Mufinon. | EM mengedrückt, runzelig. Vorderzühme: unten acht, Kinn: bartlos.
Rind. 21. Zörner: hohl, einfach, rund, glatt, mond« Dos. förmig. | Porderzähne: unten acht, Kinn : bartlos. |
NPTRTTEICH edler Hir/ch. 41. Die Geweihe äftig, durchaus rund, - gebogen, | IN _ Cervus Elaphus. Müller prodr. 2.35. Der Hirfch. Unterh. 0. Nas [ik ‚Tab. I; Fig. x. 2:- | Le Cerf. Buffon hifl..nat. UT. ee; Tab.9 — 26. cd" Der Hirfch.. Ze Cerf. 2 Die Hindinn. La Bi. che. '< Das Kalb. Le Faon. | | Drknokt: Waldungen, Er fleigt hoch in die Ge= birge hinauf. :
Reh-
über das. gefammte Thierreich.
| Kehbock. 42. Die Hömer (das Gehörne) &fig, rund,
geräde, _ Cervus Capreölus. Müller prod. n. 38.
79
\
Das Reh. Unterhalt. a. d. Nai. l. 19. Tab. 3.
00. ©,
| Le Chevreuil. Buffon hifl. nai. +; 108. Tab.
32 — 37.
Wohnort: Waldungen. Er folgt dem edlen Hirfche
in die Gebirge nicht nach.
Anm. Das Reh wird gegen das Ende des Julius und im Anfange des Augufts brünftig m), und geht 9 Monathe n), oder, wie Freyherr von Gemmingen fchon viel eher 0) beobachtet hat, gar bis‘ IRER. 10 > Monathe
trächtig Chöchbefchlagen.)
| Dambock. ...43. Die Hörner (Schaufeln) altig, zu- . fammengedrückt, gebogen, am. Ende hand-
förmig, PR Cervus Dama. Lin. faun. RE N. 42.
Der Damhirfch. Unterh. a. d. Nat. 1. en Tab 2,
Fig. 3. 4
Le Daim. Buffon hifi. nat. Pr 167. Tab. 27 - PN Wohnort: im Freyfingifchen, wo er noch in völ- liger Freyheit it; im Kurfürflichen Parke
zu Landshut, fchon mehr befchränkt,
Anm. Der lateinifche Trivialname Dama’ kammt - vom deutfchen ab. Was die Lateiner Dama nennen, ift
eihe Gazelle,
m) v, Gemmingen, ın Hübners Tagb. 1785, 444, .n) v. Mellin Berl. Schrift. VIIL, 195, - „> 4, 2, O.
Ga-
80 0 Betrachtungen
Gazette
Gem 7 e. 44. Die Hörner gerade, geftreift, am Ende hackenförmig rückwärts niedergebogen. Antelope Rupicapra. Gmelin 8. DV. Zu 182. n.'%, = Rallas fpicil. XII. 12. n.3.—= Zin- mermann geogr. II. 105. | Die Gemte, Unterhalt. a. d. Nat. I. 181. Tab, 24.. Fig. 45. | Br Fr. Le Chamois. L’Yzard. ” Wohnort: auf den fteilften Gebirgen von Hohen- ' fchwanngau, Ettal, Tölz, Hobhenwaldeck, Anın. Die. zuverläfsigfte Naturgefchichte ‚diefes - Ichönen und merkwürdigen Thieres hat EReyhspE von Sa- lis - Marfchlins 9) geliefert, : N Das Fleifch diefes Thieres wird mehr wegen feiner Seltenheit, als’ wegen feines Gefchmäckes gefucht; es ift nicht faftig, und ziemlich fe. Nur die Köche wifsen ihm durch fremde Zuthaten einen vorzüglichen Gefchmack zu ertheilen. °
NR
nach 45. Die Hörner fchneidig , EFBRERM. ', Tragus Aegagrus. Capra Hircus. Lin. faun. fuec. n. 44. Capra Aegagrus. 8, Hircus. Gmelin S. N. L. I. 193. 9.1. | ? Hircus et Capra domeftica. Bri/son quad. n. 38. Die Ziege. Unterh. a. d. Nat. J. 181. Tab. 23. La Chevre. Bufon hifl. nat. V. 59. Tab. 6-13. Fr. p) Magaz, für die Naturk, II. 112.
‚über das gefammte Thierreich. ‚81 x Er
Fr. Ri Re. Boos; 2. La Cheyre,
Wohnort; — — Das Thier it in Baiern, und in ganz Deutichland nirgends wilde Die zahme Rafse wird allenthalben gepfleget..
k | W 1 d d &,. 2% RenEr Widder. 46. Die Hörner zufammenge- dr ickt, mondförmig gebogen.
Mufimon Aries.
. Ovis Aries, Lin. faun. fuee. n. 45. |
Das Schaf. Uhterh. a. d. Nat. I. 175. Tab. 22.
# Brebis. Buffon hifl. nat. FÜ. 3. Tab. 1 —7.
Boa Le Belier.. ‘2. La Brebis, u i
ii mort: — — ' Das wilde Thier wohnt weder
N | i Baiern, noch irgendwo in Deutfchland. Aber mehrere zanme Rafsen werden häufig gezogen. Nämlich :
'«.' Beyde Geichlechter ungehörnt; der Schwanz lang. Diefe Rafse kommt fehr felten vor, Sie ift viel. grö’ser als die übrigen, und | giebt viel Wolle, die aber nicht fein if. ß. DBeyde Gelchlechter gehörnt :- die Hörner der
7
Schaafe faft gerade, auseinanderftehend. Die-
"5 fe Rafse ift ziemlich felten. Man fodert von ibr nur grobe Wolle, | | Y Mit fechs Hörnern. Diefe Rafse it nicht band. ‘6. Die Widder zweyhörnig; die Schaafe wehrlos; in beyden Gefchlechtern der Schwanz Mmit- . telmälsig. Die gemeinfte \alsc. ‚Viel kommt übrigens auf die Geftalt nicht an, aber wohl auf eine gute Auswahl derjenigen Thiere, welche
F’ ınan
Ta
N \
Ba Betrachtungen
man zur Zucht hält, vorzüglich der Widder. Jede Ratf-
fe, die.man einführen würde, würde nach und nach wie-
Ir
der fchlechte. Landwolle geben, wenn man nicht T) die- jenigen Widder allein’ zur Zucht behält , welche die we-
nigften Haare unter ihrer Wolle haben (denn es ift nicht
alles Wolle, was unter der Wolle ift); 2) trockene Wei- den, und 8) viel Salz den Schafen verfchaffet.
“ Die :Stammart ift der Sardinifche Mulon nebft dem
Siberifchen Argali, defsen Naturgefchichte Gmelin 9),
und fpäter, aber auch vollkommener, Pallas r) geliefert
haben. — Ich habe für den lateinifchen Gattungsnamen
das Wort Mu/mon aus dem Plinius gewählet, welches
den Muflon bedeutet, weil es unfchicklich ift, den Na- _
men des Weibs zum Gattungsnamen, und die Benennung
des Manns zum Trivialnamen zu machen, was ich auch
bey der vorhergehenden Gattung beobachtet habe.
Allgemeine Anmerkungen.
I. Man hat in Baiern (einen ganz kleinen Land- ftrich ausgenommen) keine grofsen Schaafheerden , die ei-
nem einzigen Eigenthümer angchöreten ; und diefs ift ein
Glück: denn man hat richtig erwiefen, dafs die Schaaf- _
zucht im Grolsen, wenn nicht befondere Umftände ein-
treten, dem Eigenthümer eher Schaden als Nuzen brin-
ge s): denn man kann den jährlichen Eftrag eines Stü-. ckes nicht höher anrechnen als — ı fe Seze man nun
auch den Werth des Lamms im Herbfte Z ı fl. thut zu- {fammen 2 fl. Nun koftet das Futter eines Stückes für
» fünf
q) Comm. Petrop. IV. p. 388, r) Spicil. zool. fafc, XI, h Fe 8) Nuzb. u. Schädl, der Schafz, $, 3, $. 18.
un er
- über das gefammte, Thierreich. N 83
ur
Fünf Wintermonate wenigftens ıf. Die Löhnung des
Schäfers beträgt in allem ficher 60 — 90 f. Was hier von 100 fl. fehlt, wird von den Koften des Salzes und “andern Ausgaben reichlich ergänzet, Da thut dann
der Ertrag von 300 Stücken ARTEN 300 fl. Die Ausgabe auf diefelben für Winterfütter 300 — ‘ Si “ "Ertrag ©
" Nun würden allerdings noch 300 Lämmer. andere 300 fl. geben; aber. ı) nicht alle Schaafe lammen jähr- lich; 2) micht alle Lämmer erleben den Herbft; 3) müf- fen von diefen 300 fl. noch die 100 fl, Ausgaben auf -Schäferlohn, Salz ,. abgezogen werden. So bleibt aber bey der vortbeilhafteften Rechnung fehr wenig reiner Er- trag übrig, und diefer ift durch den Schaden, den in manchen Jahren die Räude , und die Wafserfucht anrich- ten‘, auf viele Jahre dahin. |
Man hat aber auch überhaupt in Baiern mehr viele als grofse Heerden; und diefs ift ein noch grölseres Glück. Kleine Heerden verderben die Luft um fich herum weni- ger, als grofse, und bleiben daher gefünder ,. und vor anfteckenden- Krankheiten geficherter; werden fie aber x gleichwohl angelteckt,, fo ift-auch der Nachtheil kleiner, ‚der auf das ganze Bus zurückfällt.
IT. Die Schaafe fferben vorzüglich häufig an der Waiserfucht, an den Lebergefchwüren , und am Schwin- | ‚del. Leztere beyde Krankheiten find Folgen gewifser
‚Eing seweidewürmer, die fich in der Leber in erftaunlicher "Menge einfinden, oder das Gehirn durch ihr Kneipen rei- zen, und durch ihre Gröfse erdrücken. Aber alle drey Krankheiten find gewifs Folgen der Körperfchwäche des
| Ri3 NN Thie-
\
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94 Betrachiung. gen
. Fahne ee Fr Er EZ
-Thieres, dem in ine wilden und freyen Zuftande die E hohen, rauhen, und dürren Felien der Gebirge angewie- i ien find t), das alfo in unfern Ebenen in»einem unna- h türlichen Zuftande lebt, und ichwächlich wird; daher e
ändert das fehlichte . ftrafe Haar der wilden Stammart; .
a
‚zwar zu unferm Vortkeile, in Wolle aus, daher ändert
das muüntere "freye Anlchen des ‚Arsali und Meudeons ig” |
die Phyfiosnomie der Dummheit aus. Aber diefe Schwä-
che mufs noch weit- mehr zunelimen, wenn: das Thier
2,
auf nafsen Weiden feine Nahrung zu fuehen hat: Aufser diefer Nahrung, die auf folchen Gegenden äufserft, ver-
n
wälsert .° und. weit entfernt, den Ton der th iehlellön: Fiber zu fiärken, denfelben vielmehr abfpannt, ift. auch dafelbft die Luft, mit Feuchtigkeit überladen; dadurch ; wird nicht nur die Ausdünftung aufserft gchemmt, fon- dern fogar . verneinend gemacht , das ilt, eine erftaunli- che Menge Feuchtigkeit, in den Körper * aufgenommen. „Die Feuchtigkeit der Luft entkräftet den Menfchen® tagt u) Zimmer nn, (und wir müßen von Thieren, die nicht dazu gemacht finl, in einer folchen Luft zu h leben, das gleiche Urtheil fällen) ‚.plözlich, und RN, r
; N Ka a 4 EN facht in feinen flüifsigen Theilen eine Langfamkeit, die #
vr
zu Stockungen führt; ‚die feften- Theile erfchlappen, die %
| | H Nüfsigen verweilen in ihren Canälen, der Geblütsumlauf ”
und die Abfonderung der Säfte machen fich mit Mühe, ”
die Ausdünftung unterbleibt nicht nur, fondern die Ein-'%
dünftung oder das Einfaugen der Haut ift bey diefen Um- A
ftänden am gröfsten. Eine unausfprechliche Müdigkeit” und Schwierigkeit reifst uns nieder, wir verlieren mit ” h 1 den % ) r) Pallas fpieil,-XI. 8. | | a
‘ g ed
u) Von der Eıfahr, IV. B. 5 Cap. | Er
> \ =
rn. über das ge/ammie Thierreich. | 85
‚den Kräften alle Munterkeit, und die Scele ‘verwelkt mit "dem Körper.“ Eine kurze aber sewichtige Befchreibung aller Nachtheil le, die der thierifche Körper von der Feuch- N tigkeit der Luft erfährt !
It nun einmal die thierifche Fiber sefchwächt, fo entfieht natürlich die Waßserfucht. w) Aber auch die “ Eingeweilewürmer finden fieh ein, und vermehren fich ftark, wie- diefs die Beobach ıtuıngen der Naturforfcher er+
weifen, die diefe Würmer zu einem eigenen_Gegenft and ihres Studirens gen macht haben. "Sie haben durchaus SC- funden, dafs fchwächliche Körper m ehr als flarke, Wei- ber, Anwohner feuchter Gegenden, Bewohner nördlicher Seeküften, oder fette Menfchen und Thiere mehr den Ein- geweidewürmern unterworfen zu feyn pflegen, als Män- ner, als Hochländer, als Bewohner dürrer Gegenden, als Thiere und Menfchen, die durch Temperament, nicht "durch Elend oder Krankheit, mager find. | Alles dasjenige, was den Ton vermehrt, mufs dem- ‚nach diefen Krankheiten vorbeugen, und kann fie, wenn fie nicht zu ‚weit gekommen find, heben. Man hat oft, „und mit dem befsten Erfolge , angerathen , - die Schaafe viel Salz lecken zu la&en, weil ein mäfsiger Gebrauch der gemilderten Säuren die feften Theile ftärkt; man hat “bey Menichen die weniger feft fich. ae Rund- »würmer durch bittere Mittel aller Art, soft bl ofs durch einen Trunk kalten ‚Walsers, a man könnte ey den Schaafen, die mich jezt allein befchäftigen , „abhalten, oder doch das Ucbel: weniger gefährlich ma- \ chen, wenn man ihnen Hopfenblätter, Wermuth, und E E.3 andere "w) Erxlelen prad. II. Abfchn,
nn ' D
6.2.08... Betrachtungen "andere bittere Pflanzen, nach dem Maafee in eröfserer Menge reichete , je feuchter die Gegend ihrer Weide, und je geichmacklofer und Schlechter ihr gewöhnliches
Futter ift. Ich zweille an der guten Wirkung diefer Mit. „des Salzleck ens, und des bittern Nebenfutters um fo Bi weil fie fogar bey fchon walserfüchtigen Schaa-
fen x) die vornehmiten Arzneyen find, zuverläfsig den
Ton herfiellen, und -daher der Entwickelung und .‚Ver- mehrung der Eingeweidewürmer Einhalt thun: ‚denn es
if überhaupt ausgemacht, 1) dafs die Eingeweidewürmer
nicht von Aufsen in die Thiere gerathen, fondern ihnen
angefchaffen feyen;. 2) dafs fie fich defto leichter, und
‚» in defto gröfserer Menge entwickeln, je gröfser die Schwä-
che des Thieres ift, das fie bewolien.
Il. Da die Wolle, wenn fie weils ift, zu mehrer-
ley Gebrauch dient, als wenn fie cine fchwarzbraune
oder fchwarze Farbe hat, fo ift fie auch "nothwendig
theurer, und ganz weifse Schaafe müfsen dem Landwir-
the vortheilhafter feyn, Unterdefsen fallen oft ichwarze, oder doch fcheckige Lämmer von weifsen Müttern. Dießs zu verhüten, räth Virgil 4), man foll den Zuchtwiddern .” (und aus,eben dem Grunde wohl auch- den Zuchtfchaa-. ' fen) in das Maul fehen, und diejenigen, die eine fchwar- ze Zunge haben, als zur Zucht untauglich anfehen. Die- fer Rath ift wirklich nicht: zu verwerfen: denn auch Hr. Blumenbach merkt aus Erfahrung an 2), die gröfsere
oder kleinere Anzahl fehwarzer Flecke im Munde iey al. x y"
lerdings mit der melirern oder wenigern Schwärze der | | Wolle
x) Erxleben prad. grr. y) Georg. III. v.:388. N 4 2) De gen, hum. yar, nat, $: 47.
r en Sr we
2. _ x
LLW:
R über das ge/ammie ERORTEIEn 87 Wolle in Verbindung ; und da man weis, dafs die Farbe ‚xder Oberhaut von der Farbe der durchfcheinenden Schleim- haut herrühre, und dafs die Farbe diefer Schleimhaut ‚ihren Gruitd nothwendig. in den flüfsigen Theilen hi von welchen fie erfezt wird, haben ’'müfse, fo erhellet dar- aus, dafs fchwarze Flecke im Munde des Stammwidders ‚oder des Mutterfchaafes fehr natürlich auf einer Anlage zum Fleckigwerden beruhen; und da Fehler diefer Art _-fich fortpflanzen, und unter fchicklichen Umftänden wohl gar vermehren , fo fezt man fich durch Vernachläfsigung des Virgilianifchen Rathes der Gefahr aus, nach und nach feine ganze Heerde fleckig oder fchwarz zu fchen. »
ee x Ochs. 47. Die Hörner fpindelförmig, unten geringelt; der Vorderrifs mähnelos; eine Haarflocke an der Spize des Schwanzes. Bos Taurus. Lin. faun. fuec. n. 46.
"Der Ochs. Unierh. a. d. Nat. I. 83. Tab. 11. 12%. Wohnort: — — Ein Hausthier.
Allgemeine Anmerkungen.
I. Die Landwirthe fehen beym Rindviche vielfältig auf die Farbe. Allerdings aus Liebhaberey, aber doch ‚oft genug aus Gründen, die fie nur nicht mit gehöriger _ Deutlichkeit anzugeben wifsen. Es giebt Schriftfteller „ welche diefe Aufmerkfamkeit fehlechterdings verwerfen. ‚ Ich bin anderer Meynung, und-hier find meine Gründe. Ich bin der Meynung,, dafs die Thiere, wie fie fich in den Händen der Natur befinden, ihre sröfste Vollkom- he wenn gleich nicht jene zufällige Brauchbarkeit F4 | haben,
\
85 i Betrachtungen i
\
haben, die wir zuweilen von ihnen fodern, Daraus
folgt, dafs fie durch die Bezähmung unvollkommener wer- den, und die Vergleichungen der Schweine unferer Ställe
mit den Wildfchweinen , unferer Efel mit dem Onager
der Alten, der in der Levante noch wild ift, unferer
Schaafe mit dem Muflon und Argali, beweifen diefe Fol-
‚gerung und ihren Vorderfaz ; felbft die Vergleichung un- °
fers Rindviehes mit dem der Schweizeralpen oder des
Pinzgaues, das noch am meilten in feiner Lebensatt mit dem wilden Stamme übereins kommt, beweift fie.
Ich nehme ferner an, dafs jede dauernde Verfär- bung der Thiere eine Veränderung in den feften oder flüisicen Theilen, oder in. beyden zugleich, voratsfeze. Die Näturlehre fpricht hier,laut für mich. Nun ift diefe Veränderung Abweichung von dem Zuftande des Thieres, den es in.den Händen der Natur geniefst; alfo Ver- fchlimmerung, | Nr,
Ziehen wir noch die Erfahrung zu Hilfe, fo neh- men wir wahr, dafs Verbleichung derjenigen Farbe, die
der Stammart eigen ifb, auf Schwäche hindeute. Viel
leicht wird man es lächerlich finden, .wennvich glaube,
,
difs anomalifch dunklere Farben auf ein Ucbermaafs der
% | |
Gefundheit hinzuweiien fcheinen, und dafs ich diefes Ue- x
bermaafs fehlerhaft finde. Aber man wird Eich nicht
‚mehr wundern, wenn man bedenkt, dafs vollkommene |
Gefüundheit im genauen Gleichgewichte aller zum Leben
_ . e
echörigen Dinge befiche, und dafs diefes Gleichgewicht eben fo gut durch das Vebermaafs der einen, als durch
den Mangel der andern diefer Dinge geftöret werde,
Da uns aber manchmal Fehler an den Thieren mehr‘
Vortheil bringen, als die ganze Vollkommenheit, fo \ N kön-
Be. über das gefammte Thierreich. Be)
können 'sewifse Farben, die auf diefe Fehler hinweifen,
in befondern Rückfichten gar wohl von den Landwir-
then vorgezogen werden. Wenn aber von Dauerhaftig- keit, Stärke, und voller Gefündheit die Rede feyn foll, fo müfsen ein lichtes Kaffeebr aun, und die nächft anver- wandten F Bren den Ne: haben.
rk
a; VWile ir, und daher fchädlich, der Wei- degang, wie er in den Blachländern üblich ift, dem Rind- viehe fey, habe ich an einem andern Orte a) dargethan, wo ich glaube, den Eigenfinn des hergebraehten Schlen- drians in jeden feiner scheimften Winkel“ verfolget zu haben. | | | II. Zwo Krankheiten befallen die weidenden Heer- den fehr häufig, und fehr allgemein. Ich habe fie in der angeführten Schrift genau unterfchieden, aber, weil es aufser meinem Plane la&, nicht weiter bezeichnet, Sie find fchrecl klich, weil fie in kurzer Zeit eine Menge Rind- viehes, wegraffen , und fie werden dadurch noch fchreck- licher, weil fie von den Viehärzten meiftens nicht senug unterfch jeden r und derowegen auf einerley Weife behan- delt werden. Die eine, der fogenannte gelbe Schelm,, ift ein Entzündungsfieber, das mit dem Sonnenfliche die nächfte Anve rwandtfchaft hat. Ich habe feine Befchrei- bung, und feine Gefchichte in den Schriften der Berlini- fchen Gefellfchaft naturforfchender Freunde b) gegeben.
Die andere ift die eigentliche Rindviehfeuche. Die- fe foll mich gegenwärtig befchäftigen. Die erfte gute, F 5 h N ob-
a) Brief, üb, ie Donaum. 155 = 173 b) X. Band, S, „105 — 116. |
Ks
geben haben.
us
90 | Betrachtungen
obgleich immer noch etwas überladene, Befchreibung da-
von hat uns der berühmte Sauvages gegeben. c) Hier find die vorzüglichften Erfcheinungen ! Nachdem das Vieh
‘ein Paar Tage lang die allgemeinen Zeichen feines De-
belbefindens gegeben hat, werden die Ohren und. Hörner kalt; zuweilen überläuft ein Schauder den ganzen Kör- per; die Augen werden unnatürlich feucht, endlich ver-
dickt fich diefe Feuchtigkeit in eine Eitergeftalt. Die
Nafe trieft, anfänglich eine wäfserige Feuchtigkeit, die
fich endlich in einen zähen Schleim verdickt; der Athem ftinkt unausfteblich. Dazu gefellt fich.ein farker Durch-
lauf, der die Kräfte fchnell wegnimmt; der Koth ift an-
fänglich hart, und das Thier fühlt einen Zwang beym Auslafsen, nach und nach wird er weicher, lockerer, dunkelgrün, fehr finckend; dann fettichleimig; endlich blutig und eiterig. Das Uebel fteckt durch den Athem ar, und if fo böfe, dafs unter 20 Stücken kaum eines genefer. Einigen Stücken fährt über dem Kreuze eine Windgefchwulft auf,
Mit dieier Befchreibung ftimmen auch diejenigen
‚überein, welche uns Willburg D und Erxleben e) ge-
Sauvages nennt fie einen Blutflufßs, welcher anfie- cket, nebft einem bösartigen Fieber, oder ein bösartiges Fieber mit einem Blutflufse; und Linne, welcher der Akademie diefen Auffaz vorlas, eine Peripneumonia Boum epidemica, Ich glaube, dafs keiner die Sache getroffen
| habe, c) Schwed. Abh. für 1746. S. 291 —295. d) Anleit. für das Landy, 28, e) Pra&, Unterr. 140. .
ur
über das gefammte Thierreich., . ‘ 9L
habe, und nenne fie ein bösartiges Faulfieber, Synochus putrida maligna. Alles weilet darauf hin: der fchnelle Gang der Krankheit, die baldige Entkräftung, die, Aehn- lichkeit der Erfcheinungen ‚mit denen des menfchlichen Faulfebers, und noch mehr, als alles diefes, der Anlafs dazu, rg fie ohne Anfteckung entfieht, Es ift näm- | lich "bewiefen, dafs fie nur da von fich felbft entftehe „ wo grofse Viehheerden weiden, und dafs fie defto häufi- ger vorkomme, je längere Zeit diefe Heerden beyfammen | bleiben. Das ift ganz der Fall, wie bey den Faulfiebern, die in lange belagerten St oder in lange ftehenden Feldlagern einreifsen. Man hüte fich demnach, die oh- nediefs gefunkenen Kräfte des Thieres durch Aderlafsen noch mehr zu fchwächen; aber feze ihm dafür Haarfeile an die Kehlhaut, und gebe ihm fäuerlich gemachtes Waf-. fer zur Genüse. Willburg hat vom präparirten-Weinfei- ne, und von’ dem mit gutem Efsig sefäuerten Gerfen- wafser oder Habergetränken gute Wirkung gefehen f); der Marquis von Courtivron hat cben fo gute Erfolge gehabt, als er dem kranken Viehe mit Salpetergeilt fäuer- licht! gemachtes .Wafser zum Trinken reichen liefs g). Sezt man noch andere ftärkende Mittel bey, die in Faul- fiebern ohnediefs angezeigt find, worunter flatt der Chi- marinde die Rinde des wilden Kaftanienbaums mit Vor- theil gegeben wird, fo wird man gewifs mehrere Stücke
‚retten, als bisher gefchehen ift..
Daraus lafsen fich auch die Verwahrungsmittel un- fchwer ableiten. Herr von Cobres A Weinftein und
Schwe- f)'a. a. 0.39 — 44. g) Mem. de lAcad, de Par, 1748, p, 335. in 4to.
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'
7 N x
92 Betrachtungen
\
Schwefel und Krammetsbeeren, räucherte täglich den Stall mit Krammetsbeeren ‚„ und lüftete ihn alle Tage; 5 fo er-
hielt er 'fein-Vieh im J. 1798. gelund, während alles andere im Dorfe Gögsihz sen, wo er ‚fein Landgut hat, erkrankte, und ftarb. Andere reichten ihrem Viehe täg- lich groise Gaben »Kochfalz , und faure Getränke , 'lüfte-
ten, reinigten, und räucherten diefe Ställe fehr neifsig,.
und erhielten ebenfalls ihr Vieh, bey. einer forgfältigen ‚ Abfonderung von allem andern in ihrer Nachbarfchaft,
"gelu nd.
Aber da das Uchel anfteckend it, wie ift feiner
Verbreitung vorzubeugen ? Ich antworte mit Hrn. Beck- mann A): „Wider diefes grofse Unglück „ defsen fchäd- iche dauerhafte Folgen fich über alle. Gewerbe verbrei- ten, hat man’noch zur Zeit, nach unzähligen Verfuchen, nur Ein zuverläfsiges Gegenmittel gefunden ‚ nämlich: das= ienize, wodurch fich die Republik Bern bisher wider
(»
diefe Seuche gefichert hat; eben dasjenige ,„ wodurch man
ehemals ganz Europa von der Peft befreyet hat, — die RLIRDIELENBALG Sperrung.“
Teder Landwirth hüte fich, auch nur ein einziges Stück aus einer Gegend einzukaufen, in welcher die wah- re Rindviehfeuche öfter zu wüthen ‚pflegt; wüthet fie aber wirklich, fo ift diefs ein Gegenftand, der der gan-
zen und unerbittlichen Aufmerkfamkeit der Landespolizey
würdig ift. Steht der unglückliche Ort, in welchem, das Uebel feine Verheerungen anrichtet, unter ihr, fo erlau- be fie nicht, mit welchen Scheingründen man auch eine
Milderung fuchen IN ul. die Häute des sefallenen Vie- hes
w
h) Giund, der Laudw, %, iR
/
’ )
über das gefammte Thierreich. 93
zZ
.hes zu verkau fen; felb die Häute des zefunden , befon- A ders wenn. es einen Umgang mit dem kranken gehabt
hätte, follen, fo lange, die Seuche an dem Otte daiert,
bar, €
und. einige Zeit darnach, gar nicht, und dann fpäter ,
nur nachdem fie wohl ausgelüftet worden, und nicht an-
ders als: wit, der gröfsten Vorficht, weiter gebracht wer- den. Zwar hat, der Marquis von Courtivron fich durch
‚angeftellte Verfüche überzeuget geglaubt, dafs die Häute
/
vom gefallenen Viche (und er hatte Vieh vor fich,, das
zuverläfsig an- der wahren Rindvichfeuche krank N ‚nicht anfteskend feyen 5); man hat diefe, V \erluche im
Oefterreich und in Zürich. mit gleichem Erfolge nachge-
macht 4); aber in Dänemark hat man doch die Krank-
heit nicht nur mit der Materie aus den Nafentöchern ci-
nes kranken Viehes, fondern auch \mit dem Fleifche,,
‘dem Biute, und dem Felle eines gefalienen einzuimpfen
vermocht 1):. derowegen Herr Dr. Amftein mit: Recht warnet,. man möchte ja die Nachficht „ felbft, bey den Häuten, nicht zu weit treiben. Vielleicht wäre diefs al- les, was man noch geftatten könnte, dafs der N die Häute mit Pferden wegführen dürfe „ nachdem.er die Haare durch - feine Kalklaugenbeize am Orte felbf, wo die Krankheit herrfchet, abgemacht hat; und auch dann
‚würde es noch nicht zu vorlichtig gehandelt feyn, wenn
man das Kopfllück sanz werfchnitte, und verfcharrete, } oO 6)
Aber ich glaube, diefe Nachficht, wodurch man das Un-
glück einzelner Glieder des Staates zu lindern fucht, laf-
\
iR; fe i) Mem. Vai l’Acad. de Par. 1748. p. 476 — 501 323 — 340, in 12. k) Sammler 38, l) 2.20, '
94 1 Betrachtungen
fe gleich iwohl (die immer damit verknüpft bleibende Ge- fahr nicht mitgerechner)) für den Staat noch manche Nach- theile befürchten : es ift höchft 'wahrfcheinlich, dafs die Häute dieier Fhiere fehr fehlerhaftes Leder geben wer- den, wodurch fowohl die inländifchen Käufer 'benachthei- liget,, und die daran arbeitenden Handwerker in übeln , Ruf gefezt werden, als auch die diefe Waare ausführen- den Handelsleute das Zutrauen ihrer Abnelımer verlieren müfsen, Es ift gewiis, dafs Sterbewolle-die allerfchlech- teften, und nur kurz dauernden Tücher gebe, die bald von fich felbt Löcher bekommen Mm.) ; welches genug- jam anzeigt, dafs durch die Krankheiten der Thiere ihre „Häute felbft befchädiget werden. Ich zweifle fogar, ‘ob die guten Erfolge bey den Verfuchen des Marquis von EN nicht etwa Hur Scheinbar feyen. SMWr. die Peft wird nicht durch alle und jede Zwifchenmittel fort- geleitet. ‘Der Abt Poiret har fich im Vaterlande diefer Krankheit verfichert, dafs Getreide aller Art,. Brod, ‘ Früchte, I Milch, felbt E leifch, wofern es ohne Haare el Federn ift, keine Peftleiter feyen. N) Wurden die Häute, die'man den Thieren in Courtivrons Verfuch en auflegtee, mit der innern Seite ‚(der Fleifchfeite) überge- legt, fo wurden die gefunden Thiere blofs von der eie sentlichen Haut un dem Zellgewebe des angefteckten “Wiehes berührt, die vielleicht (im kalten Zuftande) keine fchicklichen Leiter der Rindviehfeuche find; aber man "hätte den Verfuch abändern ,’ und die Haarfeite einwärts kehren follen, da man auch bey der Peft weis, dafs | i / Haa- m) Michatlis mof. Recht, IV. $. zır. n) Reife in die Barb, I; 255.
‚über das gefammte Thierreich. 0.08
| Haare, Baumwolle, felbt Seide > die (chicklichften Lei- ter fcyen,
I}
u
A ig dad u N
nen
Schwein. 22. Vorderzähne: oben vier. | Sys. R Eckezähne: die untern vorragend, grofs. Rüfsel: abgeftuzt,
Sen Wein. gemeines Schwein. 48. Der Rücken borflig; der Schwanz mittelmäfsig. | Sus \Scrofa. Lin. faun. fuec. n. 21. ‚Das Schwein. Unterh. a. d. Nat. I. 146. Tab. 19. Le Cochon et le Sanglier. Bufon hifl. nat. 7, 99. Tab. 10. | Wohnort: in den gröfsern Waldungen. Die zah- | me Rafse wird allenthalben gezogen, und die Blendlinge kommen nicht felten vor, Aum.. P. Schwarz erzählt bey Zech p), unter Kurfürft Maximilian I. habe die Schweinjagd der Kam- “mer 200, 000 fl. jährlich eingetragen. Eine großse Sum- me für die damaligen Zeiten, die viel mehrere und dich- tere Waldungen vorausfezt, als wir heute haben. | Das Fleifch diefer Thiere ertheilt dem menfchlichen Körper eine Neigung zum Ausfaze g), und das war ver-
| muth- 0) Das. 254, 5 pP) De jud. ecclef. I. p. 378. ) 4) Möhfen in den Comm, de reb. in HN, et M. gef, des.
II, fuppl. 522.
l
96 Betrachtungen.
muthblich eine Utrfache mit, warum fein Genufs im jüdi-
{chen Gefeze verbothen war. | |
lea I th re Do
Pferd.. 23. Porderzähne: oben und, unten fechs, Ä \ . Equus,. Eckezähne: einzeln. | | Fä/se: einhufig,
Pferd.
Ro/s. 49. Der Schwanz allenthalben und lang behaart. | Equus Cabaltus. Lin. faun. fuec. n. 47. | Das Pferd. Unterhali. a. d. Nat. 1. 44. Tab! 6-8. Le Cheval.: Buffon hit. nat. IV. 174° Tab. 1-10. Wohnort: — — Ein Hausthier. | le Anm... Der Name Pferd iftt arabifchen Ur/prungs (Pered), und bedeutet einen Efel’in' diefer Sprache; ich. habe ihn wegen diefer zweydeutigen Bedeutung lieber zum. Gattungsnamen gewählt als den ächtdeutfchen Ko/s. Efe l.. 50. Der Schwanz am Ende mit einer langen
Haarflocke; die. Ohren fehr lang.
Equus Afinus. Lin. /yfi. nat, 100. Ni 2. Der Efel. : Unterhalt: .a. d: Nat. IV. 377. Tab,
Ä Bi ”
Wohnort: — — Ein Hausthier , und kommt auch in diefer Eigenfchaft fehr felten in den
Meyerhöfen vor.
II. Cla/se. |
/
über das ge/ammte Thierreich. 97
erarse
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Naurtösteher, die mehr ihrer glänzenden Einbildung als der Beobachtung der Natur, die fie doch bey einzel- nen Gegenftänden zu befragen vortrefliich verftanden,, nachhängen wollten, haben uns fo viel Artiges über die Kette, oder wie fie die Sache fonft auch nennen, Leiter der Natur erzählet, dafs der Name derjenigen, die ihre Sprüche mit blindem Beyfalle wiederholen „, Legion ift. Aber diefe Kette, diefe Stufenleiter ift nichts als ein fchön vorgetragener Traum, den jeder Vogel durch fei- ‚nen Ruf hinwegfcheuhet, Man mag die äu‘sere Bildung oder den innern Bau der Vögel und der Säugthiere mit- einander vergleichen, fo ift überall der ‘Abftand unge heuer. Es ift walır, der gemeine Mann rechnet die Fle- dermäufe unter die Vögel, und fogar einige Näturforfcher | glaubten hier einen Uebergang von der einen Clafse zur andern zu finden; beyden kommt (denn warum Sollte ichs verhehlen ?) der Umitand zu Statten, dafs wirklich bey mehrern Fledermäu‘en das Bruftbein längs feiner Mit- te hin kielförmig erhaben ift, wovon die grofsköpfige ‚Fledermaus 7), und die Spizmaus, artiges), und die neue Art, welche Herr Hermann, der Sohn, zuerft be- | fchrie- v) Pallas fpicil. zool, a, | >) ibid, P. 33»
9% Betrachtungen
fchrieben, und Celäno genannt hat £) Beyfpiele geben. |
Aber damit ift nichts gewonnen. Die Naturförfcher ha» ben für die Stufenleiter gerade an eben der-Stelle eine
fehr unglückliche Beobachtung gemacht, die ihr mehr
fchadet, als ihr die geringe Erhebung des Bruftbeines bey
einigen Säugthieren nüzt: es liegen nämlich bey allen Vö-
geln die falfchen Ribben vor den wahren, was bey al-
len Säugthieren umgekehrt ift 4); die Vögel sränzen da
durch an die Eidechfen, von welchen fie fich fon durch ‚den übrigen Bau fehr weit entfernen, wie fie fich auf einer andern den Fifchen durch ihre Ribbenanfäze, die bey diefer Clafse wiederkommen , einigermafsen zu nä- hern fcheinen., Und wäre cs richtig, dafs die Vögel; die fich’ nach 8 R. Forfter mit phlosiftifcher Luft füllen,
diefelbe durch die Federn w) oder wenigftens allenthal-
ben durch die Haut abgeben, fo wäre hier einige Achn=
lichkeit mit den Infecten da;
) Ein anderer ftandhafter Unterfchied aller Vögel von
allen Säugthieren liegt in det Verbindung des Kopfes mit
dem Halfe. Bey den Säugthieren it der Kopf inittels zweyer Gelenkknöpfe in das Genick eingelenkt, was die
Seitenbewegung völlig hindert, und nur den Kopf auf
und nieder zu beugen erlaubt; wollen die Säugthiere fich umfehen,, fo drehen fie nicht den Kopf, Tfondern den erften Halswirbel , welcher auf dem Zapfen des 'zweyten
beweglich fizt. Diefs alles ift ganz anders bey den Vö- geln. Ihr Kopf ift mittels eines .einzigen Gelenkknopfes,;
der
t) Obferv. et anecd. p. ı0. u) Hermann |. c. 24. W) Schneider Leipz. Mag. 1786, 468;
\
‘über das gefammte Thierreich. 09 der eine halbkugelförmige Gefalt hat, in das Genick ein- - gelenkt, und erlaubt dem Vogel die freyelte Bewegung feines ‚Kopfes nach allen Seiten; dafür fizt aber der er- fte Halswirbel auf dem zweyten beynahe feft, x)
Ich kenne kein Säugthier , welches den Oberkiefer bewegen ‚könnte, Dafs diefes die Papageyen können, kann man alle Tage fehen. Aber weniger bekannt ift es, | dafs diefe Beweglichkeit nur in einem mindern Gra- de, allen Vög eln (wenigftens fo viele man bisher in die- fer Abficht unterfuchet hat) zukomme. y) Nur das Spiel ‚geht nicht bey ällen auf einerley Art vor fich: bey den meiften find es blos dünne biegfame knöcherne Fortfäze der Hirnfehale von verfchiedener Anzahl, mit welchen der Knochen des Oberkiefers ohne Gelenk verbunden it; hier wäre alfo diefe Et nur das Spiel einer elaftiföhen Feder. Bey andern ‚wie bey ünfern Hühnern, ' und Haft all len Arten der Adern und Gärffe, gefchicht die Bewegung rittels eines wirklichen, und fogar zufammen- geltzten Gelenkes, das hingegen bey andern % 2. B. bey der Kropfgans, dem Uhu, dem Tucan, und bey allen Papageyen,, und, wie.ich vermuthe, auch beym Ziegen- melker, einfach ift. Diefs hindert aber gleichwohl nicht; ° dafs der Oberkiefer nicht mit, einer Menge Knochen in Verbindung feyn follte, die mittels gehöriger Mufkeln dazu dienen, ihn aufzuheben oder niederzuziehen, die dann unter fich wieder durch verfchiedene und manchfil= tige Arten von Gelenken verbunden find.
Dia, Leich-
x) Herrifsant mem. de l’Atad. de Par, 1748, B, 35% inä, y) Le meme. pP: 346. feg, |
ı009 Betrachlun gen
‚Leichtigkeit ift das srofse Gefez,„ welches im Baue der Vögel befolget if. "Daher ift auch alles dasjenige - aus ihrem Körper hinwesgenommen , was bey d£r Stelle, die fie im weitläuftisen Gebiete der Natur einnehmen follten, entbehrlich gemacht werden konnte.” Es fehlen | ihnen verfchiedene Dinge im Unterleibe, die keinem Säugthiere fehlen, und diejenigen Dinge, die roch blei- ben mufsten , find der Fläche, die fich durch. den Mit- telpunct ihres Gleichgewichts und die Flügel gezogen deu- ken läfst, möglichit nahe gebracht, |
Die Unterfchiede zwifchen beyderley Thierclafsen gehen bis auf die Mifsgeftalten fort. Man hat :niemal bey ‚einem Säugthiere ein Herz gefunden, das ieh in mcehre- re kleinere Herzen getheilt, hätte: aber man hat häufig bey Vögeln doppelte und fogar drevfache Herzen gefun- den, was fich freylich aus dem urfprünglichen Baue des Herzens im Küchlein leicht erklären läfst 2); aber eben‘ diefer urfprüngliche Bau der Vögelherzen ift eines jener Trennungsmittel ‚ durch welche die vorgebliche Stätigkeit in den Naturreichen unterbrochen wird. ;
Ich habe von dem hornartigen Schnabel, vom ge- h fiederten Körper, von dem ganz. eigenen äufsern Baue der Vögel, und der Befonderheit, dafs fie fimmtlich eyerlegend find, nicht geredet, weil diefs alles ohne diefs jedermann bekännt ift. Aber diele Betrachtungen, die fich noch leicht viel weiter führen liefsen, find hinläng- lich genug, den Schlufs zu rechtfertigen, welchen Natur. furfcher, die tiefer als bis an die Oberfläche der Körper fchen, gemacht haben, dafs ‚die Vögel nicht nur eine be-
fon- =) Blumenbach fpee. u pie
#
; über das gefammte Thierreich. 10X
fondere,, fondern auch eine fehr fonderbare Thierclafse | ausmachen , die fich nur mit Gewalt in die ha Aa ie Stufenleiter einfchieben läfst. 4)
Nicht alle Vögel find zum Fliegen gemacht; doch find der Ausnahmen nicht viele, und der Clafse über- haupt ift diefe Eigenfchaft fo wefentlich, dafs man fich eher über. die feltenen Ausnahmen, als über die Regel wundert. Aber fie verdient hohe Bewunderung, weil fie Ausübung der feiniten Mechanik ift, die von einem Thie- Te, ‚das weder die Gefeze der Bewegung jemal gelernet hat, noch fie zu lernen im Stande if, feinen Abfichten | gemäfs mit vollkommener Willkühr befolget wird. Hat man wohl jemal daran gedacht, dafs die Vorficht, wel- che die Vögel im Niederfliegen beobachten, die Gefchwin- digkeit künftlich zu vermindern, weder in der Mafchine liege, noch von Erfahrung, und noch weniger von eig«- ner Einficht des Vogels herrühren könne? Wer hat dem Vogel sefagt, dafs er nur feinen Schwanz zu erheben, ‚wann er niederfliegen‘ oder ihn niederzudrücken brau- che, wann er höher fteigen will? Der mufs völlig blind feyn, welcher beym Fluge der Vögel keine höhere Weis- heit gewahret, die ftatt ihrer sedacht hat, die alle diefe Dinge als ganz einfache Empfindungen oder als Triebe in ihre Scelen gelegt hat, davon wir blofs einen Theil nur durch weitläuftige und zufammengefezte Betrachtun- gen vieler Jahrhunderte und voller Unglücke auf unfere Wafserfalrrten angewendet haben.
Aber diefer erhabene Verftand hat auch ihren Kör- per ganz ihrer Beftimmung gemäfs eingerichtet. Er hat
| G3 ir nicht
a) Blumenbach. fpee, phyf. p. A.
\
102 Betrachtungen | er
nicht nur das Gewicht des Körpers, fo viel es feine Be. fimmung erlaubte, vermindert : er hat auch in die beyr den grofsen Brufimufkeln,, welche vorzüglich ‚zur Bewe- gung der Flügel dienen, eine Kraft geleget, die noch gröfser ift, als zehntaufendmal das Gewicht des ganzen Vogels b); und das Gewicht - diefer Mufkeln felb if mehr als ein Sechftel des &anzen Körpers, da .unterdef- fen im Menfchen (und fo ift es wohl auch bey den Säug- thieren „ die Fledermänfe und das fliegende Eichhörnchen allein und nur zum Theile ausgenommen) die Bruffmus- keln nicht :den hundertftien Theil des ganzen Körpers wiegen. c) R | e
u Rs giebt Leute, die fich Philofophen nennen, aber unphilofophifch genug in den Tag hinein fchwäzen, wann fie die Endurlachen verwerfen, wann fie, wie fich Herr. Blumenbach:d) fcherzhaft, aber richtig, ausdrückt, be- haupten, : das Auge fey fo wenig. zum Sehen gemacht, als die Steine, um jemanden damit den Kopf einztiwer- - fen. Mit der Miene der Vielwifser fezen fie noch hin- zu, alle die Eigenfchaften, die wir in unferm "gesenwärt: tigen Falle an den Vögeln bewundern , kommen ihnen eben fo wefentlich zu, als den Krummlinien. die ihrigen, Diefe Leute haben etwas. von der Geometrie, und von der Naturgefchichte gehört, -und verfichen keine von beyden, |
Die Eigenfchaften des Kreifes, es it wahr, find‘
flillfchweigend gegeben, fobald der Kreis gegeben ift; al-
| kein
b) Borelli de mot. anim, IT, prop. 139.
€) Borelli I. c. prop. 204. 2) Beyer, zur Natı I. AL.
-
. über das gefammte Thierreich, 105
»
lein fie bringen ihm: fo "wenig Vortheil als die Theorie
des-Keiles dem K eile bringt; hier ift dürre, unfruchtba-
re, abgezogene Eigenfchaft, die gar nichts nüzet, bis fie eine Anwendung erhäl. Aber ich erfinde aus der Theorie ‚des Keiles das Mefser und die Pflugfchar, wel-
| che allerdings wieder kein Mefser und keine Pflugfchar
#
feyn würden, wenn ich ihnen die Eigenfchaften der Rol- le oder des Würfels geben wollte, und ftelle, von der Theorie des Kreifes geleitet, den Pflug auf Räder, um mir und meinem Viehe die Arbeit zu erleichtern: und’
die Welt, welche mich vergöttert, fehlt nur darinn,
nigen.
dafs fie zu bemerken vergifst s meine Erfindungskraft fey mir eben fo gut von einer höhern Macht gegeben, als die Keilform dem Stahle der Pflugfchar von der mei-
‚Aber lafsen wir diefe Leute. Es ift ihnen einmal ein unbefonnener Ausdruck entfallen, und fie füuchen ihn durch Ungereimtheiten zu erweifen. Wir kehren wieder zu den Vögeln zurück. Folgende Abtheilungen diefer Clafse (die Linnäifchen,) fcheinen mir die beften zu feyn.
a Abthbeilung NauBWv Done
Schnabel: die obere Kinnlade mit einer ‚hackenförmigen Spize. | | | Ein zurücktretender Winkel vor der Spize. Fü/se: (zum Stehen): kurz, bis über die Ferfen. befie- dert. Die Finger völlig. frey, unten warzig, mit fcharfen Krallen.
G 4 | II, Ab»
104 _ Betrachtungen
I. Abtheilung. Azelm
Schnabel: verfchieden; die“ untere Kinnlade von der obern unverdeckt.
he ‘ (zum Gehen) : kurz, bis über die Ferfen hinab ‘ befiedert.,
Die Finger völlig frey.
II. Abtheilung.
TUNNE ET Schnabel: kegelförmig, facht gebogen: die obere Kinn- lade an den Seiten über die untere herabgezogen. Fä/se: (zum Gehen): bis über die Ferfen hinab befiedert, Die Finger frey, unten uneben.
IV. Abtheilung. SEHnewW Bien. Schnabel: kegelförmig, gerade.
Fäü/se: (zum Hüpfen): bis über die a. hinab befie- dert, dünn.
Die Finger frey.
V. Abtheilung. Sump’vögel Schnabel: walzenförmig , fpizig. Füj/ses (zum Waten): bis über die Ferfe hinauf nackt.
VI Abtheilung. Schwımmwvögel. Ä Schnabel: breitlicht , mit einer dünnen Haut bedeckt. Füfse
über das ge/ammte Thierreich. 108
Fü/se (zum Schwimmen) : bis über die Ferie hinab be- fiedert (bey den meiften.) | Die Finger mit einer Zwifchenhaut verbunden,
en ne en
Kaupvoecoı,
Adler. 24. Kopf: befiedert.
Aquill..e. Schnabel: an der Wurzel mit einer nack- ten Wachshaut; am Grunde gerade, am Ende gekrümmt.
Falke. 25. Kopf: befiedert.
Falco. Schnabel: an der Wurzel mit einer nack-
ten Wachshaut; vom Grunde an ge- krümmt.
'Kauz. 26. Kopf: fehr befiedert.
‚pr t Fo REEL DL
Strix. Schnabel: ohne Wachshaut; vom Grunde | an gekrümmt. Augen: fehr grofs, in einem weiten Fe- derkreife,
Würger. 27. Kopf: befiedert. Lanius. Schnabel: ohne Wachshaut; gerade, nur an der Spize mit einem Hacken: ein zurücktretender Winkel vor dem- felben.
BB: G 5 Aller,
»
106 Betrachtungen
A8wren.“ h ı-Gem/engeyer. 51. Ein fehwarzer borftiger Bart am Kinne; zu. beyden Seiten des SODINS ein fehwarzer Streif, Aquila barbata. Falco barbatus. .Gmelin S, N. L. I. p. 252. m 38. (aber nicht alle Synonymen.) Vultur barbatus. Naiurhifi. Brief. I. 298. n. 13. Vultur aureus. Zablizel Gilan. 64. =. Pallas neu. nord. Beytr. IV. 64. Bartaar. sStorr Alpenr. T. 69. Bartadler. Merrem ÄAbh. 86. | Lämmergeyer. . Unterh. a. d. Nat, IH. (Vög. I.) 20, eb & Wohnort: um Hohenfchwanngau, Ettal, Benedict- beuern, wo er sjochgeyer heift.
ie x
Schwarzer Adter. 52. Das Nafenwachs fchwarz; der Körper braunfchwarz; die Beine bis, zur. Hälfte bedeckt.
Aquila Melanaetus. |
Falco Melanaetus. Lin. /[yfl. nat. 124. n. 2:
Aquila valeria. Tihuan. de re accipit. 1.
Der gemeine fchwarze Adler. Büffon Vög. Berl.
I. 108. N |
L’aigle commun. Buffon hifl. nat. des oi/, I. 86.
Wohnort: im Geifenfelder Forfte. |
Anm. Von der Gröfse des Gemfengeyers, Der Schwanz oben und unten gleichfärbig. Die herrfchende Farbe durchaus fchwarz: aber He Federn oben am Kör-
per doch nur am unbedeckten Theile fchwarz, fanft roft- braun;
°
über das gefammte Thierreich. 107
"braun; und die Federn an der Bauchfeite weifs mit ei- nem fchwarzen Längsftreife und fchwarzem Ende, das- fich durch ein blafses Roftbraun in das Weifse verliert. Die Ruderfedern durchaus fchwarz: jede in der Mitte mit einem afchengrauen Längsftriche. Das Nafenwachs fah ich bey zwey Stücken (und aufser diefen fah ich fonft keine andern) fchwaız, un doch kam das eine frifch "vom 'Schufßse her.
Er dient im Orient zur Jagd auf Haafen, Füchfe, und Dachte e); fogar auch zur Hirfchenjagd foll er zu gebrauchen feyn. |
Goldadler. 53. Die Füfse bis auf die Krallen be- deckt; das Nafenwachs gelb; der Leib un- ‘ten bräunlicht soldgelb, mit Schwarz gC- flammt.
‘Aquila Chryfaaetos, Bri/son ornith. I. 124, \ Falco Chryfaaetos. Lin. faun. fuec, n. 54. = Sico-
| poli ann. hifl, nat. I. n. 1. Chryfaaetos, fulvo ducit quae nomen ab auro,
. Thuan. de re accipit. TI. Ä
Der gemeine braune Adler, Büffon Vög. Berl. 1.
/ 108. | Goldadler. Bock. Naturf, VII. 44. = Merrem Im Abh, Bd... Le grand Aigle. Buffon hift, nat. des oifeaux. Ir N 76. Tab, 1. Fr. L’aigle doree. ‚Wohnort: um Reichartshofen , und Dietramszell.
Stein= ‘*) Thuan, |. € |
108
\
Beirachtungen
‚Sieinadler. 54. Schwarzbraun; die Beine bis an die
Klauen wollig bedeckt. Aquila fulva, Falco fulvus, Zin. Yun. nat. 125. n. 6. Chryfaaetos. «Jonfl. av. 3 Brauner Adler, Merrem Abh. 85. Wohnort: — — Vermuthlich in Baieen, aber fehr
felten. Ich fah nur die Füfse, die man |
hier und da aufbewahrt. Nach diefen zu “
urtheilen, mufs er noch gröfser feyn als
der fchwarze Adler.
wechjelnder Adler. 53. Oben, blaulicht RN unten weifslicht (Er) oder oben dunkel-
gelb y
bey
braun, rofifleekig, unten weifslicht (Sie); die Füfse gelb, -
Aquila variabilis. |
Falco eyaneus, Zin. /yfl. nat. 126. m. 10. Das Männchen,
Falco pygargus. Lin. /yfi. nat. 126. n. ı1. Das Weibchen. |
Aquila Pygargus alius. el av. Tab. 3.
L’oifeau S. Martin. Buffon hift. mat. des oi). T. 212. Das Männchen.
Le grand Pygargue. Buffon hifl. nat. des ei I. 99. Das Weibchen.
Wohnort: bey Zant, noch im Bezirke von Ingel- ftadt, woher H. P. Dallinger die RN erhalten hat.
Anm. Die Wachshaut ift bey jungen Vögeln weifs-
bey zweyjährigen gelb, bey dreyjährigen grüngelb, ältern von einem fchmuzigen Braun, das bald blau-
licht,
—
über das grfammie Thierreich. 109
licht, bald gelblicht , bald grünlicht if, Weberhaupt ift - die Farbe der Wachshaut bey den Adlern und Falken nicht befländig genug, Auch die Farce des Schwanzes ıt bey ‘ diefer Art unbeftändig, |
2. Ban AU Bi
Bufsaar. 56. Die Wachshaut und die Füfse, gelb; der Di Rücken dunkelbraun mit fchwarzen (Juer- flecken ; die Kehle röthlicht afchengrau,, fchwarz geflammt; Bruft und Bauch weifs, fchwarz gefleckt. Falco Buteo. Baier/ch. Reif, 20. = TRAen elem. | Tab. 17. Ä Falco teutonus. Zhuan de re acc. 1. Bufshart. Merrem Abh. 102.
La Buie, Bri/son orn. J. 116... 32. — Brifson in IV’. Tome I. 406. —‘ Buffon hifl. nat.
des oif I. 206. Tab. 8. Wohnort: Waldungen, Anm. Das Ey wit ichmuzigem Kaftanienbraun und
andern dunkeln Farben unordentlich bemalt f}), zuwei- fen Banz weißs, lang 2" 2", dick U 7N,
Weihe. ‚57. Das Nafenwachs gelb; der Schwanz gab- | lig; der Körper. roftbraun, unten weifs- licht; die Füfse mit Federn bedeckt,
Falco Milvus. Lin, faun, fuer. n. 57.
Le Milan royal. Bri/son orn. I. 118. n.,53, | Bri/son in W. Tome I. 414. Tab. 33»
Le Milan. Buffon hifl. nat, des oif. I, 197.. Hi 7. $) Klein Ey, Tab, 6, fig. %
‚110 Betrachtungen
Wohnort: allenthalben auf dem aan
| | N" BR. Röthelgeyer. 58. Unteh weifs mit mufehelbraunen‘ Querlinien; der Schwanz fchattenbraun mit‘
| vier fchwarzen Binden. : | Falco Nifus. Scep. ann. hifl. nat. I. a. 6. Aceipiter fringillarius. Thuan. de re “. L. = Sonflon av. Tab, 8.
L’Epervier. Buffon hifi. nat. des oil. I. 225. Tab. 17;
Anm. Oben braun; unten weifs; aber jede Fedr _ ‚nit einer fchattenbraunen Binde.
Thur mfalke. 59. Nafenwachs, Füfse, und Augenlie- der gelb; der Rücken roflbraun , fchwarz
punctirt der Sc ıwanz gerundet: dieSchwanz- .
federfahnen einleitig fchwarz gefleckt; die "Schienbeine roftfarben. | Falco Tinnuneulus. Scopeli ann. hifl. nat. I. da Limeln 8: N, 1, 1: ZB 16 La Creßerille. Brifson orn.. I. 113. N. Ba 8 var Bri/son in IF Tome 1. 393.2. Buffon hift. nat. des or/. 1,86, Tab. 18. Wohnort: auf Kirchthürmen. | \ | Anmsı Eruzieht im «Herbfte»weg;, md kehrt im April'noch vor:der ‘Schwalbe zurück. «
Tanbengeyer. 60. Der Schnabel und die Füfse gelb; der Körper oben dunkel fchattenbraun ; der Schwanz mit hellern Binden unterbrochen.
Falco Pälumbarius. Lin. "faun. fuer. n. 67. L’Autour, Buffon hifl. nat. des oif. I. 230. Tab. 12. Wohn:
Wohnort: auf dem flachen Lande ziemlich gemein. -
über das ge/ammte Thierreich. ir
‚Wohnort: allenihalben auf dem Lande,
Aum. Von.der Gröfse ‘eines Raben.. Der Körper unten weifs mit‘ fchattenbraunen. GSELARFUNEN An Die Klauen fchwarz. | | Lerchengey ers 61. Oben fehaabesnn, unten roft:
‚gelblicht weils mit länglichten ‚fchwarzen Flecken; der Schwanz: unten ganz weißs, Acad. Reif. 49. de Falco Subbuteo. Zin. faun. fuec. n.'59. Lerchengeyer. Büffon Vög. Berl. I. 137. Tab. 19. Le Jean le Blanc. Bri/sen.orn. 1. 127. n.ı1. = R Bri/son in IV. Tome I. 443. Le Hobreau. Bufon hifl, nat, des öij. L. 27% | Tab. 17. Wohnort: Waldungen.
„Allgemeine Anmerkung. Alle Falkenarten, faft ohne Ausnahme ; dienen zur
Jagd; aber nicht alle lafsen fich gleichgut abrichten ; nicht alle jagen auf diefelbe Weife 8)-
a | * Ohreulen.
Uhu 62. Der Kopf mit ohrförmigen 'Fedetbüfcheln ; ‘der Körper bräungelb, fchwarz scflammt; Strix Bubo. Naturh. Brief. 1. 303. n..15.° Le grand duc. Bri/son orn. I. 140. N. l. —
Bri/son in IV. Tome T. 477. Le duc, ou le grand düc. Bufon hifl nat; des oil. I. 332. Tab. 22.
)
In Wohn» &) Thuan de re accipit; ae
a2 Betrachtungen
Wohnort: in den Rizen der felfigen Ufer der Do» nau und der Salza, auch, nach Herrn p. Dallinger, der Altmühl, Anm. Das Ey ichneeweifs, vertieft punctirt B; lang 2 5", dick 10 gu, Ohreule. 63. Der Kopf mit ohrförmigen Federbü- fchen: jeder aus fechs Federn; der Körper
oben blafsbraun, fchwärzlicht, und weifs‘ bunt: unten weifslicht , fchwarz geflammt.
Strix Otus. . Zin. /yfl. nat. ]. 132. n.4.
Alo, Schäffer elem. orn. Tab. 22.
Le moyen ‚due. Brilson orns 12142. n. 4, =
> Bri/son in IV’. Tome I. 486.
Le Hibou ou le moyen duc.. Buffon hifl. nat, des
olfı. 4: 342. Tagy,
iFohaort: ‚in Felfenrizen. h öre vfederiger Kauz. ‘64. Der Kopf mit ohrför-
| ' migen Federbüfchen.: drey Federn in je- dem; der Körper fchwarz, braungelb, und afchengrau gelammt. |
Strix tripennis,
Wohnort: — — Er wurde einftens im Neubur-
gifchen geichofsen,
‚Anm.‘ Er unterfeheidet fich von der Ohreule vor- züglich durch ‚die halbe Anzahl der Federn in den Fe- derohren. ; RR | h | **, Schufte (ohne Federbüfche). Nachteule. -65. Der Körper oben dunkelgrau: fchwarz
und weifs gefleckt; unten weils, länglicht
fchwarz geflammt, Strix
h) Klein Ey. Tab, 7. Fig. 7.
—
„Aber das gefammte Thierreih. - 113
- Strix Aluco. Lin. /yfi. nat. 132. n. vi La Hulotte. Brifson orn. 1.148. n.3. = Brifson in IV. Tome 1. 507. Z Buffon hifl, nat. des oif. I. 358. Wohnort: in Waldungen; auch in alten Schlöfsern, Anm. Die ‘erften Ruderfedern fägezähnig. "Das Ey fchneeweils.-
5 chle yereule. 66. Oben braun roftfärbig, unten Taf
färbig: allenthalben in Reihen fchwarzge- tropft: die Tropfen mit einem weiisen Pundte. - \ Strix flammea. Lin. Juf. nat. 1. 138. n. 8.
Strix. Schaeffer elem. orn. Tab. 64.
2 Strix no@ua. Scop. ünn. hifl. nat. I. 22. n. 15.
® Sırix rufa. Scop. ibid. n. 16.
Die Kircheule, Schleyereule, Perleule. Büffen. Vog, Berl. III. 74. Tab. 68. 69.
Le petit. Chathuant. Bri/son orn. I. 147. n.2. = " Brifson in IV. Tome I. 503.
‚ L’Effraie ou la Frefaie. Buffon hifi. nat. des oil. I.
366. Tab. 26, fchr fchlecht.
Wohnort: um Ingolftadt und Neuburg.
. Anm. Etwas grölser als die Saatkrähe; oben dun- kel roftbraun, unten weitfslicht rhabarbarfarben; oben
“And unten mit länglichten fchwarzen Tropfen, davon ie-
der einen weifsen Pun&t nicht genau in feiner Mitte hat; diefer weifse Pund hät etwa die Gröfse eines Hirfekorns,
‘oder (auf dem Rücken, wo er etwas gröfser ift) eines Wickenkorns, Um die Augen eine Kreisfliche von weifs-
lichten Federn, die mit einer gelbbräunlichten Einfafsung
H umge.
[4
En hifi. nat. des oi/. 1. 362. Tab. 25.
114 _ N Betrachtungen
umgeben ift. Der Schnabel blafsgelb, mit einem bräun- lichten Hacken, je mn
Stockeule: | 67. Oben roftfarben; unten weißslicht, | roftfarben geflammt: die Flammen mit ei- nem braunen 'Mittelftriche,
* Strix fridula. Lin. faum. fuec. n. 77.
Die graue Eule. _ .Büjfon Pög. Berl. III.69. Tab. &:
Le Chat - huant. Bri/son orn. I. 146. n. 1. °
Bri/son in IV. Teme I. 503. — Buffon
Wohnort: Wälder.
Anm. Die dritte und vierte Ruderfedern find die längften. Martini hat mit Unrecht diefen Kauz die graue Eule genanne, da er braun ift; das kömmt aber daher: er hat das Linnäifche Wort gri/eus nicht verflanden,
Steineule 68. Oben: braun: weifsgelleckt; unten weifs: braungefleckt. Acad. kei). 39. Strix funerea. Lin. faun. fuec. n. 75. | La grande Chouette, .Bri/son orn. 1. 149. n. 4% | — Bri/son in IV. Tome I. 511. Wohmopt:, um Beuerberg; im Geifenfelderforfte, Anm. Die Gröfse einer Saatkrähe.
Bufcheule. 69. Oben braun rothfärbig; unten gelb,
selammt; der Federkreis um die Augen weifs. i Strix Ulula. Lin. /yfl nat. 1. 133. n. 10. Steineule, Bufcheule. Büffen Vög. Berl. IIT. 8:. La Chouette, ou la grande Cheveche. Buffon hifls nat. des oi/. 1. 372. Tab. 27:
Wohnort: Felfenrizen,
| Käuz-
über das gefammte Thierreich. 315
Köuzchen. 7°. Oben dunkelgrau: wweifsgefleckt ; g: Ir ke unten weifs mit fchwarzen Längsflecken ; | an den Flügeln fünf Reihen weifser Flecke oben und unten. Strix pafserina. Lin. faun. Juec. n. 79. Das Käuzchen oder der Todtenvogel, Büffon. Vög, Berl. III 88. Tab. 8ı. La petite Chouette; la Chevöche. Bri/son orn. T. 150. n. 5. =. Brijlson in- IV. Tome TI, 514. ” | “ La Cheveche, ou petite Chouette. Buffon hif. nat. des oif, 1. 377. Tab. 28. Wohnort: in hohlen Bäumen. Anm. Etwa von ‚der Gröfse eines Staars, Sie wird zum Fange der Singvögel gebraucht. N At Allgemeine Anmerkung. / Der Federkreis um die Augen ift allemal trichter- - förmig, allemal ungefleckt, allemal von heller (weifser oder blafsgelber)) Farbe, und dient dem Vogel offenbar
| zu, einem Lichtfammler. Wuüurger
Neuntödter. 71. Der Schwanz keilförmis, am Ran- de weifs; ein weifser Fleck auf den Fli-
f
geln. Lanius Excubitor. Scop. Ann. hif. nat. 1. ig, La Pie - grieche grife. Bri/son orn. I. 108. n. 1. — Bri/son in IV. Tome II. a — Buf- Jon a nat. des: oi/. I. Tab, H 2 Wohn-
116 "Betrachtungen
Wohnort: im gebirgigen Theile von Baiern.
Anm. Er hält fich an den Rändern der Feldmar- ken auf, und foll den Lerehen nachftellen. Er wird von Einigen gegelsen. Pe
Dornärsher. 72. Schwanz keilförmig; Kopf und Steifsgegend grau; der Rücken müfchel- braun; eine fchwarze Binde durch die Au- gen an die Ohren. Zr. | Oben roftbraun, unten weifs: überall fchwärzlicht gewellt; die Ruderfedern fchat- tenbraun, die Schwanzfedern halbfchatten- braun: beyderfeits die zwo äufserften al- lenthalben: die drey folgenden an der Spi- ze weifs gerandet. Sie. |
Lanius Collurio. Lin. faun. fuec. n. 81.
Lanius. Schaeffer elem. orn. Tab. 43. |
L’Ecorcheur,. Bri/son orn. I. 200. n. 4. _ Brif
Jon in IV. Tome II. 151. = Buffon hifl. nat. des oi/. I. 304. Tab. 21.
Wohnort: in Hecken.
Anm. Die Schwanzfedern des Männchens vom Grunde bis £ ihrer Länge weifs, dann fchwarz, am äufserften Ende wieder weils; die vier mittlern ganz {chwarz. | |
Die Querwellen des Weibchens kommen von fchwärzs lichten Bogen her, die fich über jede Feder herum fchlin- gen; die Federn der Bruft und des Bauches haben nur Einen folchen Bogen. die des Rückens aber zween.
Weifsbürzliger Würger. 73. Oben fchwarz: die Gegend des Bürzels, und unten durchaus weils 5
über das gefammte Thievreich, 117 ' weifs; über den Hinterkopf ein mufchel- , brauner Schleyer, Lanius Pygargus. Lanius rufus. Brifson in IV”, Tome II. 147. ‘ Wohnort : bey Stepperg nächft Neuburg. Aus der Sammlung des Freyherrn von Stader.
q
nr
Rabe. 28. Schnabel: gerade, kegelförhig, ftark,
Corvus, .Nafenlöcher : mit vorgelegten fadenförm#
| gen Federn bedeckt. |
Zunge : knorpelig, gefpalten.
Fü/se: (zum Gehen): 3 Finger vorwärts, 4 rückwärts, N
\
Heher. 29. Schnabel: gerade, ap der Spize etwas ge* Coracias bogen, .kegelförmig , ftark. Nafenlöcher : unbedeckt. i Zunge: knorpelig, gefpalten. Fü/se: (zum Gehen) : 3 Finger vorwärts i x rückwätts. Gelbvogel. 30, Schnabel: gerade, kegelförmig, fpis Oriolus. zig, ftark, | | Najenlöcher : unbedeckt. Zunge: fpizig, gefpalten, Fü/ses (zum Gehen): 3 Finger vor» wärts, I zurück.
118 ‚Betrachtungen
Kukuk. 31. ‚Schnabel: kegelförmig, etwas gebogen,
Cuculus an den Seiten zufammengedrückt, „ Najenlöcher: unbedeckt, Zunge: ganz, pteiltörmig.
Fü/se: (zum Klettern): 2 Finger vor-
wärts, I zurück, 1 beweglich nach
2 vorne und nach hinten. Wendchals, 32, Schnabel: ziemlich gerade, kegelför- Yunz, . mig, etwas fchwächlich,
Najfenlücher: unbedeckt,
Zunge: wurwförmig, lang, fpizig,
Fü/se: (zum Klettern): 2 Finger vor- wärts, 2 zurück.
Specht, ‚33. Schnabel: pyramidenförmig g, ftark, gerade,
Piels, Na/enlöcher : unbedeckt. . Zungenfpize mit zurückliegenden Borften. u Bi, Füj/se; (zum Klettern): 2 Finger Vor» ' wärts, 2 zurück. Schwanz: Richtfedern I0 — 12 „.feif, fpizig. . | Baumpicken 34. Schnabel: keselförmig, gerade, fpi» Sitta, zig, etwas: lang. Kuh, Nufenlöcher x: unbedeckt., Zunge: zeirifsen, an der Spize
\
hornartig,
Füfse; (zum Gehen) : z Fuer. vor- wärts, I zurück,
Eisvogel, 35. Schnabel: etwas lang, gerade, dick, Alcedo. . Spizie. Zunge; Nleifchig, flach, fpizig. | Füfse;
über das ge/ammte T hierreich. 119
Fü/se: 3 Finger vorwärts: der äufser- Ru . fte mit dem mittelten am Grun- de verbunden; ı1.zurück.
Bienenfrefser. 36. Schnabel: bogenförmig , vierfei- ‘ Merops. | tig, fpizig, \ Nafenlöcher : fehr klein,
Zunge: fchmal.
Fü/se (zum Gehen): 3 Finger vorwärts? der äufserfte fafe der ganzen Länge nach mit dem mittlern : und der mitt- lere mit dem "innerften am Grunde (ohne Haut) verbun- den; I zurück
Wiedehopf, 37. Schnabel: fchmächtig, lang, fchwach . Upupa. | bogenförmig. «
| | Nafenlöcher: fehr klein.
Zunge: ftumpf, dreykantig, fehr kurz, Fü/se (zum Geben): 3 Finger vor- | wärts,, I zurück.. |
Baumläufer, 38. Schnabel: fchr fehmächtig, lang,
Certhia. \ bogenförmig, fpizig.
Fü/se (zum Gehen). 3.Finger vor+ wärts „3 zuriick, /%
74
ke“ BE
Gas
120 Betrachtungen Rue bauer’ n Kohlrabe. 74. Tieffchwarz, am Rücken blaufchielend; | der Schwanz ziemlich rund. Corvus Corax. Naturh. Brief. I. 303. n. 16. Corvus. Schaeffer elem. orn. Tab. 30. Der Kohlrabe. Unterh. a, d. Nat. IV. (Pog. II) | 150, . | Le Corbeau. Bri/son orn. 1 A Brif- fon in IV. Tome II.S. —= Bufon ki, nat. des oi/. III. 13. Tab. 2, ee Wohnort: allenthalben, aber fparfam ; faft allemal paarweife: Zr und Sie. Anm. Das Ey meergrün, mit vielen fchwarzbrau-» ‚nen Flecken z) ; lang 1” i1/4, dick 1 gr
I
Krähe. 75. Durchaus tieffchwarz, blaufchielend; der - Schwanz gerundet ; die Schwingen zugefpizt« Corvus Corone, Naturhifl. Brief. I. 303. n. 17. Rabenkrähe. Unterh. a. d. Nat. IV, (Pig. Il.) 156. u La Corneille. Bri/sen orn. I. 157.n.2. = Brij« Jon in IV. Tome II. 12. La Corbine ou Corneille noire. Buffon. hifl, nat. des oi/. III. 45. Tab. 3. Wohnort: allenthalben ; gemein. Anm. Der gemeine Mann vermengt diefe Art, die _ gefellig ft, gewöhnlich mit der erften, die es nicht ifk. Saatkrähe. 76. Sattfchwarz; die Stirne afchengrau 5 der Schwanz gerundet. Corvus frugilegus. Gmelin S. N. L. 1. 366. n. 4 | Saat- 4) Klein Ew Tab, 8. Fig. $, h
J
über das se/ammte Thierreich. 121 Saatkrähe, Uatırh. a. d. Naturg. IV‘. (Pög. II.) 159. LaCorneille moifsoneufe. Brifson orn. I. 158. n. 9. = :Brifson in IV’. Tome 21. 16. “Le Freux ou la Frayonne. Buffon hif, nat. des oil. III. 55. Wohnoxt: Saatfelder, Wiefen, Anm, Sie verläfst im Winter Schweden k); uns bleibt fie das ganze Jahr. — Ein wohlchätiger Vo- sel, der unfere Aecker und Wiefen von Infeeten reiniget, freylich mitunter manchmal ein Körnchen frifst , der aber nie einen Schaden macht, wenn der Landwirth fein Hand- werk verfteht, und das ausgefäete Getreide, wie diefs ohnehin aus mehr andern Urfachen gefchehen follte , baldmöglichft unterpflügt. .. , Das Ey trübmeergrün mit lichtbraunen feltenen Fle- cken und Punden, die am ftumpfen Ende gröfser find /); lang y' Br dick 17° 4, ac
Nebelkrähe. 77. Blaulicht afehengrau; der Wirbel des Kopfes, die Kehle, die Schwingen , und der Schwanz fchwarz,
Corvus Cornix. Lin. /yfl. nat 156. n. 5. Cornix cinerea, cJonfl. av. 36. Tab. 17. ‘ Die Nebelkrähe, Wuterhalt. a. der Nat, IV. (Vög. 212). 162, La Corneille mantelde. Bri/son orn. I. 159. n. 4 = Bri/son in IV, Tome III. ı9. — Buf- ki hifl. nat. des oi/, 1II, 61. Tab. 4. ni. Wohn- k) Linne amoen. Acad. IV. s$3, 1) Klein Ey, Tab, s, Fig, ı9,
222 | Betrachtun Bor
/
Wohnort: auf Felfen im Somihkr m); im Herbie kömmt fie an die bewohnten Oerter.
Anm. Das Ey blaulicht grün mit (chwarzbretinen Fleeken n); lang 1!" zn, dick EL
Dohle. 78. Schwarz; der Hinterkopf afchengrau, Corwus Monedula. Stop. ann. hifl. nat. I. n. 38. DieDohle, Unterh. a. d. Nat. IV. (Vög. II) 164. Le Choucas. Bri/son orn. I. 160. n.6. — Bri/son in IV. Tome Hl. 24. — Pu hift, nat, des oij. III, 73. Wolmort: allenthalben auf dem Lande,
\
“ Anm: Das Schwarz diefes Vogels if nicht überall von gleicher Stärke; an den Ruderfedern und Richtfedern it es am tiefiten , und hat ee, einen 2ahlrötklich-
ten Schein,
Elfter. 79. Schwarz; Bauch und Deckfedern Dh: | Corvus Pica. Naturh. Brief. I. 303. n, 20. |
Pica. Schaeffer elem. orn. Tab. 56.
La Pie, Brifson orn. k 164. n.ı. —. Bri/son in IV. Tome 11. 35. — Bufon hifi, nat. des oif. III. 85. Tab.7.
Wohnort: in den Vorhölzern und Gärten. Sie ift. dem Bienenftande fchädlich, aber raupet die Bäume ab,
1
Anm, Das Ey afchengrau, blafsbräunlicht gefleckt,
Hand 1“ rt, dick 1°’ nach Kleins Abbildung 0); aber die m) Ionf. 1, c. n) Klein Ey. Tab. 8. Fig. 9. o) Ey, Tab, $. Fig. 3. |
über das gefammte Thierreich.- 123
. die Ausmelsungen find nach den Eyern meiner Sammlung “nicht genau: meine Eyer, die röthlicht afch engrau find,
mit gröfsern und kleinern blafis fchattenbrauren Flecken, haben nur 11°, nach der gröfsern, und $(* nach der kürzern Axe gemelsen,
)
Nu/sheher. 80. Die Deckfedern der Flügel blau,
\ mit weifsen und fchwarzen Binden gewech- ie felt; der Körper röthlichtgrau,
Corvus glandarius. Naturh, Brief. I. 303. m. 21. ‘Garrulus. Schaeffer elem. orn, Tab. 39, . Der‘ Holzheher. Unterh. a. d. Naturg, Is
| (Vög. IL) 166. Tab.20. Fig. 72.
Le Geay. Bri/son orn, I. 168. m. 1. Brosan in IV. Tome II. 47.
Le Geai. Buffon hift. nat. des oi/. III. 107. Tab. 8.
Wohnort: in Waldungen. Er fäet die Eicheln, was die Förfter thun follten, ' EA
en y
Nufskrähe 81. Schwarz, weifspunctirt; Schwanz und Flügel’ fchwarz; die Gegend des Afters weifs, Corvus Caryocatactes. Naturf, XVIII 68. Nucifraga, Schaeffer elem. orn. Tab, 49. Der Nufsheher. Unterh. a. d. Nat. IV. (F ög. 11.) 166, Tab. 20. Fig. 73. Ä Le ‚Case - noix. Brifsoy orn, L..7 u». 1.— Brifson in IV. Jome II, 59. Tab. 3. Fi3..1. mittelmäßßig. Z- IT Bufon hift. nat, des oi/. Il]. 122. Tab. 9.
Wohnort; in den Gebirgen, felten in den Ebenen,
RHR, j N Allges
124 Betrachtungen
Allgemeine Anmerkungen,
Ich finde bey Gefsner, dafs es bey Pafsau und. Kehlheim einen Vogel gebe, der fchwarz ift, aber Schna- bel und Füfse roth hat 9). Brifson, der, wie es fcheint, diefen Vogel nur nach Gefsner , Aldrovand, und ihren Abfchreibern befchreibt, nennt ihn g) Le Coracias hupg und Linn, vielleicht blofs auf Brifsons Anfehen hin, Corvus Eremita.. Aber der Vogel, den Gefsner unter dem Namen Corvus fylvaticus abbildet , und bey. Pafsau und Kehlheim wohnen läfst, ift alles eher als ein Rabe, und Corvus Eremita L. wahrfcheinlich ein Unding, nach einer übel gerathenen Zeichnung gefchaffen. Wenn der Vogel bey uns da ift, fo ift er der |
Stieinrabe. Schwarz, grün oder veylenblaulicht fchie- | lend; Schnabel und Füfse roth.
Corvus Graculus. Lin. Syfi. nat. 158. n. 18.
Le Coracias. Bri/son in IV. Tome IL 3.
Steintahen. Ge/sner av. 522.
Anm. Unrichtig eignet ihm Linne Roftrum pedefque Inteos zu; Gefsner, der ihn wahrfcheinlich: und Brifson, der ihn zuverläfsig gekannt hat, eignen ihm rothe Füfse, und einen rothen Schnabel zu.
Hie.hre 5 Mantelkrähe. 82. Grünblau; der Rücken ziegelroth ; | die Schwingen Schwarz. Coracias Garrula. Lin. faun. fuec. n. 94.
Galgulus. Schaeffer elem. orn. Tab. 33.
Le
p) Gefsner de Avib. 35r, g) Ornith. in IV. Tom. II. &
\
äber das gefammte Thierreich. 025
Le Rollier. Bri/son orn. I. 173. 0.1. > Brifson "2m IV, Tome 11.64. Tabs Een: ‚Le Rollier d’Europe. Buffon hifl. nat. des oi/eaux | 1II. 135. Tab. 10, | In Wohnort: um Ingolftadt. Ä "Anm. Die Schwanzfedern ‚alle gleich lang bey der Sie; die beyden äufsern anfehnlich länger beym Manner). ı Eine Lieblingsnahrung dici\s -Vogels fcheinen die Heufchrecken auszumachen. Das Ey weils s); lang. ı’' 6°, dick 1 ı",
Kessbiyioagieil, su | -Golddro/sel. 83. Gelb; Schwanz und Flügel fchwarz. | Ä Er. EN | . Gelbgrün; Schwanz und Flügel fchwarz. Sie. Oriolus Gabula. Lin. /yA. nat. 160. n. 1, Der gemeine Pirol, Unterhalt. aus d. Nütürg. 17, (Vog. II.) 176. Tab. 22. Fig. 78, 79. _ Le Loriot. Bri/son orn. J. 247. %. 58. — Bri/- - Jon in IV. Tome II. 320. = Buffon hifl. nat. des oi/. IIl, 254. Tab. ı7. Wohnort: um Weltenburg, Ingolftadt, Neuburg.
Kukuk Gemeiner. Kukuk. 84. Der Schwanz seründet, fchwärzlicht,, weifs punctitt, Cuculus canorus. Lin. faun. fuer. n. 96, Cuculus. Schaeffer elem. orn. Tab. 1. _ = | Büf 2... fon Pög. Berl. XX. 176.
r) Helenius Schwed, Abh, 1787. s) Klein Ey, Tab, $. Fig, rt:
4
1 RR A: Beirachiungen Re, ae y
-Der Kukuk, Dnterh. a. R Nat. IP, eb; 1) 192. |
Le Coueon, .Bri/son orn. II. 70. 2 Buf fon hif. nat. des BER 31.308,
IP: ohnort: in Gebüfchen; gemein.
A Seine Naturgefchichte »laubt fat jedermann zu wiisen; aber cr weis gewöhnlich nichts als. Fabeln. Aan kann daber die wahre nicht zu oft wiederholen, = Der Vogel wandert, bleibt aber auf feinen Wanderungen nirgends lang; unterdefsen begattet er fich , und fühlt die Folgen davon, welches zwey Eyer find Le DR icht Zeit hat, fich ein Neft zu bauen, und felbft zu brüten 4); fo legt er diefe Eyer kleinen infectenfrefsena den Vögeln, vorzüglich aus der Bachftelzengartung, aber auch Lerchen und Buchfäinken WW); unter. . Der kleine ‚Vogel brütet das fremde Ey mit den eigenen, und we- der de? mütterliche Kukuk, noch die Bachftelze werfen die Bachftelzeneyer heraus; aber 'nun kömmt der junge Kukık aus, fühlt (ich im Nefte durch die übriren Eyer oder aussckommenen Küchlein beenget, kriecht alfo rück= | lings unter fie, klettert fo rückwärts bis An den Rand des Neftes; und wirft alles über Bord. . Zu diefem Ge- fchäfte dient ihm eine grofse Grube, die fich in den er- ften Tagen zwilchen feinen Schülterblättern befindet: aber alimählig Fülle fich. diefe Grube, und fein Trieb, eiwas über Bord zu werfen, lälst nach, hört wohl gar auf&); er te) Comment: de reb. in HN, er M. geft. dec. III. fuppl. 346: u) Magaz. für d. Neu. a. d. Phyf. u, NG, VI, 4, 54 w) Comment. de reb. I, c.
x) Magaz. a. a. O, 50.
f
2
über das gefammte Thierreich. RZ
er verträgt fich mit den Eyern, die fpäter dahin gekom- ' men.find, und brütet fie wohl gar y). Die Bachftelze füttert unterdefien den jungen Kukuk; wie jeder Vogel die lungen aus den Eyern, die er gebrütet hat; aber er ift nicht graufam gegen feine Ernährerinn z), wie man vorgegeben hat. Trägt fichs zu, dafs der mütterliche Kukuk fein Ey in das Neit eines körnerfrefsenden Vogels legt, fo bekömmt dem jungen Kukuk die Aezung mit vegetabilifcher Koft eben fo gut, als einem andern mit Infecten 0) | Wendehals Gemeiner Wendehals. 55. | Yunx Torquilla. Lin. faun. fuec. n. 9%. | Torquilla, Schaefer eiem. örn. Tab. 66. | % Le Torcol. Brifson orn. II. 43. n.L. = Beil | Jon in IV. Teme-1V. 4. Tab. 1. Fig. ı. zur Fr Buffon hifi. nat. des vif, VII " 84. Tab. 3. fehr gut. Wohnort: um Ingolftadt, Neuburg. | Anm. Das Ey weiß, — Der Vogel ift etwäs srößser als eine Lerche, | ' SPBPETHU - Schwarzer Specht. 86. Durchaus Tattichwarz: der | Wirbel roth. | | Picüs Martius. Scop, an hifl. nat. 1. 9.40: n. 51.
N
Le:
y) Daf. 3. z) Commen. .c. a) Magaz. a, a. O. 57,
128 SR Betrachtungen
EN
—
fon hijl. nat. des oif. VII: 41. Tab. .2.
Wohnort: in gröfsern Nadelhölzern,
| j | | Le Pic noir. Bri/son orn. II. 48. u.6. — Buf
Anm. Das Weibchen hat nur fchwärzlichte Richt« |
federn, die beym Männchen vollkommen fchwarz.find. rünfpecht. 87. Grün; der Wirbel fcharlachroth, Picus viridis. Lin. faun. Juec. n. 99. Picus.. Schaeffer eleın. ‚orn. Tab. 37. Le Pic verd. Bufon hifl. nat. des oif. PL Tab. 1. Wohnort: Waldungen. * Anm. Unter den Augen zu beyden Seiten ein
“
fchmaler Streif, der bey einigen roth, bey andern fchwarz,
und das bereits vom Nefte her, ift, da hingegen der Hut
des jungen Grünfpechts nicht roth,, fondera dem Körper
gleichfärbig ift.
Buntfpecht: 88. Der Hinterkopf und die Steifsge= gend zinnoberroth; der Schwanz fehwarz: am Ende weis mit fchwarzen Binden.
. Picus major. Acad. Reil. 30. — 9 IE Ba ' Le grand Pic vari. Bri/son orn. II. 52. n. 1%. — Brifson in IV. Tome IV. 34. ‚ L’Epeiche ou le Pic varie, Bufon hifl. nat. des BT ER RE Wohnort: in allen Waldungen.
S:op. ann. hifls
Anm. Das Ey weils, wit unordentlich gefchlän-
gelten bräunlichten Adern b)zlang'r" 0", dick 0 9%, Gras/p echt. 89. Der Kopf oben durchaus, der Bauch , und die Aftergegend roth; die Bruft
' fchwarz- b) Klein, Ey. Tab, 4, Fig. 2.
Pr
über das ge/ammte Thierreich. 129 fchwarzgeftreift; die Ruderfedern und äuf- ferften Richtfedern weifsgetropft, Pieus medius. Lin. faun. fuec. n. 101, Pic varie. Bri/son orn. II. 32. n. 14. — Bhrif- | fon in IP”. Tome 1V.383. Tab. 2, Fig. 1. Wohnort: in allen Waldungen.
kleiner Specht. 90. Der Körper fchwarz und weifs | bunt; der Kopf oben durchaus roih; die Bauchfeiten roftfarben, {chwarzgeflammt. _ Picus minor. Acad. Reif, 31. hift. nat. I. n. 55. ‚Le petit Pic varie. Bri/son orn. Il. 53. n. ı5. — Brifson in IV. Tome IV. 42.
Le petit Epeiche, Buffon hifl. nat. des oif. VII. 62, |
Wohnort: in Waldungen, Anm. Das Ey weils c); lang 1, dick ge,
= Scop. ann.
Scheckiger Specht; 91. Schwarz; der Hals unten, die Bruft, und der Bauch weifs; die Bauch- feiten, und die Flügel unten weifs gewellt,
Picus tridactylus. Acad: Reif. 31. — Lin. Syf. nal. 177. n. 2T.
‚Picus pedibus tridactylis. Zinnd [chwed, Abhand,
RR 1740, I. 263.
Wohnort: um Benedictbeuern:
‘ Allgemeine Anmerkungen.
Die Zunge ift bey den Spechten durchaus fleifchig, klebrig, fehr fpizig, und borftenlos ; aber die Spize fteckt
| Ä in €) Klein Vögeley, Tab. 4. Fig. 4,
®
Dr
AB: . Betrachtungen
in einem nach ihr semodelten , Futterale von Farbe, Fe. ftigkeit, und Anfehen des Kieles einer Vogelfeder, und
diefes Futteral hat beyderfeits {ehr fteife Borften ; welche .
ibre Richtung fehlundwärts und ein wenig aufwärts neh- men. Sie dienen dem Vogel, feine Speife, die wenig- ftens zum Theile aus fehr fchnellen und fchlüpferigen Maden und Larven befleht, damit zu halten. )
Die Einrichtung zum Baumklettern it bey dem
Spechte vortreflich , und erregt hohe Bewunderung. Man weis, dafs er an den Füfsen zwo Zehen vorwärts, zwo
riickwärts habe. Aber man bat auf ihren Bau weniger
Rückficht genoınmen. Es find nänllich I) die beyden
innern -Zehen kürzer als die beyden äufsern ; diefs macht .
den Vogel gefchickt, am runden Baume alle vier Zehen zu befeftigen, indem gerade da, wo fich die Oberfläche
des Baumftammes wegen ihrer Rundung entfernet, die
Zehen länger find. 2) Ift die ganze Unterfeite der Ze-
hen mit unzähligen, faft tellerförmigen Schwielen in dicht
aneinander ftehenden Ringen gefchuppet: diefs macht ihre Oberfläche rauh, vermehret die Reibung, und er- leichtert das Anhalten. Diefes'Anhalten gefchieht vor- züglich mittels der fehr fpizigen, feften, eingreifenden, ‚obgleich (weil fi e zufamme engedrückt find ) -nicht fehr ftarken Klauen, die ungefähr einen Kreisbogen von 60 Graden vorftellen. Endlich find die Richtfedern fehr fteif,
ihre Spule ift mehr knöchern als hornartig, und am Ende
-. von der Fahne entblöfst, und in eine ftumpfe Spize aus- laufend; indem nun der Vogel den Schwanz niederdrückt, geben ihm diefe fleifen Richtfedern, derer Spizen wohl gar in‘ die kleinen Vertiefungen der Rinde eingreifeny ei-
nen W iderhalt. | / Baum-
über das ge/ammte Thierreich. 131
Bau mpiiek eg, _ Graufpecht. 92. Oben bleyfarben, unten roftgelb- ; licht (Er), eder weißslicht ( Sie); ein fchwarzer Streif vom Schnabel durch die | Augen bis ans Genick. | Sitta europaea. Lin. faun. Jwee. n. 104. Sitta. Schaeffer elem. orn. Tab. 62. -Le Torchepot. Bri/son orn. I. 474. n. 1. — Brif- Jon. in IP. Tome. Ill. 588, Tab, 29. Fig. 3. | La Sitelle, vulgairement Torchepot. Bufon kifk, nat. des oi/. 7’. 460. Tab. 20. Wohnort : Waldungen.
u
Anm. Obgleich die Füfse nicht, wie beym Spech- te,-zum Klettern eingerichtet zu feyn fcheinen,, fo klet- tert er gleichwohl fehr gut und behende: denn dafs fie es nicht find, ift nur Schein; ihre Un erfeiten, ihre. Klauen, find genau nach demfelbigen Mcdele gebaut, fo= _ gar, für die Kleinheit des Vogels, ftärker; nur das macht einigen Unterfchied , dafs nur eine einzige Zehe rück- ' wärts fteht.-
Oben ift der Vogel durchaus von der Farbe der “blauen Kazen, nämlich fatt blaugrau , fogar die 2 mit- telften Richtfedern, welche die übrigen decken, haben
diefe Farbe; die 2 beyderfeits nächftfolgenden find {chwarz, am Ende bläfser, auch die drey äufserften, über welche noch überdas eine fchiefe weifse Fleckenbinde. herläyft, indem auf jeder Feder ein weifser Fleck vor dem Ende fizt, und zwar defto höher, je weiter drauf- fen die Richtfeder it, Ueberhaupt hat der Vogel 12
| 12 Richt-
7482 | Betrachtungen
Richtfedern. Der Vordertheil der Zunge ift knorpelig, und endet fich in zwo ftarke Spizen , die in der gleichen Richtung liegen, und zwo andern, die fchief auseinander ftehen. |, | | | Eisvogenh gemeiner Eisvogel. 93. Kurzgefchwänzt; oben blau, grünfchielend; unten grüngelb oder rothgelb ; die Streife durch die Augen l 'rothgelb. | Alcedo Ifpida. Lin. [yfl. nat. 179. n. 3. ipida. Schaeffer elem. orn. Tab. 41. Le Martin-Pecheur. Bri/son orn. II. 177. m1. - Le Martin -Pöcheur ou l!’Alcyon. Buffon hifl. nat. des oif. VII. 164. Tab. 9. | Wohnort: an Teichen, Flüfsen; wo er auch mit- ten im Winter fehr gefchäftig if. “Anm. Das Ey beinweifs, glänzend, durchfcheinig fo fehr, dafs man das Weifse vom Dotter unterfcheiden kann d); lang 1 ı'*, dick 10,
„Bienenfrefsie.n
Bienenwolf. 94. Auf dem Rücken roftfärbig, grün fchillernd ; unten bläulicht grün; ein fchwar- zer Zügel durch die Augen; die Kelıle goldgelb. |
' Merops Apiafter. Lin. /yfl. nat. 182. m ı = Schrif. der Berl. Gef. II]. 194. Immenwolf, Müller lin. Natur. IT. 245. Bienenfrefser. Büffon Vögel. Berl. XAL. 209.
| Le 4) Klein Vögeley, Tab. 4. Fig. C.
über das gefammte Thierreich. 133
= ,„ Le Guefpier. Bri/fson om. II, 194. n. ı. =. Buffon hifl. nat. des oil. VI. 480. Tab. 23. Wohnort: gewifs nicht in Baiern; aber er zieht manchmal durch, und thut das in Schaaren "von 20 bis 30 Stücken,
Anm. Der Schnabel if fchwarz; der Schwanz oben blau fchattirt. Er ift der 'prächtigfte aller europäifchen Vögel, und läfst den Eisvogel noch beträchtlich hinter fich zurück, defsen Schönheit, wenn ich mich fo aug- ‚ drücken darf, etwas zu wenig gefchmackvoll ift.
wWwiedenonr
‚gemeiner Wiedehopf. 95. Mit einer nach der Län- ge bogenförmig aufgerichteten Haube; die Richtfedern ziemlich gleich.
Upupa Epops. Lin. faun. fuec. n. 105.
Upupa. Scnaeffer elem. orn. Tab. 70.
Wiedehopf. Büffon NG. der Vög. Berl. XXT. 151.
La Hupe; Le Puput, Bri/son orn. I. 285. n. I«
Ä — Brifson in IV. Tome II. 455. Tab. 43. Fig. 1. |
La Huppe. Buffon hifl. nat. des oi/. VI. 439% Tab. 21.
Wohnort: Waldungen,
Anm. Das Ey röthlicht halbfchattenfärbig e); lang HM, dick 8, |
Ich fah den Vogel auch ganz weifs, . u a Baum- €) Klein Vogeley,. Tab. ır. Fig, 6.
134 - 0 Betrachtungen
Baumläufer. N
gemeiner Baumläufer. 96. Oben ‚gelblichtgrau, ‚fchwarzgemengt, unten weis; die Ruder- federn fchattenbraun mit einer oben milch- - ralımfarbenen ; unten weifsen Binde, | Certhia familiaris. Lin, /yfl. nat. 184. n. 1. Certhia. Schaefer elem. orn. Tab. 25. ‚ Der gemeine Baumläufer. Büfon Vög. Berl, XVIII, yı, Ä Le Grimpereau, Bri/son 'orn. II, mn Z Bri/son in IV. Tome III. 603. — Buf. fon hifl, nat, des oil. P. 481. Tab, ar. Fig. 1. könnte befser feyn, | Wohnort: auf Bäumen, an denen er hinaufläuft, fchneller als ein Specht,
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Anm. Der Schwanz gelblichtgrau, linienförmig fcheerenähnlich. Die Schwanzfedern lanzettförmig, an der innern (bedeckten) Seite fchwärzlicht.
Das Ey weifsgrau, allenthalben mit rothen Puncten befprengt, die am dicken Ende zufammengiefsen f),
Mauer/pecht. 9 97. Afchengrau ; die Flügel fchwärz, | am Grunde breit roth; auf jeder der vor- dern Schwingfedern eine weifse Makel, Certhia muraria, Zin. faun. fuec. n. 106, Picus pedibus tribus anticis, poftico uno; albo ru- bro nigroque varius. Kramer Aufl. p. 336," Der Mäuerläufer oder Mauerfpecht. .Büffon Vög, Berl. XVIII, 23.
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Le f) Zoın in Büffons Berl, Ueberf, I, c.
u. Über das gefammte Thierreich. 135 +
. Le Grimpereau de Muraille, Bri/son orn. II. 2. Ya K n. 2. — Bri/son in IV. Tome III. 607. ' Tab. 30. Fig. ee Buffon hifl. nat. des
oil, V. 487. Tab. 22. mittelmäfsig. ‚er
Y Wohnort; in altem Gemäuer um Tegernfee hat ihn y Hr. Dr, Frölich: ich habe ihn zu Welten-
burg und Regensburg gefehen.
Anm. Der Kopf und Hals unten weifslicht. Die drey erften Schwungfedern haben zwo runde weifse Ma- kein, auch die vierte, aber hier ift die dem, Grunde när
. here verlofchen,
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Perlhuhn. 39. Schnabel: kurz, ftark, ‚gebogen: mit ° Numida, Hautlappen am Grunde, Kopf und Oberhals federlos.
Pfau. 40. Schnabel; kurz, ftark, gebogen, ohne Pavo, Wachshaut, Kopf: allenthalben bedeckt. Schwanz; lang, fchleppend.
Truthuhn, 41. Schnabel: kurz, gebogen, glatt. . Meleagris. Kopf: gröfstentheils nackt: die Haut faltig, mit Fortfäzen. Kammhuhn. 42. Schnabel: kurz, fark, gebogen. . Alector. Wangen: mit einer federlofen nack- ten Haut. vu“) Slirne : mit einem fleifchigenKamme.
I4 Berg-
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Berghuhn. 43. Schnabel : kurz, gebogen,
Tetrao. Augen: ein nackter Fleck an den. Augen,
Stirne: mit Federn bedeckt.
Peorıhau hm. De
gemeines Perlhuhn. 98. Zwecn hangende Haut lappen am Schnabeigrunde; die Kehle fal- tenlos, Numida Meleagris. Zin. Jyfir mat. 273. n. 1. Meleagris. Schaeffer elem. orn. Tab. 46. La Peintade. Brifson orn. in IV. Tome I. 176, Tab. 8. f | La Pintade: Bri/son orn. I. 49. n. 1. — Buf- | fon hifl. nat. des oi/. Il. 163. Tab. 4. Wohnort : — — Fremd. Es wird fparfam in den Hühnerhöfen gezogen, weil fein Fleifch zwar vortrefllich it, aber der Vogel fich mit dem übrigen Geflügel nicht vertragen foll, | Anm. Diefes Huhn unterfcheidet fich durch feine fchattenbraune Farbe über den ganzen Körper, auf wel- cher milchweifse Tropfen wie ausgefäet find.
Diefe Vögel find ganz gewifs- die Aves Melcagrides der Alten. Africae hoc eit Gallinarum genus, gibberum, variis {parfum plumis 8).