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40. PA /E

m

Die Chroniken

der deutſcheu Städte

vom 14. bis in's 16. Jahrhundert.

Zweiter Band.

AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN UND MIT DURCH DIE UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION SEINER MAJESTAET BEI DER DES KÖNIGS VON BAYERN KÖNIGL. ACADEMIE DER MAXIMILIAN Il. WISSENSCHAFTEN.

Leipzig, Berlag von ©. Hirzel. 1864.

Die Chroniken der fränkiſchen Städte.

Nürnberg.

Zweiter Band.

AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN UND MIT DURCH DIE UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION SEINER MAJESTAET BEIDER DES KÖNIGS VON BAYERN \ KÖNIGL. ACADEMIE DER MAXIMILIAN II. WISSENSCHAFTEN.

Leipzig, Verlag von © Hirzel. 1864.

Druck von Breitkopf und SHärtel in Leipsig.

Vorwort des Herausgebers.

Die in dem vorliegenden zweiten Bande Nürnbergifcher Chronifen enthaltenen originalen Aufzeichnungen aus ber erjten Hälfte bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehören jener Klaſſe hiſtoriſcher Schriften an, welche ich in ver Einleitung zum erften Bande (S. XXX f.) als Dentwürbigfeiten im weiteren Sinne bezeichnet habe.

Das erfte Stüd von Endres Tucher, welches die Jahre 1421 bis 1440 umfaßt, führt mit Recht ven Titel als Memorial’: e8 bringt burchaus nur Selbfterlebtes, öffentliche und perjönliche Angelegenheiten durcheinander, anders als wie in ber im erjten Bande abgebrudten Chronif aus K. Sigmund’s Zeit, welcher e8 vielfach zur Ergänzung bient.

Der Zug nach Lichtenburg im I. 1444 fchilvert in lebendiger Erzählung ein einzelnes Ereigniß: den winterlichen Feldzug der Nürn- berger in Gemeinfchaft mit den NRotenburgern und Winpsheimern nach den Schlöffern einiger Raubritter des bayreutbifchen Oberlandes nahe bei ver thüringifchen Grenze. Der Bericht ift ficher aus erjter Quelle geſchöpft und nahezu gleichzeitig nievergefchrieben. Doch möchte ich nicht, wie in der Einleitung ©. 62 gejagt ift, mit Beftimmtheit behaupten, daß er von einem Augenzeugen verfaßt jei, und am wenigiten würbe ich an Erhard Schürftab, der als Mitgliev des Kriegsausſchuſſes und Kriegs- hauptmann babei war, venfen: denn ein Theilnehmer des Zugs hätte wohl weniger ftreng bie Form einer biftorifchen Erzählung eingehalten, und einem Manne wie Schürftab hätte e8 gewiß nicht angeftanden in der dritten Perſon von fich zu reden, wie das die fünftliche Weife anderer Zeiten gewejen ift.

VI Vorwort.

Wenn uns hier das Bild einer einzelnen ſtädtiſchen Fehde mit Meh— reren vom Adel vorgeführt wird, wie ſie in Veranlaſſung, Hergang und Abſchluß für viele andere als Beiſpiel dienen kann; ſo enthält nun die weiter folgende Beſchreibung des Markgrafenkriegs von 1449 und 1450 die Geſchichte einer großen Begebenheit, welche ihrer eigent- lichen Bedeutung nach gleichfalls nichts anderes als eine Stadtfehde gegen die ‘Herren’ war, aber in ven weitesten Dimenfionen, die eine jolche überhaupt annehmen konnte. Der eigentliche "Rriegsbericht' hat in feiner höchft trodnen Aufzeichnung ver einzelnen Vorkommenheiten nach der Zeitfolge einen ganz officiellen Charakter und unterfcheibet fich in der Form der Darftellung durchaus nicht von den ihm angefchloffe- nen Ordnungen', welche ven Nachlommen überliefern follten, was alles von Seiten des Stadt- und Kriegsregiments, ſowohl vor dem Kriege ale während vesjelben, befohlen und beobachtet worden, fei e8 zum Zweck der Ausrüftung des Heeres oder der Vertheidigung und Verpfle- gung der Stabt oder ihrer polizeilichen Sicherheit; ferner was für Scha- den von dem Feinde angerichtet, welche Belohnungen ertheilt worden, endlich woran Mangel gewejen ift ober mas man überjehen hat, damit man in Zufunft ſich danach richten und wo möglich e& beifer machen möge. '

Kein Zweifel, daß alle dieſe Schriftftüce des gleichen amtlichen Ur- ſprungs find. Eine andere Frage aber ift, mit welchem Rechte man Erhard Schürftab als Verfafjer, entweder nur des Kriegsberichts oder auch der Ordnungen, genannt hat. Im einigen der beiten Hand— ſchriften findet fich fein Name auf vem Zitel, aber in einer Weiſe auf- geführt (f. die Einleitung 99 u. 108 f.), welche zweifelhaft läßt, ob man ihn für den Verfaſſer oder nur für den Sammler und Ordner bes Stoffs hat ausgeben wollen. Was nun die Abfaffung des Kriegsberichts betrifft, fo wiffen wir, daß der Rath zwei feiner Mitglieder mit ver Auf- zeichnung aller ‘ding die fich yegumt ergeen’ beauftragte (Einleitung 97), und unter diefen war E. Schürftab nicht. Er felbft nennt fich überall nur in der Meberjchrift einer einzigen Ordnung (Nr. 38) als denjenigen, welcher fie ausführte und zugleich abfaßte, weil nämlich die Ausführung des befohlenen und ihm übertragenen Cenſus der Einwohner und der Borräthe eben in der Aufzeichnung des dort mitgetheilten Ergebniſſes beftand. Wir haben biernach feinen guten Grund, E. Schürftab für ven

Borwort. VII

-

Autor weder der Ordnungen, noch des Kriegsberichts, zu halten. Den- noch iſt ein perfönlicher Einfluß oder unmittelbarer Antheil von feiner Seite bei der uns vorliegenden Sammlung von Schriften über ven Markgrafentrieg nicht in Abrede zu nehmen.

Aus jener officiellen, vermuthlich ziemlich formlojen Aufzeichnung nämlich, aller ding die fich yetzunt ergeen’, find zwei verfchievene Re- dactionen entjtanden, die ung in den Handfchriften vorliegen und die in unferer Ausgabe als Reihe A und B bezeichnet find. Nur die Hanp-- ichriften der erfteren Reihe enthalten vie vollftännige Sammlung, fowohl Rriegsbericht als Ordnungen, welche lettere jenem vorangehen; in ber Reihe B fehlen die Ordnungen. Nun fteht aber die Redaction A des Kriegsberichts offenbar in naher Beziehung zu E. Schürftab und feinem Geſchlecht. Nur in dieſer findet fich fein Name, ſowie der feines Vetters Erasmus bei einigen Auszügen, welche fie als Hauptleute anführten, in kurzen Zufägen nachgetragen (S. 148, 21; ©. 154, 14; ©. 194, 17); nur in dieſer ift ftatt des mit der übrigen Beſchreibung gleichartigen Berichts über das Pillenreuter Treffen over ven "Streit beim Weiher’ eine ausführliche, fehr warm und lebendig gejchriebene Schilderung des Vorgangs eingefchaltet, worin gerade ver Mitwirkung E. Schürftab's, als damaligen wortführenden Bürgermeifters und Kriegsanführers, durch Rede und That mit ganz bejonderen Ehren gedacht ift. Und eben dieſe Redaction wurde in der Schürftab’jchen Familie aufbewahrt und findet fich nebft den Kriegsordnungen in ein und derſelben Handſchrift mit mancherlei Hamiliennachrichten ver Schürftab und anderen biftorifchen Stüden verbunden (Einleitung S. 110 über A®).

Demnach vürfen wir e8 als jehr wahrjcheinlich annehmen, daß E. Schürftab, ver feiner ganzen Stellung nach dazu anı beften befähigt war, die in der bezeichneten Hanpfchriftenreihe enthaltene Sammlung von Kriegsbericht und Ordnungen veranftaltete, ferner daß hier ver Kriegsbericht unter feinem Zuthnn die jener Reihe eigenthümliche Re— baction erfuhr. So wird e8 auch nur zu verftehen fein, wenn ihn einige von diefen Hanpfchriften als denjenigen nennen, ver das puch gemacht’ bat. Und dasſelbe will ver auf dem Titel unferer Ausgabe gewählte Ausprud: zuſammengebracht von E. Schürftab, befagen.

Bon diejen drei Stüden, welche ven Hauptinhalt des vorliegenden Dandes ausmachen, find nur die beiden erften noch unebirt, das dritte

VIII Vorwort.

aber ſchon vor einigen Jahren von Herrn Archivconſervator Baader in Nürnberg unter vem Titel: Erhard Schürftab’8 Beſchreibung des erſten marfgräflichen Kriegs gegen Nürnberg, in ven Quellen zur bayrifchen und beutfchen Gefchichte Bo. 8 herausgegeben worven.

In Bezug auf die Bearbeitung habe ich zu dem bereits in den Ein- leitungen ver Bearbeiter Gefagten vom Stanppunfte des Herausgebers nur Weniges hinzuzufügen, einiges Beſondere hervorzuheben.

Bon dem Memorial des E. Tucher Tonnte ungeachtet aller Bemü- hung leider nur eine einzige Handſchrift in einer ſehr verporbenen Ab- Schrift ver Scheurl'ſchen Sammlung aufgefunden werden. Die prachliche und biltorifche Bearbeitung der Herren Dr. Lerer und Dr. v. Kern hat das Mögliche gethan, um ven Zert wieber herzuftellen und zum Ver⸗ ſtändniß zu bringen. Einzelne im Memorial berührte Ereigniffe, nament- (ich ver Antheil Nürnberg's an ven Feldzügen gegen die Huffiten in ven Jahren 1421 und 1427 und die Mebertragung ver Reichskleinodien nach Nürnberg im 3. 1424 find in den Beilagen aus andern archivalifchen Quellen urkundlich vargelegt.

Ebenfo wurden dem Lichtenburger Zug, deſſen Text in ver Hanb- ichriftenreihe A der Schürſtab'ſchen Redaction vorlag, einige werthuolfe urkundliche Beilagen hinzugefügt, unter denen beſonders die vierte, welche vie Berichte des Kriegsausfchuffes über das Treiben ver Raubritter von Walvdenfels, ihrer Helfer und Diener im ganzen fränfifchen Lande, ferner die über feine eigne Thätigfeit in Beftellung von Rundfchaftern, Annahme von Söldnern u. |. w. enthält, für die Kenntniß der Zuſtände und Dert- lichfeiten wichtig ift. Die hiftorifche Bearbeitung ift von den Herren Dr. v. Weech und Dr. v. Kern ausgeführt, die Anmerkungen bes Ieß- teren find durch vie Ehiffre K. kenntlich gemacht.

Bei der Tertesbearbeitung des Markgrafentriegs, welche man Herrn Dr. Lexer verdankt, wurde, wie in der Baader’fchen Epition, die Hand- ſchrift A des Nürnberger Archivs zu Grunde gelegt; daneben find aber auch die anderen Handjchriften dieſer Schürftab’fchen Rebaction, ſowie bie der Redaction B, forgfältig verglichen worden, wie das unter dem Text ftehende Variantenverzeichniß beweist, aus welchem auch das Ver⸗ hältniß beiver Redactionen zu einander fich deutlich erkennen läßt. Nur an ver Stelle, wo in der Rebaction A die vorhin erwähnte ausführliche Schilderung des Billenreuter Treffens eingefchaltet ift, jchien e8 um der

Borwort. IX

inneren Webereinftimmung des Ganzen willen paſſender, ven fürzeren, wenn auch weniger anziehenden Bericht aus der Peſter Handſchrift B in unjeren Text aufzunehmen, das eingefchaltete Stück hingegen mit anderen gleichzeitigen Berichten über dasſelbe Ereigniß in Beilage III. zufammen- zuſtellen. Denn für nahezu gleichzeitig iſt allerdings auch ver Bericht in A zu halten, da er jebenfalls vor Ende des Jahres 1453 nievergejchrie- ben fein muß (ſ. die Rote 1 zu ©, 489); doch meine ich darum nicht (mie e8 Dr. v. Weech Einleitung ©. 100 für wahrfcheinlich Hält), daß E. Schürftab felbft ihn verfaßt haben könnte, nicht bloß aus demſelben Grunde, ven ich ſchon bei dem Lichtenburger Zuge angeführt habe, weil biefer nicht von fich in ver dritten Perfon und am wenigften mit folcher Ruhmredigkeit und Abfichtfichkeit gefchrieben hätte, fondern auch deßhalb, weil das Schriftftüd eine Gewandtheit des Ausdrucks und eine drama⸗ tische Lebendigkeit der Darſtellung zeigt, wie man fie wohl einem Hans Mofenplüt, aber nicht einem Staatsmann und Kriegshauptmann jener Zeit zutrauen Tann.

Bei der hiftorifchen Bearbeitung des Kriegsberichts haben fich Die Herren Dr. v. Weech und Dr. v. Kern in ähnlicher Weife, wie bei dem ssorhergehenden Stüd, betheiligt; dagegen gehört die ver Orbnungen dem Megteren allein an. Ein ſehr mmfängliches Material von gleichzeitigen Actenftüden ımb Relationen wurde von dem zuerjt genannten Mitar⸗ Keiter zu einer zuſammenfaſſenden Darftellung ver zwijchen Nürnberg and Markgraf Albrecht geführten Kriegs- und Frievensverhanblungen in Beilage I. benugt. Unter ven Actenftücden, welche dem Kriegsbericht ſelbſt in einem Theile ver Handſchriften beigegeben find, bot feines grö- Bere Schwierigkeit für die Behandlung dar, als das im Unterjchiede von dem Fleinen, im Kriegsbericht ftehenven, fogenannte große Abjageverzeich-

niß der Fürften, Grafen, Herren und Ritter mit ihren Knechten. Es wäre jo gut wie nutlos geweſen, diefes lange ungeordnete Verzeichniß von nahezu 4000 häufig entjtellten Namen einfach abzudruden. Dr. v. Kern hat fich der ſchwierigen Aufgabe unterzogen, in dieſes Chaos Licht und Ordnung zu bringen. Beilage II. giebt eine überfichtliche Zu- fammenftellung der Feinde Nürnberg’3 nach lanpfchaftlichen Gruppen, in welchen fich neben den Fürften eine jehr große Zahl von deutſchen Adels⸗ familien vertreten findet, und ver hiftorifch-genealogijche Gewinn viefer Arbeit wird erjt recht nutzbar gemacht durch das alphabetifche Perfonen-

x Vorwort.

regifter am Schluß des Bandes, welches, wie zur Auffindung der Namen, zugleich zu deren Erklärung in moderner Schreibung dient.

Einige andere urkundliche Stüce, welche ihrem Wortlaute nach mit- getheilt zu werben verbienten, haben in Beilage V. Aufnahme gefunden, welche, ebenjo wie Beilage III., von Dr. v. Kern bearbeitet iſt. Endlich habe ich in Beilage IV. von der Bevölkerungszahl und im Zufammen- hang damit von den Hanpwerferverhältniffen und ver Ausbildung ver Zunft und Meifterprivilegien in Nürnberg gehanvelt, woran fich, gleich- wie an bie im erften Bande von mir gegebenen Ausführungen über das Patriciat, über Stapthaushalt und Münze, fpätere Erörterungen über biefelben in anteren Städten wiederkehrenden Verhältniſſe werden an— fnüpfen laffen. Das Wenige, was ich zu diefem Bande noch über das Ichwierige Kapitel von der Münze hinzufügen wollte, findet man unter den Nachträgen. |

Gloſſar und Regifter find, wie im erſten Bande, jenes von Dr. Lexer, diefes durch Dr. v. Kern angefertigt.

Bei Entwerfung ver von dem Herrn Verleger ſehr jauber ausge- ftatteten Gebietsfarte bin ich durch einen anderen jüngeren Mit- arbeiter, Dr. Kerler aus Ulm, unterftügt worden. Die Grenzen ver. verſchiedenen Gebietstheile, jowie die vegellofe Schreibung der Orts⸗ namen find genau nach den Urkunten und originalen Texten der Zeit twiedergegeben; auch wurde auf die vamaligen, |päter durch Zurückdrän⸗ gung des Waldes, Austrodnung von Weihern veränderten Zerrainver- hältniffe thunlichſt Rüclficht genommen.

Erlangen, 30. September 1863.

Profeſſor Dr. 8. Hegel.

Inhaltsverzeichniß.

Seite. Vorwort.......... V

. Endres Tucher's Memorial, 1421 bis 1440. FERNE Memorial . en 9

Beilagen. I. Der Feldzug gegen die Huffiten im Herbfte 1421. . . 33 II. Die Uebertragung ber Rachetleinedien und aicceheltchimer nu Nürnberg im 3. 1424 . . . 42 LIT. Feldzug gegen bie Huffiten im 3. 1427. nn. 46 IV, Saifer Sigmund's Todtenfeier u Nümberg . . > 2 222.032 IV. Der Zug nad Lihtenburg, 1444.

Ein leitung ur nn. 87 Der “ang für Lichtenburg' .... ;*' Urkundliche Beilagen...... . 69

V. Nürnberg's Krieg gegen den Markgrafen Albrecht (Achilles) von Brandenburg, 1449 und 1450. Kriegs— beriht und Ordnungen, zufammengebradt von Erhard

Schürſtab. Kriegsbericht. Ein leitinng......... . . 95 handſchriften... .. . . 108 Regiſter..... . . . . . 121 Ein nd . . ..2123 iegsereigniffe bes J. 1449 ....2137 2 eöfereignife des J. nee. 192

+7

xu Inhaltsverzeichniß.

Ordnungen. Seite. Vorwortttt2239 Verzeichniß .. ....22441 Von einer warnung vor dem trieg ...22343 I. Heer⸗ und Krieggsweſenn. 2244 I. Vertheidigungsanſtalten... ... 22270 IH. Verpflegung der Stadt und des Heeres . een. 299 IV. Kriegsſteuer und Kriegepoligei > > 2 nn ren. 33 V. Kriegsgebrechen und Kriegsihäden . . 328

VI. Allgemeine Anordnungen und Sorfommniffe während und nach Beenbi- gung des Kriegg. ..... 4337

Die Kriegsanſtalten nah Reihe . 348 Beilagen. J. Hiſtoriſche Darſtellung der Verhandlungen Iwiſchen Rasiert Albrecht und Nürmberg . . . 355 O. Die Fürfterpartei im Stäbtetrieg . .. . ... 417 III. Die Berichte über die Schlacht bei Pillenrent . .. 482 IV. Ueber die Bevölkerungszahl und Sanbwerteroehätmif m mimden im 14. und 15. Jahrh. . . 500

V. Urkundliche Beilagee. 4314

Nachträgfäe.. 3531 Sofa. 2 .... . 335 Ralf een. DD

IN.

Andres ducher's Memor i a1

1421 bis 1440.

idtechroniken. II.

Einleitung.

„Memorial“ find die hier mitgetheilten Aufzeichnungen in ver ein- Zigen Handfchrift, welche fie aufbewahrt hat, betitelt. Ob ihnen dieſe Aufſchrift fchon von dem Verfaffer gegeben oder erft fpäter hinzugefügt Toourde, willen wir nicht. Unbevenflich aber konnten wir fie beibehalten, Da fie in völlig zutreffender Weife ven beſondern Charakter der Kleinen Spronif bezeichnet. Sie zeigt fich einerfeits mit Stromer, andererfeits mit der Chronif Dis 1434 (1441) verwandt, unterfcheidet fich aber von beiden theils nach x Hrer Anlage, theils in der Auswahl und Behandlungsweife des Stoffes. Schon in den Ausgangspunften weichen alle drei von einander ab: Tucher Lehnt jeine Mittheilungen weder an Nachrichten über feine Bamilie! oder Läber andere alte Gefchlechter ver Stadt an, noch fehieft er denſelben Hifto- xeifche Daten aus früheren Sahrhunderten voraus. Ihr Charakter wird Xvpeder durch eine beſondere Rüdfichtnahme auf des Chroniften eigene Deachlommen, noch durch den Hinblid auf einen größeren Lejerfreis be- Vtimmt. Und weiter berührt fich der Gefichtsfreis und die Art und Weife Der Darftellung zwar vielfach mit der erwähnten, viefelben Zeiten behan- welnvden, Chronik des 15. Jahrhunderts, aber durch das bejtimnite Her- wortreten ver Perfon des Verfaffers und zum Theil auch feiner Lebens— ſtellung ruft das Ganze doch wieder einen völlig andern Einprud beim Veſer hervor. Bon Ulmen Stromer’s Aufzeichnungen ımterfcheiden ſich wie Endres Tucher's äußerlich noch weiter durch die ziemlich ftreng durch— geführte annaliftiiche Anorpnung, und was den Inhalt und feine Wiever- gabe betrifft, zumächft durch das mehrinalige Einflechten perfönlicher 1. Bon Borfällen in feiner Familie 1437 au; er notirt, was fonft vielfach erft merkt er nur den Tod feines Vaters (1425) der Anlaß zu weiteren Aufzeichnungen

and die Abmwejenbeit feiner Söhne Endres wurde, feinen der Geburtätage feiner und Berthold während bes „Sterbs“ von Kinder.

1 *

4 IN. Endres Tucher.

Erlebniſſe und Angelegenheiten, auch wohl eines perſönlichen Urtheils", noch ungleich mehr aber durch ven ganz vorzüglich, ja beinahe ausſchließ— lich, auf die täglichen Ereignijfe und auf die innern Angelegenheiten ver Stadt gerichteten Blid. In letterer Hinficht verleiht es feiner Erzählung einen bejontern Werth, daß er mehr, als andere Chroniften, 3. B. auch ver Berfajjer ver Chronik bis 1434, daſſelbe thun, ven Verfügungen und Beſchlüſſen des Raths jein Augenmerk zugewandt hat. Wir werten jo wohl inne, daß ver Autor ven regierenden Kreifen ſelbſt nicht ferne jtand. Aber eine befonvers erhebliche Betheiligung an ver Leitung ver öffentlichen Angelegenheiten feiner Vaterſtadt, eine irgend einflußreiche Wirffamfeit nach diefer Seite bin dürfen wir nichtsveftoweniger bei ihm nicht vorausfegen. Endres Tucher gehörte nie dem (Fleineren; Rathe an?, fonvdern hat nur in der Verſammlung der Genannten dem großen Rathe) feine Stelle eingenommen ?. Ach bei feiner anderen Gelegenheit ift mir jein Name in ven amtlichen Documenten jener Zeit begegnet, und wir werben gewiß nicht fehl gehen, wenn wir annehmen: feiner Familie, der Verwaltung ſeines Befisthums und dem Handel fei fein Thun und Wirken vorzüglich gewidmet gewejen. Nur dieſem Kreife gehört das We- nige an, was er von perfönlichen Handlungen im Memorial berichtet *.

Bloß ſpärliche Daten haben fich überhaupt in Bezug auf fein Leben erhalten.

Enpres, ein Enfel von Berthold Tucher am Milchmarkt, einft dem einzigen Repräfentanten dieſes angefehenen Gefchlechts (vgl. Ulm. Stro- mer im 1. Bde. ver Nürnb. Chronifen S. 93, 17), wurde jenem Bater Hans Tucher als ver fünfte Sproffe aus feiner Ehe mit Anna Behaim im leßten Iahrzehnt des 14. Iahrhunverts geboven®. Im feiner Iugend ſandte ihn der Vater nach Venedig, wo damals junge Nürnberger jehr häufig ihre faufmännifche Ausbildung zu fuchen pflegten®. Im Jahre

1. 3. 3. 1427 bei der Flucht vor Mies, 1430 bei der Einnahme Bayreuths durch die Hujfiten.

2. Weder in den Stadtrechuungen, wo nad der Reihe ihrer Amtsführung alle Bürgermeifter eines Jahres ange— merkt wurden, und die flir Die Jahre 1419 1441 vollftändig erhalten find Nbg. A. Jahresreg. II und IIL.), noch in den 1454 angelegten volähligen Raths— liften, weldye uns in cod. 5052 der Bibl. d. german. Muf. vorliegen, wird fein Name genannt. Die Stelle des Memo— rials (3. 1424) über die Befichtigung der Reichsheiligthümer won Seite des Naths,

bei der Endres Tucher zugegen war, kaun dent gegenüber nichts beweifen. Er bat wohl nur feinen Bater begleitet; oder wir haben den größeren Rath zu verite- ben, was übrigend der Ausdrucksweiſe jener Zeit nicht entjprechen würde (vgl. dein erften Band der Nürnb. Chroniken ©. 136).

3. Bgl. A. 3 auf der folg. Seite.

4. Bol. Die Jj. 1421 u. 1437.

5. Sein Geburtsjahr ift uns nidt befannt. Sein Bater (geb. 1368) ver- heiratete fih im 3. 1385, er jelbft, wie wir fogleich jehen werden, 1420.

6. Für letzteres ſprechen verjchiedene

Einleitung. 5

1420 vermählte er fich mit Margarethe, ver erftgebornen Tochter Kon- rad Paumgartners!, eine Verbindung, die bei dem Reichthume und ber bald einflußreichen Stellung feines Schwiegervaters wohl auch für feine übrigen Xebensverhältniffe belangreich wurde. Er trat mit dieſem in Han- velsgenofjenichaft, wobei er fein fchon damals nicht unbeventendes Ver- - mögen? ohne Zweifel noch weiter vermehrte. In den großen Rath ver Stadt (unter die Genannten) wurde er am 5. Juni 1422 aufgenommen, un welche Zeit gerade fein Vater als älterer Bürgermeifter im Amte war. In feine Hände Teiftete er den Eid als Genannter. Nach deſſen Tode (1425) ging aber, wie ſchon erwähnt, vie übliche Betheiligung des Geſchlechts an den öffentlichen Gejchäften nicht auf ihn, ſondern auf feine beiden ältern Brüder Berthold und Hans über, die feit dieſer Zeit ab- mwechjelnd im Nathe jerjcheinen. Daß Enpres gleichwohl ein lebhaftes Intereſſe für die Zeitgefchichte bewahrte, beweiſen eben ‚die hier zu Tage geförderten Aufzeichnungen, welche er bis zu feinem Tode fortjeßte, ver ſchon am 13. Auguft 1440, als er noch im beten Mannesalter ftand, erfolgte?. Seine Frau war ihm bereits 1435 im Tode vorangegangen,

Geſchlechtsaufzeichnungen jener Zeit. Auch unſer Endres fandte fpäter feinen gleich- mamigen Sohn nad) Venedig; vergl. das Memor. beim $. 1437.

1. Konrad Paumgartner hat eine Aufzeichnung über die Geburts-, Hoch- Zeits- und Todestage feiner Kinder und Enkel hinterlaffen, die uns im Kollecta- zueenband H der v. Scheurl'ſchen Biblio- thek (Bl. 134—143), mit einigen |päteren Zuſätzen verſehen, erhalten iſt. Wie fich aus dent gleich näher anzuführenden Tu- cher'ſchen Geſchlechtsbuch (vorzüglid Bl. 2ub) ergiebt, war er für bie Familie jei- ned Schwiegerfohnes bis zu feinem Tode

(1464) eifrig bejorgt.

2. Ueber fein Erbtheil vom Bater vgl. das Memorial beim 3. 1425. In den unten ©. 7. X. 3 angeführten Regeſten Zucher’fcher Urkunden wird (Nr. 147) ein Lehenbrief König Sigmund’s für die drei Brüder Berthold, Hans und Endres Tu- her d.d. 14. Juni 1426 nambaft gemacht, der fich auf ihr väterliches Erbe bezicht.

3. Wir haben dieſe unferen "Autor

und feine Abftammung betreffenden Da- ten dem Tucher'ſchen Geſchlechtsbuche ent- nommen, welches Dr. Chrift. Scheurl aus den zu feiner Zeit im Tucher'ſchen Archiv befindlichen Driginaldocumenten zuſammenſtellte und 1542 vollendete. In unjerem Falle verdient dafjelbe eine be—

jondere Glaubwirdigfeit, da feine Anga- ben bier, wie ſich leicht erfennen läßt, zu- meift auf die zahlreichen (jetzt verlorenen) eigenhändigen Aufzeihnungen Hans Tu- cher’8 (ogl. das Memorial zu 1425, ©. 13, A. 8) gegründet find. Wir theilen des— halb die auch fonft intereffante Stelle über unferen Ehroniften ganz mit und entneh- men fie der älteften von den im Freib. von Tucher'ſchen Familienarchiv aufbe- wahrten Handichriften des Gejchlechtö- buches (Pergamenthdſchr. fol. maj. aus der Mitte des 16. Ih.):

[Bl. 195 20°] Eudres (Cod.: En- . drefien), Hannſen Tuchers unnd Anna Behamin jühn am milchmard bielt hochtzeitt mit jundfrauen Margrethen Bauıngartnerin an fant Kilianus ben achtten tag Julij 1420; ber preütt ver-

ülter gürtel unnd gülden befftlein ge— unden 58 gülden, unnd die hochtzeitt kopff, mahelfingerlein, clayder, kürßner lotter anfing unnd kuchen gelt, babclaibt unnd zech zur hochtzeitt 177 gülden; darzu gab Hanns Tucher dieſem feinem fun ge- gen acht hundertt gulden hayrat guts taufenntgulden gegenſchatz unnd noch tau⸗ ſennt gülden an lehen güettern, hielt in ſampt weib unnd kindt bey zwayen jaren in der cöfit; das alles ſambt 150 gülden, die er zu Venedig koſt bett, rechnet er auff

“2644 gulden; fegett in zu hauß Walbur-

6 III. Enbres Tucher.

nachdem fie ihm acht Kinder geboren hatte, von denen vier Söhne und zwei Töchter ven Vater überlebten. Die beiven leßteren traten als Non- nen in das Kloſter Pillenreut, von erfteren bat ver ältefte!, dem Bater gleichnamige, als Baumeiſter ver Stadt ein fchriftliches Denkmal der in- tereffanteften Art zur Gefchichte ihrer inneren Verwaltung hinterlaffen?.

Das Memorial umfaßt gerade die Zeit von ver Verheiratung un- ſeres Autors bis zu feinem Tode: als bausgefeffener Bürger alfo und in ver kräftigſten Lebensperiode hat er es niedergeſchrieben offenbar zu- nächjt nur mit ver Abficht die denkwürdigen Begebenheiten, veren unmittel- barer oder mittelbarer Zeuge er ſelbſt gewejen, dem Gedächtniſſe rege zu erhalten?. An einigen Stellen Jj. 1424, 1433, 1434, 1439 [1438]) bemerkt er ausprüdlich, daß er die betreffenden Ereigniffe over Gegen- ſtände jelbit gefehen habe. Und wir dürfen jagen, er bat fich faft aus- Ichließlich auf Selbfterlebtes bejchränft, Vorgänge, die außerhalb feiner Vaterſtadt (und ihrer Umgebung) ich ereigneten, nur dann berührt, wenn fie diefe mit betrafen. Mit um fo frifcheren Farben und um jo unmittel- barer jchilvert er uns ‘Dinge, wie die Vorfichtsmußregeln Nürnbergs zur Zeit der Hufjiteneinfülle, wie die Sreudenfeier, welche man nach Empfang der Nachricht von Sigmund's Kaiferfrönung in der Stabt veranftaltete, wie die verheerenden Wirkungen ver großen Seuche des I. 1437. Daß die Eintragungen fucceffive gejchahen, erhellt aus dem Charakter des Gan— zen, wie aus der beſonderen Senanigfeit einzelner Angaben*. Und in ge- wiſſem Sinne ſteht damit auch die Ungleichmäßigfeit in der Behandlung ber einzelnen Iahre? in Zufammenhang.

gi8 1424, von dannen uber cin jar betoch er Niclauß Granetels hauß an fannt Egi- dien gaffen; bett domaln 52 gülden leib- Dinge auf Eger unnd in Conradten Krej- jen unnd feines jchwehers (Cod.: ſchwer— bes) Cunraden Pauntgarttners gejellichafft 2000 gulden, ſambt bemelten Ichen güet- tern. er ſchwur den genannten aidt ſei— nem vattern alß dieſelben frag neben Hannfen Tetzeln burgermaiftern freittag in der pfingftwochenn 1422. gebar acht finder unnd ftarb ſunabenndt vor unnfer lieben frawen aufnehmung 1440; zu jannt Sebalbt bey feinen elttern begraben.

Den Todestag giebt Übereinftimmend auch das ſpäter zu veröffentlichende Tu- her’iche Memorial von 1386— 1454, wie die Abjchrift, welche Chr. Scheuyl vom alten Todtenſchilde nehmen ließ (Collec- taneenbd. D der v. Scheurl'ſchen Bibt. Bl. 385b), während die heute noch in der Sebaldlirche befindliche. aus dem 17.

Jahrh. ftammende Gedächtnißtafel Der Tucher irrig den Samftag nach Frauen Schiedung neunt.

I. Diefe Angaben nad) der ©.5. 2. 1 angeführten Aufzeichnung Konrad Baum- gartner's im Collectaneenband H der v. Scheurl'ſchen Bibl. Bl. 134—136.

2. Endres Tuchers Baumeiſterbuch ber Stadt Nürnberg (1164— 1475). Mit einer Einleitung und ſachlichen Anmer- fungen von Dr. F. v. Weech, herausg. v. Dr. M. Lerer. Stuttgart 1862. (61 Publ. d. Stuttg. liter. Vereins.)

3. Vielleicht ſollte das Ganze dereinft einer Umarbeitung unterzogen werden, Die durch des Verfaſſers Tod verhindert wurde.

4.3. 3. der Witterungsberichte, der Namensliſte zum 3. 1431, u. a.

5. Zu den Jahren 1429, 1435 und 1436 berichtet Endres nichts,“ äußerſt we- nig zu 1426 und 1432, bei weitem am meiften zu den Jahren 1428 und 1430.

Einleitumg. 7

Wie die Juverläffigfeit und ver eigenthümliche Werth unjerer Ehro- mie in Verbindung fteht mit ihrer Entftehungsweife, jo liegt in dieſer wohl auch ein Grund ihrer überaus geringen Verbreitung. In feiner der ˖ſpä⸗ teren Chroniken iſt mir eine Spur ihrer Benutzung begegnet und bis auf ven heutigen Tag ift fie man darf fagen unbekannt geblieben. Nur Dr. Chriſtoph Scheurl hat fich bei Abfaffung feines Tucher'ſchen Geſchlechts⸗ Wuches ihrer bedient! und eine Abfchrift davon nehmen laſſen, welche ung, Da das Original verloren ging und eine andere Eopie ſich nirgend vor- fand, allein das werthvolle Stüd erhalten hat. Leider ift dieſe Abjchrift Bon ſehr mangelhafter Beichaffenheit.

Sie findet ſich im Collectaneenband F ver v. Scheurl'ſchen Biblio— thek zu Nürnberg (Papierhanpfchrift aus ver erften Hälfte bes 16. Jahrh. in Fol.) auf BL. 39’—46°. Der Coder trägt den alten Holzband, mit gepreßtem Leder beinahe zur Hälfte überzogen, und auf dem erften Blatte die Injchrift: Fortes fortuna formidat. Christophorus Scheurl No- rieus. Er iſt mit einer alten Foliirung verfehen und von verjchtedenen Abjchreibern gefchrieben; zuweilen enthält er auch Eintragungen von Chrift. Scheurl’S eigener Hand”. Seinem. Inhalte nach bewahrt er bie verfchiedenartigften Aufzeichnungen zur Gejchichte vornehmlich des 14. und 15: Sahrhunderts, welche zumeist auf Nürnberg und die umliegenden Gegenden, nicht zum geringen Theile aber auch auf andere Länder, be- jonders auf Defterreich, Bezug haben. Mehrere Stüde betreffen das Tucher'ſche Gejchlecht und find dem Archive deſſelben in Abfchrift ent- nommen®. Darunter gehört gewiffermaßen auch unfer, Memorial. Wir dürfen annehmen, ver Schreiber habe das Autograph des Verfaſſers vor- liegen gehabt. Doppelt bevauerlich bleibt es, daß er es war nach einer

1. Bgl. oben S. 5. A. 3. Nur wenige Stellen ließen fich für jeinen Zweck ver- wertben, und ſolche wie die Nachricht

von dem aus Anlaß von Hans Tuchers

Big HAUSEN, erlafjenen Rathsgebot aben dann mittelbar auch eine wei- tere Verbreitung gefunden.

2. Wie bei den meiften von Scheurl binterlaffenen Collectaneenbänben ſind auch bier die einzelnen Theile erft nach— dem fie gejchrieben waren zufammentge- bunden worden. Daraus erklärt fich, daß die Foliirung (es find 393 BL. gezählt) von BI. 83 auf BI. 187 überjpringt, ohne daß etwas aus Dem Kodex berausgejchnit- ten worden wäre.

3. Bl. 4e— 126 Nachrichten über Tu- cher'ſche Jahrtage, von Berthold, dem zweiten Sohne unſeres Chroniften (geſt.

1494) angelegt; Bl. 14«—39b und, nad)» dem die Abjchrift unſeres Memorials da- zwilchen geſtanden, BI. 48°:—58: Abjchrif- ten Zucher’fcher Urkunden (mit wenigen andern untermilcht) ; Bl. 5Sb--59b Verſe auf Berthold Tucher den Alten aus d. J. 1474 , und endlih Bl. 61a 83b: In⸗ ventarium der alten Tucheriſchen brief jo ber eltift Tucher pfligt in verwarung ze baben’: Regeſten wohl beinahe ſämmt— liher TZucher’jchen Urkunden vom Anfang des 14. bis ins vierte Sahrzehent Des 15. Jahrhunderts, nebſt einer ziemlich aus- führlihen Bejchreibung der im Gejchlechts- archive vorgefundenen Manufcripte, Die meift von Hans Tucher, Endres Vater, berrührten. Unfer Memorial wird dabei nicht aufgeführt, ebenfomwenig eine andere Aufzeihnung Endres Tuchers.

8 IH. Endres Tucher.

Demerkung auf DL. 35°, vor dem Beginne der von verfelben Hand ge- fchriebenen unmittelbar vorhergehenden Urkunde, Chrifiof Zunngl! baffelbe an jehr vielen Stellen weder richtig verſtanden, noch Jorgfältig wiedergegeben hat. Obwohl die Handichrift im Ganzen deutlich und ziem- lich gleichmäßig erfcheint, wimmelt fie doch von Mißverjtänpniffen und bejonvers Namensentftellungen ver fchlimmften Art, unter denen nur einige nachträglich, indeß noch von ver erften Hand, corrigirt wurden. Häufig find ganze over halbe Säge, die offenbar zuerst aus Nachläffigfeit überfehen wa⸗ ren, am Rande over zwifchen ven Zeilen eingeſchoben?. Am größten enplich ift die Verwirrung in der Anordnung: einzelne Abjäge und Berichte zu ganzen Fahren, deren Zahlen oft wohl auch in ver Urfchrift nur über ven Text gejchrieben waren, find nicht felten an die falſche Stelle gefett und dadurch bald die richtige Zeitfolge, bald felbft ver äußere Zufammenhang geftört. Unter dieſen Umftänven mußte e& eine Hauptaufgabe der Bearbei- tung fein, die verderbten Stellen des Textes zu verbeffern und, wo e8 nöthig war, die einzelnen Abjäge ven richtigen Jahren zuzumweifen. Beides fonnte oft nur durch eine genaue Vergleichung mit anderen gleichzeitigen Documenten erzielt werden und wurde bloß dann zur Ausführung ge- bracht, wenn nach gepflogener Nachforfchung fein Zweifel weiter in ver Sache beftand. Das hiebei zu Rathe gezogene ungedruckte Material und auf folches zumeift fam e8 an wurde in ver Hauptfache venfelben Duellen entnommen, welche wir bei Bearbeitung ver Chronik bis 1434 (1441) benugt und in ver Einleitung zu deren Ausgabe im Allgemeinen namhaft gemacht haben. Jede einzelne Beweisitelle ift in ven Noten an- geführt und dort auch das Nöthige und Wünfchenswerthe zur Erläute- rung, namentlich der localen Beziehungen beigebracht. In Beilage I und II wird im Anſchluß an die betreffenden Stellen des Memorials und die beiden erzählenden Berichte der Stadtrechnung etwas ausführlicher über bie Huflitenfelozüge der Jj. 1421 und 1427 gehandelt. Nach ver ſprach— lichen Seite wurde der Text von Dr. Lexer bearbeitet und verbeffert, - die nöthigen Änderungen? in ver oft fehr verwirrten Conftruction unter beiverfeitiger Uebereinftimmung vorgenommen. So vürfte e8, hoffen wir, gelungen fein, die intereffante Aufzeichnung für die hiftorifche Forſchung nußbar zu machen. Dr. Theodor dv, Kern. 1. Als Zeitpunkt der Abſchriftnahme 3. Die Lefung der Handichrift findet ift dabei das 3. 1531 genannt. fi) bei allen Aenderungen unter dem 2. Die wenigen Randbemerfungen Terte und zwar, da fonft feine Handfchrift

von Chriftoph Scheurl's Hand find bloße vorlag, ohne weitere Bezeichnung. Snhaltsangaben.

Abſchrift eins memorial oder handbüchleins, jo Endres Tucher, Margreten BPaumgartnerin hauswirt gehalten bat.

1421. [81.39 Item da man zalt 1421 jar va zugen die von Nurmberg aus auf

die Huffen zu Peham am pfingtag vor fant Diling tag"; ver Peter Vol⸗28. Aus.

damer was haubtman und zwen ritter?. do zoch Bertolt Haller und Hans von Locham und Trank Rumel auch gen das her. der Sebalt Pfinting was burgemeifter?, ver gab dem Peter Voldamer das ftatpaner in fein bant vor dem rothaus. und fie waren außen zwei monet.

Item veffelbigen jars, do man zalt 21 jar kauft ich 52 gulven leib- gedings von den von Eger, ie ein gulden] umb 9 gulven, halb auf Micha:

helis, halb auf Walburgis.

1422.

Anno domini 1422 jur da was ein Fampf zu Zurt* am mittwoch vor

dem balmtag. mein herr marggraff? faß am rechten und gros vold fach 1. Apr.

zu. zum erften grus do [ftach der] burger einer ven andern zu tot; der

7. ‘ver Peter ritter” ift zwifchen Nurmberg aus’ u. "auf die Huflen’ eingefchoben. Sebalt über ausgeftrich. Pertolt.

Bertolt. 8. bin das herr.

halb auf Walburgis folgt nach: VILIIgulven. Terte (nach ver Jahrzahl) vurchftrichenen : auf Nicolaus.

vold fag zu erftenn gruß.

1. Das Datum ift unrichtig, denn der Auszug erfolgte ſchon am 22. Aug., wie fih aus dem umter Beilage I mitge- teilten amtlichen Berichte über dieſen Zug ergiebt. Auch liegt bereits vom 26. Auguft ein NRathefchreiben an Peter Bol- famer vor, worin felber unter Anderem aufgefordert wird, baldmöglichſt Nachricht über den Stand der Dinge (‘alle gelegen- Kit) zu geben. Vgl. die eben angeführte

eilage.

2. Wigelois und Wilhelm von Wolf-

do zu 12. do man zalt 21 jar halb auf Michahelis am Rande, ftatt vem im 15. von dem. 17. vold gruß:

ftein. Vgl. Nürnberger Chron. bis 1434 (1441) beim 3. 1421 (®b. I. ©. 370).

3. Sebald Pfinking und Hans Ort- lieb waren am 13. Aug. ins Amt ge- treten. (Anfang und Ende jeder „Frage“ find in den Brief- und Rechnnungsbüchern angemerkt.) Erfterer wird deshalb bier allein genannt, weil er der ältere Bürger- meifter war.

4. Fürth.

5. Entweder Kurfürft Friedrich jelbft oder jein ältefter Sohn Johann.

or

10

bies einer ver Steiner, der lag ob, der ander ver Hubner!.

wol 250 pferd?.

II. Endres Tucher.

umb die ſtat

ſBl. 10)) Do man zalt 1422 jar va kam unſer herr der konig und die foni-

gin. an unfer frawen wurtzweich abent? do fang der carvinal? die mes;ı..2

ber konig hort die meſs und 6 churfurften. herkog von Ojfterreich” ver ſtach umb 64 gulden ung. mit herkog Cunrat, der verlos mit einem rei- ten. die ftat fchendet ven Fonig 800 gulven® und ver fonigin 40V gulven und dem Porro, vem fonigs nar, 32 gulvden. man wachet in 4 heufern in der ftat und zu nachts auf dem rothaus”.

Do hernad) ften die furften mit namen: zum] erften ver fonig, und ber von Mein, und der von Trier, und ber von Koln, pfalggraff pei Rein, und herkog von Sachjen, und margraff von Brandenburg, 2 mar-

1. er hies einer.. eorrig. 4. abent burkmweach.

Das gleichzeitige Protokoll dieſes Kampfgeriäte findet fih abgebrudt "in Jung, Miscellanea I, 193, 194. 17. December 1421 hatte Georg Steiner (zu Nürnberg) vor bem Landgericht des Burggrafthung © ein kempflich flrbot ge- nommen’. Er beflagte den Hubner, daß er ‘einen wagenman zwilchen der Neuen- ftatt und Wien, bei Baden beraubt’ und ihm ‘pferd und barichafft auf des reiche jtraffen’ genommen habe.

2. Der Sinn biejes letten offenbar jehr verderbt überlieferten Satzes läßt ſich ſchwer erkennen.

3. Auf des Königs Ankunft iſt dieſes Datum nicht mehr zu beziehen. Deun Sigmund und feine Gemahlin trafen be- veit8 am 26. Juli (“am ſuntag nad) Ja— cobi’) in Nürnberg ein, wie ſich aus der Stadtrechnung Jahresregiſt I, Bl. 1686) ergiebt. Für den 28. Juli iſt ſeine An— weſenheit in der Stadt auch urkundlich bezeugt: Aſchbach, Geſch. Sigm. III. im Itinerar.

4. Kardinal Branda. Vgl. Raynald., ann. ecel. XVIIL, 5 18 u. 20, befonders an leßterem Orte das Schreiben an den Erzbilchef von Bejancon.

5. Herzog Ernſt. (Vgl. Winde b. Menden, Sp. 1156.) In der Stadtrech⸗ nung werden (unter ber Rubrik Kuͤnigs ſchenck'): 57 guld. und 15% hllr umb ein par vergulter köpff obeinander, damit die purger erten und ſchanckten hertzog Ern— ſten von Ofterreich’ der vorher nicht da gewejen verrechnet. (Sahresregift. II,

2. Hier ftehen die unverftinplichen Worte: *belaides name. 6. Statt ung koͤnnte auch ring gelefen werven. 8. ven E.nar.

Am:

ii; © aus ij

BL. 1698.) Ueber Herzog Konrad vgl. ©. 11,9. 2.

6. Sn der Stadtrechnung Jahresreg. II, Bl. 168): 800 guld. landswerung, wann er vormals nicht mer bie was ge- wejen nach dem al® man im des erften gehuldet het und in bie ein bet gelafzen’ im 3. 1414). Außer den in umjerer Chronik aufgeführten Geldgeſchenken wer⸗ den in der Stadtrechnung noch viele an- dere erwähnt, welche man an Sigmunds Begleiter verabreichte. Alle ftehen fie dort unter der Rubrik Kuͤnigs chend’ ; wo— gegen fich Die gerwöhnlichen Ehrengaben an Wein im Schenfbuche verzeichnet finden.

7. Der Rechnungsbericht Über bie Auslagen, welche die Abhaltung des Reichstags der Stadt Nürnberg verur- jachte, läßt auch die getroffenen Anftalten im Einzelnen erkennen:

Es iſt czu wiflen, als unfer berre der römiſch künig Sigmund und unfer fraw die küniginn und auch die ſechs Furfürften und ander fürften herren und ftete umb Jacobi berfomen und bey newn mochen hie waren, daz die büte foftet auf allen türnen unp unter allen torn und die hüt in vier heüͤſern umb wein und brot, daz man ben wepnern geben bet, und aud den wepnern des nachtes auf dem hawſe für koſtt, den, die die nachtwache geha en beten, und den czu liebung, Die ire heuͤſer ben wepnern geliben beten ; und umb mal- mafy und ander wei, den man unfjerm

‘herren dem künige und den fürften auf

1422. 1423. 1

graffen von Meichfen?, herkog von Ofterreich, herkog Rupolt, herkog Cunrat?, marggraffen von Baden ?; dy bifchove: biſchof von Wirkburg, bifchof von Bamberg, bifchof von Speier, bifchof von Regenspurg*.

1423.

Idttem es was als ein Falter winter, do man zalt von Chrifti gepurt 1423 jar vor fasnacht, das die Pegnitz in einer nacht uberfros; es wer zu, einer daruber gangen pei ven parfußen.

An dem ofterabent do man zult 1423 jar do kam ziwifchen dem gar-3. Aprit. aus und einer ur das groft weter, und thonner und plißen, an fant Am— broſius obent, der do was am ofterobent; und fchlug ven tag 13 ur, und

was nit hats,

Item do man zalt 1423 jar zwifchen oftern und pfingften do molet

man das rothaus hinten und vorn®.

2. dy biſchove Negenspurg am Rande. Rande. Jahren 1421 und 1422.

dem hawſe, und auch den fteten, im den clöftern, und daz man den turnern und ftatfnechten zu liebung geben het, und fuft einteil cleiner fache, Die Darauf gegangen waren: 1030 #2. und 314 ß hllr. und bey der rechnung ift geweſen von des rats we⸗ gen her Erhart Schürftab und her Sebolt Pfinging. Actum feria 6% ante Michae- 1i8 (25. September) anno 1422’.

(Sabhresregift. II. BI. 1482.)

1. Eberh. Winded (a. a. O. Sp. 1156) nennt nur den Markgrafen Friederich. Daß aber aud) Markgraf Wilhelm zuge- gen war, wird durch das ftäbtifche Schenk— buch (Nbg. A. Nr. 190, Bl. 5b) ausdrück⸗ lich bezeugt.

2. Im Schenkbuche heißt crfterer Rumpolt', der zweite erjcheint als‘bertog Cunrad von PBolan’. Beide find ohne Zweifel identisch mit Windeck's (a. a. O. Sp. 1156) ‘herzog Reinpolt und herzog Kenntner aus der Sleſien' jomit Her- 30g (Heinrich) Rumpold von Glogau (geft. 1423; vgl. Herınan Korner ap. Eccard DI, 1255) und Herzog: Konrad Kanthner bon Delß.

3. Eberh. Winded a. a. O.: Mark⸗ graf Bernhard von Baden. Auch i im oben citirten Schenfbuche wird nur Ein Mark— graf von Baden erwähnt. (Indeß konnte

Markgraf Bernhard von keinem 15jähri- -

gen Sohne Jakob begleitet fein.)

8. zwifchen : zu wiflen. 11. An dem ofterabent was nit hais: dieſer Abſatz fteht BL. 39 b zwifchen ven

10. der do obent am

4. Schon eine Bergleihung mit Eber- bard Windel (b. Mend. K. 107) zeigt, daß die Kifte der auf dieſem großen und berühmten Reichdtage anwefenden Für- ften bier nicht vollftändig gegeben ift.

5. Ueber die Stunbeneintheilung vgl. Bd. I der Nürnb. Ehronifen ©. 365, U.2. Nach dem Kalender in Endres Tu- cher's Baumeiſterbuch (herausgegeben von Lexer) ©. 22 u. 23 zähle man im 15. Yahrh. von 27. März bis zum 20. April 13 Stunden für den Tag.

6. Die Koften davon finden fich im Auguft diefes Jahres in der Stabtredy- nung verrechnet: It. dedim. 150 guld. new meifter Berchtolten moler von beim rothaws czu Malen aufzen binden, vor- nen, weben und unter dem rotbanfe von czwein ftuben, und von rothawſe yn— nen von dem gemelde czu bejjern, day man im gab fir fein malen und ar- beit, die er daran getan het, über alle andre arbeit, bie der paumeifter auch daran ge- tan bet. unum pro 1 74. 1 R und 8 hilr. Summa in haltenfibus 100 und 62', €. bllr. r{ecepit) per je’. Und bald darauf: ‘It. ded. 4 guld. new des meifter Berch-

tolds maler fünen und knechten ezu trink⸗

Summa

Jah⸗

gelt. unum pro I 42. 15 Shilr. in hallenſibus 4 Al. 2 und 8 hr.’ resreg. II, Bl.

u

1424. 1425. 13

das ift weis '; keiſers Karls fchwert, fein zwen |poren, fein apfel, fein zep- ter?, fein rod, fein mantel, fein abetum?, fein Eron, fein kapen*, 3 feiner gürtel, fein hofen?, fein Schuch; ſant Moriten fchwert, ein zepter, ein apfel, ein knopf von ver geifel daran fant-Iohanns zon®, und ein gros Freut, do die merckliche ftüc ir behaltnus inen haben”.

1425. Do man zalt 1425 jar da ftarb mein vater? an jant Mertens tag,ıı.Nov. und fein grebnus und verſchicken ber. a1") auf Das land und in der tat koſt

1. Rarlers. 4. nach "geifel’ in ver Hofchr. ein v, vielleicht = und?

freug unveutlich

corrigirt. 5. in behaltung, das g in 8 corrigirt. 7. ftrab,

1. Bol. die Bejchreibung deffelben bei Murr, Merkwürdigkeiten 2. a ©.310.

2. Nur in der päbftl. Beftätigungs- bulle (a. a. DO.) wird das Scepter Karl d. Gr. zugejchrieben. Sonſt ift bloß von 2 föniglicen Sceptern die Rede, deren zweites Endres weiter unten nennt. _

3. Wahrſcheinlich ift unter „Rod“ eine von ben dialmatica der angeführten Urkunden 8. Sigmund’3 zu verftehen; „Mantel“ (das Pluviale) ift dort mit ‘fappen’ wiedergegeben, und bei 'abetum' werden wir wohl an die Alba denken milj- ſen. Bgl. die Beichreibung der Reichs— Heinodien bei Murr, Sournal XV, 201 ff., 219 ff., 238 ff.

4. ‘Kapen’ kann hier nicht wohl dem gleichen in der worig. Anm. citirten Aus—⸗ drude in den Uebergabsurkunden entjpre= chen. Es ift an diefer Stelle ohne Zweifel die “rote gugel’ jener Urfunden gemeint.

5. Die Strümpfe. Vgl. Murr a. a. O. S. 339.

6. In den Uebergabsurkunden Sig- mund’ heißt e8 nur: “item ſant Johan⸗ nis des tewffer czande in einer Kleiner criftalleiner monftrantia mit veinem golte vmgeben' —; in der Bulle P. Martin V: dens unus beati Johannis Baptiste.

1. Bgl. Murr, Journal XVI, 313f.

8. Hans Tucher, ein Sohn Berthold Tucher’8 am Milchmarkt (vgl. Ulm. Stro-

mer, Bd. I d. Nbg. Ehr., ©. 93.), war -

zufolge dem Tucher'ſchen Gejchlechtöbuche (dgl. Einleit. S.5, X. 3) im. 1368 gebo- ren. Seit 1390 finden wir ihn im Rathe, 1396 (nicht erft 1402) erfcheint er als Xo- junger, was er bis an das Ende jeines Yebens blieb (Diefe Daten ergeben fich aus den Stadtrechnungen, Sahresreg. Tu. II).

Als einen der drei oberften Hauptleute haben wir ihn auch jchon oben beim 9. 1424 fennen gelernt. - Um dieſelbe Zeit wird er im 'gleichzeitigen Aemterbuche (Nr. 2 im Nbg. A. die vorbergehen- den aus diefem Jahrhundert fehlen) als Sigler aufgeführt. 1415 empfleng er (auf Bitte des Raths) von K. Sigmund die Belehbnung mit dem Bann über das Ge- richt zu Nürnberg. (Urf. d.d. 22. Jänn. 1415. Hist. dipl. Nor. p. 552. vgl. über die Bedeutung dieſes Actes Chr. 3. F. v. Stromer’s Geſch. des Reichsſchult— heißenamts zu Nürnb. ©. 40 und Bd. I der Nürnb. Chroniken ©. XXD u. ©. 195, 28.) Die ungewöhnlich große Zahl zumeift die Vermögensverwaltung betref- fender Aufzeichnungen, welche die in un- jerent Coder enthaltene Negiftratur des Tucher'ſchen Archivs (vgl. Einleit. ©. 7. A.3) als von der Hand Diejes Hans Tu- cher gejchrieben bezeichnet, Laffen auf eine - ſtrenge Ordnung feines Haushalts jchlie- Ben. Dieje Bücher, welche er meiftens mit dem Samilienwappen und dem Spruce: Got fug es zum peften und ein gut ent zu dem letzten’ zierte, haben, wie fich aus

- Ihrer Beichreibung entnehmen läßt und

wie e8 dem Sinne der Zeit entiprach, manches Iutereffante auch für verfchie- bene andere Seiten bes ſtädtiſchen Lebens dargeboten und bleibt ihr Verluſt jehr zu beflagen. (Was in der: Summariichen Debuction von dem Altertbum, Thur- nier-, Nitter- und Stifftsmäßigfeit,- auch Reichsimmedietät des Gejchlechts der Tu- her :c. Schwabach, 1764, ©. 109,136, 171 über Hans Tucher mitgetheilt wird, ift vorzüglich dem von Scheurl verfaßten

Geichlechtsbuche entnommen.)

1

or

©

14

II. Endres Tucher.

ſiben und treiſig!, und zu geben auf dem land in manchen pfarren und firchen und ver famat und alles zu einander gerechent Hein und groß,

wenig und vil

Er hat mir geſchickt ein driteil an dem haus und an dem garten an

dem Treiperg? zu und her geleich?.

Item zu dem erſten mal darnoch als er tot was do tet man ein pot, das niemant kein ſamat und kein gulden tuch noch kein ſeiden tuch ſolt

uber tecken bei 50 gulden, 1425.

Das ander pot was, das niemant fein offen mantel neben folt tragen [? mit] offen fchlig, weder medren noch fuchfen noch lemeren nad dem

pot*.

2. gerechen. 4. mit gejchid.

5. vnd herr.

10. weber aus leder corrig. nach ven.

11. Item zu dem erften mal nach dem pot’ fleht in der Hoſchr. vor ven beiden legten Ab⸗

fäßen am Anfang des 3. 1425 (BI. 40 b).

1. Wahricheinlich ſoll e8 heißen: zum fibenten und treifigften’. Am fiebenten und breißigften Zage nach dem Tode wurde das Andenken des Berftorbenen mit kirchlichen Berrichtungen beſonders gefeiert. Die Koftenfumme für alle vom Chroniften aufgeführten Auslagen kann die fragliche Zahl keinenfalls darſtellen: fie erſcheint hiefür viel zu gering; waren doch nach dem Auszuge von Hans Tu- cher's Teftament im Tucher'ſchen Ge- Ichlechtsbuche fir das grünfammtne Bahr-

tuch allein 140 fl. ausgeſetzt worden (vgl. dazu die folgende Anm. 4). Bei dem verſchicken auf Das land und in ber ftat’ haben wir ohne Zweifel an die Stiftun-

gen fir den Jahrtag des Verftorbenen zur

denken.

2. Indem Tucher'ſchen Geſchlechts⸗ buche wird offenbar nach einer der oben erwähnten Aufzeichnungen Hans Tucher's ſelbſt bemerkt, daß er und ſein Bruder Sebald die Häufer, Weiher, Mauern, Städel und Lauben 'am Treyberg bey dem Hirſchlbrunnen gegen Erharten Schurſtabs garten’ gebant, erneuert und verbeffert hätten. Es diirfte wohl feinem Zmeifel unterliegen, daß bier daſſelbe Be- ſitzthum gemeint ift, auf welchen ſpäter das durch feine Bauart berühmt gewor- dene Tucher'ſche Haus in der Hirichelgaffe (S. 1304.) entſtanden ift.

3. Die letter Worte follen bejagen, daß alle prei Söhne gleiche Theile erbiel- ten. Sämmtliches Vermögen des Hans Tucher (guter, zins, leibding auf dem lant und in der ſtat') betrug nach einem

im April 1424 ¶gemachten Ueberſchlage an Geld (mer) ) 20406 fl. 3 Ort, den Gulden zu Fer . alt und 1 Pfen. gerechnet (“als er die zeit golten hat’). Der Ertrag dieſes Vermögens beftand um bie angege- bene Zeit in 1081 fl. rhein., wovon Hans feinem Bruder Sebald Tucher 72 fl. als Leibgeding jährlich zu verabreichen hatte. (Regift. d. Tuch. Arch. BL. 820; vgl. ©.13, A. 8.) No im März 1425 hatte der Ba- ter —F berechnet: was ſeins jung Eln⸗ dres) Tucher vermugen ſey und was er die zeit in des Pawmgartner 8 geſelſchafft gehabt hot’ —; es ergab ſich eine Summe von 4008 '/, fl. | (ohne hausrat, trindfaß’) (a. a. O. Bl. 82b). Hans Tucher te- ftirte mehrmals, Derſt im Jahre 1389, zuletzt am 31. Auguſt 1423 (a. Regiſt. Nr. 82 u. 144), wobei er nad Angabe des

Tucher' ſchen Geſchlechtsbuchs die

güter, welche ſeine Söhne empfangen hat— ten, ‚gegenteitin ausglich.

Wir ſtellen bie beiden Rathögebote, welche in der Handſchrift fonderbarer Weile wor der Nachricht vom Tode des Hans Tucher zu Stehen kommen, bieher, wie c& ſchon der Sinn erfordert; außerdem bringt auch Das Tucher'ſche Geſchlechtsbuch und ihm folgend Müllner in ſeinen Annalen

(aus dieſem wieder gaben Neuere bie

Nachricht, vgl. 3. B. Journal von und für Dentihland, Jahrg. 1784. Br. 5. ©. 501) das erfte derjelben in unmittel- bare Berbinbun mit dem Leichenbegäng- niß des Hans Tucher. Der bei dieſem entfaltete Pomp follte für Fünftige Fälle verhindert werden. Webrigens fällt das

1

14251427. 15 1426.

Do man zalt 1426 jar do wart als vil weins in Franden, das man in nicht alle ab wolt [mocht?] loßen. bie in der ftat gab man ein eimer meins umb 3 grofchen und umb 5 grofchen, und füllet eim ein fas umb das ander.

1427. . Steam do man zalt von Chrifti gepurt 1427 jar do verfauft ver mar- graff von Brandenburg die feften und das gericht und die freiung und ven walt und den zol, den er hie unter allen thoren hat gehabt, und Buch und Schnepfenreut, Hoffleins und Snigling und Wert und das zeidel

gericht zu Feucht‘.

Item am nechften freitag nach ſant Veitz tag da fom ein weter umb2o. Sun.

Wirkburg und ein gros wint, das e8 alle fenfter in Wirgburg derſchlug und] auf unfer frawen perg [in] ven turn fchlug. es fürt au der Eifch zu Taſchpach? des Foitz fun uber die Eiſch; er was uber 20 jar alt. es fiellen ftein als die aier, die Heinften waren als die welifch nus. man

fant auf dem feld leut und fich tot.

Item mein herr margraff von Brandenburg und bifchoff von

2. man im. 3. geb man. 4. grofchen (YE) an beiven Stellen über ausgeftrichenes: gulden

gefchrieben. 12. weder. fchrieben.

erfte und fomit auch das zweite Gebot in den Anfang des I. 1426: wir laffen je- nes, welches in den von J. Baader her- ausgeg. Nürnb. Polizeiordnungen fehlt, hier dem Wortlaute nach folgen:

Bon den leüchtüchern.

Unnfer berrenn vom rat haben bedacht die groſſen koſtlichkeyt, bie fich mit leüch— tüchern hie erhaben und gemert hette und noch uberflüffiger möcht worden fein, und haben darumb got zu lobe, den felen troft und unpilliche uberfliiffigteit und hof⸗ fart züvermehben gefeßt und gepieten efnftlichen, Das nt furbaß weder manns noh frawen namen bie auff fein leyhe noch pare nicht anders legen ſullen denn eins gemeynen ſlechten wullin tůchs ſwartz oder grae; und wer Das uberfur oder finft teinerley ander newikeyt Damit fünde, ber müft 50 gulbein auff das hauß verfallen fein und geben, die man on gnade nenten wil.

Actum feria fecunda ante

Anthony (15. Jänner) anno 2c. 26. (Nürnb. Arch. Nr. 565. Pergament- handſchrift des 15. Jahrh., ———

17. auch dem. ficht.

5. Die Stelle zu 1426 ſteht in der Hoſchr. nach den zwei erſten Abſätzen zu 1427. 18. Brandenburg über ausgeſtrichenes Bamberg ge⸗

aus dieſer Zeit enthaltend. Die Stelle ſinde ſich in der (defecten) Handſ Ihrift a auf Bl. 41. Das Datum ift, wie Dies öfter im Coder vorkömmt, mit Eurfiofchrift jpäter nachgetragen.) --- Beim zweiten Ge- Bote, das ich in dieſer Form fonft nicht finden kann, bat Ehrift. Scheurl an den Hand unſeres Codex bemerkt: di ſchlitz prem verpoten’. Nach dem Wortlaute des Tertes möchte Übrigens eine Beziehung auf veicyenbegängnifie feftzuhalten fein.

1. Bgl. die drei markgräflichen Ur— kunden vom 27. Juni 1427 und die Be- ftätigungsbriefe 8. Sigmund’s vom 31. DOftbr., 3. u. 10. Novbr. deffelben Jah— res in ber Hist. dipl. Norimb. p. 570, 571, 579, 584, 586, 582 u. 588. Buch, Höffes un Schnepfenreut find Dörfer ungefähr eine Stunde nordweſt— lid) von Nürnberg, Schniegling liegt an ber Pegnitz zwiſchen Nürnberg und Fürth, Wöhrd an der öftlichen Seite der Stadt. Fruqt im Süden des Lorenzer Waldes, iſt (gegen Südoſten) drei Stunden von Nürnberg entfernt.

2. Jetzt Dachsbach unterhalb Neuſtadt.

16 III. Entres Tucker. _

Trieln! und ander reichjtet Si. «1° fein aus gezogen am montag vor fant 7. Ati. Margareten tag? und ver Gewder was haubtman und unfer fchultheis?, und ‚damit zugen; der Hanns Pehaim und Paulus Haller und Jobſt Zopler. und fein aufen geweſt ein manet*, und lagen vor ver Mis und zugen von 5 dan mit fchanten. und vie Huſſen zugen als palt für Dachau und gebun- nens; und es waren auf Das haus geflochen 1400 und 30 man, die der- gaben fich in ir genab, fie hetten nit mer zu eßen noch zu trinden®. Item man het ein lofung gejeßt und man gieng auß® am pfinktag nach fant Margereten tag; waren lojunger Erhart Schurftab und Ulrich!7.> wi. 10 Gruntherr und Heing Kejchinger”. und man gibt lofung von 60 fl. 1 von parichaft, ewigs gelts und zins gibt 6 gulven 1, von 12 gulven leib- bings 1, 18 jumer forn ein gulven werung®, 30 ſumer habern 1 gulden werung®. 2. Margareten am Rante für das im Terte ausgeflrichene Jorgenn. 3. Der Sa lautet in der Hoſchr.: Item es ift mein herr m. v. B. vnd bifhoff v. T. vnd ander reichflet und ver Bewer baft Haubtman vnd vunter jchultheis vnd fein gezogen am montag for fant M.tag

ond der Hanns P. und PB. H. vnd 3. Topler. 5. flatt Huffen urfpr. hawffen. 6. ftatt ‘es waren’ urfpr.: ift baien. 7. flatt genad urfpr. hannd. 8. hat. 9. flatt Ulrich urſpr.: vil⸗

leicht. fum.

1. Kurfürft Otto von Trier.

2. Vgl. über das allmälige Zujam- mentreffen und den Aufbruch ber Heere die Schreiben des Raths von Nürnberg an die Stadt Augsburg (vom 29. Juniſ und an den Grafen von Lupfen (vom 9. Juli) in Beilage II.

3. Nemlich Wigelois von Wolfftein. Vgl. den Bericht in Beilage II., und Bd. I. der Nbg. Chr. ©. 370,4. 6. Er verwaltete das Schultheißenamt bis zu feinem Tode. Ch. W. F. v. Stromer’s Geſch. des Reichsſchultheißenamtes zu Nbg. S. 86. 87.

4. Vgl. das Beil. III. miätgetheilte Nathsichreiben an Ulm vom 14. Aug.

5. gl. Beil. IH, in Bezug auf die Einnahme von Stadt und Schloß zu Tachau insbejondere die Ratbsjchreiben an Ulm vom 14. und 22. Auguft; die Be der auf dem Schlofie Gefangenen timmt ganz zu der Angabe des Andr. Ratisbon. im Dial, (Geſchichtſchr. d. huſſ. Beweg. in den Font. rer. Austr. scrr. 1, p. 578.)

6. Um die Lofung zu verfündigen.

7. Wir berichtigten den in der Hand⸗ ſchrift fehlerhaft nachgetragenen Namen nach den amtlichen Aufzeichnungen. Hein⸗

10. Tefchiger, mit anderer Tinte nachgetragen. 12. XVIIL fun. 13. werung : bermg ober bering.

werung : begern.

ri Keſchinger', wie er bort überall heißt, war von den Handwerfen den Lofungern beigeorbnet. Vgl. die Einleit. zum 1. Bde. d. Nbg. Ehr., befondere S. XX VII, A. 2. Alle drei werden auch im Rech⸗ nungsbuche der Stadt von 1427 (Nr. 7 auf d. Nbg. Arc.) beim allgemeinen Rechnungsberichte (ebenfalls unterſchieds⸗ 108) als Lofunger aufgeführt; Heinrich Keichinger erſcheint in biejer Eigenfchaft bereits jeit 1420 in den Stadtrechnungen (Sahreöreg. II. Die unmittelbar vor- hergehenden Jahrgänge fehlen). Nach den gieichgeitigen Handwerkerliften (Nbg. Q. r. 233) wurde er fehon vor 1383 unter die Meifter des Kürſchnerhandwerks auf- genonmen ; als jolcher ift er auch in einen Bürgermeifterverzeichniffe sec. XVI in. (Nbg. A. Nr. 182.) bezeichnet. 8. Werung' wird auch in den Stadt- rechnurgen häufig für ftatwerung’ geſetzt. 9. Gerade aus diefem Jahre bat ſich auch ein Loſungbuch (Losunga Sebaldi feria quinta in die Alexi [17. Juli] anno IIIIe XXVII®. Nbg. A. Nr. 774.) erhalten, dem wir den amtlichen Anfat biefer Steuer entnehmen. Eine genauere Bergleihung deſſelben mit obiger Stelle

unferer Chronik zeigt die Angaben beider » in Uebereinftiimmung, nur daß jene des |

1427. 1428. ,

Item an fant Thomas obent gingen zwen des rots her viefet umb 20. Der.

17

und 2 [des] rots dort gejet umb', das man allen weinſchencken verpot, das fie der newen pfennig nicht nemen und ander leut wol; wan zu Wirk- purg pfennig giengen wol 5 &. für 1 fl. und unſer münt bie giengen >5 4. und 6 und 7 pfennig für ein fl., wann fie waren peſſer?. |

Item man tet ein pot vor ſant Siman und Judas tag, das ieder 28. Oct.

man aus iedem haus, frau, herr, Tnecht, meit, fol eriwaten an dem graben umb die ftat; wer nit erwaten wolt, ver gab 10 pfening. man hub an zu

graben an fant Siman und Judas abent. wer uber 12 jar alt Lat. 42127. Oct.

was, meiblein und bublein, die muften auch arwaiten; und umb vie 10 . pfening beftellet man ander ariwater?. das gefchach zu ver zeit, das man

dem margraffen het vie feften abfauft.

*

1428. Item der pau wart angefangen umb die feften* und ver pau von dem waſſer ung gen dem aufern Spiteltor, von dem paı pei den jchosgat- tern hinter fant Ratarina, ein guter pauꝰ.

1. anf. Th. obent fteht in ver Hoſchr. am Ende des Abſatzes.

2. vor deſet (vgl. S.24, 19).

4. onnter müntz. 5. 5 &%. mit bläfjerer Tinte über ver Zeile. 7. fol erwaten in der Hoſchr.

nad haus'. ftellen. 14. vmb ven. 15. vnns gen. guter paun.'

erfteren, wie natürlich, fich als ausfilhr- licher und genauer erweilen: .

Es ift zu willen, daz man ein loſung gejeßt hat am pfintztag nach ſant Dlargreten tag (17. Sul.) anno 1400 vicefimo jeptimo, und man gab ye von einem Pfund newer baller vier haller von aller beraitichaft und varnd hab, und daz was allewegen von jechtzig einen, und 1 f bir. zu vorauß.

Item und von anderer hab, die nicht

parſchaft was, hat man alfo zu lojung ge-

ben: des erften von allerley getraid ewi⸗

ger gültt ald von forn, wait, gerften, er-

beiß, linſen 2c. nichtz außgenomen dann babern und Dindel ye von dreyen ſümern ewiger gültt 40 hllr in gold; und ye von funf ſümer haberns oder tinckels ewiger gültt auch 40 haller in gold; und von einem tagwert wyſmatz daz zwei gras tregt 40 hllr in gold, und von einem tagwerf wilmats daz ein gras tregt oder von ei- nem morgen weinwachs 30 bil in gold. und derjelben haller wurden gerechent ye 12 hir für und derfelben jchilling ye 20 ß für einen guld. flat werung.

Item von zinfen an gulden ober an gelt, welcherleg werung daz wer, da gab

Stäptechronifen. 11.

8. wer pfening’ zwifchen meit' u. tan dem graben’ eingefchoben. fpitalter.

11. bes

vonn den paun. 16. hintern. eim

man von ye von 6 guld. zinjes einen gul- den oder ye von ichs pfunden eins. \

Item von leipding da gab man, es wern guld., forn oder ander getrayb, oder wein, oder waz daz ift, von 12 guld. einen, 12 jumer getraids eins, waz getraids daz ift, von 12 fuder weins eins, oder von 12 pfunden ein®’.

Ein Pfund Haller in Gold fteht hier, wie man ſieht, dem Stabtwährungsgul- den gleih im Werthe, während letzterer in der Stadtrehnung von 1428 zu 1 £2. 495 ß Hr angeſetzt ift. Vgl. im Uebri⸗ gen Beil. XI. zu Ulman Stromer (Bd. I. S. 283).

1. Auf der Sebalder und Lorenzer Seite der Stadt.

2. Vgl. Bd. J. S. 248.

3. Vgl. über dieſe Maßregel die Chro⸗ nik bis 1434 (1441) Bd. J. S. 374 und ebenda S. 444 u. 445.

4. Vgl. die Chron. bis (1434) 1441, beim jelb. J. | 5. Offenbar ift der Befeftigungsbau an Mauer und Graben zwijchen dem Ein- fluffe der Pegnig in die Stadt und dem

Spittlerthor gemeint.

2

18 DI, Endres Zucher.

-

Item do man zalt 1428 jar do verpot man, das nieman kein mebe- ren mantel noch rod tragen folt, van er wer 32 jar alt, und man erlaubt eim 3 mard filbers' auf ein rock over ein mantel, und man fol zu feiner gaftung mer geben dan zweierlei protens?.

5 (81. 42°) Item in vemfelben j jar nach pfingften do muſt ieder knecht geloben ſeinem herrn, der ſtat trew zu ſein; welcher das nit thun wolt, der muſt von hinen, oder er muſts thunꝰ.

Item am eritag vor aller heiligen tag do warf man aus einer plei⸗26. den, die prach zu trumeren und fchlug wol 6 menfchen zu tot; was ubel

10 bewart. es fchlug ven Frank Stromer * zu tot und des gerichtsſchreibers jun’ und funft zimergejellen. ver meifter, der ſy bet gemacht, ver was von Ulmen. e8 was grofjer jomer.

Item man bat die frawen vermauret zu fant Katarina, und e8 fo-

men fremd nonen ber und muften den orven halten als die mund) zu den

15 predigern; wan das macht, das gar reich. jundfram und witiben gros

gut in ander Hofter füreten auß der ftat, do enifait was in andern Eloftern ®.

1. ‘verpot’ über ausgeftrich. ſpot'. das man. 9. pracht. 10. bewart über audgeftrich.

pepart. *e8 ſchlug Stromer’ am Ranve ver Name Stromer nicht deutlich, am eheſten

würbe.man Stenner leſen. 12. gomer. 14. vnd er konen freund nomen her. 17. Die

beiden legten Abſätze: "Item am eritag— in andern kloſtern' ſtehen in ver Hoſchr. auf BI. 42a noch beim 3. 1427 nad) den Worten: bet vie feften abfauft. Beide gehören ermeislich ind

3. 1428. 1. Bol. Beil, au B. zu um. Stro- haubtlewte ſweren ließ, daz mas am pfintz⸗ mer, Bd. J. S.2 tag nach ſant Urbans tag (27. Mai) anne 2. Eine biefer Verorbnungen bat ji 142°. Rechnungsb. Nr. 8 im Nbg. A. ohne Datum in Nr. 565 des Nbg. Bl. 56°. Jahresregiſt. TI. Bl. 3956. (vgl. oben ©. 14. A. 4) Bl. 164 ten: Ueber die Bierteilmeifter und Gaf- Bon Mebdereim’. jenhauptleute vgl. Bd. J. ©. 169 n. 173. Es fol fein burger bie fein mederein 4. So verbeflern wir den in der Hand-

gewande noch andere rauhe wat Die als ſchrift undeutlich geichriebenen Namen ; coftlich fein weder an roden noch an men- denn zufolge des von Endres Stromer telen tragen, er jey dann 32 iar alt. wer urſprünglich mgelegten Geſchlechtsbuches das —** ‚ber muſt von yedem tag 10 der Stromer (vgl. Bd. I. S. 371. A. 3, guldein zu büß geben. ward Franz, ber 8— Sohn Franz Stre- Das ganze Gebot, welches bei Baader mer's an der Langenbrüde *erflagen am oben a. D. fehlt, ift im Loder ſpäter von der pleyden auff der Schut 1428 jar durchſtrichen und die Worte dann 32 iar am montag vor aller heiligen tag mit vil alt' noch außerdem halb wegradirt. andern leuten’ (Bl. 282; vgl. BI. 160, 3. Hierauf Degieht fih ohne Zweifel wonach Franz Stromer an der Sangen- die folgende Stelle der Stadtrechnung: brüde ein Sphn von Ulman’s Bruder “It. ded. 7 €. hllr unjern ſchreibern Franz war). von ben 12 vierteilpüchern czu jehreiben 5. Bl. im Allgemeinen die Chron. und von permiten zeteln, die man den bis 1434, Bd. I. ©. 375. A. 3. Da in bambtietvten geben bat, und daz man der dem dort angeführten Berichte einer Nonne vierteilmeifter pücher ſechſe ſchraib in daz des Kloſters gemeldet wird, daß 8 Ordens⸗ groß puch, daz in der loſungſtuben ligt, ſchweſtern, welche die reformirie Regel da man da vold gemainlichen hinter die nit annehmen wollten, mit Hab und

+‘

1428-1430. 19 \ 1430. Ä Item man hub am erften an zu graben! am freitag nach ſant Pau⸗27. Jan⸗ lus tag bekerung, und den ſambſtag darnach die zu dem Goſtenhoff?; ver "" waren ben erjten tag 424 hundert bei des Erdleins garten, als die Peg- snig anhebt?, und dem Erdel gros ſchaden geſchach. auf vie zeit regiren die Huſſen in Meihſen; do tet man das. Item man ſchreib die pauren an, dem Hans Behgel!, auf der Nürm⸗ berger walt ber diſſentz der Pegnitz, und bublein pei jaren und die meid⸗ lein, und was ieder pferd het in den dorfern. Item man flöchnet von Bamberg leut und gut vor unſer frawen tag liechtmes gen Nurmberg?. Item pei Berreut floch ver margraff von Brandenburg von in aus Der ftat pei nacht; des morgens zugen die Huffen zu dem andern tor nein. er het fie vertroft, er wolt pei in fterben und verderben; unter des floch Der man aus der Stat und lies eher und gut und weib und finder, was als

2. Gebr.

Der Huffen®.

2. am erften über ver Zeile. 4. der der waren. man das’ zwifchen dieſem und dem folgenven Abfag nachgetragen. 12, Brandenburg über auögeftrich. Bamberg.

beygel. 11. liechmes.

Gut nah Engelthal und Frauenaurach uber fienelken, wird man verfucht, ben

Schlußſatz vorliegender Stelle Darauf zu

beziehen. Seine Faſſung aber und der Umftand, daß ſtrenger gefinnte Nüruber⸗ gerinnen bisher ee reformirte Klö⸗

ſter aufjuchten (vgl. Die oben angef. Stelle

der Ehronif bis 1434), fowie daß Damals propter reformationem ibidem finien- dam dem Klofter auch Gitter zugewendet wurden (Chron. Conr. Herdegen ad a. 1470, cf.a.1428), lafjen die Deutung, es ſei die fragliche Thatjache als ein Beweggrumd für die Inangriffnahme der Reform binge- ftellt, bejonders dann als wahrjcheinlicher erſcheinen, wenn wir auf eine kurze Klo- fterhronit Rüdficht nehmen, die in ber erften Hälfte des 16. Ih. abgefaßt, im Ganzen glaubwilrdig, aber doch von ben Merkmalen verändernder Tradition nicht ganz frei ift. (Vgl. über fie den XXXI. Dabresbericht dee hiſt. Vereins für Mittel⸗ franken S. 6.) Nach ihr wäre es der ei— gentliche und Anlaß zur Reform eweſen, daß eine reiche Witwe ſtatt des beimifehen das entfernte reformirte Or— denshaus Schönſteinbach aufjuchen wollte. Diefe Angabe wird theilweiſe noch durch die angeführte Stelle in der Chronik Her-

5. gefchaht. regiret. 6. Kauf pie 7. In der Hoſ.: haus

14. auf ver des floch.

degens beftätigt, welcher ber bejagten Frau

" burc) Berwandtichaft nahe ftand.

Im Stadtgraben. Bgl. oben ©. 17 und a IX. zur Chronik bi 1434 im I, Bde, ©. 444— 146.

2. Dorf vor dem Spittlerthore, jetzt Borftadt. Seine Befeftigung hat der Rath ‚(bereit im 14. Jahrh.) nicht geduldet. Hist. dipl. Nor. p. 451.

3. Wir werben biejen Garten am Einfluffe der Pegnitz in die Stabt zu juchen. haben. In den Jahren 1431 1434 finden ſich die Koften für das Auf- und Aufperren on dem auffgebrochen tor (jpäter heißt es: “türlein’) be des Er⸗ kels garten’ verrechnet. Jahresreg. II, Bl. 181e. IT, Bl. 496, 862, 1258,

4. Hans Weigel war ( (feit 1425) ) ober-

fter Forftmeifter. Nr. 2 De (gleichzeiti- .

gen) Aeınterbüch. im Nb

5. Dal. Palady, Sein. v. Böhmen, II, 2, ©. 194

6. Noch am 29. Sänner hatte ber Kath zu Nürnberg ein Schreiben bes Markgrafen erhalten, weldes aus Bay- reuth Datirt war. (Briefb. Kr. 8. [XVL]

Bl. 2220.) Man hatte ihm auf feine _

Bitte um Kriegshülfe von Seite der Stadt 50 Schützen zugejandt, bie jedoch nur 3

2%

% zu ven art Wch X kin yermart adg be \ per als aut ten” en En \ ent; as au vn | t, und bie in vet Rat gay baden. N Dianbot arte man jeðt di vw‘ geräte ver 1105 Igelegten Ho were? gie Ken

1430, 21

nacht twachet, ie einer muſts tun 2 tag', und unter iebes tor [leget man] 1 gros puchjen auf einem tagen.

Item der rat tet ein pot am fambitag nach ſant Kungunden tag int. Avril.

ver fasten: wer ein gaft wer, ver wein nider auf das pflafter leget?, ver s müjt furbas ungelt geben recht als ein burger; das was vor nit; es wer, was wein es wer.

Anno 1430 jar do het man ein kampf hie zu Nurmberg miten am marck, und waren 2 walhen. man het zwifach ſchrancken gemacht: in dem weiten ſchrancken fachten zwen, einer hies Hugo und der ander Petrus; in

10 dem euſſern ſchrancken waren eitel wepner. (Bl. 46) es was [des] Hugo griswertel ver herr von Bern?, und [ves] Petrus griswertel was herr Peter vom Roflein, der haubtmarfchald* und ver Erhart Schurjtab®,

die vier waren luſerer ver zweier fechter. fie fachten von fus auf in har:

nisch und mit mordax und mit ſchwerten und mit degen. ber Hugo lag ob,

der Betrus vergab fich im. ver kampf gefchach am montag vor fant Ma-

theus tag im herbft zwifchen 5 oren und 6 oren®. auf dem rothaus tva=18. Sien- ven vil wepnet. bie zwen, die fachten, das waren zwen vitter und waren N'et. ſchweger, und vitten dem fonig nach wol 4 jar von des kampfs wegen”.

Item am eritag vor jant Matheus tag im herbt do leicht unfer li, Ser

y

1. ie einer ung tunn, vntz iſt corrigirt. „3. man tet ein pob der rat. 5. recht burger am Rande. 6. was weind wer. Item der rat wein ed wer: auf BI. 42b am Anfang des 3, 1430. 9. zwen am Rande. 10. In ver Sf. folgt auf: wepner wiederhoͤlend: in dem andern fehranden facht Hugo und Petrus. 12. Haubtmarfchald am Rande für vurchſtriche⸗ nes haubtmanſchafft. 15. geſchlacht. 16. VIaus VII corrig. 19. Math. unbeutl. corrig. in h. do Iycht. vnſer am Rande für durchſtrich. vnnd der'.

zahlreich in Sigmund's Begleitung be— fanden.

4. Lorenz von Haidenreihstum. Ne- ben ihm findet fi in der Stadtrechnung (Rechnungsb. Nr. 9 i. Nbg. A, BI. 147

Ihrieb man bloß die ‘panter der newen purger' an (ebenda Bl. 1246, 125, 1286, u

Sn der Stadtrechnung heißt es:

It. eh. 83 74. 115 2 bi das Die mache und wart foft unter den toren, im den jwingern, und vor ber tat, und auch auff der veften, do die Huffen bieumb i im land waren’. (Jahresreg. II, 4476.)

2. AmWeinmarkt. Vgl. Nürnb. Po- lizeiordn. herausg: von Baader ©. 212.

3. Vielleicht ein della Scala von Be- rona , welches Gefchlecht Damals in den baheriſchen Herzogthümern lebte; wahr⸗ ſcheinlicher jedoch ein ungariiiher Großer, denn im Schenkbuche (Ndg. A. Nr. 490, BL. 74), wo der Name in diefen Wochen

zweimal begegnet, erſcheint er das zweite⸗

mal (her Steffan von Pern) zwiſchen de⸗ nen der ungariſchen Herren, welche ſich

unter: Kuͤngs ſchenck) nu noch ein Un⸗ termarſchalk genannt. Vgl. Windeck bei Menden Sp. 1237.

5. Wohl der jüngere Erhard Schürftab (ogl. oben ©. 12. A. 4). Sein gleichna- miger Vater war feit dem 6. Sept. als älterer Bürgermeifter im Amte (Jahres- reg. II, 31. 478b),

6. d. i. zwilchen 11 und 12 Uhr Mit-

ag8.

7. Vgl. die Chronik bis 1434 (1441), Bd. I, ©. 377, und die in einer fpäteren Chronif erhaltene Nachricht des Augenzeu- gen Frit Nützel, wonach der Unterliegenpe —* blieb: Nachricht. v. d. We Commiſſ. Jahrg. TI. ©. 132 u, 133.

1

22 IH. Endres Tucker.

herr ver fonig leben vem margraffen zu Meichſen und macht in zu einem churfürſten zu Sachſen!. gros er und zirheit geſchach auf ven tag. es was fein churfürft dopei dann margraf von Brandenburg t in feinem abe-

» tum; e8 was junft feiner bie.

=

1431.

Item [e8 waren zu Nurmberg] ? ver Fonig, ver carvinal?, pfaltgraff von Rein*, herkog Hanns, herkog Steffan, hergog Dt”, hertzog Wil- heim, hertog Heinrich®, hergog Hannſen fun”, hergog Ludwig von Ingel- ftat und fein fun, hertzog von Perg und fein fun®, herkog von Prig?, hertzog Ernſt von Bairn'®, berkog aus Tatern '', meifter von Rodys n Eberhart von Saunsheim teutſch meiſter.

Mein herr von Koln, mein herr von Meintz, herr von Wirtzburg, herr von Meidburg, herr von Speir, herr von Wurmbs, herr von Aie— ſtet, herr von Presla, herr von par." Agram, herr von Bamberg, herr

10. Rodys undeutlich, jcheint aus Rodol "Bamberg über purchftriche-

3. urfprünglidh: Bamberg, dann: Brandenberg. corrigirt. 11. Saunſcheim. 12. hertz v. W. 14. Agrann.

nem pawenberg.

. Es war Frieberih der Sanftmil- ig et die Chronik bis 1434 (1441) (Bd. L) ©. 377,5 u. 9. 2.

2. Die —*— in der Handſchrift

ohne einen Beiſatz an die vorangehenden Nachrichten aus dem J. 1430 ſich anrei- hende Namentifte giebt ſich bei näherer Betrachtung ſogleich als ein Verzeichniß der auf dem großen Reich8tage vom Früh- ling 1431 zu Nürnberg anmejenden Für- ften zu erkennen. Es ift das ausführlichite, welches wir bisher befitten, aber immer noch fein vollftändiges.

3. Kardinal Julian Cäſarini.

4, Kurfürft Ludwig.

5. Es find Die übrigen drei Söhne König Ruprechts: Pfalzgraf Johann von Neumarkt, Stephan von Simmern und

weibrilden , und Pfalzgraf Otto von osbach.

6. Herzog Wilhelm von Bayern⸗ Münden und Herzog Heinrich (der Reiche) von Landshut.

7. Chriftoph, der jpätere König von Dänemark. Im Schenkbuche (Nbg. A. Nr. 490, Bl. 790) heißt es: Propin.) hertzogen Johannſen von Beirn, uxori et filio 36 at. ſu. 5 74.2 8 HU’; und ſpäter (31. 80a) ift noch einmal ein derartiges Geſchenk ki Bater und Sohn aufgeführt.

8. Sm angef. Schenkbuche ( Si. 81a):

Propin.) berogen vom Perg pr filio 32

gr. fu. 482., 108,8 hl'. Es war Herzog Hoi und fein noch in diefem Sabre zu Nürnberg verftorbener Sohn Rupredt. Bergl. Neue Samml. der Reichsabich. I,

149 und die Chrom. bis 1434 (1441)

a. a. O. S. 353.

9. Ohne Zweifel Herzog Ludwig von Brieg und Liegnitz, Schwiegerſohn des Kurfürſten Frie erich von Brandenburg. Diefer ift wohl aud bei Windel da ge- meint, wo es in Menden’s Ausgabe a.

: hertzog Ludwig von dem Berge Po

10. Ernft von München.

11. Vieleicht ift der walachiſche Woi⸗ wode Wlad gemeint. (Vgl. Aſchbach, Geſch. Sigm. II, 365.) Do5 ftand Sig- mund, wenigftens in früheren Jahren, aud) mit dem Tatarendhan in der Krim it Verbindung. Vgl. Aſchbach a. a. O. I, 311. Im angef. Schenfbuche heißt es (81. sub): Bro. he berren auf der Dirt 16 gt. u. 22.5 A hl.

12. Wir haben darunter wohl den Jo⸗ hannitermeifter (Großprior des Ordens in Deutſchland) Graf Hugo von Mont- fort zu verftehen. Daß diefer beim Reichs⸗ tage anweſend war, geht aus Neue Samm⸗ lung d. Reichsabſch. J. 149 und aus dem oben angef. Schenkbuche hervor. (Graf Wilhelm von Montfort wird in unſerer Lifte und im Schenkbuche ſpäter genannt.) -

14311433. 23

von Regenfpurg, herr von Augfpurg, margraff von Brandenburg !, graff von Otting, graff von Mors, graff von Leining, graff von Planckenheim, graff von Schwargburg?, graff von Ungern, graff Hans von Wertheim, graff Jorg von Wertheim ?, graff Hanns von Lupf, graff von Ortenberg, s graff von Beichling, mein herr von Bloben*, fehend von Linpurg, graff Junther von Schwargburg, graff von Zerjtein?, graff Addolf fun von Naſſau, graff von Wervenburg®, graff von Helfenftein, ver von Gerneftf”, margraf von Rotel?, jundherr von ver Lipf, ein von Eifenburg, ein frei-

graff vom.....

°, graff von Caftel, graff von Felleng '®, graff von He- so nenberg, graff Wilhelm von Muntfort und fein fun, zwen graffen von

Lentenperg'', graff Rudolf von Sulg, herr von Weinfperg, drei von der

Reitern 12, ein von Steffel"°.

. 1432. Item umb die zeit, 3 weher vor weinachten, da galt 1 ſumer korns

253jl., und 14 d%, und 13%, &,

* aud).

1433.

Item [am] mitwoch nach fant Fei tag kom ein groffe finfternus, umbır. Sun.

11 ur und 17. minuten auf ven tag hub fie an, und umb 12 ur und 16 minuten wart die fun als finfter, das ich Die ftern fach am himel, und das

1. Branburg. 2. Plaudenhein.

7. Heffenftein, corrig. ven.

—oman liecht anzündet; und weret nit lang.

9. Der in der Hand⸗

fhrift undeutlich und wohl jevenfalls falfch geſchriebene MRame könnte noch am eheften Orbmit

gelefen werden. 10. Heuenberg. vnd XVLI minuten.

1. Aus dem Schenkbuche (BI. 798, 0b u. 830) ergiebt fi, daß der Kurfürft jelbft bereits im Jänner, ſpäter auch jeine Gemahlin mit einer Tochter zugegen war.

2. Hier wird der Neue Samml. d. Reichsabſch. I, 149 genannte Graf Hein- rich von Schwarzburg, Herr zu Arnſtadt, gemeint jein; Günther wird ſpäter aufge- führt. Im Schentbuche findet ſich beim März (BL. 822) Graf Wilhelm von Schwarzburg erwähnt.

3. Im angef. Schenkbuche wird (wie in der Matrifel von 1431, bei Aſchbach IH, 425) neben Graf Hans nur Graf Michel von Wertheim genanıt.

4. Ohne Zweifel ‘der von Plawen' Plauen im Boigtlande) des Schenkbu- ches (Bi. 82b). .

d. Thierftein.

15. auch vnd.

18. vmb XI vr auf den tay hub fich an

6. Im Schenkbuche (BI. 806): ‘graf Hannjen von Werbemberg. 7. So hat deutlich die Handſchrift.

8. Markgraf Wilhelm von Röteln wird auch Neue Samml. d. Reichsabich. I, 149 genannt.

9. Im Schenkbuche (Bl. 79% und noch einmal Bl. 854) —X der ‘von Ey-

ſemburg' in Verbindung mit dem “frey-

franfen von Kronemberg’ aufgeführt. 10. Im Schenkb. (Bl. Sub) ‘graf Fri- drich von Velentz' (Veldenz).

Landgraf Johann und Leupold von geuchtenberg Vgl. Neue Samml. d. Reichsabſch. I, 149.

12. della Scala von Verona. Bol. Neue Samml. d. Reichsabſch. a. a. DO. 13. Wohl ein Herr von Stöffeln.

14. Pfund. alt.

24 III. Endres Tucher.

Item am funtag vor fant Johanns tag zu junbenten hub es am zu21.Jun.

regen umb vesperzeit, und reget an einanver tag und necht ung an ſant Johanns tag zu funbenten umb 11 ur gen nacht, warn e8 fchlug den tag 24.3. 16 ur!. es prachen vil weier ab und ward ein groß wafler; es ging das

5 waſſer für all pruden, das man uber fein mecht, dann uber bie lang prucken?.

Item an ſant Peter und Paulus tag do was potſchaft komen?, das 20.3. der fonig Sigmunt was front worden an dem pfingjtag umb .... ursı.Mi. auf den tag mit groffer zirheit, er. 44°] zu kaiſer. man bett hie beftelt in

10 allen firchen, das man all gloden Leutet zu freub und mit ver orgel anhub. zu fingen Te deum laudamus und mit ven pfaffen und münchen in allen firchen. item er hat vil riter gemacht auf ver Tiberpruden vor Rom*.

Und unfer pfeiffer 3 und 1 puſauner gingen auf ſant Sebalt for und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb ven gand”. und zu nachts

15 nach tifch, 1%, ur vor dem jaraus, do macht man ein gros feur auf dem marckt, und die pfeiffer und pufanner pfiffen zu tank, das alle welt tanget: Inaben, knecht, mait, und erber frawen und gejellen an zal. und zu mor: gens am eritag fru do gieng man unter die antlas, all orden mund, und?.u. pfaffen, bie von ſant Sebalts her deſſet, und bie dort gejet; und Jungen

2o0 darnach in ieder lirchen ein mes mit der orgel von dem heiligen geiſt.

1434. Item am ſuntag vor ſant Diling tag muſt ieder man an der berberg>.A. jein und am montag darnad) pereit man vil®. an fant Diling obent fru?'s

3 ur auf den tag? do hub man an zu vurnieren, und ver helben waren?!

2. neh. 3. fubenten. 4. XVIunbeutlih. vnnd onnd. 8. Front aus frannd corrig. 11. pffafen u. mindhen. 12. item Erhart vil. 13. pufanen. 14. vmb den jand. 16. pufaunen. 19. die von fant Sebalts herr deſſet vnd die vort gefent. ſun⸗ gen’ nach: orgel. 20. heilig. eritag fru 5. geift am Ranve, das vorhergehenve 'zu tanng zu morgens am’ im Terte nachggtragen. 21. Die Jahrzahl fehlt in der Sanpfchrift,

fo daß ver ganze Abſatz noch beim 3. 1433 fteht. 23. preiet. vul, nicht deutlich.

1. fubenten.

5. Inder (auch für das Folgende zu vergleichenden) bezüglichen Stelle ber Stabtrehnung (8b. I, ©. 449) werben ftatt der Yufauner’: “trometer’ genannt. Der von einem 1561 herabgejchlagenen Geländer und den dann ebenfalls zerftör-

Bom 4—26. Juni. Sal, zu die⸗

ſem nd dem vorhergehenden Abſatze die

3. Th. faſt gleichlautende Stelle in ber

ai von 1126— 1434 (1441), Bd. I, ©. 388.

2. Wie ihon der Name andeutet,

wurde darunter urfprünglich nicht bioß die heutige Karlsbrücke, ſondern auch de— ren Fortſetzung, die Derrersbriide, ver⸗ ſtanden. (Vgl. z. B. Endres Tucher's Banmeifterbuch 251, 4, 15.)

3. Vgl. Bd. 1, 449, 3f., A. 3. u. 4.

4. Vgl. die Chronik von 1126—1434 (1441) 8b. I, ©. 387.

ten Fenſtergiebeln umfränzte Gang bil- dete in jchöner Weile Die Vermittlung zwifchen den Umfaffungemauern und dem Dache des

6. Bol. bie hronit bis 1434 (1441) Bd. 1, 394, 6.

7. d. i. gegen 9 Uhr Bormittag.

5

1433. 1434. 25

352. man ſchlug ir jar vil, voraus ein, der hies der Pitrich, ein purger!. von Meunchen fchlug man 2. ich fach ven turnir im barnifch auf ber pruden am Niter am marck?. man bantet 3 necht; man het das rothaus weiter gemacht und 3 fenfter ausprochen, das man dantzet ob der fcherla- ven?. man ftach nach ven durnir an fant Lat. 45°) Diling obent ir gar vil. an jant Diling obent dantzet man ung in die 7 ftund in die nacht und fach zu, das man 4 vend hin gab mein fraw margraffin und herkog Henfin *, warn ber hoff ver margraffin diner einem was, der hies der Ehamer. den erften danck gab man dem graffen von KRatzemelpogen, ein turnenhoff zu halten 14 tag vor faſnacht; den 2. dand gab man eim von NRechperg

. 14 [tag] vor fant Mertens tag gen Eſling; den 3. dand gab man

eim Frauemberger gen Regenfpurg auf jant Ratarina tag; den 4. danck gab man margraffen Albrecht dem jungen, wann er gar mol gejtochen

bet, was nit riter>, auf hern fafnacht gen ver Neuenftat®.

2. ich fag. 4. gemach. dantz' corrigirt. 8. ein® was. junger.

1. Jacob Pütrich’ im gleichgeit. Schent- buch (Nbg. A. Nr. 490) Bl. 1138. Die Pütriche waren eines der älteften und an- gejehenften Bürgergejchledhter von Min- hen (vgl. v. Krenner in den Abhandf. d. bayer. Akademie d. Wiff. 1813. ©. 58, 59), daher das folgende; ‘von Munchen’ ohne Zweifel zugleich auch hieher bezogen werden muß.

2. Die ‘pruden’ ift wohl nicht die nahegelegene Fleiihbrüde, ſondern ein Theil des ‘geftils an des Rieters hauf’ fiehe die unten mitgetheilte Stelle der Stabtrechnung. Ueber das erwähnte an der Südſeite des Marktes gelegene Haus vgl. Bd. J. ©. 377, 9. 3 u. den dort ang. Auffat Waldau’s, V. Beitr. III, 267.

3. Die Läden der Tuchicherer befan- ben ſich an der Sübfeite des Rathhauſes; nach ihnen trug Das heutige Rathhaus- gäfchen den Namen Scherergaffe. Vgl. die Angaben der’ Stadtrechnung A. 6 und Lochner, Die Scherergafle in Nürnb., im Anz. f. Kunde d. deut. Borz. 1859. ©. 370 ff. |

4. Die Gemahlin des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt.

5. Albrecht (Achilles) war Jahre alt.

6. Sn der Stabtrechnung von 1434 (Sahresreg. TI, Bl. 1236) finden wir folgenden, die Angaben E. Tucher's er» läuternden Abſatz:

damals 20

7. 'vend’ und die folgenven danck', fpäter Fälfchlich in dentz' und 9, den gr. ‘gar’ aus: jar corrig. 14. bern mit hellerer Tinte durchſtrichen.

10. ver. ein. Rechtperg. 13. ein

Turney'.

It. ded. 79 22. 145 4hl das auff den turney gangen ift, der da bie sein) ferin ante Egidij und des Jörg von Ehen⸗ heim bauptman was, mit wach undter den torn, bey den ſchranken, fetten, auff dem rathauß bey dem tank, auff dem ſchuchhauß, gwannthauß und anderswo, und das man den wepnern umb wein und prot geben bett, und das juft mit allerley andrer hadrey Darauff gangen ift, on ſchan⸗ tung, die im ſchenkpuch verjchriben iſt, und on Das, das die ſchranken und geftül bey dem turney an des Rieters hauß gekoft haben, und on das der gang in ber Scherer- gaffen, damit man das rathauß czum tan erweitert hett, geloft hat. und in demfelben turney waren 353 helm, darundter waren 60 ritter.’

Die an (Wein-) Geſchenken veraus- gabte Summe wurde unmittelbar vorher aufgeführt: ‘It. ded. 130 2. 13 8 4 bi, das in diſer frag zum turney verjchentt ift worden fürften, herren, rittern, ſteten 2c. ala im ſchenkpuch verfchriben iſt'. (Vgl. bie Chronit bis 1434 (1441) Bd. I, 395, A. 1.) Dann noch: ‘St. ded. 1 7.118 4 HI von den ſchenkkandeln auß und eyn zetragen zum turney'. Die anderen bei obi- ger Hanptabrehnung noch ausgejchlofie- nen Ausgabepoften finden fich weiter nicht ausdrücklich eingetragent.

26 IH. Endres Tucher.

1437.

Item umb ſant Walpurgen tag do was ein teurung mit dem forn, 1.Mai. das man ein ſumer forns nit kunt finden umb 4 gulven; ich het das mein verfauft umb 15: &%, an 10 ſumer, die gab ich 1 fumer umb 19 '.

5 Item am montag vor pfingften do fauft ein man 2 ſumer forng13. Mai. umb 12 gulden par?, und bie ſtat gab es dem ſtatvolck fumer umb 240. vom poven®. darnach ward es geſetz von der ſtat, das niemant 1 ſumer korns hoher dorft geben dan umb 26 4. untz auf ſant Margareten tag*. 13. Jul. 1 fumer habern galt 19 &% und 18 vor Jacobi. 28. Jul.

10 Item e8 was ein groffer jterb hie und Sub an einziechen wor ſant Feits tag und wert bis ung auf Lucie. [Br.45°) und es ſtarb uberal umb 13; ur Nurmberg in allen dorfen und auch in ftetten; man furt leut tot von Sultpach und von Rotenpurg, von Regenfpurg. ich und meine junge fint plieben hie. es waren erber leut und arm leut, maide und knecht und

15 junge fint geflohen, das man ſchetzet bei 9000 menfchen. es waren oft fait 12 oder 14 im rat, ieverman was weck. man grub mer van 25 gruben. [vie leute] triafes in die nafen ftrichen für die peſtilentz. |

Item es fturben leut, die acht tag, 10 tag, 13 tag, 17 tag, 19 tag ſchwer pradhen. arm leut fprachen: folt ich neur leben ich bet’ genug;

. 20 wann es ftarb in einer groffen teurung. zu ver Lo fturben im dorf 100

und 10 menfchen. wan hie und uberal fturben umb Nurmberg gar feer

fint. mein fun Bertolt was zu Regenſpurg und ver Enpres zu Vennedig.

5. kons. 9. Am Ende diefes und über dem Anfange des folgennen Abfages fteht abermals die Jahrzahl 1437. 10. einzing. 11. Zeigt. 14. und mabe vnd knecht junge f. 15. off. 17. nach yeftileng noch einmal: ftrichen. 19. tag denn prechen ſchwur. 20. firab. 22. ven‘ Endres.

Ueberall find hier Pfund alt ges - d. i. aus ben ftäbtiichen Korn-

meint Ueber den ee Bert a häufen uldens (in neuen Pfund) vgl. Die Ta⸗ 4. val. die Chronik bis 1441, Bd. J, belle auf S. 254 des J. Bandes, über die 398, 1a Fi bay über bie Vorkeh⸗

Kornpreiſe ebda ©. 256 u. 398. Von zungen bes Raths im Allgemeinen Bei- Stabt wegen war das Summer Korn nur XII, zur angef. Chronif.

u Oftern noch um 18 Pd. alt verlauft

order, ſo ver bie von Endres Tucher 5 and er > De (fleinere) Kath be-

angefetsten Preife auffallend billig er-

fcheinen. 6. Endres, der fpätere Baumeifter, 2. Das Summer zu 6 fl. entipriht war am 5. April 1423, Berthold am 30.

bem in ber Chron. bis 1441 (Bd. I, 398, Oktober 114 geboren(Tucher'ſches Ge⸗ 6) für dieſe Zeit namvaft gemachten Preiſe ſchlechtsb.)

0 28—30 Pfd. a

1437. 27

Item ber rat pot, das man fein grub Tenger offen lis dan an 3 tag von pos geftands wegen. man meint, das denoch in dem fterben alt und

jung tot fein pei 13000 menſchen!.

1. *an’ vor van’ von gleicher Hd. eingefichaltet.

1. Die außerordentliche Höhe dieſer (allerdings, wie e8 feheint, auch Die in der nähern Umgebung der Stadt Geftorbe- nen miteinbegreifenden) Zahl mag auf den erften Bli immerhin Bedenken erre- gen; gleichwohl darf fie faun mehr, wie eben jede auf bloß arbiträrer Schätung

beruhende Zahl, angezweifelt werden. Der:

ganye Bericht trägt ſonſt den Charakter sollommener Slaubhaftigfeit, und wie (jelbft im Mittelalter unerbört) verhee- rend die Seuche aufgetreten, erhellt ſchon aus der gewiß ganz zuverläffigen Angabe unjere® Autors, daß in dem (ihm zugehö— rigen vgl. oben ©. 20, X. I) Dorfe Lohe allein 110 Menfchen geftorben feien; au- Berdem ftimmt der Bericht eines anderen von Tucher völlig unabhängigen Zeitge- noffen, des Mönche Konrad Hervegen, welcher die Zahl der Todten in der Stadt auf 10000 ſchätzt, und eine in ſpäteren Chroniken erhaltene genauere Specifica- tion der Verftorbenen (vgl. Nachricht. 3. Geſch. d. Stadt Nürnb. [1785] I, 521) mit den Mittheilungen des Memorials jo ziemlich überein. Nehmen wir nun hinzu, daß oben die Zahl der Geflo- henen auf 9000 angegeben worden, jo werden wir unwillfürlih zu der Frage nach der Höhe von Nürnberg's damaliger Einwohnerzahl veranlaßt. Zur Beant— wortung derjelben gebricht es aber an Di- recten autbentifchen Nachrichten, da die einzige in ihren Refultaten befannte Zäh— lung aus dem Mittelalter (dem in diefem

Bande unten folgenden Bericht über den "

Markgrafenkrieg beigegeben), zu ungenau im Einzelnen erjcheint und an zu großen Unwahrfcheinlichkeiten leidet, um auf völ- lige Glaubwürdigkeit Anſpruch machen zu können. Zu indirecten Schlüſſen fönnen uns mehrere Daten führen. Dar- unter feheinen mir jene am gemichtig- ften zu jein, wodurch wir die Anzahl der Gewerbtreibenben bei einigen für den Be- völferungsftand maßgebenden Gemwerben fennen lernen. Im 9. 1363 waren 75, im 3. 1370: 63 Bädermeifter, im J. 1363: 71 und 1370: 63 Fleiſchhauer— meifter in der Sthbt' (gleichzeitige in den genannten Jahren angelegte Handwerker⸗

liften in Nr. 232 u. 234 d. Nbg. A), Bahlen, die von dem heutigen Beftande diefer Gewerbe faum erreicht werben (Die Zahlen find beinahe gleich, heute aber Die Borftädte mit eingerechnet). Sonft möchte ic) noch hervorheben, was wir liber Die Stärke der waffenfähigen Mannfchaft in der Stadt wiffen : Ulman Stromer (Bd. 1, ©. 41) giebt das Stadtheer beim Auszuge nad) Hilpoltftein im 3. 1388 mit Hinzu- rechnung einer nicht ehr beträchtlichen Zahl von Söldnern auf 8000 M. an; Konrad Celtes (am gleich anzuführenden D. cap. XIII.) fagt, man babe (um d. J. 1500) im Notbfalle 10000 Bürger bewaffnen können. Wir werden fo, freilich nur im Allgemeinen, annehmen dürſen, daß der damalige Bevölferungsftand ungefähr dem heutigen gleichgefommen ſei, was auch) wieder der aus den Konfumtionsverhält- nifjen hergeleiteten Annahme von Konrad Geltes (de situ, instit. et moribus No- rimb. cap. XVI.) entipridt, wonad) Nürnberg am Schluffe de8 15. Jahrh. von 52000 Menſchen bewölfert war. Die Gründe, aus denen Lochner in der Schrift: Die Einwohnerzahl der ehemaligen Reiche- ftadt Nürnberg (Nbg. 1857) ©. 12, 13 bie letztere Zahl angezweifelt hat, ſcheinen mir völlig unzulänglic), wie denn Die ge— nannte Schrift Überhaupt zur Förderung der bezitglichen Frage wenig austrägt, da ihre Borausfeßungen faft nur auf —* dären Quellen beruhen. Wir laſſen noch drei Stellen aus den Stadtrechnungen folgen, welche auf die große Seuche, von der unſer Autor be- richtet, Bezug haben: ‘It. bed. 12, 158 einem poten gen Landßhut nach meifter Peter arczt’. (Ende Septbr. 1437.) “St. ded. 13 #2. 18 8 4 bir potenlons im fter- ben und das es allenthalben (foftet?) als man nach unfern freunden und ratgefellen ſchicket herheym zu fomen’. (Anfang Jän⸗ ner 1438.) It. ded. 22 22. 4 ß baller, daz Die peflrung ber nachtwach im fterben von ſamßtag vor Galli unk auff den ſamß⸗ tag vor unſer lieben frawentag vor liecht- meß gefoft hat’. (Anf. Febr. 1438.) [Jah⸗ vesreg. III, Bl. 2466, 250.)

or

tu =

15

28

III. Endres Tucher.

Item ich was nie fein nacht aus, dan zu Regenſpurg 2 necht, zu

Fag! 8 tag.

1438.

Item am oberſt tag zu nacht do begieng man kaiſer Sigmunt zu dem Newen ſpital mit der vigil und zu morgens am eritag mit einer her- lichen felmefs, und ver abt von Münchawrack? fang [die] erft, abt von Caftel? bie ander, abt von Halſprun die drit, abt von Egidi die tagmeſs, und man (81. 46%) fett das fper und fant Anna arm und das heilig Freuß * auf ven altar vor dem for, und wären wol pei 100 pfaffen pei der vigil und 4 ebt, und man het in ver Firchen hinten ein ſchwartz grab aufgemacht, do prunen auf mer dan 400 wechjen Firglein, und unten was ein jchon grab pereit mit gulven tuchen, do lag auf kaiſer Carls fron, fein apfel, und ein gulden und filberin Zepter, fein ſchwert und faifer Carl ftoll”. es was gar ein groß Spfer und mes genug: man het 100 mes beftelt®.

Item am funtag nach dem oberft do fam margraff von Meichſen und herr von Ploben und heten ein tag mit einander. hie, und der piſchoff von Pabenperg, margraff von Brandenburg und [feine] fun”.

1. item was nie fein nacht aus mich van zu R. 2 necht fag 8 tag. 6. Micharef. 10. und im ebt. ‘was’ undeutlich corrig.

einmal: zu nacht. morges. 9. und waren wol: vnd marie wol. fen. 13. ein gulven zepter vnd filberin.

1. Ohne Zweifel Tach oder Vach, Kirchdorf unmeit der Regnik, 2 Stunden nordöftlich von Nürnberg. In dem Saal- buche von Hans Tucher, dem Sohne un- Ir Ehroniften, (Pergamenthdichr. d. 15.

Ih. 4°. im Frh. v. Tucher'ſchen Archiv) werben mehrere Güter zu Bach aufgeführt, die jelber “von den von Rynhoffen' zu Le- ben trug.

2. Bir verbeffern die ſinnloſe Leſung der Handſchrift, da es nach den Beil. IV. mitgetheilten amtlichen Aufzeichnungen außer allem Zweifel ſteht, daß Münchau- rach (ehem. Benediktinerabtei an der Au⸗ rach) gemeint iſt.

3. Die bekanute ehem. Benediktiner⸗ abtei zwiſchen Amberg und Neumarkt.

4. Stücke von den Reichsheiligthü— mern; vgl. oben ©. 12.

5. Vgl. oben S. 13, 1—3 nebft X. 2, und v. Murr, Journal, XI, 98.

5. Nach: ſpital' noch 7. abt fan Halſp. trit. 8. da Beilig. ein grab ein fhwarg. 11. bedi=

17. von Pramberg.

6. Vgl. Über dieſe Todtenfeier Beil. A und die Chronik bis 1441, Bd. 1,

400

7 um’ ift nach folgender Stelle des gleichzeitigen Schenkbuchs (Nbg. A. Nr. 490, Bl. 1358) al8 Plural zu fallen : Ite⸗ rum. (propinav.) marggraff Fridrich von Bandenburg (sic) jeniori et junioribus 44 quart (vini), facit 7 A. 6% 8 baller”. Kurfürft —E (der Sanftmüthige) von Sachſen befand ſich wegen des Burg— grafthums Meißen in Streit mit Heinrich Reuß von Plauen. Zum Austrag deſſel⸗ ben wurde beiden Theilen ſchon einmal, im Herbſte 1437, vom Kaiſer ein Tag nah Nürnberg gefeht, der auch in ber That zu Stande gefommen war (Sahres- reg. UI, Bl. 245b, 246%; vgl. Limmer, Geſch. d. Boigtlandes II, 745), aber zu feinem Abſchluſſe geführt hatte. lleber den in unferer Chronik berührten zweiten

4 0

1437— 1440. 29

Item do man zalt 1438 do wart der hertzog Albrecht von Oſterreich erkorn zu Franckfurt zu romiſchen konig am eritag vor unſer frawen tag kündung in der faſten, zwiſchen 2 ur und 3 ur auf den tag!.

Item an unſer frawen kündung abent in der faſten vo fung [man] air,

18. März.

3

x =

[9

in iever Firchen ein ſchon mes zu [ob got und dem newen fonig.

1439.

Item man begieng konig Albrecht von Ofterreich zu dem newen fpi-

tal an unfer frawen tag als fie in den tempel geopfert wart, und der pi⸗21. Nov.

ichoff von Regenſpurg fang die tagmes dem fonig, und les was] ein fchen

grab mit vil lichten vie prunen?.

Item am oberft obent? do pran die new mül ab und kunt [fie]

mant erretten. e8 warn bopei uber A000 menfchen, wan die Begnig was uber froren und doch nit gar, das bie leut nit nein dorften. man meinet, das verprumen wer peifer dann 3000 gulven_iwert, wan 1 ſumer forns des mals galt 27 &. und 26 4., das fo vil melbs und forns in der mül was, wann ich felber varpei was. man pauet dran mer van 3 viertel jar; und

1. fonn O. 3. in der faften kündung. 4. fr. ab. in ver faften Eundung. 5. den newen. Item am funtag nad) vem oberft dem newen konig: in ver Hoſchr. nach ven Stellen zum 9.

1439, aber mit der richtigen Auffchrift: 1438. 8. tenpel. 12. iiii M unbeutlich.

16. tran.

Nürnberger Rechtstag berichtet die Stabt- rehnung (Anfang Februar 1438) folgen- dermaßen: ‘It. ded. 52 20.4 8 hir, als ver herog von Sahſen und der berre von Plawen zum andern mal mit einander bie rechten vor unferm herren marggrafen, umb frandenwein, prot, obß, den herren auff dem rathawß, den hütern unter ben toren, ben wachtern an ben ftegen und feten, an der weinruffer jchendwein; und der tag weret 3 tag’. (Jahresreg. III,

Bl. 250%.) Die endliche Entieheidung in

der Sache erfolgte indeß erft 1439 (vgl. Limmer a. a. O. S. 746).

1. 9 bi8 10 Uhr Vormittag unferer Zeitrechnung. Durch einen Boten des Bialzgrafen Otto (von Mosbach) erhielt der Nürnberger Rath die erfte Kunde von Albrehts Wahl. (Sahresreg. II, BI. 2915; der Bote empfieng ‘10 guldein in gold zu potenbrot’.)

2. Bgl. die Chronik bis 1441, Bd. 1, ©. 106.

15. im der,

3. Daß fich diefer Brand an dem ge- nannten Tage des Jahres 1438 er- eignete, beweift folgende Stelle der Stadt- rehnung von 1437/8: ‘St. ded. 19 €. 17% 2 bir von der prunft wegen, die be geſchah an der newen mül vigilia epipha- nie’. (Yahresreg. III, 250°.) Die bei- den „neuen Mühlen“ an der Pegnit (vgl. Bd. J. ©. 400, A. 4) wurden 1430 vom Rathe erbaut, und die Berechtigung dazu, welche von Seite der Deutichordens- commenbe beftritten wurbe, von K. Sig- . mund in einer eigenen Urfunde d.d. Nürnberg, 23. April 1431 ihm zuge- proben. (Der Streit mit dem Orden wurde durch einen Vertrag vom 15. Nov. 1431 geihlichtet.) Müllner in feinen Au— nalen (Bd. II, ©. 972, Orgnlmſe. auf d. Nbg. A.) nach den bezüglichen Ur- funden. Vgl. Reg. boica vol. XIII (IX), p. 206.

nie- 5. Jan.

30 DI. Endres Tucher.

hub an zu prinen vor 3 oren in die nacht und pran ab, do es 5 ur was do was e8 als verprunen.

1440. [81.46°) Item die churfurften weleten ven romifchen konig zu Franckfurt 5 der haiſt hergog Friverich von Oſterreich, an unfer frawen tag liechtimes umb..... ur auf den tag.

1. prinen corrig. ft. pawen. vnnb pran. v ur über ausgeflrich. vor'. 5. Oft vor framwen tag.

Beilagen

zu Endres Tucher.

. Der Feldzug gegen vie Huffiten im Herbfte 1424. (zu ©. 9.) . Die Uebertragung der Reichskleinodien und Reichsheiligthümeren u

Nürnberg. 1424. (zu ©. 12.)

. Veldzug gegen die Huffiten im J. 1427. (u ©. 15 u. 16.) . Kaifer Sigmund's Todtenfeier in Nürnberg. (zu ©. 28.)

I. Der Feldzug gegen die Huffiten im Herbite 1421,

(Bgl. Memorial S. 9 und Chronik bis 1434 (1441) Bd. I, ©. 370.) Ueber die Theilnahme Nürnbergs an viefem Reichsfeldzuge findet fich sin der Stadtrechnung vom Jahre 1421 ein ziemlich ausführlicher Bericht, den wir bier folgen zu lafjen um ſo eher berechtigt fein dürften, al8 er zum Theil einen erzählenden Charakter an ſich trägt. Ihm fügen wir dann, um den Kreis der zufanmiengehörigen Schrift- ftüde gleich völlig zu umfchreiben, noch eine Anzahl von Briefen bei, welche 10 der Nürnberger Rath theild an den Hauptmann feines Kriegsvolkes!, theils an befreundete Städte richtete und die fich und in den Briefbüchern der Stadt erhalten haben. Alle diefe Aufzeichnungen gewähren ung zuoörberft einen intereffanten Einblid in die Art und Weife der Kriegführung, in die Beichaffenheit des 15 Heeres, die Art feiner Verpflegung und die Koften ver ganzen Ausrüftung. Die Rathsfchreiben tragen aber außerdem auch wefentlich zur Aufhellung des äußeren Ganges der Ereigniffe bei, in Bezug auf welchen unfere gerade bei dieſem Feldzuge noch ziemlic, Lüdenhafte Kenntniß manche fehr erwünfchte Bereicherung erfährt.

20 (Nürnb. Arch. Rechnungsbuch Nr. 6. BI. 37°; und Jahresreg. II. UI. 1156.) Der zug gen Beheim auf die Hußen von irs unglauben wegen.

Es ift czu wißen, do man zalt von Criſti gepurtt vierezgehenhundert und in dem einundezweinsigiften jare, daz unfer herren die fürfurften czu rat wurden eins zuges gen Beheim von des ungelauben wegen der Huflen; und

21. Der Titel fieht am Rande. 24. 'ein’ Jahresreg.

1. Leider haben fich deſſen Berichte halt nur aus dem fennen, was der Rath an den Rath im Nürnberger Archive davon im jeinen Briefen an Städte oder nicht vorgefunden. Wir lernen ihren In- Fürſten mittheilte.

Stäbtechronifen. II. 3

4

or

34 III. Endres Tucher.

als fie dann fürften, herren, fteten und auch uns berüfften! und an ung fun- nen und begerten, darczu hilfflichen und vienftlichen ze fein?, und als dann unjer gnedigifter herre der römiſch fünig Sigmund ung darumb anlangt mit feinem offen brief?, darczu dienſtlich und willig «ze fein, wann wir nu got czu (ob, unſerm herren... dem fünige, unfern herren den furfürften czu dienft czu verjelben zeit und czuge czu dienst kumen fein und bie aufgezogen am freytag

nad) fant Sebolts tag* mit 100 und 15 geraifigen pferden, die wir verfolt2>.s

und gefpeift haben von dem egenanten tag ung in die achten wochen; darczu haben wir gehabt ein plichjen, die czwen czentner ſchewßt, ftain, pulfer und ander gezewg mit namen 21 geender wegen mitfampt den geenden ſchuͤtzzen,

< werdfäwten, plichfenmeiftern, zimmerlewten und andern fachen ꝛc. alles auf

1

or

der ftat folt und Loft, daz alles an der ſumm macht, vor, hinzu, daz fi) darczu gepliret, mit dem aufzug, hinczug, gelegers weife und herwiderheim, foftung, folt, bottenlon, verfarung, warnung, und andern notdürfften: alles dinges 3807 . und 10% Rhür. an dem allen ift czu wißen, daz daran

vorhanden ift: 16 vaß weins, 3 vaz czu Nuͤremberg, 9 vaß czu Payrrewt

und 4 vaß czu Eger, und 10 geraifige pferde; und waz Davon gevellet, daz

1. Im jelben Rechnungsb. der Stadt von 1421 (Nr. 6 aufd. Nbg. A. BI. 33b) heißt e8 früher: “Item dedimus 3 guld. unſers herren berkog Ludwigs von der Pfallg berolten, als er vor Dem rat was nit der furfürften brief won des zugs we— gen auf die Hufen, unum pro 1 #. und 4 ß bir; jumma in bakenfibus 3 4. 12 ß bil.’

2. Auf Beranlafjung der verbündeten rheinischen Kurfürften wurde am 29. Juni 1421 ein Städtetag zu Mainz gehalten und daſelbſt über die Hülfeleiſtung der Städte bei dem bevorftehenden Zuge ge- gen die Huſſiten verhandelt. (Schreiben des Raths zu Nürnberg an die Stabt Schweinfurt vom 13. Juni, an die Stabt Windsheim vom 20. Juni. Briefb. Nr. 5 [XTI], 81. 1416 u. 31. 1436. Nürnberg war durch Beter Boldanıer ver- treten. Rechnb. Nr. 6 auf dem Nbg. A., BI. 33b.) Es waren auch die Räthe der

Kurfürſten zugegen; und noch während

ber Dauer ber Verſammlung traf des Kö—

- nigs Kanzler, der Biſchof von Pafſau,

nebft einigen Räthen des Pfalzgrafen und Heinrih Peyr zu Mainz ein mit einem Schreiben König Sigmund’s, das allem Anſchein ach an die Städte des Neichs gerichtet war. (Schreiben des Raths won Nürnberg an die Stadt Schweinfurt vom 8. Juli. Im bezeichneten Briefbuch UI. 1456.) Schließlih wurden die Städte aufgefordert bis zum 19. Juli fich auf ei⸗ nem Tage zu Boppart vertreten zu laſſen, der denn auch wirktich von ihnen beichidt

wurde, wie fi) aus einem Schreiber des Nürnb. Raths an die Stadt Rordlingen vom 28. Juli und der Nürnb. Stadt—⸗ rehnung ergiebt. (Angef. Briefb. DI. 1522, Rechnungsb. Nr. 6, BI. 346.

Auch dabei war Nürnberg durch Peter

Boldamer vertreten.) Nur eine allgemeine

"Notiz über den Tag von Mainz hatte im

17.3. Mitllner ohne Angabe der Quelle jeiner Chronik einverleibt. Aus ihm iſt fie in die Hist. diplom. Norimb. 541 libergegangen, deren „Anmerkungen überhaupt wörtlich den Annalen Mült- ner's entnommen find. Aus Müllner . jerbft kannte ſie Palady, Geh. von Böh- men II, 2, 243.

3. Bielleicht ift Damit das von Ajch- bach (Geſch. Sigm. II, ©. 130, A. 22 u. ©. 439) ins 3. 1421 verjebte, won Buchner (Geſch. Bayerns VI, 212) ohne nähere Angabe citirte Ausichreiben Sig- mund's d. d. Preßburg, Juli 23, ge- meint, vielleicht das Aum. 2 erwähnte zu Mainz übergebene Schreiben.

4. Das Neichdaufgebet war auf den 24. Auguft ergangen. Bgl. Eberh. Win- def, bei Menden Kap. 89, Sp. 11465

Herm. Korner, ap. Eccard DI. 12149

(— profesto S. Bartholomei —).

5. Am 2. Oftober wurde die Beln- gerung von Saat aufgehoben, am 5. war man auf dem Rückwege bei Schladenwerth. Bol. dasS. 12 mitgetbecite Nürnberger Rathsſchreiben an burg vom 9. October. Ueber die Rückkehr der Nürnber⸗ ger vgl. ©. 43,

Beilage L 35 ft ezu antwurten in bie Iofungftuben!. und des von der burger wegen Peter Boldmeir hauptman ift geweſen. und in demſelben ber find gewefen unjer herren die furfürften mitnamen die biſchoͤff von Colln und Tryer, hergog Ludwig von der Pfallg, jo het auch unſer herre der biſchof von Meint fein

> antal volckes vabey?, ver bifchoff von Yüttih, der byſchoff von Maydburg, der hertzog von Sachfen?, marfgraf Johans von Brandemburg der jung*, marfgraf Fridrich und markgraf Wilhelm von Meichſen ®, and) heten unfer herren die bufchöff won. Banıberg und Wirkburg ix volck dabey, ver herkog pom Berge, und die hernachgeſchriben ftete, mitnamen: Cölln, Meint, Srand-

.o furt, Speyr, Wurmbs, Bafel, Hagenam und ander ftet.in Ellſaßen, Aug]-

purg, Ulm, Gofteng und ander ftet in Swaben, Zürd) und ander iv eydgno— gen von den fteten, Regenſpurg, Rotemburg, Windsheim, Nördlingen, Din— delfpühel, Weiffeinburg zc. und ander grafen, freyen, rittern, knechten, und gemainjchaft der ftet von allen lanven. und bey der rechnung ift gewefen von

ria 5* in die fancti Gallı anno 1421°.

L> des rats wegen her Karl Holgfchuher und her Sebolt Pfinging. Actum fe 16, Dct.

Gegen Ende des Monats Auguft hatten fich Die Kriegsvölker bes Haupt⸗ heeres allmählich in den fränfifchen Gegenden zufammengefunven®. Zum eigentlichen Sammelplat war Eger beſtimmt; dorthin haben auch die Nitrn- 20 berger ſich ohne Verzug gewendet. Schon am 26. Auguft richtet ver Rath

2. vnd des gewefen’ im Rechngsb. von verfelden Hand am Rande. 16. Va fehlt Jahr

veöreg.

1. Der Ertrag findet ſich unter bei Sinnahmen deſſelben Rechnungsjahres (am 26. Febr. 1422) verrechnet: ‘recep. 253 24. 8 8 und 10 hllr von Peter Vold- meir und Steffan Eoler, daz auf den pfer- den und weynen worden ift, die Peter Boldmeyr vor im bet, als Die dannoch vor handen waren, bo er fein rechnung getan bet, als er berkaim fomen was von dem zuge der Hußen czu Beheim.... über daz, daz man fider aufgeben hat’ Rechnb. Nr. 6. Bl. 188).

2. Gegenüber diefem unzmweidentigen Zeugniffe wird Die auch von Afchbach (III, 134) und Palady (III, 2, 251) aufge- nommene Nachricht des Chron. Elwa- cense (Pertz mon. scerr. X. p. 44.) und .de8 Aeneas Sylvius (hist. Boh. c. 40.), wonach auch der Erzbiſchof von Mainz perſönlich am Feldzuge Theil genommen hätte, fallen müſſen dies um fo mehr, als jene beiden Stellen ganz allgemein . gehalten find und auch anderweitige Irr- thůmer vorbringen.

3. Wahrſcheinlich Herzog Erich von Sadjen - Lauenburg, oder einer feiner Brüber. ' u

4. Der älteſte Sohn des Kurfürften Friederich.

5. Die Markgrafen von Meißen be- fanden fich nicht beim Hauptheere, ſondern brachen jchon früher vom Norben-ber in Böhmen cin. gl. Hermann Korner (ap. Eccard) col. 1248, 49.

6. In Nürnbergs unmittelbarer Um⸗ gebung begegnen wir den Völkern des pfäl- ziſchen Kurfürſten: Schenkbuch (Nbg. U. Nr. 489.) 1421, VIII: Propin. hertzog Ludwigen von der Pfallntz, als er czu Farmbach lag und auf dem zug gen Be— beim was anf bie Hußen, 1 lagel paſ⸗ ſawners, bie bet 63 maß, fact I K.I R bir, und darczu Schandt man im 1 lageln Ric weing, die het 64 maß, facit 6 ZZ. SB hir. Propin. iterum Dez egenan- ten hertsogen Ludwigs grefen und herren, - die mit im zugen, als fie czu Lauffenholtz (Lauf am Holz an der Pegnitz) und dar—⸗ umb lagen, Damit fie Die burger erten, 18 pierteil paſſawners in IeggJein, facıt 5 22, und Sf bir, und darezu ſchanckt man in 17 vwierteil welifch weins auch in Icgelein, facit 3 7.8.8 6 hllr, ſumma umb lageln und ftrid 1 E23, und 8 ß hir.’

3%

or

a

34 II. Endres Tucher.

als fie dann fürften, herren, fteten und auch uns beräfften! und an uns fun- nen und begerten, darczu hilfflichen und vienftlichen ze fein?, und als dann unfer gnebigifter herre der römiſch fünig Sigmund ung darumb anlangt mit feinem offen brief?, darczu dienftlidy und willig cze fein, wann wir nu got czu (ob, unſerm herren... dem fünige, unfern herren den furfürften czu dienft czu derſelben zeit und czuge czu dienft fumen fein und hie aufgezogen am freytag

nad) ſant Sebolts tag* mit 100 und 15 geratfigen pferden, die wir vwerfolt 22.Aup.

und gefpeift haben von dem egenanten tagung in die achten wodhen?; darczu haben wir gehabt ein püchſen, die czwen czentner ſchewßt, ftain, pulfer und ander gezewg mit namen 21 geender wegen mitſampt ven geenden ſchuͤtzzen,

wercklewten, plchjenmeiftern, zimmerlewten und andern ſachen ꝛc. alles auf

der ftat folt und oft, daz alles an der ſumm macht, vor, hinezu, daz ſich darczu gepüret, mit dem aufzug, binczug, gelegers weife und herwiverheint, foftung, jolt, bottenlon, derfarung, warnung, und andern notdärfften: alles dinges 3807 Z. und 10% Rhllr. an dem allen ift czu wißen, daz daran

vorhanden ift: 16 vaß weins, 3 vaz czu Nüremberg, 9 vaß czu Payrrewt

[

und 4 vaß czu Eger, und 10 geraifige pferde; und waz Davon gevellet, daz

1. Im jelben Rechnungsb. der Stadt von 1421 (Nr. 6 auf d. Nbg. A. BI. 33b) Hm e8 früher: ‘Item dedimus 3 guld. unſers herren berkog Ludwigs won ber Pfallg berolten, als er vor dem rat was mit der kurfürſten brief von des zugs we- gen auf die Hufen, unum pro 1 #2. und HR hun; jumma in hallenſibus 3,

D tr.’

2. Auf Beranlaflung der verbiindeten rheinischen Kurfärften wurde am 29. Juni 1421 ein Städtetag zu Mainz gehalten und daſelbſt über die Hülfeleiſtung ber Städte bei dem bevorftehenden Zuge ge- gen die Huffiten verhandelt. (Schreiben des Raths zu Nürnberg an die Stabt Schweinfurt vom 13. Juni, an Die Stabt Windsheim vom 20. Juni. Briefb. Nr. 5 [XMI], 8. 141® u. Bl. 1430, Nürnberg war dur Beter Boldamer ver- treten. Rechnb. Nr. 6 auf dem Nbg. A., Bl. 33b.) Es waren au) die Räthe der Kurfürften zugegen; und noch während der Dauer der Berfammlung traf des K- nigs Kanzler, ver Biſchof von Paſſau, nebft einigen Räthen des Pfalzgrafen und Heinrich Peyr zu Mainz ein mit einem Schreiben König Sigmund’s, das allem Anſchein nad an bie Städte des Reichs gerichtet war. (Schreiben des Raths von Nürnberg an die Stadt Schweinfurt vom i. Im bezeichneten Briefbuch VI. .) Scließlid wurden die Städte aufgefordert bis zum 19. Juli fich auf ei⸗ nem Tage zu Boppart vertreten zu laflen, der denn auch wirklich von ihnen beſchickt

. Auch

wurde, wie fi) aus einem Schreiben bes Nürnb. Raths an die Stadt Nörhlingen vom 28. Juli und der Nürnb. Stadt- rechnung ergiebt. (Angef. Brief. DI. 1522, Rechnungsb. Nr. 6, Bl. 346. dabei war Nürnberg dur) Peter Boldamer vertreten.) Nur eine allgemeine

"Notiz über den Tag von Mainz hatte im

17.35. Müllner ohne Angabe der Quelle jeiner Chronif einverleibt. Aus ihm iſt fie in die Hist. diplom. Norimb. 541 übergegangen, deren Anmerkungen überhaupt wörtlid) den Annalen MUE- ner’8 entnommen find. Aus Müllner ſelbſt kannte fie Palacky, Geſch. von Böh— men IU, 2, 243.

3. Vielleicht ift Damit das von Aſch⸗ bach (Gefch. Signt. III, ©. 130, A. 22 u. ©. 439) ins 3. 1421 verjehte, von Buchner (Geſch. Bayerns VI, 242) ohne nähere Angabe citirte Ausſchreiben Sig- mund's d. d. Preßburg, Juli 23, ge- meint, wielleicht das Aum. 2 erwähnte zu Mainz übergebene Schreiben.

4. Das Neichsaufgebet war auf ben 24. Auguft ergangen. Vgl. Eberh. Win- bee, bei Menden Kap. 89, Sp. 11465

Herm. Korner, ap. Eccard Il. 1249

(— profesto S. Bartholomei —).

5. Am 2. Oftober wurbe die Bela— gerung won Saaß aufgehoben, am 5. war man auf dem Rückwege bei Schladenwerth. Vgl. das S. 42 mitgetheilte Nürnberger Rathsſchreiben an Straßburg vom 9. October. Ueber die Rückkehr ver Nücnber- ger vgl. ©. 43.

Beilage I. 37

Geſchlechter Franz Rummel erfcheint als der Ueberbringer einer Gelbfen- dung in dem folgenden Schreiben:

Petern Bolflmeir ıc.

Lieber Peter, dir haben unfer freunde Hanns Tucher und Ulrich Grunt— > herr! bey Frangzen Rummel nehft etwievil gelts gefandt, als du nu wol ver- nommen macht haben ; und al8 du Hannfen Tucher verfchriben haft umb mer gelt8 zu Eger zu beſtellen, darumb wellen wir uns gern erfarn, ob man das aljo da finden und beftellen mug, und darnach unfern fleif8 darczu tun, als fi) gebiirt. auch begern wir, daz Du dich weder mw noch bottenlon verdrief- 20 fen lafjeft und ung oft jehreibeft, wie ſich die lewffe machen, wan ung des ein notdurft zu willen ift. datum ſub figillo magiſtricivium fabato ante nativi= tatis Marie. . (a. a. O. Bl. 1578.) Trotz der hier ausgefprodenen Mahnung mußte, wie e8 feheint, ver 15 Kath noch länger auf ein meitered Schreiben von dem Hauptmanne feiner Truppen warten, denn in einem Briefe vom 10. September (a. Brfb. BI. 157*) wird Beter Boldamer neuerlic, und fehr dringend aufgefordert, bald Nachricht über den Stand der Dinge zu geben. In diefen Schreiben wird auch ſchon der Tall eines Rückzugs des Heeres in Betracht gezogen:

20 Auch hab im finn: wenn fih das her einsmals wider herauf zu land wenten wurd, daz du denn deinen fleiſs tueft alfvere du macht, daz man ander ftraf8 denn filr und heim züg, des man vor als vaft auf uns gelegen und für ung hin-geczogen ift’. | |

Am 11. September find die Nachrichten aus dem Heere endlich einge-

25 troffen. Wir fennen den Iebhaften und intereffanten Bericht Voldamer’s aus

der Mittheilung des Raths an Ulm:

Den von Ulme.

Lieben frewnde, als iv uns verfchriben und won wechjel® wegen ven

eihern in das her zu beftellen gebetten habt 2c das haben wir wol vernomen. 30nu hetten wir von unfer felb8 wegen nu langt gern gelt in ſölicher form bey uns verwechſelt, den unfern in Das her zu antworten, fo haben wir des bey uns niht mugen finden, doch haben wir umb ewern willen unfern fleif8 getan und nod) bas darnach fragen laſſen, und können des zu difen zeiten bey uns niht finden nod) ervorſchen. da mag ſich eror frevntſchaft wol nad) richten.

35 und als ir und gebetten habt von der lewff wegen von Beheim herawß ꝛc Laffen wir erwr weisheit-willen, daz und von einem unferm guten frewnd? auf

31. nach: antw. ein ausgeftrich.: beftellt. 35. nad) ung ein ausgeftrich.: aber.

1. Die beiden Rofunger won den Ge- 2. Ohne Zweifel eben Peter Bolda- Tchlechtern. Allgem. Rechnungsber. v. mer. Bgl. die Bar. zu 3. 18 auf ber 27. Febr. 1421 im Jahresreg. II, BL. 103. vorigen Seite.

6. Sept.

. -

36 II. Endres Tucher.

an den Hauptmann‘ Peter Volckamer ein Schreiben, worin er denſelben er- fucht, den Kurfürften, mit denen er alfo zufammengetroffen fein oder dem . nächft zufammentreffen mußte, Vorftellungen zu machen über die Ziügellofig- feiten, welche ſich die flandrifche Heeresabtheilung (des volks von Gent, von Henngew und awß derfelben gegend ein michle ſchar') beim Durchzuge hatte zu Schulden kommen laſſen, (Brfb. Nr. 5. IXIII.] 31. 155°.)

Am 1. September war der Rath zu Nürnberg im Beftte von Nad- richten aus dem Heere, die ihm Voldamer berichtet hatte und durch welche wir die zu Eger getroffenen Anordnungen wie den weiteren Verfolg Des Zuges ziemlich genau kennen lernen. Sie find uns in einem Rathsſchreiben an Ulm erhalten, das wir hier folgen laſſen.

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Den von Ulme.

Lieben frewnde, als ir ung von der lewff wegen des geßogs gen Beheim . verfchriben und gebetten habt zc. derſelb eibr brief ward uns am nehftver=3o. Aug. gangen ſamſtag frw geantwortt. nu haben wir ewern botten feid bey uns aufgehalten in gut, ob wir icht verneͤmen, daz wir eiörer freiöntfchaft deſt eygenlicher fehreiben möchten. alſo laffen wir ewr mweisheit willen, daz uns ein unfer guter freiönde botſchaft getan und verfehriben hat, auf ſölich mey— nung: daz unfer gnedig herren .. die furfurften zwo ftraffen für fich geno- men haben zu ziehen, die einen uber walt bey Künigemart ! hinein, die an- dern für den Ellimpogen hinein, und unfer gnedig herren .. die furfürften haben fi) am nehftvergangen pfincztag zu Eger erhaben zu ziehen, und fie28. Aug. meynten als am nehftwergangen funntag yenfeit walds zu ein ander zu ko—31. Aug. men?, ſich da zu unterreven und all fadhe für hand zu nemen. item unfer herren .. die furfurften haben ein offen markt zu Eger rüffen laffen, und daz man im lam zu Beheim meniklich tot ſlahen ſülle, awßgenomen finder, die iv vernunft niht haben, und daz man audy fein frawn in dem her mitfiiren nod) ziehen laſſen ſölle, und daz foft teror und ‚zubejorgen ſey, daz fie niht basfeyler werde. auch haben wir vernomen, daz eror ſoldner einr mit eiderm zewg gen Eger vollritten und nu widerumb zu ewch muͤg komen ſeyn, der etüch die und andre mer muntlich auch wol mag gejagt haben; denn wo wir eürer er- ſamkeit Tieb oder dienft ꝛc. datum feria 2* ipja die ſancti Egidij. 1. Sept.

(Brfb. Mr. 5. [XII] Bl. 1556.)

Alsbald mußte ver Rath bedacht fein, neue Hülfsquellen für die Ver- 35 pflegung feines Kriegsvolks zu eröffnen. Der in unferer Chronik genannte

1

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18. Urfpr. hieß es: d. ons onjer Lieber burger und ratgefelle Peter Volkmeir botfch, 8. 22. zu &g. über ver Zeile. 26. fülle corrig. ft. fülle. 30. muͤg corrig. fl. mag.

1. Königewart an den Nordabhängen Heer erft am 10. Sept. über bie böhmi- des Böhmermalbes, ſüdöſtlich von Eger. Ihe Grenze gegangen, vollkommen wider- 2. Durch Diefe Angaben wird Palac- legt. {y’8 (III, 2, 252) Annahme, als ſei das

Beilage I. 37

Geſchlechter Franz Rummel erſcheint als ver Ueberbringer einer Gelvfen- dung in dem folgenden Schreiben:

Petern Bollmeir x.

Fieber Peter, div haben unfer freunde Hanns Tucher und Ulrich Grunt— 5 herr! bey Franczen Rummel nehft etwievil gelts gejandt, al8 du nu wol ver: nommen macht haben ; und als du Hannſen Tucher verfchriben haft umb mer gelts zu Eger zu beftellen, darumb wellen wir uns gern erfarn, ob man das alfo da finden und beftellen mug, und darnach unfern fleiſs darezu tun, als ſich gebuͤrt. auch begern wir, daz Du Did) weder min noch bottenlon verdriej- 10 fen lafjeft und uns oft fchreibeft, wie fich die lewffe machen, wan uns des ein notdurft zu wiffen ift. datum ſub figillo magiſtricivium ſabato ante nativi= tatis Marie. (a. a. O. Bl. 1574.) Trotz der hier ausgeſprochenen Mahnung mußte, wie es ſcheint, der 15 Rath noch länger auf ein weiteres Schreiben von dem Hauptmanne feiner Truppen warten, denn in einem Briefe vom 10. September (a. Brfb. BI. 157*) wird Peter VBoldamer neuerlich und fehr dringend aufgefordert, bald Nachricht Über ven Stand der Dinge zu geben. In dieſem Schreiben wird auch ſchon der Fall eines Rückzugs des Heeres in Betracht gezogen:

20 Auch hab im finn: wenn ſich das her einsmals wider herauß zu land wenten wurd, daz du denn deinen fleiſs tueft alfvere du macht, daz man ander ftraf8 denn für ung heim züg, des man vor als vaft auf ung gelegen und für uns hin-geczogen ift’. |

Am 11. September find die Nachrichten aus dem Heere endlich einge-

25 troffen. Wir kennen den lebhaften und intereffanten Bericht Volckamer's aus

der Mittheilung des Raths an Ulm:

Den von Ulme.

Lieben frewnde, al8 ir uns verjchriben und von wechjel® wegen ven

ewern in das her zu beftellen gebetten habt ze das haben wir wol vernomen. zo. nu heiten wir won unfer ſelbs wegen nu langjt gern gelt in ſölicher form bet uns verwechſelt, den unfern in das her zu antworten, fo haben wir des bei ung niht mugen finden, doch haben wir umb ewern willen unfern fleiſs getan und noch bas darnad) fragen laſſen, und fönnen des zu difen zeiten bey uns niht finden noch ervorſchen. da mag fid) erir frewntſchaft wol nad) richten. 35 und als iv und gebetten habt von der lemff wegen von Beheim herawß x laffen wir eror weisheit-wiffen, Daz uns von einem unferm guten frewnd? auf

31. nah: antw. ein ausgeftrich.: beftellt. 35. nach une ein ausgeftrich.: aber.

1. Die beiden Lofunger von den Ge- 2. Ohne Zweifel eben Peter Bolda- ſchlechtern. Allgem. Nechnungsber. v. mer. Bal. Die Bar. zu 3. 18 auf ber 27. Febr. 14121 im Jahresreg. II, BI. 103. vorigen Seite.

6. Sept.

-

®

40 II. Endres Tucher.

Peter Volckamer wird unter gleichem Datum der Empfang ſeiner Briefe vom 13., 14. und 15. September beſtätigt und dabei bemerkt, daß der Rath weitere 2 Wagen Weins, 'nemlich 5 vaſs, ver find 11% guter ellſeſſer, die 3 franfen gemeiner ſpeiswein', gefauft babe, die er ihm nad) Eger ſenden werde

s (a. a. D. Bl. 160°); am 26. September werden ihm zu den ſchon ge- fandten 4 neuerdings 4 Wagen Weins verſprochen!, dann wird der Haupt- mann belobt, daß er das Begehren der Fürſten nach Pulver in guter Form abzufchlagen gewußt, er möge gelegentlicdy vorbringen, daß man in Meißen noch Pulver kaufen könne (a. a. DO. BI. 162°). Am Ende diefes und eines

10 folgenden Schreibens vom 6. Oftober (a. a. O. BI. 163") erhält Bolda- mer Die Nachricht, daß der Krieg um Nürnberg feinen Yortgang nehme und daß Die Fürften die Belagerung von (Hilpolt-) Stein begonnen haben. Es war die nad) einer abermals fehlgefchlagenen Vergleichshandlung neu ent: brannte Fehde zwifchen Markgraf Friedrich und Herzog Ludwig von Bayern⸗

15 Ingolftadt. (Vgl. Minutoli, Kurf. Friedrich ©. 167.)

Ueber ven Rüdzug des Kreuzheeres erhalten wir durch ein Rathsſchrei— ben an Straßburg genauere Auskunft:

Den von Strassburg.

Lieben frewnde, uns hat diſer gegenmwertig eibr bott fürbracht, wie er 20 bey 4 meiln wegs enhalben unfrer fat nivergeworffen und im brief und et- Lich fein hab genomen ſey worven, und hat uns dorauf gepetten, ob wir icht nıer von dem her von Beheim hetten, daz wir das eürer weisheit verfchrei- ben wölten. alfo tum wir eiörer fürfichtifeit zu willen in guter freiöntfchaft, daz ung auf dife zeit von unferm lieben burger und ratgefellen Petern Volk— 28 mer, der unfers zewgs und volf8 gen Beheim hawbtman ift, brief und Bot- ſchaft ift fomen?, ver uns verfchreibt, daz am nehftvergangen pfingztag ein 2. O0 ganzer aufpruch deſſelben hers vor der ftat Sacz geſchehen ift, und daz unfer gnedig herren .. die erczbiichof von Tryer und von Eöln und unfer und et- (id) ander volf am nehftvergangen junntag zu nacht des wege herheim zu zie= 5. O 30 hen bis zum Nadisfurt? enhalb Eger fomen fen; fo ziehe unfer gnediger herre ... ver pfallnggraf die andern ftraffe für Tachaw herauf heymmarts.

22. von Beh. über ver Zeile. 25. gen Beh. über ver Zeile. 27. deſſelben corrig. ft.: des. 30. zum core. fl.: gen.

1. In dem gleich anzufübrenden wie fidh aus einem dieſelben Angaben wie- Schreiben vom 6. Oftober wird Volcka- derholenden Schreiben an Kurfürft Frie- mer benachrichtigt, daß an diefem Tage drich vom 10. Oftober (a.a. O. Bl. 164b) 3 Wägen mit 9 Halbfaß Weins an ihn ergiebt. - abgegangen feien. 3. Robisfort an der Eger, unweit

2. Der Brief war am felben Tage Schladenwerth.

(9. Oktober) in Nürnberg eingetroffen, |

Beilage I. ' 39

fen, welche Meldung thaten, “wie es vor dem Chadan ergangen’ (Schreiben des Raths an Ulm von diefen Tage, ang. Bıfb. Bl. 159°), und ‘wie es anf dem perg zun Chutten ergangen und beteydingt fol fein’!. (Schreiben an den Kurfürften Friedrich vom felben Tage, dem aber im Briefb. Die mitge- 5 fandte Abfchrift des eingetroffenen Briefes nicht beigefchrieben ift, Bl. 159°.)

In dem bier folgenden Briefe an Augsburg wird Dann der Gang der fetten Ereigniffe im Zuſammenhange erzählt, mobei e8 zunächſt auffällt, daß unfere Berichte ziemlich deutlid, die Einnahme von Kadan und Fonmotau dem Hauptheere zujchreiben, währen man dieſelbe bisher allgemein dem 10 Meißniſchen Heere beilegte. Vgl. Aſchbach, Geh. Sigm. III, 134; Pa—

lacky, Geſch. v. B. III, 2, 252.

Den von Angspurg.

Lieben frewnde, als iv uns verfchriben und gebetten habt, ewrer weisheit zuverjchreiben, ob wir icht weften, wo man zu unſerm gnedigiften herren .., 15 dem römischen zc künig am nebften fomen oder in finden möcht ze das ha- ben wir wol vernomen. nu wifjen wir eiörer fürfichtifeit auf diſe zeit Fein engenfchaft davon zuverjchreiben, denn daz wir lantmansweife vernomen haben, daz derſelb unfer gnedigifter herre .. ver römiſch ꝛc kynig bey dreyen wochen zu Ofen oder zu der Plintenburg? ſülle gewefen fein. und als ix 20 uns verfchriben habt von der lewff wegen von Beheim herawß ꝛc, alfo laſſen wir eibr frewntſchaft willen, daz wir vernomen haben, Daz von den graben

gots den Huſſen etliche ſſoſs nemlih Ludnicz?, Maſchaw und die ftat Cadan

angewunnen und eingenomen und der Huſſen etwievil verprant find; jo ha— ben auch die Huffen die ftat Chomentaw* ſelbs aufßgeprant und find davon 25 gewichen; es jey im ber klemm umb prot und wein und ift im ber ein freyer marft berüft worben und daz fein fraw im her fein und nyemant ſpilen ſülle, und wir willen noch niht anders, denn daz das her ziwilchen dem Cadan und der flat Sat lige an der Eger, und man meynt, daz der Huflen vil zu Sat und diefe ftat etwas vet jey. fo füllen unfer bewren .. die marggrafen von 30 Meichfen auch zu veld fein mit ivem her vor einv ſtat ein meil von Prür?, und ift etwas red, ob die zwey her zuſammen rucken wellen. denn wo wir ewrer erſamkeit lieb oder dienſt ꝛc datum fabbato vigilia Mathei apoftoli.

(ang. Briefb. BI. 160°.)

23. vnd verprant am Rande.

1. Es waren Verhandlungen inner-

halb der huſſitiſchen Parteien, Die zu Kut- tenberg gepflogen wurben, und (am 1. September) zu ben Reſultate führten, daß man dem Großfürften Alerander Wi- told non Litthauen Die böhmiſche Könige- frone anzubieten beſchloß. Vgl. Palacky, Geſch. v. Böhm. III, 2, 258.

27. noch' über ver Zeile.

spem’ über der Zeile.

2. Ungar. Visegräd, eine ber bebeu- tendften Burgen der ungariichen Könige, auf hohem und fteilem Felſen an ber Do- nau unterhalb Gran gelegen.

3.Wohl Luditz an ber Schnella.

4. Kommotau.

5. Ohne Zweifel ift bier Bilin ge⸗

meint. Bol. Palacky a. a. O. III, 2, 252.

20. Sept.

-

ll.

Die Uebertragung der Reichskleinodien und Reichsheiligthümer nach Nürnberg im 3. 1424. (Bgl. Memorial S. 12 und Chronik bis 1434 (1441), 8b. I, ©. 371.)

5 Welche Bedeutung man von Seite der Stadt dem von König Sigmund ihr gewährten Ehrenrechte, die Infignien des Reichs innerhalb ihrer Mauern zu bewahren, beilegte, erhellt hinreichend aus den mancherlei dem 15. Jahrh. angehörenden Aufzeichnungen, welche wir über dieſen auch in neuerey Zeit vielbehanvelten! Gegenftand befigen.

10. Wir begnügen ung hier, zwei noch ungevrudte Berichte vorzulegen, welche zu den Angaben der vorliegenden und der im I. Bande abgedrudten Chronik aus K. Sigmund’s Zeit in näherer Beziehung ftehen.

Der erfte derjelben ift eine kurze Erzählung der Ueberbringung ver Klei- node, welche der zweite der beiden vom Nürnberger Rathe zu ihrer Empfang-

15 nahme nad) Ungarn abgefandten Bürger, Jörg Pfinging, feiner im I. 1445 befchriebenen Reife nad) Paläftina, wie zufällig, anreihte. Wir haben fie ın der Originalaufzeihnung des Berfafferd vorliegen.

Der zweite der Stadtrehnung entnommene Bericht, ftellt die jehr be- trächtlichen Koften, welche diefe Angelegenheit der Stadt verurſachte, über:

20, ſichtlich zuſammen und vervollftändigt fo die ſchon aus den von Murr mit- getheilten Urkunden befannten Daten.

(1) Jörg Pfingings Beridt von der Uebertragung.

(Stabtbiblioth. zu Nürnberg. Schwarz No. 299. Pergament-Handſchr. des J. 1445 in duodec. Bl. 58b u. 59a.)

25 Item ich Jorg Pfinging zoch mit dem Sigmunt Stromer gen Offen, und der aller durchleüchtigiſter Fünig Sigmund gab uns das groß heiligtum:

Bei weiten am wichtigften unter Literatur, dann feine Bejchreibung u. der veihhaktigen Literatur über Die Reichs⸗ Geſch. der Reichskleinodien im XIV.,XV. Heinodien find für die bier in Betraht und XVI. Theil derſelben Sammlung, fommenben Partien Ch. ©. v. Murr's womit bie betreffenden Abfchnitte in den Publicationen: vor Allem das Diploma- jpäter erjhienenen Merkwärbigkeiten der tarium lipsano-klinodiograph. im XII. —* ag | 2. Aufl. 1801) zu Bande des Journals zur Kunſtgeſch. u. vergleichen ſind.

.O

Beilage II. 43 das |per und das heylig Freidcz und ander heiltums vil, das zu dem Newen ſpital ift!. das proht wir gen Nitremberg am mitwwoch den nedften tag noch ſant Benedicten tag in der faſten als man zelt taufent vierhundert und ym 24 iar. und das het mein vater Sebolt Pfinging? der worben und pleib auch in aller der moß da pey dem prieff ald in mein vater het aus proht? und als der flat prieff noch jnnen helt*. und auf ven felben tag feirt yder man und man tet das loch und die türn" auff und ließ all gevangen ledig. und man fürt es gen dem Neiven fpital und ging all prifterfchaft in Nürem- berg mit, und Sigmund Stromer und ich Jörg Pfingzing riten noch dem wagen und die foben alt® gingen an dem wagen und ber rat aller ging nach

dem wagen und dar nad) all purger und all framen zc.?

317, 9. 6).

(2) Daz aufgegeben von des heiligtumbs wegen.

Es ift zewiſſen, daz am mitwochen vor unſer lieben frawen tag an⸗ nuncciacionis czu latein in der vaften anno 14240 daz wirdig heiligtumb her gen Nüremberg kam und daz unſer aller gnedigiſter herre her Sigmund rö— miſcher, zu Ungern und zu Beheim ꝛc künige dem rat eingab und empfalch nach lawt und ſag ſeiner kuͤnigklichen maieſtat brief darüber gegeben®. und darauff iſt gegangen von dem vorgenanten tag bis her, mitnamen: daz Sig:

15. all. gned. auf radirter Stelle.

. Dort wurden die Reichskleinodien ſeit Nr bi8 zur Aufldfung des Reichs verwahrt.

2. Bgl. über dieſen engefebenen Bi Bür- ger 8b. 1, ©. 86, 377, 378 u. 380. Er

nedig machen jollte verbreitet ſich us ein Rathejchreiben im Brfb. Nr. 6

42b. Mit Geſandtſchaften Gefenberg ſolchen an den königlichen Hof wurde Sebald Pfinting, wie ſich aus den Stabt-

war zur Zeit, von ber hier die Rebe ift, einer der 3 oberften Hauptleute (vgl. oben S. 12. A. 5). Daß er vom Könige bie Uebertragung der Reichsheiligthümer aus- gewirft habe, behauptet auch das von jei- nem gleichnamigen Urenfel abgefaßte Ge- der Pfintzing (Nbg. Stabt- bibl. Schwarz. fol. 336; vgl. Bd.

Beftätigt wird bie Ansabr duch folgende Stelle der Stadtrechnung (November 1423): Es koſtt die fart, Die Sebolt Pfinting it gen Ofen ezu unferm gnebigiften herren dem romiſchen kunige Sigmunden, und bey 11 wochen außen was getveien , von etlicher heimli- her ſache wegen, als die der rat wol waiß, und darczu von Venediger fart bie derſelb unfer herre der rö⸗ mifch fünige verboten bet, daz er daz mit im abteug, 263 2. und 67% ß bir und

daz mit botenlon Darauf gegangen was’.

(Sahresregift. II, Bl. 1866.) Ueber ben legteren Punkt die Borftellungen, weiche Pfinting gegen bie von Sigmund anbefohlene Sperre der Strafe nad) Be-

rechnungen ergiebt, ziemlich häufig hetraut.

hne Zweifel iſt hier die Urk. K.

Sigmund's d. d. Ofen, 29. Sept. 1423

gemeint, die fich bei Murr, Journal XL, ©. 16 fi. abgedruckt findet.

4. Vielleicht ift damit auf bie zweite von König Sigmund in Betreff der Ueber⸗ gabe auögente te Urkunde Bezug genom- men: d. d. Ofen, 9. Febr. 1424. Abge⸗ druckt bei Murr, Journal XII, ©. 86 ff.

5. Schon im vorangegangenen Jahr- hunderte finden wir die Benutzung von (Stadt-)T Thürmen u Gefängniffen nad- Gemielen.: ürnb Poligeiorbirungen (ber- ausg. von 3. Baader, Stuttg. 1861) ©. 15, vgl. Ulm. Stromer Bd. I, S. 79, 20, ©. 273,7.

Bol. oben

6. Die 7 Eltern Herrn. &. 12,9. 5. 7. Bl. außer dem Memorial Die Be- —* des Einzugs nach dem, Hei⸗ lgthume uche “Bei Murr, Journal, XU, 5 Bi oben X. 3 und 4.

22. März.

22. Mär;.

N

44 . III. Endres Tucher.

mund Stromeit und Görg Pfintzing vergzert beten gen Ofen zu unferm gne= digiften herren dem römiſchen fünig Sigmund als er in daz heiligtumb ant- wurtt, und auch mit den 1.000 guld. unger., die fie in die kantzley umb ei- nen brief über daz wirdig heiligtumb geben heten!; und daz Peter Bold- s nteir darnach vergzert het am den Rein zu unfern herren den furfürften, als man in czu wifjen tet, daz daſſelbe wirdig heiligtumb berfumen was; und daz die zatgung defjelben heiligtumb8 gefoftet het als man daz am erften hie zat= get; und daz Paulus Vörchtell und Ulrich Ortlieb darnach auch verezert het ten zu unferm gnedigiften herren dem römifchen fünige Sigmunden, betbrief 10 von im aufzebringen gen unſerm geiftlichen vater dem babft? und an unfer herren die fürfurften?, und daz fie aber umb einen brief geben. beten in dic kantzley über daz wirdig heiligtumb *; und daz auch fuft mit andern botfcheff- ten, zerung und allen anvern ſachen, Daz Die egenante zeit darauff gegangen was bis auf diſen heitigen tag, 2941 /Z, und 1%, ß hllr, on die zerung, die 15 her Cunrad Kunhofer yetzo zu Rome tut, und daz er von der gnaden und aplaß wegen aufgeben wirt, daz in Die egenante rechnung nicht begriffen ift, und daz darumb der egenante her Cunrad Kunhofer außen und nicht herhaim fumen was. und bey der rechnung ift gewejen von des rats wegen her Se: bolt Pfinging und her Steffan Coler. actum fabbato in die Mathie apoftolt2..s: 20 anno 1425 °. (Sahresregifter II. BI. 227=.)

Ueber die ferneren Koften, welche dieſe Sache der Stadt bereitete, er: folgte im Herbfte des zulegt genannten Jahres eine zweite Rechnungsablage:

Daz aufgeben zu dem wirdigen heiligtum.

28 Es iſt zu wiſſen, daz aber auf daz wirdig heiligen reichs heiligtumb ge— gangen iſt ſider der nechſten rechnung, die von deſſelben wirdigen heiligtumbs wegen geſchach ſabbato in die Mathie apoſtoli in der vaſten anno 1425 °, untz auf diſen hewtigen tag, des erſten, daz die fart koſtt, die her Cunrad Kun— hofer tet gen Rom zu unſerm geiſtlichen vater dem babſt Martinum, als man

30 in von rats wegen hinein geſchickt het® und bey drein vierteil jars außen was gewejen, und do er mit demſelben unferm geiftlichen vater außtrug, daz des heiligen reichs wirdig heiligtum ewigklichen hie bey der ftat beleiben folt, und

- auch etwiernil aplaß darczu außbracht und erworben hat, und den unfer geift-

25. heiligen auf radirter Stelle.

1. Die Onittung hierüber, von Kas— par Schlid ausgeftellt und vom 8. März ] 12 batirt, fteht bei Murr, Journ. XII,

2. Schreiben Sigmund’s an Pabft Martin V. d.d. Ofen, 9. Juni 1424 bei Murr, Journ. XII, ©. 101; vgl. ebenda bie Notiz aus dem Heiligthumbuche auf

3. Bon fetsteren finden fich feine Be- ftätigungsbriefe vor.

4. Beſtati gungebrie Sigmund’s als König von Böhmen und Kurfürft, d. d. Ofen, 2. Juni 1424 bei Murr a. a. O. S. 98, wobei ebenfalld die Dort worherge- hende Notiz zu vergleichen ift.

5. Mit des kunigs fürbrungbrief und einem “demütigem bettbrief” bes Raths. Vgl. die Notiz aus dem Heilig- umbuche bei Murr a. a. O. S. 103

nm.

Beilage II.

43

das fper und das heylig kreibcz und ander heiltums vil, da zu dem Newen ſpital iſt!. das proht wir gen Nüremberg am mittwoch den nechften tag noch fant Benedieten tag in der faften als man zelt taufent vierhundert und ym 24 iar. und das bet mein vater Sebolt Pfingzing? der worben und pleib s auch in aller der moß da pey dem prieff als in mein vater het aus proht® und als der flat prieff noch unnen helt“. und auf ven felben tag feirt yder man und man tet das loch umd die türn® auff und ließ all gewangen ledig. und man fürt ed gen dem Neüen fpital und ging all prifterichaft in Nürem— berg mit, und Sigmund Stromer und ih Jörg Pfinczing riten noch dem 10 wagen und die ſyben alt® gingen an dem wagen und ber rat aller ging nad) dem wagen und dar nad) all purger und all frawen 2c. ?

(2) Daz aufzegeben von des heiligtumbs wegen.

Es ift zewiſſen, daz am mitwochen vor unfer lieben frawen tag an⸗ nuncciacionis czu Latein in der vaften anno 1424° daz wirdig heiligtumb her 15 gen Nüremberg fam und daz unfer aller gnedigifter herre her Sigmund rö— mifcher, zu Ungern und zu Beheim ꝛc fünige dem rat eingab und empfald nad) lawt und fag feiner kuͤnigklichen maieftat brief dariiber gegeben®. und darauff ift gegangen von dem worgenanten tag bis her, mitnamen: day Sig:

15. all. gned. auf rabirter Stelle,

1. Dort wurden die Reichskleinodien ſeit 1424 bis zur Auflöfung des Reichs verwahrt.

2. Bgl. über diefen augeſehenen Bür- ger Bd. I, ©. 86, 377, 378 u. 380. Er war zur Zeit, von der hier die Rebe ift, einer der 3 oberften Hauptleute (vgl. oben ©. 12.9.5). Daß er vom Könige die Uebertragung der Reichsheiligthüͤmer auo⸗ gewirkt babe, behauptet auch das vor fei- nem gleichnamigen Urenfel abgefaßte Ge- ſchlechtsbuch der Pfintzing (Nbg. Stadt- bibl. Schwarz. fol. 336; d. I, 377, 4.6). Beflätigt wird Die Angabe durch folgende Stelle der Stabtrehnung (November 1423): Es koſtt die fart, bie Sebolt Pfintzing tet gen Ofen czu unferm gnebigiften herren dem romifchen kunige Sigmunbden, und bey 11 wochen außen was geweſen, von etlicher heimli— her ſache wegen, als Die der rat wol waiß, und darezu won Venediger fart wegen, Die berjelb unfer berre der rö⸗ mifch fünige verboten bet, daz er daz mit im abteug, 263 ©. und 6%, R bllr und daz mit botenlon darauf gegangen was'. (Sahresregift. TI, Bi. 186%.) Ueber ben legteren Punkt die Borftellungen, welche Pfinting gegen die von Sigmund anbefohlene Sperre der Straße nach Be-

nebi machen jollte verbreitet ſich auch ein Rathejchreiben im Brfb. Nr. 6. I. 42b, Mit Gejandtichaften befonbers ſolchen an ben königlichen Hof wurbe Sebald Pfinting, wie fi) aus den Stabt- rechnungen ergiebt, ziemlich häufig hetraut.

3. Ohne Zweifel iſt hier die Urk. K. Sigmund's d. d. Ofen, 29. Sept. 1423 gemeint, die fich bei Murr, Journal XL, ©. 16 ff. abgebrudt findet.

4. Vielleicht ift damit auf Die zweite von König Sigmund in Betreff der Ueber⸗ gabe audgeftellte Urkunde Bezug genem- men: d. d. Ofen, 9. Febr. 1424. Abge- drudt bei Murr, Journal XU, ©. 86 ff.

5. Schon im vorangegangenen Sahr- hunderte finden wir die Benutzung von (Stabt-) Thürmen zu Gefängnifjen nach⸗ gewiejen: Nürnb. Potigeiorhnungen (ber- audg. von 3. Baader, Stuttg. 1861) ©. 15, vgl. Ulm. Stromer Bd. I, &. 79, 20, ©. 273,7.

6. Die 7 Eltern Herrn. Vgl. oben &. 12,9. 5.

7. Bgl. außer dem Memorial bie Be⸗ Icheibung bes Einzugs nad ben Hei⸗ ligthumsbuche“ bei Murr, Journal, ZU, S. 81, 82.

8. Vgl. oben X. 3 und 4.

22. März.

Mär;.

IM.

Feldzug gegen die Huffiten im J. 1427. | (Bgl. ©. 15 und 16.)

Ueber den Antheil, welchen Nürnberg an den mit fo großem Kraft—

s aufwande ins Werk gefegten und fo fchmählich endenven Feldzuge des Jah— re8 1427, deſſen Hauptmomente unfer Chronift in furzen, aber durch ihre Genauigkeit und Offenheit befonvers lehrreichen Worten vorfährt, nahm, . hat fid) in ver Stadtrechnung ein ausführlicherer, dem in Beilage I. zum Jahre 1421 gegebenen durchaus ähnlicher Bericht erhalten. Wir theilen denfelben

10 hier mit, einige Rathsfchreiben ihm anreihend, deren Wichtigfeit für die Kennt- niß jener gerade durch ihren unglüdlichen Verlauf für die weitere Entwid-

(ung der Reichsverfaſſung beveutfam

leicht erhellt.

gewordenen Friegerifhen Ereignifle

Städtiſcher Rechnungsbericht.

15 WMechnungsb. Nr. 7 im Nürnb. au dom S 1427. Bl. 46%. S$ahresregift. II, Bl. 3538,

Es ift zu wiflen, als unfer herren die fürfurften zu Franckfurt eins ge- meynen zugs überein wurden gen Beheim wider die Huffen in der nechften

vergangen vaſtenmeße!, auf fant Beter und fant Paulus tag umb Eger ze9.

20 fein?, und als fie da in das velt fomen: der cardinal von-Engellant unfers heiligen vater Des pabſts legat?, ver von Tryer, Bamberg, Wirkburg, Auge-

19. vmb corr. ſt. gen.

1. Die kurfürſtlichen Ausſchreiben bei Guden, cod. dipl. IV, 158 und bei Eberh. Winded (Menden 8. 150. Sp. 1198 1200) find vom 27. April und 4. Mai Datirt.

2. Die eben angezogenen Ausjchrei- ben, ſowie der Anfchlag (bei Windel Sp. 1192) nennen die Geegnd um Nürnberg als Hauptiamntelplag. Und wie fich aus

N

dem unten (Nr. 2) mitgetheilten Schrei- ben bes Nürnberger Raths an den Gra- fen Johann won Lupfen ergiebt, wandte fih aud nur ein Theil des Weſtheeres nach Eger.

3. Vgl. über ihn und Die Zeit feines Abgangs zum Heere die Chronik bis 1434 1441), 8b. I, 373, 442 f., und das un- ten (unter Nr. 3, mitgetheilte Schreiben.

Beilage II. | 47

purg, Speir, bifchoffe, und ein bifchoff von Frankenreich!, des von Eyſtet vold, marfgraf Fridrid) von Brandemburg, der jung hertzog von Sachſen?, bertog Heinrich, herkog Johanns berkog Ott von Beyern?, und des von Wirttemberg ret und dienert, und die reichftete von Swaben, Regenfpurg,

5 Rotemburg, Wynnsheim und Weifjemburg; und nad dem aufpruch des here zu dreyen malen manung an uns geſchach won den fürften unfern nach— pawren als von widerumb ziehens wegen, Tachaw zu repten®; und alfo het= ten wir da hern Wygeleis vom Wolfftein und Seien Gewder? ® haubtleint, mit 68 pferden, unſerer diener gevaifiger pferd; und 31 pferde und zwen ‚© wegen von unfern burgern die auf ir jelb8 zawm zugen, ven man die foftt gab”; 24 fehugzen auf vier wegen; da furt man mit ein große püchſen, die ſchoß einen zentner, 6 karren püchfen, 200 und 60 hantpüchſen, 12 tarraß- püchſen, 400 kugeln' darczu, vier tunnen pulfers, zweliftamfent pfeil, ſechs⸗ hundert fewrpfeil®; ſo waren der wegen aller vie den zewg und alle ander

> dind furten 22, die hetten 94 pferd; und auch daz Paulus Vörchtelꝰ auf: geben bett für die groß mettel püchjen, vie man gießen ließ und die in Dem velde zebrach, und ein feherm plichfen zemachen, bey 30 wegen zu zefertigen '°;

5. außforuch Iahresreg. 17. fchermpüchfen hat das Jahresreg., führempuchien das Rech⸗

nungsb. Zwifchen vem folgenven zefertigen' und ‘und auch’ ſtand: fo was daz ber zewg darauff 200 Hantpuchfen was dann vurchftrichen iſt. Ganz ebenfo im Jahresreg.

1. Damit ift ohne Zweifel der im wähnten, zur Rettung Tachau's abge-

Schreiben an Köln (unten Wr. 3) genannte Biihof von Beſangon gemeint. Im Schentbuche aus diefen Jahren (Nbg. U. 490. Bl. 45°) findet ſich bemerkt: “Pro- pinavimus dem bijchoff von Biſnitz au Frankenreich 12 gT., um. 122.10 8 bllr’; ebenda beißt fpäter berfelbe: biſchoff von Pyſentz' (BL. A6b).

2. Friederich, der älteſte Sohn Kur- fürft Friederich des Streitbaren, welcher von Deeißen ber in Böhmen eindrang. Dt. Palady, Geh. von Böhm. II,

‚413. "

3. Herzog Heinrih von Bayern⸗ Landshut; Pfalzgraf Johann von Neu- markt und Otto von Mosbach.

4. Wer diefe waren, erhellt aus fol- gender Stelle des Schenkbuches (Nbg.

Arch. 490. Bl. 456): Propinavimus bern

Jacoben Truchjeh von Walpurg und von Ballfee genant, und hern Exrharten von Gundelfingen, und graf Hannfen von Werdenberg, und dem von Stadian ritter, den Wolff von Zollr ritter, dem Berftolt) von Rehberg ritter, ftathalter des jungen von Wirtemberg 30.qT., ſumma 3 und 15 ß bir.

5. Vgl. die unter Nr. 4 u. 5 mitge- theilten Schreiben vom 3. u. 9. Auguft. Ohne Zweifel ift bier auf bie bort er-

ſchickten Verſtärkungen Bezug genommen, doch find fie in der folgenden Aufzählung der ausgeſandten Kriegsleute nicht mit inbegriffen, offenbar weil fie den Kriegs- Ihauplat nicht mehr erreichen konnten. Wie fich aus dem Schreiben an Ulm vom 14. Auguft ergicht, langte das (gefammte) Nürnbergiſche Kriegsvolk bereits am 13. Auguft wieder in der Stadt ar. 6. Er ericheint in dieſem Say unter den Jüngeren Bürgermeiftern (Rechngsb. Nr. 7. Bl. 50).

7. Es werben bier die Sölbner und die Bürger, welche die Koften ihrer Aus- rüſtung jelbft- trugen und von Seite ber Stadt nur verpflegt wurden, unterfchieben.

8. Zahl und Belchaffenheit ver bier aufgeführten von der Stadt geftellten Ge⸗ ſchuütze ftimmt nur theilweife zu dem An- ſchlage bei Datt de pace publ. p. 165, was Droyien’s Anficht, daß jemed Acten- ftüd nur der im Frühling 1427 gemachte Eutwurf einer lex castrensis ſei, beftä- ° tot. Bol. Sitzungsber. ver k. ſächſ. Ge- jellich. der Wiſſenſch. 1855. ©. 156.

9. Pant Bördhtel war vom 16. Juli bis 13. Auguft al8 älterer Bürgermeifter im Amte. Vgl. das Schreiben an Peter Boldamer vom 9. Aug. Nr. 5).

10. Sie wurden nad dem Zuge jo-

48 | IN. Endres Zucker.

und auch daz bey eyngigen darauff gegangen was vor und nad) dem zuge mit

warnung, kuntſchaft im daz ber und darauf, und mit des cardinals brie-

fen bin zefertigen: daz machet alle® an der fumm 3224 17 ß umd

10 bür. und bey ver rechnung ift gewefen von des rats wegen her Peter 5 Boldmeyr und ber Steffan Goler.

(1) Den von Augspurg.

Lieben freiunde, als ir uns verfchriben und gebetten habt eiürer weisheit zuverjchreiben von des zug8 wegen yeczunt gen Beheim ꝛc, Das haben mir wol vernomen und laffen eiör fürfichtifeit willen, daz unfer gnediger herre

10 hertzog Ott von Peyern auf geftern herauf zu uns fomen ift und unſers gne digen herren ... des pfallncagrafen, ſeins bruders, und fein volk von ftund nad) im her zerbht. fo wirbt unfer herre .. der biſchof von Speyr auf heit zu ung fomen und ift fein wolf in der gnöhe bey unſer flat. jo fombt un⸗ jer gnediger herre ... der ergbifchof von Tryer mit feinem volk auf heynt gen

15 der Newnſtat', fünf meil von unfer ftat, und verſehenlich auf morgen zu une. alfo daz wir unfers teils niht anders wifjen noch hören, denn daz der zug für fid) gee. denn wo wir evrer erfamfeit lieb oder dienft zc. datum domi- nica Petri et Pauli apoftolorum. m.

(Briefb. Nr. 7. [XV.] Bl. 1856— 186%.)

20 (2) Hern Johannſen grafen zu Lupfen, lantgrafen zu Stu- lingen und herren zu Hohenad*.

Gnediger herre, als uns etwr gnade verfchriben und gebetten hat, eivern gnaden zuverjchreiben, wo ſich unfer herren die fünften, herren, ritter, knecht, ftette und die härfche, Die denn yetzunt gen Beheim ben uns fürcziehen, hin

25 richten 2c. da8 haben wir wol vernomen, und laflen erKr gnade willen, daz Jülich unfer gnedig herren die fürften, herren, der ftett und ander volfe, die denn yeczunt bet) und alfo fürgeezogen ſeyn, einsteil® auf Eger und einsteilẽ auf Tachaw zu ziehen, als der gegenwertig eiör diener die dink bey und wol erfarn hat und eiören gnaden muͤntlich engentlicher erczelen mag. denn mo

30 wir elüren gnaden lieb oder dienft ꝛc. datum feria 4* ante Margarete. _-

(a. 0. DO. 31. 188°-b,)

(3) Den von Coͤln.

Erfamen herren und befunver lieben frewnde,. als ir uns verfchriben und gebetten habt, eiörer weifheit zuverjchreiben von der gelegenheit unjer 35 herren .. der fürften und des hers, die umb des heiligen criften glawben

gleich wieber in Stand gefeßt. BI. 506° 9 (corr. ft. 8) hllr, die Paulus Vorchtel des angef. Rechnungsbuches (u. Yahres- [geben bet] Die wegen recht zefertigen als reg. II, Bl. 356b) findet fih (un er ben bie vom ber Mies herwider haim fomen’. Ausgaben vom Monat Slonemnber) einge. 1. Neuftabt a. d. Aiſch.

tragen: ‘Item dedimus 1 4, 9 ß und 2. Er war des Königs Hofrichter.

Beilage I. 47

purg, Speir, bifchoffe, und ein bifchoff von Frankenreich!, des von Eyſtet vold, markgraf Fridrih von Brandemburg, der jung hergog von Sachfen ?, bergog Heinrich hertzog Johanns hergog Ott von Benern?, und des von Wirttemberg ret und diener*, und die reichitete von Swaben, Regenſpurg, 5 Rotemburg, Wynnsheim und Weiſſemburg; und nach dent aufpruch des hers zu dreyen malen manung an und gefchady von den fürften unfern nad pawren als von widerumb zieheng wegen, Tachaw zu redten?; und alfo het⸗ ten wir da hern Wygeleis vom Wolfſtein und Seitzen Gewder? haubtlewt, mit 68 pferven, unferer diener geraifiger pferd, und 31 pferde und zwen 10 wegen von unſern burgern die auf ir ſelbs zawm zugen, ben man die foftt gab’; 24 ſchutzzen auf vier wegen; da furt man mit ein große püchfen, die Ihoß einen zentnex, 6 karren püchſen, 200 und 60 hantpüchſen, 12 tarraf- püchfen, 400 fugeln'darczu, vier tunnen pulferd, zweliftawſent pfeil, ſechs⸗ hundert fewrpfeilꝰ; fo waren dev wegen aller tie ven zewg und alle ander 1 dind furten 22, die heiten 94 pferd; und auch daz Paulus Bördtel? auß⸗ geben hett für die groß mettel püchſen, die man gießen ließ und die in dem velde zebrach, und ein fcherm püchſen zemachen, bey 30 wegen zu zefertigen '';

5. außſpruch Jahresreg.

17. ſchermpüchſen hat das Jahresreg., ſchrempuchſen das Rech⸗

nungsb. Zwiſchen dem folgenden zefertigen' und vnd auch’ ſtand: fo mas daz ver zewg darauff 200 hantpuchſen was dann durchſtrichen iſt. Ganz ebenſo im Jahresreg.

Damit iſt ohne Zweifel der im Scräben an Köln (unten Nr. 3) genannte Bifchof von Bejancon gemeint. an Schenkbuche aus diefen Jahren (Mög. U 490. Bl. 45°) findet ſich bemerft: Bro- pinabimus dem biſchoff von Biſnitz au Frankenreich 12 qT., ſum. 182.10 ß hir’ ebenda beiß Ipäter derſelbe: biſchoff von Point, (81. A6b).

2. Friederich, der älteſte Sohn Kur⸗ fürft Friederich bes Streitbaren, welcher von Meißen her in Böhmen —* p34 Palacky, Geſch. von Böhm. II

3. Herzog Heinrich von Bayern⸗ Landshut; Pfalzgraf Johann von Neu⸗ markt und Otto von Mosb ach.

4. Wer Diefe waren, erhellt aus fol- gender Stelle des Schentbuches Nbg. Arch. 490. Bl. 456): Propinavimus hern Jacoben Truchſeß von Walpurg und von Wallſee genant, und hern Erharten von Gundelfingen, und graf SHannjen von Werbeuberg, und dem von Stadian ritter, dem Wolff von Zollr ritter, dem Berltolt) von Rehberg ritter, ftathalter Des jungen a Hat, ſumma 3 und 15

5. VBgl. die unter Ar. 4 u. 5 mitge⸗ theilten Schreiben vom 9. u. 9. Auguft. Ohne Zweifel ift bier auf bie Dort er-

wähnten, zur Rettung Tachau's abge- ſchickten Berftärkungen Bezug genommen, doch find fie in der folgenden Aufzählung ber ausgeſandten Kriegsleute mit inbegriffen, offenbar weil ſie den Kriegs⸗ —8 wicht mehr erreichen Tonnten. ie fi) aus dem Schreiben an Ulm vom 14. Auguft ergicht, Tangte das (geſammte) KRürnbergiiche Kriegsvolk bereits am 13. Auguft wieder in der Stabt an. 6. Er erſcheint in dieſem Seh unter ben 1.8) Bürgermeiltern (Rechngsb.

Es werben bier die Söldner und die Bürger, welche bie Koften ihrer Aus- rüſtuug felbſi trugen und von Seite ber Stabt nur verpflegt wurben, unterfchieben.

ahl und Beſchaffenheit der bier auf en rten von der Stadt geftellten Ge- fchiike flimmt nur theilweife zu dem An- lage bei Datt de pace publ. p. 165, was Droyſen's Anficht, daß jenes Acten- ftüd nur der im Frühling 1427 gemachte Gutwurf einer lex castrensis jet, beftä- - tot. Bgl. Situngsber. ver k. ſächſ. Ge- je Fi * zellenien 1855. ©. 156. at Vörchtel war vom 16. Juli bis 15. —* als älterer Bürgermeiſter im Amte. Bgl. das Schreiben ar Peter Boldamer vom 9. Aug. Wr. 5). 10. Sie wurden nad dem Zuge ſo⸗

48 ' II. Enbres Tucker.

und auch daz bey eyntzigen darauff gegangen was vor und nach dem zuge init

warnung, kuntſchaft im daz her und darauf, und mit des cardinals brie-

fen bin zefertigen: daz machet alle® an der fumm 3224 @%£ 17 ß und

10 hllr. und bey der rechnung ift gewejen von des rats wegen her Peter 5 Boldmeyr und her Steffan Eoler. Ä

(1) Den von Augspurg.

Lieben frewnde, als ir ung verfchriben und gebetten habt eiörer weisheit zuverfchreiben von des zugs wegen yeczunt gen Beheim ꝛc., das haben wir wol vernomen und lajjen eür fuͤrſichtikeit wiſſen, daz unfer gnediger herre

10 hertzog Ott von Peyern auf geſtern herauf zu uns komen ift und unſers gne— digen herren ... des pfallnczgrafen, ſeins bruders, und fein vol von ftund nach im ber zeoht. fo wirdt unfer herre .. ver bifchof von Speyr auf heüt

zu und fomen und ift fein volf in der gnehe bey unfer flat. ſo kombt un=-

jer gnediger herre ... der ergbifchof von Tryer mit feinem volf auf heynt gen 15 der Neronftat”, fünf meil von unfer ftat, und verfehenlich auf morgen zu uns. alfo daz wir unfers teils niht anders wiſſen noch hören, denn daz der zug für fid) gee. denn wo wir erbrer erfamfeit lieb oder vienft 2c. datum domi— nica Petri et Bauli apoftolorum. (Brief. Nr. 7. [XV.] Bl. 1856—186=.)

20 (2) Hern Johannſen grafen zu 2upfen, lantgrafen zu Stu- lingen und herren zu Hobenad*.

Gnediger herre, als uns eror gnade verfchriben und gebetten hat, eibern gnaden zuverfchreiben, wo ſich unfer herren die fürften, herren, ritter, knecht, ftette und die härfche, die denn yegunt gen Beheim bey uns fürcziehen, bin

25 richten zc. das haben wir wol vernomen, und laffen eiwr gnade willen, daz

ſoöllich unfer gnedig herren die fürften, herren, der ftett und ander volfe, die denn yeczunt bei uns alfo fürgeczogen ſeyn, einsteild auf Eger und einsteils auf Tachaw zu ziehen, als ver gegenwertig eiör diener die dink bey und wol erfarn hat und ewren gnaden muͤntlich engentlicher erczelen mag. denn wo 30 wir eiören gnaden lieb oder dienft ꝛc. datum feria 4* ante Margarete. (a. a. O. 81. 189:-b,)

(3) Den von Coͤln.

Erfamen herren und befunver Tieben frewnde, als ir uns verfchriben und gebetten habt, eiürer weifheit zuverfchreiben von der gelegenheit unfer 35 herren .. der fürften und des here, die umb des heiligen criften glawben

gleich wieder in Stand gefet. BL. 506 9 (corr. ft. 8) hilr, die Paulus Vorchtel des angef. Rechnungsbuches (u. Jahres- [geben het] Die wegen recht zefertigen als reg. II, Bl. 356b) findet fi (unter ven Die von der Mies herwiber haim fomen’. Ausgaben vom Monat November) einge- 1. Neuftabt a. d. Aiſch.

tragen: ‘Item dedimus 1 2, 9 ß und 2. Er war ded Königs Hofrichter.

29. Jun.

9. Juli.

Beilage III. 51

das ift laider alfo, und auf dieſelb zeit waren etwievil ritter und knecht und, ander fromm leüt in das ſloſs zu Tachaw komen, die haben feid daſſelb ſloſſe und fich ſelb in fenknuſs laider müfjen über geben; und fagt man bey ung, daz ſich derſelb gefangen etliche ſeid awßgeteydingt und ſchaczen haben laſſen; s fo haben die Huſſen die andern gefangen hin gefürt. und wiſſen ewch zu difen zeiten niht eygenfchaft von andern treffenlichen meren zu fehreiben. denn wo wir eürer erſamkeit lieb oder dienſt 2c. datum feria ante Bar-

tholomei apoftoli. 2. Aug. a. a. ©. Bl. 202°—2038.| | 10 Unmittelbar nach Beendigung des unglüdlicdyen Reichsfeldzuges hat ſich die Stadt Nürnberg noch einmal dazu verſtanden, einzelne Truppentheile jowohl der Stadt Eger als den beiden noch im Felde ſtehenden Pfalzgrafen Johann und Otto zu Hülfe zu fenven. Die letteren hatten den Rathe zu wiſſen gethan, fie meinten ſich zu “unterfteen, die erbern herren, ritter und A 5 fnecht, die in dem floffe zu Tachaw feyn, mit gotshilff awß ven felben ffoffe zu bringen’ (Schreiben des Raths an Pfalzgraf Otto vom 16. Auguft. a. Brfb. Bl. 201), und hatten feinen Beiſtand hiezu erbeten. Die in Folge deſſen nad) Bernan gefandten Kriegsvölker waren über vier Wochen im Tele. (Rechnungsbuch Nr. 7 auf d. Nbg. A., Bl. 45°.) Nod) länger (bis Anfang 20 November ang. Rechngsb. BI. 51', a. Briefb. BI. 232°) wurde Die Nürnbergifche Kriegshülfe von Seite der Stadt Eger in Anfpruch genonmen, welche ſich durch Die Streifzüge der Huffiten ftetS aufs Neue bedroht fühlte. Die Koften beider Expeditionen wurden befonders verrechnet und find in dem diejer Beilage vorangeftellten Rechnungsbericht nicht mit inbegriffen.

4*

IV. Kaifer Sigmund’8 Todtenfeier zu Nürnberg. (Bgl. Memorial ©. 28, und Chronik bis 1441, Bd. I, S. 400.)

Um die Mitte December (1437) war die erfte Nachricht von Sigmund's

5 Tode nach Nürnberg gelangt!. Der Rath ſäumte nicht, das wichtige Ereig—

niß den Nachbarftädten Weißenburg und Windsheim mitzutheilen? und trug

alsbald Sorge, in würdiger Weife das Gedächtniß des Verftorbenen zu be-

gehen. Wir laffen das Schreiben folgen, welches er im dieſer Abficht an die

drei in unferer Chronik (neben dem von St. Egivien) genannten benachbar- 10 ten Aebte richtete: |

Hern Ulrihen apt zu Hailfprunn.

Erwirdiger lieber herre, al8 unfer allergnedigifter herre herr Sigmund romiſcher feyfer .. und zu Ungern, zu Beheim, Dalmacien, Croacien ꝛc. fonig Toblicher gedechtnuſſe kurczlich verfchiden ift, Dem der almechtig got gne-

15 dig feh, haben wir und furgenommen und meynen feiner feiferlichen maieftat begrebnuffe zu dent heiligen geift in dem Newen fpital bey ung zu Nurem— berg und bey dent wirdigen feyjerlichen heiltum dafelbft, Damit uns fein fei- ferlich großmechtifeit in feinem leben begnadet und begabet hat, nad) unfer gewonheit, jo wir loblichſt mugen, zu begeen auff ven nehften heyligen ober 6. Ian.

20 ften tag zu nacht mit gefungner vigilg und am eritag frü darnach mit gefun= 7. Ian, gen und gelefen felmelfen, und pitten ewer erwirdikeit mit fleiffe, iv wollet auf difelben zeit mit eurem ornat zu uns herein fomen und uns den genan- ten unfern gnedigiften bern den romiſchen Feifer dem almechtigen got zu lob feiner fele zu troft und dem heiligen reich zu eren helffen begeen und möllet

16. Brüder hieß es verſtaͤndlicher: zu d. n. fr. zum heiligen geifl. 22. ‘mit e. orn.’ fpäter am ande eingefchaltet. 24. dem alm. eren: die Ordnung dieſes Satzes ift im Brfb. erft durch Verweiſungen und eine Einfchaltung hergeftellt.

I. Stadtrechnung aus tiefer Zeit: 16 8 4 hir potenlons gen Weiffemburg It. did. 1 7% 15 8 einem poten von und Winßheim, als man in verkündet, ‘Prag, den Hanns Im Hof herauf ſchickt, daz der feyfer tod was'. (Jahresreg. III, als fer herre der keyfer tod war’. (Iab- Bl. 2196.) Das Schreiben fteht im Brib. redreg. LIT, Bl. 2498.) Nr. 13, Bl. 96b.

2. In der Stadtrechnung: ‘It. ded.

Beilage III. 51

das ift laider alfo, und auf dieſelb zeit waren etwievil ritter und knecht und ander fromm leiöt in das ſloſs zu Tachaw komen, die haben feid daſſelb ſloſſe und fich jelb in fenknuſs laider müfjen über geben; und fagt man bey uns, daz fich derſelb gefangen etliche ſeid awßgeteydingt und ſchaczen haben laſſen; 5 fo haben die Huſſen Die andern gefangen hin gefürt. und wiſſen ewch zu difen zeiten niht eygenſchaft von andern treffenlichen meren zu fchreiben. denn wo wir eürer erſamkeit lieb oder vienft 2c. datum feria ante Bar-

tholomei apoftoli. 22. Aug. (a. a. O. Bl. 2020 203. |

ww Unmittelbar nach Beendigung des unglüdlicdyen Reichsfeldzuges hat fich die Stadt Nürnberg nod) einmal dazu verſtanden, einzelne Truppentheile jowohl der Stadt Eger als den beiden noch im Felde ftehenden Pfalzgrafen Johann und Otto zu Hülfe zu fenden. Die legteren hatten den Rathe zu willen gethan, fie meinten ſich zu funterfteen, die erbern herren, ritter und

15 knecht, Die in dem floffe zu Tachaw feyn, mit gotshilff awß dent felben floffe zu bringen’ (Schreiben des Raths an Pfalzgraf Otto von 16. Auguft. a. Brfb. BI. 201), und hatten feinen Beiftand hiezu erbeten. Die in Folge deſſen nad) Bernau gefandten Kriegsvölfer waren über vier Wochen im Felde. (Rechnungsbuch Nr. 7 auf d. Nbg. A., Bl. 45°.) Noch länger (bie Anfang

20 November ang. Rechngsb. Bl. 51°, a. Briefb. BI. 232°) wurde die Nürnbergifche Kriegshülfe von Seite der Stadt Eger in Anfpruch genommen, welche fidy durch die Streifzüge der Huffiten ftet aufs Neue bedroht fühlte. Die Koften beider Expeditionen wurden befonders verrechnet und find in dem diejer Beilage vorangeftellten Rechnungsbericht nicht mit inbegriffen.

4*

IV.

Der Zug nach Lichtenburg (Lichtenberg)

1444.

IV. Der Zug nach Lichtenburg (Lichtenberg)

1444.

98 IV. Der Zug nach Lichtenburg.

Berfuchen, vie Suche auszugleichen. Auf ven 16. December hatte Mark⸗ graf Iohannes von Brandenburg einen Tag nach Kulmbach ausgefchrie- ben, zu welchem Nürnberg Berthold Nüßel und Konrad Baumgartner aborbnete. Als diefe nun ven Waldenfelfern ihr Verfahren vorhielten, be- haupteten viefelben zu folchem Vorgehen gezwungen gemwejen zu fein. ‘Denn man habe ihnen 450 Gulden, die ihnen zu Nürnberg bezahlt werben foll- ten, verweigert, außerdem aber hätte ein Bürger ver Reichsſtadt Heinz im Hoff einen Brief, der ihm von ihrem feligen Vater zu treuen Händen befohlen und „ver wohl auf 40,000 Gulden“ Iautete, vorenthalten; das müffe vor allem andern gut gemacht fein. Darauf ward ihnen geant- wortet: es fet allerdings bekannt, daß-fie einen Augsburger Iacob Tyer- haubter um eine Summe Geldes „gefchatt“ hätten, “hie bey uns in Hailßprunner hof aufzurichten’; es fei aber in Nürnberg nicht herge— bracht, daß Jemand Schatzgeld in ver Stadt bezahle; Dagegen ſei Niemandem verwehrt, redliche Schuld zu fordert; darum feien fie bereit, wegen des bezeichneten Briefes, von dem fie bisher feine Kenntniß hätten, den im Hoff zur Rede zu ftellen und Gerechtigkeit walten zu laſſen. Da aber vie Walvenfelfer, ohne daß viefe Punkte völlig geregelt wären, nicht weiter verhandeln wollten, ging man von Kulmbach ohne Reſultat aus⸗ einander!.

Indeß hatte die Stadt nicht verſäumt in wohlgeſetzten Briefen ihre Angelegenheit Fürſten und Städten vorzutragen, das Verfahren der Rit—⸗ ter aufzudecken, ihre peinliche Lage varzuftellen und eines Theils um Hilfe und Beiftand, andern Theils wenigftens um Neutralität zu Bitten?. Sie haben an Einzelne auch Geſandte abgehen laffen, Dr. Gregor Heimburg und Hans Koler an ven Herzog Friedrich von Sachfen. Diefer gab ihnen kurzen Beſcheid: er werde handeln, wie e8 einem Fürften gezieme?. Im Ganzen waren fie doch nicht gar zu ſchlimm geſtellt. Es zeigt dieß ber Umftand, daß mehrere der Adeligen, die bei dem Ueberfall betheiligt wa- ren, 3. B. Graf Heinrich von Truhendingen, Nidel von Dobeneck, Heinz Götz u.a. fich entſchuldigten und jede weitere Gemeinſchaft mit den Wal- venfelfern abſchworen“. Am meisten tritt dieß Verhältniß in dem Pro- tofoll zu Tage, das über die Petition des alten Engelhard von Streit- berg, feinem Sohne Hans die Theilnahme an jenem Gewaltftreich nach- zuſehen, geführt wurde”. Die Walvenfelfer felbjt fühlten weder Neue

1. Gleichzeitiger Bericht in dem Fas⸗ FR 3 „athsobuch im Nbg. A. Nr. 952.

A ©. va? 2. 44. B.1. des Nbg. Ar- 4. "Bis. Nr.16. Bl. 160b, 1616, 1756. 2, 3. Urk. Beil. Nr. U. 5. ſ. Urk. Beil. Wr. OL.

1444. | 659

noch Furcht. Im Gegentheil häuften fie noch neue Schuld auf bie frü- here. Es ift überliefert, daß Friß von Waldenfels im Februar 1444 bei Judenbach auf dem Walde! in des Herzogs Friedrich von Sachlen Land abermals Nürnberger Bürgern ihre Waaren weggenommen und wäljche Weine, vie fie nach Leipzig führen wollten, nach Gräfenthal gebracht babe?. Da waren denn freilich Unterhandlungen erfolglos. So zogen am 26. Februar die Nürnberger zu Felde. Wernher von PBarsberg?, Erhard Schürjtab, Muthes von Miengersreuth und Niclas Grieß waren die Hauptleute des Zuges. , Ihre. erite Waffenthat war vom Glücke be- günftigt. Das Schloß Wartenfels haben fie mit leichter Mühe genom- men. Dann ging es weiter nach Lichtenburg. Jetzt erſt wurde es Har, daß der Zug manche Schwierigfeit im Gefolge habe, und namentlich viel Geld koſte. Aber der Rath war zu Opfern bereit. Als Erhard Schürftab in dieſem Sitine nach Haufe berichtete, antwortete man ihm (9. März): Ge— trawt und hoft ir die ding mit gottes hillf mit ern zu erobern, jo laßt euch darinne nichts verbrieffen, wann wir euch mit gelt, leuten und zeug nicht laffen wollen, funder get ven Dingen geſtrackts nach und kert euch an ny⸗— mands, es wer dann, das euch darinne etwas, das zu fiver wer und Das wir nicht wifjen, begegen wurde, das wir dann uf euch jegen’*. Und balo darauf fchreibt ihm Karl Holzfchuher: ... verſtee, das derſelben meiner berren ernftliche meynung tft, das ir den ſachen on underlaß mit gantzem ernft und fleiß nachgen und euch an nymands fern füllt, jo lanng unt das man euch, da got vor ſey, mit gewalt auß dem veld ſlahen wolt, das wir doch nicht getrawen’®. Und wiever, da er über die. großen Koften klagt, wird ihm ver Beſcheid: “alfo fol ung keinerley coft oder zerung, die daruf get, nicht verprieffen’®. Unter ven Hinderniffen, mit denen vie Nürn- berger zu kämpfen hatten, war nicht das geringſte vie Furcht vor ber Mißgunft des Markgrafen Sohannes von Brandenburg. In einem Briefe vom 10. März fucht der Rath die Hauptleute darüber zu beruhigen. Und als. dır nemlich dar inne berurft! fehreibt man an Schürftab

1. Es liegt norböftliih von Sonne- ſelbs leip und ſelbachtend wol gerüfter die—

berg in Sadjen-Meiningen. ner und pferde, dorunter ein venner jey’.

2. Briefb. Nr. 16. Bl. 231%, Rathe- Schultheiß wurdeer 1442 anı 23. Januar.

Ichreiben an Hz. Friederich von Sachſen, Beſtall. u. Schuld. d. Loſungſtube (Pa-

d.d. 5. Mär 1444. pierhandjchr. sec. XV) Nr. 296 des Nbg. 3. Er mar am 3. Oftbr. 14 ll neuer- U. Bl. 1178, 1186,

dings auf 5 Jahre beftellt worden um 250 Gulden Landeswährung, alle Jahre 50 Gulden. Dafür foll er der Stabt die- nen mit feinem Theil des Schlofjes zu Luppurg und zu Wbelburg, mit “fein

4. Briefb. Kr. 16. Bl. 2358. 5. Schr. v. 11. März a.a. O. Bl. 237

6. Schr. v. 26. März a. a, ©. Bl. 2586.

60 VUV. Der Zug nad Fichtenburg.

‘wie fich ewer ziehen für Liechtenburg verlengt hab, parumb das euch me- nigfeltig warnung fumen, das euch unfer gnediger herre margraf Jo— hanns vor Liechtenburg zu ligen nicht günnen, noch verhengen woll und meyn euch mit gewalt abzutreyben 2c., alfo fein wir in gutem getrawen, das fich fein gnade follich8 wider uns zu tun in ehnichen wege nicht un- verftee, wann uns dieſelb fein gnade durch unfer ratfrunde Berchtold Nugel und C. Pawmgartner zugefagt hat, ung und bie unſern in follichen dingen nicht zu hindern’ ?...

Indeß hatten die Nürnbergiichen Schaaren jo raſch wie Wartenfels das Stäptchen Lichtenberg genommen. Nun lagen fie vor dem Schlojfe. Aber hier verließ fie das Glück. Ein ftarfer Schneefall trat ein, Pro- viant und Pulver blieb aus, die Büchjenmeifter waren unter- einander in Zwiſt und Zank gerathen, die Mannſchaft wurde mißmuthig. Der Rath hatte wohl, Recht, wenn er gegen Schürftab die Befürchtung ausſprach, e3 möchte aus den zwitrechten .... vil unrats eutften’?. Dazu Fam nun noch, daß von Böhmen her die Gefahr eines Veberfalls drohte. Karl Holzſchuher fchreibt darüber an Schürftab: Alls her Werther ?, vu und etlich andere... gefehriben habt, wie ir vaſt gewarnet werbet von gemwerb und ſampnung wegen, jo ver von Swanberg haben full zc., alfo haben wir erlernet, das berjeld von Swanberg igumt mit andern fachen follicher maß beladen ſey, das ir defter mynder forg auf in haben bebörft, ydoch fo ift es gleichwol gut und befomlich, das ir der ding deſter mynder nicht war nempt, unrat dadurch zu vermeyden ꝛc., auch ift ung in warheit ge jagt, wes des von Swanberg diener zwen mit einem Fnecht, nemlich Hanne von Dobrig in krawſem bar, und daſſelb bar fol mit grawem har etlicher- maß undterwachlen fein, und Jancko Plaha von der Zeppel bey euch auf Euntjchaft im ber fein fullen. darumb wollet fleilfe tun, ob ir vie zu

Wewern hannden pringen und genemen mügt, und habt auch daruf ewer

ving deſter baß in guter acht’*. Etwa zur felben ‘Zeit bat Johann von Gutenftein über ven Herrn von Schwanberg an ven Rath Bericht erjtat- tet. Er ſelbſt, fein Bruder Burdian, etliche Räthe der Herrfchaft von Bayern aus Ober- und Niederbayern feien zu Cham verjanmtelt gewe— jen, um fich über die Räubereien und anderen Uebelthaten des Schwan bergers zu berathen und Maßregeln dagegen zu ergreifen. Dieß auszu- führen, wäre ein gutes Werf, das nicht allein Gott dem Allmächtigen an-

1. Briefb. Nr. 16. Bl. 2356. 4. Schreiben vom 21. März 1444, 2. a. Briefb. Bl. 2478, im angeführten Briefbuche BI. 252, 3. Nämlich der Schultheiß Wernher

von Pardberg. -

1444. . 61

genehm, ſondern auch ver böhntifchen Krone löblich, gemeinem Nuten tröjtlich und den Unternehmern erlich und befömlich, und auch gut nach: perfchaft machen’ wäre!. Dabei ſcheint eg aber geblieben zu fein. Unter diefen Verhältniſſen wurden nun auch die Bunbesgenofjen der Nürnber- ger mißmuthig. Der Rath muß anı 30. März einen beruhigenven und zur Ausdauer mahnenvden Brief an Rotenburg und Windsheim fchicen, und bitten, jene möchten “umb unfern und gemeines nüß und notpurft willen noch ein cleyne zeit ein gütlich mitleyden nit ung haben, ven ewern ihreiben ... das fie fich nicht verpriefjen laſſen ſunder den unjern als bißher fruntlich beyſtendig fein füllen”. So viel aber lag, dem Nath daran, die Sache zu gutem Ende gefördert zu jehen, daß indem er den Führern ein Vertrauensvotum zugehen läßt? er ihnen zugleich mel- vet, ee babe neue Mannfchaft angewworben und bevollmächtige fie, auch ihrerfeit3 Anwerbungen im größten Maßſtabe vorzunehmen? Aber es waren alle Bemühumgen vergebens; die Nürnberger mußten ven Rüdzug antreten. Der Rath, noch immer über das Wohl der Seinen auf das ſorgſamſte wachend, ſchickte ihnen am 3. April, als er fie ſchon im Rüd- zuge begriffen wußte, noch VBerhaltungsbefehle: fie follen eine ſtarke Nach- . hut gegen die Waldenfelſer beſtellen, damit fie don ihnen unbefchäpigt bleiben. An eine befreundete Stadt (Dinfelsbühl) fchreibt ver Rath bald darauf über ven Zug und giebt folgende Gründe des Rückzuges an: die großen Rüftunigen, die im Werke waren, und die Unmöglichkeit, bei der Entlegenheit des Schlofjes in ver nöthigen Schnelligkeit ausreichenden Succurs zu Ichiden®.

Es find im Nürnberger Archiv zwei Urkunden erhalten, welche über den Austrag dieſes Streites Auskunft geben. Die erjte ijt von Markgraf Johannes von Branvenburg ausgeftellt. Darin ijt beſtimmt: 1. Alle Betheiligten follen gute Freunde fein und eine verſünte, gerichte Suche joll zwifchen allen fein. 2. Alle Gefangenen beiverfeits follen auf eine ſchlechte alte Urphed' ledig fein, alle unbezahlte Schagung, Atzung 2c. foll ab, und die Bürgen ihrer Verpflichtung quitt fein. 3. Die von Walven- fels follen fünf Jahre lang nach Ausftellung viefes Briefes nicht der Stadt Nürnberg Feinde werben”. In der zweiten Urkunde erklärt Marf- graf Albrecht, daß nun aller Zwift zwifchen Nürnberg und der gefamnt-

. Briefb. Nr. 16. Bi. 251. 7. d. d. Bayrstorff am mittwoch .a. a. O. Bl. 260 nach ſand Peter und Pauls tag (30. Juni) . Am 27. März. a. a. O. 81.2596. 1445. Die Urkunde ift befiegelt von . Am 30. März. a. a. O. Bl. 201. Mearfgraf Iohannes, Hans und Fritz v. a. a. O. Bl. 265. Waldenfels und Nürnberg. _

. Am 7. April. a. Briefb. Bl. 267%.

EEE

62 IV. Der Zug nad Yichtenburg.

ten Walvenfelfifchen Familie ausgetragen fei'. Das war am 27. Decem- ‚ber 1454. So lange hatte fich die Streitigfeit hinausgezogen.

Die Relation, welche uns eingehend über ven Zug gegen Xichtenburg berichtet, befindet fich in mehreren Handſchriften, vie ven Bericht über den marfgräflichen Krieg von 1449 50 enthalten. Die ältefte Re— action fteht in Nr. 261 des k. Archivs in Nürnberg Papierhandſchr. des 15. Jahrhunderts in Fol., BL. 87"-— 89°). Davon find Abfchriften des 15. Jahrhunderts: Cod. 370 Schwarz in ver Nürnberger Stadt bibliothef (BL. 107° 108%), 251 im F. Archiv (Bl. 126 129); des 16. Jahrhunderts: Cod. 259 u. 269 int f. Archiv in Nürnberg. Die Relation ift ohne Zweifel von einem Theilnehmer des Zuges ge- jchrieben, mit einer Anfchaulichkeit, die den Augenzeugen veutlich verräth. Möglih, daß Erhard Schürjtab ſelbſt der Verfaſſer if. Dafür Lönnte der Umſtand ſprechen, daß fie fich nur in den der Reihe A des Kriegs— berichtes angehörenden Handſchriften vorfindet, die alle entweder im Schürſtab'ſchen Haus eutftanden, ober von den dort gefehriebenen copirt find. Ueber pas Verhältuig und die Keihenfolge der Hanpfchriften muß ich auf die Einleitung Dr. Lexer's zu dem Berichte iiber den martgraf⸗ lichen Krieg verweiſen.

Freiherr Franz von Soden hat. in einer Heinen Schrift: „Die Kriegszüge ver Nürnberger nach Lichtenberg und Ungarn. Nürnberg 1857“ die Relation in moderner Sprache wiedergegeben. Was er von Zuthaten bringt, ift nur aus den Annalen des Rathoſchreibers Müllner wörtlich entnommen.

Dei der vorliegenden Edition haben das Briefbuch 16 (XXIIII), das Rathsbuch von 1441—1461 Nr. 952 im Nürnb. Archiv und ein Fascikel mit Briefen, Eoncepten, Relationen u. dgl. zur Erläuterung wid) tige Beiträge geliefert. In dieſem Fascikel (S.VIL. L. 44. B. 1. RotR. Nr. 2) ift eine Bapierhandfchr. ves 15. Jahrh. 4°. * enthalten, welche über die Beziehungen, in denen ver Adel des jog. Baireuthifchen Oberlandes und des Voigtlandes zu ver Fehde jtand, über die Hilfsmittel, welche ven Nürnbergern in der dortigen Gegend zur Verfügung waren u. |. w. in- tereffante Aufklärung giebt. Der Cover hat einen Pergamenteinband,

1. d. d. Onoltzpach am donrstag, der Lade 44, Bund2 (Rot R. Nr. 3, 4,5) fand Johannes des heiligen evangeliften des Nbg. tag. 1454’. An der Urkunde hängen die 2. Ohne das Regifter zählt ber Sober

Shegel des Markgrafen, dreier Walden- feljer und der Stadt Nürnberg. Diefelbe folgt als Urk. Beilage Nr. V. Beide Originalurkunden auf Pergament find in

81 mit alter Foliirung verjebene Blätter, wovon indeß jehr viele unbejchrieben find.

1444... 61

genehm, ſondern auch ver böhmischen Krone Löblich, gemeinen Nuten tröftlich und den Unternehmern ‘erlich und befömlich, und auch gut nach⸗ perfchaft machend' wäre!. Dabei ſcheint es aber geblieben zu fein. Unter biefen Berbältniffen wurden nun auch die Bundesgenoffen der Nürnber- ger mißmuthig. Der Rath muß am 30. März einen beruhigenven und zur Ausdauer mahnenven Brief an Rotenburg und Winpsheim fchiden, und bitten, jene möchten *umb unfern und gemeines nüg und notdurft willen noch ein cleyne zeit ein gütlich mitleypen mit uns haben, den ewern Ichreiben ... das fie fich nicht verdrieſſen laſſen ſunder ven unjern ale bißher fruntlich beyſtendig jein füllen’”. So viel aber lag dem Nath baran, die Sache zu gutem Ende gefördert zu fehen, daß indem er ven Führern ein Bertrauensvotum zugehen läßt? er ihnen zugleich mel⸗ det, er babe neue Mannjchaft ungewworben und bevollmächtige fie, auch ihrerfeit8 Anwerbungen im größten Maßſtabe vorzunehmen? Aber es waren alle Bemühungen vergebens; die Nürnberger mußten ven Rüdzug antreten. Der Rath, noch immer über das Wohl der Seinen auf dus jorgfamfte wachend, ſchickte ihnen am 3. April, als er fie ſchon im Rüd- zuge begriffen wußte, noch Verbaltungsbefehle: fie follen eine jtarfe Nach⸗ hut gegen vie Walvenfelfer beftellen, damit fie don ihnen unbefchäigt bleiben®. An eine befreundete Stadt (Dinkelsbühl) fehreibt ver Rath bald darauf über ven Zug und giebt folgende Gründe des Rückzuges au: die großen Rüftungen, die im Werke waren, und die Unmöglichkeit, bei der Entlegenheit des Schloffes in ver nöthigen Schnelligkeit ausreichenden Succurs zu ſchickenꝰ.

Es ſind im Nürnberger Archiv zwei Urkunden erhalten, welche über den Austrag dieſes Streites Auskunft geben. Die erſte iſt von Markgraf Johannes von Brandenburg ausgeſtellt. Darin iſt beſtimmt: 1. Alle Betheiligten ſollen gute Freunde fein und eine verſünte, gerichte Suche ſoll zwiſchen allen ſein. 2. Alle Gefangenen beiderſeits ſollen auf eine ſchlechte alte Urphed' ledig ſein, alle unbezahlte Schatzung, Atzung ꝛc. ſoll ab, und die Bürgen ihrer Verpflichtung quitt ſein. 3. Die von Walden⸗ fels ſollen fünf Jahre lang nach Ausſtellung dieſes Briefes nicht der Stadt Nürnberg Feinde werden'. In der zweiten Urkunde erklärt Mark—⸗ graf Albrecht, daß nun aller Zwiſt zwiſchen Nürnberg und der geſamm—

. 1. Briefb. Nr. 16. Bl. 251. 7. d. d. ‘Bayıstorfi am mittwod) 2. a. a. O. Bl. 260 nad) ſand Peter und Pauls tag (30. Juni) 3. Am 27. Mär. a. a. O. 81.2596. 1145’. Die Urkunde iſt befiegelt von

4. Am 30. März. a. a. O. 3.261. Markgraf Johannes, Hans und Frib v. 5.0.0.0. Bl. 265. Waldenfels und Nürnberg.

6. Am 7. April. a. Briefb. BI. 2676. i

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©

gr

Derzug für lihtenburg.

[81.57°) Item daz ijt zu wißen, daz ber Hans und Frig von Walvenfels die faufleut gar fwerlich dernider warfen und gar vil wegen mit fauf- manfchaft aufhaweten und raubten und bie unfern fingen und ſchatzten!. und dorumb warb ein anflag genmcht hie, daz man Die von Rottenburg und Winsheim jolt pitten umb ein veifigen zeug, danı fie warn zu ven zeiten nit bei ung in buntmus?. alfo fanten die ung bei 28 pferden, und jo pat man hie die purger und kaufleut, daz die auch bei SO pferden dar⸗ lihen, und darzu ver ftat erber diener und ſoldner bei 60 pferden. und was der anflag, daz man daz ſtetlein Lichtenburg vor dem floß fult er: jteigen bei nacht und vor dem floß beivaren, daz der reifig zeug und bod, bie die Walvenfelfer darinnen Ligen hetten, nicht mochten in daz ſloz To- nen, und folch dernyder zu werfen, die in dem jtetlein wern, und als pald wider her haim feren. und man het feinen zeug mitt, denn ein wagen mit leitern und ein wagen mit allerlei zu ver Fuchen, 1 münich von Augufti- nern, 2 foch, 2 trumeter, 1 hufſmid, ein arkt und gar gut fürer und wol- veitend fnecht. und man zoch hie auß am afcherınittwoch ung gen Gref-2* fenberg. . do ward Pertolt Volckmer zu vat mit den von Rotenburg und Winsheim, her Wernher von Parsperg, Mlathes von Mangersreut?, Nickel Grieß, und machten einen andern anflag, daz man ben paurn an

3. warf A. 42. 43. 4. aufhamet A. 42. unvdern A: 9. die lihen fye dar zu ver flat diner und foloner 4°. 11. vock A., bod 42. 42., vielleicht volE? 14. und als palo ber haim Eerten 42. 43. 17. am ſchermitwoch A?, am mittwoch 43. 20. ven pawürn 42.

1. Der Angriff auf Nürnberger Kauf- vielleicht in dem Erſcheinen eines Roten- leute, der die unmittelbare Veranlafjung burger Rathsherrn in Nürnberg am 18 zu dem Zuge war, geſchah am 2.Novent- December jehen, das allerdings unmittel—

. ber 1443 bei Kronad). bar durch Zolguge legenheitan veranlaß 2. Ueber das Herbeiziehen der Roten- war. Briefb. Nr. 16. 18. burger und Windsheimer findet ſich nichts 3. Mathes v. Sftengehrene wur

in den Briefbüchern. Vielleicht haben die um biefe Zeit (feria VI« ante Converſ VBerabredungen nur mündlich ftattgefun- Pauli auno XLIII°’) mit 3 Kuechten ben. Eine Gelegenheit dazu kann man uud 4 ‘gerepfigen Pferden’ zum erfteme

14144. 69

ver Swabach! aufpot mit irm harnafch nit ſampt irn wegen, daz bie zu-

gen noch dem reifigen zeug gen Steynach?. fo 309 der reifig zeug biefel-

an

10

Loy o

ben nacht für Wartenfels und fomen bei zweien oren vor tag für War- tenfels? und traten ab zu fuß die zwei teil* und gingen zu ſturm an daz ſloß. do warn neur 3 fnecht innen, die filen auß über die feld und wir fomen ein in daz floß durch Die porten, die wir auf prachen, und wir fun- den in dem jloß vil faß weins, puchſen und ander zeug zu der wer. un warn haubtleut des rits und anflage her Wernber von Barsperg, Er- hart Schürftab, Mathes von Mangersreut, Ler.ss‘) Niclas Grieß, die warn zu rat und ließen ven turn im jloß umbgraben und fellen, ver daz ſloß gancz verfellet, daz daz flog nit mer zu pawen taug; und funden et- lich tot [ent in dem turn. der turn was bei 12 ſchuchen did. und darvor ward beftelt herr Friverich von Rinsperg von eim rat, daz der ber tat gewartet mit dem floß zu der Suabehvaid?, auch mit der ftat Steinach

s mit etlichen pferven; fo beftelten die haubtleut Neithart von Wiltftein

und 2 fein pruder mit dem floß zum Nelle® und etlichen pferven. und man lag 3 tag jtill zu Steinach biß man den turn fellet, und verprant bei 18 dörfern, die zu Wartenfels gehorten?, und man pentet ven raub

1. mitirn A®. 1. zu fußen 4%. 4°. fan 49.

male in den Dienft ver Stabt genommen, zunächft auf 1 Jahr, wofür ihm 50 fl. neu) zukommen follten. In den folgen- den Jahren wurbe feine Beftallung mehr- mais erneuert. Beftall. d. Loſgſt. Nr, 296 dv. Nbg. R., Bl. 118.— K.

1. Flüßchen, das in ber Nähe von Gräfenberg entjpringt und bei Erlangen in die Regnitz mündet.

2. Stadt- Steinach, nordöſtlich won

Culmbach.

3. Wohl von Steinach aus, wo die Reiter das Eintreffen der Bauern abge- wartet batten. K. .

4. Nemlich die Reiter von ihren Pfer- den und die Bauern von ihren Wagen. K.

5. Dorf und Schloß, I Stunde von Creuſſen. Ritter Friedrich v. Künsberg wird mit feine Leib und 7 Kncchten, dar- unter ein Knabe fein ınag, und 8 reifigen Pferden und niit feinen Schiäffern Stadt- ſteinach und Schuabelwaid auf 3 Jahre als Diener angenommen; dafür erhält er jedes Jahr 400 Gulden Lanböwährung Be r Roten an ben vier eek

offen Montag an St. olaftica Tag ar Febr.) 1444. Aber ſchon zu ‘goltvaften Lucie' (16. Decemb.) defjelben Stäptehronifen. 11.

7. vil fal weins A. 42.

11. zufellet 43. 15. Wilt⸗

Jahres wird er feines Dienftes ledig ger jagt. Beſtallungsbuch der Loſungsſtube Nr. 296 des Nbg. A. Bl. 120%,

6. Ohne Zweifel Naila an der Sel- bis, ein paar Stunden oberhalb Lichten- berg. Vgl. folgende S.

7. Jorg von Waldenfels, ein Better der beiden Befehdeten, der nad) der Ein- nahme von Wartenfels vom Nürnberger Rathe Entihärigung für den ihm als ei-- nem Unbetbeiligten zugefügten Schaden verlangte, gab im Verlaufe der berliber angejponnenen Verhandlungen auf einem Zettel, der feinen vom 14. 1445 aus Berlin datirten Schreiben beilag, Die in und um Wartenfel® erlittene Beſchä—⸗ digung folgendermaßen an:

Die ift der gemalt und ſchad Der

mir geſchen iſt'.

Item an dem ſloß Wartenfelß hab ich mit meinen bruderen eynen drytten teyll, das uns denn gebrochen worden iſt'.

Item im dorff zu Wartenfels, zu Laeſſen (wohl Loſau), zu Reychenbach, zu Aldenrewt und zu Seybetenrewtt ba- ben fie uns 16 guter gebrant und ver- wuͤeſt; etlich arm Iüte gemertt umd in das ire genohmen (sic), an dem abin-

5

66 IV. Der Zug nach Lichtenburg.

- zu Steinach und man peutet auch vil guts, daz man zu Steinach in ver ftat in dem purggut nam der Walvenfelfer, und abvedten in daz, und- zugen darnach von Steinach ung gein Nelle mit dem zeug und fußvolf- wagen, und ven nechjten tag darnach für Kichtenburg. |

5 Nota. als man zu dem weir bei Tichtenburg in dem walt fom, do berant der reifig zeug daz floß Pichtenburg. do tet fich her Haus von _ Waldenfeld auß dem ftetlein mit fibenezig zu fußen wol gejchidt und Iharmügelten mit in, und Ulrich von Augspurg, unfer Diener einer, ver trug fein pferd in dem ſcharmützeln, daz er dovon muft vallen, und fe

10 gewunnen uns das pferd an. darnach pant ver reifig zeug die pferd vorm im wald an. und machten die haubtleut drei haufen, die do folten zum breien jeiten zu fturm gen, als man tet; und iever haufe bet jein befunveraumm haubtleut, und des was haubtman Nickel Grieß bei dem jloß, herr Weru— ber von Parsperg mitten am ftetlein, Erhart Schürftab vorn am ftetler —an

15 vorn am tor neben dem turn; und ieder het fein beſunder leitern un erftigen daz ftetlein. und alfo ftießen fie jelber, die im jtetlein warn, da —5 feur ein die heufer bei 6 enten, daz von ftat an auf ging bei 8 enten und niemant in dem ftetlein bleiben mocht. und fie luffen in daz jloß Lichteruummm- burg, daz [Br.8s?] am ftetlein leit. alfo legert man fich darfur; und na

20 auf den tag niemant fchaden denn ein man. und alfo wolt man bes arm dern tags her heim fein zogen: do fant Bertolt Volckmer die großen Koil- tenburgerin und etlich karrenpüchſen mit fampt unfern püchjen und arm proſtſchüczen, daz man daz floß folt belegern. und darumb man nit u

fomen was, wann e8 faft kalt was und ein großer fnee lag, funder um 6

25 Wartenfels eins halben mans tief, und man bet weber zelt noch ſchir und die leut warn übel verforgt vor froft. alfo legert man fich hinte bie maur am ftetlein und legten die großen püchlen für ven turn un WE ſchußen daz ober teil am turn im vorhoff ab, do man faft von befcherige- ? ward: darnach legt man die großen püchfen in die firchen und prach eis!

30 loch. hinten hinauf und ſchoß 2 türn am zwinger ab und ein loch in großen kemnaten. alſo luffen fie eins nachts herauß über die, die d d warn auf ber ſchiltwach bei der püchlen, bo fie nit in warnung warr m,

2. nam fehlt 4°. 7. Waldfels A. 12. Het f. befunber in Aam Kante. 14. am fttlen- * fehlt 42. 4°. 15. bet f. befunver fehlt A. 31. eins machtz 42. eins male Ad, 32. wm zung A. warnug A®. ib ab i n vyerten Eine (ebenda bef.) Aufzeichnung, die Fa en ſchaden hab ich ehn op Rath hierüber —8 gr iebt Sulchen frefflichen gewaltt jmaheitt Schaden, welcher den Brüdern Marti cc und ſchaden ich achte und rechen awfj Iorg, Abrcht und Wilhelm von WB 2000 gilldin rinifch”. denfels zugefügt worden, viel gering (Orig. im Nbg. A. S. VI, 44, 1.) an. K.

. 1444, 67

und ſlugen etlich zu tod von den.unfern und verflugen die püchjen. alſo bett wir meifter Ian den püchlenmeifter, ver jchoß wen er wolt, er was auch gar aigenfinig, er wolt auch nit ſchißen bei nacht noch niemant des vergunnen. man bet auch oft nit püchſenſtein, die muſt man holen zu 5 Eger; e8 mangelt auch pulfer, daz muft man holen zu Erfort, auch muſt wir fpeis holen zu dem Hoff?, waz man bevorft; nach ver ſpeis muſt man altag ſchicken bei 200 zu roſs und zu fuß, bie daz beleiten. fo muſt wir altag jchidden bei 100 mannen noch holcz dem her in die puben und bütten, fich des froſts tag und nucht bei dem feur zu enthalten und zu 10 wermen. man muſt auch altag haben großer paum 3 oder 4 zu anjeßen an die Kaltenburgerin, dann fie die holczer hinter fich zuftiß und ver- rudet fich al ſchuß. ez was auch fo lalt, daz niemant an Feiner fchiltwacht bleiben mocht zu roſs noch zu fuß. Let. ss*) und was baz volf und etlich haubtleut unluftig und unwillig und die paurn warn ungehorſam, fie luf- ss fen auch, ald man daz ftetlein anließ mit fturm, gen holcz und vermochten die haubtleut fie nit an fturm zu bringen; ez Iuffen auch die paurn wegk wider heim bei nacht und bei tag. „und man lag darvor die ganczen faften uncz in die farwochen?. do jchreib Kaspar Junkher und Paul Ruduſch von Eger ven haubtleuten in daz heer, wie ein großer reifiger zeug von 20 Pehem über walt köm, und man het wol 3 tag prot gepachen, baz wir uns weften zu richten, daz man ung von dem floß wur flahen. auch fo ſant marggraff Hans* fein reet zu bern Hanfen von Walvenfels al wochen zwir ober 3 ftund, die befchauten unfer her und gaben ven in daz ſloß alweg zu erfennen, wie ey bei uns im ber ein geftalt bet, auch daz 25 etfich haubtleut gar unwillig warn und gar nichts darzu roten noch hel- fen wolten zu notturft. und borumb zoch man ab von dem floß. und wenn man marggraff Hanſen ret nit wolt günnen gen Lichtenburg in daz ſloß, fo gaben fie zu erkennen, daz man uns fürpaz fein fpeis me zu wolt lagen gen in daz her. man bet auch daz her mit ein guten graben ver- 30 forgt, an dem daz ertrich gen dem her was geworfen, und etlich ſchranken darob gemacht, auch gute ordnung der haubtleut in dem her und 4 vier; teil gemacht, daz altag der halbteil ruwet in dem her und der ander |peis und holcz pracht und fchiltwachten. aber man warb betrogen mit ber jchrift der von Eger und der andern vorgefchriben fach, daz man auf- ss brach; und het man neur 1 tag lenger darvor bliben und ein nacht,, fo

5. zu Egfort AB. 6. ſpieß A. 1. daz fh holezer A. dann fye holczer 42. AP.

I. Vgl. die Einleitung ©. 57, A. 4. 3. Welche am 5. April begann. | 2. Die Stabt Hof an der fränkischen 4. Markgraf Johannes von Bran- Saale. denburg. Vgl. die Einleitung ©. 59 f.

5 *

[2

68 IV. Der Zug nach Tichtenburg. «

wolten bie in dem floß alſampt geraumpt haben und wer daz ſloß gewun⸗ nen worbeit, daz man tworlich vernumen hat von den, bie hernach gefan- gen wurden und im loch daz fagten, auch ander, bie im ſloß warn, edel und erber, öffentlich befant haben. ez ift auch zu wißen, daz vil leut er- 5 ſchoßen und wunt wurden. ez was auch aller umbkreiß feint, niemant freunt, auch mocht fein Heiner zeug vom her und zum ber, und vil poten lagen verniver. und am abzihen prant man umb Lichtenburg bei 14 gro- Ber dörfern ver. so’) und .etlich hemer und teten in beven, hern Hanſen und Friczen!, großen fchaden. und wir hetten futrung gnug auß irn dör⸗ 10 fern, dieweil wir da lagen ?.

- 1. geraupt 43, 9. genung 42. 43,

1. Den Waldenfelſiſchen Brüdern. Planzeihnungen bei, welche fich auf bie 2. Dem jchon angeführten Fascikel Belagerungsarbeiten und Angriffsftellun- S. VII. L. 41. B. 1 im Nbg. A. liegt gen zu Lichtenberg wie bei andern Schlöf-

ein Großfolioblatt mit ziemlih rohen ſern und Orten beziehen.

f / ! f

*

Arkundliche Beilagen.

I.

Fritz von Waldenfels mit feinen Helfern kündigt der Stadt Nürnberg Feindſchaft an. 16. Novbr. 1443.

5 Nbg. A. S. VII, L. 44,38. 1. Gleich ehpeiti e Kopie auf BI. 1 eines ‘Hanns und Fritz v. Waldenfels! Üüberjchriebenen Heftes.)

Fritzen von Waldenfels veindsbrief.

Wißt ir erſamen weiſen burgermeifter, rat der ſtatt und gan gemeynde zu Nüremberg, als ich igunt unter Cranach! etlich habe genomen habe und so niht anders weiß, dann daz ſollich hab meiner veynd iſt der obern ſtet ge- weßt, nu hat mir Herman Frieß geſagt, wie ſölliche habe einteyl ewer ſey. auf ſolliche ſein ſag pot ich von ſtund, was ewer hab wer, außl zu]geben, was ver wer, auf ein widerſtellen und mit euch zu tagen ze komen; und auf ſöllichem tag ich euch ewer habe wölt widergeben, was ewer were, da; ir mir das meyn 15 auch gelyt und widergebt. das mic, alles niht hat mugen gehelfen und halt mir das mein nod in ewer gewalt und hohmut wor, und verftee wol, daz ich unficher wor euch fein muß. fult ir wiflen, daz ich ewer und aller der ewern veynt fein wil und aller, die euch zu verjprechen fteen, mit allen meinen hel— fern und helferöhelfern und allen ben, bie ich auf ewer ſcheden pringen mag, 20 ob ir oder die ewern ſollicher vehd ſchaden nempt, es wer mit nom, mort oder prant, oder wie ſich der machen wirdt, des wolt ich und alle mein helfer und helfershelfer unſer ere erberclich gen euch bewart haben; hett wir mer bewa— rung bedorft, die wolt wir hiemit auch getan haben. geben am nehſten ſampſtag vor ſandt Elſpeten tag unter meinem inſigel, des wir alle ſein 25 helfer ytzunt gebrauchen. Fritz von Waldenfels.

15. geleitet?

1. Kronach.

12 . TV. Der Zug nach Lichtenburg.

II.

Sendſchreiben der Stadt Nürnberg an Fürſten und Städte mit Beſchwerde über die Brüder von Waldenfels. 2. März 1444.

5 (Nbg. A. Briefbuch 16, Fasc. zwifchen BI. 228 u. 229 eingeheftet.‘

Waldenfelſer.

Wanne herr Hanns und Fritz von Wallenfels geprüdere, als Das land fündig, wiſſentlich und offenbar iſt, uns und den unſern unſer hab, gut um faufmanfchaft unerforvdert, unerclagt und unerfolgt alles rechten, auch alle:

10 dings unbejorgt und genglid) unbewart irer even, uf des heiligen richs ftra gen raüblich genommen, etliche der unfern gefangen, die getürnt, geplöckt un! geſtöckt; darumb wir fie alßdann durch unfer botfchaft erfucht und gebeteı haben, uns und den unjern ſolch unſer genommen hab gutlich widerzugebe und die gefangen ledig zu laßen, angejehen das wir nicht unfrüntlich8 mit üı

15 weften zu jchifen zu haben, des wir dann desmals, wiewol es doch pillic gewefen were, nicht genyeßen mochten, ſunder und hat Fritz von Wallenfel nad) der obgerurten tat bey 16 tagen ergangen erſt ein unpillich veintfchaf zugefchriben, darıımb wir darnach vor dem hochgeporn fürften unſerm gnebi gen herren margrafen Johannſen von Brandenburg zc. zu einer gutlichen, un

20 verdingten verhörung kumen fein. in folder verhörung wir an fie bet jemptlich geflinnen und gevorvert haben, uns und den unfern fol unfe hab, gut und faufmanfchaft, und in vorgerürter maß reublich genomer widerzugeben und die gefangen ledig zu lagen, als wir auch meynten, Das fi m felb8 von eren, rechtens und aller pillichfeit wegen wol pflichtig wern

25 Dargegen fie alßdann lauten liegen, wie zu zeiten iv vater Heingen Imbı unferm bürger als feinem wirdt ein brief zu treweshanden bevolhen hett, de in langzit vorgehalten und des fie zu großen ſcheden kumen wern; zudem | hetten wir in auch 450 mynner zwaier gulden in unfer ftat genommen; un hielten in das alles vor mit gemalt, onrecht und in hohemut, und meinte

so wir folten in pillich brief und gelt zu irn handen antworten und der ir fc} ven ablegen ꝛc. uf Das ward in als von des berürten briefS wegen gean wort, uns wer folder brief nicht bevolhen, noch mit unfern rat, geheiß od wißen hinter Heintzen obgenanten gelegt; deücht ſie aber, das es derſel Heintz Imhof anders, dann pillich wer, damit gehalten het, jo wern wir fei

35 darümb zu eren und vedht gentlich mechtig. denn von der obgrurten fur gulden wegen, die wern, als wir vernomen hetten, von Jacoben Tyrhabt: von Augfpurg, als fie ven gefangen und darumb gefchatt hetten in Halfprun ner hof! bey uns als fchaßgelt geantwort; darumb fie mol desmals Cuntz⸗

17. mer dann 14° ift ausgeftrihen. 36. Es ftand zuerft Tyrgartner'. Ein Hof in Nürnberg hinter St. das k. Bankgebäude ſteht. Siehe Nopim

gorengen, Eigenthum des Kloſters Heilde- Wegweiſer ꝛc. (Nitmberg 1501.) ©. a bronn, an den Plate, auf welchem jett

Beilage II. | 73

won Gich here zu uns gevertigt und begert hetten, demſelben zu gönnen, fold) Thatgelt hie einzunemen und im gleyt darzu zu geben. darzu alßdann geantwort ward, wie unfer ftat gewonheit und herkumen nicht were, in der- felben unfer ftat ymants zu gönnen oder zu geftatten, eynicherley ſchatzgelt > zu bezaln oder einzunemen, funder die Wallvdenfelfer möchten ſolch gelt an andern enden wol empfahen und einnemen; aber redlich ſchuld zu vordern, ‚wer bei) ınıd nyemant geweret. wir hoffen aud), das ung ein foldy8 nach un- ferm herfumen nymant verunglimpfen müg. zu dem jo haben uns aud) die— jelben Wallenfelfer von bever obgerurter ftüdfe wegen vormald mit recht nye 10 erfucht noch angelangt, anders wir wolten fie darumb on pillich antwort und vedlihen außtrag der ſach nicht gelagen haben. wie aber dem allen fy, er gebe und und den unfern Das unfre wider, deücht fie dann, das fie von der— jelben paider ftud oder eynicherley andrer fadhen wegen zu und oder den un jern femptlich oder beſundern ichtes zu fprechen betten, fo wolten wir in fur 15 und und unfer commün vechtes pflegen und des von den unfern vörderlich und ungeverlich helfen. ſolchs uns aber nicht furtergen möchte, funder fie haben uns und die unfern darüber mit raub, mord und prand fioher mer und mer befchedigt und ubergriffen und teglichen tun aller unverjchulter fach. und warn wir nur in gangem getrawen und zuverficht ſeind, das ewrer erber- 20 feyt ſolch und ander vaubrey und übeltat nicht lip, funder gang mißfellig fein, und ung auch alles guten zu ewer weisheit verhoffen, wolten wir die— ſelben tat und raubrey, aljo an uns erjchinen, ewrer erberfeit nicht verhalten, junder euch die im beften zu erfennen geben, mit befunderm fleiß bitend, ob die Ding anders, Dann hievor begriffen ift, für euch pracht würden, des nicht 23 zu glauben, funder uns gutlichen darauf zu verantworten, funder fie umb unfern willen daran weifen, uns und den unfern unfer genomen hab wider- zugeben, die gefangen ledig zu laffen und von ſollicher reubrey, nem, ubergrif und beſchedigung wegen nach verhandlung und gepurlicheit der tat wandel zu - tum, auch denſelben Walvenfelfern eynich Hilf, beyftand over zulegung zu thun, 30 als wir des ewrer erberfeyt junderlich wol getrawen, warın wir foldy raubrey und übeltat, jo an und von in erfchinen ift, umb fie nye verfchult haben und

in auch pillidher ding nye außgangen fein. datum... Stetten concludendum: und ob die unferen eniche unfer gefcholen bey euch anfomen und betretten, und und den unjern rechtens zu venfelben zu 3> helfen, zu gunnen und zu gejtatten, als wir des ewrer freuntichaft befunder wol getramwen, und ingeleichen und mereren fachen mit willen gerne verdienen

wöllen. Dat. feria fecunda poft invocavit anna ꝛc. 44to.

. Dife nachgejchriben briefe feyn außgangen:

Herkog Fridrichen von Sachen. 10 Hertzog Wilhelm von Sadhfen. Graven Guntheren von Swargburg, herrn zum Lewtemberg.

13. eynicheley. 16. Nach Helfen’ ift ausgeftrichen:: "nach dem und wir an dem heiligen rich loblich begnavet, gefrehet und herfumen wern'. 27. rewbry.

10

15

20

25

30

14

IV. Der Zug nad) Fichtenburg.

Stathalteren des funigs von Tennmarckt!. Hern Walthern von Hürheim? und andern der Pfaltz

reten in oberen Beyern. Statt Eger. Hern Jacubko?. Rewßen von Greg.

Hanns Eberhart nuncius.

Hern Heinrichen dem eltern und hern Heinrichen dem

jungern, herren zu Plawen. Marggrafen Albrechten. Biſchoff von Wirtzpurg. Biſchoff von Bamberg. Voyt und ſtatt zu Coburg.

Grevental?.

Hern Laurein Röder, hauptman zu Salvelt.

Ulrich Tyrolt.

Graven Ernſten und Ludwigen von Gleichen.

Graven Heinrichen von Swartzburg.

Statt Ertfürt. Statt Neünburg. Biſchoff von Merßpurg.

Hern Conraden marſchalk von Pappenheim, ritter, zu

Graven Volraten und Guntheren zu Manßvelt.

Biſchoff zu Neiönburg”. Statt Yeipzid. |

Bernharten von Kochperg, hofmeifter ıc. ®

Biſchoff zu Myſſen. Biſchoff zu Maidburg.

Fritz Wisheckel nuncius.

Margraf Fridrichen zu Brandemburg.

Hern Johann und hern