EINZELAITSOAHE

HEITH.UiK /Ali (iKSrHK irrK DKS SINAI

KL()8TKI{S IM MITTELAl/IER NA( II

AUAIUSCTTKN (,)rEi;Li:N

l'itDi l>i; H. MOHITZ

»iAM.ivN 1)LK ivUMGL. l'Ki.L >^^. AKAlthMlL ÜEii Wlb^^ElN; JAHRCxANG 191S. PI IIL.-HIST. KLASSE. Nr. 4

MIT /WK!

BERLIN 191 S

VERLAG DEK IvöNlGL. AKADEMIE DHU WISSENSCHAFTEN IN KOMMISSION BEI GEORG REIMKR

A

ilu

EINZELAUSGABE

BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DES SINAI- KLOSTERS DI MITTELALTER NAC II . ARABISCHEN (QUELLEN

Vuov Dh.K MORITZ

Al'S DKN Ar.HAN'l)LUN(;EN DER KÖNIC.L. PREUSS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN JAHRGANr. lOlS. I>IIir,.-lIIST. KLASSE. Nu. 4

.MIT ZWEI TAFELN

BERLIN 19 IS

X'EREAd DER KÖNIfji.. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

1!V KOMMIS.SION HKl OKülUi I{Kn!KI{

Voi-gelegt von Hin. Sachau in der Sitzung der pliil.-hist. Klasse^ am 7. Februiii- 1918. Zum Druck eingereicht am gleichen Tage, ausgegeben am 22. .lupi 1918.

[.

Der angebliche Schutzbrief des Propheten.

1 'ic Gescliiclite des Sinaiklosters im MittelHlter, zuninl seiner ersten Hälfte bis zum Jahre i lOO, ist in tiefes Dunkel gehüllt. Außer den dürftigen Mitteilungen einiger Pilger und gelegentlieher Erwähnung in der kireh- liehen Literatur des Abendlandes, finden sieh keinerlei Nachrichten über die Erlebnisse des Klosters in dieser hingen, für den vorderen Orient so bewegten Zeit.

Und doch ersehen wir aus Bemerkungen in den Handseliriften (hn- Klosterbibliothek, zumal den arabischen (und syrischen?), daß vom 8, bis lo. Jahrhundert eine nicht unbeträchtliche literarische Tätigkeit, wenn auch nicht produktiver Art, im Kloster geblüht haben muß\ Ein genaues Bild dieser Tätigkeit wird sich allerdings erst nach gründlicher Durchforschimg der arabisclien und syrischen Handschriften der Bibliothek gewinnen lassen"'. Eine Chronik für diese Zeit ist im Kloster nicht vorhanden.

Anders steht es für die zweite Hälfte des Mittelalters. Nicht nur erscheinen seit den Kreuzzügen die Pilgerschriften in zunehmender Menge, sondern das Kloster besitzt auch eine Sammlung von T7rkunden liistorischer Art, wie im ganzen Orient keine zweite existiert.

Es sind dies von den Landesherren, den Herrschern von Ägypten ausgestellte Schutzbriefe, die in kaum unterbrochener Reihenfolge vom

' Die Möiiclif waren dairials in diT Mchi-Iicir ( )i-iciit;il(Mi syrischer tind «nibisclicr Ilci'kmirt: erst ,y,ofj;cn Erido des Mittelalters hat das i;i'i('cliisch(' Kh'mciit •/.uhcmoiiiiik-mi. das jot/t allein \ei(i-eleii ist. Aral)ische und <;e(»rf;is('lie Mönche hat es iiocii im 14. und 15. .lain- luiudert (nach Sutheni 13,56 und F. Fal»ei' 1485) auf dem Sinai i>eiieben. iVeilich nicht mehr im Kloster, .sondei'u außerhalb als Kiemiten. Syrer inid Armenier 'wui-den im 15. .lahr- hnnd«M't (nach Br-eitenbach 1483) iit)ej-haupt niciit mehr in das Kl<ts(er einjidassen.

- Diese bilden mit den griechischen den Hanptlx'sfandteil : abessinische. kiicheii- slawisclie vnid georjrische sind nin- einige wenige \(irhan<h'n. anden- übei'haMpt nicht.

1*

4 1). MoKi 1 /:

.lalire i 134 bis in das Aorige Jaln-l mildert liinabreiclH'ii. Bis zu dein osiuaiii- schen Sultan Suleinian Kaniuii sind sie in arabisclier, von da in türkisclier Sprache abgefaßt.

In diesen Seliulzschreiben (-v^t')wird liäulig Bezug genommen auf vorangegangene ältere Schreiben {:^j^).

Die erste Erwähnung eines solclien findet sich sclion in der ältesten vorhandenen Urkunde, einem Firman des Fatimidenchalifen el ITafiz (526 bis 544 der Higra = 1 132 i 149 n- Chr."), der dem Gouverneur von Aila- 'Akaba befiehlt, den Mönchen des Klosters »die alten Verträge« icuÄi^ ^j^l zu halten. Es haberi also damals Urkunden existiert, die als alt galten, somit etwa einige Jalirhunderte vorher ausgefertigt -gewesen sein müssen.

Sie dürften aber noch erlieblich älter sein. Denn deutlicher als in dem genannten Dokument werden sie in späteren Firmanen, zumal in einem des vorletzten 3Iamlukensultans Kansuh el Cihori vom 6. Muharram 911 (921?) d.H. bezeichnet als »Scliutzschreiben des Propheten und Urkun- den der Chalifen {^ ^kxX^ o^^-^^j" "^y^ o!^>fr^)«. Auch sein Vorgänger

Käit Bai meint die letzteren, wenn er von »sultanischen und clialifischen Erlassen» <IÄ.Jb~j Ä^i^ f^-^^y^ spricht. Damit können nicht Erlasse der vorangegangenen ketzerischen Fatimidenchalifen gemeint sein, denen der Chalifentitel von den Nachfolgern nicht zuerkannt wurde. Daß aber auch die Abbasiden- oder Umaijadenchalifen nicht darunter zu verstehen sind, beweist die Zusammennennung mit \^ und weiter einige Stellen in den Firmanen des ersten türkischen Statthalters von Ägy[)ten Chair Bek von 926 d.U. und 927 d.H. und des Osmanensultans Suleimän I. von 931 d.IL, wo diese clialifischen Scliutzschreil)eii unzweideutig genannt werden »Erlassen d(M- (vier) orthodoxen Chalifen« ^^| Jj \J\U\ Cj^,^ -

Es kann demnach kein Zweifel darüber obwalten, daß Suleimän, CJiäir

Bek, Kansuh, Käit Bai und die Vorgänger Schutzschreiben im Auge, viel-

»

' \'(»llstäii(li<;- 3^"^J -^ ^'"i Ilisclunii 435: .Ahiki'izi ("liiiiit 1, 195. I)(M' N'crirau' des 'Amr b. el 'Asi mit den ägyptischen Clii-isteii liieß di'r nömoc u^_y'^ . Sevcnis b. ;il .MubiüV ed. ll.'iiiil). S. 100, 9.

^ X;icli CiiKiKiKt. l.es ;ii'clieviM|nes du SiiKii (Melinites de l;i F.-ieulte ()i'i(>iit;d(>. Tx'y- i'imtli 11. 416) hat dem X'ei-lM.ssei' dt'v ;ind)ischeii ^IoiiO<>niplii(> über die ]ieili_i!,-eii .Stiitb'ii (oljlj) (ies Sinai im .laliiM^ 1710 ein i''ii-man nomi .laln-<» 508 d. II. vorgelegen (?).

■' ''oc- sigilluni gehört Ai dem kiiappiMi I)iit/(Mid lateiniselier J-'nMnihvörtcn- der römischeu Anit.s-(Militäj-- inid Juristen-)Sjjraclie. die dnrcli die Nabatäer zu den Ai-ab(M-n gedrungen" sind.

/}////•(/(// :///' (iischic/ih (f/s SliKiilt'ldsIrrs hii Milh lulh r. . 5

Iciclil ^()^ Annen gehabt hal)en, die- von einem der ersten vier CJialifen nnd dem Pro[)]ieten sel])st lierrülirteii oder lierrüliren sollten. Der plnrali- sehc Ansdniek, als ob melirere solcher Propheten- und Chalifenschreiben vorgelegen hätten, ist sicher ungenau und nur durch die Zusammennennung mit den sultanischen Schreiben veranlaßt worden. Außerdem heißt es in einer Urkunde von Chair Bek ausdrücklich »das heilige prophetische Schutz- schreiben und die Erlasse der. . o'>^>t-Jl^ '^.>^^ *^i^ j^\ «^^«-'1 und in einer andern vom Jahre 927 d.U. ^-^t4j Cj'>'^^»=^j Sx" "-^.f^ -^^

Nun existiert in deni Kloster eine Urkunde, die von dem Propheten herrühren und ersichtlich nach seinem Diktat von dem vierten ('halifen Ali geschrieben sein will. Freilich ist es nicht d.ns Original selbst, sondern eine tertiäre Abschrift, sogar in mehreren Exemplaren, von denen bislier drei gefunden sind. Das Original selbst ist verschwunden; nach der Tra- dition soll es von Sultan Selim^ oder seinem Soline, Sultan Suleiman, in (las Staatsarchiv von Konstantinopel überführt worden sein.

Möglich, sogar wahrscheinlich ist das. Das Kloster liätte wahrlich keinen triftigen Urund gehabt, sich eines so wertvollen Schatzes zu ent- äußern, der durch viele Jahrhunderte sein Talisman gewesen war. Dazu kommt, daß auch die Zweitälteste Urkunde der Klostersammlung, der ge- nannte Firman des Fatimidenchalifen el llafiz, sich in Konstantinopel ge- funden hat".

Auch der Firman ' Sultan Selims, auf den sich Suleiman bezieht und beruft, ist gleichfalls aus dem Kloster verschwunden. Da die vorhandenen Abschriften in den Jahren 957 d. H. (aus Ägypten^) und 968 d. H. (aus Kon- stantino[)el) angefertigt sind, Suleiman erst 974 d.U. starb, so ist es höchst-

^ Die Tradition des Klosters über eiiKMi aiiü,<'l)licli<'ii IJcsiicli <l('s Sultans Sciini an!" (It'Mi Sinai ist sicher crfiln<l<Mi. AN'edcr ist in seinem Taüchnclie (Ilalil Kdlieni. Tajiebneli der ägyptiscluii» Expediti(»ii des- Sultans Selini I.) davon (\'u\ Wvdr. noch in (h'v ins einzelne gellenden ('In'onik des <>leieli/tMtig(>n ägyptischen Sclnil'tstellcrs n)n IJas. AnBerdein sa<;t ('iiair !>el< in seiiKMn Scluitzschi'tMlxMi von 927 d.U. ans(h nckli<"h : "Zur Zeit, \vo Sultan Scjini in Aj^ypteii (oder in Kaii'o) Avar. wurden iiun ,jen(> alten Dokumente vorgezeigt« J'^/-

'^ Ich iaiul ilni im Sommer 19 10 in der Filiale (h-s Klosters im \"iert('l IJalat.

' Kigentlicli \vai-(»n (;s ihrer zwei, denn Chair I>ek sagt in seincun Firman \<m 926 d. II.:

J^ ^_j^ ^y^,/*i (5-äJ". f*^*^ jlx_Al c-tf^l (»lall y ^.j^ '^y</^ (*ti . . ^' ' ' Eine zwcMte. in Kairo angefertigte, ist uiulatiert.

(i . J^. M () u i T z

walirsclieiiilicli, daß er es gewesen ist, der diese Urkunden ans dem Kloster Iiat entfüliren lassen. Va' war niclit bloß ein großer Kriegs- und Staats- mann, sondern aueli Liebliaher der Literatur und Dichter in einer Person'.

" S^ r'l ^\

W'-?^* Ur*^j l^.»^-.^» ^*-^:'U'' ^rl^ V:-''^-? ^>V1 Jjli- ^ ^'(^.aJl (J/.-S 'J^^^, J" 3 ^(^\ ^'b ci^i o^b e?:^J p""^ l/V^J ci^ J*b J^^'^b es--^ ^ 3^ ^ c* f*4r^ <>

^ Vj '^ÄsL.VIj j^*Jl J^ S*^ Vj -ü^l J^-'j »^Wj ^\ M^ <Si -^äj dJJi J«j j^j 9 jUlj j^^j sir^i j (-^j ^y^\3 Jlc-^'b- e^'^Mj J^l j ^T -?^ J. c* lyl^U'J .0

' In scinciii Sjiiniiieleifer liat er unter den isliunischen Herrschern nuinclien \'<)i'gäu<^ei' ii('li;il)t, z.B. den <'luilifen el INIustangid (1160 1170), der den angeblichen Schenkungsbrief des l'ropheten an die FamiHt^ Taninn el Dari mit großen Kosten für seine Bibliotliek er- A\ orben hatte. Auf diesen Bi-icf wird noch ziM'iickzukomnien sein.

'^ Eine Abscbrift ,\^ . '' \ly^-.^. ^ Ya\w Abschi-ift r jlil . •' <:*/«_^ j ^^^-jlU- Mj Irhll in einer A])sclu-ift. '' <:>.L- -^ ^U Vj felilt in einei' Al)scln'ill. " Var.' «.jLJJ 0^

7h/irä'</(' ::ur (icscMchtf drs >>lii<iII\I()sIi rs im M'ittilallfr. 7

W^- ^^* ü" <>- W-:^. t-^:^ \yi^^ Vj ^ l_j'_^„ ^>JlJ.\ ^l. ^>U Jl^ j»^ lA^l (.>_ Vj -^^'^ ^*-'^-? c*^^ J^ •<;

' So :ill.> AI)Sc!iririiMi: ««(MiuMiit ist Ä^scJ-^. " l'''i*' Ahsclirirt Nl l^jU-;^ Nj '' i

IVlilt in ciiiiT Ahsclirift. * Kiiic Ahsrlirift iki*^ . ' Zwoi Ahscliriftcii ^IJl . '' Kiiif

Aksclirift UU»/ . ' Kill«' Al)sc-Iirif't ^.^ y^ . ^ Kiiu' AhsrliriCt ^^-äiii". " Diese

beiden Zeiijieii rehlen in den Ijeldeii djitierteii. '" rnd.-itierte Abschrift Hy^ "Haben alle (b'ei. '- Die undatiei-te liiBt Jl ^r ^y^wen.

8 B. Mo ritz:

jLlxlli <:^_J^1 A=»=.^JJ| o J.A «C« J_^| J'--='V1 (Jj '^-^ J-^^ t>'^l J' (>•* '^^' -^ ^*J iJj-^ (*'' '^

;j_y jl| ^'Ikll (^A.1 j ^l| o'y^-Jij ol«»J^b -ulUUl <^j^\jl\ "0 -v^j L. 27

hccnis ohi'ii ;iiii h;illi

C^j'b S^\ l)J-\ J-'Vl ^^ <l~^ä)' öjj,^'

Z±:

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^ Die un(l;itiort(^ «cii j . - Ebenso o_^a . •' Kiiic AhscliriH ^i^j -i j . ^ Kiiie

Ahscln-it't cA^lj t!/ '•^^ -^-^ >^J ' öy^ '' Ist die N.-ielisclii'irt des iindntiei'ton Textes,

in ihr (V'lilen alle dinki-itisciien Piiidde.

licilnh/r cur (ifKc/iir/ilc des Sinalkloshrs hu Milfildllrr. \)

Ü bcr.setzii ll,l^^

Dies ist ein Schreiln'ii, das Muliamined, Sulin des Abdallah, gcriclitct hat au allo 'Menschen insgesamt als Verkünder und Krinaliner und in^^ Vertrauen auf die Verlieißung Gottes an seine Gescliöpfe, damit die Menseheji keinen Rechtstitel -liaben wider Gott nacli den Proplietcn, und Gott ist allmächtig und allweise. Er liat es geschrieben an das Volk seines Glaubens und an alle, ^welche sich zur Religion des Christentums bekennen Im Osten und Westen der Erde, nali und Av^eit, Araber und Nichtfiraber, bekannt und unbekannt, als ein Sehreiben, das er ihnen zum Schutz gemacht hat. Darum, ^wer den Schutz, der darin gegeben wird, verletzt und ihm zuwider- handelt und übertritt, was er befiehlt, der verletzt den Schutz (iottes und bricht seinen Bund und verhöhnt seine Religion und verdient seinen Fluch, mag er Sultan sein oder ein anderer S'on den rechtgläubigen Muslims.

Und wenn Schutz sucht ein Mönch oder ein Pilger im Gebirge oder Tale, oder Höhle oder im Kulturlande oder in der Ebene oder im vSande oder aJjj oder Kirche, dann bin ich hinter ihnen und wehre ab ^von ihnen j<'den, der ihr Feind ist, ich selbst und meine Helfer und die Leute meines Glaubens und meine Anliänger, denn sie [die Christen] sind m(!ine Anhängef inid meine Schutzbefohlenen. Und ich will fernhalten von ihnen den Schaden bei der [Zufuhr derj Lebensmittel, welche die Schutzbefohlenen heranschleppen und [fernhalten von ihnen] das Bezahlen des H^harag, außer soviel ihiuvn selbst gut dünkt. Und es soll gegen sie wegen irgend etwas davon Aveder Zwang noch Nötigung eintreten. Und nicht soll verändert werden ein Bischof von seinem Bistum, noch ein Mönch aus seinem Möneh- tum, noch ein Einsiedler aus seinem Turme, ^noch ein Pilger von seiner Pilgerfahrt. Auch soll nicht zerstört werden ein Bau von ihren Kirchen und Kapellen noch von dem Vermögen ihrer Kirchen kommen zum Bau einer Moschee oder Wohnungen der Muslime. ^Wer so etwas tut, der verletzt (h'u Schutz Gottes und handelt dem Gesandten (iottes zuwider. Und es soll nicht auferlegt werden den M<)nchen und Bischöfen oder Einsiedlern Koj)fsteuer oder Abgabe.

Ich will über ihren Schutz wacluvn '°wo immVr sie sind, zu Lande

und zu Wasser, im Osten und Westen, Norden und Süden, denn sie sind

in meinem Schutz und in meinem Bmide und in meiner Sicherheit g<'gen

jegliche Widerwärtigkeit. Ebenso sollen die, welche in die' P^insamkeit

FhiL-Ust. Abh. WIS. Nr. 4. 'i

10 n. MoKiTz:

gelicii in die (ichirqo und heiligen Orte, iiicJit vcrpfliclitel sein "zur Koj)!- stcucr (»dci' /('liiitcn oder Teilung" von dem, wns sie anbauen, soweit es für ihren Mund bestimmt ist, und sie sollen unterstützt werden beim (iewinnen des (Getreides durch Freigebung- eines Kadah von jedem Ardabb zu ilirem Mundgebraucli. Und sie sollen nicht verptlichtet sein "in den Krieg zu ziehen oder Kopfsteuer zu entrichten, auch die zur Grundsteuer Verpflichteten und die Besitzer von Vermögen, BodiMi und Handelsgeschäften [sollen] nicht mehr als zwölf Dirhem pro Kopf in jedem Jahre [zu zahlen haben]. '^Und keinem sollen ungerechte Abgabeji auferlegt werden, und nicht darf mit den Leuten des Buches gestritten werden außer über das, was am besten ist'. Und wir wollen auf sie niederlassen die Flügel der Barmherzigkeit, und die Strafe der Widerwärtigkeit soll ihnen ferngehalten werden, wo immer sie siiul '*und wo immer sie sich niederlassen. Und weiui die Christin zu den Muslimen geht, so soll sie wohlwollend behandelt und ihr ermöglicht werden, in ihrer Kirche zu beten, und es dürfen zwischen ihr und dem, der ihre Keligion liebt, keine Intrigen gemacht w^erden (?). '"Und wer dem .Schutze Gottes zuwiderhandelt imd das Gegenteil davon beabsichtigt, der ist ein Rebell gegen seinen Bund und seinen Gesandten. Und sie sollen unterstützt werden beim Reparieren ihrer Kirchen und [heiligen] Orte, und das soll ihnen eine Beihülfe sein "'für ihre Religion und ihr Festhalten am V^M'trag, und keiner von ihnen soll zum Waffentragen gezwungen werden, sondern die 3luslimc sollen sie verteidigen. Und sie sollen diesem Schutz- versi)rechen nicht zuwiderhandeln, bis die Stimde' anhebt '^und die Welt zu Ende geht.

Als Zeuge für dieses Schulz versprechen, welches geschrieben hat Muhammed Sohn des Abdallah, der Gesandte Gottes, für die gesamt,en Christen ujid [als Zeuge für] die Erfüllung alles .dessen, was ihnen aus- bedungen ist, dienen die nachstehend verzeiclineten '^ Namen der Zeugeji:

'5 Ali b. Abi '[Vdib Abu Bakr b. Abi Kuhafe ^Umar b. el Chattab 'Otman I). Affan Abu "1 Dardji Abi llurere Abdallah b. Mas üd Abbas b. Abd el Muttalib Härit b. Täbit Abd erazim b. Hasan '°Fudel b. Abbas el Zuber b. el Awäm T^'H.ia b. Abdallah Sa^d b. Mu'ad SaM b. 'Ubäde Tabit b. Nafis Zed b. Tabit Bu H-anife b. 'Ubaih Häschim b. 'Ubaih Mu'azzam b. Kuraschi Abdallah b. Amr b. el Asi 'Amir b. Jäsin.

1 Di»' Sicllc ist Ncrdpi-ht. die T'tx'rsrtzmiii- mir ciiu" Vi'fiinitmi,<>-. s. S. To.

1liUr('i(/( :///■ ( n si-/ii(/ili ihs S///(//7r/o>/r/:s im Mlfh lallrr. 11

""'(icscliriehen li;il: dieses S<*hulzverspreclu'ii Ali ihn Al)i Tälil» mit ('i,l»'eiu'r Hand in der ^MdscIicc des Pr(>])Iieieii ;mi I);i(um des di'ilteii .AIuliMi'icin des Jalires 2 der Hi,«!>i'<'i des Propheten.

Die riinir)iilichkeit , dieses SeliriCt stück Mutlieiitiseli /ii (iii<len. lie^t Id;ii- zutcMge. Datierung', Stil und lidiall heweiseii jedes l'üi- si(di allein schon die Uneehtlieit.

ZunTudist ist das Datum, 3. Muhari'am des .lalires 2 der Iliura, unmöulieli. Zwar sind die ältesten Sehrei!»en dvs Pro])heten Muhanimed an die arahisehen Stämme nicht datiert: es ist al>er scdii- wahrsclieinlich, daß er \ ui- dem .lahre 5 liherhaupt noch keine Selireihen versandt hat ', und dir Stämme, aji die ei- sieh dann wandte, woJmten sämtlieli in der (iei^cnd von Aledina. jedenlalls nicht außerhalh des Hiuaz und Ne^d. Mit (h'u Stämmen im Nniihn vom lji,^'äz, auf die er xov den Sinaiten trell'cn niuL^tr. ist er erst mehi'err »lahre später in BeiM'ihrimu' ^ci-womnien. Der Stamm der (iudäm im (.ehiet des alten Midian, also auf dem Wege von Medina nach dem Sinai, erhi(dt sein Sehutzschreiix'ii ange])li('h scdion im rhalire 6". die iMnwohner der Städtciien Adruh. (ierha, Makna, und Aila erst im .lalire g i^('leg('nt lieh des Zuges nach Tehi^v: in diesem Jahre war der Pro])Jiet i'il)er]iau})t zum erstenmal mit Christen und -luden im Süden wie im Norden Arabiens in Berührung getreten. Schlielolicli braucht kaum erwähnt zu werden, daß unter d(Mi 47 Selireihen des Propheten, die sein Biograph Ihn Sa'd anl- führt ', ein solclies an die Sinaiten nicht vorkonnnt.

In seiner Form ist es zudem ganz ahw<'i(diend von den dort häulig wörtlich zitiei-ten Sehr(Mhen. Zimächst fällt auf die vi'dlige Ahweseidu-it der ständigen Kingangsformel, die Absender, Adressat und Doxologie ent- hält. Statt dessen tinden sich vage Ausdrücke, Avonacii es an die gesamte Menscliheit, dann an die Aidiänucr des Propheten gerichtet sei. Weiter befremdet der ^\'echsel in der redenden Person. Zu Anfang w ird von dem Propheten in d(>r dritten Person geredet, \()\\ Zeile (5) an redet er in i\(^v ersten. Nui- in d(Mn Sehutzschreiben an die .luden in Maknä findet sich

' Docli will Si'iiKN(.i:i;, Leben und Leine di'S .ALiliiiniiiieil II! ii)(. den \'ei'n';iii, niitden lijitHi i);uin;i und den Bann (rliitVir in das .lahr 2 setzen, ('\i iam (ImI. I ^>~i~,) den erstereii in das .lalir 5.

'^ Diese frühe .\nsctzung ist mir liöclist zweifelhart. Da die (indäiu im äußersten NdnLn von Hi^äz, eiireiitlich schon im Hyzantiniselieii Reich, wohnten, so kann Mulianuned srliw ci lieh laniz;e \(u' dem Zuu naeli 'rei)ük. also (>rst im .lalii-e n. mit ihnen in X'erhinduni; ^eli(l( n sein.

Lei W'i I I II u si:n. Sixi/zen und \'oiarl>eiten IV. (>7- 1.15.

1 2 11 M O R I T 7. '.

Äliiiliclies^ ; liier redet er zu Beginn in der ersten, dann in der dritten Person als der Gesandte Gottes. In allen anderen aber redet er in der ersten Person. Der bei aller AVeitschweiiigkeit ungelenke, häufig unklare Stil ist ganz unmuhammedanisch, bisweilen kaum noch arabisch zu nennen. Im besonderen möge auf folgende Ausdrücke aufmerksam gemacht werden:

2. Statt des Satzes <_=^^ aü\ J^ ^Ul j^_yC] hat eine Abschrift den gegenteiligen Sinn <ä\.^ ^c ^us Ä.^^:;-! j^xJ »damit Gott den Rechtstitel habe gegen seine Geschö])fe«.

3. Mit ^^ sind gemeint alle, welche (gut) arabisch s])rechen. Sonst lautet der Gegeiisatz ^j ^(^. Fast scheint es, als ob der Schreiber das erstere Wort, das er nur in der Bedeutung »Beduinen« kennen mochte, ab- sichtlich vermieden hat.

6. Zwischen A^«il J^^l und ^U!l j^ feldt sicher j; außerdem erwart(^t man jc- statt ^«. Über den Sinn kann wohl kein Zweifel sein.

7. '<>^j findet sich in allen drei Abschriften, das Wort ist sonst nicht bekannt. (Schreibfehler für \jj \J^J nach Littmann).

8. ^-y ist passivisch zu verstehen; das davon abhängige ll»j ist eine noch jetzt von Ungebildeten gebrauchte Konstruktion.

13. Für ^ll5J| Jjb\ J.il^ V haben zwei Abschriften nur \j^^ Vj. Die er- sichtlich unklare Fassung des Originals hat die verschiedenen Erklärungs- versuclie veranlaßt. Die Münchener Hs. ('od. ar. 21 ob (S. 21) hat Z. 24 eine Parallelstelle: ^,^ ^y^l J\ Vi ^^y^j^f Vj.

Der Ausdruck ^_fi^ »wir wollen die Flügel der Gnade ausbreiten« braucht nicht christliche Redeweise zu sein, auch die Muhammedaner kennen das Bild, z. B. <>-lö- ^[a^\j A^i" ^,^ ja K. al Raudat. 11 14; vgl. auch den

den Namen, ursprünglich wohl Titel, Ai»-\!l r^ Fürst von Hirns zur Zeit

' ^^

des ersten Kreuzzuges. Statt *i) erwartet man ^ic-.

r-l^i- und \y>r wurden in späterer Zeit gleichbedeutend gebraucht; Severus ihn el Mukafla' 164, 14: \J,M j* c^^il t:^J^^-

14. ojl-^ soll wohl oj^ sein; der Ausdruck sieht nach christlichem Ursprung aus. aJlc findet sich in allen drei Abschriften statt *.^i«^. Für

' SpKKiiER in M. S. O. S XIX 45.

I)rili'('i(/r :///■ (it sc/iir/ilf (hs Xi/ini/.-hj.'slrrs Im M Ithlalli r. liJ

ULjjr liat eine ALsvlirii't UU>j : der Aiisdi-iick ist wie der <^aii/<' folgend«' Satz iinarnbisc]!, ebenso

17. Jl ist falsclie Schreibung fiir das dem ungebildeten Scbrcilxr allein gcläulige vulgäre elli.

20. Die Al)kürzung w für ^Ll::^ ^\ ist bei den JigN jit isclien ('liristen sein- gebräuchlich. Folgende Bei.s|.iele ni()geii geinigen : niis .Makiizi (Chit. II)

L$^.^. . ^y^y,- r__^^y,- ^->~-X- ^'^^. ^^X (<'iucli L.), jllo^ . ^v-^^^j» (so zu lesen statt ^v-I^ 495)> ^-'ii/'X- <S'^,y^y.- ^y'^'- 'i^''*^ Se\('nis Ir. al .Mukalla' ^1^>- »> .

Anderseits findet sich die Form 11 für y\ schon in alter Zeit *J^^ ; Jila-aU> Ibn Sa'd 'T'jb. I 2. ^»j;^ U, )-~4 U j.. Severus 204. liesouders häufig ist sie in Nordarabien bei Ortsnamen: (A)bäljes(^l (zwischen Ma'Aii und Akaba), Aba Zehune (»Klefant«) lluber Journal 547. Aba'lgezäz, \V;idi im südlichen ]\Iidian u. a. ni. Umgekehrt haben die Aralx-r aus dem türkischen I)ä in Bajazid Al)u .lazid gemacht.

21. Merkwürdigerweise ist in der Unterschrift cJU' ^\ J-Jt das WOrl jl richtig. In dem echten Schreiben an die Juden von Makna. ' und in dem une(diten aus der Geniza (s.u.) stellt dafür ^\'. Ich bemerke hierzu. (la(3 die grammatisch unrichtige, aber in den ersten Jahrhunderten an- sclieinend nicht selt<Mi gebrauchte Schreibung ^\ sich mehrfach belegen liißt, z. 1^. in dem aus dem 3. Jahrhundert d. II. stammenden Koran Nr. 15 der Aja Sofia heißt es: ^_JLU ^\ ü ^ ^'f, in Ni". 21 mit W'okfije von Ua- maclän ^_]j d. TT. a])er ^)li* jl tlr Jt a.'S'^^ Bvkn (i. \V. 282 ^^a y\ Is^.

25. JwL ist mittelalterlicli.

Am scliärfsten geg<'n die P^elitheit des Schreibens spricht der Iidialt. AVährend in den erhaltenen echten Scjiutzselireibeii des Pr<)])lieten in der TIau])tsache von den Pflichten die Rede ist, die den Schutzbelohlenen auferlegt werden, sind ihnen in der vorliegenden I rkniide im (iegeiiteil die weitgehendsten A^o i-reeh t e bewilligt ohne irgendwelche (legenleistnng. Daß Krleichtei-ungen in der Steuei'frnge die Hauptrolle dabei s[)ielvn, ist

' I);il;Kjiiii 60.

-' P)ci Si'i-.K[!i K. ,1. ;i. (). 47 -48.

14 n. Moritz:

begrciflicli. Aber keine muliammedaiiisclKi Regierung hat ilireii Unter- tanen, am allerwenigsten den Christen, das Kecht der Selbstbestimmung der Steuer je, gewährt (7).

Man iVagt sich, wer die Christen waren, die in solcher Weise bevor- zugt werden sollten. Das Sinai-Kloster wird mit keinem Wort genannt, wenn auch zunächst und anscheinend in der Hauptsache von Einsiedlern und Mönchen, Pilgern und Bischöfen- die Rede ist. Passen würde auch auf das Kloster die Erwähnung der Zufuhr der Eebensmittel, freilich auch auf die anderen in den Wüsten von Ägypten gelegenen. .Vuffälliger ist es schon, wenn von Besitzern von Vermögen, von Grund und Boden und von Handelsgeschäften ges])rochen wird. Aber da das Kloster große Liegen- schaften besaß, Avenn auch schwerlich schon zur Zeit des Prophc^ten, und mit den Erzeugnissen desselben gelegentlich wohl auch Handel trieb', so läßt sich diese Erwähnung allenfalls noch begreiflicli finden. Canz unerklärlich aber bleibt die Konzession über die christlichen Erauen und ilire Behand- lung durch die Muhammedaner, ganz abgesehen davon zunächst, daß eine solche Konzession überhaupt unmöglich ist. Zu welchem Zweck sollten diese Erauen zu den Muhammedanern gehen, freiwillig doch nicht? Also nur als Kriegsgefangene, weim sie in die Sklaverei geschleppt wurden. Und solche sollten am Besuch der Kirchen idcht verhindert und im Verkehr mit denen, die zu ihrer Religion hinneigten (Christen oder Muhammedaner?), nicht gestört werden dürfen? Abgesehen davon, daß eine solche Konz<'ssion von selten Muhammeds ganz undeidvbar ist, so hat vor allem das Kloster nie mit Erauen zu tun gehabt, denen überhaupt erst in der neuesten Zeit der Zutritt dazu gestattet worden ist.

Ebenso unverständlicli ist die zugesagte Vergünstigung der Befreiung vom Kriegsdienst und Wafl*entragen% wenn unter diesen Privilegierten die Leute des Klosters verstanden werden sollen; waren doch die (Christen insgesamt dieser Ehre nicht teilhaftig. Allerdings wissen wir, daß ('bristen zum Übertritt gezwmigen und zu Soldaten gemacht wurden (Abü'l fida IV, 4) oder um den Schikanierungen und Demütigungen seitens ihrer muhammedani- schen Herrscher zu entgehen, freiwillig zum Lslam übertraten und sich in das

J 80 berichtet der Pilger Ludolf von Sutliem 1336, daß die KlostorbiiUler Kühlen und Dntteln von llelyni | = T6i-| nach Babylon in großen iNfengen zu :SIaikte brächten.

'■^ In dcni ii( rälschtcn Schutzbrief für die Juden ist inerkwürdigei-weise gerade das Gegenteil, das Ijcclit ziiiii W'.-ilTrnti'agcn, zugesagt: Si'i;i;i;i;u a.a.O.

I)rlli-(l(jr :///' ( ii sc/ilc/ih (hs Si iitlilchish rs ini M ilh hilh r . 15

llccr ciiistclliMi licl.icn (Scxci'us 164, 15). oder \(»ii iliiKii IhmItoIiI wurden. MuC die (iMleercii i^'cscliickl zu \v(M'd('ii (id. 143, 13). Solche \'ni'lK(iiiiiiiiiis>f zu \ erliiiiderii, dürfte der Verfas.sei- der l iktinde l)eal).sicJitiut li;d»eii. l)i(vc AhiHMg'imii- H'e^'eii Krie<;' und WnlVeidiMiidw crk ist ühriü-en.s eiii weiterer III- "wois Cur den sputen l i's|»i-un!4' d(M' Urlviinde. ,leden(;ill,s wav im S. -Inlir- ]iinidert n. Clii". bis in d;is 9. liinein Non einem .sohdn'n uidvi-ieu-eriselieii ( 'ei^i hei der ;ii;\ pti.sehen Hevrdkenini»' nichts /u spüren. In diese Zeit, in die .Inhre 107, 121, 132, 150, 156. 2 i 6 d. H. fnUen die urol.ien Aulsl;iii(h', h?nipt- siicldich in Un(erri<>'ypleii, deren Uuterdrücknni;' (h'ii ;ir;ihis(dien Stnit h;dterii 3Iühe lienuu' licnijudit hat.

.\Ue diese Erwilg-ungeii Insseii die Annnhine nnni(")ulich ersfdieinen. dnß die Urkunde von einem Ani;'ehr)rin-en (h\s Klosters und zu de.svcn \\^\■- t<Ml nllein niii^'efertigt worden sei. Ks hleiht dann eben Jinr die Krklrirun.ii- übrig, (biß sie außerhalb des Klosters entstanden ist. Allerdings hatte sein Urlieber in erst(H' Linie die Vorteile von Klosterlenten dabei im Ani;i' und dann erst die der eliristlicben Bevölkerung des Landes insgemein.

Kin bestiniinter Aidaß zur Herstellung der Ui'kunde läßt sich dai'aus ni(dil reeht ersehen. Aus der Zusage, daß keine Krli()hung der Steuer erColgen soll, kann man seldießen, daß eine solche damals ü-edrolit liat- oder schon eingetreten war. Ferner läßt das V(M'sprechen, daß kein (iebände, (1. h. wohl Teil von Kirchen, demoliert und das Vermögen der Kirchen nicht zum Bau von Mosclieen und muhammedanischen Tläusern verwendei MMM'den darf, vermuten, daß dergleichen damals zu befürchten gewescMi ist. Sohdie Fälle sind aber in Ag\})ten häufig vorgekommen, einige aus dem JMittelalter sollen s|)äter angeführt werden.

Daß als Ursprungsland luir .\gypten in Betracht kommen kann, zeigt die Erwähnung der Maße Ardab!) und Kadah (11), die nur dort, aber niclit in S^'rien im Gebrauch waren'; im übrigen sind sjx'zifisch ägyptische Sprach Wendungen im Text niclit ^•orhanden.

Bezüglich der Zeit der Herstellung ist ein siclierer Aidialtspunkl im Text g(\gel)en durch die Erwähnung des »Sultans« (4)". Dieses AVort, ur- sprünglich -~ Regierung, Herrschaft, wurde zwar schon seit dem 1 ..lahrhunfb'rt d. H. den Statthaltern, wie es scheint vom Volke als Hoheitstit(d bei^(degt und

' Noch in Ail;i-'Akaba \\afen .Maße mul (IcuicIiU' syriscli. Mnkaildasi 171;, i. - Der Ausdruck .-uiag er Sultan .sein oder etw a.s arideres« bedeutet uui- = liocii und nicdrijj;.

K; H. Moin 1 z:

von iJiiien gefülirt'. Onizicll fVeilicli wurde er erst etwa zwei Jahrliuiiderte später im Jahre 334 d. H. = 945 n. C'lir. von dem abbasidiselien Reichs- kanzler bzw. Kegenten Ahmed aus dem persisclien Geschlecht Bujeh (arabisch Buwaihi) nebcyi dem Ehrentitel ÄSj-^ll y* angenommen, zum Zeichen dessen, daß er die weltliche Gewalt im Abbasidenreiche übernommen habe. Wann in Ägypten der Sultanstitel amtlich eingeführt wurde, bleibt unsicher; ein(^ bestimmte Angabe bei den Historikern findet sich nicht darüber. Die Groß- wezire des späteren Fatimidenchalifen scheinen ilm (außeramtlich ?) geführt zu haben, so Badr el Ganiali', Ibn Sallar unter el Zafir im Jahre 547 ', und unter el Adid Asad eddin Schirküh, in dessen Bestallungsurkunde J'^\ j^\ mit J'y'^\ jÜai- wechselt*. Der erste, der ihn offiziell führte, war Saladin; er erhielt ihn im Jahre 570, trug ihn aber erst seit 576'

Die Sinaiurkunde kann also nicht vor rund 900 n. Chr. entstanden sein. Zu dieser Ansetzung paßt noch ein anderer Anhaltspunkt. Es war oben gesagt worden, daß in dem ältest erhaltenen Firman vom Jahr 11 34 die Urkunde als «alte« bezeichnet ist. Da nun kaum anzunehmen steht, daß jioch eine andere vorhanden gewesen ist, also nur die vorliegende damit gemeint sein kann, so müßte sie damals etwa mindestens 100, viel- leicht 200 Jahre alt gewesen sein. Wir kämen also in die Zeit vor 1000 und können mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Herstellung auf den Raum von 900 1000 begrenzen.

Ist diese Ansetzung richtig, dann darf man jioch einen Schritt weiter tun uiul annehmen, daß unser Schriftstück in der Zeit des Chalifen Häkim (996 ^1020 n. Chr.) entstanden sein mag. Auf sie passen auch die an- geführten Merkmale einer schweren Bedrückung''. Häkim war, obwohl er von einer christlichen Mutter stammte, offenbar entschlossen gewesen, das Christentum auszurotten.

Über 1030 Kirchen und Klöster habe er zerstören lassen; ihr Ver- mögen wurde geraubt und samt Grund und Boden zum Bau von Moscheen

, ' Der gleiclie Bedeiitungsübergang liat mit dem Wort »daula« stattgefunden, das jetzt in Südarabien Titel aller Häuptlinge geworden ist.

'^ Makr. Chit. I 442.

■' V. BERrnKM, .Materiüiix 229 A. 4, WTsik.m 1:1.]). (i<'scli. di-r r.-itiiiiidcticli.ilircn 316

'' K. al raiidatciii 1 158/9.

•' V. IJkrchkm, 727 A. 4.

'• I)ie Leidensgescliidite der Christen in Agy[)teii gibt ansCülulicli .Makrizi, Chit. 11 492 f.

Hritnn/r zur (irschic/ih des Sincl/i/rfsfrrs im Milhhilhr. 1 7

vorwoiidel. Der Slouonl ruck erreichte eine nie (Uj^ewesenc lläiie. ll.-ind- wei ker und einfache Arbeiter mußten i ' i V 4 Dinar im .lalire zahh'ii,

()l)Wo]d (h'r gesetzliche Höchstsatz nur i Dinar war'. Die Geistliehlceit, die bis 'Umar ibn 'Abd el Aziz samt ihren (rrundstücken ganz steuerfrei geblieben'", dann von Jezid zur »Steuer herangezogen worden war, unter Abdallali ibn el Ijabhab noch eine Krhöhung, unter Ibn Tulun wieder eine Ermäßigung erfahren, unter dem Chalifen Muktadir im .Jahr 315 d. II. = 927 n. Chr. sogar völlige Steuerfreiheit erlangt Iiatte, war von den Fatimiden o(feid)ar aus politisclien Gründen, um an den Christen ein Gegengewicht gegen die sunnitische Bevölkerung zu bekommen, stark begünstigt worden '. Der Kinrtuß und das Ansehen, den das christliche Element be.sonders unter el Mu'izz und el Aziz in der Staatsverwaltung erlangt hatte, mußte eine muhamine- danische Reaktion erzeugen, die unter Hakims Leitung der scliwerstc Schlag wurde, den d?js Christentum in Ägypten erlitten hat. Sich gegen solche Verfolgungen zu schützen und womöglich die frühere günstige Lage wieder- zugewinnen, das war olfenbar der Zweck, den der Verfasser der Urkunde im Auge gehabt hat. Daß die Fälschung besonders gescliickt ausgeführt sei, läßt sich nicht behaupten. Um so mehr muß man sich wundern, daß ein solches 3Iach\verk über ein halbes Jahrtausend für echt gehalten werden konnte. Nur der Mangel der Muhammedaner an kritischem Sinn in religiösen Fragen sowie ilire Ehrfurcht vor den JC\ können diese Erscheinung erklären.

Nicht ausgeschlossen freilich bleibt die Möglichkeit, daß Sultan Suleiman

oder sein Vertreter, der das Dokument zu sehen bekommen hat, Mißtrauen da-

gegen gefaßt und zur Vermeidung von Ärgernissen es habe verschwinden lassen.

Schließlieh steht das Dokument in der Geschichte des Orients nicht ohne Beispiel da. Alle Religionsparteien habe<i bei der Herstellung ge- fälschter Urkunden mitgetan, die von dem Propheten herrühren sollten. Die ältesten reichen bis in die Zeit kurz nach seinem Tode hinauf*. Das bekannteste ist die Schenkungsurkunde des Propheten an die Familien Tamim b. Aus und Nu'eim b. Aus el Däri, durch die sie sich großen Grund-

' Ahn .lüsuf, K. al chaiAij; 69,70.

^ Severus 1>. el Mukarta' 134,11. 143,22 id. 144.

' I)(M- AiiiKMiici- Abu Sjilil.i (('Imiclics and Mcmaslcrics of lOfiypU t'd. K\('(ts. S. 15) riiliiiit. daß di<' Fatimiden diMi koptisclit-n Klöstern und Kirclu-n rciclie Ländeivien V(M'lit'li<Mi haben, die ihnen daiui xon Siiladin w iudcr ücnoninien wiiich'u.

' Si'KRitKK a. a. O. 67. ( i()i.i)/,iiii;i!. Midi.-unnied. Sliuhen II 3^)4. PhiL-hist. Mh. 1i)1S. Nr. I.

Ks 15. 3I01MTZ:

Ix'sitz in SüdpalJi.stiiin NcrscliMlTt Iintte. Der Scliwiiidcl wurde zw;ir von d<'ni Kadi \oii ficj'iisalcni im Jnlire 490 d. IL aufgedeckt, nber trotzdem wurde dns Machwerk als Reli(|nie für schweres (leid von einer Chalifen- I)i))liot.hek erworben^ Ein anderes Kxeniplar, genannt tUai Vi o^so genannt nach seinem Beginn a^ ^^\ Ul -*^ ', ist ^on einem Nachkommen der Familie zur Zeit des Sultans Muräd nach Konstantinopel gebracht und der kaiser- lichen Bibliothek verehrt worden'.

Sieher apokryph ist auch das Schreiben an den Bischof Daghatir^. Der echtbeduinischeName^ dieses tiefimbyzantinischen Reiche (Emesa) wohnenden Adressaten, noch mehr aber der von den echten Schreiben ganz abweichende Inhalt lassen übei- die Unechtheit keinen Zweifel. Während das erste Schreiben von den angeblichen Adressaten gefälscht war, rührt das zweite offenbar von einem übereifrigen Anhänger des Pi-ophcten her, der dessen Ruhm damit zu verherrlichen glaubte.

Nicht zu zweifeln dagegen ist an der P>htheit des Schutzschrei1)ens, das der Prophet an die jüdischen Bewohner der Städtchen Adruh und (iar})ä gerichtet hatte, und das dort noch zti Ende des 10. und im i i. Jahrhundert H. vorgezeigt wurde'', samt der (echten?) Bürde des Propheten, die gleich- falls dort aufbewahrt wurde'. Allerdings weisen die iTberlieferungen über dieses Schreiben bemerkenswerte Differenzen auf, zu denen ich aber die doppelte Fassung als unerheblich nicht zählen möchte. Zunächst ist nicht klar, ob es sich um ein oder zwei Schreiben gehandelt hat. Nach Ibn Sa'd, Ibn Hischäm und Baladuri ist das Sehreiben an die Einwohner beider Städte zusammen geri(ditet gewesen, worin nichts Auffallendes zu finden ist, obwohl sie in erheblicher P'ntfernung voneinander lagen. Ta1)ari dagegen sagt ausdrücklich (1 1702), daß der Prophet an jede Stadt besonders ge-

^ S. o. 3 A. 1. llicizii Nöi.DEKK in Lit. Z(Miti"iIl)l. 1916. vSp. 707 (Liti'.mann).

^ Über das Verbuni Jajl s. L.vm>i!kk(;, Arahica V 142.

^ Nacli dein Glossator von Ibn Doraid, Kitab'el isclitikak 226 Anin. b. Wciclicr Murad von den dreien dieses Namens gemeint ist, wird dort nicbt gesagt, es heißt nnr ijl^ll ijja)! J. Auch die Zeit des Glossators läßt sich nicht ermitteln.

' Weixhausen, Skizzen IV, Nr. 43, S. 119.

'•' So, nicht Dughatir, möchte ich den Namen vokalisiercn. Der niodcrnc Dcghetir (Hkss, Beduinennamen 22) ist nicht Diminuti^, sondern Aussprache mit Imäle. Häufig ist die Form Daghtür oder Dughlnr.

" Si>Ei{i:i:i{ a. a. O.

' Mukaddasi i 78, 9.

ll<Hrii(j(' zur (iischic/th ili.< SliKilldostn's im Milhhilhr. \\\

schrieben lin])e (llir^bj ^I-f'). und W;ikldi nndrerseils. dcf d;i.s Scln-cih.ii ;iii Adruh vor Aui^eii ^'eliabt und kopici-t linl. s;i^t nichts \(in (.('i'l»;i. Ihn S;i d verwirrt die Sache i^vinz, in<h'ni erden zwcilen Namen (-anha schrciht. ein zweiles Mal (Nr. 44) die Hanu (ianha .hiden neinii nnd als einen 'i'<'il (h'r Kinwolmer von ^Takiiä 1)ezeic]inet .

Die Späteren lialtcn ei-st recht keine i;'enau(i Kunde niehi'. Mnka(hlasi (17S, 9) sagt, (kas SehreilxMi sei in A<hMdi xorlianden. liekri daueren, es sei in (ierhä. ein aiKh'rnial (unler jxX\ 4^j>j) aUei-dini^s. es sei in Adiadi '. Ilher kr)nnt(' die große DilVerenz in ihai Angal»en üher die ih'die der Stenei- ;ni(- fall(Mi. Nacli VVäkidi bekamen die I-'inwohner xon A(had.i aUein looo Dinai' Jäliriicji zu zalilen, nach Ibn Sa'd die ixäihn Siädlc znsammen mir 100, inndi Rakiduri Adruh 100, (ierb?!, die "gizje". Da (Kie Zahh-n in dieser ältesten Zeit nicht in ZilTern. sondern in Buc]istal)en voll ansgescjiriebeii wurch'n, so ist diese DifVerenz nicht olnie ]>elang. Aber trotz dieser kan- wände wird an der kxhtlieit des Schreibens i'estznhallen sein.

Auch die -luden haben ein(\s oder mehrere solcher gel'älscliten Dokumente besessen. begreif'li(di, da d(M' Islam von Anfang an ihnen noch schlimmer mit- gespielt hat als den Cliristen. Die \AM'su<dning lag bei ihnen um so näher, als ein unzweilelhaftes, vom Pro[)heten herrührendes Schutzschreiben für die jü~ dis(die (Gemeinde in Maknä am (Jolf von Akaba tats;ichlich \()rhandcn war"'. Nach seinem Muster ist im IMittelali<'r ein luaies SchntzschreilxMi für dieselbe (»emeinde und die von (^liebar angetertigt worden, das erst in neuester Zeit in Cairo aufgefunden worden ist'. ()b\vohl es zwar noch nicht in allen Kinzelheiten autgeklärt ist, so muß die Unechtheit bei vorurteilsfreier ßc- trachtiuig außer Zweifel bleiben. Vor dem SinaidoknmcMit hat es eine viel geschielvtere Abfassung vorans; gemeinsam mit ihm hat es. daß es wie dieses nur von Ivechten sjuächt. die d(Mi Adressaten bewilligt \verden.

Ks müssen aber noch mehr d(M-artige Dokumente in Ägypten wäh- i-end des Mittelalters existiert haben. Von tlcin Mamlukensultan (iakmak (842 857 d.H.=^ 1438^ 1453 n.Chr.) wird bericlitet '. daßei- im Jahre S46d. II.

' Si'KM:\(,i:i! (111. 424 \. i) s.'iLit. t'ickri hen'clite in seiner ( l('(>!;r;i|)liir. (lal.> die .liicleii in Midiaii aucli ein(Mi Uiicf des I'i ojilieten licsilzcn. der /\\;ii' üaii/. .^cliwai/ utwordcn. abei nocii Icsci'licli sei. Ich liahe die St(>!le nicht iiiulen tiöiinen.

^ \'()n Um Sa d Nr.44 und (»alädin'i Ao in «'twas ahweicli'-ndcn ( licilicIciiMi^ni ciiiallrn.

' Sn, iii'.i 1;, a. a. ( ). jX IV.

' Sachäwi. Tilii- cd. ('aiivi 1 .S()r), ^(^ 40: ^.».j»'>L-l Je _:zSZl\ J^\

20 I>. MoiMTz:

(==: 1442 11. Chr.), aufgehetzt von der fancatischen Geistlichkeit, den koptisclien und den griechisclien Patriarchen sowie die Häupter der orthodoxen, karnischen und samaritanischen Judenschaft befragt habe nach dem »Schutz- brief, der ihren Vorvätern ausgestellt worden sei«. Da sie nichts davon wußten, so beschloß der Staatsrat, »ihnen den Schutz zu erneuern nach Maßgabe des von dem (Hialifen 'Omar ihn el Chattab überlieferten«. Es muß sich dabei doch um zwei Dokumente gehandelt haben, für jede Religionsgemeinscliaft eins. Ob das für die Juden bestimmte mit dem in derGeniza gefundenen identisch gewesen ist, kann wegen dessen Adressierung zweifelhaft sein; es müßte also noch ein anderes existiert liaben. Befremd- lich bleibt bei der Sache nur, daß die Hauptinteressenten, die Patriarclien \md die Rabbiner, von der Existenz dieser für sie so wichtigen Urkunden anscheinend keine Ahnung gehabt haben sollen. Vermuten läßt sich immer- hin, daß die christliche Urkunde das heutige Sinaidokument gewesen sein mag ' .

Ein Seitenstück zu letzterem scheint der Schutzbrief zu sein, den das Kloster Ghubbä barrajä in Mesopotamien besessen hat. Er stammte an- geblich ebenfalls von der Hand des Chalifen 'Ali, muß aber in viel früherer Zeit als die genannten entstanden sein, da er vor dem .lahre 825 n. Chr. dem Chalifen Mamün in Bagdad gezeigt worden ist'.. Es muß also eine recht alte, mindestens aus dem 8. Jahrhundert stammende Fälschung ge- wesen sein, die off'enbar sehr geschickt gemacht gewesen war, wenn ein so kluger -Mann wie Mamün sich hat dadurch düpieren lassen. Schließ- lich wollen liuch die orthodoxen Armenier in Ägypten zwei solcher Schutz- schreiben des Propheten besessen haben, deren Originale sich bei dem Patriarchen in Rußland befinden sollen".

' Mit (_$_^(a^)l M;ikrizi II498 ist crsichtlicli kein (M^fciuM- Sclmt/.hrii'C uviisciiit, sondern die ;ilIj^<>nH'iii(' N'crordnun,!!, ( )iii;ii'S gi^iii'n Clii-istcn und .luden. Kine Ui'knndc \i)n Oiiuir /eisten die Cln'istcMi von KusJiir (im '(lel)iet xon Antiiiclii(Mi) dem Sult;in l);ubai-.s im .liüii-e 666 Mir. in welcher ihnen ihr Recht ;\uf ^.'■•w Uesitz (V-v Stndt \ei-l)ri(^t't \v;ii': ^\'I^II.. (l(\schichte O^vv ChnliCtMi IV, 67.

^ I).\HHKnRAKi'S, Kir('lienjieschichte(ed. Ahlieloos und L;iniey| 1 ,158: w*3j V^ wO.^^ }3N^

^ Bkicsch, Reisebei-ichte ;iiis Ägypten. 56.

^

linträyr zur (ieschichtt ds S>inaikhtf<his im Miltrlallrr. '1 1

Eine iilmliclie Urkunde, ein Scliutzbrief des Proplieteii Muli.'unnicd für die Ivoptisclion (üiristeii in Äj^yj)ten, findet sich in der Münchener Hof- und

Staatsbiblinihek als Cod. nrnb. 210b.

Es ist dies eine moderne Kopie, nach Papier und Schrift aus der Zeit nacli der Mitte^ des vorigen Jalirliunderts. D<a eine; Herausi^abe und Bearbeitung (hn- Urkunde von andrer Seite zu erwarten stellt, so mag hier nur die Einleitung im Worthait, der Iidialt bloß im Auszug- w iedergegeb<'ii AVerden :

•:• jl>Vii 4_>«V^ Sic j^üll Jl ^'%^\ S^\3 Zj^^\ r\ <^ (»l'V] -^ ^j l^-*.i«ll <^— i I

o^

j>läj\ [xjj^

^^j^\ äjl^l -^ö jjl ^* iS-^ ^-^^ »J^J ^-^ W'^^l y^J j~^^ ia-ÄJIj SjLoJl ^\^

Übersetzung.

I Abschrift des Sdiutzschreibens, wie [es] der Herr der Mensclien [Segens- wünsche] geschrieben liat an die Schutz])efoldenen in Siclierlieit und Frieden. [ Ab-Jgesclirieben liat es der |der göttlichen (Jnade| bedürftige (xirgis.

-< Im Namen Gottes, des barmherzigen Mrbainiers. und zu iiim llehcji wir .um Scliutz.

[Dies ist] die Abschrift des Schutzsciireibens, das Muhammed ibn Al)d el Muttalib gesch riebcti hat, und als Geschenk von ihm an alle übrigen Konfessionen der Christen und der Kopten in Ägypten und allen ihren sonstigen Gebieten. Und er spriciit: Dieses ist uiein Schutz[-ver- spreclien] von mir für alle christlichen Schutzgenossen und ftir alle übrigen Orte, in denen sie woiiuen

3 als Schutz von uns für sie luid zui- Hut ^ on (Jottes wegen, denn sie sind (in (iut Gottes auf seiner Ei'de usw.

22 R.Moritz:

Nacli dieser recht Iniigatmigen Einleitung (Z. i 7) verspricht der Prophet ilinen (h'u Seliutz Gottes für sie, ihre Liindereien, Kirclien, Klöster und deren Insassen (8 9), für ilire Religion, soweit in seinen und seiner Leute, der Ismailiten, Kräften stünde (10 -li), Avill sie eliren in nller VV^'lt, daß sie Schreiber und Scliatzmeister hei Sultanen, Königen und (h'u (iroi.M^n der Erde werden können (12). Ihre Mönche und Geistlichen soHen olme Ahgahen, iJire Kirchen, Klöster und Pachtländer für ewige Zeiten steuerfrei bleil)en; ihre Patriarchen und Bischöfe sollen niclit ab- gesetzt, ihre (iesetze nicht aufgelioben (13), keiir Christ an seiner Religion gehindert und ihre Bethäuser nicht zerstört werden (14). Aus den Häusern der Ciiristen darf nichts genommen, ebensowenig aus ihren Kirchen (15). Weini ein l>au von ihren Kirchen einstürzt, darf er repariert av erden (16). Es dürfen den Ciiristen keine Lasten auferlegt Averden, außer solcJien, mit denen sie einverstanden sind (17). Herumziehende Kaufleute sollen pro Jahr sieben Diiheni zahlen (18); vom Grundbesitzer soll iiicht melir er- hoben Averden, als er leisten kann (19). Die Christen dürfen niciit zum Kriegs- di(!nst ]ierangezog(Mi Averden (21); aueii dürfen sicli die Muhammedaner in Streitigkeiten zwischen ('hri-sten nicht einmischen, aul.k'r zur Begüti- gung (2 2). Abnehmen dürfen die -Muliammedaner den Christen nichts, außer als Entleiliung (2-5). Niemand soll sie kränken oder schädigen (24-25). Verboten ist auch ^^-li-lj *j-^ •^^' (26). soa\ ie ilire Töchter zu heiraten und ihre Weiber, außer wenn sie freiAvillig zum Islam übertreten (27). Kein Christ soll mehr Sklave eines Muslim werden dürfen (28). Im Notfalle soll der iMuslim dem Christen beistehen (29—30). Sie sollen die christ- lichen Kirchen nicht betreten, noch den Gottesdienst stören (31). I)i(^ Christen brauchen den Muslimen im Kriege nicht beizustehen, nur sollei» sich die Klosterbewohner der von der Pilgerfahrt nach ^lekka IIeind<ehrenden mit Speise undTraidv annehmen (32). Man soll die Christen nicht zwingen, ihre Religion zu verlassen i^]^^), ihre Geistlichen undiMönche nirgends kränken (34). j\lan soll die Christen nicht hindern, die (Tlocken zu läuten -^'.^ J ^^-^1

Das .Schriftstück ist im Gegensatz zum Sinaidokument nicht datiert und trägt außer 3 1 Z(m igen Unterschriften noch die Bemerkung, daß es von Abä Talib b. Ahmed wohl dem Chalileu Omar auf Gazellenleder in drei Exemplaren geschi-i<'ben worden sei. wovon das' eine im Hause der

I'xilrd'ii' :///■ ( 'ii sc/iirhh' dis Siiidilt'loshrs im MUh lalh r. 2)i

IlcrrscIinCt (bait cI iii;iinl;ikM) im .AI;iiilis (l(>s Sult;iii sich his muC fliesen T.'iii' l)('liii(l(\ (üc l)(M(l('ii Mildern hei den M/uiclien in der \\ liste ( <• y ).

Die Ui'kun<l(' ist iniit Z. 2 für die Kopten, also wolil .'undi \ 011 ihnen Mn,i>-er('rti]ü;t worden und (MitliJiU zicninch diesellxn N'erheil.^iiimcn \nn NOr- rechten wie das Siiiaidolunnent. Doch liinh-n sicli einie'e Al»\\ cichniiLien. die li'ir (h'h koptischen Verfasser clini'akteristiscii sind. Während in (h-ni Sinaidokunient (Z. 12) di(' Christen sicli jährlich 12 Dirhein als Steuer aiif- <'rh'i>(Mi Lnssen woUeii, soHen die Kopten niii' siehen zahh'ii (Z. iS). Weiter A\ ird (h'n lu>ptisclien Ciiristen verlieii.^en (Z. 12). dal.> sie Beamte und Finan/- h'iite hei den Sultanen und (»rollen der Krde sein sollen, eine Stellung-, die sie das Lian/e Mittelalter hindurch his in die neueste Zeit in .\u\ j)ten i'in^'enommen haheii, /um ^lil.ncrunüu'en nicht hlol.i der Muhammedaner. sondei'ii auch der übrigen C'hristen, die \(>ni Iveuierunusdjenst ausii-esclilossen waren.

Dafüi" erkennt die koptiscJie l i'kunde aher auch eine Vi'rpilicht um;- an, \ 011 der si(di im Sinaidokument nichts fiinlet : den miihamniedanischen Pilgern soll von den Bewohnern der Klöster' Speise und Trank gereicht werden.

Anderseits findet sich eine nu'rkAN iirdii>-e t hereinstimniuni;'. i)ci* un- klare Ausdruck <lei- Sinaiurkuiuh^ Z. 13, j^^l J^ J\^y\ \ _.ll\Jl ^A | 1 J ^{^_ Vj ers(dieint in der ko[)tischen, Z. 24, freilich etwas \('i-ändert. wieder; Yj -»y. j^:^\* ^\> \M J'y j^- . Ks ist möglich, daß beide Lesarten zuriicki.;(']ien auf eine ursprüniiliche : ^^^.-^l ^!'d Vi ^^ jl^ Vj Daraus m(>chte ich aber nicht sciiliel.nMi, dal,^ bei(h' 1 rkunden auf eine ältere /urück,e-ehen, sonch'rn höchstens, daß die eine nicht olnn^ Kenntnis der andern eiiistan<h'n ist.

IL

Zwei Firmane des Sultans Käit Bai.

Als ein Beispiel der Firmane füllten zwei vom Sultan Kait Bai. also aus dem Ijide (k's Mittelalters.

Das Kloster liatte die w <>cliselnden Geschrcke An\j)tens ribcrdauert, (k'n tjbergang der Fatimidenherrschaft an die Dynastie Saladins, dann dei'en

' (iiiiiiint sind dir (\i'V KK'istci' im \\";"i(li NmIiuii. durch dns die .die Sti.il.^i' dir iimd- ;drik;inisclit'ii I'il^<'i' (Tiiii-tc.

24 I). M o R 1 T z :

fschiiclleii N'crffill und ihre Ablösung durdi dio iMandukenlieiTScIjaft, mit der die letzte Periode stMatllclier Selbständigkeit für Ägyjiteii gekommen war.

Der Talisman, den das Kloster an jenem angeblielien Schutzschreiben des Propheten Mubammed besaß, hatte es zwar nicht vor Rrandsebatzungen seitens der Beduinen, selbst teilweiser Zerstörung und gelegentlicher Aus- mordung schützen können, aber schließlich hatte es ihm allein die Mög- lichkeit seines Fortbestehens zu danken. Denn wenn schon in der älteren Zeit vm Zweifel an seiner Echtheit nicht laut geworden war, so war das in der späteren Zeit erst recht nicht mehr möglich, und so sahen sich selbst die größten Christenfeinde unter den ägyptischen Sultanen gezwungen, ihren Beamten und den Beduinen den Schutz des Klosters und seiner Be- uohner immer wieder zu empfehlen.

War unter den Fatimiden, mit Ausnahme von el Jjäkim, noch mehr unter (h'n Aijubi<len von Saladin an die Fage der ägyptischen Christen leidlich günstig gewesen, so ti-at mit der ersten Mamlukendynastie eine Periode der Bedrückung und \^'rfolgung ein, die auch unter der zweiten noch anhielt und den Bestand des (Christentums in Ägypten erheblich geschmälert hat.

Wie schlinmi die Fage der Christen in Ägyj)ten während der zweiten Hälfte 'des Mittelalters geworden war, möge durch einige kurze Auszüge aus den Berichten m uhammedanischer Chronisten gezeigt werden.

Als im Jahre 663 d. H. (— i 264/65 n. Chr.) in Kairo eine große Feuers- brunst ausbrach, die wie üblich den Christen zur Fast gelegt wurde, be- fahl Sultan Baibars, sämtliche Christen zu verbrennen, wozu auch un- verzüglich Anstalten getroilen wurden. Nur durch schwere Geldopfer an einige hohe Beamte gelang es, das Unheil abzuwenden'. Iliine umfassende Zerstörung von Kirchen und Klöstern durch ganz Ägypten, von Ah'xandrien bis Asuän und in die Oasen der Sahara hinein, fand im Jahre 721 d. IF (= 1321 n.Chr.) statt, unter der Regierung des Sultans Malik el Nä.sir, dei- gegen den von der Geistlichkeit aufgehetzten Pöbel machtlos war, zumal da auch die hohen Beamten mit ilim sympathisierten. Unersetzliche Schätze von Denkmälern altchristlicher Kunst und Fiteratur sind damals, zugrunde gegangen".

' 11)11 Ijns I. 104. An.s S(3verus b. <4 ^MiikaflW wi.sseii \\'u\ (biB seit der ersten /eil (lis Isl.iiii in Ägypten die Strafe deä» Verbreiinens der Clirlsteii Sitte geworden war.

- Tlic Cliurelics and Monasteries of Ejfvpt, attrilnited to Abu Salih, by Fvetts, 3281'.: .Makn'/.i, Cliitat II, 49.

licUraijr zur (irschirhfr drs Siiidildo.shrs im Milhhilltr. 25

Im neunten Jalirliundert wurden diese Zerstörungen fortgesetzt. Sultan Gakniak, der stark fanatisch war, da er unter dem Einlluß seines Hofimam stand, ließ sicli vcm der Geistlichkeit bewegen, im Jalire 846 d. II. (= 1442 n. Chr.) die Schließung und Zerstörung einer Reihe von Kirchen anzu- ordnen ' .

Für den Haß, der bei der muhammedanischen Geistlichkeit, vielleicht auch beim Volke gegen Christen und Juden herrschte, zeugen die Aus- drücke, die damals für die Andersgläubigen im Schwange waren: jU5J| »Ungläubige«", juAJl »V^erfluchter«', IWI j^ll »die gemeinen Juden«*, ^>i c^\ »ihre elende Religion«', *m1 ^\y>-\ »Gott verschände sie«*', zeugt vor allem die Wut, mit der das Schreiben des abessinischen Königs Zar'a Ja'kub aufgenommen wurde, obwohl es in sehr würdigem Tone gehalten war' \md nur einige berechtigte Forderungen erhol), z. B. die Unterlassung der an die Christen üblichen Anrede: du Hund. Die Antwort fiel schrolV ablehnend aus; ihr Wortlaut wird zwar nicht mitgeteilt, wird aber ent- sprechend gewesen sein, da der König nur t>4Si »der Verfluchte« genannt wird. Der Negus hielt sich dann an die ^luhammedailer seines Reiches, während der Sultan den Patriarchen" foltern ließ und alle Christen umzu- bringen drohte".

Drei Jahre später (HulkaVle 849 d. H. = Februar 1446) unternahm er einen Vorstoß gegen das Sinaikloster. p]r hatte erfahren, daß die Moschee daselbst von einigen Kapellen und Mönchszellen überragt würde und diese

^ Ihn Ijas II. 35, •■inisfuhrliclier bei SadjAwi. Tibi- 20. 2 1. 3(). 39. 72. Daß der Sullaii aV)ef gleichzeitif; ilie Stiaßen von Kairo bei ]*rügel.strafc zu reiiii<;eii befalil, wdrde iliin als schwei-e Bedrückung ausgelegt, Saeh. Tibr 36. übrigens mag daran erinnert werden, daß wenige Jahre vorher nach dem Konzil von Floi-enz (1439) die definitive Scheidung der öst- lichen luid westlichen Kirche erfolgt war.

2 Saeh. Tibr 64. 71. 125. 309.

•' Ebenda 38. 39. 71.

* Ebenda 72.

Ebenda 38.

" Ebenda 309.

" Ebenda 68 71.

** Doch wohl d(Mi koptischen.

'•' Die Beziehungen nn't Abessiiiien l)Iiel)en nocli lange gespannt. lOrst 857 d. 11. kam A\ ieder eine abessinische Gesandtschaft nach Kairo. Einzelheiten dariil)er sind niclit mitge- teilt, Saeh. Tibr 428: daim wi<'der eine im .lahre 880 d. II. zu Kait 15äi und schließlich 922 eine zu Kansuli, die ])eii\alH> inigliicklieh gcciidi-t w äi-«': Ibn Ijäs III. 7 !t. PhiL-hist. AOL WIS. Nr. 4. 1

2(; n. Moritz:

wie mich der Glocken türm nur 30 dra' von iJir entfernt seien. Es wurde eine Untersucliungskomniission hingescliickt', die die Anscliuldigung- be- stätigte. Ihrem Bericlit verdanken wir eine Aufzäldung der Kirchen bzw. Kapellen in und außerhalb des Klosters'. In einem Protokoll vom 5. Du'lhigge desselben Jahres (:= 5. März 1446) wurde dann bestimmt, daß diese Kapellen und Zellen zu demolieren seien und ihr Platz Staatseigentum werden solh\ In einem Firman vom Du'lka'de 855 d. H. (=; Ende November 1451) wurde dem Bisch ofJoach im Steuerfreiheit für die Gärten von 'j'ör ' und Abschaffung der neuen Steuern sowie das alleinige Aufsichtsrecht darüber bewilligt.

Ende Du'lka'de 851 d. H. (= Januar 1448 n.Chr.) schließlich ließ er, wiederum auf Betreiben der Geistlichkeit, eine griechische Kirche in Altkairo, in dem ehemaligen römischen Kastell gelegen, abbrechen. Das Inventar, Marmorsäulen, Kanzel (»Patriarchensitz«»), Leuchter, usw. wurde zum Bau und zur Ausstattung ^Miier neuen Moschee verwendet^

Auf Gakmak folgte nach den weniger hervortretenden Herrschern Inal, ('hoschkadem ' und Bilbai'' im »Jahre 872 d.U. (= 1468) Sultan Kalt Bai, der Urheber der im folgenden mitgeteilten Firmane. Zum Verständnis der Zeit, in der ihre Verleihung erfolgte, wird es sich empfehlen, die Regierung dieses Sultans etwas näher zu betrachten, die als eine letzte Glanzperiode von Agy[)ten gilt.

Kait Bäi's Regierung, von 873 ^901 d. IL = 1468 1495 n. Chr., war die längste, die ein Herrscher Ägyptens nach dem Fatimiden Mustansir (427 -487 = 1035—94) gehabt hat. Aber obwohl das ägyptische Reich, das sich im Norden bis an den Euphrat und nacli Cilicien erstreckte, wäh-

^ Die Miliilicdcr (Mliicllcn 20 I)iii;ii- K'ciscdiiitcMi und freie be forde nm,<i- per KniiH-l (j>dt>), Sa eh. Tibr 125.

' Li Wädl cl L('<j,nli und el llabwe divi Kirelieu und eine in W'jull el l"nkei"i, die- selben, die in der JJnlle \(iin l*;i])sf llonoriiis III. vom 2. August 121S licnjinnt \\(>rden: Roboe, Liiah und l'nei-i: dazu Uayllion (statt Haytliou), (mii easale am Roten Meeri> (ollen- bar Tor) und Faran. Köliriel.fin Z. 1). P. V. -X (1887). 237.

^ j_jiaJl <>"Lj : oder sind die (iärtcui des Klosters am Sinai <;('nieint''

* vSach. Tilir 182. I)(.'r Ciu'onist sagt am Schluß seiner Sehilderung- \(>n dieser IJ«'- raiibung: Gott s<'i gepriesen dafür.

^ Die beiden ersten sind in der Sinaisaumdunji, durcli einige rii-mane verli-elen: sie schreiben sich JLl (also nicht JL . ah(>r Inal /u sprechen) und^oiJli.

" Oder ^_^U :' Da die Namen in (]i']i I'irmanen nie punktiert sind, wiii'de sich dei' Streit, ob j_$LL oder ^iJi, gesprochen wurde, auch durch die eigcudiändigc Xauieiisschi'ifl nicht entscheiden lassen. Von ihm ist aher kein Firman Norhanden.

licUräijr :///• llr.^c/iif/ili (Irs Siii(lll,-Ii»h /■.•< im Mllhliilh

11

reiul dieser Zeit von größeren Krscluitterungeri von nußeii her vi rscliont bliel), so gelang es diesem Ilerrsclier nicht, den in\i' .'dien (leltieten des staatlichen Lebens --nift retenden Verfall anfzuhalten. An seiner /unalinie hatte er vielmehr reichlichen Anteil.

Die Politik seiner Vorgänger, seine militärische Macht zu stärlicn. setzte er in erhöhtem Maße fort durch immer weitere Ankäufe von tscher- kessischen, weniger türkischen Mamluken für sein Heer; die Zahl diesef von ihm in das Land gebrachten Fremden soll fast 8000 betragen haben'. Aber statt sich damit eine ihm erg(^bene Truppe zu schan'eii. erreichte ei- das Gegenteil. Mit ihrer zunelnnenden Zahl steigerte sicli das Wachtbe- wußtsein und damit die Unbotmäßigkeit dieser Truppe, die sich längst vw einer Kriegerkaste ausgewachsen hatte. Allerdings ist31angel an Disziplin und N(ugung zu Aufruhr in den stehenden Heeren des muhammedanischen Orients ein Krebsschaden bis in die osmanische Zeit herah geblieben. Auch die kraftvollsten der türkischen Sultane des i 6. .lahrliunderts hatten häufig genug mit schweren Auflehnungen der Janitscharentruppen zu kämpfen, Auf- lehnungen, die meist nur durch Aufopferung der besten Offiziere gedämpft werden konnten. Bei dem ägyptischen Mamlukenheerc kam noch ein Moment hinzu, das den Geist der Indisziplin befördern mußte: Der Sultan war nur ein ])rinms inter ])ares, denn tatsächlich war er aus ihrer Mitte hervor- gegangen. Kalt Bai, ursprünglich Leibeigner seiner Vorgänger Bars Bai und (iakmak, von denen der erstere ihn als kleinen Knaben für 50 Dinar gekauft hatte', war zudem der erste Sultan, über dessen Wahl vom Heere abgestimmt worden War\ während es von den Vorgängern Inal und Bilbai nur im allgemeinen heißt, daß ihre Wald Zustimmung gefunden habe. Der Wahlmodus war der, daß die Thronkandidaten von den hr)h(n-en ( Ifiizieren den Truppen vorgeschlagen wurden, die dann zustimmten oder nicht^ Die Wahl fand offenbar nach bestimmter R<Mhenfolg(» der Kandidaten, anscheinend ilirer Anciennität naeli statt. So war im Jahre qo^ d. H. der (Generalissimus

' \\';ilii'cn(1 sein N'or^iiiiuci- iiiii' 4(100 ;iiii;ck;iiil'l li;itti'. lim IjAs II Si. l);iiir^cii <^>\\ Killerin ihrer 12000. iiacli ;iii(lrri'n iiiii' 7000 ^ck.-iiil'l Ii.-iIhmi. rlii'nij.-i 1 120: iLissrilic w in! \Mii Miiiciii Sniiii fl N.'isii' Miilinniiiird l)ci'iclili't. I 17:;. V.\ Asclir.il' ( "li.-ilil wulllt' sie ;ilit' loooo l»i'iii,<;('ii : M;ikr. Cliii. II 2\ \.

~ 11)11 IJfis 11 (;o.

' I'JxmhIm II 90.

' i:h.-ii(l;i W ?,(n) CJI 4, ^^. ^Ü.. .^1 S':^ f

28 P>. Moritz:

Ezbek »von allen am nächsten dran«, war aber schon mehrfach übergangen worden \ Bei der Wahl des Uänbelat im Jahre 905 wollte Tümän Bai den Vorrang haben, wurde aber nicht gewählt, da er noch zwei Vorder- männer hatte-; erst im Jahre 922 (— 15 17) kam er daran. Außer der Reihe ist nur gewählt worden el Zahir Abu Sa'id Kansuh, der überhaupt eine außergewöhnliche Karriere gemacht hat: in weniger als 6 Jahren, 898 904, brachte er es vom importierten Sklaven zum Sultan'.

Waren schon unter den früheren Sultanen, zumal Farag, schwere Fälle von Disziplinlosigkeit, selbst Auflehnung vorgekommen, so wurden sie unter Kait Bai zur Tagesordnung. Gewöhnlich richteten sie sich gegen einen mißliebigen (ileneral, der sich dann verstecken oder fliehen mußte, worauf die Soldateska irgend etwas zerstörte, die Tore der Kasernen, des Arsenals (II 214), selbst Moscheen (II 218), mit Vorliebe aber die Basare, das erstemal im Jahre 888 (II 218). Selten wagte der Sultan eine Be- strafung (II 229), die aber auf Fürbitte der Offiziere nicht ausgeführt wurde. Auch unter diesen waren Intrigen und mehr oder minder offene Kämpfe zur Regel geworden. Als einmal während einer einmonatlichen Abwesen- heit des Sultans kein Streit imter ihnen vorgekommen war, wurde das als eine besondere Gnade Allahs gepriesen*. Der Sultan konnte bei diesen Zuständen nur die Rolle des Vermittlers spielen, häufig genug ohne Erfolg. Als die Zügellosigkeit der Truppen sich sogar gegen den Generalissimus Ezbek ' wandte, der sich i 7 Jahre in seiner Stellung behauptet hatte, konnte selbst der^Sultan ihn nicht schützen*. Die Stellung geriet schließlich in solchen Mißkredit, daß Kait Bai's Sohn und Nachfolger keinen Bewerber darum finden konnte und bereit war, jeden zu ernennen, der sich dazu melden würde'. Sein Ansehen beim Heere schädigte Kait Bai weiter dadurch, daß er die Auszahlung des Soldes an die Truppen persönlich überwachte.

^ Eboiuk II 370 ... <.|ai ulT^Vj .

•' Ebeiuhi II 349 51. ohv.'i -wie S])iit(M- ^liili.-iiimiod Ali I'aschji. zwischoii di^ssen An- ktiiiCt in Ajiyptfn iiiid Aiifstii"!»,' /luu IIimtii (i<'s Landes ancb nur s(»clis .Iahr(> laiicn.

' Ibii IjjLS \l 176.

•'' Erbauer des naeh ihm ;iieiiannten StadlttMls E/bekij(\ dci- \(in 880 =r 1475 '"' «^i'^^tand.

clicnda II 164.

'' Ebenda II 289-- 291.

" I'benda II 391.

lintrnyf zur (jeschichtr drs Simnkht.^irrs im MliiclalUr. 29

Kr mochte dazu wohl seine Gründe haben, aber es wurde ihm stark ver- dacht, denn »kein Herrscher vor ihm hatte es bislier getan'«..

Was der Ankauf der 8000 Mamhiken gekostet hat, wird nicht aus- drücklich berichtet. Aus den Beinamen einzelner wie JVI , ^»_U— ^ (ohne Artikel)' darf nur geschlossen werden, daß diese Preise ungewöhnlich hoch waren ; durchschnittlich soll er bis r o 000 Dirhem betragen haben. Bei di<isem Ansatz würden die Gesamtkosten dieses Bewölkerungsziiwachses zweifel- Iiafter Güte dem Lande Ägypten auf 800000 bis i Million Dinar .25 bis 30 ^Millionen Mark ' zu stehen gekommen sein.

Der schlimmste Fehler, den der Sultan beging, war der, daß er glaubte, die Ergebenheit dieser zusammengekauften Scharen von Landsleuten durch immer größere Geldspenden an sich fesseln zu können bzw. zu müssen. Er erreichte natürlich nur das Gegenteil, machte sie immer anspruclis- voller und trotziger, so daß unter ihm die 3Iamluken nicht bloß eine der ungeberdigsten, sondern wohl die teuerste militärische Trup[)e der Welt wurde. Die steigende Härte, mit der er die immer größer werdenden Summen aus dem verarmenden Lande erpreßte, mußte den Haß der Be- völkerung gegen die gefürchteten Fremden, noch mehr aber gegen den Sultan selbst entflammen^.

Freilich waren schon Sultane mit dem bösen Beispiel vorangegangen. Inal war der erste gewesen, der bei seiner Erwählung (857 d. H. = 1453 n.Chr.) Geldgeschenke an das Heer ausgeteilt hatte imter dem Namen » Huldigungs- gabe« <«Jl -uöj' ' 100, 50, 25 und 10 Dinar pro Mann. Sein Sohn begnügte

' Kbonda 11 302. was abor mVIit stimmt, donii ;mrh Inal iiatto es sclion jj;(Haii. cbtMula 1141.

2 Sc» /. H. der spiUoro Siilt;m Kalann Maki\ Cli. II 2^58- Ibii Ijas I QilV. : II 304 11. f.: Sacli. Tibi- 209. Ein Hon- xon ("liolAt lii(\ss (_$jL.> jlj* Ahiilf. (III 93. 99). Mit (1(M- >jj jui. ...Ä^j (Ibii Ijas III 217) li;it es wohl imik^ ;in(l(M'(> Howandtnis. Als l'r<MS(> für scliwaiv.c Sklav«Mi worden jucn.-innt 12 Dinsu' im .l.ilire 845 d. II. (Ibn Ijas II 28). im .bihre 849 d. II. 25 Dinar (S;icli. Tiln' 1 27). Tfir eine scliw.-ir/c Skliixin im ■bilifc 850(1. II. 40 Dinar (Sacli. Tibi- 171).

' I)(n' Dinar diesiM- Zeit hatte noch innn(n' einen (i(ild\v(M't von i-eiehlich 10 Maik: dei- damalijic Wort dos (Joldos wai- noch mindestens der droiCacho (h^s InMitigen.

' t'bel vennorkt wurde es auch v(»m Volke, daß manchi» Sultane, wie Kalann. liars \\W\. KänM'ih die Jjin<los.sprarhe nur wenii; beheirschton J^l c^^l J-i» (Ibn Ijas I 120: II 16. 369). Gakmak (laü;(^<><Mi wird naehi;erühmt. daß <m- ^iit Arabisch s|)re«'hen konnte, ebenda II 32.

' Ii)n IJas II 4L1 aueh Ä:]aIJl 4Li; II 40 jicnannt. Trot/. dieser Liberalität \ ci-lansiten dii' Triippeii noch im gleichen .lahre ein zuciles ( ;eldi>-es<-henk (II 43) \\\\i\ l»ombardit>rten

:-iO li Moritz:

sicli mit dem Satz von 20 Dinar pro Mann, »und die Mamluken freuten sich'«, (iakmak hatte (855 d. H. = 145 i n. (;lir.) die Uniformgelder von 1000 auf 1 200 Dirliem erhöht"'.

Unter Kalt Bai wurden die Ausgaben nocli erlieblicli liölier. Zu dem JioJien Solde traten hei Feldzügen noch besondere Ausrüstungsgelder^ die schon in seinem ersten Feldzuge, gegen Scliah Suwar, 872 d.U. = 1467 6S

Pill ;iM(l('r(',s ]\l;il den Siiltnii mit Steinen. S(i(l;iß er /ii I'iiß iliichten und sicIi /.n einer i)e- triiclilliclien Ij'iiöluniu' des Soldes IxMjneinen nniL^te (II 57). l'iid Ix-i .-iliedeni lieißl es in seiniMn Nnciiruf*. tler Snit;in li;d)e die Tnipjx'n "in iler ll;ind ^eli.-iht" (JI 64).

' Khenda II 66.

- In Jillei- Kürze mci-icn liiei' einiiic IJeuierknnuen foliicn ühei' die \'er;inderniiii<Mi im A\'er(. die {\o\- Diriieni im L;uil" seiner 900 jülii-iücn ( iescliiciitf» dui'('li,ii(Mn;ieiit lin.t.

ri-sprihiiilicli. /.nr Zeit d(\s Propheten. \\;ir sein /gesetzliches \'(M'iiiihnis znm I)in;ir niii' 10: T (n;ieh den ri';i(liti(Mien des Imnm ^MAlik hei Sjuivairc^, .lonrn. As. 14 I1879I. 527 ,^0. ;nu'h Mnkr. Chit. I 76) oder 12 : i (n;ieli SehMl'e'i und Ii)n I.hiidjMJ hei Sniivnire n. ;i. ().) normiert «iowesen.

S(Mne Kiitwertunji schtMnt NieUeieht schon im 3. .falirininch'rt d. H. Iieiionnen zu hahen. Im 4. .Iniirliiindert (im .l;dii<' 330 d. II.) stand der Dinar in Uaiidad anf 13 Dirheni (li)n el Atir j. .!.. Saiivair(\ .lonrn. As. 15 [i88o|. 270). Dann sank er \V(Mler dnrcii \'errin;j,ei'nnu des (iewichtes nnd N'erschleciiternnü,' der Lej;ierun,ii'. Ancii \\:u- seine Ansprä^nnii in (h'ii xei'schiedenen Ländern des Ish-iin ^•<M•schied(Ml. so daß es mc^hrere Arten DirliiMns ji,ah: als l)estcr «ialt laiii!,e dei- Dii-liein >>eschi. der iKxdi im .lahi'C 777 d. H. mit i3'/3 aid'den Dinai' uiriii.

Dei' jiewöhnliche ;in\ ptische Dirhem war schon im 6. .lahrhnndert d. H. (im .lahre 982 d. Mäi't. -- 1126 n. Chr.) ani" 44'/2. 47- soiiai' 60 pro Dinar üc'iallen. Da ließ t\vf "Sidtan" neue Dirhems [)räiieii. (h'ren W'ei't anf 37. Avr der n\tOM anl" 42 annc^setzt \\ ni'de (llistoi'V oC the Patriarclis of Alexandi-ia).

Mif Beginn dos 9. .laln-hnnderts d. II. hatte die Kntwei-tunii des Sillierii'eldes i^i-oße l'ortschritte gemacht, teils dnrch \veitgelnMide \'erschl(n-Jiterinig d(>r Anspi-ägung. teils durch wncherisches Hinauftreiben des (loldpreises (^^Jül j»^ \y^j Ahfd .Mahasin \'I 272). Im .lahre 807 d.U. dekreti<M-t<^ Sultan Xäsir. daß der Dinar 100 Dii'hem Italien solle (elxMida \'I 115. 121). aher schon im (olgenden .lahre war er auC 250 hiiiauCgetriehen (Makr. ( 'hit. II 420). An- lang 856 <1, II. wai- er sogar auf 320 Dirhem gekonnnen. obwohl er auf 285 testgesetzt worden war (Saeh. Tibr 382). Im .lahre 862 d. II. bestinnnt(^ ihn Sultan liial auf 300. nachdem er bis auf 370 gekommen war (Ihn Ijäs II 57): aher l)(M-eits im .lahre darauf wurde er his anf 460 ge- trieben (ebenda 61) und mußte abermals, auf 300 n<u'miert werden.

Die (iesObichte des ägvjjtischen ^rünzwesens. eines d(^v wichtigsten Kapitel der Wirt- schaftsgeschichte Wes Landes nMd,i einstweilen noch, ungeschriehen hleihen. solange die Miinz- sanunlungen g(M-ade für diese Zeit noch so dürftig ausgestattet sind. Die Nachrichten de)' llistorikei- üher die so überaus häuligen ^'eI•änderungen im .Minizwes<'n hleihen ohne Kennt- nis der Münzstücke seihst bisweilen unverständlich.

' jiuJl •Gij Kosten i'üv die liesehalluilg \()n Reit- und Laslliei'cn.

llfHr(i(/r :///■ (irsc/iic/ilc (hs Si.ndikloshrs im MilhhiHir. 31

n. C'lir. l'ür den Generalissimus 4000, für die andern Führer 3000, liir die einfaehen 3Iarnluken »nach altem Herkommen« je 100 Dinar' betragen hatten; dabei war die Stärke des Heeres 1000 Mamluken unter 20 Führern.

Die Kosten dieser kleinen Feldzüge stiegen aber bald ins l ngelieuer- liche. Schon 873 d. H. =• 1468/69 n. ('hr. kostete die Ausrüstung einer Expedition Von nur 500 Mann schon 200000 Dinar; davon (;rhielten der Führer 6000, die Offiziere 500 200 Dinar'. »Je zahlreicher die Feld- züge wurden, desto teurer wurden sie auch«'. Im Jahre 894 d. H. = 1489 n. Chr. berechnete der Sultan selbst die Kosten seiner bisherigen, nie großen Feldzüge, auf 7 165000 I)inar\ Sein letzter, vom Jahre 895 d. H. 1490 n.Chr., kostete 500000 Dinar \ Davon erhielt der (ieneralissiinus 30000, die beiden Generale je 20000, die OberofHziere (mukaddim alf türkisch binbaschi) je 10000 Dinar. Dazu kamen nun noch die Gratifi- kationen (aucli «üi genannt), die die Truppen bei ihrer Rückkehr vom Feld- zuge erhielten, und die unter Käit Bai zu einer früher unbekannten Höhe stiegen. Ihre Ziffer ist nicht immer angegeben, aus den wenigen Mit- teilungen geht aber hervor, daß ihre Höhe der der Ausrüstungskosten mindestens gleichkommt. Für das Jahr 893'' betrug sie i Million Dinar, wovon der Generalissimus allein 30000 erhielt; zur Zeit des großen Barkük, also nur 100 Jahre vorher, hatte er loooo erhalten, die einfachen Mamluken etwas weniger als 100 Dinar, was sie nur widerwillig annahmen'.

Da/u traten schlicßlicli noch Extragratifikationen bei besonderen Ge- legenheiten. Als der Sohn des Sultans im Jahre 899 = 1493/94 von der Zitadelle zum ersten Male nach der Stadt herunterkam, erhielten die Mam- luken pro IMnnn 50 Dinar als S^\ j\ J^Jr' Äii' ^. Und kurz vor seinem

' 11)11 IJAs II 93. liitcr Siiltnii Fjii"i,!j; luitlcii dii' Miiiiiliiki'n | :;^k>(i M,iim| schein je 100 DiiiJii- ("ili;ilt(Mi. Alm'I ^hiliAsiu VI 27.

- Kl)('ii(l;i II 103. flxT die imji«'li(Mir('ii Kirikomiiicii (Irr .Müiiiliikciiol'li/.icTf ;iiis iliicii Li'linsfiiU.cni s. ^I;iUi-. Cliir. II 216.

' KlKMida ir 9.V

' KIm'ii<1;i II 257; ;il)('i' II 29S wird dirsc ZilTci' ;ds ( i(<.s;iiiilknsl('ii l'iii- ,\\\v. seine Fcld- /i'ni'c ;iii^('i;el)(Mi.

•' KlxMidn II 262; III 20. ■' Klx'nd.'i II 251. " Kl)('nd;i I ,502.

- II 280.

:V2 H. MoKi Tz:

Tude verteilte der Sultan nodi eiiiiiial 400000 Diiuir »ohne jegliclie Ver- anlassung« wie der Chronist ausdrücklich liinzufügt^ '

Setzt man den Gesamtbetrag dieser Gratifikationen sicherlich zu niedrig in der Höhe der Ausrüstungskosten an, so würden die Feld- züge Käit Bäi's mindestens 14 Millionen Dinar, nach heutigem Geldwert bald eine halbe Milliarde Mark, gekostet haben".

Trotz dieser überreichen Liberalität des Sultans waren, wi<' schon be- merkt, Akte der Auflehnung einzelner Oberoffiziere oder des ganzen Heeres gegen ihn während seiner mehr als 29jährigen Regierung ständig an der Tagesordnung, so daß er fast am Ende derselben, im Jahre 892, noch auf seine Ermordung gefaßt sein mußte'', was auch tatsächlich einmal ver- sucht worden ist\ Bei einer Wiederholung, zwei Jahre später, drolite er dann mit seiner AbdanJ^ung'. Solche Auflehnungen wurden gewöhnlich mit Geld beschwichtigt. Wieviel das gekostet hat, wird für Käit Bäi's Zeit nie angegeben, wohl aber für die seines Sohnes und Nachfolgers, wo eine solche Empörung mit 500000 Dinar beschwichtigt werden mußte*".

In welchem Ansehen er beim Heere stand, beweisen die ständigen Redensarten des Chronisten: sie kehrten sich nicht (l^ä:i i) an die Be- fehle des Sultans (II 229), sie hörten absolut nicht auf ihn (L:- 4J l_^«.w- U II 263. 266), sie hatten keinen Respekt vor ihm («C.^^^ i II 296). Noch Jahre nach seinem Tode stürmten sie das Haus seiner Witwe und erpreßten Geld von ihr.

Von seinem Chronisten wird besonders gerühmt, daß Käit Bai ein frommer Mann gewesen sei, der viel für die Religion getan habe. Glück-

' II 294. rntci- dem Sultan Kansiili \\ur(l(' dieser Unfug noch viel toller. Als der Sultan ^•on einem kiii-/,<'n Besuch \-on Alexaiuli'iiMi /.ui'üc]\k(>lii't(\ \-e?'laiii>ten (he ^laniluken eine 4.A%J\ 0)%- \on io(i Dinar |)r(i Mann und drohten mit IMündernng der Stadt tnid ii)it »K'eilen geiicn den Sultan" öUäsJ-Jl ,ic ^jSj , wie d<-v Ausdruck (ür Aufh^hnuni;- ü-e^-en ihn lautete.

- Auch die höheren Zi\ ilbeamten, dii^ iVcMlich (eigentlich Militärs waren, lie/ogen rie^sige (ieliälter. /.. H. der nud.itasih (Marktinspektor) looo Dinai- monatlich, also etwa 360000 Mark jährlich (Um Ijas II ()3).

^ Ihn Ijas II 247.

* Ebenda II 296.

■' n 257.

'• II 320.

Ih'ilrätjr zur (in<chlr/it(' t/rs Si?talk/os/rrs Im Mäffla/irr. HB

licherweise hat er niciit unterlassen zu ])uclien, was diese FWanini^Ueit (lein Lande gekostet hat. Zur Al)haltung gewisser Feste, nanientlicli des Geburtstages des Proplieten, ließ er ein ungeheures Prunkzelt bauen fiir 3 6000 Dinar. Als er 884 seine zweite Wallfahrt nacli dem Higaz macJite, kostete ihn die Ausrüstung allein 30000 Dinar'. Für die »Armen« der beiden heiligen Städte spendete er je 5000 Dinar". Als zwei Jahre später in- folge von Blitzschlag die Moschee von Medina völlig niederbrannte, baute Kait Bai sie von Grund neu, was gegen 1 00000 Dinar kostete. Über- haupt war er \on einer geradezu krankhaften Bauwut: in Kairo baute er nicht weniger als fünf Moscheen, darunter eine Grabmoschee fiir sich, samt einer Menge öiTentlicher Brunnen (sebil). Schulen (maktab), Kapellen (zAuij«'); an geistlichen Studienanstalten (niedrese) sieben große, je eine in Mekka, Jerusalem, Damask, (Jliazze, Dinijat, Alexandrien, Chänkäh (Sirjakus) bei Kairo; dazu kamen schließlicli Um])auten und Reparaturen an einer Menge älterer Moscheen und religiöser Bauwerke^. Welche Unsummen Geldes diese Bauwut dem verarmten Lande gekostet hat, läßt sich auf Grund der Baukosten der Medinanioschee ungefähr berechnen. Als Käit Bai aber ein- mal (im Jahre 896) in momentaner Geldnot von den religiösen Anstalten und ihren großen Liegenschaften Beiträge, zu einer Kriegssteuer verlangte,

' Khciula n 191.

-' KlKiula H 192. wozu spiih'r nocli «iroße StiftiingrMi kaiiicii. Nacli seiner Hiickkelir slil'tctc er 60000 Dinar, angel)lich ans seinem Pinvatvennögen. zuni AnkanCvon ( iiinidstiicken. aus (leren Krti-äiien die Annen in iSledina unterhalten Avei'den sollten.

•' Heute w iss<'n wir, daß diese Bauwerke znni Teil i-eclit liederlicli ansgetniiit sind, siehe aueh Ibn IJäs II 247. Die Architektur war eben auch im Verfall. Die Ausfüjirunn jreschah nicht mehr in der alten soliden Steinarbeit, wie wir sie noch 100 .lahre vorher an der Siiltan-llasan-^loschee bewundern, soudei'u in schlechtem Steinmaterial mit .starker \'ei-- wendiuig von Stuck. Das Jlolzvverk abgesehen von 'rüi'eii und ^luschrabijeu wai- jämmerlich und liederlich. t*l)ei- Kait Bai's l?auten autuMlialb Ägypten vgl. v. Berchkm, Ma- teriatix 549 A. 5.

Auch auf andeien Kuustgeitieten zeigt sich ein ähnlicher Verfall. Kait IJäi war als fronuuer (oder frömmelnder!*) ]Manu ein großer IJücherfreund und ließ viel sammeln und abschreiben. Aber die Ornamentik wurde geschmacklos, die guten alten Vorlagen wurden' verständnislos nachgemalt, auch die Schrift tallt durch ihre gedrückte un.schöne Form auf. Die ägyptische Münzkinist, die unter den Fatimiden ihren Höhepunkt eireicht hatte, den sie aber schon unter den Aijubiden nicht juehr ganz halten konnte, war unter den ^lam- luken iumier tiefer gesunken, bis sie unter Käit Bai ihren tiefsten Stand erreichte. Seine iNliur/en fallen selbst gegen die seines A'orgängers Gakmak durch besonders plumpe Aus- führung in Ornamentik vmd Schrift auf (s. Tafel 1, alle in doppelter Größe). PhiL-hist. Abh. 1918. Nr. 4.

34 r>. MoitiTz:

k;un er bei der liolieii Geistliclikeit bös an uiid jiiußte sicli von ihrem Wortführer, dem eliemaligen Hofimäm des Sultans (»akmak (Tibr 309) abkanzeln lassen wie weiland König Saul von SamueP.

Daraus darf aber durchaus niclit geschlossen werden, daß die liohe (ireistliclikeit im Mamlukenreich eine eintlußreiche Rolle gespielt habe. Käit Bai sclieint der einzige geblieben zu sein, der sicli ihr unterwarf. Fast alle anderen Sultane, besonders der vorletzte Kansuli el Ghori und selbst seine PZmire haben die obersten Spitzen der Geistlichkeit, die vier Großkadis und besonders den Chalifen durchaus als ihren Diener betrachtet, der auf jeden Anrufsich zum Palast zu verfügen liatte. Wie hoch Kansuh den Chalifen bewertete, zeigte er bei einer Verteilung von Gratifikationen (919, i4.Gum. I), wo der Generalissimus 2000, der Chalife aber nur iooo Dinar erhielt gleicli den umarä mukaddimin. Am klarsten zeigte sich die Stellung des Chalifen bei einem Streit im Scha'ban 914 zwisclien dem Chalifen und seinem Sohn. Der Sultan entschied: wir wollen eine Beratung abhalten, welcher Emir (also Nichtgeistlicher!) zum Chalifen taugt r«Ji-a) j^\ j LJ^ -ü,i <5^5»m . Darauftrat der ('halife zurück d^ß^ ^C^) und verlieh dasChalifat seinem Sohne C^y<H ,j4!j Jl w-H^), fügte aber hinzu »wenn der Sultan will, wird er ihn bestätigen oder nicht (V jl -u!^ jlLlJl Uj\j), worauC dor Sultan erklärte: ich bestätige deinen Sohn {ßj^^ cJ^ •^). Im Jahre 920 d. IT. machte er einen Mamluken, also einen Militär, zum Scheich el llaram in Medina.

Hatte er schon in den jprsten .lahren seiner Regierung vor den Ver- tretern der Geistlichkeit über den Ruin des Landes gejammert und sich den Tod gewünscht', so hätte er am Schlüsse seines Lebens erst recht (irund dazu gehabt: freilich hätte er sich dann selbst anklagen müssen, denn durch seine Schuld war bei seinem Tode der Staatsschatz leer und das reicliste Land der mittelalterlichen Welt bankrott.

Unter diesen anarchischen Zuständen hatte nächst der Hauptstadt, die in den Händen der zügellosen Soldateska lag, das Land schwer zu leiden. Am schlimmsten daran waren die Provinzen, . die durch ihre Lage den

1 Ebenda IT 268 269. Dieser Iinjim muß ein sehr Ironinier ]M;inn gewesen sein; durch ein drolliges INIittel hat ei- im Jnln-e 866 d. H. das ersehnte Steigen des Nils zustande gebracht, ebenda II 74. .

2 11)11 Ijas II 104.

litilnnjr zur (hschUhh <lrs Sinalklosh rs im Milh hilhr. H5

Angrift'eii der Beduinen zunächst ausgesetzt waren, der alten Landplage, die nur durch eine starke Regierung niedergelialten werden konnte. Nächst (jize und der West[)r(»\ inz (Ghnrbije) war es besonders und seit alter Zeit die Ostprovinz {Scharkije)j die zum Teil schon von beduinisehen Stänunen besetzt war und das Ziel fiLir andere, von Nordarabien andrän- gende bildete.

Zu den ersteren gehörten die Beni Wail, Beni Ijarani', (Judnni, Beni 'Atije", el Na'aini, el Sawälinie ', die sieh Jede Störung der staatliclien Ord- nung in der Hauptstadt zunutze machten, um zunächst die Verbin<bnig von Ägypten niit Syrien zu unterbreciien und sicli <hinn wie die Heuschrecken über die Kulturgebiete zu stürzen. Schon unter dem nicht gerade schwachen Sultan (Jakmaiv waren sie tief in das Delta eingedrungen, so dal.i Anfang 857 d. Jl. :rrz Januar 1453 das nördlicli von Kairo gelegene Stä<ltchen Mit ühamr von seiner Bevölkerung hatte verlassen werden müssen'.

Unter Inal waren im Ragab 861 d. II. = 31ai Juni 1457 ])lündern(b' Beduinen am hellen lichten Tnge bis in die Straßen der Hauptstadt selbst eingedrungen, ohne Widerstand zu findeiF', und unter seinem Sohne Schihai» eddin Ahmed im Jahre 865 d. H. = 1460 n.Chr. in (Jeziret Buläk'' »ohne daß sich zwei Ziegen drum stießen« ( = . . . ein Hahn danach krähte).

Unter KAit Bai wurde dies Unwesen noch viel schlimmer. So übrr- lielen Ende 879 d. H. 1474 n.Chr. die GhazAlebeduiue-n das Städtchen Gize gegenüber von Kairo, raubten die Militärpferde, deren W'aclien sie erschlugen, und öflneten das (iefangnis, ohne daß die alarmierten Manduken- reiter auch nur einen von ihnen hätten fangen können'. Und als sie 25 Jahre s[)äter von dem Gouverneur (Kaschif) der Provinz Behera geschlagen wurden, ilüchteten sie über den Nil nach Osten und gingen im Angesicht der llaui)t-

' N;icli M;iki-i/i. V'hi'v dio in .\<j:y|)t(»ri cinjicw .•iiuhn-tcn Stiiiiimc S. 485 sind die Ilfiii U.irAiii ein Ti'il dov (jiidAiii. (Mxm- sie s. La.nk. Sitten und ( Jchriinclic der licutijrt'n Kü;\ pter. I 212. Die IJeiii W;iil \\;ireii so /„-dilreieli, d;il.i sie v.w (h-ni I'eld/iiuc uejicii Tiniui- <leni Siilt.-Mi T";ir;ig 1500 Heiter stellen koiniten. Ahnl M;il.iAsin \'l 72.

- Il)n IJäs 111 53: Ji't/.t wohnen sie in el I.liisin;i ( ^^i_>^ ) ( )sI-Midi;in.

■' Kl)end;i 111 04; wohl identisch mit den pl>-Jl . 111 240.

' S;ieh. Tilii- 426.

•'• Um Ijiis 11 58.

*' KlxM.d:. 11 68.

' Kbend.i II i s^'-

86 B. MoKiTz:

Stadt hinter dem Mukattam in die Wüstet Und so jämmerlicli war die militärische Macht dieses mamhikischen »Kriegerstaates«, daß diese Beduinen zwischen den Vororten Tura und Ma'sara, also vor den Toren der Haupt- stadt die ihnen von dort nachgescliickten Truppen schlagen konnten'. Organisierte Räuber! )anden, ^^J^ oder ^ll^, verlieerten das Weichbild von Kairo, drangen sogar am hellen lichten Tage ' bis in die Straßen der Stadt selbst ein und plünderten die Basare. Das ist nicht einmal passiert, sondern alle paar Jahre. Nur einmal hatte der Sultan den Mut, einen der schlimmsten Räuber, den Emir der (Judambeduinen aus der Scharkije, hängen zu lassen*.

Bei solchen Zuständen in der Hauptstadt darf es nicht wundernehmen, wenn es auf der zwar nicht fernen, aber doch abgelegenen Sinaihalbinsel zum mindesten ähnlich zugegangen ist". Die ägyptischen Herrscher der späteren Zeit haben sich um die Halbinsel überhaupt nie gekümmert. Ihre einzige Tätigkeit auf ihr beschränkte sich auf gelegentliche Ausbes- serung der Brunnen auf der Strecke der großen IJigäzstraße zwischen Sues und Akaba; trotzdem war manchmal kein Wasser darin''. Sultan Gakmak war der erste, der im Jahre 853 d. H. die schwierige Paßstraße oberhalb Akaba zu verbessern suchte, eine Arbeit, die von Kansuh el Ghori im

' Kill ^l;mö\('i'. (Ins \oii fiMtullicIicii llcoicii iiiclii Incli ;uiSi;<^i'ülii't wordrii isl. z. 15. Iici (lein Ijulall des p!ilniyreriiscli<'n IIimtcs im .Inlife 2(>7 ii. Chi'., spüter, 1517, von dein os- iiianisclicii Sultan Selini, nni die nianiliikisclic Artillcriestclliiiiii' auf der TJeidänije zu iini- i;cli(ii. 11)11 IjAs .sai>t, dir IJodiiiiicn siMcii \(»iu Mukattam nach dem <»% j^ Tiach Si'idcii zu gegangen. Diesoi" riocli liciito Ixm ch'ii dortigon Boduiin^i (.Ma'aze) gebräucliliciic Nanio. oigontlich *\a% j^ . Ix'zcichiiot das Wadi. das die Städter AN'adi Diigie nennen. Der gleiche Nanie iiiidet sicli in den ;ig\ ptischen \\ listen, dei- östlichen wie der westlichen, mich niehi-rach.

- 11)11 Ijas II 356—357-

' Khenda I 324 (i. J. 801). II 135 (i. J. 876). 154 fi. .1. 879). 229 (i. .1. 890). 236 (i. .1.891). 266 (i. .1. 900), 294 (i. .1. 901). Das riiwcsrii dieser IJanden dauerte his in che lin-kisehe Zeit fort [III 223 (i. .1. 926)]. Ihr erst<'S Aiil'lreteii wird iihrigens scIhiii ffir das .lahr 865 gemeldet, 11,68.

' Khenda II 197.

'' rnlx-karint aher war (h-r Sinai den .\gyptern niclit. AVegen seines gesuiuh'ii Klimas wurde er ge](\n(MitIieli von iiiiien antgesiicht. So ilücliteten. als im Safar 919 rrr April 1513 in Kairo die l'esi aiishrnch. eine Menge Noi'iielimer Leute nach d(Mii (iehirge. weil es hieß. (laLi die Plage dorthin niclil kommen k(")iine.

'■ 11)11 Ijas I 291.

lirilnujr :///■ (Irsc/iic/ilr drs S///(f//,-/().^/r/:s /'/// Milhhilhi-, ' '^1

Jahre 920 wiederliolt \vur(l(% mIs seine Familie die PilgerfaJirt nacli Mekka machen wollte\ Akaba Iiatte als wichtiger Straßenknotenpunkt die große Heerstraße nach Kerak und Jerusalem zweigte sicli \ on Ijier ?il) , zwar militärische Besatzung, eine Zivil Verwaltung aber besaß allein Tor"' als Hafen für Arabien und Indien. Nacli den Firmanen ))estand sie ;ius einem Bezirksdirektor :ib, einem Inspektor ^l', Schreibern j j^\^ und Ix- duinischen Wachmannschaften Jj-kil ^\j\. Die tatsächlichen Herren der Halbinsel aber waren die Beduinenstämnie. Von ihnen werden in den Clironiken ])zw. Geschichtswerken und in den Firmanen die folgenden «ge- nannt: Muzeina (Emzene) '^;^, einer der ältesten Stämme von Nordarabien überhaupt'', 'Aid ^U)| auch '*ij\> x\j^\ genannt \ so(hmn die nicht weiter Im'- kannten : ^IjJl und (j^SUJi. jlr^J; die Beni Suleiman, -l«- ^VjI Ulad Sa'id, ^ jVjI Uläd 'Ali'\ In einer klehien arabischen Chronik des Klosters, be- titelt c_iJ_^l j-^:> finden sich noch eine Anzahl Stämme erwähnt, di(! sich auf oder am Rande der Halbinsel bis heute erhalten hn])en: lluct.-U.

' l->l)('n(l;i II ^2 Ishnki (cd. K.-iiro 200): I^IU- j_§j:"j iL! ÄJc j-C lj\J- . Zwei liiscliiiricii (l;in"il)(;r \\;ir('ii iiucli 1914 :iiii ulicrcii I'jißcndi' \ iiriiaiidcii. Nachdciii (iliöri scimri 915 d. II. kl(M"nci'P Kastclli' (rj\ in Agiüd hei Siirs. in NicliI iiiid d A/.l;im (aucli ^ j^\ ücsciiriebcii) in Midiiiii crriclitcl iiallc. ließ v\- im .I.-dirc (;20 d. II. die üinßc l'cstiiiiii von 'Akab;i er- haiH'ii. worülx'f eine lanu.t' liiscliril'l liiricliici. Sein Arehitel^l ('liaii- IJek eiildeckli' In-i dieser (iel(\ü,cnlieit in i]v\- Nähe \(in Akaha nielalllialli^es (ieslein: lui der l nlersneliiMii; in Kairo stellte es sieh alter als wertlos heraus.

- 100 .lahi'c später. 155H 11. ('Iii'.. \\;\y '\\'\v sclion w icdei- hall» \erl'alleii: ^einc \\r- sal/.nni»,' bestand damals nni' ans einem Sani^ak und lo .lanitscharen. Die l'estun^'. dii' \on .Malik el \\dil im .lalire 609 d. II. 1212 n. ("hi'. (M'hant worden war (Alin'Kidä /. .1.). isi

\'ollstän(liii' \<M-seli w nnden.

■' I)iininnti\ \(in ü jL« , schon in einer nahaläischen liischi-irt \ on el Hi^ir, etwa ['\\v das .Ialn'25 n. ('hr. genannt (Krii.Nc. .Nahat. Insehiillen Nr. iS). \'on diesen Mm/.ene lelilen 1914 noch einii;e sehr hei-iniieruekonniiene I'amilien in {\vy kleinen ( )aM' Ijndr und an Ary Küste des (ioU'es Non Akaha.

' *ij\ irmß also eine Lokalität anl" der Halbinsel sein, nach Makia/ii |('lnlai 1 iSSj eine "Stadt". Di^r .Slannn seihsl existieit noch in einem iiei'in;^en b'e>l als '.\jäide in di'i' Wüste '/.wischen Kaii/o nnd Snes. Sie wei-den iTu' das .lahr qid d. II. iS-<' n. ('hi'. mit

den Saualiiii /nsamnien genannt |Ilin Ijas 111 2 r i ).

■' I'an Rest i\vv I>eni Selcmän lindel sieh heule noch an dei- Kiisle südlich \ on TiT. Die riad Sa id. jet/.l auch Sa dije j^cnannt, hewoiinen in i\<'y Stärke \ori \ ielleichl 1 1 kk) Seelen das W'ädi I'iran inid gellen nocli InMite !'ür den mäehliiisicn iuid \ ornehnisten Stanuii d(M' Halbinsel. Die I'läd Ali scheinen \i'rschw nnden, d. h. in einen andei-en Slannn auf- "■eiiani^en /.n sein.

38 B. Moritz:

o^>^l\ SauArke l3j\yJi\ oder «Cjl^^Jp. Sauällia '^\j^\'\ 'AzAzme <*31^l\^. 'AlrgAt o^^r*. GarArsclie 'Cj\jji\, SaiiAmle ^Ij-Jf'.

Der Tyrannei dieser Halbwilden, ihrer unersättliclien Habgier und ihrem religiösen Fanatismus waren die Bewohner des Klosters preisgegeben. Bei dem Versagen der weltlichen Autorität, der es mit dem Schutz der Un- glnubigcn wohl auch nicht immer PJrnst war, blieb den Mönclien nichts anderes übrig als mit ihren Feinden zu paktieren. So kam, nach der Klosterchronik um das Jahr 800 d. II , also zur Zeit des Sultans Barkuk, die öyi£- oder öyii- zustande, eine beduinische Versicherungseinrichtung, durch Annahme eines Garanten aus den anliegenden Stämmen sich gegen deren Anfeindung zu schützen'. Aus der Klosterchronik erfährt man aber, daß auch dies-er Schutz liäufig versagte, daß es nicht selten die Beschützer selbst waren, die die Mönche totschlugen, das Kloster stürmten, plünderten und in Brand steckten, oder wenn ihnen das nicht gelang, an den Gärten, an den Herden und reisenden Klosterleuten ihre Wut ausließen^. So

' Sil' w (M-dciiiii (lerKlostercliniiiik /.iiiii crslcnin.-il tTii(l;i,s.l;ilir 1034(1. II. ; :: 1624 25 11. ( 'lir.. iiiid /.WAV als W'iichtcr l_^ des Klnstci's ucriiu+fH. sind nlso orlichlicli TUtor, als man nach iiii'cii cinciHMi .\tissa^('n iiher iiii'eii l ispriiiii; aiiiicliiiicii riiöclitc Sie goltni /.war als ein iiiixtiiiii corupositiini xoii ziisiuimipni'claiit'ciicii BcdiiiruMi und liauoni. docli ist di(» Haiipt- tiiassc dos \'()lk('s oclit boduiniscli. In zw (M Tcm!»» gc^spalteu, woliiicii sie in den St('j)[)('n \(ni Sndpalästina bis östiicli ziiin ^\'adi Sirhän und an d(M' Küste xon Midiaii si'idlicji li(M-nnt<'i- bis Dibä. I)i<' iiöi-diiclie Hälfte steht untiM' diMn Sclieich Abu 'räjeli (^fl'^l). der in Noi-d- araUien den Kriefisruhni eines Napoleon hat. die südlieli(^ unti'r Scheich 'A])tAn. Außei'dein \\dhiien HiietAt noch in l'nt<M'ägvpton. alxn- in üaiiz ü'eriiig-er Zahl : ihr ScIkmcIi Alm SclK^did, innßl(> als Biiri>e l'ih'"ihr \\'olilvorhalteM scmihmi Wohnsitz in Kairo haben.

-' Über die Saiiarke \'^\. iiK^ini^ Abhandluni>-: Der Sinaikult in luMduischer Zeit. S. ().

•' Nach einem I)okuniei\t \(»in .lahre 920 d. II. rrr 15 14 n. (.'hr. sind si(> ein Teil drv riäd Ali: ein |H('rinji<n- liest \()n iluHMi wohnt im nntiM-en Knde des Wädi Firäii und in den nördlich da\'on liej>,endon Berten.

' Also Sinii. Azzami. nicht AzAnii (Mrsii,. Arahia l'eti'aea 111 42 n. f.).

•' Wohnen .jetzt noch, etwa 500 Seelen slai-k. um den Sei'fd»!! el cliädem.

" Ihn Jjäs II 324.

' Noch heute führen die l'lad Sa id und die Ale.üat diescMi Titel »Beschützer des Klosters.. jjJl J^Ü .

'' Ans dem .lahr«^ 918 d. II. :^ 1512 existiert ein in Kairo aufjiesetztes Pn>tokoll über einen .scjlchen Vorfall. Die Sdieiche der \('rschiedenen Stänuue versprech<Mi darin nur. daß in Zukunft dergleichen nicht wieder vorkounuen soll. \'ou B(\strafunfi- der Schuldigen oder Schadenersatz ist mit keinc-m A\'ort die Bed(\ Schon \i>r dieser Zeit hatten die Lioneln' das Klostertor aus Fin-cht vor den Beduinen vermauert: d(>r Zugang -wurde durch ein Seil ermöglicht, an d(Mn Personen nnd Lasten his mitcM' die Ziime der ( )stmauer (>m|)i>rgewnnden w lu'den. Der ersli- Bei-icht dai-üher stannnt aus dem .lahi-e 15 r2.

IU'ilr<i(jr :///• iirsc/iic/i/r dis Siji//t7iio.'</rr.s int Millihillrr. ;it)

waren aiicli in Kalt Bais Zeit die Mönche gezwungen gewesen, das Kloster zu verlassen und sich nach '{Cn- zu flüchten. Als der Pilger Johann Tücher von Nürnberg es 1479 {-- 894 d. H.) hesuchen wollte, fand er es ver- lassen; doch war es wenige Jahre später 1483 und 1484, wo B. von Breitenbach aus Mainz und Felix Faber aus Ulm kamen, schon wieder bewohnt, wahrscheinlich infolge Eingreifens des Sultans, an den sich die Mönche in solchen Fällen doch wieder wenden mußten'.

Aus der 30jährigen Regierung Kait Bais (871 901 1469 1496) sind 22 Firmane für das Kloster erhalten, wovon sich neun auf dessen Schutz gegen die Beduinen beziehen, eine Zahl, die ein deutlicher Beweis für die geringe Wirkinig dieser landesherrlichen Erlasse ist.

Der Name dieser Erlasse war, je nach den Eingangsformeln (s. S. 43), jyLx» (pliir. j^^) oder n^y, nach dem Format wA«j^"r allgemeine Bezeich- nung c^-y^ (phir. ^J\y*). Die persische Bezeichnung jU^s (o^Uy ) war wohl nur in Syrien', nicht in Ägypten im Gebraucli. Sämtlich sind sie auf l*a[)ier geschrieben, das in der älteren Zeit, der fatimidischen, aijubidisclx'n und ersten niamlukischen, von vorzüglicher Qualität war, stark, fest und gut'ge glättet, häufig auch in verschiedenen Farben, gelb, rosa oder bräun- lich. Erst in der späteren 31amlukenzeit wird es schlecht\ von grober Faserung, packpapierartig, rauh und schlecht geglättet. Dieser Art sind die beiden mitgeteilten Urkunden. Niemals ist für diese Firmane Perga- ment gebraucht; es wurde ausschließlicli für Urkunden über Stiftung, Kauf, \ erkauf und Vermietung von Immobilien verwendet, selbst bis in die türkische Zeit hinein. Das Papier wurde in Blättern von. durehsehnilt- lieh 0,24 : o, I 7 Meter' zu langen Rollen zusammengeklebt; der älteste Firman von 1034 11. Chr. ist eine Rolle von über 9 Meter Länge. Die Schrift, die in den älteren l)esseren Zeiten die charakteristischen Formen ihrer Epoche

' liiti-r Sult.iii Jv.iiisuli ficlanj; es ;iucli ciinujil (im .l.-ilirc 909 d. 11.) diiicli Zufall. ciiK'ii solclicii Fbcltiitcr. den SclK'icii der ßeiii HarAiii {^y^j ^,^Jj^^ ci^)- ''•" |>;<<'l'^<''i H"«' sciiicii Ki)|»l" nach Kairo zu l)riniicii. DicscrFaiii; w tir-dc aber als ein si'ltciics Ki-(>i;iiiiis ( j^\yi\ ^) licrcicrt.

- Chalil haliiri. Ziduk' 87.

Ahuircda 111 210 /...f. 658.

' Scliwcrlich bloß durch die Koukui-i-cnz d<'s curopäischru Papiers, das seil etwa 1150 in Ä,<i\ i)t<Mi inij)ortiert wm-de. kaum 200 .lalire nach Kilöschen dei- I'ap\ nis1ai)rikation.

' i:;s (inden sich natüi-lich kleine DilVeren/cMi l)is zu einigen .Millim<'teiii. Kakaüackk hat: dk- Formate des arabischen Papiers l)is aid" TausiNidsti-l \on Millimetern aus--erechnel (odi'r ausgeinessenl'jl a.a. (). \^\.

40 B. M

OKI 1 z :

trägt, verwildert von der Mitte des 9. J<MlirJiuiiderts zu eijieiii verzerrten, häufig (>ckigeii Typus mit vielen Ligaturen.

Auf die religiöse Einleitungsformel und den Kingniig »N'erordnet li?it durch nllerhöehsten Befehl« folgt die Ä*">U, der eigenhändige Namenszug des Sultans in großer Sclirift, die wie die großen Prachtkorane mit einem Pinsel geschrieben ist; das Alif hat eine Höhe von 15 18 Zentimeter*.

L-

p^UsJ JU ^1 ^.^^1 Jj4!l ^Ijlj ä^Lllj «

' \'()ii Siil(;iii Ci;ikm;ik, cbciisd \(m K;insuli cI (iliori. IkmIM es bei Cliülil Dnliiri 87 h/w. iiiclirci-c .MhIc l)('i Jbii JJAs; »Kr ließ dio i.><c koiiiiiicii und J* niil" ciiiijif^. Krhissc- Ki- gebrauchte also eine Schablone, da er ofrenbar drs Schreibens nicht knndig- Avar. Xon anderen Herrsclieni wird gerillinit. daß sie ihren Namenszug- in schöner dicker. Schrifl zu schreiben verstünden (Abulf'eda III 158). Das bedeutet ]äJc Ji . niclit "Schwerer Ductus«, wie K.VRAüAi KK in Mitteilungen suis der Saininlung Hainkr II. III 143 erklärt. Diese dicki' Schrift hieß da\(>n Ä>4%J| Ji (Ihn Tjas I 122). Dieser Brauch der Herrscher, ihren Erlassen den Namenszug Aorzusctzen, stammt, in Ägypten wenigstens, anscheinend erst aus der letzten Aijubidenzeit. Noch Nmcddin, Saladin und simii Ih-ndcr haben a\ ie die Fatiun'den (aber nicht alle) an Stelle d(>s Namens ihren Wahlspruch eigenhändig geschrieben, so el ^Nlalik el 'Adil <i)l*yi ^Ä-Jy Uj . Schon einige linaijaden- und Abbasidenchalifen fiihrten auf ihrem Siegel statt des Namens einen Wahlspiiicli. Statt der llezeichnung i«!Mft liudet sich ija (so statt l.y«l*) schon früh gebrauclit, K. al randatein I 159.

'' S. Taf. T links.

UrUrayr zur (iisc/iic/ilr (hx Sliiaikiostrrs Im Milhhillrr. 41

Cj* (*r:^^ t>-^-''A. J!£^ «n-'-? \'^^^\ r>*.^ "

(J^\aJ\ J* ^\ß\ ^^ iaL.)" JÄj ^ ji,^ Julaflil la p^ip iUVii J^'lj VVI iaia^" ^Va|_j ^^-ai-1 ^Ul ,3

i..5Ül -ülj f-b-vll Vi (>^_ji.liL.j xL-^ .5 UVl ^^i *-ÄJ j v^i j^ *^«ii: Äi^l fT'^y ^'^J Ai^jlr JJ^j .(,

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Aiit" (l(>r Hfickseitt' oben:

Ulli jy\J\ ^A.> ^^_ j.J\ j^Vl ,/=^l jll^- ^1 ^.

I Im NniiR'u (.iuttcs des barinlierzigni ErbarmersI

' Vcrordjict liat durcli allcrliöch.sten usw, Befehl

3 KAIT BAI

4 [TitelJ

5 [Wünsche]

6 dfiß dieser allerhöchste Erlaß abzufassen sei ;in jeden der ihn y,ii sehen bekommt, nämlich

Fhil.-hist. Abh. 1918. Kr. 4. ()

42 ]]. M o K 1 r z :

7 S(M)i(' KxzclJciiz <l(Mi crJinlxMHMi Kinir 'Alni. der ncsctzl ist ühcr den Hc-

zirksclicf von (lein licscgnctc]! Tor, s und die SchixMhcr und die Wnclitlcutc. die (Jott. d<>r gc^pricscii sei, stHrl<<'ii

möge. Wir tun iliiieii kuiid, 9 daß Beschwerde erliolxMi worden ist hei unserer nilerliöelisteji Pfoi'te iju

Namen der 3Iöiichsgenieiii<le im Kloster 'für Siiiä, in der 10 sie sagen, daß sie dürftig und eijisam l(d)en in ihrem Kloster, und

nichts haben " womit sie ilirem Maj^gel nbludfen, und daß sie Ix'isteJicn denen, die zu

ihnen kommen " an A^erirrten und anderen, und dnß jetzt (ievvalt sicli iiber sie ;ini;-eni;iß(

haben Leute von den Rammäkin, n Menschen, (h'ren sj)ezielle, Tätiiikeit es ist, Nachteil und Schaden anzu- richten und ihnen Böses anzutun,

14 ohne Schidd |ihr(^rseits], die solclies Acraidaßt liätte', und (hiß sie ihnen auferlegen, was sie nicht erfüllen können, ohne |gesetzli(dienj Weg und ohne

15 Begründung, und ihnen begegnen nur mit feindli(diem Arm und Hand. i6 Und vor dem gegenwärtigen Datum sind allerhöchste Erlasse ergangen.

sie (die Beduinen] an solchem zu verliimlern, und von jenen (den Mönclienj alles, was ihnen Schaden und Nachteil bringen kann, abzuwehren.

>7 Und es war b(>reits eiiu' allerliöchste Order an sie g(U'ichtet wordeji, nicht wieder zu tun, was bisher von ihnen geschehen war.

i8 Sie haben aber nicht von ihnen [den 3lönclien( abgelassen, un<l dii*s hat deren Lage geschädigt. ^ Unser [gegenwärtiger] Erlaß an sie verlangt nunmehr, daß sie instruiert werden sollen, daß

'9 die Hand der Besagten von ihnen ablassen soll, und daß sie keine Forde- rungen an sie zu st(-llen haben, idcht im Wert eiiu\s einzigen (iros(diens,

20 vielmehr man sie [die Beduinen] verliindern soll, jenen Schwierigkeiten zu maclien, und man sie [die Mönche] sich empfolden sein lassen und fern halten soll von ihnen

21 alles, was [ihnen] Schaden und Nachteil bringen kann, und man sie mit Gerechtigkeit behandeln soll.

" Das sei hi(MMnit gesagt ein für allemal und als absoluter Befeld. an dem nicht zu rütteln und zu deuteln ist,

liclfrmjc zur (i ischichte tff>,s Sinai/closfrrs im Mlttclnlhr. A'.\

»i (lar;ui, und |früliere| allerhödiste P>1mss(' l.cst-itiocMi snlcli<'s (Imcli.-nis.

I)ns sei Kiicli kund und zu wissen >4 und (idtt möge dn/u helfen, s(> Gott will, der ge[>nesen sei. ^'^ Am Datum des 9. Ra^al)

>" des .lahres aelithundert und zwei und ncunzi.ij;'.

27 Gemäß dem allerhöclisten Erlaß.

Der Preis gebührt Gott allein und er möge segnen und nnii<lin ><'iii

allen Pro])heten und Gottgesandten.

I Hücl<s(M'f<> <)l»('ii:| »9 Sultanische usw. Order, die den Beamten von cl Tor in <l<'r Festmig 3" imd den andern vorgenannten empfiehlt, (li<' Mönche vor den Beduinen 3' zu schützen uiul ihre Schädigung zu verhüten.

Ihr I der Order] Datum ist uideserlich.

2. Nach d(T Kingangsformel ^\ij <^j ist die vorliegende Urkiuide ein ^y\ das j yLL begann mit ^/^Vl rj^^ Makr. (^hit. II 2 1 i .

3. Die vorliegende Schreibung des Namens des Sultans hat allein als authentisch zu gelten; .sie bleibt in allen Urkunden die gleiche, ab- gesehen von geringen Unterschieden in der (iröße der Schriftzeichen.

4. Die Beinamen ^J~Jl j^Vl ^5^' J^i^^'l kennzeichnen ihn als ehe- maligen Sklaven der Sultane ,^1—^ ^^Vl <^^\ jlia^l und J^=r ü_-^\ ^-^

7. J^ und ^U ^^ (im folgenden Firman, Z. 2) sind seit der Fali- midenzeit Titel für eine Beamteidvlasse, in der späteren Mandukenzeit für die vorletzte^ (diwän, ganib, makarr. ganab, maylis. hadra). In einem andern Firman des Sultans erscheinen selbst zwei Beduinenscheiche mit diesem Titel.

(_$'>\t Abkürzung für «j-viU *>\t ist ein noch jetzt gebräuchlicher Name".

t]b<'r jU tjj-^L und l!j-\!l ^\j,\ s. meine Arbeit »Ein Firman des SuUaii Selim in Sachaus Festschrift 437 inid 442. Zu jb ist noch nach- zutragen, daß sein Amt außer \^\^ auch \jjla hieß, Abu'l Mahasin Tagri- berdi Annais (ed. Popper) VI 105.

' \. Ukrchkm. .M.-ik'i-iaiix. \)nny im ('iii|)iis liiscii|)l. Ar;il). (.Mriiiuin-s de l;i .Mission AicIkmiIi»'-. Frniig. XIV) 442!'.

'■ä I)i<' S<-liiM'il))iiiii- .^Jl ^%; liiidct sicli scliou in (Icr ( ii'iiltinsclirirt des Sultans ctUll ^2jj^\_i ^Vl \'""i •''■•'"''' 74'' <l- J'-- ^'- lii'i!« ^l^■^l <'f)''iitlii- Ni'. i ,v*^. S. i(>S. A. 1.

44 B. Moritz:

9. XL33 Pij im MittelMlter gewöhnliclier Ausdruck für »Klngc crhebcii» ; so häufig bei Sacliawi, Ihn IjAs.

11. (^^3\ fy* vg]. Soverus ibn al Mukaffa 188,5.

12. Unter den j\«kiU sind liier, wie aus dem folgenden Firman, Z. 9. hervorgellt, die bei der Mekkafahrt, jedenfalls auf der Strecke Sues-!Akaba, vom Wege abgek(jmmen und verirrten, vielleicht auch freiwillig von nach dem heiligen ßc^rge abgebogenen Pilger zu Acrstehen. Der Ausdruck r-U-l ^ ^L^ «Li'l kommt in d(^r ersteren Bedeutung häufig in den Chroniken vor. Die iJ^^aj werden sonst nur noch in (^nigen andern Firmanen Kait Bai's genannt; wahrscheinlich waren sie ein Zweig eines der größeren Stämme. Sie werden beschrieben als j^-^lj Ä.JiVl iaiai^ JaIj ^^%-\ J*\ , wozu in einem andern Firman noch hinzugefügt wird ^^-l^J^j »Leute der Spezialität und Leute von im Anrichten (eigentlich: im Einzeichnen von Bösem und Schaden«, nämlich auf ihren (der Mönche) Feldern. Bei iaJa^ vermißt man den Artikel, und überhaupt ist der Ausdruck nicht gerade geschickt; aber auch die heutige Kanzleisprache in Ägypten ist kein Muster guten Stiles. Er kehrt in den Firmanen noch mehrfach wieder, stets olme Artikel mid im gleichen Zusammenhang.

14. d\Si <-'>-y ^»ij^ii , vgl. dazu s^>-y> Vj ^^^x^jf- Ibn Ijäs II 200. Was die Forderungen der Beduinen gewesen sind, erfährt man aus einem andern Firman: ojfi r^j Jyj 3^^* ^.3 Ji (^y^J^ '*ui> der Klosterchronik für das Jahr 1069 d. IL aber auch, daß sie Schnaps und Wein -u.'j J^ verlangt haben, eine charakteristische Illustrierung der angeblichen »Sitten- reinheit« der Beduinen. In jenem Firman wird auch gesagt, worin die Anfeindungen bestanden haben: ^4^1 j <iUVIj >^j^\ »Verwundung, iUl ist Euphemismus für Totschlag und Plünderung«, in solchem ]Maße. daß die Mönche das Kloster verlassen und sich nach T^i' llüchten mußten. Aus einem Protokoll vom 18. Du'l ka'de 918 = Jan. 15 13, also unter Sultan Kaiisuh. erfährt man, daß die Beduinen auch den Abt totgeschlagen und nicht bloß die Kirche, sondern auch die Moschee geplündert haben. Melir darüber im Kommentar zum zweiten Firman.

17. Ä^Li ist Tirsprünglich der Reinigungseid von einer Anklage; Land- berg, Arabica A' 142. Im Mittelalter verblaßte diese Bedeutung zu ein- fachem »Befehl«, so häufii>' bei Ibn Ijas Ä.^L.9 ^^^it ^o I 52. II 225. 236.

Bcitnn/c :tir (IrfichM'hfe iIcs l^inalMosIcrs itn Miftrhiihr. 1 '>

(l^' Vj <-a9-j ^ _^ ('iuciillicli »von (Icni es Keinen N;M'lil:iß und keine Erleichterung gibt«.

26. Das Datum ist, wie immer in Urkunden, in Worten ansgesclirieben, deren Lesung diu-eli starke Zusammenzi«hung und Abkiirzinig der Zeichen bisweilen erschwert wird. Diese Zusammenziehung ist ein Hraucli, der sicli sclion in den Kanzhnen der Abbasidenclmlifen ausgebihh't hat. h-1» h'se: ÄfU U^ v>«~Jj J^\ "^ Der 9. Kagab 892 d.U. entsprielit dem i..bdi 1487 n. Ciir.

Zu der Sehlußbemerkung .-nif (h'r Rückseite des Firmans vgl. mnii Ihn Ijjjs II 3 19: jij i^-lUJl i^^^J! bj j. -i^ VI j^^ Vj C^^^ Vj V^Ju- ^-1^

Diese Bemerkung stammt also ?ius der Kanzlei, in der der Firmnn registriert wurde. Es geht daraus hervor, dnß ihr Sclireiber das Dal um. das sein Kollege geschrieben, schon nicht mehr hat lesen können.

Zu ia) ^ : - i>y>- , eigentlich »verwirren, verderben«, vgl. man Lani)- BF.KG, Arabica III 60.

IL

^>__AAii^\j '^3^\ J^- f^'Vi V. r^"^'^ "^ '^--^^^ ^^^^. "

jrv.«laäi« (_l3-l( Lx- j y^ j'-V) tjyi»^ r,>r~' j^-' f-r^ x' ^-^v^ ' j^jdl y-\,H 4y-j '^ (>4) ^j-^ V L. ^-^ \y\Lij j^U (^yL)__« II

4G B. Moiniz:

p^Afc- -^^jZ, iuLi <.l:>j ^i^jl"-^_li ojj'^ ^_^- ^'^ Jb äjy -^J^l j^^*'l ^* '4

!|

<}\ jLII j^UI Ulj p^i<^ ^0! j^=^l::^ ^tvJl^ i^la- <J^ jl^U A:>rUl, ^^ ij .9 jj^-l ^ -'^'^ ^'y^ J^>^1 f-5^b ^1 j^l A>cJkl \jy\ 2'

J5j!l «jj ^1 Lu^ 33

» Im Namen Gottes des b.MrmlierziiJ-en Krliarmers!

> Dies Selireiben ergelit an .Seine Exzellenz

3 den hohen Emir [folgen Titel]

4 Burhan ed din, Rnhm des Glaubens, Leuehte der Mensehheit, Ehre <les Reiches und des Heeres,

- Stütze der Könige nnd der Sultane, Gott lasse sein Glück dauern. Sein (des Schreibens) Handzeichen besagt, daß Beschwer<le erhoben ist an unseren allerhöchsten Pforten

' l"]iii \Viir( iinl<'si'rlic|j. - Dcsu,!. ein l)is /wci.

]hilr(i(/r zur l iisi-hic/ilf dis >>}ii(iikl<>slrrs im MUh lulhr. 47

" im Nninon des Biscljois Lazarus und seiner christliclicn Genossen so- wie des Makarius, Abtes des Klosters Tur Sinä,

7 in der sie sagen, (iaß sie Mönclie sind. Kalogeren. <lie im Kloster Tur Sinä im Gebirge wohnen, einsam

« und nm ihr Kloster weder Hans noeli Naelibar ist, und ihr Lebensunter- halt ilmen zugeführt wird, von dem sie leben,

9 sie und ihre Hesueher an Muslimen, die von der Pilgerfahrt abgekommen sind, welchen sie (die Mönche) Unterkunft und Unterlialt und

•o Wohltaten gewähren, und daß eine Bande von Beduinen zu den be- sagten Mönchen kommt

" und sie belästigt und Forderungen an sie stellt, die sie nicht erfüllen können, und daß in den Mauern des besagten Klosters

>- eine in Benutzung stehende Moschee sich findet, darin ein Mu'eddin, <1(t die besagten Mönche beschützt und die Beduinen hindert, sie zu belästigen,

'3 und daß die besagten Mönche schon vor Datum dieses an unserem aller- höchsten Throne Beschwerde erhoben und sich über ihre Lage beklagt haben

M den besagten 'Beduinen gegenüber, und daß aUerliöehste Erlasse bereits vor Datum dieses ergangen sind, die eine allerhöchste Order geben gegen sie,

'5 daß sie nicht zum Kloster liinaufgehen und sie beunruhigen dürfen. Da solches die Beduinen ärgerte,

"> trat ein Mann (unter ihnen) auf mit Namen 'Abd el Kadir b. Tllaik und zog einen allerhöchsten P^rlaß hervor (des bdialts), daß er Aufselier sei

7 über die besagte Moschee, indem er damit bezweckte, auf (»rund dieses das Kloster zu betreten er und seine Beduinen,

und sie zu belästigen und Anforderungen an sie zu stellen, die sie niclit erfüllen könnten,

•V trotzdem in der besagten Moschee keine nmslimische (Jemeinih' vor- handen war, die eine Aufsicht brauchte, vielmehr die besagte Mosch<'e

20 gedeiht in der Verehrung Gottes durch den Mu'eddin, indem er darin Gebet und Gebetsruf verrichtet, und die besagten Mönche

21 die besagte Moschee ignorieren, und der angestellte Mu'eddin angewies<«n ist zu einem würdigen Verhalten (?)

und jedesmal, wenn ein Mu'eddin mit Tod oder sonstwie abgeht, setzen die besagten Mönche einen andern ein. 23 Unser (gegenwärtiger) Erlaß will, daß Abd al Kädir b. TJIIaik der VVäeliter des Klosters vqrzu fordern sei und die Bande

48 B. M(Mu Tz:

24 seii»er Beduineiigeiiosseii und sie zu verplliciilen seien, das Kloster der . besagten ^Mönche niclit mehr zu betreten, ein für allemal, als absoluter ^5 Befehl, an dem nicht zu rütteln und zu deuteln oder zu zögern oder sonst was ist,

26 vielmehr sie dabei zu unterstützen auf Grund ihres Rechts. Unsere [früheren] allerhöchsten Erlasse bestätigen Ew. Exzellenz

27 solches in vollkommenster Weise. Dies sei Dir kund und danaeli. zu richten, und Gott wird helfen

28 so Gott will, der gej)riesen sei.

2y Geschrieben am dreiundzwanzigsten Scha'ban

30 des Jahres achthundert sechs und neunzig

3' gemäß dem allerhöchsten Erlaß

3^ ujid der Preis gebührt Gott allein, und Gott möge segnen unsern Herrn

Muhammed und seine Familie und Gefährten.' 33 Unser Genüge ist Gott und ein herrlicher Beistand.

4. Über die Person des Adressaten, des Emir Burhan eddin, läßt sich aus den gleichzeitigen Quellen nichts in Erfalirung bringen, kein Wunder übrigens, da er als Angehöriger der vorletzten Beamtenklasse schwerlich hervorgetreten ist. Die von Ibn Ijäs genannten Personen dieses Namens gehören alle dem gelehrten bzw. geistlichen Stande aji. \^ielleicht aber ist l/^!! d^j hier überhaupt kein P^igenname, sondern nur ein weiterer Titel <les ungenannten Emir. Sein andrer Titel <Jj-\!l ^^ wurde aber ander- weitig als .ein (offizieller) Name gebraucht.

5. <^y^(^\ ^ir ist das Prototyp für den Ausdruck in den türkischen Firmanen: ^j-\!jl ^JX>- (^1^^ c^i>^

6. Der Abt Makarius wird noch in mehreren andern Firmanen Kalt Bai's genannt mit dem Zusatz ^_^ä)1 . Für^^^^j findet sich in andern Ur- kunden auch die Schreibung ^i\j = Reis.

7. 7-^ ist Wiedergabe des griechischen KAAÖrHPOi. 12. tJber die Moschee s. Abschnitt III dieser Arbeit.

14. An solchen Erlassen, die den Mönchen Schutz gegen die Beduinen zusagen, haben sich in der Klostersammlung nicht weniger denn 1 2 von Kait Bai vorgefunden, unter 23 überhaupt.

llcilr('l(/(' :/'/■ I irsr/i/c///r il(s Siii(iil:l()sh fs im Milh l(/lh r. \\)

i6. Dieser UnlioM crsclieint, in cinom Protokoll vom i '>. Sclia.'l>An 920 (l. II. 6. OktolxT 15 14 n. Clir. Es wird ihm (l;iriii vorgeworfen, (Inl.i er einen Möneli totgcsclilagen, das Tor des Klosters und einen andern Möiieli, namens Bonidi {i^jJ.^) verbrannt liabe. Zur Strafe: hierfür wiirde er ermahnt, es nicht wieder zu tun. Wenn das Dokument, das er pro- duzierte, echt Avar, so zeigt es, daß der Sultan die Ernennung selbst von einfachen Moscheeaufsehern zu vollziehen hatte.

1 9. Zur Zeit der Abfassung dieses Eirmans war im bzw. l)ei dem Kloster keine muhammedanisclie (Gemeinde mehr vorhanden, und der Mu'eddin hatte den (rottesdienst, der in der Hauptsache nur in der regelmäßigen \'erriclitung des (iebetsnifs bestand, allein abzuhalten. Oflenbar wurden die umwohnenden Beduinen zur Teilnahme daran nicht zugelassen; ver- mutlich werden sie auch wenig Bedürfnis danacli verspürt haben, genau so wie jetzt noch.

21. Das Wort jß^ ist nicht ganz deutlich, das folgende unleserlicli, ebenso *

22. zu Anfang eins oder zwei.

30. Das Datum 890 ist in einem einzigen Schriftzug zus;inuneng(;- dräng+., der nicht gut anders aufzulösen ist.

Der 23. Scha'ban 896 ist der 1. Juli 1491.

Mit völliger Deutlichkeit erhellt aus den beiden Eirmanen die geradezu läeherliehe Ohnmacht der Sultane, ihren wortreichen Befehlen bei den hall)wilden^ kleinen Beduinenhäuptlingen Respekt zu verschaffen, ein Zu- stand, dem erst vor 100 Jahren durch festes Zugreif(Mi weniustens auf der Sinaihalbinsel ein Ende gemacht worden ist.

III.

Arabische Inschriften im Kloster aus der Zeit des er^en Kreuzzuges.

Die Moschee, von der in den Eirmanen häufig die Rede ist, existiert noch lieute: ein unschein])ares Gebäude, zwischen der Kirclie und den A\'ohnungen am Nordteil der Klosteranlage, mit einem viereckigen Minaret, das von einer tlachen Kuppel gekrönt ist.

' Noch jetzt ^cltcii die SiiKiiljediiiiieii in AnyptiMi ;il.s wilder iiiul uii/.i\ ilisieiter ;ds (li<' Arnberstiiinnie'de.s äji;ypti.selien Stid.in: Vjieotii) Ai-tiii l*;icli;i. Kiiul.iiid in tlie Sudan 210. Pliil.hist.Ahh. WIH. Nr. 4. ~

5(1 B. MoKiTz:

Das Innere ist ein sclimiickloscr Kaum, dessen Ursprung! iclie Bestini- uiuni;' nui- (lurcli die hölzerne Predigtkanzel und die Cebetsniselie^ ange- deutet A\ ird. l^etztere ist ein einfaclies Marmorniosaik, aus dem Ende der Manduken- oder ersten türkischen Zeit; von den vielen Inschriften der Pilger ist die älteste 956 d. H.

Die Existenz der Moschee innerhalb des Klosters ist den Bewohnern und Besuchern schon seit Jahrhunderten ein Rätsel gewesen, zu dessen Lösung sie die wunderbarsten Geschichten erfunden haben. Freilich finden sich über ihre Entstehung weder in muhammedanischen noch in christ- lichen Quellen Nachrichten; auch die sonst bei Moscheen übliche Bauin- schrift ist nicht vorhanden. Doch haben sich in ihr zwei andre Inschriften gefunden, die die Feststellung der Bauzeit ermöglichen.

Die eine steht über der Tür zur Predigtkanzel' und gil)t Auskunft über ihre Herstellung:

<i\) "ly! -UsL ,j~>!^ C- JjVl ^_j ^ j, t^üij «Cj^^Ulj «Cj-ii 6

I »Im Namen Gottes, des barmherzigen Erbarmers! Es gibt keinen Gott, außer Allah allein; er hat keinen Genossen, ihm gehört die Herrschaft, und ihm gel)ührt der Preis. ¥a' macht lebendig und auch tot mit seiner gnädigen Hand, und er ist über

^" Merk\viM-(lii;ei-\v('is(', ist sie luicli Siulwrstcii orientiert, wjilirejul Mei<k;i in Süd- südost lieiit.

^ Auf einer Iloi/tnfel von 0.73 eni Liiiiü«' mid 0,23 cm IIölu» in erli.-ibeji ne- sciniittenei' Schrift, s. Tal". I ol)en.

■^ So statt »LliUU. .

^ So statt iL..

•' So statt <iJ liy .

/>ri//-('/(/r 2iir i ii .^i-/ii<-/tli ili.< Si/i<iH,-h ish rs im Willi Itiliif . 51

2 alle Dinge miichtig. Sieg koiiinit \(>n (Jott. und lü-oliciun«;' i^i nahe für <len Sklaven (lOttes nnd seinen \ Crl icirr, Aliu Ali ei Mansi'ir. ilen Iniäin el Aniir bi-nliknni Ailali,

3 BeheiTselier der Gläubigen, Segen (i(»tles üImi- ihn nnd seine reinen Väter und seine zu erwartenden Söhne, netohlen hat an/tirertiucii diex-ii Predigtstuhl der erhahensfe

^ Herr, Fürst der Heere, Sehwert des Isläni. Helfer des jinäni. iJeseliüi/ei- der Rieliter der Muslime und Leiter der Prediger

5 der (däul) igen AhiVl Käsini Sehahän SehäJi. (iott stütze durch ihn di<' Ivel ii;i(»n und erfreue den Beherrscher dei't da ul »igen du i-eh sein lang<'s Lehen nnd eihalte

6 seine ."Macht und erliöhe sein Wort. So geschehen im Monat lvai)i 1 des Jahres fünfhundert zum dotteslohn.«

1. Die Lesung ^y-^S «-^ ist niclit ganz sielier: man (M-\vartct ,^5-^' , (hieh sehen die Zeichen mcdir nacJi dem ersteren AVort«' aus.

2. DerChalife el Amirwar im Jahre 495 d. IL (-- i loi n. Chr.) fünfjälirig zur Regierung gekommen. tTl)ers(nne P)auten handelt Makrizi Chit. I485. II 29 1 . Audi für die Azhar 3hjschee hat er ein Alimhar gestiftet, dessen Inscliiäft etwas al) weichende Titel enthält: Jcj . . . juJ^Vl *^}^} 3 J^ -^^ C!\ ^-=

3. El Afdal trägt in der vorliegenden Inschrift dieselben Titel wie sein \'ater Badr el (iamäli in einer Inschrift der Tiihni ^Moschee vom Jahre 470 d. IL'. In einer andern Insclirift" nennt er sich J^i;^ ^UVl oL-

:J^}.y\\ j^ s^ cj^\ f^^ f^'Vi J^ ^^^-VL

5. oLl^U- ist Schreil»felder für -»Li-iUU oder eLl>U.

6. Ebenso "-»l. , v-^ für ä,LJ- und lyl für ^ U/und di(>ses abg(d<ürzte Redeweise für ^\ ^iy UiL Statt dessen findet sich auch *s\ l\^j» Ui|, so in der Bauinschrift der namenlosen kleinen Moschee (el («iüschi) auf dem >lu- kattam', oder ansfühi»! icher ^\^} «^1 f^ ^ *^^ SU»^ LU? .

' V. lll.lJilllM. clirild;! Nl'. II. S. V'-

- K1i<mh1;i. Nr. 12.

■' In (liM- l>;ininscliril't linden sicli /wci W'idcrspi-iiclii'. I)i'i- 1 !rli;ni(M- ist niclil niil N;iiiicn L:,rn;innl. sondern spriclit \(mi sidi ;ds l' Vy (\- üii^Mii m Nr. },i. S. 54/55I. i'inr Px'/ciclmiiiiii. die kaiiiii .•iiiders nls iiiH' \\\n\v /ii dciili'n isl. I jilsdiridcnd ;dici- is( d;is dent- lichc Diitmii ifUiOjIj u}«~JJ ^^ (V. I>i:i;' IHM |»l. W'Il). d.is den \\:\\\ in el Ar().il.s /.eil nickl.

' In einem ilrlnl.i des Nur eddin. i\.;d i;ind;itein 1 Ji6.

52 B. Moritz:

Danach ist der Stifter der Kanzel kein Geringerer als der Kanzler des Fatimidenreiches, Schälian Schah el Afdal, von 482 d. H. = 1089 n.Chr. an Mitregent, von 487 d. H. = 1094 n. Chr. Nachfolger seines Vaters, lindr el Caniali, in der höchsten Reichswürde; er überlebte zwei Chalifen, ))is er nnter dem dritten zu Fall kani\ Trotz seiner großen Bantiitigkeit (Makr. Ch. I480) sind bisher von ihm nur zwei Inschriften bekanntgeworden". In der einen vom Jnhre 487 führt er den Titel ^^l-Vl J*>^ ^UVI ^^; den andern ^^ /'*)^-'Vi erbte er von seinem Vater, dem er vom Chalifen verliehen worden war '. Es mochte für den muhammedanischen Hochmut keine geringe De- mütigung gewesen sein, daß ein armenischer Renegat zum defensor fidei erhoben werden mußte, und daß dessen Sohn als solcher gegen die ehe- maligen Glaubensgenossen auftreten mußte, wenn er auch jiicht in Person ins Feld gezogen ist.

Wenn die Stiftung der Kanzel im Monnt Rabi' I 500 d. H. = November 1106 n.Chr. erfolgt war, so muß der Bau der Moschee selbst um diese Zeit sich seinem Ende genähert odc^r bereits zu Ende gewesen sein. Das wird bewiesen durch eine zweite Inschrift, die zwar kein Dntum trägt, aber in diese Zeit gesetzt werden muß. Sie findet sich auf einem vier- eckigen ITolzschemel in Sclinitzwerk und läuft um seinen oberen Rand, der etwa 0,40 Meter Länge hat, mit erhabener Schrift in zwei Zeilen herum*:

o*^b >^vi ^_-a!1 ^:^\ iJjUi .■)

' Daß cl AfdaTs Kniioi-diinu \tiii dem Chalirc d Aiiiii- \oraiilalAt worden si'i. scliciut dir Aiisiclit aller (M'iistliai'tcMi Ciiroiust«'!! i;c\\('sen v.w sein. Ahu'l Mahasiii II 326. AN'iuiki.m \().\ IAkts. dei' d(Mi Naiiicn wohl nach (h'r dainali,i!,en Aiisspraciic in Syrien Hlcplidaliiis schreiltl. he/.eichnot seine Stelhniji- im IJeiche trellend als procuratoi' civitatis (I^ib. X c. XVI).

- V. Ukrciikm Nr. 12 (S. 32 f.) nnd \f. 38 (S.64), die /weite» schon \on Makrizi (Chil. II 242) nei>;e])en.

■' Der Titel ÄljoJl J\1a , den IJailr h(M Ahii'llidä II 200 föhrt. war wohl nicht ofli/.iell.

S. Tafel II.

ß('i/rä'(/r zur (icschicMr <lrs Sinal/rlosffr.s im, MUfAdltcr. 'V.\

-^f^b jbls jj^ Sfr Jy <S->^\ r*^^^ ») '

. :.) »Im Namoii (Jottes, dos barmherzigen Erbarmers! Belolileii liat an- zufertigen 1.) (lieso|n| Leucbt('|rJ und die gesegneten Stülde und die gesegnete .) Moschee, welclie im obersten Kh)sler ist, und die drei <i) l^etorte auf dem Berge des Zwiegespräelies Moses, über dem das Heil, 2 a) und die Moschee, welclie auf dem Berge des Klosters von FärAn ist, und die | kleine] Moschee, 1) welche unterhall) von Neu-Färän ist, und den Leuchtturm, welcher ) an dem Rande der Ebene ist, der fähige [und] auserwählte Emir, Leuchte

des Reiches .1) und sein Ritter, Abu Mansür Anuschtekin, der SKinve des (('li;difen| Amir. «

Z. I. Für J^ y*\ l»^ wäre korrekter 4*«> y'\ '^

Eigentümlicli ist der Ausdruck ^^1| für den llolzschcmel. Es muß sich auf ihm eine Vorrichtung zur Einsteckung einer Kerze befunden li.-iben, so daß die Bedeutung Leuchte[r] gerechtfertigt ist; zu ^ in dieser Be- deutung vgl, DozY s. V.

Der wichtigste Punkt der Inschrift ist die Angabe von der gleicli- zeitigen Erbauung der ^^W »in (h'm obersten Kloster« durch (Xew Stifter des Leuchters.

Mit diesem obersten Kloster kann nur das Sinaikloster gemeint sein, so genannt im Gegensatz zu dem unten in der Küstenebene gelegenen von PAieoY = 1Y>r und zu dem zweiten, zwischen beiden befindlichen Kloster von Färän.

Als Erbauer der Moschee im Kloster und der übrigen masagid nennt sich »der fähige imd auserwählte Emir, Leuchte und Ritter- des Reiclies Anuschtekin«. Die Person dieses Würdenträgers wird weder in der Ge- schiclite noch aucli in den bisher Itekaimten Inschriften genannt; die Nach- richten übei- diese Zeit sind eben recht dürflin'.

54 B. MoiuTz:'

Von seinen Titeln ist der erste ,..^'A\ ^^J^\ >«V1 , in einer s]3äten In- schrift aus der Zeit des Clialifen el Hafi/ (524 44 d. H.) belegt^ der zweite Ä)j-\!i >L« aber noch nicht". Aus seinem Beinamen ti^Vl ergibt sich, daß er unter dem Clialifen el Amir bi-ahkam Allah (495 52 d.U.) lebte.

Von großer Wichtigkeit ist die Inschrift ferner deshalb, weil sie eine Aufzählung aller Bauwerke gibt, die Anuschtekiii damals hat auf der Sinai- lialbinsel errichten lassen.

Zunächst werden genannt «drei masagid auf dem Munagät Müsä«. Was zuvörderst diesen Namen anlangt, so wurde damit ursprünglich der heutige (iebel Musä, der traditionelle Sinai, bezeichnet'. Erst mit dem 14.. Jahr- hundert wurde er auf den nach Nordosten sich anschließenden niederen Berg, der sich A^or das Südostende des Klostertals legt, übertragen; auf ihm hat früher nie ein Bau gestanden, erst 1 9 1 2 wurde eine kleine Kapelle dort errichtet. Die drei masjVgid Anuschtekins sind also auf dem (»ebel Musä zu suchen. Gegenwärtig stehen nur zwei Bauwerke auf seinem Gipfel, beide neueren Datums, aber ersichtlich auf der Stelle älterer und mit altem Material errichtet. Das größere von l)eiden ist eine christliche Kapelle, deren Ursprung in sehr alte Zeit zurückreicht. Ein syrischer Mönch aus Urfa, Julianus, hatte sie im Jähre 364 n. ('hr. erbaut. Von den Aral)ern, vielleicht mehr als einmal zerstört, wurde sie gleiclizeitig mit der Kloster- kirche umgebaut, aber in winzigem Ausmaß; Antonius von Piacenza, der sie kurze Zeit darauf, im Jahre 570, besuchte, beurteilt sie als nur sechs Fuß im Innern lang und breit. Die heutige Kapelle hat 10 Meter, der ältere Bau aber, von dem sie nur die Apsis und das vordere Drittel des mittleren und linken Schifies einnimmt, hatte etwa 25 Meter Länge. Dieser größere Bau scheint das Werk Anuschtekins gewesen zu sein. Noch Makrizi*

' V. llKRTUKIM Nr. 456, S, 63,^.

- Diese A>i'hiii(liin<>Pn mit. Ü^oJl ;ils Titel sind i'ür fli(> Fiitiniidenzeit cliMi-ikteristiseli. ^jl» erscheint ;uieli in nndereii V(*rbiii(lniiu,('ii ;ds Kiireiititel. z. !>.: oi-*-'' U^J^ »Ritt(M- des (lijiiiheris.. K. ;il r;nid;it. II 236 (im .hdire 595 d. IL), liruiüger hei den Späteren. t>*lJl u^j^ W.W d(M- Titi'l \'()n DirghAm. des R(Mclisi<.anz!ers des ]et/.t(Mi F;itimid(MU'h;diten.

•'• 1)1 d(^m .-irMljist'hen Text dei- /.\v(MSj)r;ieiiig(Mi Uaiiinschrii't des .Sinaiklosters, einer spiitmittelidtei'liclHMi Kopie einer .-dteii; ahei- schwerh'eh der ui-spi-inigUehen, Avird die .histinians-

kii'che genannt sU dl J^ Ä j5'. Die syi-isclie Ilandsclirift Sin. i wurde im .h-dire 1290 11. Chr.

gestiftet für iU-ldl <..j5' also füi' die jetzige Klostei-hibliotliek.

' II sio.

Brilnnjr :iir (ifschlchh (hs Sinaiklosh r.-- im Milhhilhr. 55

weiß von iln- zu ])erjcli(eii, daß »die Kirrlie des lieilincu Mose Maruior- säulcu und Bronzetüren geliabt habe«, docli wnr sie zu seiner Zeil (An- (Ung des 15. Jalirhunderts n.Chr.) bereits wieder verfalhni gewesen.

Das zweite Gebäude auf dem Gipfel des Sinai ist eine kleine 31os<r]iee, die aueh nacli Mose benannt ist, ein ganz unsclieinbarer Bau, an dem das einzig Bemerkenswerte ist, daß das Mihnib nacli Süden orientiert ist, er- sichtlich aus dem Grunde, weil der beschränkte Platz des Gipfels ia'inc andre Anlage zuließ. Auch diese Moschee steht auf den Trümmern einer älteren, wahrscheiiüich des Baues von Anuschtekin. Von ihr hatte Idrisi, der nur wenige Jahrzehnte später (548 d. H. = 1 154 n. (;hr.) sein großes Werk schrieb, gehört. Kr sagt »man steigt auf Treppen zum Gebel el '\Wv empor: oben ist eine Mo§chee und ein trockner "Brunnen«. Makrizi erwähnt sie nicht, ebensowenig wie die groiSe Moschee im Kloster, obwohl sie noch in späterer Zeit bei den Midiammedanern weit und breit in großer \ erehrung stand. F. Faber sah bei seinem Besuch 1485 eine Anzahl solclicr Pilger hier sitzen und sagt^ . . . nam Arabes Aegyptii Sarraccni Turci de longin(piis miuidi partibus ad hunc locum peregrinantar ob reverentiam Moysis.

Von einem dritten Bau ist auf dem Gipfel des Gebel Müsä nichts zu sehen. Es kann auch keiner dort gestanden haben, da einfsich kein Platz dafür vorhanden ist". Soll es mit den di'ei BauAverken seine Dichtig- keit ] laben, so bleibt nichts übrig, als das dritte in der Kliaskapelle zu sehen, die, 157 Meter unterhalb des Gipfels, auf einer schmalen Hochebene steht. Auch sie ist in ihrer gegenwärtigen Gestalt nur einige hundert Jahre alt, aber ebenfalls auf der Stätte eines älteren Baues errichtet. Makrizi nennt sie eine Kirche des Elias, die auf halber Höhe des Berges gestanden, aber seiner Zeit nicht mehr existiert habe, vermutlicii, weil sie schon wieder zerstört war, ein Schicksal, das sie schon in der alten Zeit wiederholt be- troffen hatte. Die Pilgerin Aetheria (oder Silvia) hatte eine kleine Kirche hier vorgefunden, zwei Jahrhunderte später (570) wird sie von dem sehr genauen Antonius nicht mehr genannt; zu Thetmars" Zeit, 12 17, also nur reichlich 100 Jahre nach dem Neubau, existierte sie noch.

' EvMgatiiriiiiii Hl 459.

- \V(Miii der Pilger Yv\. I'jiix'r (K\ .•ii;;it<>riiiiii 111 45() vd 11.\ssM':r) sniit. sie liiiltcii doil iie.selicii "iii-iiides riiiii;is ;)nti(|iini'mii miir(,)nini per Liyniiii et crtMlitiir. il)i(l('in t'iiissc iiiiiii;i- stcriiiiii qu(i(l quidciii totiiiii destni<;ium (\st.<, .so li;it er die Felsl)löc,k(' \"\\v Kiiiiicii üfhaltcii.

•' INlaiiistri Tlietmari Wcv in terram saiictaiii t'd. 'I'oiu.kk. S. ^o.

5() , P>. MoKi Tz:

Es bleibt noch die Schwierigkeit übrig, (hiß in der Insclirift diese drei Bauwerke, von denen zwei stets christlicli gewesen sind, ghüchniäßig masngid genannt werden. Siclier aber ist liier das Wort nicht in" seiner späteren Bedeutung »Moschee« zu fassen, sondern in seiner ursprüng- lichen »Betort«\ War doch der Sinai als heiliger ]jerg des Islam eine Wallfahrtsstätte für die Muhamniedaner bis in das 19. Jahrhundert hin- ein, so heilig, daß sie selbst in der Justinianskirche gebetet haben. Möglich ist auch, daß Anuschtekin diesen Ausdruck der Kürze halber ge- wählt und sich gescheut hat, das Wort »Kirche« zu gebrauchen. Immer- liin bleibt es ein Akt seltener Toleranz, daß ein Muhammedaner christ^ liehe Kirchen gebaut hat.

Weiter spricht die Inschrift von einer »Moschee afjf dem Berge des Klosters vonFärau«. Dieses Kloster befand sich auf dem Gebel el Meharret, einem in das Tal von Färan hineinVagenden Bergvorsprung; ausgedehnte Ruinen von ihm, einer großen Kirche und eim^m Turme siiid noch heuten dort zu sehen. Auch die Abhänge des Berges sind mit Ruinen bedeckt; ob sich darunter die einer Moschee befinden, bleibt noch zu untersuchen.

Nördlich von diesem Hügel erhebt sich der isolierte (lebel et T^hnne 215 Meter, der gleichfalls Ruinen von Kirchen trägt. Auf seinem Gipfel stehen die Reste einer dreischiffigen Kirche, »die im 8. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt worden ist"«. Das könnte die von Anuschtekin »gebaute«, d. h. umgebaute Moßchee sein; eine genaucue Untersuchung hat aber noch nicht stattgefund(Mi. Die Angabe der Inschrift, daß diese Moschee sich »auf dem Klosterberge« befunden habe, wäre freilich ungejiau, es sei denn, daß auch dieser Berg wiegen seini^r kirchlichen Bauten für den Klosterberg gehalten worden sei.

Das alte Pharan, die » Amalekiterstadt « , ^^-ie sie nach der altchrist- licheii Tradition noch bis ins i 5. Jahrhundert genannt wurde', muß damals bereits verlasatMi gewesen sein. Die Eingeborenen hatten sich in den aus- gedehnten (lürten der Oas(^ angesiedelt; diese neue Ortschaft, das heutige

J \V"ic im Nabatäischcn, wo es alleixUngs auch die besüiKlei-e Bedeutung »Altar« ei-- lialten hat. /ui- JMoschee wurde mas^id durcli den Isbuu: der lyorVin kennt kein anderes AN'ort i'iu- den niuliannnedanischi'ii Jictort. ICrst ctw;! seil (irr Mitte (h-s 3. .hdn'liunderts der nigra kam l'ür die großen ^loseheen die neue IJezeiciuunig gänii' "die allgenieine« auf, die schon im 2. ,hdn-hundei't als Epitheton i'üv masgid erselieint.

- !\lEisri:ioiANN. (Iiiide (hl Xil au .hmrdain 94. er sai;I niclit. woln-r er (liese Angabe hat.

3 iNlakrizi Ciiit. 1 188.

^

Hf'iträye zur (ifschichti' des t^inaiklostcrs im Mittplnltn'. 07

Dorf, ist gewiß das »Nru-Färni»« der Iiischrid. T)i<' «;('g<'n wärt ige Mosclico des Ortes, ein ganz iinbcdeutciidcr Hau, ist nach dem Lokallu'iligcii, Abu Sclicbib, g<'nannt; das würde also Aiuisclit«'kiiis masgid sein können.

Schließlich hat er noch einen Leuchtturm' »am Kande der Ebene» gebaut. Gemeint soll wohl sein der Rand der Küstenebenr. Makrizi sagt zwar vom alten Färan", die Stadt sei geleg«'n {gewesen) mJ^\ y^J>.Lj , verbessert sich aber gleich, daß von Färan bis zum Meer von el Kulzum eine volle Tagesreise sei. »und dort wird es genannt Ebene des Meeres xcm Färan«. Gemeint ist die schmale Küst«'nebene, in die das WAdi Fir^n (= Färan) ausmündet; an ihr befiudet sich, durch eine weit nacli Westen reichende Riftgruppe geschützt, <'in leidlicher Ankerplatz, offenbar die Reede von Färan. Hier also ist der Leuchtturm Anuschtekins zu suchen.

Angesichts dieser ausged<'hnten Bautätigkeit drängt sich die Frage auf, was den Mann dazu veraidaßt halx'u kann. Da in der Inschrift nicht gesagt wird, daß er vom Ghalifen oder vom Reichskanzler damit beauf- tragt worden ist, nmß man schließen, daß er auf eigne Faust und mit <'ignen Mitteln diese Bauten ausgefülirt hat. Darin li<'gt idchts Auffallendes. AVelche Privatvermögen die Großwünb'uträger dies<'r Zeit besessen haben, lehrt die Aufzählung der Schätze el Afdals ', der ebenfalls m<'hrere Moscheen gebaut hat, davon eine allein, <d Akmar, mit einem Aufwände von an- geblich 200000 Dinar*. Die Bauten Anusclitekins war<'n demgegenüber von geringen Dimensionen, der Aufwand dafür also schwerlich besonders hoeh\

Daß er Moscheen und einen Leuchtturm gebaut hat, läßt sich ver- stehen; wie kam er aber dazu, auch christliche H<'iligtümer zu errichten?

Um dies zu verstehen, müssen wir die politische Lage dieser Zeit genauer ansehen. In die Zeit el Afdals fällt der erste Kreuzzug, der mit der Eroberung Jerusalems (492 d. H. = 1099 n. Chr.) einen gewissen Ab- schluß fand. Die Kämpfe zwischen den Kreuzfahrern und den ägyptischen

' tJht'r JjL. (und jL« ) in (1<m- li(Ml<Mitniifi; •• I.ciwlittiirni . siflic \ w Hi:H( hi:m. in .Mr- nioirt's (If h\ .Miss, .\rcli. Fi;nu'. XIX 19: IV. S. 474 75.

- (1ii|;it I 188.

' Wr.sTKNKEM», (Jescin'elitc di'r Fjitiinidrncluilifcn 290.

' (Jroßo H;ndi('i-r<'n liü't es in def isbiniisclKMi (icscliiphtr' viel «icj^ehiMi. Kiner dor he- fiilniiIcst<Mi ist Gaiiud rddin. ^Vl'/.il• ciilcs Orfnkidcn in MAsui: or h.-intc \ rrscln'i'diMn' MDschrcn Ihm M(>kk;i. die Stadtirunirr von .Mrdin;i inid die üroßc Tijiiisin-iu'kr \iin (ir/iicf Il>n ()ni;u-. Kl- starb 559 d. H., AbulC. 2. .1.

Phil.-hist. Ahh. 19 IS. Nr. I. H

58 B. Mo KIT/.:

lici'reii zog(ui sicli zvvnr noch einige Jahre ohne besondere EntscJieidung hin bis i 104 11. Clir. =^ 498 d. Tl., wo el Afdals jüngster Söhn sicli hol Askalon schlagen ließ, ohne daß es al)er den Siegern gelang, (h'ii (iegiier ganz aus Pidästiiia herauszudrängeji. In den folgenden Jalrren 499 und 500 trat eine gewisse Ruhe ein, der Angriff auf das von Ihn Ammär verteidigte 'J'ripolis berührtrC Ägypten nicht. Krst im Jahre 502 nahm es wieder am Kriege teil, als auch im Jahre i 107/08 n, Chr. ^= 501 d. H. König Balduin die Offensive mit einem Angriff auf Tyrus und Sidon wieder aufgejiommen hatte, die dann mit der Eroberung von Tripolis, i 109, zu Ende kam.

In diese Zeit der Rulie fällt die Bautätigkeit Anuschtekins auf dem Sinai.

Man sollte annehmen, daß der glroße Angriff der Christen auf den Islam eine böse Rückwirkung auf die Beliandlung der christlicheji Untertanen im Fatimidenreich gehabt haben müßte. Die arabischen Quellen aber schweigen sich darüber aus. Vom Chalifen wird im Gegejit(^il berichtet, daß er christ- liche Klöster, zumal das von Nihjä bei Usim', nordwestlich von KaiiK), gern besucht habe, freilich nicht aus Zuneigung zu den Christen, sondern um dort, wie so manche Chalifen, von Harun er Raschid' an, unbeobachtet Gelage feiern zu können '. Gegen die Mönche zeigte er sicli sehr frei- gebig, schenkte auch dem Kloster (rrundstücke von 30 Feddän l)ei deni Dorfe 'fal'armes (Abu Sälih 183). Als wegen schlechten Nils Teueruiig einge- treten war, bediente er sich des koptischen Patriarchen als Gesandteii zum König von Abessinien, um diesen zu veranlasseji, den Nil zu öffnen*, d(^n nach ägyptischem Volksglauben der Negus ableiten könne. Aber um ('inC eigne Politik gegenüber den Christen zu haben, war er im Jahre 500 noch zu jung; er zählte damals knapp 10 Jahre. Über die des Reichskanzlers el Afdal gehen die Berichte auseinander: nach einem soll er zwar die kop- tische Kirche el Muchtara auf der Insel Röda, die zum Teil iji seinem

1 Nach der Histoiy <jf tlie Patriarchs of tlib Coptic Chüreh (ed. Evetts) III 109 lag es zwischen Saft und Usim.

^ Bkkri, Geogr.Wb. 35y. 360 T;il). 111675 fr.

3 Abu Salih S. 107. 182. 183. 187.

* 11)11 Ijas I 63. Nach Makii/.i 11 496 soll diese Gesnndfscluift (oder eine aiidei-el') schon nnter ]Mnstansir crfoliit sein, und zwar juit dem Erfolge, daß der Negus befohlen habe »einen Damm zu öiTiicii. so daß da-S Wasser (des Nils) nacli Ägypten al)flicßen koinit»^«. Der Glaube 'an diese Kunst dci* Abessinier erhielt sich durch das ganze ^MittelaUei-. Im Jahre 853 d. H. (~: 1449 n. Chr.) bi"acht<^ der Kädi 'fon Suakin die Alaiinnaclu"iclit nach Kairo, die Abessinier wollten wieder den NH al)h'it(Mi. um die Agyptei- aufs Trockene zu s(.'(z('n. Sach. Tibr 309.

IhUn'h/i' zur (irschlchir des Siiuiikloslrrs im Miilfldllrr. f)!!

(oiiicn ,i;('I('<^cii w.'ir, liahcii iiiedeiToißcii Ijksscii', sicli mIxt sonst, ((»h'iaiit. ;!»:('/.<' ii^t und die Stoucrii auf di(i Hälfte ermäßigt liaheii. Kiii andrer Heiielit sagt im Gegenteil, er lialx^ sie auf 1*3 Dinar pro Koj»f crliöht'. Wenn das aueh wahr sein mag, so ist es noch lange kein Beweis yon religiösem Fanatismus. Sein Geheimschreiber Wcar ein ("hrist, und /war ein recht frommer (Abu Salih 115), und seinen anscheinend zahlreichen christlichen Beamten gestattete er den Bau von Kirchen (ders. 137. 150); er seihst besuchte gern zur Erholung ein Kloster oberhalb Gizeh, das er gut aus- stattete (ders. 197. 198 = J?iküt Mu'g. 11674).

Das Sinaikloster befand sich der ägyptischen Regierung gegenüber .sicher in einer schwierigeren Lage als die koptische und selbst die grieelii- sche Kirche.

Das ganze Mittelalter hindurch hatte es (uige Beziehujigen zu Kom unterhalten, die ein eignes noch wenig erforschtes Kapitel der orientali- schen Kirchengeschichte bilden. Schon im Jahre 599 hatte Papst Gre- gorius <l. (ir. einen Legaten, Simplicius Komanus, mit zwei Briefen und (^'Schenken an den Abt Johannes und den Prii^ster Palladius geschickt. 1032 war der Bischof Jorius nach Bologna gepilgert und dort gestorben. Diese Bezi(>hungen des Kloster?! zu Rom, die auch nacli den Kreuzzügen noch Jahrhunderte lang fortdauerten', waren der ägyptischen Regierung gewiß nicht uiibekaimt geblieben. Nur wenige Jalire vor Beginn des großen Kreuzzuges.^war es sclion zu einer Christenverfolgung gekommen, bei der auch der Bischof vom Sinaiy Johannes L, ein Athener, der etwa 10 Jahre vorher zur Würde eines Krzbischofs ei-hoben war, den IMärtyrertod liatle erleiden müssen, im Jahre 1091^.

Mit dem Erscheinen des Kreuzfahrerheeres in Palästina und nament- lieli nach seinem großen Erfolg, der Erolx'i-ung Jerusalems, nniß (lie Lage des Klosters der fatimidischen Regierung gegenüber recht prekär geworden s<Mii. Sicher wird ihr die Befürchtung gekommen sein, daß die Kreuz-

' N.uh I'«-uu.s l{iiliil> (ed. Clirikliu ai-. 138, hit, 148) im .l.iliir 81S d. Miiit. .- Aljii SAlil.i 19: MiGNON, Patrolo^ia LXXVII, eol. i i 7. i 1 2 i.

r>t's(nidoi"S lebhaft. gHsUdteteii sie sicli im 13. .Inlirliiindcit. wo Iloiiurius 111. 121H lind 1226 lind limoccuz IV das Kloster im liesil/. \('rs<-[ii(!d(>ji«M- Stätten bestätigten. Sie ciHleteii aucli luclit gan/ mit dem Kon/il von FUtiTmy, 1439, das den definitiven Brnoli der morgenländisclieii inid abendländischen Kirche; brachte.

' CiiKiKiiii. a. a. (). 416. nach einer späten (^)uelle. tli<' jrddcli den Nani'-ii liclMiu i;ilil.

()0 B. Moritz:

fahrer aiicli Absiclitcn auf den Sinai liabcn möchten, und das Kloster bei seiner FreundscJiaft für die Abendländer ihnen dabei behilflich werden könnte. Niclits li<',i>t dann näher als die Ve]'mutuni>-, daß zur A))welir <'ines solchen Angrift'es wie zur Überwachung- der Mönclu' eine Truppenabteilunif nach dem Siiiai mau' n-eschickt worden sein, und zwar für länj^-en' Zeit. Für dieses Militär wird dann die MoscIkm' gebaut worden sein.

Es ist sonst dui-chaus nicht zu A'erstehen, A\-elche andre muhamme- danische Gemeinde in dies<'r kritischen Zeit sieb auf dem Sinai einge- funden haben könnte, für die die Regierung <'ine Moschee errichten ließ, gioß genug, daß 200 300 Mann darin das Gebet Aerrichten können. Die einzigen Muhammedaner, die sich dort auf dem Sinaigebirge aufhielten, waren ein paar Dutzend Beduinen; der Gedanke, daß die Reichsleitung ])lötzlich das Bedürfnis empfund<Mi habe, für sie innerhalb der Kloster- mauern eine größere MoscJiee zu erban<'n, wäre geradezu absurd. Aller- dings hat el Amir auch in Calro Ähnliches getan, indem er in das damals noch nestorianische, s])ätcr koptische Kloster St. (Jeorg eine 3Ioschee ein- bante (Abu Salih 134), avozu ihn der mutaAvalli diwAii el cliäss (-:; Haus- minister) beredet hatte.

Der Zweck der Besetzung des Sinaiklosters wurde jedenfalls erreicht. Von einem Versuch der Kreuzfahrer, sich des Klosters zu bemächtigen, ist nichts bekannt: ollenbar ist er auch gar nicht miternommen worden. Und als König Baldnin I. zehn Jahre später als Pilger ihn besuchen wollte, waren die Mönche so eingeschüchtert, daß sie ihm bis Akaba entgegen- gingen und ihn beschworen, von seinem N'orhaben abzulassen'.

Daß die Moschee auch nach dem Abzug der muhammedanischen Be- Satzung und nach der Wiederkehi- friedlicher Zustände auf der Halbinsel weiter in regelmäßiger Benutzung geblieben ist, <'rfaliren wir sowohl von

* Ks heißt l)('i dein Clironistcn. daß <t his llcl\ 111 lickoimiicn sei. Mit diesciii Naiufii wird sonst das <x:\\\/.c >Iitt(dalt('r liindiii'cli. \(m d('v spaiiisclicii l'ilnerin Aetlicria (,^85) bis /ii Hrcvdenhacli (»4^83) die ( )aso (iliaraiidA;! ncinciiit. Nur Kosmas Ind. id<Miti(izi<M-t Iloliiii mit Haitlidii-Tör. In obiger- Nacliiiclit kann es al^ci" nur Akaha s(Mii. das üaldiiin in diesem .lahre ei-oherte. \'ielleiciit aber wai- der Zui» docli keine <i;e\völmlielie Wallfahrt, sondern eher militärischer Ai-t. zum mindesten eine f^ekojinoszierung. Noch im selben .laln-e (1116 n. ("hr. == 511 d. II.) Txiiteruahm Halduin einen großen Angiirt' auf Ägypten, der ihn bis Fai-ama und Tinnfs führte, und der nur dinrii die tödliche Ki'krankung des Königs ein vorzeitiges Fnde fand.

Bcitnhjf zur (lesrhichtt' des SirKÜklonters im Mittchiltrr. 61

christliclicn Pilj^crn ' wie aus den Firmaneii des 15. JahrliundcTts. Die Naehriclit. daß auf dem heili,i>;eu Sinai eine »Mühende« Moschee existiere, scheint in Kairo manclimal Interesse erregt und zu einer Pilgerfahrt dort- hin gelockt /u haben. Die Arbeit des Marmormosaiks des Mihräb z<'i,ü:t, daß noch gegen Ende des Mittelalters G<'ld för Reparaturen /u finden war. In den folgenden Jahrhunderten aber ist ersichtlicli niciits mehr geschehen, den beginnenden Ruin des Gebäudes aufzuhalten. Die letzte recht dürftijre Reparatur vor etwa 100 Jahren beschränkte sich auf eine plumpe Über- tünchung der zerfallenden Mauern, wobeü manche alle Ornamente und Male- reien verschwunden zu sein scheinen. Der Landesherr von Ägypten, der 1854 sich auf dem Sinai einen Palast baute und das Kloster häufiger Ix'- suehte, liat für die Erhaltung des seltsamen Baues kein Interesse gehabt, der als Zeuge einer großen Zeit, des Zusammenstoßes zwischen abend- ländischem Christentum und Islam, nun seinem gänzlichen Verfall schnell entgegengellt.

Nachträge.

S. 3 Anm. I. Aus der Sprache der Mönche sind in den Dialekt der Sinaibeduinen mehrere griechische Worte gedrungen, die sich in dem arabi- schen Wortschatz der ägyptischen Christen nicht eingebürgert haben: aklüm ^^1, ältere Form ^yi\ ist das griechische oikonömoc Titel des dritten Geist- lichen des Sinaiklosters, dem die weltlichen Angelegenheiten, besonders das Ernährungs- und Transportwesen, obliegen, entüsch Sy^V älter metusch c/>*^, ist weröxioN Gartenhaus; der Übergang von m und n hat sein Ana- logon an ägyptisch natar(a) aus Ja^.

S. I 7. Der Chalife el Mu'izz hatte sogar einen ('bristen ('Isa b. Nestorius) und einen Juden (Micha llx.) als Wezir.

S. 15 16. Über die Wandlung des Begriflfs . »Sultan« vgl. Becker. Beiträge II 90 Anm. 6. Islam VI 355, Seybold in ZDMG. 63, 329. Betreffs der Bujiden ist nachzutragen, daß sie auf ihren Münzen sieh anfangs ^?^*VI (Catal. Brit. Mus. II Nr. 663, 665. 683), dann düÜ (Nr. 666, 668, 669f., 684), auch oUüUb ^\ (Nr. 681, 682, 687) nannten.

' I'i<'sc()baldi (1384) berichtet, daß -.sie zur (Jebetszeit iiorli /„-ibh-eich besucht worden sfi. (1. h. doch wohl weniger von Beduinen als von den inuhammedanischen Klosterdienern. Phil.-hist.Abh. 1918. Nr. 4. 9

62 B. Moritz: Be'drCiye zur Geschichte des S'malkl.osters Im Mittidalter.

S. 26. Betreffs der Kirchenzerstörungen lehrt Ibn al Subki (bei Sujüti, Husn II 1 3), daß eine Kirche, die einmal, wenn auch grundlos, zerstört ist, nicht wiederhergestellt werden darf.

S. 38 oben. Zu den Beduinenstämmen des Sinai sind noch zu zählen die Hewät Cj\^\ (der einzelne iSy>-)-> die im Nordosten der Halbinsel sitzen. Der Name ist wohl Plural des alten 1"^^ Mubarrad 135, 741. Tabari II 368 Bekri 103; er erinnert an die D*^n des Alten Testaments.

S. 40 Anm. I. Fromme Sprüche als Siegelinschriften sind schon von den Chulafä al räschidin gebraucht worden: Abu Bakr jjläli ^, 'Omar IILpIjI'^^I ^ 'Otmän \J^ ^ül cJui, Ali 4AS dUl, der iVbbaside el Kädir J5j!| «ij 4)1^1 llx..«;^. Xür eddin ^\, ebenso der Feldherr Abu TIbaida, was Ibn Sa'd III, i, 300 in ^ o-^\ entstellt hat.

S. 46 Z. 27. Der Ausdruck ^\^\ '^\i S\ stammt schon aus der Kanzlei- sprache der Abbasiden, Tabari III 1645 z. Jahre 251 d. H.

S. 50. Zu dem Ausdruck j^\ «-^ vgl. ^1 «-u, 'Fabari III 861.

S. 5 I . In der Proklamation von el Amir bei seinem Regierungsantritt (Sujüti, Husn II 14 16) fehlt in seinem Namen hinter ^^\ das Epithe- ton jyau^\.

Berlin, ijcdruckt in dtr lleiehsilnickerei

A'. FreuJJ. Akad. ff. WissetmvA.

Phil.-hist.Abh. WlÜ. Nr. 4.

'2dz!l:±Mli.iA^\^')

I. Gakmak.

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II. Inal.

III. KAit B:u.

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B. Moritz: Beiträge zur Geschichte des Sinaiklosters im MiÜelaltor nach arabischen Cluellen. Taf, I,

je. Preuß, Akad. (L W i.-<Kenavh.

VhiL-hist. Abh. Jhis. Nr. l

II

B. M.0R1TZ: Beiträge zur Geschichte des Sinaikloster^ im Mittelalter pach arabischen auellen, Taf. IL

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Sonderabdrucke aus den Abhandlungen der Akademie

von den Jahren 1914—1918.

Pliilosophisch-his torische Klasse.

E. Herzfeld: Die Aufnahme des sasanidischen Denkmals von Paiküli. 1914 .H. 3 H. Wegehaupt: Der Florentiner Plutarchpalimpsest. 1914

F. Delitzsch : Sumerisch-akkadisch-hettitische Voeabularfragmente. 1914 . . » 2.50

F. Kuhn: Das Dscliong- lun des Tsui Schi. 1914 » 1.50

n. Grapow: Über die Wortbildungen mit einem Präfix m- im Ägyptischen. 1914 » 2.

Hintze: Gedächtnisrede auf Reinhold Koser. 1915 » 0.50

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Brandl: Zur Geographie der altenglischen Dialekte. 1915 4.

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Sachau: Die Chronik von Arbela. 1015 » 4.

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Drittes Buch. 11. Erläuterung des Textes. 1916 « 4.-

Goldziher: Stellung der alten islamischen Orthodoxie zu den antiken Wissen- schaften. 1915 2.^

VON Harnack: Porphyrius »Gegen die Christen«. 1916 » 5.50

Seler: Die Quetzalcouatl-Fassaden yukatekischer Bauten. 1916 > 9.50

GraeveN'Schuchhardt: liCibnizens Bildnisse. 1916 » 10.50

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W. Bang: Vom Köktürkischen zum Osmanischen. 1. Mitteilung. 1917 » 3. DiELs: Über die von Prokop beschriebene Kunstuhr von Gaza. 1917 ...» 2.50

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Berlin, Lrcdnickt in lier ]lfichsdruokerei.

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