Die

VdriHihne

Oer Schaubulmc JUUllllSalur

Hbchrnschrifi for Fbliift Rims* Wfafc&afl

Be^ndefvon Siegfried Jacatooim

Vnier Mifarbeii von Kurt Tucholsky geleiiei von Coil v.Qssieizky

28. Tahrgang Zweites Halbjahr

19 3 2

VeitaSdcrWeKbahnt

ChAriotfenburg'Kairfstosse 152

Register der ,Weltbiihhe'

XXVIII. Jahrgang (1932), 2. Band Autorenregister

Anonyme Beitrage:

Herr von Papen . . .

Ein guter Tag fur die Justiz

Wochenschau des, Riick- schritts . . 27 31 29 104 30 141 31 179 33 249 34 290 35 328 37 402 38 438 39 479 41 558 42 590 43 62$ 45 695 4$ 737 47 775 49 842 50 882 51 917

Wochenschau des Fort- schritts . . 27 31 29 104 30 141 31 179 33 249 34 290 35 329 37 402 38 438 39 479 41 558 42 590 43 628 45 695 46 737 47 775 49 842 50 882 51 917

Die Mutter der Kom- pagnie %

Antworten . . 27 37 29 111 30 149 31 186 33 257 34 297 35 337 37 408 38 447 39 487 41 565 42 597 43 636 45 703 46.744 47 782 49 849 50 888 51 923

Der Wurzelschlager

Ein Heldenschicksal

Pietat i

Liebe Weltbiihne! 28 72 33 256 35 336 38 446 41 564 43 639 44 670 47 781 51 920

Liebe als Sommer- geschaft . . . . ,.

Aus grofier Zeit . . .

Erotik erwiinscht . . .

Der Kaiser braucht Sol- daten ."

Der Heuwagen . , . <

Seelsorge vom Taxi aus

Unsre Marine . ' . . .

Gottesdienst im Nazi- paradies

27

4

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31

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32 214

Eben doch"aus Buda- pest 32 216

Der Anhangewagen . . 32 217

Die Berner 33 255

Deutsche Lyrik ... 33 256

Dada aktuell .... 33 256 Der Druckfehler bringt

es an den Tag . . . 33 256

Ein Fachmann ... 33 256

Befahigungsnachweis . 35 336

Sehr peinlich ... 35 336 Eine brachtvolle) Re-

klame 35 336

Noch einmal: Die Ber- ner 35 336

Erlost 35 336

Der Nachraf der Nazis 36 373

Referenzen 37 407

Die feindlichen Briider . 37 407

Gumbel und Ossietzky 38 446 Die Soziologie des klei-

nen Moritz .... 38 446 Von Stein zu Papen-

Bracht 39 458

Der Regierung ins

Stammbuch ... 39 486

Humor der Woche . . 39 486

Tagliche Praxis ... 40 524 Christusjugend mar-

schiert . . . . . 40 5(24 Hopplal oder Der kluge

Setzer 40 534

Die Penne ubertrumpft 40 S24

Schwiile Luft .... 40 524 Die Rute des Herrn

Scholz 41 564

Deutsche Manneszucht . 41 564 Zu dieser Notverord-

nung 41 564 .

Preisfrage 41 564

Weg damit 43 635

Der Fascismus ... 44 669

Nicht mehr z. K. . . . 44 669

Er kurbelt an .... 44 670 Sire, geben Sie ja nicht

Gedankenrreiheit ( . 44 670

Austausch . . . . 44 670

II

Syphilis-Autarkie . .

Auch ein Dementi . .

Wozu braucht Hitler

FtiBe ? . . . .

Mariauxnetten des

Rundfunks ....

Protest gegen die be-

absichtigte Wieder-

einfuhruhg der all-

gemeinen Wehrpflicht

Neues vom Arbeits-

dienst

Zuviel Hoflichkeit . . Zschorlich hort Giese-

king

Epilog auf Papen . .

Schon wieder Herr

Zischkal ....

Kaiser Karl Agent

Frankreichs? . . .

Das gibt es noch . .

Sammlung fiir Hinden-

burg ......

Weihnachts-Tips fiir

Nazis ......

Wenn das nicht hilft! . Schon wieder un-

modern?

Baltikumer .... Bayern und die Am-

nestie

Wilhelm II. ein Jude?

Abel, Walter: Buch-

kritik? Wirtschaft,

Horatio!

Ander, Alfred: Pro-

fessoren-Aufruhr

gegen Klagges . . .

Anderson, Sherwood: Das

Gesicht der amerika-

nischen Provinz . .

Arendt, Werner: Die Ge-

schafte des Herrn

Ouvrard ....

Arnheim, Rudolf: Ein

Horspiel . . . . .

Der Mensch ohne

Naxnen . . . .

John dos Passos und

die heifien Tage . *

Kurzwaren ....

Brief aus der Ferae .

Flucht in die Kulisse .

Ernst im Spiel und

Spiel im Ernst - .

Filmwinter ....

Lieber Herr von Os-

sietzky .....

Vom Tragischen . .

Paul Cohen-Portheim .

45 45

702 | 702

45

702

46

728

46

742

46 46

743 743

47

47

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48

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50 50

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51 51

902 922

51 52

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960 960

49 845

51

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29 33 34 37

99 243 279

398

38 39

431 465

40 41 42

519 551 5S3

Teils gut, teils wichtig 43 620

Rapprochement in Oel . 47 763

Schiller iiber Kastner . 48 796 Vom Fischer und seiner

Frau 49 830

Filmnotizen .... 49 847

Palucca 50 886

Kurbeln und Knipsen . 51 909

Asiaticus: Wer regiert in

. China? 52 929

Auslander, Fritz: Hitler

als Erzieher ... 30 126

Bargenhusen, Jan: Floten

und Trommeln . . 28 42 Termin: 6. November . 34 266 Hitler baut urn ... 39 455 General am ReiBbrett . 42 570 Bleibt Papen? ... 46 708 Bauer, Hans: Erinnerung

an Slang .... 34 294 Der Herr in der

' Kutsche 47 770

Behne, Adolf: Kleinliche

Matzchen .... 29 108 Hausrecht contra Gast-

recht / 37 406

Ludwig Hoffmann ge-

storben 47 779

Ben-Gavriel, M. Y.: Hitler

in Jerusalem . . . ' < 52 958 Bergh, Erwin - R-: Die

deutsche Musikbiihne 51 919 Bergmann, M.: Die Krise

der Gewerkschaften . 38 435 Die Streikbremse ver-

sagt 46 741

Bernhard, Georg: Der

13. Juli .... 28 47

Berthold, Gregor: Natio-

nalistische Splitter . 50 865 Beth, Heinriette: Van ,

Gogh als Zeuge . . 43 623 Blumenthal, Ernst: Das Schicksal des Bau- . hauses . . . . . 29 86 Bowie, Tim: FuBangeln . 28 71 Welsches Vorbild . . 38 446 Borne, Ludwig: Zu dieser

Reaktion .... 27 30 Brenner, Hans Georg: Das

Gut im Elsafi ... 43 632 Bruyere, La: Der Krieg . 31 180 Budzislawski, Hermann: ProfesiSoren in der

Politik 49 840

Gereke und sein Plan . 50 879 Der soziale Syrup . . 52 949 Buckler, Johannes: Der

Chief 28 52

Ill

Wahl-Interviews . .32 190

Was ist Karezza? . . 41 561

Frankreich zittert . . 46 738 Billow, J, v.: Seufzer von

unten ..'.... 33 266

Die Frommen ... 37 407

Caillaux, Joseph: Das

Gold 33 245

Citron, Bernhard: Banken-

sanierung II ... 27 29

Batismus 29 102

Braune Wolle ... 30 142 Trennung von Staat und

Wirtschaft .... 31 177 Die Grundsatze des

Doktor Schacht . . 32 213 Wer betriigt . . . wenn

Hitler regiert? . . 33 251 Konsumgenossenschaf-

ten in Not ... . 34 287 Sozialist Schleicher . 35 306 Antisoziales Wirt-

schaftsprogramm . 36 364 Tribute an die Land-

wirtschaft .... 40 515 Amok-Lauf .... 41 556 Riickkehr zur offent- lichen Wirtschaft . . 42 588 IG-Farben-Diktatur . 43 629 Papens Gewinn- und

Verlust-Rechnung . . ' 44 644 Agrarier und Ober-

agrarier 45 692

Politischer Treibstoff . 46 735 Cohen- Portheim, Paul :

Religiose Sekten in

England .... 42 583

Cohn-Bendit, Erich: Pla-

doyer fiir Litten . . 35 314 Corday, Michael : Kleine

Geschichten aus dem

Weltkrieg .... 33 255 Tristan Bernard im

Krieg 36 371

Budow, S. Th.: Simultan-

film . - 52 955

Diinner, Josef; Mein Aus-

schlufi aus der KPD 34 274

Eggebrecht, Axel: Jugend bei uns und in Rut- land 30 131

Girl und Komsomolzin 43 616 Ekert-Rothholz, Alice; Die

Reisebekanntschaft . 29 101

Betteln und Hausieren

verboten! .... 30 140

Der Mann, der ver- zeiht 32 206

37 40

401 514

42

579

46

734

52

946

39

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811

52

967

Wenn irgendeiner plotz-

lich stirbt

Chanson vom Ruhm Deutscher Damenclub en avant! .... Das Himmelreich annon-

ciert

Unheimlicher Treppen-

witz

Engel, Franz Joseph:

Im giitlichen Einver-

nehmen ....

Enskat, Arthur: Ist das

Saargebiet deutsch? .

Eskul, Noemi: Nationali-

sierte Wissenschaft .

Fabian, Walter: Gift,

Brand, Bakterien . 31 161 Falkenfeld, Hellmuth:

Diirfen Dissidenten

Lehrer werden? . , 35 334 Faensen, Jos.: Ankurbe-

lung ...... 42 592

Feuchtwanger, Lion:

Deutschland 1932 . . 52 960 Flieg, Helmut: Zwei Ge-

dichte 31 176

Auch eine Tragikj . . 39 485

Auftakt 45 702

Frei, Bruno: Amsterdam . 36 349

SDS 38 439

Frey, A. M.: Der Fuhrer 30 134 Friedrichs, Fritz: Wie

mans nicht ntachen

soil 30 143

Wenn die Soldaten ... 39 481

Gehrke, M. M.: „Vater-

landische Verbande" 43 630 Die Macht .... 45 698 Buchkritik und Tages-

zeitung 47 766

Romanze vom Steh-

kragenproleten . . 48 793 Gerlach, Hellmut v.; Ge-

fesselte Regierung . 27 1 Papens Wahlpolitik in ,

Lausanne .... 28 39 BruningsZukunftspolitik 29 75 Papen hilft der Linken 30 113 Wahlbilanz .... 31 151 Papens Siindenregister . 32 187 Verfassungsfeier Lei-

chenfeier .... 33 219 Wenn Hindenburg

stiirbe 34 259

Papen auf dem Rii-

stungspfad .... 35 303

IV

Schleicher und sein

Stahlhelm . . . . Schleichers Ultimatum . Blutstreif am Horizont Deutschland kreist sich

aus

Papens agrarischer

Standestaat . - . Hitlers sehr lange Nacht Renaissance der Mon-

archie * Feinde ringsum . . ■• Der neue Reichstag . . Finis Borussiae - . Die Milizlegende - Talmudist Hitler . . Militarherrschaft . . Die russische Niete Aufienpolitik des Als-

Ob

Die Neudecker Luft . , und Hanns-Erich Ka-

minski: Diktierte Ver-

fassung

Gerstorff, K. L.: Eiserne

rote Front . , .

Und das Zentrum?: . . Die Zahlen vom31. Juli Krisenwende aus

Amerika? .... Spaltungstendenzen bei

den Nazis .... Deutsche Etat-„Sanie-

rung" ......

Papens Chance . . . Die russi^chen Aus-

schliisse und die KPD Die Streikwelle ... Wer hemmt die Ein-

heitsfront? .... Hitlers Angst vor der

Macht

Ein staatliches t)ber-

schufiunternehmen Glafibrenner, Adolf :

Volkslied aus dem

Jahre 1848 . . . Glenk, Hans: Prager Lie-

besparade ....

Tage der Kindheit . .

Sechstagerennen . . .

Goldschmidt, Alfons: Der

Terror in Peru . . Gosing, Peter : Kinder-

biicher

Goethe, Wolfgang v.: Zur

Kapitalflucht . . . Graetzer, Walther: Der

Primaner und die

Politik

36

342

37

375

38

409

39

449

40

4912

41

527

42

591

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49

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50

854

51

918

52

926

43 599

27 13 30 116 32 199

35 325

37 381

40 521

41 534

43 604

45 678

47 750

49 820

52 963

43 619

28 69

34 295 47 777

32 213

49 834

35 336

40 502

Grofimann, Kurt: Aka-

demiker zum Fall

Gumbel

,,Der letzte deutsche

Kriegsgefangene" . .

„Wenn schon . . ." , .

Grumbach, S. : Frank-

reich sieht nach

Deutschland ... Gumbel, E. J.: Rekurs an

das Staatsministerium Gurdus, Nathan: Das Aus-

land schaltet ab . .

Hartwig, Claus: Roose- velts Dilemma . .

Hasenclever, Walter und Panter, Peter: Christoph Columbus .

Hauptmann, Elisabeth : Gastfeindschaft . .

Hauser, Kaspar; Worauf man in Europa stolz ist

Haebler, R. G.: Nur ein Konkor dats&treit ?

Hegem/inn, Werner: Welt-

retter oder -verderber

Henry Ford . . .

Thomas' Manns Blut-

schande, Rassen- und

Landesverrat . . .

Nazi-Reue iiber Dessau

Friedrich vergewaltigt .

Barberina ... 41 548

Zum deutschen Biir-

gerkrieg ......

Heilig, Bruno : Blutbund Doppelkreuz . . .

Heinroth, Stephan: Die eineiigen Zwillinge der Erb von Schon- aich-Carolath . . .

Heller, Hans: Sonntag nachmittag . . .

Herbers, Hein: Deutsch- land zwischen Gestern und Morgen . . .

Hilier, Kurt : Schief er

Revisionismus . -

Linke Leute von rechts

t)ber die Ursachen des

nationalsozialistischen

Erfolges . 34 270

Die Reichsverfassung

bricht sich selbst , .

Ewiger Friede in Ganse-

fiifichen .....

Zur Offensive gegen

den Materialismus .

37 388

42 593 47 778

32 193

41 537

47 760

46 714

40 506

45 689

45 687

49 823

32 207

35

36

318 369

42

580

46

723

39

461

38

442

32

215

38 439

28 31

50 153

35

309

38

415

40

498

43

608

Meisteressays . . -

44

666

Stalin und Trotzki . -

48

786

Corydon . , . . .

50

885

Hillers, Marta: Kriegs-

kind ../....

40

505

Hollander, Walther v. :

Entthronong der Pro-

duktion ...

31

166

Geburtenregelung Man-

nessache! ....

48

805

Holm, Gregor: Brief nach

driiben .....

36

372

Holmsen, Erich: Elisabeth

Bergner .....

39

484

Horn, Heinz: Hitlers

Deutsch . . . . ,

40

500

Holderlin, Friedrich: Zu

diesen Nazis . . .

33

248

Hudes, T. N.: Geistes-

freiheit in Polen . .

27

33

Ihering, Herbert: Deut-

sches Theater 1932 -

27

23

Harakiri des Theaters?

36

354

Bracht als Dramaturg .

38

427

Die Hauptmann-Feiern

39

468

Studentenprinzen . .

44

654

Hauptmannpublikum

1932

46

731

Falsch links falsch

rechts .....

50

872

J., S,: Politik und Theater

49

828

Kahle, H. G., Doktor

Scholz funkt da-

zwischen ....

36

351

Kal enter, Ossip: Stel-

lungslosenpoesie . .

33

239

Kallai, Ernst: Zeichen

und Bilder ....

38

444

Kaiser; Erwin: Theater

in der Sowj et-Union

33 240

34

284

Kaminski, Hanns-Erich:

Ruckblick auf Lausanne

29

78

Geschichte eines Staats-

streichs

30

122

Lehrmeister Reaktion .

32

1%

Heldenpleite ....

33

250

Nochmals kleineres

Obel?

34

262

Rechtsfragen Macht-

fragen .....

35

299

Re oder Duce . . .

36

339

Der Weg zur Einheit .

37

378

Chaos

38

412

Der Volksentscheid der

SPD

39

452

Oberall Linksruck . . Neuraths. vierte Nieder-

lage ......

Gayl und Severing . . Staatsmannischer Wahl-

kampf

Herriots Mehrheit . . Marschroute derLinken Dauerkrise .... OstpreuBisches , . .

Def Sabel

Die Stimme des Gene- rals

Ein WeiBrusse . . . und Gerlach (siehe

Gerlach) Karsch, Walther: 33000

fur Carl v. Ossietzky Dynamik contra Ver-

nunft

Offener Brief an den

Oberreichsanwalt Materialistisches Ragout Streik gegen Lohnraub Germanischer Dreh . . Die Linke hat Schuld Eine verworfene Re- vision

Nur Wirtschaft? Nur

Ware?

Nationalsozialistische

Geschichtsauffassung , Kastner, Erich: Das Herz

im Spiegel . . . . Denn ihr seid dumm . Spaziergang nach einer

Enttauschung . .

Brief an >in Bracht-

exemplar , . . . Das ohnmachtige Zwie-

gesprach .... Ein Kubikkilometer ge-

niigt

Neues. Volkslied , . Hotelsolo fiir eine

Mannerstimme . .

Unter aller Kritik! . .

Stehgeigers Leiden . .

Kent, N. O.: Es mufl doch

etwas dran sein . . Kesten, Hermann: Die

„Auflosung" des Ro- mans

Kritik der Literatur-

kritik

Kolb, Annette: Der ein-

zige freie Beruf , . Kraft, Peter: Ungarn

bhne Akt .... Die Uniform ....

40 4819

41 530

42 567

44 637

45 696

46 705

47 745

49 844

50 851

51 889

52 954

27 10

33 236

34 293

39 482

40 496 43 631 45 697

47 776

49 846

51 899

27 28

31 164

33 244

35 324

36 360

39 474

40 524

45 688

47 765

48 799

27 34

40

509

47

767

47

765

41

44

560 665

VI

Kraszna-Krausz, A.: Film-

saison 1932/33 . . 31 171 Schone, leere Photo- graphic 42 586

Filmpleiten 49 825

Krey, Franz: t)berschrift:

Putativ-Notwchr . . 38 444 Krleza, Miroslav: Das

Museum der russi-

s-chen Revolution . . 46 739 Kruijff, J. de: Ein Horer

in Holland .... 51 920 Kubra: Der entziickende

Mord 39 486

Kuh, Anton: Gustav Mey-

rink und das deutsche

Prag 51 903

Kurd, Michael: WTB re-

digiert die Wahrheit 36 345

Lasker-Schiiler, Else:

Ouverture . . . - 44 659 Lehfeldt, Hans: Arzte

auf der Buhne ... 37 404 Leonhard, Rudolf: Queen

Kelley ..... 50 877 Leu, Emmerich: Die

Drohung von Pir-

masens 35 333

Litten, Hans: Liebe Welt-

biihne! ..... 43 635 Notverordnung des

Kammergerichts . . 47 757

Lunz, Eduard: Kritik . . 28 59

Gebiihr rex 34 292

Mayer, M. : Im Hinter-

grunde: Flick ... 28 68 Mehring, Walter: pas

Bild 27 35

Chartrea 28 58

„M . . . pour la guerre!" 30 144 Riickkehr zur Lebens-

freude 33 234

Pazifismus ein

schlechtes Geschaft . 35 330 Ein Satiriker ... 38 423 Kleines Lehrstiick der

Zensur 39 485

Das Rosenwunder von

Lisieux ..... 41 554

Oberdeutsche Dichtung 44 668

Der Prophet .... 45 701

Kille mit Schmus! . . 52 937

Menczer, Bela: Gombos

und Mussolini ... 47 755 Meyrink, Gustav: Eine

Montage aus seinen

Geschichten ... 50 876 Michel, Erna: Nach-

ahmung empfohlen . 43 634

Mintel, Elisabeth: Kiinst-

liche Defloration?

30

137

Sterbende Partei . .

44

653

Mouch, Paul : Der pazi-

fistische Stahlhelm .

37

404

Murner, Thomas: Der

Kaiser ging

27

17

O. B. Server ....

28

69

I. K

31

181

Otto StraBers „deut-

scher Sozialismus" .

' 33

230

Benito Ludovico . . .

36

356

Kamerad Lampel . .

38

425

Wenn Annette Kolb .

40

522

Der Jiinger ....

42

577

Zehrer und Fried . .

47

771

Natonek, Hans: Oester-

reich zieht in den

Krieg 31 165

Neumann, Erich Peter:

Fiinfundzwanzig gegen

Einen 41 559

SA manovriert ... 46 720 SA kehrt marsch! . 52 932 Neumann, Robert: Zwei

Parodien 44 661

Nietzsche, Friedrich: Zum

31. Juli 30 146

Olden, Rudolf: Gargantua

in Hagen 29 84

Sondergerichte * . . . 33 222 Ossietzky , Carl v, : Rede

vor Gericht ... 27 8

Antisemiten . ... . 29' 88

Zu diesen Terroristen . 33 227

Erklarung 48 809

Riickkehr 52 925

Ofiwald, Fritz: Die Bett-

ler von Paris . . 36 372

Panter, Peter: Schnipsel . 29 98 32 205 Maienklang und die so- ziologische Situation . und Hasenclever, Wal- ter (siehe Hasen- clever)

Pax, Karl: Helden . .

Pick, Fritz: Den Kame- raden

Pitcairn, Francis: Das arme Amerika , .

Pohl, Gerhart: Der groBe Brockhaus als Lite- raturbetrachter . .

Pol, Charlotte: Wie ver- bringt die Jugend ihre freie Zeit? ....

27 21 36 358

28 56

51

922

30

144

51

892

32

202

40

522

VII

Pol, Heinz: Der Fall Renn

Polgar, Alfred: Von oben

Filmparadoxie . . .

Wunder um Verdun -

Theater

Paula Wessely aus

Wien .....

Wie leben die armen

Leute im Film? . . Elisabeth Bergner . . Sinn der Buchkritik Horvath: „Kasimir und

Karoline" .... Das Neue Paradies Zu Joseph Roths ,,Ra-

detzkymarsch" . .

Quidde, Ludwig: Neue Beleidigung der

Reichswehr . . .

Reimann, Hans: Die Grenze

Reinach, Joseph: Boulan- ger und Hitler . .

Reiner, K. L.: Das ver- wirklichte Dritte

Reich

Zehn Jahre Mussolini .

Reisch, Ernst: Auf dem Boden der Tatsachen

Rene, Peter: Untermieter

Resch, Johannes: ,,Wie mans nicht machen soil"

Rhedo: Patriotismus . .

Ringelnatz, Joachim: An

der StraBe vorm

„Grunen Baum" . .

Unterhaltungs-Fischer .

Roda, Roda: Der Para- graph

Was wird aus Rottach? Medizinisches . . .,

Rosendorff, Emil: Ein Weltschlagerhonorar !

Rosenfeld, Kurt: Die Lehren des Falles Bullerjahn

Rutra, Arthur Ernst: Wer schiitzt den Dra- matiker? , , . .

Rude, Frith j of: Rede an den brotlos werden- den Mitmenschen

Shakespeare, William: Poeta Propheta, . .

Shaw, Bernard: Zum 31. Juli

49

843

28

70

31

180

37

397

38

429

39

484

41

553

46

740

47

768

49

828

50

875

52 941

27 34

44

660

37

391

27

44

32 647

38 35

419 321

31

38

183 442

29 41

97 562

31 32 51

185 217 921

27 35

50

861

41

543

37

394

40

495

30

148

Slang: Alte Kameraden . 33 253 Sonderburg, F.: Marx hat

doch recht .... 46 717

Schiff, Fritz: Primitive und sublimierte Ha- kenkreuz-Aesthetik .

Schiff er, E. L.: Tod 1932.

Schiller, Norbert: Titel . Bruder Chao-Kung

Schmit, Pierre: Ein Schla- ger des Goethe jahres

Schnack, Anton: Madchen, warum fahrst - du nach Berlin? . .

Schnog, Karl: GroBer Filmprospekt . .

Schroter, Erich: Ein Ar- beitsvertrag aus dem Dritten Reich . .

Schiicking, Lothar Engel bert: Vom westfa lischen Adel . . Brief an Gumbel

Stapel, Bernhard: Kiinst-

liche Defloration .

Stefan, Wilhelm: Anti-

fascistische Agitation

auf dem Holzweg

Sternberg, Fritz: Der

Niedergang des Welt-

kapitalismus . .

Einheitsfront in der

Praxis . . , ,

Stossinger, Felix: AuJJen-

politik und Wahlen

Reinhardt, Hand weg!

Ein Nazi entdeckt

Frankreich . . . Von Klemperer zui

Rosenkavalier

Prosperitys Untergang

Der Vorrang der Oper

Eine bunte Schiissel

Schallplatten . .

Tarn, Thomas: Nazis

koalitionsbereit? Die Arbeiterklasse Ob-

jekt. der Regierung Unsichtbare Arbeits

losigkeit . . .

Papen kann nicht zau-

bern

Des Kaisers neue Klei-

der

Krisenwende? . . Tergit, Gabriele: Wafi-

mann . , . . .

39 470

35 332

32 217

45 700

31 174

34 283 28" 63

48 791

33 35

254 331

27

19

29

80

28

64

29

105

30 34

119 2S0

37

403

41

44

48

562 650 800

51 907

33 224

34 291

38 440

39 475

48 810

51 914

29 109

vin

Btirgerkriegsgericht . 36 362

Bettler 38 433

Die Kronzeugin . . 39 480

Freigesprochen . . . 41 540

Wo bleibt die Hoflich? 42 596

Landarbeiter ... 51 912

Deutsche Besprisornis. . 52 934 Timpe, Theodor: Das

Loch im Westen . . 43 625 Tischbein, Felix: Die

neuen Ideale ... 30 148 Toller, Ernst; Erwachtes

Ungarn 31 159

General und die Frauen 35 331 Trotzki, Leo; Das deut-

sche Ratsel . ... . 45 673

Unger, Emil; Fascistischer

Strafvollzug ... 40 520

Vegesack, Siegfried v.;

Die Toten halten still 44 652 Velde, Th. H, Van de:

Geburtenregelung

auch Mannessache .. 49 836 Viertel, Berthold: Jagd

auf Greta Garbo . . 52 943

Walter, Arnold; Der Fall

Schreker . . . . 45 685

, Kultus, Kunst und

Kestenberg ... 46 732

Oratorium heute , . 48 803

Walter, Hilde; „Dienst-

madchen" , ... 30 146 Juden beim Zentrum . 33 228 Glaube macht selig auch wenn es viel Geld kostet ... 35 335 Auswiichse der Prosti- tution 42 594

Reservations auch fiir Anwalte? .... 50 883 Wangenheim, Gustav v.:

Familie . > , . . . 44 656 Wehner, Carl: Gerechtig-

keit fiir einen Perser! 29 106 Weiskopf, F. C; Kurz- bericht iiber RuBland- biicher ..... 50 869 Westheim, Paul: Kurist

und Geldsack ... 30 370 Wiesel, Gerda: Die aus-

gebeutete Ehefrau . 44 665 Wolfradt, Willi: Der

Sprung ins Helle . . 37 392 Kunstbetrieb .... 45 682 Saturnalien der t)ber-

miidung 48 812

Zavrel, Lotte; Besuch bei

WeiBenberg ... 40 511 Zwehl, Hans v.: Berlin

liegt nicht in „Preu-

Ben" 34 277

Christus in der GroB-

stadt 37 385

Sachregister

Abel, Antwort an Wal- ter — 49 846

1848, Volkslied aus dem

Jahre ..... 43 619

Adcl, Vom westfalischen

....... 33 254

Agrarier und Oberagrarier 45 692 Agrarischer Standestaat,

Papens .... 40 492 Akademiker zum Fall

Gumbel 37 388

Akt, Ungarn ohne . . 41 56<? ^Alt-Heidelberg" ... 44 654 Amerika, Das arme 51 892

, Krisenwende aus ? 35 325 nischen Provinz, Das

Gesicht der . . 43 612

Amnestie, Bayern, und

die 52 960

Amok-Lauf 41 556

Amsterdam 36 349

Anhangewagen, Der - 32 217 Ankurbelung .... 42 592

Antifascistische Agitation

auf dem Holzwetf . 29 80 AntikriegskongreB ... -36 349

Antisemiten 29 88

Antisoziales Wirtschafts-

programm .... 36 364 Anwalte, Reservations

auch fur ? 50 883

Arbeiterklasse, Die

Objekt der Regierung 34 291 Arbeitsdienst, Neues vom

46 743

Arbeitslositfkeit. Unsicht-

bare 38 440

Arbeitsvertrag, Ein aus

dem Dritten Reich . .48 791

Argutinskaja, L ... 50 869

Armen Leute, Wie leben

aic im Film? . 41 553

Arnheim, Antwort an Ru- dolf — 39 484

Atlantis, „Die Herrin

von " 37 398

Auftakt 45 702

Ausgebeutete Ehefrau,

Die .... 44 665

Ausland, Das schaltet

ab 47 760

Austausch 44 670

Auflenpolitik des Als ob und Wahlen . .

Arzte auf der Biihne . . im Kampf" ....

Bakterien, Gift, Brand, Ballerina, „Die des

Konigs"

Baltikumer

Bankensanierung II . . Barberina, Friedrich ver-

gewaltigt . 41 548

Batismus

Batsch, Konteradmiral . Bauer, Otto . . . . Bauhauses, Das Schicksal

Baumbach, Baron v. . Bayern und die Amnestie Beer, Rudolf . . . Befahigungsnachweis . . Belmond, Hans Heinz v. Berger,- Ludwig . . . Bergner, Elisabeth ' 39 4&4 Berlin, Madchen, warum

fahrst du nach ? liegt nicht in „Pr-eui3en' Bernard, Reymond , Tristan' im Krieg Bernd, „Rose " . . Berner, Die ... , Noch einmal: Die Beruf, Der einzige freie Besprisornis, Deutsche Betteln und Hausieren

verboten! ....

Bettler

, Die von Paris . Beumelburg, Werner Bild, Das ... er, Zeichen und Bindernagel, Gertrud Blank, Herbert . . Blutbund Doppelkreuz B 1 utschande, Thomas

Manns , Rassen-

und Landesverrat . ^Blutstreif am Horizont Bliiher, Hans . - Bonn, M, J. . . . Bonsels, Waldemar Borussiae, Finis .

51 918

30 119 37 404

37 404

31 161

34 292

52 947 27 29

42 580

29 102

38 423 46 743

29 86

48 791 52 960 38 430

35 336 41 559

49 848

38 431

46 740

34 283

34 277

39 466

36 371 39 484 33 255

35 336

47 765 52 934

30 140 38 433

36 372 44 663 27 35

38 444 44 666 51 899

39 461

35 318

38 409

29 88

44 650

34 296

46 711

Boulanger und Hitler . 37 391 Bracht, Voa Stein zu Pa- pen . . .... 39 458

als Dramaturg ... 38 427

Erlafi 34 279

exemplar, Brief an ein

35 324

voile Reklame, Eine

35 336

Brand, Gift, , Bakterien 31 161

Braune Wolle , . . . 30 142 Brief an ein Bracht-

exemplar 35 324

aus der Ferae ... 34 279

nach driiben ... 36 372 Bringolf, Ernst ... 27 24 Brockhaus, Der groBe

al s Literaturbetrach-

ter 32 202

Brotlos werdenden Mit-

menschen, Rede an

den ... 37 394

Bruder, Die f eindlichen 37 407

Briinings Zlukunftspolitik 29 75

Buchkritik 47 765

,Sinn der ... 47 768

und Tageszeitung . . 47 766 ? Wirtschaft, Horatdon! 49 845 Budapest, Eben doch aus

32 216

Buller j ahn, Die Lehren

des Falles ... 50 861

Buhn-e, Arzte auf der 37 404 Biirgerkrieg, Zum deut-

schen 46 723

sgericht 36 362

Capek, Carel ... 49 834

„ChampM 43 620

Chao-Kung, Bruder . 45 700

Chaos 38 412

Chartres 28 58

Chief, Der .... 28 52

China, Wer regiert in—? 52 929

Chlumberg, Hans . . 37 397

Christus in der GroBstadt 37 385

jugend marschiertl . . 40 524

Cohen-Portheira, Paul 42 583

Cory don .50 885

Crede, Carl .... 37 404

Czinner, Paul ". . . 38 431

Dada aktuell .... 33 256 Damenclub, Deutscher

en avant! .... 42 579

Das gibt es noch ... 50 887

Daubmann, Oskar . 42 593

Dauefrkrise . . . . . 47 745

Defloration, Kiinstliche 27 19

, 7 30 137

Dementi 45 702

Dessau, Nazi-Reue iiber Deutsche Besprisornis

Etat-„Sanierung" . .

Kriegsgefangene, „Der letzte *' . . .

Lyrik

Manneszucht ....

Musikbiihne, Die

Prag, Gustav Meyrink und das ...

Ratsel, Das . . n Biirgerkrieg, Zum r Damenclub en avant! r Sozialismus, Otto

StraBers " . . -^s Theater 1932 . . . Deutschland, Frankreich

sieht nach ... , Spexrfeuer um

kreist sich aus . . .

1932 ......

: zwischen Gestern und

Morgen

Dichtung, Oberdeutsche MDienstmadchen" . . . Diktierte Verfassung . Dinge, „Menschen und " Dinse, Robert ... Dissidenten, Diirfen

Lehrer werden? . . Dobbert, Gerhard Dobert, Eitel Wolf . Dramatiker, Wer schiitzt

den ?

Dramaturg, Bracht als Dreh, Germanischer . Dritte Reich, Das ver-

wirklichte . . n , Ein Arbeitsver-

trag aus dem . Druckfehler, Der bringt

es an den Tag . . Driiben, Brief nach . . Duce, Re oder ... Dumm, Denn ihr seid Dynamik contra Vernunft

Eckhardt, Ferdinand . Ehefrau, Die ausgebeu-

tete

Ehrhardt, Justus . . Eineiigen Zwillinge, Die

der Erb von

Schoenaich-Carolath . Einen, Fiinfundzwanzig

gegen

Einheit, Der Weg zur sfront, Wer hemmt die

?

sfront in der Praxis .

36

369

52

934

40

521

42

593

33

256

41

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51

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33

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44

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43

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27 32

48 791

33

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36

372

36

339

31

164

33

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45

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44

665

52

934

38 442

41 559

37 378

47 750

29 105

XI

Eiserne rote Front 27 13 Elbogen, Antwort an

Paul 27 35

ElsaB, Das Gut im . 43 632

tEngel unter uns" ... 50 872

Engels, Friedrich . . 35 331 England, Religiose Sekten

in 42 583

Enttauschung, Spaziergang

nach einer ... 33 244

Erklarung . ..... 48 809

Erlost 35 336

Ernst im Spiel und Spiel

im 38 431

Erotik erwunscht ... 30 148 Erziehungshaus, „Revolte

im " . ...... 52 947

Es muB doch etwas dran

sein 27 34

Etat-„Sanierung",

Deutsche .... 40 521 Europa, Worauf man in

stolz ist .... 45 687

AG." 36 354

Fachmann, Ein ... 33 256

Fallada, Hans ... 48 793

Falsch links. rechts 50 872

Familie 44 666

Farokhi, Mohamed , .29 106

Fascismus, Der . . 44 669 FascLstisicher Strafvoll-

zug 40 520

Feinde ringsum .... 44 641 Feindlichen Briider, Die

37 407

Felsen, Karl .... 34 293

Feme, Brief aus der . 34 279 Film, Wie Ieben die ar-

men Leute im ? . . 41 553

notizen 49 847

paradoxie 31 180

pleiten 49 825

prospekt, GroBer .28 63

saison 1932/33 ... 31 171

winter 39 465

Fins, Konstantin . . 50 869 Fischer, Heinrich , . 28 59 Fischer, Vom und sei- ner Frau 49 830

Fitzmaurice, George . 38 432

Flick, Im Hintexgrunde; 28 68

Floten und Trommeln . 28 42

Flucht in die Kulisse . 37 398 Ford, Weltretter oder

-verderber Henry . 32 207 Frankreich, Ein Nazi ent-

deckt 37 403

Frankreich sieht nach

Deutschland . . . . . 32 193

zittert 46 738

s, Kaiser Karl Agent

? 50 857

Frauen, General und

die 35 331

Freie Berufi, Der ein-

zige .... 47 765

Freigesprochen .... 41 540 Frenzel, H. K. ... 51 909 Fried, Zehrer und . . 47 771v Friede, Ewiger in

GansefiiBchen ... 40 498 Friedrich vergewaltigt

Barberina . . 41 548 42 580 Friedrichs, Antwort an

Fritz ..... 31 183

Frommen, Die ... 37 407 FuBangeln ...... 28 71

Fiihrer, Der .... 30 134

Fiinfundzwanzig gegen

Einen 41 559

Garbo, Greta ... , Jagd auf Greta Gargantua in Hagen Gastfeindschaft .... Gastrecht, Hausrecht

contra .... Gayl und Severing . . GansefiiBchen, Ewiger

Friede in ... Geburtenregelung auch

Mannessache . . . .

Mannessache! . . . Gebiihr, Otto . . .

rex

Gedankenfreiheit, Sire,

geben Sie ja nicht ! Gedichte, Zwei . . . Gefesselte Regierung . , Geistesfreiheit in Polen . Geldsack, Kunst und . General am ReiBbrett

und die Frauen . . s, Die Stirame des Gent, „Der Schmied von

Georg, Manfred . . Gereke und sein Plan . Gergely, Alexander .

Gerlach, Antwort an

Hellmut v, 35 299 Germanischer Dreh . . Geschichtsauffassung, Na-

tionalsozialistische 51 899 Gewerkschaften, Die Krise

der 38 435

38

431

52

943

29

s 84

45

689

37

406

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567

40

498

49

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48

805

34

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34

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44

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31

176

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1

27

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45

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879

36

372

36

373

43

602

43

631

XII

Gewissen, „Der Mann,

den sein - trieb" . 47 763

Gide, Andre . . . 50 885 Gieseking, Zschorlich hort

47 ' 780

Gift, , Brand, Baktericn . 31 161

Girl und Komsomolzin . 43 616

Gladkow, Fedor . . 50 869 Glaube macht selig

auch wenn es viel

Geld kostet .... 35 335

Glaeser, Ernst 28 72 43 632

Gogh, Van als Zeuge 43 623

Gold, Das .... 33 245

Gontard, Paul v. . . 47 778 Gottesdienst im Nazi-

paradies . , . . , . 32 214

Gombos und Mussolini . 47 755 Goethe zur Kapital-

flucht 35 336

jahres, Ein Schlager

des . ...*.. 31 174

Grabowsky, Adolf .33 236

Grenze, Die ... 44 660

Grofier Zeit, Aus 29 110 Grofistadt, Christ us in

der —......: 37 385

,,Griinen Baum", An der

StraBc vorm .29 97

Guerre, „M - . . pour

la !M 30 144

Guilbeaux, Henri . . 35 330 Gurabel, Akademiker zum

Fall ..... 37 388

, Schiicking an . . 35 331

urtd Ossietzky ... 38 446

Gustav Adolf .... 46 723 Gut, Teils , teils

wichtig ..... 43 620 Giitljchen Einvernehmen,

Im ..... 39 463

Haas, Willy .... 28 71

Haffner, Ernst ... 52 934

Hagen, Gargantua in . 29 84

Hajdu, Julius ... 50 869 Hakenkreuz - Aesthetik,

Primitive und subli-

mierte . . . . . 39 470

Halle, Fannina W. . 50 869 Hamburger Schauspieler,

Kollektiv ... 43 634

Hari, „Mata " ... 38 431

Hauptmann, Gerhart 39 484

46 740

, Die Feierri ... 39 468

publikum 1932 ... 46 731 Hausieren, Betteln und

verboten! 30 140

Hausrecht contra Gast-

recht 37 406

Hay, Julius . ... 50 875 Heinz, Friedrich Wilhelm

52 937

Heifien Tage, John dos

Passos und die 29 99

Helden 51 9(22

pleite ...... 33 250

schicksal, Ein ... 28 72

Helle, Der Sprung ins 37 392

Heller, Hermann - . . 43 608 Herr, Der in der

Kutsche 47 770

Herriots Mehrheit . . 45 696

Herz, Das im Spiegel 27^ 28

Heuwagen, Der ' . . . 30 148

Hiller, Kurt . ... 37 392

Hilpert, Heinz ... 50 875 Himmelreich, Das

annonciert .... 46 734

Hindenburg, Sammlung -

fur 51 895

, Wenn sturbe . , . . 34 259

Hitler, Boulanger und 37 391

, Talmudist . . , 48 783

als-Erzieher .... 30 126

baut urn 39 455

, Wozu braucht FiiBe ? 45 702

in Jerusalem ... 52 958 , Wer betrugt . . . wenn

regiert? .... 33 251 s Angst vor der Macht 49 820

.— s Deutsch 40 500

s sehr lange Nacht . 41 527 Hoffmann, Ludwig ge-

storben 47 779

Holland, Ein Horerin— 51 920 Hollander, Antwort an

Walther v. ... 49 836 Hoppla! oder Der kluge

Setzer 40 524

Horizont, Blutstreif am

38 409

Horvath: „Kasimir! und

Karoline" 49 828

Hotelsolo fur eine Man-

nerstimme 45 688

Hoyningen-Huene ... 51 909 Hoflich, Wo bleibt die

? 42 5%

Hofltchkeit, Zuviel . 46 743

„H6lzerne Kreuze" . . 39 465

Horer, Ein in Holland 51 920

Horspiel, Ein ... 27 24

Hummel, Karl Ignaz . 42 593

Humor der Woche . . 39 486 Hund, „Hier liegt der

begraben" .... 43 620 Husson, „Le Rosier de

Mme " .... 31 184

XIII

Ideale, Die neuen ,,IdomeneoM . . - IG-Farben-Diktatur Iljin, M. ...

Jerusalem, Hitler in Jugend bei uns und in

RuBland

, Wie verbringt die

ihre freie Zeit? Juden beim Zentrum , Juli, Der 13. . . . , Die Zahlen vom 31. , Zum 31. . . .

Jus

Justi .... 29 108 Justiz, Ein guter Tag fur

die

Jiinger, Der ... , Ernst ....

K.f I.

Kahle, Antwort an H. G

Kaiser, Der braucht

Soldaten ....

, Der ging

s, Des neue Kleider Kameraden, Alte .

Den

Kammergerichts, Notver

ordnung des . . Kapitalflucht, Goethe

zur

Karezza, Was ist ? Karl, Kaiser Agent

Frankreichs? . . Karoline, Horvath: „Kasi-

mir und " . . Karstadt, Hinter „Kasimir und Karoline"

Horvath:

Kastner, Schiller iiber Kelley, Queen . . Kempinski, die Geschichte

eines Restaurateurs! Kestenberg, Kultus, Kunst

und .... Kille mit Schmus! . . Kinderbucher .... Kindheit, Tage der Kisch, Egon Erwin Klagges, Professoren-Auf

ruhr gegen . . Kleider, Des Kaisers

neue .... Kleineres t)bel, Noch

mals ? . . Klemperer, Von zum

Rosenkavalier . . Knipsen, Kurbeln, und

30 147

48 800

43 629

50 869

52 958

30 131

40

522

33

228

28

47

32

199

30

148

43

599

39

470

27

5

42

577

42

577

31 181

39 463

30 148

27 17

48 810

33 253

30 144

47 757

35 336

41 561

50 857

49 828

31 176

49 828

48 7%

50 877

44 661

46 732

52 937

49 839

34 295

50 869

51 896 48 810 34 262

41 562

51 909

Koalitionsbereit, Nazis

? 33 224

Kohn, Hans .... 50 869

Kolb, Wenn Annette 40 522 Kolbenheyer, Erwin

Guido ..... 32 216 Kollektiv Hamburger

Schauspieler .... 43 634

Kolumbus, Christoph : . 40 506 Kompagnie, Die Mutter

der 27 36

Komsomolzin, Girl und 43 616

Konkordatsstreit, Nur ein *

? 49 823

Konsumgenossenschaften

in Not 34 287

KPD, Die russischen Aus-

schliisse und die . 43 604 , Mein Ausschlufi aus

der 34 274

Kreuger, Ivar ... 31 181

Krieg, Der .... 31 180 , Oesterreich zieht in

den 31 165

, Tristan Bernard im 36 371 sgefangene, „Der letzte

deutsche " ... 42 593

skind 40 505

Krisenwende? .... 51 914

aus Amerika? ... 35 325

Kritik : 28 59

, Unter aller ! . . 47 765

der Literaturkritik . 47 767 Kronzeugin, Die . . 39 480 Kubikkilometer, Ein

geniigt 39 474

Kulisse, Flucht in die 37 398 Kultus, Kunst und Kesten- berg 46 732

Kunst und Geldsack . . 36 370 , Kultus, und Kesten- berg 46 732

betrieb 45 682

Kurbeln und Knipsen . 51 909

Kurbelt an, Er . 44 670

Kurzwaren 33 243

Kutsche, Der Herr in

der 47 770

Kiinstliche Defloration . 27 19 ? 30 137

Lahusen 30 142

Lamm, Albert ... 52 934

Lampel, Kamerad . .38 425

, Peter Martin— 38 425 52 947

Landarbeitetr 51 912

Landesverrat, Thomas

Mann Blutschande,

Rass'en- und . . 35 318

XIV

Landwirtschaft, Tribute

an die

Langer, Frantisek

Lara

Lausanne, Papens Wahl-

politik in . . . . , Ruckblick auf . - Lebensfreude, Riickkehr

zur

Lehrer, Diirfen Dissiden-

ten werden? . . Lehrmeister Reaktion Lehrstiick, Kleines der

Zensur .

Liebe als Sommergeschaft sparade, Prager Linke, Die hat Schuld Leute von rechts . . n, Marschroute der . n, Papen hilft der . Links, Falsch falsch

rechts

ruck, Oberall . . Lisieux, Das Ros-enwun-

der von .... Literaturbetrachter, Der

grofie Brockhaus als Literaturkritik, Kritik

der

Litten, Pladoyer fur . Lofting, Hugh . . . Lohnraub, Streik gegen Lubitsch, Ernst , , Ludovico, Benito . - Ludwig, Emil 36 356 „Lukaspassion" .... Lyrik, Deutsche . .

„M . . . pour la guerre!" Macht, Die .... , Hitlers Angst vor der

40

515

50

872

52

955

28

39

29

78

33

234

35

334

32

1%

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29

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31

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46

705

30

113

50

872

40

489

41 554 32 202

-fragen, Rechtsfragen

Maienklang und die so- ziologische Situation .

Mamoulian, Roiiben .

Mann, ,,Der , den sein Gewissen trieb" . .

, Der , der verzeiht . . .

essache, Geburtenrege- lung auch ....

essache, Geburtenrege- lung I .....

eszucht, Deutsche .

Mann, Heinrich . .

s, Thomas Blut- schande, Rassen- und Landesverrat ....

47

767

35

314

49

834

40

496

47

763

36

356

44

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32

206

49

836

48

805

41

564

44

666

35 318

Mariauxnetten des Rund-

funks ....'., 46 728 Marine, Unsre ... 31 185 Marschroute der Linken 46 705 Martin, Karl Heinz . 37 397 Marx hat doch recht . 46 717 Materialismus, Zur Offen- sive gegen den . 43 608 Materialistisches Ragout 39 482 Madchen, Vierzehnjahri-

ges 31 176

, warum fahrst du nach

Berlin? 34 283

Mannerstimme, Hotelsolo

fur eine .... 45 688

Matzchen, Kleinliche 29 108

Medizinischesi , ... 51 921

Mehnert, Klaus . . 30 131

Meisteressays . , , . 44 666 Mendelssohn, Francesco

v. ...... 49 828

Mensch, Der ohne

Namen 28 61

„— en und Dinge" . . 43 620

Mertens, Carl . , . 43 630

Meyrink, Gustav ' t 50 876 ,' Gustav und das

deutsche Prag ... 51 903

Mickiewicz, Adam . 52 957

Militarherrschaft ... 49 817

Milizlegende, Die . . 47 748 Miltenberg, Wedgand

v. 51 899

Monarchic, Renaissance

der . 42 591

„Moral" 38 427

Mord, Der entziickende 39 486 Moritz, Die Soziologie

des kleinen ... 38 446 Mozart, Wolfgang Ama-

daus 48 800

Museum, Das der rus-

sischen Revolution . 46 739 Musikbiihne, Die deutsche

51 919

36 356

47 755

44 647

Mussolini, Benito .

, Gombos und . .

. Zehn Jahre ...

Mutter der Kompagnie,

Die ...

Muthel, Lothar . .

27 36

38 430

Nachahmung empfohlen . 43 634

Nachruf, Der der Na- zis 36 373

Nacht, ,.Ich bei Tag und

du bei " .... 49 847

Nationalisierte Wissen-

schaft 52 957

Nationalistische Splitter 50 865

XV

Nationalsozialistische Ge-

schichtsauffassung , . 51 899 n Erfolges, Ober die

Ursachen des .34 270

35 309 Nazi, Ein entdeckt

Frankreich .... 37 403 paradies, Gottesdienst

im 32 214

Reue uber Dessau . 36 369 s, Der Nachruf der . 36 373

s, Spaltungstendenzen

bei den .... 37 381

—3, Weihnachts-tips fur 51 902

s, Zu diesen ... 33 248

s koalitionsbereit? . 33 ,224

NeudeckerLuft, Die 52 926

Neumann, Robert .45 698- 1932, Deutsches Theater

27 23

->-, Deutschland . . 52 960 , Hauptmannpublikum

46 731

_ Tod . . . . . . 35 332

/33, Filmsaison . . 31 171 Neuraths vierte Nieder-

lage 41 530

Nicht mehr z. K. . . . 44 669 Niedergang, der des

Weltkapitali&mus . . 28 64

„Northcliffe-Tagebuch" . 28 52 Notverordnung, Zu die-

ser 41 564

des Kammergerichts . 47 757 November, Termin: 6. 34 266

Oben, Von .... 28 70 Oberreichsanwalt, Offe-.

ner Brief an den 34 293 Ohnmachtige Zwie-

gesprach, Das .

Olden, Rudolf . . .

- Oper, Der Vorrang der

und Oratorium . . Oratorium, Oper und .

heute

Orff, Carl . . . . Ossietzky, Carl v. 27 5 , 33 000 fur Carl v. , Gumbel und ... , Lieber Herr von .

spricht

Ostpreufiisches . ' . . . Oswald, Richard . .

Ouvertiire

Ouvrard, Die Geschafte

des Herrn ... 42 574 Offentlichen Wirtschaft,

Ruckkehr zur . 42 588

Oel, Rapprochement in 47 763 Osterreich zieht in den

Krieg 31 165

36

360

41

561

48

8O0

48

8O0

48

800

48

803

48

803

47

116-

27

10

38

446

40

5lT

27

8

49

844

37

398

44

659

Pabst, G. W. . Palucca . - . . Papen, Bleibt ? , Epilog auf , Herr yon .

auf dem Riistungspfad

hilft der Lin ken . , kann nicht, zaubern , Von Stein zu

-Bracht

s agrarischer Stande-

staat

s Chance . . . . . s Gewinn- und Verlust-

rechnung

s Sundenregister . . s Wahlpolitik in Lau-

Paradies, Das Neue . Paragraph, Der . . Paris, Die Bettler von Parodien, Zwei ... Partei, Sterbende , . Passos, John dos und

die heifien Tage . .

Patriotismus

Pazifismus ein schlech-

tes Geschaft .... Pazifistische Stahlhelm,

Der ....

Paetel, K. O. 31 153 Peinlich, Sehr ... Penne, Die ubertrumpft Perser, Gerechtigkeit fur

einen !

Peru, Der Terror in Photographien, Schdne,

leere

Pietat

Pirmasens, Die Drohung

von

Plivier, Theodor . . Poeta Propheta . . . Polen, Geistesfreiheit in

Politik

, Der Primaner und die

, Professoren in der und Theater . . . Politischer Treibstoff Prag, Gustav Meyrink und das deutsche . . er Liebesparade . . , Praxis, Tagliche . . Preisfrage . ...'■..

37 398 50 886

46 708

47 780

27 4

35 303

30 113 39 475

39 458

40 492

41 534

44 644

32 187

28 39

50 875

31 185

36 372 44 661 47 653

29 99

38 442

35 330

37 404 40 498 35 336 40 524

29 106

32 213

42 586 28 72

35 333

27 17

40 495

27 33

43 602

40 500

49 840

49 828

46 735

51 903

28 69

40 524

41 564

XVI

,,PreuI3en'\ Berlin liegt

nicht in . ... 34 277 Primaner, Der urid die

Politik 40 502

Produktion, Entthronung

der . , . .' ... . 31 166 Professoren in der Poli- tik 49 840

Aufruhr gegenKlagges 51 896

Prophet, Der ... 45 701

—a, Poeta 40 495

Prosperitys Untergang . 44 650 Prostitution, Auswiichse

der 42 594

Protest gegen die beab-

sichtigte Wiedereinfiih-

rung der allgemei-

nen Wehrpflicht . . 46 742 Provinz, Das Gesicht der

amerikanischen —- . 43 612 Putativ-Notwehr, t)ber-

schrift; .... 38 444

Queen Keiley .... 50 877

,tRadetzkymarsch", Zu

Joseph Roths . . Rapprochement in Oel Rassen-, Thomas Manns

Blutschande, und

Landesverrat . . .

Rae, G.

Ratsel, Das deutsche . Re oder Duce , .

Reaktion, Lehrmeister , Zuj dieser .... Rechts, Falsch links

falsch

, Linke Leute von . Rechtsfragen Macht-

fragen

Rede an den brotlos wer-

denden Mitmen&chen .

Referenzen

Regierung, Gefesselte , Der ins. Stammbuch Rehfisch, H. J. . . Reichstag, Der neue . Reichsverfassung, Die

bricht sich selbst . . Reichswehr, Neue Beleidi-

gung der .... Reinhardt, Gottfried . , Hand weg! .... Reisebekanntschaft, Die Reklame, Eine bracht-

volle

Rekurs an das Staats-

ministerium ....

52

941

47

763

35

318

49

834

45

673

36

339

32

196

27

30

50

872

31

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36

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37

394

37

407

27

1

39

466

35

336

45

671

38

415

27

34

36

354

34

280

29

101

35

336

41

537

Religiose Sekten in Eng- land 42 583

Remmele, Hermann . 50 869

Renn, Der Fall ... 49 843

Restaurateurs, Kemphxskif die Geschichte eines

44 661

Revision, , Eine verworfene

47 776

ismus, Schiefer . . 28 50 ,,Revolte im Erziehungs-

haus" ...... 52 947

Revolution, Das Museum

der russischen , . 46 739 Rewald, Ruth ... 49 834 Richthofen, Hartmann

Freiherr v. ... 28 68 Romans, Die ,,Aufl6sung"

des 40 509

Romanze! vom Stehkragen-

proleten ..... 48 793 Roosevelts Dilemma . . 46 714 Rosenkavalier, Von Klem-

perer zum ... 41 562 Rosenwunder, Das von

Lisieux 41 554

Rosier, ,,Le de Mme

Husson" ..... 31 184 Rote Front, Eiserne 27 13

Wirtschaft, „Die

" 50 869

Roths, Zu Joseph „Ra-

detzkymarsch" . . . 52 941 Rottach, Was wird aus ? 32 217 Ruhm, Chanson vom . 40 514 Rundhinks, Mariauxnetten

des 46 728

Russische Niete, Die 50 854

n Ausschliisse, Die

und die KPD . . 43 604 n Revolution, Das Mu- seum der , . . 46 739

Rutland, Jugend bei uns

und in .... 30 131 biicher, Kurzbericht

iiber 50 869

Ruckkehr ....... 52 925

Rustungspfad, Papen auf

dem .... 35 303

SA kehrt marsch! . . 52 932

manovriert .... 46 720 Saargebiet, 1st das

deutsch? .... 48 811

Sanssouci, „Die Tanzerin

von " . . 41 548 42 580

Satiriker, Ein ... 38 423 Saturnalien der Uber-

miidung 48 812

Sauerland, Kurt ... 39 482

XVII

Sabel, Der . . . .

SDS

Sechstagerennen , . Seelsorge vom Taxi aus Sekten, Religiose in

England .... Seldte, Franz . . Server, O. B. . . Setzer, Hoppla! oder Der

kluge .... Seufzer von unten . . Severing, Gayl und Shakespeare, William Siemsen, Anna Simultanfilm .... Sire, geben Sie ja nicht

Gedankenfreiheit! Slang, Erinnerung an - Soldaten, Der Kaiser

braucht . . , , Wenn die ... Sommergeschaft, Liebe als

Sondergerichte . . . Sonntag nachmittag Sowjet-Union, Theater in

der . . 33 240 Sozialismus, Otto Strafiers

„deutscher " Sozialist Schleicher Soziologie, Die desi

kleinen Moritz . . Soziologische Situation,

Maienklang und die

Spaltungstendenzen bei

den Nazis . . Spaziergang nach einer

Enttauschung SPD, Der Volksentscheid

der

Sperrfeuer urn Deutsch

land

Spiegel, Das Herz im Spiel, Ernst im und

im Ernst .... Syphilis-Autarkie . . Syrup, Der soziale .

Schacht, Die Grundsatze

des Doktor . . .

Schallplatten, Eine bunte

Schiissel ... !(Schicksal nach Wunsch Schiefer Revisionismus Schiff, Julius . . Schiffer, Marcellus Schiller iiber Kiistner .

50 851

38 439

47 777

31 184

42 583

30 144

28 69

40 524

33 256

42 567

38 130

38 439

52 i955

44 670

34 294

30 148

39 481

29 110

33 232

32 215

34 284

33 230

35 306

38 446

28

56

37

381

33

244

39

452

44 27

663 28

38 45 52

431 702 949

32 213

. 51

907

' 38

429

. 28

50

. 31

174

. 35

332

. 48

7%

Schillings, ..Gabriel

Flucht" 46 740

Schleicher 42 570

, Sozialist , ... 35 306

und sein Stahlhelm . 36. 342 -ns Ultimatum .... 37 375 „SchloB im Mond" ... 43 620 Schmied, „Der von

Gent" 45 685

Schmus, Kille mit ! . . 52 937

Schnipsel 27 21 29 98 32 205

36 358 Scholz, Die Rute des

Herrn 41 564

, Doktor funkt da-

zwischen 36 351

Schoenaich- Carol ath, Die

eineiigen Zwillinge der

Erb von .... 38 442

Schreker, Der Fall . 45 685 Schultze-Naumburg, Paul

39 470

Schiicking an Gumbel 35 331

Schwule Luft .... 40 5i24

Staat und Wirtschaft,

Trennung von 31 177

liches" OberschuBunter-

nehmen, Ein * *

smannisicher Wahlkampf sministerium, Rekurs an

das

spartei

sstreiches, Geschichte

eines

Stahlhelm, Der pazi-

fistische .... , Schleicher und sein Stalin und Trotzki . . . Stammbuch, Der Regie

rung ins . - . . Stapel, Antwort an Bern- hard

Wilhelm . 29 88

Standestaat, Papens agra-

rischer .... Stehgeigers Leiden . . . Stehkragenproleten, Ro-

manze vom ... Stein, Von zu Papen-

Bracht

Stellungslosenpoesie Stepun, Fedor ... Sterbende Partei . . . Sternberg, Fritz * , , Josef v, .... Stolz, Worauf man in

Europa ist . , , 45 687

52

953

44

637

41

537

44

653

30

122

37

404

36

342

48

786

39

486

30

137

38

446

43

631

40

492

48

799

48

793

39

45S

33

239

51

909

44

653

46

717

49

847

XVIII

Strafvollzug, Fascistischer

Strasser, Alex . . StraBers, Otto „deut-

scher Sozialismus" StrauB, Richard . . Streik gegen Lohnraub bremse, Die versagt welle, Die , ... Strohheim, Erich v. -\ Studentenprinzen . , Stiller, A. . . . .

40

521

51

909

33

230

41

562

40

496

46

741

45

678

50

877

44

654

51

909

Tag, „Ich bei und du

bei Nacht" .... 49 847

eszeitung, Buchkritik

und 47 766

Talmudist Hitler ... 48 783

Taraszkiewics, Bronis-

law —...... 52 954

Tatsachen, Auf dem Bo- den der ... . 38 419

Taxi, Seelsorge vom

aus 31 184

Tagliche Praxis .... 40 524

Terrain: 6. November . . 34 266

Terroristen, Zu diesen 33 227

Theater ...... 38 429

Politik und ... 49 828

in der Sowjet-Union 33 240

34 284

Deutsches 1932 . 27 23 s, Harakiri des ? , 36 354 Thoma, Ludwig . . , 38 427

Titel 32 217

Tod 1932 35 332

Toten, Die halten still 44 662

Tragik, Auch eine .39 485

Tragischen, Vom . . 41 551 Traumende Mund, „Der

"

38

431

Trebitseh-Lincoln 45 700

45

701

Treibstoff, Politischer

46

735

Treppenwitz, Unheim-

licher .....

52

946

Tretjakow, Serge j ,

50

869

Trommeln, Floten und

28

42

Trotzki, Stalin und

48

786

Tugendkonig, ,,Der "

31

184

Ucicky

28

61

Ungarn, Erwachtes .

31

159

ohne Akt ....

41

560

,,Unheimliche Geschich-

ten"

37

398

r Treppenwitz . .

52

946

Uniform, Die ...

44

665

Unmodern, Schon wieder

?

51

922

Unterhaltungs-Fischer . 41 562

Untermieter 35 321

libel, Nochmals kleineres

? . . 34 262

Oberdeutsche Dichtung . 44 668 Ubermiidung, Saturnalien

der 48. 812

OberschuSunternehmen,

Ein staatliches . . 52 953

„Vaterlandische Ver-

bande"

Venus, „Die blonde " . Verdun, Wunder um . Verfassung, Diktierte sfeier Leichenfeier . Verhexte Stunde, „Die

Vernunft, Dynamik contra

43 630

49 847

37 397

43 599

33 219

27 24

33 235

Verworfene Revision,

Eine ....

47

776

Victor, Walther . .

35

331

Vidor, King ....

43

620

Vierzehnjahriges Mad-

chen

31

176

Volksentscheid, Der

der SPD

39

452

Volkslied, Neues . .

40

524

aus dem Jahre) 1848 .

43

619

Wagemann, Ernst . . 49 840

Wahlbilanz 31 151

Wahlen, AuBenpolitik

und .30 119

Wahl-Interviews ... 32 190 Wahlkampf, Staatsmanni-

scher 44 637

Wangenhexm, Gustav v. 43 620 Ware, Nur Wirtschaft?

Nur ? 49 846

Warmbold 49 840

„Was Ihr wollt" .... 38 430

WaBmann 29 109

Wechmar, Freiherr v. 37 404

Weg damit 43 635

Wehrpflicht, Protest gegen

die beabsichtigte Wie-

dereinfuhrung der all-

gemeinen .... 46 742

Weihnachtstips fur Nazis 51 902

Weiskopf, F. C. . . 50 869 WeiBenberg, Besuch bei

....... 40 511

Weifirusse, Ein ... 52 954

Welsches Vorbild . . . 38 446 Weltkapitalismus, Der

Niedergang des . . 28 64 Weltkrieg, Kleine Ge-

schichten aus dem 33 255

XIX

"Weltschlagerhonorar, Ein [

^'enn das nicht hilft! , irgendeiner plotzlich

stirbt . . . . . .

■fi schon ..." , . - Wessely, Paula aus

Wien ..... Westen, Das Loch im"- Westfalischen Adel, Vom

Weyrauch, Wolfgang

Wichtig, Teils gut, teils

Wie mans nicht machen

soil

Wilhelm II. ein Jude? Windischgratz, Furst Winsloe, Christa . Wirtschaft, Riickkehr zur

offentlichen . . , Trennung von Staat

und * . - . . , Buchkritik? Ho

ratio! . .

, Nur ? Nur Ware? sprogramm, Antisoziales

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49

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36 364

Wissenschaft, Nationali-

sierte 52 957

Woker, Gertrud ... 31 161

Wolff, Otto .... 42 574 WTB redigiert dieWahr-

heit 36 345

Wunder um Verdun . . 37 397

Wurzelschlager, Der . 28 72

„X = 5.30" ..... 37 404

Zehn Jahre Mussolini . . 44 647

Zehrer und Fried . . . 47 771

Zeichen und Bilder . . 38 444

Zeltner, Waldemar . 28 50 Zensur, Kleines Lehrstiick

der 39 . 485

Zentrum, Juden beim 33 228

Und das ? . . . . 30 116 Zischka, Schon wieder

Herr ! 48 813

Z. K„ Nicht mehr . . 44 669

Zschorlich hort Gieseking 47 780 Zwiegesprach, Das ohn-

machtige .... 36 360 Zwillinge, Die eineiigen

: der Erb von Schoen-

aich-Carolath ... 38 442

XXVIH, Jahrgang 5. Juli 1632 Nummer 27

Gefesselte Regierung vonneumutv. tfetiach

A/or ein paar Wochen war es, in ciner groBen Provinzialstadt PreuBens. Nach dem Diner saBen die Herren zusammen im politischen Gesprach, lauter bessere Leute, Deutschnatio- nale oder so ahnlich. Nur ein Jude war unter ihnen, noch vor kurzem sehr reich und darum selbst fiir diesen exklusiven Kreis gesellschaftsfahig. Die deutschnationalen Herren hatten samtlich starke Bedenken gegen die Regierung Papen, natiir- lich nicht gegen ihre Gesinnung, aber gegen ihre Fahigkeiten. Der jiidische Exmillionar war der Einzige, der Papen ver- leidigte: ,,Was wollen Sie, meine Herren, der Mann ist doch der letzte Schutzwall gegen den Bolschewismus."

Diesem Papenfreund hatte ich gewiinscht, am 29, Juni in dem Zuge der U-Bahn zu sitzen, der um Mitternacht Bahnhof Nollendorfplatz einlief, Wagen fiir Wagen bis auf den letzten Stehplatz1 mit jugendlichen Hakenkreuzlern gefiillt, die, offen- bar stark alkoholisiert, mit hervorquellenden Augen ununter- brochen briillten: „Juda verrecke! Juda verrecke!'* Ein paar gewohnliche Sterbliche, die keine Fahrkarte ins Dritte Reich gelost hatten, saBen mitten zwischen den Horden. Ware einer dieser Sterblichen Freiherr von Gayl gewesen, waren ihm viel- leicht doch Bedenken iiber die Auswirkungen seiner Nazipoli- tik gekommen.

Sofort als die Regierung Papen-Schleicher ernannt worden Avar, wurde sie an dieser Stelle als gleich katastrophal in in- nen- wie auBenpolitischer Beziehung bezeichnet<

Zu den Zeiten des Kaisertums gab es einen Augenblick, wo man von der Reichsverdrossenheit der Siiddeutschen sprach.

Fiir das, was die Regierung Papen-Schleicher in den weni- gen Wochen ihrer Existenz in Siiddeutschland erzeugt hat, ist der Ausdruck ,, Reichsverdrossenheit" ganz unangemessen. Ge- wiBt verdrossen ist man, mehr als das, verargert, miBtrauisch, beunruhigt gegeniiber dem, was aus Berlin von den Herren ohne Volk diktiert wird. Aber zum Reich steht man in unver- briichlicher Treue, Man sieht nur schwerste Gefahren iiber das Reich heraufziehen, wehn ihm weiter ein ostelbischer Kurs aufgezwungen werden soil

Man fiigt sich auch der neuesten Notverordnung, obwohl sie den Siiddeutschen ihren Ordnungskurs auBerordentlich er- schwert. Steht es doch so, daB sie, wie das halbamtliche Or- gan der bayrischen Regierung feststellt, „sich in der Haupt- sache gegen die Lander richtet, in denen die blutigen Krawalle nicht vorgekommen sind, unter denen seit langem das ganze norddeutsche Reichsgebiet leidet". Man warnt:

Um im Rahmeri des Moglichen wenigstens vom bayerischen Staats- ^ebiet die Krawallpolitik der Strafie einigermafien fernzuhalten, er- wachst nun fiir die bayerischen verantwortlichen Stellen die selbst- verstandliche Pflicht, die Bestimmungen dieser Notverordnung, so- lange sie nicht zu beseitigen ist, so auszuschopfen, daB die Staats- autoritat nicht noch weiteren Schaden leidet als den, der ihr von oben her schon zugefiigt worden ist. Das tun, ist keine Bekundung einer Obstruktion, des passiven Widerstandes oder sonst einer Oppo-

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sitionsstellung gegen das Reich. Das ist einzig eine aus den kornmen- den Zustanden ganz von selbst erwachsende Separation der Ordnung- liebenden, fur die auch das Reichskabinett von Papen Bayern nocb Dank wissen wird.

Konfliktc von uniibcrschbarer Konsequenz kiinden sich an: Die neue Notverordnung verfiigt:

I. Allgemeine Dcmonstrationsvcrbotc treten auBer Kraft, IL Die Landesbehorden konnen in Einzelfallen Verbote ver- anlassen.

III. Hat der Reichsinnenminister gegen ein solches Verbot Bedenken, ka-nn'er dieLandesbehorde um Aufhebung ersuchen.

IV. Entspricht die Landesbehorde diesem Ersuchen nichtr so kann er das Verbot aufheben.

Was ist der langen Rede kurzer Sinn? Freiherr von Gayf wird in Demonstrationssachen Polizeidiktator iiber ganz Deutschland.

Freiherr von Gayl ist stockreaktionar, aber immerhin der beste politische Kopf im Kabinett. Wenn ein Mann mit Ur- teilsvermogen wie er die Dinge in Suddeutschland auf die Spitze treibt, die juristische Verantwortung fur die Obertra* gung der norddeutschen Unordnungszustande auf Suddeutsch- land ubernimmt, das Verbot der fiihrenden Blatter der beiden groBten Oppositionsparteien (,Vorwarts* und ,Kolnische Volks- zeitung') forderi, der SA in einer Weise die StraBe freigibt, daB sie heute kein ordentlicher Familienvater mehr zu betreten wagt, wenn er sich nicht im Besitz einer Lebensversicherung befindet, so fragt man sich, was ihn dazu veranlaBte.

Die Antwort hat Ministerprasiderit Doktor Bolz, ein sehr weit rechtsstehender Zentrumsmann, im wurttembergischen Landtag gegeben, als er erklarte, „man habe den Eindruck gehabt, daB die Reichsregierung Bedingungen eingegangen sei,. die man der wurttembergischen Regierung auf schriftliche An- frage nicht habe mitteilen wollen".

Sehr begreiflich! Man genierte sich, weil man sich zu genieren alien Grund hatte. Die Geheimdiplomatie des Kaiser- reichs ist abgelost worden durch die innere Geheimpolitik der sozusagen republikanischen Regierung Papen-Schleicher.

Die Geheimakten aus der Kriegs- uhd Vorkriegszeit sind veroffentlicht worden. Wann werden die Geheimakten iiber den Vertrag veroffentlicht werden, den Hitler oder seine Be- auftragten mit den Herren von Papen und von Schleicher oder ihren Vertrauensmannern abgeschlossen haben?

DaB eine Abmachung vorliegt, hat ein Mann von dem amtlichen Gewicht des Ministerprasidenten Bclz erklart. Lage sie nicht vor, hatte die Reichsregierung auf die schriftliche An- frage aus Stuttgart nur zu erwidern brauchen, daB sie keine Bedingungen eingegangen sei.

Die Bedingungen, die Hitler eingegangen ist, sind unge- fa.hr bekannt. In dem vertraulichen Rundschreiben des Reichs- propagandaleiters der NSDAP Doktor Goebbels hieB es:

Jede Diskussion iiber das Kabinett von Papen hat seitens aller Parteistellen in diesem Wahlkampf zu unterbleiben, um jedem der- artigen Versuch unsrer Gegner von vornherein die Spitze abzubrechen.

Die Verpflichtungen der Reichsregierung Herrn Hitler gegenuber sind unbekannt. Ausdriicklich hat sie sich gewei- gert, sie nach Stuttgart mitzuteilen.

Die Auswirkungen der Verpflichtungen sieht man. Sic sprechen dafiir, daB die Verpflichtungen sehr schwerer und unerbittlich bindender Natur sind.

Unsre innern Zustande sind katastrophal. Mit jedem Tage, der uns dem Wahltermin naher riickt, werden sie katastro- phaler werden. Mit einer gewissen hochmiitigen Verachtung sprach man vor dem Kriege bei uns von den nblutigen" Wah- len in Galizien und Ungarn. Die blutigen Opfer, die schon bis jetzt der deutsche Wahlkampf infolge der Freilassung der SA gefordert hat, iibersteigen die gesamte Verlustliste irgend eines Wahlkampfes in irgend einem ostlichen Lande.

Und wie steht es auBenpolitisch? Sind da wenigstens Kompensationen gegenuber den innern Niederlagen erreicht worden? Ich hoffe, daB es gestattet ist, in diesem Zusammen- hang wenigstens den Herrn von Papen sonst so unlieb gewor- denen Ausdruck ,,Kompensationen" ohne uble Folgen ge- brauchen zu konnen.

Herr von Papen hatte es unvergleichlich leichter in Lausanne, als es jemals Briining bei seinen Verhandlungen mit Frankreich gehabt hat. Sein Gegenspieler ist nicht Laval sondern Herriot. Laval war Nationalist und stiitzte sich auf eine nationalistische Kammermehrheit. Herriot ist Pazifist und hat die bei den letz- ten Wahlen siegreiche Linksmehrheit hinter sich. Niemals wird ein deutscher Kanzler mit einer bessern franzosischen Mehrheit und mit einem friedenswilligern Ministerprasidenten rechnen konnen.

Erst klangen die Nachrichten aus Lausanne auch gar nicht iibeL Was Papen in gewissen Interviews gesagt haben sollte, schien ein biBchen links von Briining zu liegen, also recht verniinftig zu sein.

Die Presse der Rechten drohte. Papen reiste nach Berlin. Papen dementierte. Natiirlich ist sein Dementi lautere Wahr- heit. Der Franzose hat ihn miBverstanden. KeinMensch guten Willens und guten Glaubens darf mehr Herrn von Papen in dem Verdacht haben, daB er zu Stephane Lauzanne so staats- mannisch gesprochen habe, wie dieser zu melden gewuBt hatte.

Mit wem und iiber was mag Papen wahrend seines Week- ends in Berlin gesprochen haben?

Geheimpolitik

)

Kaum war er wieder in Lausanne, so gewitterte es. Herr von Papen sprach jetzt bestimmt anders, als Stephane Lauzanne ihn sprechen zu horen geglaubt hatte. Deutsche Rechtsblatter meldeten begliickt, er habe sich gegen Versailles und fiir deutsche Riistungsgleichheit ins Zeug gelegt. Was er wirklich gesagt hat, ist authentisch nicht bekannt geworden. Anauthen- tischem Material liegt nur ein deutsches offtzioses Communique vor, dessen Verfasser offenbar in direkter Linie von der Pythia abstammt.

Nur ein Erfolg der berliner" Papenreise liegt klar zutage: England und Frankreich, die vorher keineswegs besonders einig schienen, hatten mit einem Male wieder engste Tuch- fiihlung.

Das heiBt, noch einen zweiten Erfolg kann Herr von Papen fiir sich verbuchen: Deutschland wird in Zukunft keine Repara-

tioneri mchr bezahlen, sondcrn nur noch einen ,,Beitrag zum Wiederaufbau Europas", der allerdings in erster Linie Frank- reich zugute kommen soil.

Hurra! Es ist geschafft. Das Kind hat einen andern Namen bekommen. Alle Kinder freuen sich.

Die Steuerzahler freilich werden sich sagen: Unter welchem Namen wir noch etliche Milliarden zur Wiedergutmachung der Schaden des von Wilhelm IL entfesselten Krieges zu zahlen haben, ist fiir unser Portemonnaie ziemlich belanglos. Lohnte es sich, die iBriiningregierung zu stiirzen, um eine von den Nazis abhangige Papenregierung zu bekommen, nur damit die deut- schen Zukunftszahlungen unter ein andres Rubrum eingereiht wiirden?

Herr von Papen steht vor einer peinlichen Entscheidung* Entweder schluckt er den Hauptteil der Bedingungen, auf die seine Vertragsgegner sich geeinigt haben. Dann werden ihm zwar die vernunftigen Deutschen zustimmen, aber nicht die Leute, denen er seine Kanzlerschaft verdankt.

Oder er lehnt ab, bringt damit die Konferenz zum Schei- tern (in der Diplomatensprache wird man es ,,vertagen" nennen), Dann streuen ihm Schwarz-weiB-rote und Braune Palmen. Aber die deutsche Wirtschaft ist schlechter dran als vor Lausanne.

Stresemann befand sich wiederholt in ahnlicher Lage. Dann entschied er sich nicht fiir das leere Prestige, sondern fiir die realpolitische Notwendigkeit Und Nutzlichkeit, auch wenn er wuBte, daB seine eigne Partei zunachst aufschreien wiirde.

Allerdings Stresemann fiihlte sich als freier Mann, ob~ wohl er Minister war.

Herr von Papen

P\ ie erste Begegnung mit dcm Reichskanzler spielte sich so ab* *-^ Papen kam in das Hotel Lausanne-Palace angefahren, wurde von * der Hotel lei tung empfangen und stattete dem Hause, in dem die fran- zosische Delegation wohnt, einen Besuch ab. Es war am Vorabend der Konferenz. Lausanne wuBte noch gar nicht, dafi* der Reichskanz- ler in der Stadt war. Im Arbeitszimmer der Presse saCen ein paar Dutzend Journalisten und klapperten auf den Maschinen, Sie beach- teten nicht die vielen Menschen, die ununterbrochen ein- und aus- gehen ; sie beachteten auch den kleinen schlanken Herrn nicht im grauen Anzug, der schon zehn Minuten im Pressesaal stand und sich den Betrieb ansah. Es waren offenbar alles ganz neue Sachen fiir den kleinen schlanken Herrn. Er fallt so wenig auf, er ist so un- scheinbar, dafi trotz den vielen Photographien, die man von ihm in den letzten Wochen in den Zeitungen gesehen hat, niemand darauf kam, dafi es der deutsche Reichskanzler in eigener Person war, der hier stand. Man wurde auf ihn erst aufmerksam, als ein Herr seiner Umgebung an die Journalisten aus alien Landern heraritrat und sie einzeln dem Reichskanzler vorstellte. Herr von Papen spricht aus- gezeichnet franzosisch, ein glanzendes Englisch, rein und mit kaum merkbarem Akzent; seine Formen sind konziliant und liebenswiirdig; er ist stets sichtlich bemuht, einen guten Eindruck zu machen. Von einer ganz auffallenden Zuvorkommenheit ist er zu den Franzosen. Als man ihm die franzosischen Journalisten vorfuhrte, schiittelte er jedem minutenlang die Hand, hatte fiir jeden ein paar freundliche Worte, fragte nach diesem und nach jenem franzosischen Freund und

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ganz besonders erkundigte er sich nach dem Wohlergehen seines Freundes Graf Wladimir d'Ormesson, des bekannten politischen Publi- zisten. Das ist ja alles sehr hiibsch und nett; aber immer wiede'r drangt sich einem die Frage auf: was ware mit dem armen Strese- mann und dem gehetzten Briining in Deutschland geschehen, wenn sie solche „Anbiederungsversuche" unternommen hatten? Ein hervor- ragender Schweizer gab mir die Antwort: ,,In kleine Stiickchen hatte man sie zerhackt!"

Herr von Papen gehort zu den Menschen, iiber die man sich schon nach kurzer Bekanntschaft ein Urteil anmafien darf, Er ist eine MittelmaBigkeit, Durchschnitt, vielleicht unter Durchschnitt. Stresemann war ein Staatsmann; Briining war eine Personlichkeit er ist ein Militarattache. Aber er wird es sehr bald heraus haben, wie man sich auf diesem Parkett benimmt; er ist ein Salonmensch, ein Weltmann. Einer, der Konversation machen kann; er hat nicht die Steife des deutschen Aristokraten, ist im Gegenteil sehr na- tiirlich, temperamentvoll; er spricht mit viel Gesten, verneigt sich, wo es gar nicht notig ist, kiiBt mit Grandezza den Damen die Hand, kommt den Menschen freundlich entgegen und wird sie ganz gewifi auch gewinnen. Er ist ein smarter Mann, der im Herrenklub sehr beliebt sein muB. Sofort merkt man, daB er viel im Auslande war und viel mit feinen Leuten verkehrt hat. Hitler und Breitscheid mussen sich darin einig sein, dafi er nichts fiir die Proletarier ist. Wenn man ihm Zeit lieBe, konnte aus ihm ein kleiner Biilow werden! Kaiser Wilhelm hatte ihn wahrscheinlich auch eines Tages zum Reichs- kanzler gemacht.

*' Jhurgauer Zeitung* (Schweiz), 21, 6, 32

Ein guter Tag fiir die Justiz von * * *

Am 1. August 1914 brach das groBe Ungliick iiber Europa "^ herein. Jede erste Augustnummer dieser Zeitschrift ist seitdem der Verunglimpfung. des Krieges gewidmet. Denn es soil nicht geleugnet werden obwohl Leugnen heute niitzlich sein konnte ' , daB hier Leute schreiben, denen der Sinn fiir das Frisch-Frohliche fehlt und die einen Krieg fiir ein groBes Ungliick halten.

Im August 1931 veroffentlichte die ,Weltbiihne' ein Doku- ment, das besonders geeignet war, dem Krieg eins auszu- wischen: die Exhortatio des Papstes Benedikt XV, vom 28. Juli 1915. War sie bis dahin unbekannt? Keineswegs. Aber erstens kann man etwas wahrhaft Gutes immer wieder ab- drucken, es ist immer neu. Und dann kannten wir Deutschen das papstliche Rundschreiben nur in der Form, in der es 1915 Deutschland bekanntgemacht worden war, und diese Form war eine Falschung. Um uns den Geschmack am Krieg nicht zu

> verderben, hatte man Milderungen vorgenommen, die einen vaterlichen Tadel fiir den Weltkampf enthielten. In Wahrheit aber hatte der kathblische Oberhirt in gellenden Worten des Entsetzens iiber das grofie Verbrechen mehr geschrieen als ge- schrieben, es war eine Sprache von schneidender Wucht, -die er Itihrte. Durch die ,Weltbiihne' zuerst erfuhren die deutschen

Katholiken, daB ihr kirchlicher Oberherr den Krieg „eine ent- setzliche GeiBel" und „eme grauenvolle Schlachterei" und nein entehrendes Gemetzel,( genannt hatte.

Die Veroffentlichung der Exhortatio war von Kurt

Tucholsky veranlaBt worden, und er schrieb dazu eine Glosse,

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in der es gleichfalls an schimpflichen Ausdriicken fiir den Welt- verderber Krieg nicht fehlte. Die scharfsten Satze lauteten so:

,tDa gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, wahrend er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war, Sagte ich; Mord? Natiirlich Mord. Soldaten sind Morder."

Der Herr Reichswehrminister, damals noch Groener, stellte Strafantrag gegen Carl von Ossietzky als verantwortlichen Re- dakteur, Der Anklageerhebung soil der Chef der Staatsanwalt- schaft beim Landgericht III aus juristischen Grunden wider- sprochen haben. War es so, so war es vergeblich. Aber das Schoffengericht Charlbttenburg lehnte den Antrag der Staats- anwaltschaft auf Eroffnung des Hauptverfahrens ab. Ossietzky sei des Vergchens der offentlichen Beleidigung beschuldigt, sagte das Gericht, ,,aber er ist dieser Tat nicht hinreichend verdach- tig. Der von ihm veroffentlichte Aufsatz Ignaz Wrobels be- trifft die Reiehswehr nicht".

Geigen den BeschluB beschwerte sich die Staatsanwalt- schaft, die Strafkammer entschied: „Er ist der Tat hinreichend verdachtig", und eroffnete das Hauptverfahren.

Am 1. Juli bald wieder jahrt sich der arge Tag, an dem viele Torichte mit Jubel den blutigen Untergang begriiBten wurde in Moabit verhandelt. Unsre Freunde wissen, wie es endete: Ossietzky wurde freigesprochen. l Und durfte in die Strafanstalt Tegel, von wo er gekommen war, zuriickkehren, ohne daB die lange Zeit der Haft, die noch vor ihm liegt, ver- langert worden war, Aber es lohnt sich, von dem Tag, der denk- wiirdig ist gerade durch die Zeit, in die er fallt, zu berichten,

Es begann damit, daB Rechtsanwalt Apfel die Verlesung des Urteils verlangte, in dem der IV. Strafsenat des Reichs- gerichts eineinhalb Jahre Gefangnis iiber den heute wieder Angeklagten verhangt, wegen Landesverrats und Verbrechens gegen das Spionagegesetz, wie es dort heiBt.

Dem Staatsanwalt war es unerfindlich, was die Entschei- dung des Reichsgerichts mit dem jetzt behandelten Fall zu tun habe.

Dem konnte erwidert werden: Tausend und abertausend Mai ist der Krieg Mord, sind die Soldaten Morder genannt wor- den. Es ist nichts davon bekanht, daB irgendwann und irgend- wo eine Armee, auch nicht die Reiehswehr, sich dadurch be- leidigt gefiihlt hatte. Warum grade hier, warum grade durch Ossietzky? Hier ist ein politischer ProzeB, ein Politiker wird verfolgt, aus personlichen Grunden wird er verfolgt. Warum er schon fruher und mit welchen, guten oder schlechten, Griin- den er verfolgt worden ist, kann fiir das Gericht nicht gleich- giiltig sein. Es ist die Frage, ob er vernichtet werden soil und mit welchen Mitteln, ist es so, man das erreichen will.

Das Gericht zog es vor, als wahr zu unterstellen, daB er das, wofiir er fruher bestraft wurde, aus lauteren Motiven ge- tan habe.

Dann verantwortete sich Ossietzky. Etwas muB man wohl, ehe seine Worte folgen, iiber die Art sagen, in der er sich ver- teidigte. So wenig wir Personenkultus treiben wollen, so sei

doch konstatiert, daB die Widerstandskraft, die er zeigt, vor- bildlich ist. Bismarck hat beklagt, wir hatten zu wenig Zivii- courage. Was Ossietzky leistet, geht langst daruber hinaus, es ist nicht mehr Zivilcourage, nicht Zivilmut, es ist Ziviitapfer- keit. Solange er wegen Landesverrat verfolgt wurde, solange er, verurteilt, die Verwerfung der Gnadengesuche und die Strafvollstreckung erwartete, er ist nie auch nur um Fin- gerbreite von der gleich schroffen, gleich maBvollen Vertretung seines Standpunktes abgewichen. Jetzt sitzt er seit acht Wochen in Tegel, eine neue gefahrliche Strafdrohung stent ihnt bevor, aber er spricht, wie er friiher geschrieben hat, ebenso schroH, ebenso maBvoll. Viele, die Grund haben, ihm zu grol- len, weil er sie kritisierte, haben nicht genug Verstandnis fur das Beispiel, das er uns gibt. Der Mann ist nicht niederzuwer- fen. Er ist auch, das bedeutet noch mehr, nicht aus seiner Ruhe zu bringen. Es ist, das ist zu bedenken, keiner zuruckgeschla- genen Opposition damit gedient, wenn einer der ihren im Un- gliick anfangt, zu toben, zu exzedieren. Man sagt: begreiflich! Aber der Sache niitzt er nicht mehr. Wie es um die andern stent, es sind heute nicht wenige, die vor dem Wind umfallen, nun, sie sind zu gar nichts mehr niitze. Wenn einer so steht, unbewegt, unbesorgt um sich denkwurdig, dafi die Anhanger des Vulgarheroismus gar keine Anerkennung dafiir empfinden.

Die Exhortatio des Papstes Benedikt wurde verlesen, die machtigen, die verzweifelten Worte des christlichen Oberhaup- tes hallten wider von den Wanden im Sitzungssaal 567, vor Atheisten, Lauen, Lenin-Jungern, Anbetern Hitlers. Der Vati- kan sprach in Moabit. 1915 hat 1932 jede Aktualitat.

Dem Staatsanwalt fiel die schwerere Aufgabe zu. Man muB ihm, wenn es nicht gegen den Respekt ist, das Verhaltnis umzukehren, mildernde Umstande zubilligen. Ein Beamter, der eine unvertretbare Sache vertreten muB, kann es auf zweier- lei Arten tun, dieser Anklagevertreter wahlte die zweite Art. SchlieBlich ist es eine Temperamentsfrage,

Waren die Soldaten des Weltkriegs nicht beleidigt, von denen es in Deutschland allein zehn Millionen gab, von d'enen vielleicht eine Million in den Verbanden der Frontkampfer organisiert ist, so soil die Reichswehr, von deren hunderttausend Mann nur ein Bruchteil im Krieg gewesen sein kann, beleidigt sein? Auch ein kluger Debatter wiirde sich vergeblich um den Nachweis bemuhen.

Wenn seit tausenden Jahren der Krieg dem Mord, die Krieger Mordern gleichgesetzt worden sind, so ginge das, meinte der Staatsanwalt, die Richter so wenig an, wie wenn ihm, verhandelte ein Gericht gegen einenDieb, bewiesen werde, daB schon andre gestohlen haben.

Weil Ossietzky den Soldatenstand diffamieren wollte, weil die harten Strafen der spater, nach der ,>Tat", ergangenen Not- verordnungen ,, analog" anzuwenden seien, beantragte der Staatsanwalt sechs Monate Gefangnis.

Rechtsanwalt Apfel konnte mitteilen, daB eine Strafkam- mer, ebenfalls des Landgerichts III, es dem Revolutionar Max Holz versagt hat, sich beleidigt zu ftihlen, als er von einer na-

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tionalistischen Zeitung Morder und Massenmdrder genannt wurde. „Im volkstiimlichen Sprachgebrauch" werde nur in den seltensten Fallen der so genannt, der sich nach § 211 des Straf- gesetzbuchs strafbar gemacht habe, vom „eigentlichsten, formal- juristischen Sinn" sei dabei nicht die Rede.

Aber er konnte vor Allem nicht wenige Urteile des Reichs- gerichts benennen, in denen bei Beleidigungen von Kollektiven regelmaBig die Legitimation, sich beleidigt zu fiihlen, verwei- gert wurde, weil nicht ein genau umschriebener Kreis gemeint und gekennzeichnet war. Die Juden erreichen, trotz nicht ge- ringer antisemitischer Hetze, nie eine Verurteilung. Was ihnen recht sein muB, muB, gilt noch Recht, der Wehrmacht billig sein.

Rechtsanwalt Olden trug die Masse der Zitate vor, von Laotse, Erasmus, Friedrich dem GroBen, Voltaire, Kant, Goethe, Klopstock, Herder, Schubert, Hoffmann von.Fallers- leben, Rosegger, Kaiser Friedrich III., Victor Hugo, Raabe, in denen Soldaten Morder, Henker, Schlachter genannt wurden. Nie hat eine Armee deshalb Strafantrag gestellt, nie ein Staats- anwalt angeklagt, ein Gericht verurteilt,

Er zeigte, daB es hier gar nicht um-Pazifismus gehe son- dern um das Recht, richtig zu denken und logisch zu sprechen, und daB Zensur, geistige Unfreiheit, ein Volk auch soldatisch entnerven miisse.

Den fliichtigen Veranderungen der Machtverhaltnisse im Staat diirfe das Gericht sich nicht anbequemen und miisse dar- um Ossietzky freisprechen.

Nacb Ossietzkys SchluBrede erging Freispruch.

Der Vprsitzende begriindete: es sei nicht einzusehen, daB grade Kriegsteilnehmer, die in der Reichswehr dienen, gemeint seien. Erhoben iiber rechts und links seien die deutschen Ge- richte unabhangig, der einzige stetige Faktor im Leben des Staats. Ein Verteidiger habe gesagt, es gehe um die geistige Frei- heit. Keineswegs, Aus rein juristischem Grunde sei der An- geklagte freizusprechen. (Wie wahr! Wird das Recht richtig angewendet, so ist die Freiheit nicht bedroht.)

Ossietzky spricht

Nach Notizen von Johannes Buckler

Ich betrachte die in Aussicht stehende Amnestie nicht als eine Hintertiir, durch die ich entschlupfen mochte. Aber es findet in diesen Tagen eine Konferenz in Genf statt, in der die deutsche Regierung sich iiber die Abriistung zu entscheiden hat. Es kann dies ein wendepunkt des deutschen Schicksals sein. Und wahrend die deutschen Vertreter in Genf erklaren, daB ihnen der Abriistungsvorschlag von Hoover nicht weit genug geht, wird in der Heimat ein ProzeB gefiihrt, in dem der Ver- treter der Anklage den Soldatenstand nur verherrlichen kann. Ich ftirchte von diesem ProzeB schlimme auBenpolitische Folgen; ebenso wie sie durch das Urteil des Reichsgerichts im Welt- biihnenprozeB eingetreten sind. Der ProzeB kann zu groBeren

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Schadigungen dcs deutschen Ansehens fiihren, als die ganze Sache wert ist.

Seit 1912 habe ich den Krieg bekampft. Ich gehorte schon yor dem Krieg einer pazifistischen Organisation an. Ich bin kein Novembersozialist oder -pazifist. Was ich im Krieg ge- sehen, hat meine Meinung iibef ihn und das Kriegshandwerk durchaus bestatigt. Den Artikel in der ,Weltbiihne', der. ja nicht von mir selbst stammt, und wegen dessen ich hier an- geklagt binr vertrete ich vollstandig. Ich habe niemals lieber vor dem Gericht gestanden als grade wegen dieses Artikels, der ganz meiner AuHassung entspricht. Doktor Tucholsky1 den Verfasser, habe ich 1919 in Berlin in einem Kreise kennen gelernt, aus dem die alljahrlich im August stattfindenden f,Nie- wieder-Krieg"-Demonstrationen entstanden sind.

1919 erschicnen auch in der .Weltbuhne' die ersten pazifi- stischen Glossen von Tucholsky. Aus jener Zeit stammt die Abneigung des Reichswehrministeriums gegen die ,Weltbtihne\ Spater waren wir geradezu der Gegenpol der Politik des Reichswehrministeriums.

Wir Anhanger des Friedens haben die Pflicht, immer wie- der darauf hinzuweisen, daB der Krieg nichts Heroisches be** deutet, sonderai daB er nur Schrecken und Verzweiflung iiber die Menschheit bringt. Grade weil wir wissen, daB die macht- politische Situation fiir uns im Augenblick nicht giinstig ist, grade deshalb miissen wir eine lapidare Sprache fuhren. Aber diese lapidare Sprache geht von Laotse iiber die Bibel und Kant durch die ganze Literatur. Alle haben den Krieg als Mord und das Soldatenhandwerk als Mord erh and werk gekennzeich- net. Das Wort Morder wird hier nicht in einem juristischen sondern in einem sittlichen Sinne gebraucht, Seit zweitausend Jahren streitet man sich. um diese Dinge herum, Es scheint sich hier um eine Frage der Quantitat zu handeln. Das ist der ewige Zwiespalt zwischen der Staatsmoral und dem Indivi- duum. Man kann das auf die Formel bringen: dem kleinen Morder schlagt man den Kopf ab, dem groBen setzt man einen Lorbeerkranz auf.

Wir sind keine Fanatiker und keine Bildersturmer, aber wir halten es fiir notig, daB eine deutliche Sprache gefiihrt wird. Wenn die Anhanger des Kriegs gegen uns aufmarschieren, dann heiBt es auch Verrater, Feigling, und der Pazifist gilt als zucht- hauswiirdig. Wir aber, die wir in einem standigen Angriff gegen den Krieg stehen, miissen uns der Terminologie bedie- nen, die dafiir seit zweitausend Jahren vorliegt.

Wir vertreten heute keine isolierten Gedanken mehr. Seit einigen Jahren besteht der Kelloggpakt, durch den die Reihe der Mittel, die die Staaten gegeneinander anwenden diirfen, be- schrankt worden sind, und der den Krieg out of law stellt.

Ich fasse den ProzeB als ein Kesseltreiben des Reichswehr- ministeriums gegen Pazifisten auf. Es ist auch kein Zufall, daB keine der groBen Frontsoldatenorganisationen mit ihren Hun- dei-ttausenden von Mitgliedern sich beleidigt fiihlt; jeder Front- soldat wiirde den Vorwurf ruhig einstecken. Hochstens die OHiziere konnen sich beleidigt fiihlen, die in den Krieg einen Ehrbegriff hineingetragen haben, der nicht hineingehort.

Ich habe eben cinen der merkwiirdigsten Augenblicke mei- nes Lebcns gehabt, als in das Plaidoyer meines Verteidigers von der StraBe die Klange der Militarmusik hereintonten. Ich weifi nicht, ob man darin ein bedcnkliches Symbol sehen soil oder einen belanglosen Zuf all. Aber vielleicht ist* durch diesen Klang der Staatsanwaltschaft von heute die Stimme ihres Herrn mitgeteilt worden.

Ich bin vielleicht der Einzige hier im Saal gewesen, der iib er den Strafantrag auf sechs Monate Gefangnis nicht erstaunt gewesen ist. Denn es bleibt fiir mich bestehen, daB eine be- stimmte Denkrichtung verfolgt werden soil. Es ist aber falsch, wenn man annimmt, daB es sich in dem Weltbiihnenartikel urn die Diffamierung eines Standes handelt, es handelt sich um die Diffamierung des Krieges. W*r greifen aber hier nicht nur an, sondern wir verteidigen das Recht auf Leben. Was niitzt den Toten des Weltkriegs die Ehre, die hier angeblich geschutzt werden soil? Was niitzen Denkmaler des unbekannten Sol- daten den Gefallenen? Erst muB der Mensch leben, dann kann seine Ehre geschutzt werden!

Der Antrag des Staatsanwalts beweist, wie sehr die Staats- anwaltschaft unter den EinfluB des Nationalismus geraten ist, der sich einbildet, die wahre deutsche Nation zu verkorpern.

Ich wende mich an das Gericht mit der Beteuerung, daB ich durch zwanzig Jahre eine gute und anstaridige Sache ver- treten habe. Eine Gesinnung kann man nicht unter Beweis stellen. Hier muB geglaubt werden. Ganz gleich, wie das Urteil ausfallt, ich werde mit alien mir zur Verf iigung* stehen- den Mitteln fiir die Idee weiter kampfen, die ich fiir Recht er- 4cannt habe.

33000 fur Carl V.Ossietzky von Walther Karsch

C o viele hatten sich in die Petitionslisten; eingezeichnet, als diese Zeilen in Druck gingen- Ein Besuch bei der Deutschen Liga fiir Menschenrechte, die gemeinsam mit der Deutschen Gruppe des PEN-Clubs das Gesuch um Abkiirzung oder Um- wandlung der Strafe in Festungshaft einreichen wird, ver- schaffte mir Einblick in die ungezahlten Mappen mit ihren Unterschriften. Am 10. Juli soil die Einzeichnung abgeschlos- sen werden. So wie sie einliefen, sind die Listen aneinander- gereiht, nebeneinander stehen da Menschen verschiedenster Herkunft, verschiedenster Berufsschichten, Menschen aus alien Gegenden Deutschlands und Auslands deutsche. Der Arbeitslose wechselt sich mit dem Landrat a. D. ab, der Bergmann mit dem Polizeiprasidenten, der Metallarbeiter mit dem Schriftsteller, die Hausfrau mit der Schauspielerin, der Handwerker mit dem Fabrikdirektor, der Bankangesteilte mit dem Verkaufer, der Student mit dem Laufcjungen, der Redakteun mit dem Setzer, der Gewerbetreibende mit dem Abteilungsleiter: sie alle geben durch ihre Unterschrift kundf daB Carl v. Ossietzky seine Strafe nicht absitzen soil. Aber es sind nicht nur Menschen *insrer Gesinnung, die sich mit ihrer Stimme fiitf den Inhaftierten einsetzen, auch der Gegner meldet sich, um kurid- zutun, daB ihm die Behandlung Carl v. Ossietzkys ungerecht-

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fertigt erscheint. Hier gibt ein Mitglied der Deutschnationalen Volkspartci seine Stimme fur den Verurteilten ab ; dort schreibt einer, er sei Mitarbeiter am ,VorstoB\ dem Wochen- ableger der ,DAZ.'; und einer war da, der zahlte sich sogar zur Schar Adolf Hitlers. Und so hatte sich denn neben dem Pastor der Freidenker eingetragen, neben den Mitgliedern einer kom- munistischen die einer Zentrumsredaktion. Ware das Wort nicht zu anriichig, man diirfte sagen, der Appell fur Carl v. Ossietzky habe eine Volksgemeinschaft der anstandigen Men- schen zustandegebracht,

Daneben fallt aber der haufige Widerstand auf, der sich gegen das Gnadengesuch richtet. Manch einer hat zwar unter- schrieben, aber er bemerkt ausdrucklich, daB er c ies nur aus Sympathie fur Carl v. Ossietzky tue, es wider^trebe ihm eigentlich, daB hier „um Gnade gewinselt" werde, Und da diese Ansicht nicht nur in einigen Briefen sondern auch in manchem Organ der Linken geauBert worden ist, scheint es an- ^ebracht, einmal den Irrtum aufzuklaren, der bei vielen durch die Bezeichnung ^Gnadengesuch" entstanden ist.

Es gibt gegen ein vom Reichsgericht gefalltes Urteil nur zwei Rechtsmittel. Das eine ist das Wiederaufnahmeverfah- ren. Wer einigermaBen iiber die Verhaltnisse unterrichtet ist, wird wissen, daB die Aussicht, ein Wiederaufnahmeverfahren durchzudriicken, ganz minimal ist, und daB auf jeden Fall' eine sehr erhebliche Zeit vergeht. Das zweite Mittel ist ein Ge- such an den Reichsprasidenten um Niederschlagungf Verkiir- zung oder Umwandlung einer Strafe, Das Anrecht, diese Hand- lungen vorzunehmen und somit gewissermaBen oberster Rich- ter zu sein, ist dem Prasidenten durch die Verfassung gewahr- leistet. Wenn also in der Petition der Liga und des1 PEN- Clubs der Reichsprasident um sein Eingreifen gebeten wird, so machen diese Orgariisationen eben nur von einem Rechtsmittel Gebrauch; davon, daB hier um Gnade gewinselt werde, kann also nicht die Rede sein. Das Wort ,, Gnadengesuch1' ist nun einmal der fiir eine solche Aktion gebrauchliche Ausdruck;' wir wissen selber, daB er nicht angenehm klingt, aber wir wis- sen auch, daB Carl v. Ossietzky, der noch kurz vor seiner In- haftierung den Reichsprasidenten in scharfster Fo'rm ange- griffen hat, niemals um die Gnade des Herrn von Hindenburg winseln wiirde. Wer hier also glaubt, sich aus Uberzeugungs- griinden von der Petition fernhalten zu imissen, befindet sich im Irrtum.

DaB dieses Urteil, daB die durch Herrn Joel erfolgte Ab- lehnung des nicht an ihn sondern an den Reichsprasidenten gerichteten Gnadengesuches, daB die Inhaftierung Carl v. Ossietzkys, daB dies alles nichts mit Recht zu tun! hat, da- -von sind wh- natiirlich alle fest iiberzeugt. Und wenn auch dieses neue, von 33 00Q unterstiitzte Gesuch einer Ab- lehnung verfallt, dann werden wir wiederum bestaligt be- kommen, daB hier ein gefiirchteter Kampfer mundtot gemacht werden soil.

Auch der Feind hat nicht vergessen, seine Visitenkarte ab- zugeben. Trieben es schon einige Zeitungen reichlich tollt alien voran die vor Hysterie (iberschnappende ,B6rsen-Zeitung'f

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so dekuvriert sich die nationalistischc Geistesverfassung noch offener in einigen anonymen Zuschriften an die Liga, Ein Herr Stein findet die Strafe richtig und findet es wahrschein- lich genau so richtig, daB er seine Adresse nicht angibt. MEin Freund der jWeltbiinne' " halt es ,,fiir dringend notwendig, daB die Strafe verdoppelt und in Zuchthaus umgewandelt wird", Herr Kramer wiederum, der als nahere Personalien immerhin angibt: „ehemaliger Parteigenosse der SPD", schreibt an die „Deutsche Liga fiir Menschenrechte, Deserteure und Zucht- hausler"; ,,Die Bestrafung des Schriftstellers Carl v. Ossietzky mit 1 % Jahren Gefangnis erscheint mir viel zu niedrig. Ein pollnischer Nachkomme von solch schlechter Gesinnung hat fiir eine derartige Handlung lebenslangliche Zuchthausstrafe verdient." ,,Viel zu wenig fiir den Hund!" pladiert ein dritter und schreibt darunter ,,Heil Isidor!", wobei nicht festzustellen ist, ob Isidor der Vorname dieses sympathischen Herrn ist, Nur ein Herr PiaBmann fand den Mut, seine Adresse mitzu- teilen, er schrieb: „Es ist allein zu bedauern, daB der Landes- verrater Carl v. Ossietzky die geringe Strafe von 1 Yi Jahren Gefangnis erhalten hat. Zuchthaus war am Platz!"

Genau der gleiche Geisteszustand spiegelt sich in einem Gedicht des nationalsozialistischen Jllustrierten Beobachters* wider. Herr Pidder Liing kommentiert ein Bild vom Straf- antritt Carl v. Ossietzkys mit folgenden, sicher sehr tief emp- fundenen, formal leider nicht ganz einwandfreien Versen:

Schwerer Abschied

Ach, wie war, Sie armer Ossi- etzky, einst die Welt bequemer! Nun umsteht ein ganzer TroB Sie leidgeknickter Abschiednehmer,

Fern der bunten Weltenbiihne, muBt Du nun mit Wehmutschauern hinter einer Stahlgardine iibcr Deutschlands Rettung trauern,

Wer verfaBt nun die Artikel, die fiir Panjudaa werben ? Wai, der Untat Aktfaszikel muB im Feuerbrand verderbeni

Bitter flennt da die Mischpoke iiber ihren „Idealiste'\ der doch statt im Straflingsrocke landverraten gehen muflte.

Aus dem „prominenten" Kreisc

tont jetzt vor des Kittchens Toren

die vertraute Mauschelweise

einmal noch an deine Ohren. \

Einmal noch weht vor dem Fasten

lind um dich das Knoblauchduftchen

wenn du rauskommst aus dem Kasten, sauselt wohl ein andres Luftchen!

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Eiserne rote Front von k. l. oerstorff

\l on den Nazis konnen die Sozialdemokraten lernen, wie

man zu tolerieren hat. Zuweilen bestreiten die Nazis zwar auf geduldigem Papier, daB die Regierung Papen von ihnen abhangig ist. Der Tatbestand aber liegt so klar, daB es auch der nationalsozialistischen Demagogie nicht gelingt, ihn vor den breiten Massen vollig zu verbergen. Aber wie tolerieren die Nazis die Papenregierung? Sie tolerieren sie, indem sie taglich neue Forderungen erheben. Von der Ausschreibung der neuen Wahlen, liber die Aufhebung des Uniformverbotes, bis zur letzten Notverordnung, die den Widerstand der Lander brechen soil, fuhrt eine klare Linie. Und die Nazis werden bald neue Forderungen anzumelden haben. Denn sie miissen den Massen etwas bieten. In ihrer Presse nehmen sie zwar gegen die Notverordnung Stellung, aber der einfache Mann auf der StraBe sagt sich: wenn die nationalsozialistische Partei wirklich gegen die Notverordnung ist, warum sturzt sie dann nicht die Papenregierung?

Bisher wuBten sich die Nazis frei von jeder Verantwortung fur die Zuspitzung der wirtschaHlichen Situation. Denn die kam ja, wie man es hundertmal im ,Volkischen Beobachter' und im .Angriff lesen konnte, von den alten Systemparteien. Jede Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, jede neue Notverordnung fuhrte ihnen daher Massen zu. Wenn man diese Massen halten will, so kann man ihnen heute und viel- ieicht noch einige Wochen lang sagen, daB das vom alten System angerichtete Obel nicht sofort iiberwunden werden kann sondern erst nach einem gewissen Zeitraum.v Das kann man aber nicht auf die Dauer sagen. Wenn die Nazis jetzt die neue Notverordnung und den gewaltigen Lohnabbau tolerieren, den die Schwerindustrie noch im Sommer plant, dann fiirchten sie mit Recht, daB ihnen die Millionenmassen weglaufen, die ihnen in -der Opposition gefolgt sind.

Jeder Tag weiterer Tolerierung droht daher gefahrlich zu werden fur den Bestand der NSDAP, fur die Nazis als Auf- fangbecken von Millionen Enttauschter.

Daher ist die Einlosung der Wechsel, di5 sie von der Papenregierung verlangen, immer schwerer. Daher wird das terroristische Vorgehen der SA gegen die Arbeiterorgani- sationen immer brutaler. War bisher vielfach festzustellen, daB das Tempo in der Zuspitzung der wirtschaftlichen Lage weit schneller war als das Tempo in der Zuspitzung der poli- tischen, so haben wir in den letzten Wochen eher das Gegen- teil festzustellen. Die politische Lage verscharft sich in gradezu rapidem Tempo. *

Es ist sicher, daB im biirgerlichen Lager selber noch be- trachtliche Widerstande sind gegenuber einer hundertprozenti- gen fascistischen Regierung, Widerstande, die nicht etwa allein auf die Zentrumspartei beschrankt sind, sondern die dariiber hinaus bis weit in die Kreise des GroBgrundbesitzes, der Mili- tars, der Spitzen der Bureaukratie und einiger Teile der Grofi- bourgeoisie reichen, Man soil diese Widerstande nicht unter-

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schatzen, im Gegenteil, man soil sie bei einer niichternen Kal- kulierung der politischcn Krafte in ihrer ganzcn Bedeutung wiirdigen, Aber sie allein rcichcn natiirlich nicht aus. Ent- scheidend fiir den Kampf gegen den Fascismus ist letzthin die Arbeiterklasse und ihre Organisationen,

Es ist sicher, daB der Gedanke der Einheitsfront der Ar- beiterklasse fiir die Tagesforderung ,,Kampf gegen den Fascis- mus" immer breitere Massen ergreift. Es ist weiter sicher, daB diese Bewegung .sich in nachster Zeit noch stark verbreitern wird. Zwei Faktorenreihen, die in enger funktionaler Be- ziehung stehen, wirken in diescr Richtung. Die eine ist das Aus- scheiden der Sozialdemokratie und der Spitzenfiihrung der Gewerkschaften aus der Tolerierungspolitik. Die Folge ist eine gewisse Bewegungsfreiheit fiir die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften. Aus der Sprache des ,Vorwarts* gegen- iiber Papens Notverordnung ist nicht mehr zu ersehen, daB viele Notverordnungen einstmals unter Tolerierung der Sozial- demokratie durchgefiihrt wurden. Diese immer starkere Aus- schaltung der Sozialdemokratie aus der nStaatsnahe" bringt automatisch einen starken Zug nach links mit sich, der von Hunderttausenden von sozialdemokratischen Arbeitern und Funktionaren schon lange erwiinscht und ersehnt wurde.

Die zweite Faktoreiireihe, die mit der ersten in einem sehr engen Zusammenhang steht, ergibt sich aus tolgendem. Der Bruch mit der Sozialdemokratie zwang die Papenregierung zu immer starkerer Anlehnung an die nationalsozialistische Partei. Mit der Aufhebung des SA-Verbotes geht eine neue Terrorwelle durch Deutschland. Drei Tote und dreiBig Schwer- verletzte pro Tag melden uns die Zeitungen im Durchschnitt aus alien Teilen Deutschlands. Diese Terrorwelle aber be- schrankt sich in keiner Weise mehr auf die Kampfe der SA mit den Kommunisten, sondern es werden planmaBig AngriHe auf Gewerkschaftshauser, auf Reichsbannerheime, auf Ge- nossenschaftsladen und auf die sozialdemokratische Presse ausgeiibt. Je starker der direkte Terror wiitet, urn so fester schmiedet sich die Einheitsfront der Arbeiter von unten. Es gibt kaum mehr eine Stadt in Deutschland, wo nicht bei einem Angriff der Nazis gegen die Kommunisten diese von den Reichs- bannerleuten, von der eisernen Front der Gewerkschaften unterstiitzt wurden. Es gibt kaum mehr einen Ort in Deutsch- land, wo bei einem Angriff der Nazis auf die Sozialdemokraten und die mit ihnen sympathisierenden Organisation en die Kom- munisten, die Antifa nicht tatkraftig zur Hilfe eilten. In die- sem taglichen Kampf weiB der kommunistische Arbeiter nichts von den Parolen seiner Fuhrung, nach denen die Sozialdemo- kraten ,,Sozialfascisten" seien. In diesem taglichen Kampf weiB der sozialdemokratische Arbeiter nichts von den Parolen seiner Fuhrung, nach denen man gegen die Radikalen von links und rechts, gegen Nazis und Kozis Stellung nehmen miisse. So wachst innerhalb der Arbeiterschaft selbst der Drang nach Einheitsfront und so werden die Bureaukraten der groBen Ar* beiterparteien durch die elementare Wucht der Ereignisse ge- zwungen, zu diesem Einheitswillen der Arbeitermassen Stel- lung zu nehmen.

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Bisher sind die Ergebnisse noch minimal, Wenn man den ,Vorwarts' und die ,Rote Fahne' aus den letzten Wochen zur Hand nimmtj so bestcht der groBte Teil des Raumcs1 der der Einheitsfront gewidmet ist, darin, vor der andern Partei zu warnen, die unter der Parole Einheitsfront im Triiben zu fischen suche, Aber so geht es nicht weiter. Die deutsche Ar- beiterklasse soil sich durch das italienische Beispiel warnen lassen. Wahrend der Angriff des Fascismus immer massiver, immer konzentrierter erfolgte, kamen die verschiedenen Ar- beiterorganisationen nicht iiber das Diskutieren hinaus und waren somit nicht fahig, die geschlossene antifascistische Front herzustellen, Und auch in Deutschland hielten bisher die Fiihrerschichten der beiden groBen Arbeiterparteien nicht Schritt mit dem Tempo der politischen Entwicklung, und ihre Parolen sind daher haufig schon uberholt, wenn sie aus- gesprochen werden. Der Gedanke einer wirklichen Einheits- front ergreift auch immer .mehr die kommunistischen Arbeiter. Und auch die kommunistische Fiihrung muB ihm daher Rechnung tragen. Aber sie tut dies unter fortwahrenden Verrenkungen und Verzerrungen, Bis vor kurzem war die Losung: Einheits- front, jawohl, aber nicht mit den andern Organisationen son- dern nur mit den einzelnen sozialdemokratischen, lyndikalisti- schen, SAP- oder sonstigen Arbeitern. Damit war der Ge- danke der Einheitsfront in Wirklichkeit sabotiert, da sie nur moglich ist, wenn sie von den groBen Organisationen derArbeiter- kiasse in der Praxis durchgefiihrt wird. Die kommunistische Par- tei sah sich genotigt, dem Drangen von unten weiter nachzuge- ben. In einer Versammlung, die vor kurzer Zeit in Trebbin bei Berlin zusammen mit der KPD, der SAP und dem Ortskartell des ADGB stattfand, erklarte der Redner der KPD, der als Reichs- tagsmitglied sicher nach den Losungen der Zentrale handelte, daB die KPD bereit sei zu einer Einheitsfront mit den untern Organisationen. Ich wies unter groBem Beifall auch der an- wesenden kommunistischen Arbeiter nach, daB eine solche Einheitsfront eine Unmoglichkeit ist, Denn wenn die KPD nur Einheitsfront mit untern Organisationen will, dann kann man vielleicht zu einer Einheitsfront in Trebbin oder sonst einem kleinen Marktflecken kommen, aber nicht zu einer Ein- heitsfront in den entscheidenden Orten, , in Berlin, in den GroBstadten, in den Industrierevieren, Die KPD spiirt grade unter dem Druck ihrer Mitglieder, daB sie weiter gehen muB, sie schrieb daher und das war seit vielen Jahren das erste Mai an die Spitzenfiihrung der SPD, Berlin-Brandenburg und schlug eine gemeinsame Demonstration gegen den Fascis- mus vor. Aber wahrend sie so hier em Einheitsfrontangebot an die Spitzenorganisationen machte, beschimpfte sie in einem Aufsatz, der in der gleichen Nummer der ,Roten Fahne' er- schien, die sozialdemokratische Fiihrerschaft derartig, daB sie es dem .Vorwarts' leicht machte, diesen Einheitsfrontschritt abzulehnen, ohne daB die sozialdemokratischen Arbeiter da- gegen protestierten,

Eine wirkliche Einheitsfront ist heute nur moglich fur be- stimmte konkrete Ziele, bei deren Durchsetzung bewuBt die tiefen Gegensatze zwischen den alten Arbeiterparteien aus-

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geschaltet werden. Das soil nicht etwa heiBen, daB Gegen- satze verkleistert werden; das soil aber bedcuten, daB sie zeitweilig zuriickgestellt werden. Die Geschichte der Arbeiter- bewegung kennt genug solche Beispiele, So standen die Bol- schewiki in RuBland im scharfsten Gegensatz zur Kerenski- regierung, die den Krieg weiter fiihrte, die keinen Schritt tat auf dem Wege zur Sozialisierung der Betriebe, zur Zer- schlagung des GroBgrundbesitzes. Als der Kornilow-Aufstand aber kamt legten sich die Bolschewisten unter Fiihrung Le- nins nicht auf die Taktik fest: Kornilow ist gleich Kerenskit sondern sie haben im Bund mit Kerenski zunachst einmal Kor- nilow geschlagen, und grade durch diesen Kampf haben sie ihre Position auch innerhalb der Arbeiterschaft, die bisher Kerenski fiihrte, auBerordentlich gestarkt

Es sind zwei Punkte, bei denen sich der Einheitsfront- gedanke ganz konkret manifestieren kann. Das ist einmal ein kartellmaBiges Verhaltnis samtlicher antifascistischer Or- ganisationen. Eine rote eiserne Front, die unter anderm dazu bestimmt ist, samtliche Arbeiterversammlungen in der Wahl- zeit ungestort durchzufiihren.

Der zweite konkrete Vorschlag ist, daB die groBen Ar- beiterparteien zwar mit eignen Listen in den Wahlkampf gehen, aber zur Verrechnung der Reststimmen eine gemein- same Reichsliste aufstellen, Bestimmend fur diesen Vorschlag ist nicht etwa der Gedanke, daB man -dadurch Mandate mehr erhalt, sondern bestimmend ist, daB bei alien Gegensatzen zwischen SPD und KPD der Gedanke an den gemeinsamen Feind, an den Fascismus, immer mehr in die Arbeitergehirne eingehammert wird, Im ,Dortmunder General-Anzeiger' hatte ich dariiber in der Sonntagsnummer vom 26. Juni geschrieben. Es hieB dort:

Wir horen schon den Einwand: Gemeinsame Reichsliste, Seve- ring auf der einen und Thalmann auf der andern Seite, das ist un- moglich. Aber wenn eine solche gemeinsame Reichsliste unmoglich sein soil, dann ware in gleicher Weise die Forderung der KPD an die Spitzenfuhrung der SPD und des ADGB nach einer gemein- samen antifascistischen Demonstration unmoglich, bei der dann doch auch Severing oder Wels neben Thalmann an der Spitze marschieren muBte. Dio gemeinsame Reichsliste ist notwendig, und wenn viele kommunistische Arbeiter dagegen Bedenken haben, so soil man ihnen die Frage vorlegen: wenn ihnen gemeldet wird, daB die fascistischen Sturmtruppen den Vorwarts belagern, werden sie dann nicht selbst- verstandlicherweise did Antifa veranlassen, gemeinsam mit den Reichsbannerkameraden, gemeinsam mit dem Schutzbund der SAP den Vorwarts gegen fascistischen Terror zu verteidigen?

Die Sonntagsnummer des ,Dortmunder General-Anzeigers' erscheint im Rheinland Sonnabend Nachmittag. Fast um die- selbe Stunde, als sie dort in die Hand der Leser kam, dran- gen die Nazihorden in das Vorwartsgebaude, ein. Die Antifa erklarte ihre Bereitschaft, den .Vorwarts' gegen die SA mitzu- verteidigen. Wenn das moglich ist, dann muB bei diesem Wahl- kampf auch eine gemeinsame Reichsliste der groBen Arbeiter- parteien moglich sein.

Es ist nicht zu verkennen, daB durch den immer starker werdenden fascistischen Terror betrachtliche Teile der Ar-

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beitcrschaft deprimiert, mutlos, passiv wurden und werden, in dem Glauben: an dem Sieg der Konterrevolution ist nichts mehr zu andern. SPD und KPD in ciner gemeinsamen Front, das wiirde auf Hunderttausende, auf Millionen wie eine Fanfare wirken, das wiirde die Stromungen der Mutlosigkeit, der Pas- sivitat, der Depression unterbrechen, das wiirde den Beginn einer Wende bedeuten.

Die Fiihrerschaften in beiden Parteien wehren sich. Das ist die notwendige Folge ihrer traditionellen Haltung. Der Druck von unten ist da, Objektive Faktoren sind es, die diesen Druck erzeugt haben und immer starker erzeugen, Es gilt, ihn zu verstarken. Die Agitation fur eine gemeinsame Reichsliste der groBen Arbeiterparteien muB begleitet sein von der Agitation fur das Kartell der antifascistischen Or- ganisationen. Die Eiserne Front allein kann den Fascismus nicht schlagen. Die Rote Front ebenso wenig. Die eiserne rote Front muB geschaffen werden.

Der Kaiser gillg . . von Thomas Murner

"Theodor Plivier, der starke Chronist der Matrosenrevolte von 1917, macht einen interessanten Versuch, eine Ge- schichte der deutschen Revolution zu schreiben. Der erste Band liegt von „Der Kaiser ging die Generale blieben." (Malik-Verlag.) Er beginnt mit der Oktoberwende, mit dem Abschied Ludendorrfs, und endet am 9. November mit dem Pakt Ebert-Groener, die Revolution niederzuhalten, in dem das ganze spatere Schicksar der Republik enthalten ist.

Der Verfasser nennt seine Arbeit einen Roman, was keine durchaus zutreffende Bezeichnung ist. GewiB, es fehlt nicht an novellistischen Ziigen, es sind ein paar durchaus wegdenk- bare erfundene Figuren eingefiigt, und es werden auch die historischen Figuren in ihrer verborgenen seelischen Existenz, in Traum und Selbstgesprach, bloBgelegt. Aber Plivier hat nicht nur griindliche Quellenstudien gemacht, er hat auch Mit- spieler von damals eingehend befragt, Gesprache mit Arbei- tern, Matrosen, Soldaten, Offizieren, Parteimannern, Ministern, zweiundneunzig an der Zahl, hat er gefiihrt und verwendet. Nein, es ist kein Roman geworden, denn der Roman ist eine ganz andre und viel strengere Kunstform, wohl aber eine hin- reiBende politisch-historische Reportage, in deren besten Par- tien sich Exaktheit und Intuition gliicklich gefunden haben. So ist das Resultat nicht einheitlich, aber hochst' liebenswert. Und es soil Plivier die Anstandigkeit hoch angerechnet wer- den, mit der er das behandelt, was von den Konflikten der sozialistischen Parteien von Achtzehn heute noch unverjahrt ist und weiterbrennt. Er sagt manchmal Grobheiten, aber er streut kein Salz in die Wunden.

Es gait niemals als besonders fein, an den 9. November zu erinnern; heute ist es lebensgefahrlicher als je. Desto groBer ist Pliviers Verdienst, denn er gibt einer totgeschwiegenen oder besudelten Epoche ihre Ehrenrechte wieder. Bei Michelet und Krapotkin oder andern bedeutendenDarstellern der Fran-

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zosischen Revolution haben wir die heroische Rolie der kleinen Leute aus den Vorstadten kennengelernt, ihr Elan stofit und treibt die Revolution, neben ihnen wird die Gloriole der be- riihmten Tribunen und demagogischen Rhetoren blasser und dunner. Plivier hat diese namenlosen deutschen November- manner, die vergessen und versunken schienen, fur die Ge- schichte gerettet, Es sind in seinem Werke viele Episoden, die nicht leicht in der Erinnerung verwehen wie der in Fieber phantasierende Reichskanzler Max vop Baden, wie die kieler Matrosendemonstration oder Otto Wels in der Alexander- Kaserne die Truppen zura Ubertritt auflordernd. Aber nichts atzt sich dem Gedachtnis so tief ein wie die Gestalten der Revolutionaren Obleute, so hieB dieses Gremium, das ohne schriftliches Mandat aus dem schopferischen Geist des dulden- den und schweigenden Volkes gewachsen zu sein schien. Da- mit kehren auch Namen wieder, die mit der Vorbereitung und Durchfuhrung der Revolution aufs engste verkniipft sind, so wie Laukant oder Richard Muller, der dann spater der ,,Leichen-Muller" wurde und iibrigens eine als Material wich- tige Darstellung dieser Zeit geschrieben hat. Lebendig wird wieder der Maschinist Suit, der die Turbogeneratoren im Kraft- werk Rummelsburg zum Stillstand bringt und damit den gan- zen berliner Osten dunkellegt. Das ist Suit, der spater im Polizeigeiangnis nauf der Fluent" erschossen wurde, ebenso wie Dorrenbach, Unter diesen proletarischen Verschworenen gab es echtes revolutionares Spartanertum und eine Unterdruckung natiirlicher Gefiihle, die in ihrer Wortlosigkeit manchmal antike GroBe annahm. So schildert Plivier, wie Emil Barth, der Biirgerschreck mit der roten Revolutionstolle, der von der Polizei verfolgt wurde und tagelang nicht zu Hause war, am Abend des 5, November in die Nahe seiner Wohnung kommt:

Als cr von der Straflenbahn, abstieg, erblickte er seinen drei- jahrigen Jungen, der auf ihn zulief, gleich danach sah er seine Frau aus der offenen Tiir eines Sarggeschafts herauskommen,

Barth erriet sofort die Zusammenhange,

Als er drei Tage vorher von Hause weggegarigen war, lag sein altester Sohn grippekrank und mit Fieber im, Bett.

Er folgte seiner Frau in den Hausflur.

„Montag Nacht ist er gestorben, um sechs wird er eingesargt, du kommst grade zurecht ..."

Barth blickte auf seine vergramte Frau und den an ihr Kleid geschmiegten Jungen. t)ber ihre Schultern weg sah er ein Kind mit rachitischen Beinen iiber den Hof laufen. „Auch wenn Vater und Mutter, wenn Bruder und Schwester auf dem Totenbett lie- gen . . /\ hatte er vor kurzem in einer seiner pathetischen Ansprachen vor den Obleuten ausgefiihrt.

Er machte sich von, seiner Frau los:

„Nein, es geht nicht ich kann nicht mit nach oben. Geh schnell und bring mir den andern Anzug, den braunen ich muB gleich wieder weg."

Die Republik hat den Menschen dieser Zeit kein Cenotaph gesetzt. Jetzt hat ein Schriftsteller, selber ein oppositioneller Mann und in der Revolutionsara verwurzelt, diese Ehrenpflicht nachgeholt. Wie weit weg liegt das alles, wie prahistorisch wirkt das. Aber auch die Generale werden einmal abreisen. 18

Kiinstliche Defloration von Bemhard stapei

FVe Sexualwissenschaft ist einen seltsamen Weg gegangen. Nachdem sie sich von kirchlicher Bevormundung frei- gemacht hatte, schenkte sie ihre Aufmerksamkeit so aus-' schlieBlich dem Studium der Perversionen, daB fiir ein Studium des normalen Geschlechtslebens keinerlci Interesse iibrig blieb. Erst schr viel spater begriff man, daB sexuelle Hygiene, ohne genaue Kenntnis auch des normalen geschlechtlichen Lebens nicht moglich ist, und allmahlich wandte sich die Wissenschaft auch dem Studium dieser Dinige zu.

Immer noch aber setzen sich auch die fortschrittlichsten Sexualhygieniker iiber die Fragen der Virginitat und Deflora- tion hinweg. DaB hier eine ungeloste hygienische Frage vor- liegt, ist nie bezweifelt worden. Im Gegenteil, die Defloration ist in ihrer Bedeutung fiir die sexuelle Hygiene von Arzten und Wissenschaftlern nie iibersehen oder verkannt worden. Nervenarzte wie Breuer und Freud, Forel, Fiirbringer, Hoche und Stekel haben in zahlreichen Krankengeschichten das ,,Trauma der Brautnacht" als Ursache fiir Erkrankungen er- wahnt. Die Frauenarzte Falk, Neugebauer (in fiinfundsiebzig Fallen), Rahm (in zehn Fallen), Schaffer und andre haben die korperlichen Folgen brutaler Entjung.ferung (also nicht der Ver- gewaltigung!) geschildert. Aber erst der Sozialhygieniker Al- fred Grotjahn hat die psychologischen, hygienisehen und eu- genischen Folgen der Defloration klar iibersehen. Er hat seine Gedanken konsequent zu Ende gedacht: er hat die kiinstliche Deflorierung durch den Arzt, etwa im Jahrei der ersten' Men- struation, verlarugt. Aber er ist mit seiner Forderung allein geblieben und hat weder in der Fachliteratur noch sonstwo ein Echo gefunden (A. .Grotjahn, Soziale Pathologie, 2. AufL Hirschwald, Berlin 1915; ferner in fHygiene der menschlichen Fortpflan&ung', Urban und Schwarzenberg, Berlin 1926 und zu- letzt ausfiihrlich in ,Eine § 218-Kartothek und ihre Lehren, Metzner-Verlag, Berlin 1932).

Die Defloration tragt wie; alle entscheidenden Phaser* der weiblichen GeschJechtsentwicklung (Menstruation, Entbindung, Klimakterium) den Charakter einer blutigen und schmerzhaf- tea Verletzung. Das Hymen ist keineswegs ein hauchzartes Gewebe, sondern es ist ein Organ, d'essen Verletzung im ersten Geschlechtsakt meist nur mit roher Gewalt moglich ist. Or- gasmus ist mit Defloration unvereinbar, so daB das sexuelle Leben der Frau mit einer ^Enttauschung beginnt. Diese Ent- tauschung trifft sie um so mehr, je groBer der Widerstand ge- wesen ist, je mehr Angst und Hemmungen iiberwunden wer- den muBten, je starker die Liebesbereitschaft gewesen ist, die der Defloration vorausging. Schmerz, Enttauschung, Krankung des Selbstgefuhls, die Empfindungen eines besiegten, verletz- tem, vergewaltigten Menschen, die Gefiihle der Rache und Feindschaft gegen den ersten Mann, untermischt mitDankbar- keit, endlich von der Last der Virginitat befreit zu sein, Schaf- fen einen Seelenzustand, der viel haufiger zu Vaginismus, Fri- giditat und lebenslanglicher Hysterie fiihrt, als gemeinhin an- genommen wird.

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Fur den Mann bedeutet die Defloration der Frau nur eine Episode, die eingestandenermaBen in der Regel eine nicht sehr angenehme Erinnerting hinterlaBt. .Fiir die Frau hingegen ist sie ein einmaliges, tiefgehendes und aufwtihlendes Erlebnis, das ihr die Bedeutung des Weibseins' zum BewuBtsein bringt. Es soil nicht verkannt werden, wie weitgehend diese selbst- qualerische Rolle dem Wesen der Frau eigentumlich. ist. Es gibt viele Frauen, die mit ihrer Jungfernschaft einen Kult trei- ben und sie dem Manne in der bisher iib lichen Form zum Opfer zu bringen wunschen:. Grade bei die sen Frauen fiihrt dann der befriedigte Masochismus zu Horigkeit und willen- loser Abhangigkeit. Diese Reaktion ist. die typische der biir- gerlichen Frau. Sie folgt da mit nicht nur dem Wunsche des Mamies sondern erfullt so vielleicht auch den ,,Sinn des Hy- men'*. Denn welches ist die.biologische Funktion des Hymens? Vielleicht ist es wirklich nur die Materialisation der masochi- stischen Rolle, die die Frau nach der Defloration dem Manne gegenuber spielen soil. Der heutige europaische Durchschnitts- mann begreift unbewuBt diese Zusammenhange sehr gut. Im Gegensatz zu den Primitiven und den Menschen der Antike, die den Folgen und Gefahren der Defloration durch Tabu- Vorschriften und Kulthandlungen auswichen, sieht der Euro- paer in der Defloration sein geheiligtes Recht, das ihm allein zusteht und das er als Gegengabe fiir seine lebenslangliche Liebe fordert. Die Defloration ist ihm Besitzergreifung, Unter- werfung, bedeutet ihm Voraussetzung fiir Ehe und Ehrbarkeit. Die Frau reagiert darauf mit den Formen, die ihr Charakter in der iburgerlichen Ehe annimmt: mit Stumpfsinn, Neurose oder dem Gefiihl, ungliicklich und unbefriedigt zu sein. Die kiinstliche Defloration konnte das Frauenleben entbrutalisie- rent sie konnte ein weiterer Schritt zur Gleichberechtigung, zur Reinigung und Befreiung des geschlechtlichen Lebens und damit zur Entnieurotisierung iiiberhaupt sein.

Die Einwande, die gegen diese Art von Defloration er- hoben werden konnen, liegen zum groBten Teil auf Gebieten, die keine Diskussionsbasis bilden. Die Jungfrau gilt nun ein- mal als Begriff der Reinheit, obwohl nicht einzusehen ist, wes- halb sie reiner sein soil als ein andres Madchen oder weshalb eine deflorierte Jungfrau nicht auch rein ibleiben kann. Kon- fessionelle und politische Argumente (,,Judischer Geist er- strebt Beschneidung deutscher Madchen") seien rechts liegen gelassen. „Entzauberung und Rationalisierung der Erotik"? Neht, sondem Zerstorung eines falschen Nimbus.

Ein Madchen, das vor der Defloration Angst hat, furchtet nicht nur den korperlichen Vorgang sondern nahrt ihren Wi- derstand aus vielen Quellen. Die kiinstliche Defloration macht nicht alle Neurosen unmoglich aber eine Kultur, in der es mdglich ist, iiber kiinstliche Defloration zu sprechen und sie auszufiihren, ist auf dem Wege einer freiheitlichen Ent wick- lung; und im gut en Sinne so „enthemmt", daB auch viele andre neurosenverursachende Momente von vornherein in WegfalL kommen. Es sei auf den Kranz-ProzeB verwiesen und auf die Rolle, die die Virginitat in diesem Milieu spielte.

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AuBer den psychologischen gibt es noch hygienische und eugenische Griinde, die Grotjahn veranlaBten, fiir die kiinst- liche Defloration der heran'reifenden Madchen einzutreten, Ein Vorfall, wie er sich in einer westdeutschen GroBstadt ereig- nete, diene zur Veranschaulichung; Es erschien eine vierzehn- kopfige Klasse von schulentiassenen Lyceumsschiilerinnen ge- schlossen in der Sprecbstunde eines Arztes, urn sich, zu "eier ihrer Schulentlassung Scheidenocclusiv-Pessare emr-' zu las- sen, Nur zwei von den vierzehn Madchen erwiesen sich als bereits defloriert. Allen andern konnte also nicht geholfen werden, weil ein intaktes Hymen das Einsetzen eines Pessars unmoglich macht. Da eine Defloration andrerseits memals im Koitus condomatus ausgefiihrt werden kann, werden die jungen Madchen, wenn sie nicht einfach entsagen wollen, die Gefahr der Ansteckung und Schwangerung auf sich nehmen miissen, die erwiesenermafien grade im ersten Geschlechtsverkehr un- verhaltnismaBig groB ist Nichtausfiihrung der kiinstlichen De- floration verhindert eine planmaBige sexuelle Hygiene, ver- hindert die Bekampfung der Ansteckung, die grade fiir die Frau jahrelanges Siechtum bedeutet, verhindert zweckmaBigen Schutz vor unehelicher Schwangerschaft, treibt die Frauen zum Abort mit alien seinen moglichen Folgen, zwingt zu unvoll- kommenen und schadlichen Vorbeugungsmitteln, schafft psy- chische und physische Qualen. Die kiinstliche Defloration wiirde alle diese Gefahren beheben und ware in den Handen des Arztes ein kleiner und harmloser Eingriff.

Der letzte Grund, der Grotjahn zur Forderung der artifi- ziellen Deflorierung veranlafit hat, fiihrt iiiber den Rahmen der individuellen Hygiene hinaus in das Gebiet der sozialen Hy- giene und der Eugenik. Die Geschlechtskrankheiten sind durch ihre Haufigkeit rund eine Million behandlungsbedurf- tiger Falle jahrlich in Deutschland und durch ihren EinfluB auf Qualitat und Quantitat der Nachkommenschaft zu einer schweren Gefahr fiir die Volksgesundheit geworden. Trotz- dem ist eine verniinftige Bekampfung moglich und aussichts- reich, und zwar durch planvollen und der Allgemeinheit zu- ganglichen Infektionsschutz, der mit der; Defloration beginnen muB.

SdinipSel von Peter Panter

lWfan soil nichts tun, was einem nicht gemaB ist. 1V* *

Von dem ausgestreckten Zeigefinger des Kindes: „Ein Onkell" bis: „Guck mal den da wahrscheinlich ein siiddeutscher Burschen- schafter!" ist es ein langer Weg in der Menschenbeobachtung. Nur haben die Babys meist mehr Instinkt als di« Erwachsenen,

*

Ein Film . . . Was kann das schon sein, wenn es die Zensur er-

laubt hat!

*

Schlange vor dem Schalter, Alles geht, wenn auch langsam, so doch regelmaBig; du ruckst voran. Bis der Mann vor dir heran-

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kommt, Der Mann vor dir macht stets ungeahnte Schwierigkeiten, cr will Herrn Eisenbahn personlich sprechen und braucht fiir sich allein so vicl Zeit wie alle andern Vormanner zusammen, So ist das Leben.

Die meisten Hotels verkaufen etwas, was sie gar nicht haben: Ruhe;

Dieser Schriftsteller schreibt einen laufigen StiL

Was herauskommt, wenn ein Kunstvermittler sagt: „Ich hab mir gedacht , , .", ist meist der Erfolg vom vergangenen Jahr, nur etwas plumper,

Wenn du liest: „Dem Dichter Potschappel ist der groBe Bananen- Preis zuerkannt worden", so frage stets: Wer hat ihm den Preis ge- geben? Das allein macht namlich erst seinen Wert aus.

Es ist ein Charakteristikum des Maschinenzeitalters, dafi die meisten Menschen glauben, etwas Gutes geleistet zu haben, wenn sie etwas geleistet haben. Sind die Regeln erfullt, so sind alle befriedigt. Der Arzt hat operiert; der Richter hat terminmafiig ein Urteil gefallt; der Beamte hat das Gesuch gepriift sie haben das ReglementmaBige getan. Was dabei herauskommt, ist ihnen vollig gleichgtiltig. nDas ist nicht mehr meine Sache ..." Da keiner die Gesamtwirkung der kl einen Teilarbeiten iibersieht und sie auch gar nicht iibersehn will, so bleibt die Gesamtwirkung nur auf einem haften: auf dem Erleidenden, Die andern haben ihre Pflicht getan.

Das schauerlichste Wort, das uns der marxistische Slang beschert hat, ist das Wort von der „richtigen" Politik. Sie wissen es ganz genau.

*

Den Menschen aus der Seele zu schreiben : das konnte eine Aufgabe sein.

Aber daB wir den Kunstkaufleuten aus der Seele schreiben : das kann Gott nicht gewollt haben.

Da haben sie uns beigebracht, was ein Werkauftrag ist und was ein Kauf ist und ein Kauf auf Abzahlung ... Es' hat sich ein neues Geschaft herausgebildet.

Die Auftrage, die heute oft herausgehen und bei denen der Be- stellende zunachst gar nicht daran denkt zu bezahlen, sind: Zwangs- beteiligungen an Unternehmen, die der.Zwangsbeteiligte nicht kontrol- lieren kann. Gehts gut, kann er vielleicht etwas Geld bekommen gehts schief, ist er der Lackierte, Oberschrift: die Usance.

it

Und gehts gut, so ist der Kapitalist ein tuchtiger Kerl, auch zeigt dies, daB die Wirtschaft nicht auf private Initiative verzichten kann.

Gehts aber schief, so ist das ein elementares Ereignis, fiir das natiirlich nicht der NutznieBer der guten Zeiten, sondern die All- gemeinheit zu haften hat.

Wirf den Bankier, wie du willst: er fallt immer auf dein Geld.

*

Wenn ein Autofahrer einen umgefahren hat und er ergrelft dann die Flucht, etwa ein blutendes Kind auf der LandstraBe hinter sich lassend : das nennt die Rechtsprechung Fiihrerflucht. Manche er- klaren solch ein gemeines Verhalten mit einem plotzlich einsetzenden

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Chock. Man sollte Fiihrerflucht stets mit Zuchthaus bestrafen. Ver- antwortung muB sein ein Autof ahrer ist doch kein Generaldirektor!

* Vom Nationalstolz. Einem Norweger wurde in ^Copenhagen der dicke, runde Turm gezeigt, in dessen Innern man auf eincr spiral- formigen Rampe mit Pferd und Wagen hinauffahren kann. „Habt ihr so etwas auch in Norwegen?" wurde er gefragt. „NeinM, sagte der Mann aus Oslo beleidigt. ,,Aber wenn wir so einen Turm hatten, dann ware er hoher und runder!"

DeutSCheS Theater 1932 von Herbert Ihering

r\er deutsche Biihnenverein hielt in diesen Tagen seine Generalversammlung ab. Eine auBerordentliche General- versammlung, die schleunigst einberufen worden war, um sich zu den kiinstlerischen Grundlagen des Theaters zu bekennen, die durch den BeschluB des preuBischen Landtags erschiittert sind? Nein, die regulare Generalversammlung. Aber der Biihnenverein benutzte gewiB das giinstige Zusammentreffen, um diese Antrage in den Mittelpunkt der Verhandlungen zu stellen und eine sorgfaltige, nach alien Seiten abgedichtete Aktion einzuleiten? Nein, der Biihnenverein orakelte liber Tariff ragen. Das Thema wurde an den Verwaltungsrat ab- geschoben,

Deutsches Theater 1932: Auslander, darunter auch Oester- reicher, und Juden sollen nicht mehr engagiert werden, Josef Kainz und Girardi wiirden heute davongejagt, pazifistische und destruktive Stiicke sind aus den Spielplanen zu entfernen (destruktiv waren ()Die Rauber" und ,,Kabale und Liebe", „Wozzek" und f,Judith", MDie Stiitzen der Gesellschaft" und „Die Weber") aber der Biihnenverein knobelt mit der Biih- nengenossenschaft tiber die „NebenbeschaftigungM der Schau- spieler. Provinzbuhnen werden die Subyentionen entzogen, die stadtischen Regiefcheater sind gefahrdet, Biihnen ver- krachen, die berliner Direktionen brechen zusammen, Gagen werden oft nur gestottert, oft iiberhaupt nicht gezahlt, aber der Biihnenverein will den „Schauspielern die einzigen noch halb- wegs sichern Erwerbsmoglichkeiten verkiirzen: die Neben- beschaftigung im Rundfunk und Tonfilm, Deutsches Theater 1932: Theaterskandale werden provoziert, wertvollen Kiinstlern wird die Existenz abgeschnitten, aber die beiden groBen Organi- sationen, die das Theater reprasentieren, der deutsche Biih- nenverein und die deutsche Buhnengenossenschaft, konnen sich nicht zu einer Aktion zusammenschlieBen. Man faselt vom Kulturtheater, aber man versteht darunter nur die Erhaltung der Betriebsformen, also der stadtischen und staatlichen Regie- theater, An eine Kritik dieser Betriebsformen wird nicht ge- dacht Den wahren Feind sieht man nicht, und wenn man ihn sieht, wagt man ihn nicht zu nennen. Ministerialrate debattie- ren. Ministerialrate schustern Paragraphen, Inzwischen wird das, was durch diese Paragraphen gehtitet werden soil: das Theater selbst, in Stiicke geschlagen.

Das groBe Schweigen. Die panische Angst. Das lahmende Entsetzen, Man sieht etwas nahen, aber man ruft es nicht an. Die alien Methoden sind abgenutzt. Proteste sind stumpf ge-

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worden. Taktischc Matzchen haben keinen Sinn. Warum hat niemand den Mut, ruckhaltlos auszusprechen, ,,was ist", und damit eine neuc Situation, cine neue Tatsache zu schaffen? Warum hat niemand die innere Freiheit nach alien Seiten, um zu sagen: ,,Jawohl, es sind oft minderwertige auslandische Stiicke eher gespielt worden als riskante deutsche, Aber das geschah doch grade aus Angst vor denen, die jetzt die deutschen Stiicke verlangen. Grade sie verhohnten und traten nieder alles, was irgendwie nach einem modernen deutschen Drama aussah. So haben sie selbst das Theater von der deutschen Produktion abgeschnitten, Jawohl. es hat oft im Theater und Film eine iibertriebene Auslanderei geherrscht, Aber doch nurf weil man immer wieder die alten Routiniers bevorzugte und vom deutschen Nachwuchs nichts wissen wollte, aus Furcht, er konnte zu radikal sein. Und jetzt kommen dieselben Leute, die das deutsche Theater zerstort haben, und stellen „Pro- skriptionslisten" auf. Wir weigern uns, Theater nach schwar- zen Listen zu fuhren."

Konnen die deutschen Intendanten so nicht sprechen, weil sie von der Mehrheitszusammensetzung ihrer Parlamente ab- hangig sind? Nur sie konnen so sprechen. Nur ihr Zusam- nienschluB schafft eine Macht. Nur ihr Mut sichert ihnen wie- der Autoritat. Warum ruft Tietjen nicht sofort alle Inten- danten zusammen? Warum schweigt er? Es gibt nur zwei Entscheidungen. Die deutschen Theaterfuhrer sagen offen, was sie unter deutschem Theater verstehn und durchzusetzen ge- denken, oder sie geben die Unmoglichkeit zu, heute noch Staats- und Stadttheater zu fiihren, Dann wiirde die schon durchlocherte Betriebsform der gemeinniitzigen Biihnen ihr endgiiltiges, aber notwendiges Ende erreicht haben,

Deutsches Theater. 1932: Noch nicht einmal diese Entschei- dung, noch nicht einmal diese Klarheit wird herbeigefiihrt. Man schweigt. Man wartet ab. Man verliert die Initiative. Das Handeln iiberlafit man den andern. Ministerialrate la- vieren. Bureaukraten verhandeln. Gespenstersonate.

Ein HSrSpiel von Rudolf Arnheim

Cinnloser noch als bei Theater und Film ist beim Horspiel, das ja nur einmal gesendet wird, die ubliche Art der Kri- tik, die sich begniigt festzustellen, dafi Madame X trotz kindhaften Charmes sich nicht ganz der Rolle einzuver- leiben vermochte und daB der Regisseur Y mit feinsinniger Hand den Intentionen des Dichters gefolgt sei. Um so not- wendiger ftir den Rundiunk aber und leider noch fast nir- gendwo geiibt ist eine kritische Beobachtung, die die einzelne Sendung weniger als isoliert zu bewertendel Leistung sondern als einen kleinen Baustein in der Entwicklung zur Funk-Form hin sieht. GroBe Kunstwerke soil man hier noch nicht erwar- ten, denn die konnen, wie wir vom Film her wissen, erst ent- stehen, wenn eine gewisse Handwerkstradition, eine Formen- grammatik geschaffen ist. Die gibt es beim Rundfunk erst in Ansatzen. Um so spannender ist es, diese Zeit der Entdeckun- gen, des Tastens und Versuchens wachsam zu verfolgen.

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Die eigentliche Experimentierarbeit wird nicht so auf dem Gebict des offiziellen MHorspiels" geleistet, das noch allzusehr Thcatcrstiick mit ctwas Windmaschine im Hintergrund ist. Die Avantgarde betatigt sich, wie auch beim Film, in lockeren, von keiner durchgehenden Dramenhandlung gef esselten Formen, etwa in den sogenannten literarischen Querschnitten, Diese Versuche, Literaturwerke als Montagematerial fur einstiindige Funkspiele zu verwenden, sind als Mittel literarischer Er- ziehung nicht ungefahrlich, Auch ist die Moglichkeit zu freier Erfindung und Gestaltung stark beengt, ahnlich wie wenn man einen Film nicht aus selbstgedrehtem sondern bereits fertig vorliegendem Material zusammenschneiden soil. Andrer- seits verlangt der literarische Querschnitt ganz besondre Be- weglichkeit und Wandelbarkeit der Form: dauernden Szenen- wechsel, Ineinander von Rezitation und Biihnenhandlung, von leibhaftigem Schauplatz und abstrakter Diskussion, von irdi- schen Figuren und bloBen ,,Stimmen". Er liefert also die reinsten .Eeispiele fiir die Eigenarten des Funkmaterials. Des- halb sef'hier die „Verhexte Stunde", eine nakustische Mon- tage" von Ernst Bringolf, besprochen; nicht weil es sich um ein heraushebenswertes Spitzenwerk handelt sondern als ziem- lich beliebig gewahltes Beispiel fiir eine werdende, von den meisten Menschen ignorierte Kunst.

Bringolf verflicht drei Schauergeschichten, Meyrinks ,,Vio- letten Tod" und nHeiBen Soldaten" und Maupassants „Horla" zu einem Zopf. Wie drei durcheinander geratene Fortsetzungs- romane ein Verfahren, das den Horer je nach Tempera- ment gespannt oder rasend machen wird, zum mindesten aber neu und sehr amiisant ist. Die Moglichkeit zu blitzartigem Szenenwechsel teilt der Rundfunk einerseits mit dem Film, andrerseits mit der Literatur. Keinerlei Umbau ist notig, der Sprecher kann vorm Mikrophon stehen bleiben und behaup- ten, er sei jetzt in Chicago, im nachsten Augenblick in Paris. Nur besteht die Schwierigkeit darinf dies den Horer glauben und verstehen zu machen. Beim Film setzt auch der plotz- lichste Wechsel des optischen Schauplatzes den Zuschauer sofort ins Bild, im Roman laBt sich mit vier, fiinf Wor- ten viel Orientierungsarbeit leisten. Der Rundfunk aber als ein Klingen sparlicher, zunachst anonymer Stimmen und Ge- rausche vor einem blindschwarzen Hintergrund muB dem Ho- rer erst klar machen, daB iiberhaupt ein Schauplatzwechsel vollzogen sein soil. Daher ist eine geschickte Oberblendungs- technik notwendig. Bringolf bedient sich da, wie iiblich, der Musik; genauer gesagt: musikalischer Gerausche einer Zwischenform, die fiir den Rundfunk sehr charakteristisch ist. Die Naturgerausche werden stilisiert, indem sie auf Instru- menten nachgeahmt werden: das Saxophon lacht, die Posaune stohnt, Triangel und Geige klingeln. Dadurch wird der Hor- schauplatz ganz im Sinne der parodistisch-spielerischen Spuk- geschichten entwirklicht. Die Gerausche sind einerseits kon- kret schauplatzbezeichnend, andrerseits nur symbolisch- abstrakte Begleitmusik, so daB sie beispielsweise, wie die Praxis zeigt, ohne weiteres in einen Praetereritumsbericht ein- gefiigt werden konnen, ohne daB ein Stilbruch, ein Widerspruch

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in der Vorstellung, entsteht. Klangsymbolisch wie in den Micky-Maus-Filmen wird die Gerauschmusik etwa in der fol- genden sehr lustigen Szene verwendet:

Weibliche Stimme: Patient machte vor zehn Jahren einen Typhus durch, (Musikalischer Schnorkel,) Vor zwolf ' Jahren eine leichte Diphtheritis. (Musikalischer Schnorkel,) Vater an Schadelbruch ge- storben, (Pauke leise: bumm!) Mutter an Gehirnerschutterung. (Et- was starker: Bumm!) Grofivater an Schadelbruch. (Bumm!) GroB- mutter an Gehirnerschutterung. (Bumm ! ) Der Patient und seine Familie stammen namlich aus Bohmen, (Saxophon: Huahuahuahuahua!) Behind Temperatur ausgenommen normal. (Saxophon lacht.)

Nun ein Beispiel fur die Oberblendungstechnik: Stimme: . . . ich will dir mitteilen, was ich von dem Tibetaner erfahren habe: etwa zwanzig Tagereisen von hier befindet sich, am Himavat, ein ganz seltsames Stuck Erde, Es soil dort ein Tal geben, dessen einziger Zugang durch giftige Gase abgesperrt ist, Gase, die ununterbrochen aus der Erde dringen und jedes Lebewesen, das pas- sieren will, augenblicklich toten. In der Schlucht selbst soil ein kleiner Volksstamm leben, mitten unter iippigster Vegetation, der rote spitze Miitzen tragt und ein bosartiges satanisches Wesen in Gestalt eines Pfaues anbetet, (Glucksende, gurgelnde Gerausche.) Lache nicht, Jaburek! Sondern hore: dieses teuflische Wesen also soil die Bewohner im Laufe der Jahrhunderte die schwarze Magie gelehrt und ihnen Geheimnisse geoffenbart haben, die einst den gan- zen Erdball umgestalten werden , . , Das hat ihnen angeblich auch eine Art Melodie beigebracht, die den starksten Mann augenblicklich vernichten kann. (Amalan-Motiv, iibergehend in exotische Musik, die anhalt.) Ich gedenke nun, mit Hilfe von Taucherhelmen und Taucherglocken die giftigen Stellen zu passieren, um ins Innere der geheimnisvollen Schlucht einzudringen. Wenn du mich begleiten willst, so komm! (Musik naher und starker, halt etwas an,) Ah - der Tibetaner hat nicht gelogen: sieh da unten liegt das seltsame Tal!

Dieser Bericht, zugleich ein Beispiel fur die charakteristi- schen Monologformen des Rundf unks, springt also iiber eine Zeit- und Raumspanne von zwanzig Tagereisen. Die exotische Mu- sik, nicht so sehr aus einem wirklichen Theater-Tibet schal- lend als yielmehr bloBe abstrakte Begleitung zum Novellen- text, macht dennoch durch ihr plotzliches Anschwellen und Sich-Annahern die Verschiebung des Schauplatzes, ahnlich wie bei der fahrenden Filmkamera, hinreichend deuilich. Das gerauschbegleitete Erzahlen, eine Mittelform zwischen re- portagehaftem Bericht eines ,,Augenzeugen" und einem rezi- tierten Stuck Literatur, gibt eine gute Probe des reizvoll Schwebenden, Unbestimmten, das so sehr zur Eigenart des Rundfunks gehort und das man bewuBt hervorheben soil, statt dem blinden Horer mit Gewalt eine solid gezimmerte Erden- welt vors Ohr zaubern zu wollen.

Das Amalan-Geschrei, ebenso wie der Horla-Ruf, wird durch Instrumente imitiert. Hinzukommt das Trompetensignal des heiBen Soldaten. So hat jede Geschichte ihr akustisches Leitmotiv, das einerseits die Zugehorigkeit jeder Szene signal- maBig bezeichnen hilft und also das Verstandnis erleichtert, an- drerseits den Sprechtext zu einem farbigen Klanggebilde er- weitert.

SchlieBlich sei als ein Beispiel fur die Auflosung der Prosaerzahlung in ein Stimmen- und Gerauschgebilde der An-

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fang des Horspiels wiedergegeben. Die Stimmen sind nur als mannliche oder weibliche und durch ihren Gefiihlston charak- terisiert, sonst ganzlich abstrakt. Das Tacken des Telegra- phen untermalt nur. Das Durcheinander der Rundfunknach- richten dann hat konkrctercn Charakter und wirkt trotzdcm nicht als Stilbruch gegenuber der Einleitungsszene: das Rund- funkmaterial ist ebcn wundervoll biegsam. Dies Ineinander- schwimmen von Hilferufen aus alien Kontinenten, anschauliche Gestaltung eines Welt-Schicksals, ware liiemals auf dem The- ater und kaum im Film moglich. Bei der berliner Sendung (Regie: Edlef Koeppen) wurde, um es zu erzielen, mit Schall- platten gearbeitet,

(Als Auftakt eine Art „Ouvertiire", in der die einzelnen Haupt- motive des ganzen Ablaufs vorhanden sind. Ubergehend in eine leise, flimmernde, exotische Musik, aus der Tacken und Tuten von Telegraphenapparaten hervordringt. Dieses ununterbrochen iiber die ganze Szene, wie es gebraucht wird.)

Stimme (erregt): Die Jndian Gazette', die die Veroffentlichung des Falles „Sir Roger Thornton" brachte, erschien heute um voile drei Stunden spater als sonst . . ,

Stimme: Ja. Ein seltsamer und schreckenerregender Zwi- schenfall tragt Schuld an der Verzogerung: Mr, Birandranath, der Redakteur des Blattes, und zwei Unterbeamte sind aus dem Arbeits- zimmer spurlos verschwunden, (Tacken.)

Siimme: Ja, Drei blauliche, gallertartige Zylinder standen an ihrer Stelle auf dem Boden und mitten zwischen ihnen lag das frischgedruckte Zeitungsblatt. Aufierdem (starkes Tacken)

Stimme: Aufierdem verschwanden zu Dutzenden die zeitungs- lesenden und gestikulierenden Menschen vor den Augen der entsetz- ten Menge, die aufgeregt die Strafien durchzieht. Zahllose vio- lette Pyramiden stehen umher , . . wohin das Auge blickt , , ,

Stimme: . . . und: am Abend ist Bombay halb entvolkert , . .! (Das vielfache Tacken der Telegraphen wird stark, Musik geht leise zischelnd mit. Die folgenden Stimmen kommen von verschie- denen Mikrophonen, erst eine nach der andern, allmahlich durch- einander fliefiend.)

Stimmen: Hier Bombay! . . . hallo! . , . hier Bombay! . . . Sir Roger Thornton! Es ist ratselhaft; Der violette Tod . , . Hallo!,.,

Hallohallo! . . , Der violette Tod...! Die Indian Gazette tot!...

Alloallo! ... alloallo! Radio. Budapest! ... Ratselhafter Fall Thornton! ... Tod! Achtung! Achtung! Berlin! ... Achtung Berlin! . , . was ist mit Thornton . . .? alio!:' . . , Radio Paris! . . . Der violette Tod! . . . alio . . . alio!

Halloooo! , . . Radio Moskau! . . . Halloooo! , , , (Musik zum nachsten:) Sir Thornton! Der violette Tod in Bombay.,. Furchtbare Katastrophe ...

Hallo . . . Radio Rom , . , ' Eine neue Sintflut . . . Hallo . , . Sir Thornton . . .! Hallo! . , . hallohallo I hallohallo! hallo! . . . hallohallo! ,.. hallo! (Musik wachst allmahlich zum chaotischen Furioso, verliert sich auf dem Hohepunkt in einem klagenden Winseln. Tiefe Stillel) Stimme (zaghaft einsetzend) : Aus alien Landern verkiinden Schreckensbotschaften, dafi der violette Tod fast uberall gleichzeitig ausgebrochen ist und die Erde zu entvolkern droht, Alles hat den Kopf verloren und die zivilisierte Welt gleicht einem Ameisenhaufen. . . . (Das Tacken und die Hallo*Rufe noch einmal leise, wie unter- druckte Hilfeschreie.)

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DaS HerZ im Spiegel von Erich KSstner

F^er Arzt noticrte eine Zahl.

Er war em griindlicher Mann, Dann sprach er streng: MIch durchleuchte Sic mal" und schleppte mich nebenan,

Hier wurde ich zwischen kaltem Metall zum Foltcrn aufgestellt. Der Raum war finster wie cin Stall und auBerhalb der Welt.

Dann knisterte das Rontgenlicht. Der Leuchtschirm wurde hell. Und der Doktor sah mit ernstem Gesicht mir quer durchs RippenfelL

Der Leuchtschirnn war seine Staffelei. Ich stand vor Ergriffenheit straram. Er zeichnete eifrig und sagtef das sei mein Orthodiagramm.

Dann brachte er ganz feierlich

einen Spiegel und zeigte mir den

und sprach: „In dem Spiegel konnen Sie sich

Ihr Wurzelwerk ansehn."

Ich sahf wobei er mir alles beschrieb, meine Anatomie bei Gebrauch. Ich sah mein Zwerchfell im Betrieb und die atmenden Rippen auch.

Und zwischen den Rippen schlug sonderbar ein schattenhaftes Gewachs, Das war mein Herz! Es glich aufs Haar einem zuckenden Tintenklecks.

Ich muB gestehn, ich war verstort. Ich stand zu Stein erstarrt. Das war mein Herz, das dir gehort, geliebte Hildegard?

LaB uns vergessen, was geschah, und mich ins Kloster gehn, Wer nie sein Herz im Spiegel sah, der kann das nicht verstehn.

Kind, das Verniinftigste wird sein, daB du mich rasch vergiBt, Weil so ein Herz wie meines kein Geschenkartikel ist. 28

Bankensanierung II von Bernard citron

M ach Angaben, die der friihere Reichsfinanzminister Dietrich 1N im HaushaltsausschuB des Reichstages gemacht hatf betrug der Gesamtaufwand fur die Bankensanierung elfhundert Mil- lionen Mark, zu dem noch vierhundert Millionen Mark Reichs- garantie fiir die Auslandsschulden der Danatbank traten. Die Reichsverluste bezifferte Dietrich mit dreihundertdreiBig Mil- lionen Mark, die aus der Zusammenlegung der Dresdner-Bank- Aktien und der Hergabe von Schatzanweisungen resultieren. Ferner meinte er, dafi das Reich durch Burgschaften in Hohe von fiinfzehn Millionen Mark in Anspruch genommen werden konnte. Wenige Monate spater hat sich bereits gezeigt, daB diese Verlustschatzung viel zu niedrig gegriffen ist. Erstens konnen auch jene Ankurbelungskredite kaum jemals zuriick- gezahlt werden, zweitens hat das Reich, das Aktien der GroBbanken in Hohe von einhundertsiebzig Millionen uber- nahm, effektive Kursverluste zu verzeichnen, Der Kurs der Dresdner-Bank-Akiien belauft sich nach erfolgter Zusammen- legung auf sechzig Prozent, der der Commerzbank-Aktien auf dreiundfiinfzig Prozent. Man kann in diesem Falle auch nicht sagen, daB bei einer dauernden Beteiligung des Reiches der Marktpreis keinen objektiven Wertmesser darstellt. Das Reich hat namlich erklart, daB es sich von seinem Besitz, wenn irgend moglich, spater wieder trennen will, was naturgemafi auf der Basis des Borsenkurses geschehen muB. AuBerdem zeigt der Kurs deutlich an, daB nach Ansicht der am Wert- papiergeschaft interessierten Bankkreise die Aktien auch nach der Sanierung nur eincn Wert von sechzig und dreiundfunfzig Prozent reprasentieren. Diese Kreise diirften sich in ihren Schatzungen kaum derartig tauschen, daB diese Kurse als zu pessimistisch angesehen werden konnten.

Den wesentlichen Bestandteil der Bankensanierung bil- dete aber die Abschreibung auf Debitorenkonten. Bekanntlich haben einige Institute besonders die Darmstadter und Na- tionalbank Kredite an die Industrie in viel zu groBzugiger Weise gewahrt. Darunter befanden sich solche Schuldner, die wie die Norddeutsche Wollkammerei in der Zwischenzeit ganzlich zahlungsunfahig geworden sind, aber auch andre, deren Betriebe weitergefiihrt werden und die dennoch nicht in der Lage sind, ihre Konten abzudecken* Auch solche Gesell- schaften und fiihrende Personlichkeiten der deutschen Wirt- schaft, die heute noch in der Industrie eine Rolle spielen, ver- mogen nicht, ihren Verpf lichtungen restlos nachzukommen. In zwei bekannten Fallen Hapag-Lloyd-Union und Flick- Konzern hat das Reich selbst die Schuldner gestiitzt. Die Hilfe ist also nicht den Banken direkt sondern mittelbar auf die Weise gewahrt worden, daB sich die Debitoren gebessert haben. Hiermit soil durchaus nicht gesagt werden, daB ein Verlust, der aus der Illiquiditat der beiden genannten Schuld- ner entstanden ware, die betroffenen Banken ruiniert hatte. Ein groBer Teil der stillen Reserven ware aber zweifellos auf- gebraucht worden, und noch einige derartige Falle wiirden ge-

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ntigen, um neue Schwierigkeiten auch bei den Bankcn herbei- zufiihren.

Von einer Reihe von Schuldncrn, die sich eines guten Rufes erfreuen und dennoch nicht zahlen konnen, haben die Banken Aktien iibernommen, die zum Teil als Deckungsunter- lage fiir die Bankkredite gedient hatten, zum Teil aber auch zur Vermeidung von akuten Schwierigkeiten bei diesen Schuld- nerfirmen den Banken zur Verfiigung gestellt worden sind. Eine borsenmaBige Verwertung solcher Aktien ist heute und in ab- sehbarer Zeit weder im In- noch im Auslande denkbar. Um aber die Liquiditat der Banken zu erhalten, will man jetzt dazu tibergehen, diese Wertpapiere in ein gemeinsames Unterneh- men einzubringen, das den Instituten die Moglichkeit gibt, sich durch ihre Beteiligung zu finanzieren. Die zu andern Zwecken gegriindete Bank fiir Industriewerte wird ihr Kapital auf fiinf- zig Millionen Mark erhohen und Aktien bis zum Hochstbetrage von zweihundertfiinfzig Millionen Mark aus den Bestanden der Banken ubernehmen. GewiB gewahrt diese Griindung einige technische Vorteile. So konnen die Banken ihre AuBenstande und Beteiligungen besser kontrollieren, wenn ein Oberblick iiber die Gesamtengagements moglich ist. Ferner besteht die Aussicht, durch das Zusammentragen groBerer Aktienposten geschlossene Pakete im Portef euille der Bank fiir Industriewerte zu schaff en, die einen starkern EinfluB auf die Gesellschaften ausiiben als die Einzelbestande der Institute, SchlieBlich aber verfolgt die neue Bank fiir Industriewerte, die neben den GroBbanken auch die groBern Privatbankfirmen umfassen soil, den Zweck, eingefrorene Debitoren in liquide Mittel zu verwan- deln. Dies ist aber nur dann moglich, wenn die Bank fiir In- dustriewerte in der Lage ist, entsprechend den Beteiligungen der einzelnen Institute Kredite zu gewahren, Diese Kredit- gewahrung auf Grund der eingebrachten Aktien kann nicht aus der Luft geschopft werden sondern wird selbstverstandlich mit Hilfe des Reiches oder der Reichsbank geschehen. Man sieht also, dafi die Banken auch heute noch nicht in der Lage sind, ohne staatliche Eingriffe ihren Betrieb zu fiihren. Selbst wenn man unterstellen wollte, daB die wirklich faulen Debitoren be- reits restlos abgeschrieben und neue Verluste nicht zu erwar- ten sind, so fehlt es doch an fliissigen Mitteln, die jene neu- erworbenen Beteiligungen auf natiirlichem Wege nicht her- geben. Man hat geglaubt, daB die Banken nach der Sanierung in einem aufs Neue hergerichteten und gut fundamentierten Hause leben, und dennoch muB jetzt ein weiterer Stein in das Gebaude der deutschen Finanzinstitute eingefugt werden. Hoffentlich ist es der SchluBstein,

Zu dieser Reaktion von Ludwig Borne

Wenn, wie es in Deutschland oft geschieht, Gesetze in der Sprache von Bef ehlen abgefafit werden, gewohnt man die Burger daran, Gesetze als bloBe Befehle anzusehen, denen man folgt, nicht weil man sie ehrt, sondern sie furchtet,

*

Sie wollen keine Prefifreiheit, weil sie glauben, der Wind drehe sich nach der Wetterfahne. 30

Wochenschau des Ruckschritts

In Berlin wurde infolge der letzten Notverordnung der Papen- Regierung 180 000 Berlinern die Invaliden-, Witwen- oder Waisenrente gekiirzt,

Der sechsundvierzigste Aidelstag in Miinster hat dem Kabinett Papen in einer EntschlieBung seinen Beifall bezeugt.

Die Bilanz der ersten Wocbe nach der Aufhebung des SA-Ver- botes zahlt 12 Tote und 38 Schwerverletzte.

Die nationalsozialistische Regierung Anhalts hat zur Vorberei- tung des Arbeitsdienstes Freiwillige im Alter von neunzehn bis zwei- unddreiBig Jahren angefordert, „Militarische und technische Vor- kenntnisse sind erwunscht/'

Hakenkreuzler uberfielen den wiener Golfklub im lainzer Tier- garten. Unter andern dort golfspielenden auslandischen Diplomaten wurde auch der italienische Militarattache miBhandelt.

Zwei Nationalsozialistent die den Chefredakteur der wiener ,Sonn- und Montagszeitung* wegen der Behauptung, der Vater Hitlers habe ursprunglich Schiicklgruber geheiBen, mit der Hundepeitsche an- gegriffen hatten, wurden zu 20 Schilling Geldstrafe verurteilt Ein dritter Nationalsozialist wurde freigesprochen.

Die verantwortlichen Redakteure der .Berliner Volkszeitung', der .Leipziger Volkszeitung', der ,Breslauer Volkswacht fur Schlesien und der ,Berliner 12 Uhr MittagszeitungV wurden zu je drei Monaten Gef angnis - verurteilt wegen ihrer Behauptungen liber die Tatigkeit des nationalsozialistischen Abgeordneten Rosenberg wahrend des Krieges in Paris . Die betreffenden Blatter hatten im wesentlichen nur die An- gaben einer pariser Zeitschrift wiedergegeben.

An einer voni ArbeitsausschuB Deutscher Verbande abgehaltenen Versailles-Kundgebung, in der Professor Draeger gegen die sogenannte Kriegsschuldluge sprach, nahm der Reichsinnenminister* Freiherr von Gayl teiL Die auf Schallplatten ' auf genommene Rede Professor Drae- gers wurde am Abend von alien deutsqhen Rundfunksendern wieder- gegeben. Am selben Tage, dem Tage der Unterzeichnung des Versail- ler Friedensvertrages, sprach der Stahlhelmfuhrer Seldte im Rundfunk. Die Sender von Bayern und Wiirttemberg schlossen sich von der Uber- tragung dieser Rede aus,

In der Technischen Hochschule wurde unter Mitwirkung der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsamtes, der Berliner Verkehrsgesell- schaft und der technischen Nothilfe eine Luftschutziibung veranstaltet,

Im PreuBischen Landtag wurde ein von der nationalsozialisti- schen Partei eingereichter Antrag angenommenf wonach an den Staats- theatern Vertrage mit nichtreichsdeutschen oder nichtdeutschstammi- gen Buhnenktinstlern zu ktindigen und nicht zu erneuern sind, Vertrage mit solchen Buhnenktinstlern kunftig nicht abzuschlieBen sind und Buhnenstiicke antinationaler, pazifistischer oder sittlich destruktiver Tendenz nicht mehr zur- Auffiihrung gebracht werden sollen, Bereits vorher hatten die berliner Staatstheater alle Vertrage mit judischen Schauspielern, mit der einzigen Ausnahme von Frau Eleonore von Mendelssohn, gekiindigt.

Der nationalsozialistische Film „Horridoh Lutzow" geht seiner Vollendung entgegen. Der Chinesenfilm ,,Der Racher des Tong" wurde von der Filmprufstelle Berlin verboten, da er eine entsittlichende und verrohende Wirkung ausiibe. Der deutsche Film „Der Morder Kara- masow" wurde in London verboten. Es wurde unter anderm beanstan- det, daB Vater und Sohn sich in dieselbe Frau verlieben. In Amerika wurde der Film „Madcben in Uniform" verboten, weil er die Moral untergrabe, verrohend wirke und zu Verbrechen anreize,

Wochenschau des Fortschritts

Gestrichen. '

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Bemerkungen

Das verwirklichte Dritte Reich In der letzten Zeit steigert der

italienische Fascismus seinen grausamen Terror. Mehrere Male in der Woche tritt nun das ,,Son- dergericht zum Schutze des Staa- tes" zusammen, um £trafen von ungeheuerlichem AusmaB gegen „Feinde des Regimes" zu verkiin- den. So brachte der Prozefi gegen den Attentater Bovone allein ein Todesurteil und zweihundert Jahre Kerker. Strafen von fiinf- zehn bis dreifiig Jahren Zuchthaus sind die Regel. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl nicht um Be- strafung irgendwelcher Delikte sondern um Urteile gegen t)ber- zeugungs„verbrecher". Anti-

fascistische Propaganda wird mit Freiheitsstrafen geahndet, die einem hinausgeschobenen Todes- urteil gleichkommen.

Die Ursache fiir diese Verschar- fung des Terrors liegt in der Wirtschaftskrise, die auch die „f ascistische Ordnungszelle Italien" in immer starkerem MaBe erfaBt, Wenn irgendwo, so zeigt sich hier das vollstandige Versagen des Fascismus, Das italienische Volk hat sich seine Freiheit rauben lassen in der stillen Hoffnung, fiir seinen Verrat an sich selbst we- nigstens sein Linsengericht zu er- halten. Diese Spekulation der Feigheit hat sich als falsch erwie- sen. Der italienische Arbeiter hungert. Das mag das Biirgertum nicht beunruhigen. Denn die Her- abdnickung des Niveaus der Ar- beiterschaft, ihre vollstandige Versklayung ist ja das eigentliche Ziel des Fascismus, mag es auch noch so sehr mit vaterlandischen Phrasen verbramt sein, Doch auch der italienische Mittelstand geht zugrunde. Im "Marz 1932 gab es 1668 Bankrotte, im April bereits 1793. Das Wirtschaftsleben ver- sandet. Und nur einige Grofi- finanziers, GroBgrundbesitzer und der Klerus sind die Nutzniefier des Regimes. Selbstverstandlich im Verein mit der Kohorte der fuhrenden Manner des Regimes und mit der Meute der kleinen Mitlaufer; Milizsoldaten, Ovra

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(politische Geheimpolizei) , Spitzel, die inmitten der allgemeinen Not ein bevorzugtes Leben fuhren.

Die Wirtschaftskrise riittelt an den Grundlagen des Regimes. Die Staatsschuld ist seit dem Tage, da Mussolini die Macht an sich rifi, von 78 auf 92 Milliarden gestie- gen, ein Beispiel fiir die Mspar- same Wirtschaft", die der Fascis- mus tiberall verspricht. Das offi- ziell zugestandene Budgetdefizit fiir das laufende Jahr betragt 1750 Millionen Lire, durfte aber in Wirklichkeit noch hoher liegen. Das gesamte Wirtschaftsleben ist in unaufhaltsamem Verfall. Hier einige Ziffern nach dem Bericht des Direktors der Nationalen Ver- sicherungskassen Medolaghi, der gewifi nicht zu ungunsten des Re- gimes gefarbt ist. Im Marz 1932 betrug die Zahl der Erwerbslosen 1 053 016. Davon erhielteh nur 248 000 eine Unterstiitzung. Die ubrigen mogen sehen, wie sie sich durchhungern. Gegeniiber dem Vorjahr weisen alle Wirtschafts- zweige ein Anschwellen der Ar- beitslosigkeit auf, verbunden mit einem Riickgang der Produktion. Auf den Eisenbahnen in den ersten vier Monaten des Jahres 1932 ein Riickgang der Menge der beforderten Guter um zwei Mil- lionen Tonnen gegeniiber der glei- chen Zeit des Vor jahres. In den Hafen ein wachsendes Sinken des Umschlags. Mit Ausnahme der Bleiproduktion weist die gesamte Industrieproduktion eine starke Abnahme auf. Der AuBenhandel schrumpft zusammen und wenn das Passivum nicht wesentlich wachst, so geht dies darauf zu- riick, dafi das immer kapitalarmer werdende Land einfach nicht in der Lage ist, neue Giiter zu be- ziehen. Die ersten vier Monate des heurigen Jahres zeigen eine Schrumpfung der Einfuhr von 4t169 Millionen Lire (in der glei- chen Zeit des Vorjahres) auf 2,991 Millionen Lire. Auch die Ausfuhr sank um fast genau eine Milliarde von 3204 Millionen auf 2226 Millionen Lire,

Eines der Hauptargumente Mussolinis fiir den ,,Platz Italiens an der Sonne" war der Hinweis auf den wachsenden Bevolke- mngsiiberschufi, nGebt uns Raum oder wir miissen explodieren", rief Mussolini aus, Die Tatsachen zeigen, wie sich unter dem ,,auf- geklarten Absolutismus" der fas- cistischen Diktatur die Bevolke- rung vermehrt. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wurden 92 729 Ehen geschlossen gegeniiber 102 656 in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Ge- burtenziffern weisen einen stan- digen Riickgang auf: 351 257 gegeniiber 373 763 in der gleichen Periode des Vorjahres und 393 733 im Jahre 1930. Wohlgemerkt in einem Lande, das Pramien fiir die Vermehrung seines Menschen- materials aussetzt. Umgekehrt ist eine Steigerung der Todesfalle zu konstatieren: Von 194 344 ^m Jahre 1930 auf 229 778 im Jahre 1931. Das ist die fascistische Be- volkerungspolitik in der Praxis. K. L. Reiner

Geistesfreiheit in Polen

J7in derartiges Paradoxon kann " eigentlich nur Bernard Shaw unterlaufen: Sein neuestes, pazi- fistisches Theaterstiick, dessen In- halt viel zu schon ist, um Wirk- lichkeit zu werden, fand ausge- rechnet in einem Lande, dessen „pazifistische" Gesinnung alien wohlbekannt ist, begeisterte Auf- nahme, Die neueste Komodie des groBen Iren, betitelt „Zu schon, um wahr zu sein", geifielt mit un- barmherziger Satire die Politik der imperialistischen Staaten. Zur Premiere erschienen die polnische

Regierung, die Mitglieder des di- plomatischen Korps, die mit fre- netischem Beifall den Schauspie- lern dankten. Aber am' Tage dar- auf war die Begeisterung der Re- gierungsmitglieder bereits ver- flogen, die auslandischen Diplo- maten erhoben Mhohern Ortes" Vorstellungen, man moge einzelne Stellen des Stiickes verbietetL Nach zwei Tagen erschien das Stiick vom Zensor grausam vei- stiimmelt und der witzigsten Pointen beraubt. Der Eingriff des Zensors hatte noch andre Folgen: Alle kiinstlerischen Darbietungen, die der Ideologic des gegenwarti- gen Regimes nicht genehm waren, wurden verboten. Das erzreaktio- nare Organ Jllustrowany Kurjer Codzienny' hetzte zum Angriff gegen alle namhaften Schriftstel- ler, die nicht die Kriegspropa- ganda mitmachen wollen,

Einer der tiichtigsten Theater- regisseure Polens, Leon Schiller, Intendant des Stadttheaters in Lemberg, wagte es, Tretjakows ,,Brulle China" zu inszenierea. Das Stiick hatte einen unerhorten Erfolg, aber nur beim Publi- kum. Die lemberger Polizeibehor- den lieB der Ruhm ihrer war- schauer Kollegen nicht ruhen. Was dem Shaw recht war, muBte auch dem Tretjakow billig sein. Man verbot nicht nur das Stuck sondern verhaftete auch noch den Regisseur.

Romain Rolland und Henri Barbusse haben einen Aufruf gegen den imperialistischen Krieg verfaBt. Achtundsiebzig Intellek- tuelle, Schriftsteller, Maler, Schauspieler und Joui nalisten kamen auf die ungliickselige Idee,

Sollen wir wieder einmal der Nachwelt das beschamende Schau- spiel bieten, in unserer Gegenwart nicht erkannt zu haben, dafi Worte unter uns gesprochen wurden, die unsere Nachkommen als heiligstes Besitztum verehren werden!? Soil erst „Lite- ratur" werden, was uns heute als ursprungliche Verkundungf er- reicht? Wer das ntcht will, der ist vor sich selbst verpilichtet, die Bo Yin Ra-Biicher kennen zu lernen. Bo Yin Ra, J. Schneider- franken, gibt in diesen Buchern Aufschlflsse und Lehren, die kein Anderer unter uns vermitteln kSnnte, weil kein Anderer auch nur entfernt uber ahnliche Erfahrungen verfugt. Spatere Geschlechter werden die Zeit beneiden, an die zuerst dieser Ruf erging. Sein neuestes Buch hat den Titel „Der Weg meiner Schuler", Es ist in jeder guten Buchhandlung erhaltlich. Preis gebunden RM.6.— . Kober'sche Verlagsbuchhandlung (gegr. 1816) Basel-Leipzig.

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diesen Aufruf zu unterzeichnen. Alle achtundsiebzig wurden ver- haftet und sitzen bereits im Ge- fangnis.

■■' Diese achtundsiebzig Verhafte- ten reprasentieren die Bliite der polhischen Intellektuellen. Die nationalistische Presse tituliert sie als Hochverrater und vaterlands- lose Gesellen und bearbeitet die offentliche Meinung, um fur em besonders hartes Urteil gegen diese Manner Stimmung zu machen. Die Intellektuellen der ganzen Welt, die vor dem Mili- tarstiefel nicht zu Kreuze krie- chen wollen, haben die Pflicht, auch fur die Geistesfreiheit in Polen einzutreten.

T. N. Hades

Neue Beleidigung der Reichswehr

¥a einer vor wenigen Jahren ver- * offentlichten Schrift lesen wir: „Der Krieg ist ein klaglich, er- barmlich Schauspiel; der Krieger Stand und Wesen ist Rauberei und Morderei." Geschrieben sind diese Worte freilich vor fast 400 Jahren, von Sebastian Franck, dem freiesten und vorurteilslose- sten aller deutschen Reformato- ren, in seinem ,fKriegsbuchlein des Friedens", erschienen 1539. Aber eine neue, stark verkurzte (ubrigens sehr lesenswerte) Bear- beitung von Doktor Klink (im Verlag von Hermann Aupperle in Schw.-Gmiind) gibt der Schrift aktuelle Bedeutung und wendet ihre Ausfiihrungen auf die Ge- genwart an. Nach der Logik, die Herrn Groener veranlafit hat, in der AuBerung Tucholskys „Krieg ist Mord, Soldaten sind Morder" eine Beleidigung der . Reichswehr zu sehen und Beleidigungsklage zu stellen, miifite auch in diesem Fall geklagt werden.

Ludwig Quidde

Es mufl doch etwas dran sein

YV/enn irgendeine Sache einen ** Massenerfolg hat und durch die Zugkraft, die sie ausubt, Leerraume erzeugt (auch in der Seele und im Gehirn), stehen immer ein paar isolierte Leute

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nachdenklich herum und sagen: Es mufi doch etwas dran sein,

Als der Rattenfanger durch Ha- meln zog und die Minder jahrigen aller Altersklassen jubelnd hin- ter ihm herliefen, sagte ein Zu- ruckgebliebener und wiegte an- erkennend das Kopfchen: Etwas muB doch dran sein . . .

Als der Weltkrieg ausbrach und einen riesigen jubelnden Pre- mierenerfolg hatte, standen etliche Leute mit gelblichen Gefiihlen an die Mauer gedriickt und fiiister- ten: Es laBt sich nicht in Abrede stellen, die grofie Zeit hat aller- hand fur sich.

Eine Film-Literatur (ganz gleich ob auf Zelluloid oder Papier) mit siiften Harfentonen gaukeln- der Wunschbilder, mit dem Luchs- blick der Wirkung, mit einer knorken Mache und einer geiibten Disziplin, die nichts produziert, als was jeder ihrer Millionen Konsumenten, wenn er es konnte, ebenso machen wurde, geht wie eine Walze iiber den Geschmack und den Geist : eine Walze, bitte, immerhin, es muB doch etwas dran sein, dafl sie so viele Millionen platt macht . , . (Nicht umsonst sagt man: Da bist du platt!)

Und wenn eine Bewegung, auf die das bisher Gesagte sinngemafi anzuwenden ist, - alles zusammen- trommelt, was da dumpf und rachegeladen, vermiekert, macht- gierig und wunderglaubig ist, fahrt vielen Leuten die Angs£ in den Kopf, und sie sagen mit einer Stimme, die vor Respekt stramm- steht; Man mag dariiber denken, wie man will, es mufi doch etwas dran sein.

Ja, es ist etwas dran; schlimmer als die blinden Anhanger sind die Abgehangten. Angesteckt sein ist schlieBlich keine Schande. Aber die ,tObjektivitat'\ die vor dem Erfolg achselzuckend resigniert, mit einem scheuen, schiefen Blick auf die Macht der Zahl, das ist wohl das Widerlichste eines geistigen Lasters, das lediglich durch seine Impotenz ausgezeich- net ist.

Diese gegen jeden Wert ge- richtete miese Skepsis; „Es mufi

doch etwas dran sein" verrat mit cinem feigen Achselzucken alles, alles, was zu adelig istf um mas- senhaft zu wirken; alles: in der Politik wie in der Kunst. Jeden, der einsam dasteht ; j eden, der sich nicht nach dem niedersten Plattkopf richtet ; j eden, der in der Stille das Kreuz seiner Auf- gabe tragt; jeden, der sich nicht unter die Walze wirft oder sie dirigiert. Jeden, der dem flach- machenden Erfolgdemokratismus widersteht.

Die Walze kommt. Es mufi doch etwas dran sein, murmelten zo- gernd die Ob j ektiven, und da lagen sie schon bauchlings unter ihr> N. 0. Kent

Das Bild r^ie franzosische Sektion der *-^ Heilsarmee wollte in ihrer Zeitung ,En Avant' ein Bild ihrer barmherzigen Tatigkeit geben. Also veroffentlichte sie die Ori- ginalphotos eines ihrer Schlaf- sale, wo Arbeitslosen von Solda- ten der Heilsarmee ein Lager zu- gewiesen wird, Und setzte, um alien MiBverstandnissen vorzu- beugen, darunter:

„Ce ne sont pas des bieres, mais des couchettes!"

Keine Sarge, sondern Schlaf- statten! Walter Mehring

Ein Weltschlagerhonorar!

Nachfolgend, im Originaltext, cine Ent- gegnung auf Paul Elbogens „Lex Cohn" in Niimmer 25.

^achdem vor 30 % Jahren der * * groBte, bisher unerreichte Schlagerprominent aller Zeiten, „Der kleine Cohn" seine Gast- spiele auf der groBen Weltbuhne, dem gesammten Erdball begann

und sich, weder um Grenzen, Rassen, Klassen etc, kiimmernd, die groBe Internationale gemein- samer Frohlichkeit schaffend, sich wenn auch jetzt mit lange- ren Pausen bis heute darauf hal- tend und nunmehr eine neue Ge- neration durch Nekrologberichti- gung wiederum erfuhr, daB ich der Dichter dieses weltberuhmten Couplets bin, hat der „kleine Cohn" jetzt durch den Elbogen- schen Artikel: „Lex Cohn" sei- nen Einzug in diese „Weltbiihne" gehalten,

Der mir gegeniiber in seinem „Lex Cohn" durch eine herablas- sende Geringschatzung meiner Leistung von. einer besonderen Produktivitat sprudelnde, aber sonst wohl niemals produktiv her- vorgetretene Herr E., welcher leider den Punkt iiber welchen er sich erlaubt so geringschatzig zu schreiben, nicht einmal be- herrscht, denn er weiB, was sonst wohl allbekannt ist, nicht einmal, daB Einodshofer der Vertoner des „Cohn" ist, kann sich in Scha- denfreude nicht genug tun, daB „drei Zeilen beinahe meinen Ruhm und einzigen Stolz vernich- tet hatten, mich einmal durch Ver- wertung der Idee eines Anderen* dichterisch betatigt zu haben", da ihm namlich unbekannt ist, daB ich als blutjunger Mensch nicht nur jahrelang der Brutstatje der damaligen grofien Schlagererfolge, dem j etzt leerstehenden Thalia Theater fur die angeblich „selbst- dichtenden" Direktoren Kren und Schonfeld gegen Fixum u. Einzel- honorierung, sondern auch fiir die damaligen beriihmtesten Humori- sten die zugkraftigsten Texte dich- tete und mir Millionen Menschen heitere Stunden verdankten,

ALBERT EHRENSTEIN

In einer Zeit, die kaum noch weifi, was ein Dichter 1st, wird dies Versbudrmlt seinen Klagen und Anklagen, den kuhnen Bekenntnissen zu alien Verlotkungen des Geistes und Fleisdies, seinen kleinen Liedern und mSchtigen Hymnen, zum kostbarsten Besitz aller ethten Freunde der Dichtung und Geistesfrelheit. Soeben , ersdiienen Durch jede Buchhandlung

Mein Lied

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All er dings kann ich ihm nicht verdenken, wenn er neidisch schreibt, daB, wenn es mir ver- gonnt war, die „Fruchte des gro- Ben Wurfs" (des „kleinen Cohn") jahrelang „geniefien zu konnen", ich dann ruhig gestatten konne, den Ruhm nunmehr einem An- deren zuzuschreiben.

Die von Elbogen so beneideten goldenen „Fruchte des groBen Wurfs", das Honorar fiir den in der ganzen Welt gesungenen, in alle Spracheni ubersetzten Cou- plets; „Hab'n Sie nicht den klei- nen Cohn gesehn?" welches nicht nur den Theatern voile Hauser, dem Vertoner und Verleger Un- summen, dann in vielen Variatio- nen den Ansichtskarten- und Gipsfigurenhandlern, den Spiel- warenfabrikanten, den Humori- sten und Vereinskomikern etc, jahrelang Gelegenheit zum Ver- dienst des gesamten Lebensunter- halts gab, dieses Honorar war allerdings beneidenswert u. rie- senhaft, es betrug nach Abtretung aller Rechte fur alle Lander und alle Zeiten baare zwanzig Mark, welcher Betrag allerdings dann nach einem gerichtlichen Vergleich deshalb erhoht wurde, ~weil die ,,dichtendenv Direkto- ren sich obendrein gern selbst mit dem Ruhm des „Dichters" schmucken wollten und nur den Vortragenden und den Vertoner benannten, nicht aber mich, den Dichter, fiir die Riesenhonorie- rung y. Mk: 20, , und welche ich derin nach und nach fur Be- richtigungen ausgab, einfach nicht

auf den Druckexemplaren zu nen- nen fiir gut befanden.

Aus diesem Grunde wird es wohl, der in seinen samtlichen Voraussetzungen sich irrende Herr Elbogen, welchen sein Ar- tikel aber trotzdem mehr ein- brachte, als mir den Dichter des grofiten Weltschlager aller Zei- ten, mir wenigstens giitigst ge- statten, wenn ich bei Falschmel- dung richtig stelle, daB ich der Verfasser des Couplets; „Hab'n Sie nicht den kleinen Cohn ge- seh'n?" bin.

Emil Rosendorff

Die Mutter der Kompagnie

Tn der kolner Stadtverordneten- * sitzung vom 27. Juni kam es zwischen den Rechtsparteien und dem Zentrum zu einem Streit dar- uber, welche Parteien eigentlich fiir das Kabinett Papen verant- wortlich seien. Der Redner der Deutschnationalen, Doktor Heim- soeth, beendete die unfruchtbare Aussprache unter heiterer Zu- stimmung des Spanischen Baus schlieBlich mit einer Feststellung, die trotz ihrer Paradoxic den Nagel auf den Kopf traf. Er sagte;

Ich stelle hiermit ausdriick- lich fest, daB das jetzige Kabinett Papen einzig und allein aus dem SchoBe des Herrn Reichsprasidenten ge- boren wurde.

So, da wiiBten wir also, wer die Mutter des Kabinetts ist. Und der Vater?

Hinweise der Redaktion

Berlin

Arbeitsgemeinscbait marxistischer Sozialarbeiter. Frei tag 20.00. Sopbiensale, Sophien - siraBe : Die Theorie von der Erhaltung und die Praxis von der Zerstorung der Familie. Es sprechen Alice Ruhle-Gerstel und Felix Halle.

Bucher

Ernst Glaeser: Das Gut im Elsass. Gustav Kiepenheuer, Berlin.

LiH Korber: Eine Frau erlebt den roten Alltag. Ernst Rowohlt, Berlin.

Rundfunk

Dienstag. Berlin 16.05: Das Dramatische im Film, Herbert Ihering. Donne rs tag. Berlin 16.05: Menschenkenner, Stefan GroCmann. 18.25: Heinrich Mann liest. 20.45: Anabasis, Ernst Glaeser und Wolfgang Weyrauch. Freitajr. Breslau 18.03: So erwacht eine Millionenstadt, Georg W. Pijet, Berlin 18,10; Von der bildendeu Kunst, Adolf Behne. Munchen 18.25: Kleiues Wirtschaftslexikon, Wolfgang Petzet.

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Antworten

PreuBisches Finanzministerium, Die Staatsanwaltschaft hat Re- vision gegen den Freispruch Ossietzkys eingelegt. Kannst du eine der- artige unverantwortliche Verschleuderung von Steuergeldern dulden?

Oberbiirgermeister Kiilz, Dresden. Immer noch der Alte! Seit- dem Sie durch Ihr Schund- und Schmutzgesetz einen sehr beacht- lichen Nagel zum Sarg der Demokratischen Partei geliefert haben, scheinen Si© nichts hinzugelernt zu haben, im Gegenteil. Locken Sie die Sporen Ihres Kollegen Buhrer? Am 13, Juni haben Sie im dresdner Stadtverordnetenkollegium eine feurige Verteidigungsrede fiir die Zu- riickziehung von Pliviers „Des Kaisers Kulis" aus der stadtischen Bibliothek gehalten und sich damit die Ihnen gespendeten Bravorufe der Nationalsozialisten redlich verdient. Sie behaupten, die Gefiihle Andersgesinnter. seien durch) das Buch verletzt worden, Wer zwingt denn die „Andersgesinnten", sich grade dies Buch auszuleihen? Ihre Stadtbibliothek muB ja allmahlich ein nettes Niveau bekommen, wena nur noch Biicher ausgeliehen werden diirfen, die bei keinem „Anders- gesinnten" Anstofi erregen. Da ware es am einfachsten, Ihr Stadtrat dekretierte: Ausgeliehen werden nur Biicher ohne Gesinnung! Aller- dings ware dann; nicht einmal Karl May mehr ganz sicher vor dem Interdikt,

Adolf Hitler, Sie haben erklart: „Im Dritten Reich wird jede Frau einen Mann haben," Da es laut Statistik erheblich mehr Frauen als Manner gibt, werden Sie einen Schritt weiter gehen und ein paar Millionen Mannern je zwei Frauen zuweisen miissen. Die Schwierigkeit wird nur darin bestehen, ob diese doppelte Begluckung als Belohnung oder als Strafe verhangt werden soil,

Konigsberger Allgemeine Zeitung. Du bist eine Falscherin. In seinem Artikel iiber „Die bedrohte Provinz" schrieb unser Mitarbeiter Rudolf Olden: „Aber der dickste Nervenstrick mufi ins Zittern kom- men, wenn Dinge gesagt und getan werden, die Herrn Goerdelers Meinung entsprechen^ daB es ,hart auf hart' kommen werde, weil sc* seine ostpreuBischen Landsleute seien, Es gibt, dazu brauchen wir keine Erklarung des Reichskabinetts, kein ostpreuBisches, kein badi- sches, kein sachsisches Volk, es gibt nur ein deutsches Volk, Und wollen oder sollen wir uns in eine Kriegspsychose sturzen, so mufl OstpreuBen nicht grade darin allein stehen, Kein polnisches Kind ist kindisch genug, zu glauben, daB es einen Krieg Polens gegen Ost- preuBen geben konne, Nur den ostpreuBischen Kindern wird das eingeredet." Das „zitierst" Du auf Deine Weise. Du machst einen Punkt, wo ein Komma steht, und laBt den Nebensatz „weil so seine ostpreuBischen Landsleute seien" weg, Du bist eine Falscherin, Du lafit das Bekenntnis Oldens zur Einheit Deutschlands weg und „zitierstM weiter; „Kein polnisches Kind ist kindisch genug, zu glau- ben, daB es einen Krieg1 Polens gegen Deutschland geben konne". Wo Olden. „Ostpreufien" schrieb, schreibst Du „Deutschland", Du bisf eine Falscherin. Warum falschst Du? Weil man Dir dafiir auf die Finger geklopft hat, daB Du durch Deine schamlose Reklame ein Geschaft aus der Kriegshetze gemacht hast. Du bist eine Falscherin.

Deutsche Liga fiir Menschenrechte. Euer Vorstand hat sich mit einer Eingabe an den Reichsinnenminister gewandt^i in der die Frei- gabe des Rundfunks wahrend des Wahlkampfes an alle Parteien, da- her auch an die KPD, gefordert wird. Die Eingabe bezieht sich auf den Standpunkt des Kabinetts Marx, das im Jahre 1924 der damals verbotenen Kommunistischen Partei das Recht auf Wahlpropaganda zugestand.

Roter Aufbau. Eure neuste Nummer beschaftigt sich auf Grand sehr fundierten Materials mit der Finanzierung der Hitlerbewegung.

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Die Lektiire des Heftes sei alien Interessenten angelegentlichst emp- fohlen,

Schriltstellcn Die am 29. Juni 1932 in den Kammersalen tagende ordentliche Mitgliederversammlung der berliner Ortsgruppe des Schutz- verbandes Deutscher Schriftsteller fafite nach Anhdrung der Referate von Otto Corbach, Erich Franzen, Arnold Zweig, Peter Flamm und K, A. Wittfogel iiber das Thema ,,Der Krieg und der Schriftsteller" folgende EntschlieBung: „Krie^shetzer bedrohen in alien kapitalisti- schen Landern Kultur und Frieden. In Verbindung damit iiber- schwemmt eine Welle schwarzester Reaktion die Welt, Jede Opposi- tion soil mit blutigen fascistischen Mitteln niedergeschlagen werden. Den Schriftstellern, die sich Freiheitsgefiihl und Kampfermut bewahrt haben, obliegt unter den gegebenen Zustanden die Pflicht; Kampf mit alien ihnen zur Verfiigung stehenden Mitteln gegen die Kultur- katastrophe eines neuen Weltkrieges; Zusammenschlufl mit alien Schichten der Bevolkerung, die wahrhaft gegen den Krieg und gegen die Bedrohung des Aufbaus in der Sowjetunion zu kampf en bereit sind. Fiir Freiheit und Frieden! Gegen Krieg und Fascismus!"

Rudolf Schmeer, M. d. R, Sie haben bei der Trauerfeier fur <len von Kommunisten erschossenen SA-Fiihrer Hambiickers gesagt: nIn Wilhelm Hambiickers verliert die deutsche Freiheitsbewegung cinen ihrer besten Kampfer". Wie die .Kolnische Volkszeitung' fest- stellt, war Hambiickers dreizehnmal vorbestraft, wegen schwerer Kor- perverletzung, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Widerstand, Hehlerei, Schmuggel, schliefllich wegen Ausgabe falscher Banknoten zu drei Jahren Zuchthaus und fiinf Jahren Ehrverlust. Sie nennen ihn trotz- dem „einen der Besten". Das Strafregister der minder guten Ihrer Parteigenossen mufi reizvoll sein.

Allgemeine Marburger Studentenschaft. Ihr habt in Eurer letz- ten Kammersitzung beschlossen, neben andern „marxistisch-pazifisti- schen" Zeitschriften auch die , Weltbiihne' aiis der Akademischen Lese- halle zu entfernen, weil sie ,,staats- und kulturzersetzend" sei. Wacker, ihr teutschen Jiinglinge ! Das Goethe j ahr scheint uns vorbestimmt dazu, fiir alle akademischen Lesehallen das Monopol der Hitlerlitera- tur wie einen rocher de bronze zu stabilieren. Im Interesse der deut- schen MKultur"1 die eure Kollegen den Andersgesinnten mit den schla- gendsten Argumenten beizubringen gewohnt sind. /

Weltjugendliga, In1 Gemeinschaft mit mehreren andern Gruppen wollt ihr in diesem Sommer zum ersten Mai seit dem Kriege gemein- same Wanderungen der belgischen und deutschen Jugend veranstal- ten. Wer sich dafiir interessiert,- erfahrt Naheres gegen Einsendung des doppelten Briefportos bei Karl Obermann, Koln^Bickendorf, Akazienweg 33. In eurem Zentralsekretariat Berlin-Schoneberg, M6I- lendorfstrafie 84 85, ist gegen Einsendung von 0,15 Mark in) Brief- marken ein Kalender zu beziehen, der iiber alle Tagungen, Treffen und Wanderungen unterrichtet, die der Volkerverstandigung dienen.

Dieser Nummer liegt eine Zahlkarte fiir die Abonnenten bei, auf der wir bitten,

den Abonnementsbetrag fiir das III. Vierteljahr 1932 einzuzahlen, da am 10. Juli 1932 die Einziehung durch Nachnahme beginnt und unnotige Kosten verursacht.

Manuskripte sind our an die Redaktion der Weltbiihne, Charlottenburg, Kantstr, 152, zu richten; es wird gebeten, ihnen Ruckporto beizulegen, da sonst keine Rucksenduny erfolgen kann. Das Auf f uhrungsrecht, die Verwertung von Titeln u. Text im Rahmen des Films, die musik- mechanische Wiedergabe aller Art und die Verwertung im Rahmen von RadiovortrSgen bieiben ftlr alle in der Weltbuhne erscheinenden Beitrage ausdrUcklich vorbehalten.

Die Weltbiihne wurde begrundet von Siegfried Jacobsohn und wird von Carl v. Ossietzky untcr Mitwirkung von Kurt Tucholsky geleitet. Verantwortlich : Walthcr Karsch, Berlin.

Verlagcier Weltbiihne, Siegfried Jacobsohn & Co., Charlottenburg.

Tclephon: C 1, Steinptatz 7757. Postscheckkonto; Berlin 11958. Bankkonto; Dresdner Bank. Depositenkasse Charlottenburg, Kantstr. 112,

XXVIII. Jahrgang 12. Juli 1932 Nummer 28

Papens Wahlpolitik in Lausanne

von Hellmut v. Gerlach'

A uch neutrale Kreise hier haben die politischen Forderun- - W gen Deutschlands gewissermaBen als willkurliche Storun- gen dcr Verhandlungen empfunden und ihren Sinn und ihre Be- rechtigung nicht erfaBt."

So laBt sich ein relativ einsichtsvolles Blait der Rechten, die (Deutsche Tageszeitung', am 7. Juli von seinem Vertreter aus Lausanne melden.

Naturlich ist der Text der Meldung in eine Form gegos- sen, die dem Wohlwollen des hochagrarischen Blattes fur das hochagrarische Kabinett Papen entspricht. Immerhin, die fun- damentale Wahrheit leuchtet daraus hervor, daB das Vorgehen Papens sogar von neutralen Kreisen als willkurliche Stoning der Konferenz empfunden wurde, Andern Kreisen, namentlich den franzosischen, konnte es gradezu als gewollte Provokation erscheinen gewollt urn innerpolitischer deutscher Zwecke willen, um im deutschen Wahlkampf den starken Mann der Linken und Brilning gegeniiber markieren zu konnen,

Herr v. Papen, der ein ganz umganglich-harmloser Herr

ist, wird sich bestimmt nicht mit Bismarck vergleichen wol-

len. Aber nachdenken konnte er einmal iiber den Grundsatz

Bismarcks, daB man nicht zwei Hasen auf einmal jagen sollte,

.weil der Jager dann keinen zur Strecke zu bringen pflegt.

Die Konferenz von Lausanne war einberuf en, um die Re- parationsfrage zur endgultigen Erledigung zu bringen. Ein Thema, ausreichend, um den Rahmen einer Konferenz zu fiillen.

Solange sich Herr v. Papen auf den Reparationshasen be- schrankte, schien er Aussicht zu haben, wenn nicht als Jagd- konig, so wenigstens als Kronprinz heimzukehren. Man dis- kutierte noch iiber Zahlen und Zahlungsmodalitaten, Aber eine Einheitsfront war daf die deutsche Verpflichtung aus dem Youngplan in einem fast traumhaften MaB herabzusetzen.

Das finanzielle Entgegenkommen Herriots war um so an- erkennenswerter, als Frankreich sich keineswegs mehr in einer finanziell sorgenfreien Lage befindet. Die Steuern sind auch dort sehr hoch und die Beamtengehalter viel niedriger als bei uns, selbst nach unsrer Kiirzung dieser Gehalter. Trotzdem weist jede Woche nach dem 1, Januar 1932 einen Fehlbetrag von zweihundert Millionen Franken auf. Herriot muB die Steuern erhohen und die Beamtengehalter weiter herabsetzen, um das Defizit aus der Welt zu schaffen, was ihm enisle Schwierigkeiten in der Kammer bereitete, ja, einen Augenblick seine Stellung gradezu bedroht erscheinen lieB.

Aber Herriot dachte viel zu international, war viel zu sehr durchdrungen von der Notwendigkeit einer deutsch-franzosi- schen Verstandigung, als daB er nicht zu weitgehenden Opfern Frankreichs entschlossen gewesen ware, um damit Deutschlands wirtschaftliche Lebensfahigkeit zu erhalten.

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Natiirlich murrten die franzosischen Nationalistcn. Wie, bei uns verzogert man den Bau des einzigen Panzerschiffes, der im Jahre 1932 begonnen werden sollte, die Deutschen aber, die angeblich nicht einen Pfennig mehr zahlen konnen, fahren ruhig mit dem Bau1 ihrer Panzerkreuzer fort?

Herriot lieO sich nicht irre machen. Sicher ware ihm seine Position sehr erleichtert worden durch eine deutsche Geste des vorlaufigen Verzichts auf Panzerkreuzerbau. Aber auch ohne sie war Herriot von groBem Entgegenkommen, nicht bloB in 4er Sache selbst, sondern auch in der Form. Wenn aus innerpolitischen Griinden Herr v. Papen Wert darauf legte, das Wort Reparation durch ,, deutschen Beitrag zum Wie- deraufbau Europas" zu ersetzen: Habeat sibi! Alles schien in Ordnung.

Da kam Herr v. Papen aus Berlin zuriick und meldete po- litische Anspriiche an. Die Reparationskonferenz verwandelte sich in einen politischen Kriegsschauplatz, Kriegsschuldfrage und Rustungsgleichheit traten in den Vordergrund.

Man hielt Herrn v. Papen entgegen, daB Artikel 231 des Friedensvertrages nicht aufgehoben werden konne, weil den Friedensvertrag viele Machte unterzeichnet hatten, die in Lau- sanne nicht vertreten seien, und daB fur die Abriistungsfrage die Konferenz in Genf zustandig sei. Es nutzte nichts. Herr v. Papen bestand auf den Schein, den man ihn anscheinend in Berlin zu unterzeichnen genotigt hatte. Fur ihn wurde der Konferenzsaal zum Wahlversammlungssaal.

In Lausanne fragten sich grade die ehrlichsten Freunde Deutschlands; 1st wirklich die wirtschaftliche Not Deutsch- lands nicht so groB, daB es sich den Luxus gestatten kann, durch Aufwerfen von Prestigefragen die Finanzreglung zu ge- fahrden?

Artikel 231 des Friedensvertrages hat langst jede prak- tisch-politische Bedeutung verloren.

Die Deutschen, die am meisten gegen ihn toben, pflegen seinen Inhalt am wenigsten zu kennen. Einer schwatzt dem andern nach, daB er die Alleinschuld Deutschlands am Kriege statuiere. Dabei ist davon nicht mit einem Wort die Rede. Er leitet nur die deutsche Verpflichtung zur Wiedergutmachung aus der Tatsache des deutschen Angriffs her, DaB aber die Regierung Wilhelms II. Belgien, Frankreich und RuBland an- gegriffen hat, miiBten eigentlich selbst die Nationalsozialisten wissen, soweit sie bei Kriegsausbruch schon erwachsen waren. Die Kriegserklarungen des deutschen Kaisers an RuBland und Frankreich sind doch Dokumente, die nicht aus der Welt zu schaffen sind, die an Frankreich ubrigens ein fur uns beson- ders blamables Dokument, weil es mit allerlei Schwindel wie dem von dem angeblichen franzosischen Bombenabwurf auf Niirnberg begriindet war.

Was an dem Artikel 231 des Friedensvertrages jedermann zum Protest herausfordern muB, ist lediglich, daB er ein er- zwungenes Anerkenntins der Deutschen enthalt. Gezwungener Eid tut Gott leid! In diesem Sinne ist er unmoralisch. Das sehen auch fast alle Franzosen ein. Deshalb erstreben die Manner von der franzosischen Liga fur Menschenrechte schon

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lange einen Akt der moralischen Wiedergutmachung seitens Frankreichs. Natiirlich wird dazu nur eine Linksregierung be- reit sein. Aber grade ein Mann wie Herriot ware berufen, freiwillig bei geeigneten Gelegenheiten in feierlicher Form an dem Artikel 231 preiszugeben, was billigerweise nie hatte Deutschland aufgezwungen werden diirfen.

Die Kriegsschuldfrage ist schon seit Jahren nur noch eine historische Frage. Darum ist es ein Widersinn, sie zum Ge- genstand eines politischen Handelsgeschafts zu machen, LaBt sie den Gelehrteni

Von eminent praktisch-politischer Bedeutung dagegen ist die Abrustungsfrage. Nur daB sie an dem dafiir bestimm- ten Ort, namlich in Geni, von den dazu berutenen Personen erledigt werden muBt nicht aber so nebenher in Lausanne. Vor allem ist bei einer solchen Materie mit dem demagogischen Scklagwort MRustungsgleichheit" gar nichts anzufangen. Soil das etwa heiBen, daB Frankreich nur genau so viel Soldaten haben darf wie Deutschland? Dann ware bei vierzig Millio- nen Franzosen und fiinfundsechzig Millionen .Deutschen in Wahrheit eine Sicherheitsungleichheit von phantastischem Ausmafie gegeben, selbst wenn man von Hitlers Privatarmee ganz absieht.

Alle diese Erwagungen sind so simpel, daB sie vielleicht sogar Herr v. Papen angestellt hat. Nur verwerten ditrf te , er sie nicht. Hitler und Hugenberg sind ja die Tragpfeiler seiner voriibergehenden Macht. Und die erheischten von ihm ein Maximum von Forderungen und eine Null an Entgegenkommen,

Nun kommt Herr v. Papen als Erfiillungspolitiker nach Berlin zuriick. In der Reparationsfrage hat er die geoffnete Hand fiir eine bessere Geste gehalten als die geballte Faust. Er hat im Sinne der guten Tradition Stresemanns ein Kom- promiB geschlossen. Das war nicht im Sinne seiner Regierungs- parteien. Das war vernunftig. Grade wir von der Linken als grundsatzliche Gegner Papens erkennen das bereitwillig an.

Leider muB diese unsre Anerkennung von sehr bittern Ge- fiihlen begleitet werden. Herr von Papen hat den Repa- rationserfolg, der ihm librigens durch den guten Willen Herriots sehr erleichtert wurde, mit einer bosen und ganz unnotigen politischen Niederlage erkauft. Mit seinen politischen Forde- rungen ist er restlos abgeblitzt. Das ist eine Niederlage, die um so peinlicher ist, weii sie vermieden werden konnte, wenn Papen in Lausanne nur als praktischer Staatsmann und nicht zugleich als Vertrauensmann von Hugenberg und Hitler hatte aufzutreten brauchen.

Er sucht seine Niederlage zu verhiillen, indem er im Stil eines Wahlredners im Rundiunk verkundet:

Im Namen Deutschlands melde ich schon heute erncut den An- spruch vor der ganzen Welt an, als Volk rait gleichen Rechten und mit gleichen Pf lichten in der ganzen Welt behandelt zu werden.

Diese Fragen, besonders die der Kriegsschuld und der Wehr- freiheit, sind zwischen den Staatsmannern eingehend erortert worden. Wenn heute auch noch nicht alle Nationen zu einer Anerkennung unserer Rechte bereit sind, so sind diese, die deutsche Ehre betreffen- den Fragen nun vor dem Weltforum aufgeworfen.

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Die bloBe Anmeldung von. Forderungen ist eine leere Geste, wcnn man nicht die Macht hat, die Forderungen zu ver- wirklichen.

Die Forderung auf Wehrfreiheit (statt auf Abriistung, der andern) ist verhangnisvoll, weil sie bei ihrer Erfiillung das sicher zum Kriege fuhrende Wettriisten vor 1914 wieder herbei- fiihren miiBte.

Die Behauptung, dafi die Frage der Kriegsschuld mit der deutschen Ehre irgend etwas zu tun habe, muB aufs scharfste zuriickgewiesen werden. Die Ehre des deutschen Volkes hat nicht den geringsten Kausalzusammenhang mit dem Mafl von Verantwortung, das Wilhelm IL und seine Ratgeber an der Entfesslung des Weltkrieges tragen.

In der Reparationsfrage hat Herr v. Papen nicht dem Verlangen seiner Regierungsparteien, sondern der Vernunft Rechnung getragen. Darum wurde sie zu einem Erfolg.

In alien andern Fragen ist ein durch die allgemeinen Re- densarten der Lausanner Erklarung nur notdiirftig verhullter MiBerfolg zu verzeichnen.

Mufite das sein?

Jaf es muBte sein, wenn man eine Regierung auf Hitler und Hugenberg aufbaut.

F15ten Und TrOmmeln von Jan Bargenhusen

r^ie groBe Frag«f wie Deutschland am ersten August, nach der Reichstagswahl, aussehen wird, laBt sich ohne prophe- tische Gaben heute noch nicht beantworten, Anders steht es mit der Frage, wie sich die Herren von Schleicher und von Pa- pen den weitern Gang der Dinge nach der Wahl gedacht haben. Dafi sie nicht als Platzhalter Hitlers fungieren wollen, wissen wir aus dem Gesprach zwischen von Schleicher und Hermann Dietrich, in dem der General erklarte; Das Kabinett von Pa- pen sei kein Oibergangskabinett sondern werde jedenfalls vier Jahre am Ruder bleiben. Diese AuBerung ist tatsachlich so gefallen wenn auch der Ex-Finanzminister Dietrich keinen besondern Wert darauf legt, den ganzen Gang jenes inter- essanten Gesprachs mit Schleicher publik zu machen.

Wie will sich das Adels-Kabinett nach der Wahl behaup- ten wie will es sich mit der Hitler-Partei auseinandersetzen? Es gibt hieriiber zwei Versionen, Die eine ist in dem Brief des Herrn von Gleichen an seine Freunde vom Herrenklub enthalten, den der „Demokratische Pressedienst" ausgegraben hat. In diesem witzigen Dokument heiBt es, das neue Kabi- nett habe die ausdriickliche Zustimmung Hitlers; es sei kein Obergangskabinett, sondern es werde vom neuen Reichstag, das heiBt zum mindesten von dessen NSDAP-Fraktion, ,,so wie es ist" bestatigt werden. Als Gegenleistung fiir die Tolerierung wiirden Schleicher und von Papen „den Nazis die Lander iiber- lassen41. Speziell iiber PreuBen bestiinde eine Abmachung, wo- nach die Einsetzung eines „bewahrten Mannes" als Minister- prasident oder Reichskommissar vorgesehen sei; ferner solle die innere Verwaltung PreuBens „unter starker Mitwirkung der nationalsozialistischen Krafte" umorganisiert werden.

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Selbstverstandlich hat die Reichspressestelle ein Dementi gegen den Gleichen-Brief herausgegeben: Es handele sich bei der Darstellung iiber die Vorgeschichte der Kabinettsbildung um zum Teil torichte Legenden. Da kann sich jeder denken, was er will. Auch Legenden pflegen einen gewissen Wahrheits- gehalt" zu haben, selbst darfn, wenn sie zu einem Teil toricht sind, Oberdies; was hat die Darstellung des Herrn von Gleichen mit der Vorgeschichte der Kabinettsbildung zu tun? Der Matador des , Rings' und des berliner Herrenklubs, der von seinemMit- glied, dem Herrn Reichskanzler, als nunserm Freund Papen" sprechen kann, hat sich in seinem Brief lediglich iiber das nach der Reichstagswahl zu effektuierende Abkommen zwischen Hitler und Papen geauBert. Wann dies Abkommen abgeschlos- sen worden sein mag, ist gleichgultig; jedenfalls gehort es nicht zur ,, Vorgeschichte der Kabinettsbildung". Uber diese bemerkt der Papen-Brief lediglich, daB „die entscheidenden Stellen" (lies: von Schleicher) Herrn Doktor Briining als AuBen- minister des neuen Kabinetts hatten halten wollen, was aber dann an Briinings Erregungl in der kritischen Stunde der De- mission bei Hindenburg gescheitert sei.

Ob Herr von Schleicher aber tatsachlich mit Briining als AuBenminister nach Lausanne gehen wollte, oder ob dies eine torichte Legende" ist das ist heute nicht mehr so inter- essant. Es ware hochstens im Zusammenhang mit der Frage wichtig, ob General von Schleicher bei der Nominierung. seines Kanzler-Kandidaten von Papen das Zentrum an den neuen Kurs fesseln wollte, oder ob diese Absicht nicht ibestand. Ich glaube, im Gegensatz zu Hellmut von Gerlach und andern, daB die Ablehnung von Papens durch das Zentrum fiir die neuen Herren keine Enttauschung gewesen ist eher das Gegenteil.

Die Benennung des Mehrheits-Aktionars der ,Germania* als Kanzler durch von Schleicher und die Cliquen des Adels, des Kosener S, C, und der Gro Bind us trie ist meiner Meinung naoh nicht mit der Absicht erfolgt, das Zentrum tiir eine Tolerie- rungspolitik zu gewinnen, sondern in der Absicht, die Partei- Organisation des Zentrums in Schwierigkeiten zu bringen, Man kann auch sagen: um die Partei-Organisation des deutschen Zentrums in einen Gegensatz zur Kurie zu bringen oder wenigstens: zu gewissen Cliquen, die erheblichen EinfluB auf den Heiligen Vater haben.

Man sagt, daB Herr von Papen, ehe er in die Wilhelm- slrafie einzpg, den apostolischen Segen fur sein Haupt erfleht (und erhalten) habe. Das mag stimmen, oder auch nicht, Tat- sache ist jedenfalls, daB der Schwiegersonn des Herrn von Boch- Galhau mindestens ebenso gute Beziehungen zu Orsenigo und Pacelli hat, wie der Pralat Kaas. Es ist moglich, ja wahrschein- lich, daB der hohe Klerus die allzustarke Abhangigkeit der Partei-Organisation von Gewerkschaftlern mit einiger Sorge be- trachtet. Selbstverstandlich kann man denGewerkschaftsflugel der Partei nicht briiskieren, Im Gegenteil, man braucht die Stim- men dieser Leute. Deshalb ist es gradezu ein Segen fur das Zentrum, daB es den Wahlkampf als Oppositionspartei fiihren kann. So bleiben die Gewerkschaftswahler hubsch bei der Stange. Wenn es sich nach den Wahlen dann herausstellt,

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daB man, urn Schlimmeres eine Minderheits-Regierung der NSDAP, gleichbcdcutcnd mit Diktatur zu verhiiten, mit jener Partei und zugleich mit dem geschmahten Papen-Kabinett pakticren mufi: nun, die Wahler werden schon Verstandnis dafiir habcn! Sie miissen wohl, denn sie werden, wenn iiber- haupt, dann erst in vier Jahren wieder gefragt,

Obrigens sind sich wohl alle fiihrenden Zentrumsleute ein paar Gewerkschaftler, denen man den Impetus des guten Glaubens im Wahlkampf gegen Herrn von Papen nicht nehmen will, vielleicht ausgeschlossen iiber die Notwendigkeit im Klaren, daB nach den Wahlen das Steuer scharf nach Rechts herumgelegt werden muB. DaB also der Streit mit Herrn von Papen, der die Wiirze des Wahlkampfes bildet,' dann schnell begraben und vergessen sein wird, daB die Trommeln des Wahlkampfes schnell in die Ecke gestellt und die Schalmeien der Koalitionspolitik hervorgeholt werden vorausgesetzt, daB Herr von Papen dann noch vorhanden ist, um gemeinsam mit Herrn von Schleicher und seinen ubrigen Freunden den Damm gegen die Alleinherrschafts-Geliiste der Hitler-Partei bilden zu konnen,

Auf welche Weise die Auseinandersetzung der beiden Ri- valen erfolgen wird, daruiber gibt es, neben der Darstellung des Hen*n von Gleichen, noch eine zweite Version. Sie findet sich in der Korrespondenz ,Osthilfe\ deren Herausgeber, Baron G. Wrangel, iiber gute Beziehungen zum ostelbischen Junker- turn und zur westdeutschen Schwerindustrie (Silverberg) ver- fiigt, und der deshalb iiber interne Vorgange auf der Rechten mitunter ausgezeichnet informiert ist:

Es spricht iibrigens manches dafiir, dafi die neue Regicruixg durch- aus nicht nur ein Obergangskabinett sein wird . . . denn nach unsern Informationen hat Hitler bei ihrer Entstehung Zusagen in dieser Rich- tung gemacht, die erkennen lassen, daB seine Partei nach seiner Auf- fassung die Aufgabe habe, sich zu einer groBen, die Mehrheit des deut- schen Volkes umfassenden Erneuerungsbewegung zu entwickeln, und nicht die alleinige Mission, die fiihrende und unumschrankt herr- schende Partei einer parlamentarischen Mehrheitsregierung zu sein. Die Ubernahme der Regierung in Preufien, womit also auch die ent- sprechende Reichsexekutive in nationalsozialistischer Hand sein wiirde, Ausbau und Konsolidierung der gewaltigen Parteiorganisation der . NSDAP unter dem Schutze der SA. und SS, sowie eventuell einige personelle Anderungen im Reichskabinett nach den Wahlen wurden demnach das MaB der Wiinsche des Nationalsozialismus unter Urn- standen erschopfen. Diese Einstellung des nationalsozialistischen Fiihrers beweist viel staats- und nationalpolitische Weitsicht . . .

* Sanfter Flotenton! Man kann sich ungefahr vorstellen, mit welchem Grimm ein Mann wie Gregor StraBer auf diese Rattenfanger-Weise reagieren wird. Aber der Osaf ?

Hitler mag diese Zusage gegeben haben, oder nicht sicher ist soviel, daB die Argumentation der Wrangels und andrer Barone auf ihn wirken wird; mag sie in Einzelheiten (PreuBen als Trager der Reichsexekution! * wo bleibt da die Reichswehr?) noch so falsch sein. Wie, Hitler Du hast gegen den Parlamentarismus, gegen die Herrschaft der bloden Zahl, gegen die politische Arithmetik gekampft und Du •wolltest nunselber die Zahl der Ministersitze nach der Man- datsziffer aushandeln? Hore, Hitler bleibe Du der Volks-

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mann, haltc Dcine Partei unter den alten Fuhrern zusammen, als groBe geistige Bewegung der deutschen Erneuerung setze sie nicht aufs Spiel, indem Du die Verantwortung fiir die miih- selige'Kleinarbeit des Regierens direkt libernimmst, indem Du Deine Paladine, auf Ministersesseln thronend, Dir und Deiner Partei entfremdest! Hitler, spare Dich fiir ein besseres Amt auf, laB uns die Aufraumungsarbeiten fiir Dich machen Du riskierst zu viel als fuhrender Teil einer Koalitionsregierung, Deine Partei ist noch konsolidierungsbediirftig, sie halt die groBe Belastungsprobe nicht aus! Soblasen die Floten, und in ihren sanf t iiberredenden Ton mischt sich leise der dumpfe Klang andrer Instrumente : Die Drohung, daBI die Partei, wenn sie mehr will als das, was man ihr freiwillig zugesteht, zerbrechen muB, zerbrechen wird. Vielleicht auch: daB sie zerbrochen wird. Die Reichswehr marschiert wieder einmal auf; erst hort man die hellen Pfeifen und dann den harten Trommelwirbel . . ;

Wie sich Hitler auch entscheiden mag soviel ist jeden- falls sicher: Gregor StraBer wird eine Tolerierungspolitik zu- gunsten der Schleicher und Papen, bei der er und seine Leute von der Machtergreifung im Reiche abgehalten werden, nicht mitmachen. StraBer, der nach wie vor die engsten Be- ziehungen zu seinem Bruder und dessen Cliquen unterhalt, hat vom Osaf den Auftrag erhalten, im Wahlkampf eine straff ge- werkschaftlich-proletarische Linie zu verfolgen, Diese soil von ihm und einer kleinen Gruppe seiner Heifer durchgesetzt wer- den; abweichend von der allgemeinen Wahlkampf-Taktik der Partei, die mittelstandlerisch und gemaBigt kapitalistisch (auch agrar-kapitalistisch) angesetzt ist. (Daneben besteht noch ein Sonderauftrag fiir eine andre Gruppe: Bearbeitung der katholischen Wahler, um sie dem Zentrum zu entfremden,) Nach der Wahl, so kalkuliert das Braune Haus, werden die Ar- beiter-Wahler, die mit StraBers Parolen eingefangen sind, nicht mehr gefragt. Nach der Wahl, so kalkuliert StraBer, bin ich mit meinen Proleten und den Pgs. im braunen Rock stark genug, um den Kurs der Partei .entschieden herumzuwerfen: gegen die Reichswehr und die I. G. Farben, deren Kabinett dann zum Riicktritt gezwungen wird, gegen die Rohm, Funk und Rosenberg im eignen Lager, gegen Barone, GroBindustrie, Herrenklub, Ring und Reichsbankprasidenten, gegen die fran- zosische Orientierung, die Freunde Andre Germains und den Credit Lyonnais.

Wenn es reinmal so weit kommt, dafi die heute noch im Geheimen schwelenden Gegensatze in offener Flamme heraus- schlagen, dann wird man wohl auch das interessante Schau- spiel erleben, daB die politischen Reste des Burgertums, und mit ihnen die SPD erschreckt vor so viel proletarisch-„re- volutionarem" (Jberschwang, unter die Fittiche des Kabinetts Schleicher-Papen fliichten; daB das Kabinett der Barone, das den ,,letzten Damm" vor dem nationalbolschewistischen Chaos bildet, genau so als das kleinere Obel toleriert wird, wie vor ihm Schleichers erstes Werk, das Kabinett der Frontsoldaten.

Nun, das kann noch heiter werden. Wer weiB, wer dann die Zeche zahlt, und wer den Profit einsteckt. Darum ist jeder gliicklich zu preisen, der heute schon seinen Lohn fiir die Wie-

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derwahl Hindenburgs und fiir die Tolerierung des Experiments Papen-Schleicher in bar ausgezahlt erhalt: die ostdeutsche Landwirtschaft die Schwerindustrie und vor allem: die L G. Farben. Sie hat, gemeinsam mit dem Benzol-Verband, eine artige Abschlagszahlung auf das vorerst noch zunickge- stellte Benzin- (ader Treibstoff-JMonopol erhalten, in Form einer erneuten und diesmal vollstandigen Niederschlagung der als Ausgleich fiir den Einfuhrzoll geschaffenen Steuer auf inlandische Benzinproduktion, Nach einer mir verlaBlich erscheinenden Schatzung bedeutet das, nach der bisherigen Praduktion berechnet, ein Geschenk von 4,5 Millionen Mark fiir die L G., von 9,6 Millionen fiir den Benzolverband, 3,7 Mil- lionen fiir sonstige Treibstofferzeuger. Daibei ist der Nutzen noch nicht mit eingerechnet, den vor allem * oder fast allein die L G. dank ihrer stark ausbaufahigen Produktion davon haben wird, daB die auslandische Konkurrenz, die nach wie vor mit dem hohen Zoll Briinings Freundschaftsgabe an seinen Wirtschaftsberater Schmitz von der L G. belastet ist, allmahlich aus dem Markt verdrangt werden kann. Vielleicht nur ein Teil der auslandischen Konkurrenz: denn mit der Standard Oil und mit dem Shell-Konzern ist die I. G. ja durch Patentabkommen und andre Bindungen verheiratet. Aber deren Konkurrenten, beispielsweise die Russen, werden jetzt einen schweren Stand auf dem deutschen Markt haben.

Der penetrante Duft nach Erdol und Benzin, der sich um das Kabinett Schleicher-Papen verbreitet, beriihrt die feinern Nasen im Herren-Klub recht peinlich. Man findet, daB Graf Schwerin-Krosigk und Herr Warmbold sich noch etwas Zeit mit der Auszahlung an die L G. Farben hatten nehmen diirfen. Herr von Gleichen spricht von MImprovisationen"; Warmbold ist ,,eine Belastung" und auch der Ersatz eines politischen Fachministers (was ist das?) durch Schwerin-Krosigk ,,befrie- digt nicht". Warum so empfindsam? Schon der nachste Satz gibt die Aufklarung: „, . .man hat keinen Mann, der wie Luther die Konzeption eines umfassenden Plans besitzt, und auch die Kraft, ihn durchzusetzen. Aber ich nehme an, daB sich Luther dies em Kabinett gegeniiber inhaltlich durchsetzen wird; und er hat sich ja hereits durchgesetzt gegeniiber dem von Schleicher und den Nationalsozialisten geauBerten Wunsch, ihn durch Schacht ersetzt zu sehen."

Allen Respekt also vor Luther, der deshalb, weil en dem Herrenklub, dem ,Ring* und Herrn von Gleichen so gut ge- fallt, wahrend er bei den Agrariern als Zinswucherer ver- schrieen ist, ja weiB Gott noch kein schlechterer Reichsbank- prasident ist. Der Respekt miiBte eigentlich noch groBer sein, wenn man erfahrt, daB nicht nur Schacht ins Reichsbank- prasidium zuriick will, sondern dafi auch ein gewisser Herr Wagemann, dessen Revenuen aus seinem chilenischen Besitz jetzt sparlicher flieBen, jenen Posten erstrebt: President Wage- mann vom Statistischen Reichsamt, der Vater eines Wahrungs- Reformplans, und der Schwager des Ministers Warmbold, also sozusagen der Schwipp-Schwager der L G.

Mitunter ist es wirklich recht merkwiirdig, das politische Leben.

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Der 13. JtlH von Georg Bernhard

Mahezu eine Milliardc Mark haben die Banken nach dem Zu- ' sammenbruch, dcssen einjahriges Jubilaum wir am 13. Juli feiern, als Verlust abgeschrieben. GroBer noch ist dfe Auf- weridung, die die so viel geschmahte offentliche Hand zur Sa- nierung